Persönliche Lese- tipps
Robert empfiehlt:
Es sind nur wir von Martin Peichl
Es sind nur wir
Nun endlich der neue Roman von Lesekanone Martin Peichl! Eine wunderbare Rückzugsgeschichte von zweien, die sich gefunden haben in einer Welt, in der man so schnell verloren geht. Genial verwoben mit einem „Wörterbuch der Verluste“. Nachdenklich, aber nie larmoyant, berührend und dennoch sehr witzig.
Real und fantastisch zugleich erzählt er von unserer Gesellschaft, von Natur und Zivilisation und nimmt „ebenso poetisch wie lapidar dem eiläufigen jede Beiläufigkeit“, wie Karin Peschka schreibt. Fuchsschlau!
Der längste Schlaf von Melanie Raabe
Der längste Schlaf
Insomnia, sprich Schlaflosigkeit, verfolgt die junge Wissenschaftlerin Mara Lux seit vielen Jahren. Gleichzeitig ist genau dies ihr Fachgebiet. Durch und durch rational ängstigt sie die Irrationalität der Träume, die bisweilen
auf unerklärliche Weise in die Wirklichkeit zu schwappen scheinen. Plötzlich wird ihr ein Haus in der deutschen Provinz vermacht.
Zuerst glaubt sie an einen Scherz – als sie das Haus besichtigt, muss sie feststellen, dass sie durch hre Träume mit diesem Ort auf seltsame Weise verbunden ist.
Grönemeyer von Michael Lentz
Grönemeyer
Eine erste umfassende Gesamtdarstellung zu Leben und Werk wird am besten von einem großen Schriftsteller und engen Freund geschrieben. Schön, dass Herbert Grönemeyer einen solchen Freund hat, und zwar Michael Lentz! Wie lassen sich die Wucht und Energie, auch das Tröstliche seiner Musik erklären? Auf der Grundlage zahlreicher Gespräche erzählt er von der Herkunft und Familie des Ausnahmekünstlers und beschreibt ein faszinierendes Leben im Zeichen von Musik und Literatur, Pop und Politik.
Als ich noch unsterblich war von Christoph Ransmayr
Als ich noch unsterblich war
Ein weiter großer Erzählband, der an Atlas eines ängstlichen Mannes (2017) anknüpft. Wieder ist es eine authentische und poetische Mischung zwischen autobiographischen (oder autofiktionalem, wie man heutzutage sagt) Texten und solchen, die von den Reisen Ransmayrs stammen, die er tlw. als Journalist gemacht hat, wie z.
B. die Entdeckungsreisen in den Transhimalaya, die Sahara oder zu den Bürgerkriegsschauplätzen Sri Lankas. Am persönlichsten ist die titelgebende Erzählung aus Ransmayrs Kindheit. Ganz groß!
Tausend und ein Morgen von Ilija Trojanow
Tausend und ein Morgen
Ein Meisterwerk und jetzt schon ein Klassiker der utopischen Literatur! Von einer utopisch gerechten Zukunft reisen die sogenannten Chronauten – unterstützt von KI – an historische Scharniere der Geschichte (das „Damalsdort“). Wir gelangen so unter Piraten in der Karibik, mitten in die Russische Revolution oder zu den Olympischen Winterspielen in Sarajewo 1984.
Historische Ereignisse werden nach Möglichkeiten abgeklopft und
darin liegt eine poetische und politische Dimension dieses Romans.
Die wahren Bilder sind im Kopf von Edith-Ulla Gasser
Die wahren Bilder sind im Kopf
In wunderbaren und sehr persönlichen Texten lässt die von Edith-Ulla Gasser herausgegebene Anthologie tatsächlich einzigartige Bilder im Kopf entstehen. 13 Autor*innen, von Anna Baar über Monika Helfer und Michael Köhlmeier bis zum Tiroler Hans Platzgumer, haben sich alle der Aufgabe gestellt, sehr individuelle Erzählungen zu einem bestimmten Bild zu liefern.
Die Bilder sind jeweils zu Beginn abgedruckt, somit kann man dem Text noch intensiver folgen.
Nicht ich von Zeruya Shalev
Nicht ich
Nach 30 Jahren kommt der erste Roman von Zeruya Shalev in unsere Bücherregale. Ein Roman über eine Frau, die ihre Familie für eine neue Liebe verlässt und nicht damit klarkommt. Vor allem für ihr treues deutschsprachiges Publikum hat diese bedeutende Erzählerin ihren Erstling noch einmal überarbeitet.
„Ihr Roman Nicht ich ist eines der kühnsten Werke der postmodernen israelischen Literatur. Man könnte ihn als die Urquelle ihrer gesamten
Erzählkunst bezeichnen.“ (Avner Holtzman)
Erscheint im Jänner 2024.
Bournville von Jonathan Coe
Bournville
Über fünf Generationen begleiten wir die Familie von Mary Lamb und somit die Geschichte Englands … von der Krönung Elisabeth II. über Prinzessin Diana bis zum Brexit. Ausführlich wird der Schokolade gehuldigt und somit auch der „Schokoladekrieg“ in allen Farben geschildert. Lässig und mit Augenzwinkern breitet Coe die Absurditäten aus und erklärt uns nicht die Engländer, zeigt uns aber deutlich, dass sie sich selbst auch nicht immer verstehen.
Coe ist immer ein Leseerlebnis!
Hamster im hinteren Stromgebiet von Joachim Meyerhoff
Hamster im hinteren Stromgebiet
Eigentlich hat Meyerhoff nicht mehr vorgehab, einen Roman zu schreiben. Sein Leben bis zum Theater sei auserzählt meite er in Interviews. Doch dann wird er als Notfall auf eine Intensivstation eingeliefert. Er, der sich immer durch körperliche Verausgabung zum Glühen brachte, liegt
an Apparaturen angeschlossen in einem Krankenhausbett in der Wiener Peripherie.
Kann das Erzählen von Geschichten zur Rettung beitragen? Und kann Komik heilen? Ganz klares JA! Jetzt auch als Taschenbuch.
Der Morgenstern von Karl Ove Knausgard
Der Morgenstern
Der neueste Roman dient gut als Einstiegslektüre in das Schreiben des Karl Ove Knausgard. Dick sind sie alle, hier aber verlässt Knausgard seinen Schreibkokon, um sich doch treu zu bleiben. In seiner direkten, detailgetreuen Schilderungsprosa tauchen nun neun fiktive Personen auf, die aus ihrer jeweiligen Perspektive sprechen.
Und ein neuer Stern, den niemand erklären kann und der allerlei Getier veranlasst, sich wider die Natur zu verhalten. Ob das ein gutes Omen ist? Ein spannendes in jedem Fall!











