Persönliche Lese- tipps
Philipp Schlaffer empfiehlt:
Im Morgengrauen von Marc Raabe
Marc Raabe gehört für mich zu den besten deutschen Thrillerautoren
Seit Wochen gehen im Netz die Videos einer jungen Frau viral. Ihr Gesicht ist unkenntlich, auf ihrem Unterarm ist ein markantes Eulen-Tattoo. Der Inhalt der Videos: skandalöse Details ihrer Affäre mit dem Bundeskanzler. Ein Fake? Eine Kampagne? Oder die Wahrheit?
Fazit: Marc Raabe gehört für mich zu den besten deutschen Thrillerautoren.
Ich war wieder komplett gefesselt und konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Besonders hervorzuheben sind erneut die Figuren. Die größte Stärke der Reihe sind für mich nicht die Fälle, sondern die Menschen, die sie bevölkern.
Hans Hamedinger empfiehlt:
Winesburg, Ohio von Sherwood Anderson
Zum 150. Geburtstag des wichtigen amerikanischen Autors Sherwood Anderson
Sehnsüchte, Hoffnungen und Träume bestimmen den Alltag der Menschen in Winesburg. Wing Biddlebaum verlor durch ein fatales Missverständnis seine Stelle als Lehrer und mit ihr seine Seelenruhe. Alice Hindman wartet auch elf Jahre nach deren Verschwinden noch verzweifelt auf die Rückkehr ihrer Jugendliebe.
Der Arzt Mr. Reefy schreibt seit dem Tod seiner Frau Gedankensplitter auf kleine Zettel und wirft sie weg. Selbst die Existenz des jungen Lokalreporters George Willard, der neugierig all diese Schicksale sammelt, ist nicht frei von tragischen Verstrickungen. Schrullige, einsame Charaktere bevölkern das Städtchen Winesburg in Ohio, einen Ort auf der literarischen Landkarte, dem Autoren bis heute ihre Reverenz erweisen.
Fazit: Zum 150. Geburtstag des wichtigen amerikanischen Autors Sherwood Anderson, der Größen wie Fitzgerald und Faulkner geprägt hat: Sein Erzählwerk "Winesburg Ohio" ist eine Revue von skurrilen, traurigen, lustigen, meist heruntergekommenen Gestalten, die eine Kleinstadt bevölkern. Anderson stellt eine spontane Vertrautheit mit diesen Menschen her, und doch bleibt ihr Tun und ihr Wesen rätselhaft ...
Jaqueline Brabec empfiehlt:
Die Mitternachtsreise von Matt Haig
Sehr unterhaltsam und tiefsinnig zugleich
Stell dir vor, dein Leben zieht im Zeitraffer an dir vorbei. Was würdest du noch einmal erleben wollen? Welche Momente – und welche Menschen – zählen wirklich?
Fazit: Da ich ein großer Fan der „Mitternachtsbibliothek“ bin, habe ich mich sehr auf den neuen Roman gefreut – und wurde nicht enttäuscht! Viele Figuren aus der „Mitternachtsbibliothek“ habe ich in dieser Geschichte wiederentdeckt.
Sehr unterhaltsam und tiefsinnig zugleich!
Philipp Schlaffer empfiehlt:
Vermisst - Der Fall Emily von Christine Brand
Mein erstes Buch von Christine Brand und gleich ein Highlight
Malou Löwenberg: rebellische und engagierte Ex-Polizistin, jetzt Privatdetektivin, spezialisiert auf Cold Cases. Sie will Menschen finden, die seit Langem vermisst sind. Ihre erste Klientin ist Vera König, die seit vier Jahren nach ihrer Tochter sucht. Emily wäre heute sieben, und Vera ist überzeugt, dass sie noch lebt.
Malou stößt bei ihren Ermittlungen auf die Spur eines internationalen Kinderhändlerrings. Doch auch Emilys Vater verhält sich höchst verdächtig. Plötzlich macht Malou eine schockierende Entdeckung und blickt in Abgründe, die sie nie für möglich gehalten hätte.
Fazit: Mein erstes Buch von Christine Brand und gleich ein Highlight. Der Erzählstil und die raffinierte Story überzeugen auf ganzer Linie. UNBEDINGT LESEN!
Hans Hamedinger empfiehlt:
Das Karussell von Hans-Ulrich Treichel
Eine unprätentiös erzählte Tragödie in der Nachfolge Tschechows
Bernhard ist siebzig, geschieden, kinderlos, und seit er im Ruhestand ist, fehlt ihm etwas: eine neue Beziehung, ein Hobby oder vielleicht doch ein Ehrenamt? Nichts will sich so recht fügen. Doch dann erreicht ihn eine Einladung nach Salerno – jenen Ort an der italienischen Küste, an dem er vor Jahrzehnten einige Monate gelebt hat und der damals ein Versprechen auf ein anderes Leben war.
Dort wartet jetzt Alfredo auf ihn, Betreiber eines Strandbades und einst sein Vermieter. Und das Karussell, das Alfredo vor der Verschrottung gerettet hat und das er immer schon in Betrieb nehmen wollte. Mit Hilfe von Arianna, einer Ingenieurin, die für Bernhard womöglich mehr als nur eine Freundin war und die er nun endlich noch einmal zu treffen hofft. Er macht sich auf eine Reise zurück an jenen Ort, an dem noch Fragen offen sind.
Fazit: Hatte er die letzten Jahre vertrödelt oder verbummelt? Die guten letzten Jahre? Einem geschiedenen Mann, Ende 60, tun sich unerwartet neue gesellige Möglichkeiten in Italien auf. Hoffnungen steigen hoch, Möglichkeiten tun sich auf. Doch was, wenn sich alles als trügerisch erweist? Dann wird die Einsamkeit stärker sein als jemals zuvor. Eine unprätentiös erzählte Tragödie in der Nachfolge Tschechows − das ist Treichels neuer Roman "Das Karussell".
Jaqueline Brabec empfiehlt:
Der Club der Unbeugsamen von Kathryn Stockett
Eines der Highlights in diesem Jahr
Oxford, Mississippi, 1933. Während die Wirtschaftskrise die Welt in Atem hält, kreuzen sich in einer kleinen Stadt die Wege dreier ungewöhnlicher Frauen. Sie erkennen, dass sie gemeinsam etwas bewegen können, vielleicht sogar die Regeln ihrer Zeit verändern. Um ihre Ziele zu erreichen, gehen erstaunliche Risiken ein.
Denn sie haben eines gemeinsam: Sie haben wenig zu verlieren.
Fazit: Ich habe "Gute Geister" von Kathryn Stockett geliebt! Die Autorin schafft es, hervorragend darzustellen, wie unterschiedlich Menschen in Krisen agieren. Der Roman ist bewegend, oft witzig, manchmal traurig und doch irgendwie Mut machend. Für mich persönlich eines der Highlights in diesem Jahr!
Jaqueline Brabec empfiehlt:
Solange ein Streichholz brennt von Christian Huber
Der Wunsch, dass es niemals endet
Zwei Welten. Ein Moment. Alles ändert sich.
Bohm lebt seit fünf Jahren auf der Straße. Wie er aus seinem früheren Leben gerutscht ist, darüber schweigt er. Er besitzt so gut wie nichts. Einen alten Rucksack. Geschnitzte Holzmäuse. Einen Brief, den er nicht öffnen will. Mit seinem Hund Fox kämpft er sich durch die Tage und Nächte.
Hat jemand eine Chance auf die Liebe, der keine Chance im Leben hat?
Fazit: Zwei Welten. Ein Moment. Alles ändert sich. Von Seite zu Seite entsteht ein wunderbares Geflecht aus Gefühlen, Verzweiflung, Hoffnung und der Wunsch, dass es niemals endet ... vor allem nicht die Geschichte zwischen Bohm und Alina!
Hans Hamedinger empfiehlt:
Im ersten Licht von Norbert Gstrein
Das Buch der Stunde
Norbert Gstrein schenkt uns ein ganzes Menschenleben. Dabei ist jedes Leben zerbrechlich in diesem Roman, der mit einem Axthieb beginnt: Adrians Vater macht ihn als Jugendlichen untauglich für den Ersten Weltkrieg, rettet ihn so vielleicht. Der störrische, zärtliche Mensch, der von da an durch über achtzig Lebensjahre hinkt, ist das Wunder dieses Erzählens.
Adrian sieht zweimal seine Welt untergehen, hat zweimal mit jungen Männern zu tun, die weniger Glück hatten als er, und erlebt im Alter die unverhoffte Liebesgeschichte eines Mannes, der zu allem erzogen wurde, bloß nicht zum Lieben. Wie leben im Schatten der Kriege und des Tötens? Mit einem furchtlosen Blick in die Vergangenheit stellt sich »Im ersten Licht« dieser großen Frage der Gegenwart.
Fazit: "Im ersten Licht" ist ein Antikriegsbuch und gleichzeitig ein Roman über die Verletzungen eines ganzen Lebens. Grausame Verstümmelungen, Lügen und Massenwahn sind unter anderem Thema des Buches. Und am schlimmsten sind die dran, die erkennen müssen, dass sie sogar Herz und Seele verloren haben. Das Buch der Stunde.
Philipp Schlaffer empfiehlt:
Ungelöst - Die erste Zeugin von Arno Strobel
Ein spannender Reihenauftakt
Medizinstudentin Luisa Menkhoff kennt die verschwundene Frau auf dem Flugblatt. Es ist Jahre her, dass sie sie gesehen hat. Aber trotzdem kann sie sich erinnern, als wäre es gestern gewesen. Nicole Klement war die Lebensgefährtin des Mannes, der Luisa als Fünfjährige entführt hat. Und damals ebenfalls in die Sache verwickelt.
Luisa wendet sich umgehend an die Münchner Polizei und trifft auf Hauptkommissar Ramin Brunner, der gerade im Begriff ist, eine neue Cold-Case-Einheit aufzubauen, die alte Fälle mit modernen Mitteln aufklären soll. Als Luisa ihm die Umstände ihrer Entführung als Kind schildert, ist Ramin verblüfft. Luisa hat ein eidetisches Gedächtnis und erinnert sich an jedes Detail einer einmal erlebten Situation. Und alles, was sie sagt, deutet darauf hin, dass ihr damaliger Entführer - Dr. Joachim Lichner - jetzt Nicole Klement in seiner Gewalt hat.
Fazit: Ein spannender Reihenauftakt mit sympathischen Figuren und durchgehender Spannung. Ich bin gespannt auf die Fortsetzung!
Philipp Schlaffer empfiehlt:
Dorn. Ruf der Toten von Jan Beck
Bis die Spannung kaum noch auszuhalten ist ...
Simon Dorn, nach dem Tod seiner bisherigen »Sponsorin« Karla Hofbauer finanziell am Abgrund, wird über das Internet von einer mysteriösen Klientin kontaktiert. Was als Hilferuf beginnt, entpuppt sich als Teil eines perfiden Spiels. Als sie den Kontakt abbricht, bittet Dorn Lea Wagner, bei der Klientin nach dem Rechten zu sehen.
Doch die Frau ist tot – verdurstet, und das schon mehrere Wochen zuvor. Neben der Leiche steht ein Computer, auf dem eine KI läuft, die im Namen der Toten mit Dorn kommuniziert hat. Dorn sieht eine Verbindung zu einem ungelösten Fall, bei dem ein Täter seine Opfer in seinem Beisein verdursten ließ. Lange Zeit war der Mörder untergetaucht. Ist er nun zurück? Und warum wenden sich die Toten ausgerechnet an Simon Dorn?
Fazit: Die Geschichte ist von Beginn an spannend und gleichzeitig ein wenig unheimlich. Jan Beck verbindet mehrere Handlungsstränge miteinander. In rascher Folge wechseln Schauplätze und Protagonisten, bis die Spannung kaum noch auszuhalten ist.











