Persönliche Lese- tipps
Ina Cassik empfiehlt:
Rückkehr nach Budapest von Kiss Nikoletta
Über die Liebe in Zeiten des Misstrauens
Eine dramatische Liebesgeschichte über drei Frauen, die denselben Mann lieben, eingebettet in die Wirren einer politisch turbulenten Zeit.
Ein großartiges Buch über die Liebe zu Zeiten des Eisernen Vorhangs, über Poesie, politisches Engagement, Solidarität und Verrat zwischen Budapest, Berlin und Wien.
Fesselnd und mitreißend, große Empfehlung!
Robert Renk empfiehlt:
Es sind nur wir von Martin Peichl
Es sind nur wir
Nun endlich der neue Roman von Lesekanone Martin Peichl! Eine wunderbare Rückzugsgeschichte von zweien, die sich gefunden haben in einer Welt, in der man so schnell verloren geht. Genial verwoben mit einem „Wörterbuch der Verluste“. Nachdenklich, aber nie larmoyant, berührend und dennoch sehr witzig.
Real und fantastisch zugleich erzählt er von unserer Gesellschaft, von Natur und Zivilisation und nimmt „ebenso poetisch wie lapidar dem eiläufigen jede Beiläufigkeit“, wie Karin Peschka schreibt. Fuchsschlau!
Robert Renk empfiehlt:
Der längste Schlaf von Melanie Raabe
Der längste Schlaf
Insomnia, sprich Schlaflosigkeit, verfolgt die junge Wissenschaftlerin Mara Lux seit vielen Jahren. Gleichzeitig ist genau dies ihr Fachgebiet. Durch und durch rational ängstigt sie die Irrationalität der Träume, die bisweilen
auf unerklärliche Weise in die Wirklichkeit zu schwappen scheinen. Plötzlich wird ihr ein Haus in der deutschen Provinz vermacht.
Zuerst glaubt sie an einen Scherz – als sie das Haus besichtigt, muss sie feststellen, dass sie durch hre Träume mit diesem Ort auf seltsame Weise verbunden ist.
Robert Renk empfiehlt:
Grönemeyer von Lentz Michael
Grönemeyer
Eine erste umfassende Gesamtdarstellung zu Leben und Werk wird am besten von einem großen Schriftsteller und engen Freund geschrieben. Schön, dass Herbert Grönemeyer einen solchen Freund hat, und zwar Michael Lentz! Wie lassen sich die Wucht und Energie, auch das Tröstliche seiner Musik erklären? Auf der Grundlage zahlreicher Gespräche erzählt er von der Herkunft und Familie des Ausnahmekünstlers und beschreibt ein faszinierendes Leben im Zeichen von Musik und Literatur, Pop und Politik.
Andrea Scheiber empfiehlt:
Die Villa der Architektin von Mazzucco Melania G.; Fleischanderl Karin
Die Villa der Architektin
Rom im 17. Jahrhundert. Dies ist die Geschichte einer außergewöhnlichen Frau, der berühmten Malerin und ersten Architektin Plautilla Bricci. Mit 13 Jahren malte sie ihre erste Auftragsarbeit „Madonna mit Kind“. Wirklich bekannt wurde sie durch den Bau 1663 in Trastevere der Villa Benedetta. Man bekommt einen starken Einblick über ihre Armut als Kind, dem Verhältnis zu ihrem Vater.
Ein sehr gelungener, recherchierter Roman über eine außergewöhnliche Zeit. Nicht nur für Architekturbegeisterte.
Robert Renk empfiehlt:
Als ich noch unsterblich war von Ransmayr Christoph
Als ich noch unsterblich war
Ein weiter großer Erzählband, der an Atlas eines ängstlichen Mannes (2017) anknüpft. Wieder ist es eine authentische und poetische Mischung zwischen autobiographischen (oder autofiktionalem, wie man heutzutage sagt) Texten und solchen, die von den Reisen Ransmayrs stammen, die er tlw. als Journalist gemacht hat, wie z.
B. die Entdeckungsreisen in den Transhimalaya, die Sahara oder zu den Bürgerkriegsschauplätzen Sri Lankas. Am persönlichsten ist die titelgebende Erzählung aus Ransmayrs Kindheit. Ganz groß!
Andrea Scheiber empfiehlt:
Die Schwarzgeherin von Regina Denk
Die Schwarzgeherin
Tirol, Ende des 19. Jahhunderts. Die 18-jährige Theres lebt in einem abgeschiedenen Dorf im hintersten Tal. Ihr Leben ist vorbestimmt, die Heirat schon von Kindestagen an fixiert. Als ein Fremder ins Dorf kommt, verliebt sie sich und wird schwanger. Von der Dorfgemeinschaft wird er vertrieben, so geht Theres in die Berge als Eremitin und lebt von nun an in Einsamkeit mit ihrer Tochter.
Ein eindrucksvoller Roman über zwei starke Frauen, hart und nadenlos. Absolute Leseempfehlung.
Lena Kripahle-Wiek empfiehlt:
Der Frauenausborger von Joesi Prokopetz
Der Frauenausborger
Rainer Caofal lebt mittlerweile, also eigentlich lebte er bisweilen in der Seniorenresidenz „Juventus“. Doch nun liegt er erschlagen in seinem Bett und lässt uns an seinem bisherigen Leben teilhaben. Dass das nicht ganz normal war, merkt man schnell – die Frauen waren sein Herzstück. Leider waren es aber zumeist die Frauen anderer Männer, er ein „Frauenausborger“.
Dies ist nun der zweite Krimi von Prokopetz, der bekannt ist für seinen Wiener Schmäh, und das auch über die Landesgrenzen hinaus.
Ina Cassik empfiehlt:
Akikos stilles Glück von Sendker Jan-Philipp
Akikos stilles Glück
Akiko lebt nach dem verfrühten Tod ihrer Mutter zurückgezogen in Tokio. Als sie auf ein Familiengeheimnis stößt, sieht sie ihre Vergangenheit in einem anderen Licht und überdenkt ihr Leben völlig neu. Ihr Jugendfreund Kento, er als Hikikomori in selbstgewählter Isolation lebt, unterstützt sie auf ihrer Suche nach ihrem wahren Ich und wächst dabei über sich selbst hinaus.
Ein feinfühliger Roman über Distanz und Nähe, Einsamkeit und Mitmenschlichkeit,
der den Zauber japanischer Literatur wunderbar einfängt.
Andrea Scheiber empfiehlt:
Die unmöglichkeit des Lebens von Matt Haig
Die Unmöglichkeit des Lebens
Eine pensionierte Mathelehrerin, die ein kleines in die Jahre gekommenes Häuschen von einer Freundin auf Ibiza erbt, lässt alles hinter sich und lebt von nun an dort. In der wunderschönen Landschaft sucht sie Antworten über den mysteriösen Tod ihrer Freundin. Eines Tages bekommt sie eine E-Mail eines ehemaligen Schülers; von da an schreiben sie sich und sie erzählt von den wunderbaren Erlebnissen, und dass es auch viel Positives gibt im Leben.
in spannendes und unvorhersehbares Lesevergnügen.











