Persönliche Lese- tipps
Ina Cassik empfiehlt:
Es werden schöne Tage kommen von Zach Williams
Kafka meets Twin Peaks
Zurecht mit Lobeshymnen überhäuft: Grandiose Short Stories über Amerika, das Unbehagen in der Gesellschaft und das Lebensgefühl unserer Zeit. So etwas hat man garantiert noch nie zuvor gelesen, brillant und absolut unvergleichlich!
im Shop ansehen weitere Empfehlungen von Ina CassikIna Cassik empfiehlt:
Drei Wochen im August von Nina Bußmann
Psychologische Abgründe vor idyllischem Hintergrund
Zwei Frauen fahren gemeinsam in ein Sommerhaus. Während die ausgedörrte Natur in Flammen steht, schleichen sich Misstrauen und Disharmonie in die Freundschaft ein. Als eine Tochter verschwindet, eskaliert die Situation.
Sehr atmosphärisch erzählt, toller psychologischer Spannungsroman!
Barbara Pritz empfiehlt:
Winston Churchill von Franziska Augstein
Keine Hagiografie!
Der ehemalige Hitler-Bewunderer Churchill warnte schon früh vor der Aggressivität Nazi-Deutschlands und stellte ab diesem Zeitpunkt ein Gegengewicht zur Appeasement-Politik von Chamberlain dar. Der Militarist Churchill beging im 1. und auch im 2.Weltkrieg nicht unerhebliche strategische Fehler, wodurch sein Ruf litt und er sich für einige Zeit in sein Landhaus zurückzog, um zu schreiben und zu malen.
Als Mitglied der aristokratischen Elite mit entsprechendem Klassenbewusstsein ausgestattet, zögerte er nicht, im Arbeitskampf walisischer Bergleute um bessere Löhne und Lebensbedingungen die Armee zu Hilfe zu holen. Der Renaissancemensch Churchill befürwortete zwar die Bombardierung ziviler Ziele in Deutschland während des Krieges, war aber gleichzeitig den Tränen nahe, als Dresden zerstört wurde. Und sein Interesse an technologischen Neuerungen ließ ihn nicht davor zurückschrecken, den Einsatz von Chemie- und Atomwaffen in Erwägung zu ziehen. Gleichzeitig galt er, der Anhänger des Kolonialismus, als Vordenker der EU und war beteiligt an der Umwandlung des britischen Empire in ein Commonwealth of Nations.
Man sieht: Die Liste der Licht- und Schattenseiten dieser widersprüchlichen Persönlichkeit ist lang.
Als kämpferischer (eher als als kampferprobter) Mensch war er in den Kriegsjahren mit seinen berühmten Reden zur richtigen Zeit am richtigen Ort, um den Zusammenhalt und das Durchhaltevermögen seiner Landsleute zu befeuern.
Eine erhellende und hochgelobte Biografie des wohl berühmtesten Tories, der als Kind des kolonialen viktorianischen Zeitalters nie die Vorzüge des demokratischen Parlamentarismus in Frage stellte.
Barbara Pritz empfiehlt:
Die Kammer von Will Dean
Kammerspiel in 100 Meter Tiefe
Brooke ist Sättigungstaucherin. Gemeinsam mit 5 Kollegen ist sie 1 Monat lang in einer Druckkammer von den Ausmaßen eines Kleinbusses eingeschlossen, eine (noch kleinere) Taucherglocke wird täglich auf den Meeresboden der Nordsee abgesenkt und abwechselnd führen 2-Personen-Teams Reparaturarbeiten an Ölpipelines durch.
Als Brooke und ihr Tauchpartner von ihrem ersten Außeneinsatz in die Kammer zurückkehren, ist einer von den anderen mysteriöserweise ins Koma gefallen und die Kollegen sind damit beschäftigt, ihn wiederzubeleben. Vergeblich. Das Team steht unter Schock und sucht nach Erklärungen, die Reparaturarbeiten werden abgebrochen und der Druck in der Kammer ganz langsam wieder erhöht, die Dekompression soll 5 Tage dauern. Dann kommt es zu einem weiteren Todesfall und die Taucher beginnen nicht nur, sich gegenseitig zu belauern, sondern misstrauen auch zunehmend dem Security-Team außerhalb der Kammer, das eigentlich ihr Wohlergehen überwacht...
Sättigungstauchen gehört zu den gefährlichsten und am besten bezahlten Berufen, körperliche und mentale Fitness sind unerlässlich. Dieser realistische Technothriller fasziniert nicht nur mit überraschenden Twists, sondern auch mit interessanten Fakten aus der Welt der Berufstaucher.
Große Empfehlung!
Ina Cassik empfiehlt:
Wild wuchern von Katharina Köller
Beeindruckendes Debüt aus Österreich
Marie ist auf der Flucht und flüchtet zu ihrer Cousine Johanna auf die Alm. Zwei Cousinen mit diametral entgegengesetzten Lebensentwürfen: Natur vs. Zivilisation, selbstgenügsames Leben allein vs. Beziehung mit einem gewalttätigen Mann.
Von der ersten Seite an entwickelt das Buch einen Sog, der einen bis zum Ende nicht mehr loslässt.
Ein äußerst spannendes Leseerlebnis!
Ina Cassik empfiehlt:
Als wir Schwäne waren von Behzad Karim Khani
Ein literarisch herausragendes Buch über das Leben der zweiten Generation
Mit seinen gebildeten Eltern flieht Reza mit 10 Jahren aus dem Iran nach Deutschland. Integration im Plattenbau bedeutet die Hinwendung zu Gewalt und Kriminalität. Kann Wut und Gewalt die Antwort sein auf das Gefühl der Fremdheit in einem Land, das denen, die es aufgenommen hat, die Würde nimmt?
Eine bittere, sehr persönliche Abrechnung und ein literarisch herausragendes Buch, das sprachlich und inhaltlich seinesgleichen sucht.
Ina Cassik empfiehlt:
Rückkehr nach Budapest von Nikoletta Kiss
Über die Liebe in Zeiten des Misstrauens
Eine dramatische Liebesgeschichte über drei Frauen, die denselben Mann lieben, eingebettet in die Wirren einer politisch turbulenten Zeit.
Ein großartiges Buch über die Liebe zu Zeiten des Eisernen Vorhangs, über Poesie, politisches Engagement, Solidarität und Verrat zwischen Budapest, Berlin und Wien.
Fesselnd und mitreißend, große Empfehlung!
Robert Renk empfiehlt:
Es sind nur wir von Martin Peichl
Es sind nur wir
Nun endlich der neue Roman von Lesekanone Martin Peichl! Eine wunderbare Rückzugsgeschichte von zweien, die sich gefunden haben in einer Welt, in der man so schnell verloren geht. Genial verwoben mit einem „Wörterbuch der Verluste“. Nachdenklich, aber nie larmoyant, berührend und dennoch sehr witzig.
Real und fantastisch zugleich erzählt er von unserer Gesellschaft, von Natur und Zivilisation und nimmt „ebenso poetisch wie lapidar dem eiläufigen jede Beiläufigkeit“, wie Karin Peschka schreibt. Fuchsschlau!
Robert Renk empfiehlt:
Der längste Schlaf von Melanie Raabe
Der längste Schlaf
Insomnia, sprich Schlaflosigkeit, verfolgt die junge Wissenschaftlerin Mara Lux seit vielen Jahren. Gleichzeitig ist genau dies ihr Fachgebiet. Durch und durch rational ängstigt sie die Irrationalität der Träume, die bisweilen
auf unerklärliche Weise in die Wirklichkeit zu schwappen scheinen. Plötzlich wird ihr ein Haus in der deutschen Provinz vermacht.
Zuerst glaubt sie an einen Scherz – als sie das Haus besichtigt, muss sie feststellen, dass sie durch hre Träume mit diesem Ort auf seltsame Weise verbunden ist.
Robert Renk empfiehlt:
Grönemeyer von Michael Lentz
Grönemeyer
Eine erste umfassende Gesamtdarstellung zu Leben und Werk wird am besten von einem großen Schriftsteller und engen Freund geschrieben. Schön, dass Herbert Grönemeyer einen solchen Freund hat, und zwar Michael Lentz! Wie lassen sich die Wucht und Energie, auch das Tröstliche seiner Musik erklären? Auf der Grundlage zahlreicher Gespräche erzählt er von der Herkunft und Familie des Ausnahmekünstlers und beschreibt ein faszinierendes Leben im Zeichen von Musik und Literatur, Pop und Politik.











