Persönliche Lese- tipps
Robert empfiehlt:
Klara und die Sonne von Kazuo Ishiguro
Klara und die Sonne
Der neue Roman des Nobelpreisträgers
wird aus der
Perspektive einer künstliche
Intelligenz erzählt. Klara ist
diese künstliche Intelligenz, sie
soll Kinder auf dem Weg zum
Erwachsenwerden begleiten.
Die Erwartungen, die an sie
gestellt werden, sind nicht zu
erfüllen, denn sie sind menschlich,
und also nicht rational.
Gefühle nach Sinnhaftigkeit
abzuklopfen, ist ebenso sinnlos
wie wunderbar zu lesen, und
Ishiguro macht daraus einen
grandiosen, spannenden und
nachdenklich stimmenden
Roman. Berührend & entlarvend!
Enriettas Vermächtnis von Sylvia Madsack
Enriettas Vermächtnis
Sylvia Madsack lebt in Zürich
und Salzburg. Und diese zwei
Städte rückt sie auch in den
Mittelpunkt ihres spannenden
Romans, in dem es um den Tod
einer argentinischen Autorin,
ein Testament, Familiengeheimnisse
und 15 Millionen Schweizer
Franken geht. Und um die
junge Schauspielerin Jana und
den konservativer Arzt Emilio.
Überraschend kommen sich die
zwei näher, dann taucht Armando
da Silva auf, der leiblicher
Sohn der Verstorbenen – ein
ungeliebtes Kind mit einer zwielichtigen
Biografie.
Kalmann von Schmidt Joachim B.
Einen charmanten Eigenbrötler...
... hat Joachim B. Schmidt erfunden: Kalmann, eine Art schlampiger Forrest Gump mit Cowboyhut im äußersten Nordosten Islands. Er ist der selbsternannte Sheriff von Raufarhöfen, manchmal ein bisschen langsam, aber doch ziemlich helle. Das hilft ihm, neben seinen skurrilen Freunden, einen Vermisstenfall zu lösen und zum Helden zu werden.
Fauna und Flora Islands spielen eine große Rolle und Schnee, über den Schmidt so viel zu erzählen weiß, dass selbst ein Inuit aus Grönland neidisch würde.
Der Massai, der in Schweden noch eine Rechnung offen hatte von Jonas Jonasson
Skurrile Ideen, ein samtener Humor und ein untrügliches Gespür für seine Figuren, hinein bis in die kleinsten Details jeder Nebenfigur, das zeichnet Jonas Jonasson seit seinem Debüt und Welterfolg „Der Hundertjährige der aus dem Fenster stieg und verschwand“ aus. Nun geht er noch einen wunderbar respektlosen Schritt weiter und macht einen kenianischen Massai-Krieger zur Hauptfigur und die europäische Geldgier und Präpotenz – in Form eines schwedischen Galeristen, der für Geld über Leichen geht – mit Witz zu geißeln.
Das abenteuerliche Leben von Mary S. Lovell
Das abenteuerliche Leben / Eine Biographie von Richard & Isabel Burton
Richard Burton kennt man aus dem grandiosen Roman Der Weltensammler von Ilija Trojanow. Hier kommt nun die äußerst ausführliche Biographie von Mary S. Lovell, die von Alfred Goubran mit Liebe zum Detail übersetzt wurde. Interessant dabei ist, dass man auch nahezu alles über Isabel Burton erfährt, die ihren Mann auf unzählige Reisen begleitet hat und sein Vermächtnis ausgewählt weitertrug.
Authentisch, einfühlsam und mit gebührendem Respekt hat Mary S. Lovell ein mitreißendes Porträt zweier Leben verfasst.
Echo des Schweigens von Markus Thiele
Markus Thiele: Echo des Schweigens
Ein packender Justizkrimi, der diverse Grauzonen gut auslotet. Recht oder Gerechtigkeit, Gesetz oder Moral, und wie viel Berufsskandal verträgt eine Beziehung. Inspiriert von einem der großen Justizskandale Deutschlands, dem Fall Oury Jalloh in Dessau, breitet Markus Thiele seinen Fall rund um den Strafverteidiger Jansen aus, der einen Polizisten vertritt, der des Mordes an einem Asylbewerber angeklagt ist.
Für Leser von Schirach oder Schlink!
Grüner wird's nicht von Kathrin Hartmann
Kathrin Hartmann: Grüner wird’s nicht
Hartmann geht in ihrem Apell von bekannten Problemen der ökologischen Krise aus, setzt sie aber in interessante neue Kontexte und macht daher die Problematik anschaulich. Wohlhabende haben das höchste Umweltbewusstsein – und gleichzeitig den größten ökologischen Fußabdruck. Man nennt das „Klimabesorgte Klimasünder“.
Und das sind wir. Mal mehr, mal weniger. Es braucht noch mehr Bewusstsein dafür, das zeigt uns Kathrin Hartmann eindringlich.
Die sardische Hochzeit von Landau Grit
Grit Landau: Die sardische Hochzeit
Ein mitreißender, zeithistorisch interessanter Roman, mit einem Schuss Sardinienflair. Leo muss nach Sassari auf Sardinien flüchten, da er im Streit einen Faschisten getötet hat. Und das ist nicht gut im Jahre 1922, kurz vor der Machtergreifung Mussolinis.
Auch nicht gut ist, dass er sich dort in die eigenwillige Tochter eines Mussolini-Anhängers verliebt.
Die soll nämlich schon bald den Spross eines sardischen Pferdezuchtclans heiraten – und die Traditionen dieser Familie sind mörderisch!
The Doll Factory von Macneal Elizabeth
Elizabeth Macneal „The Doll Factory“
Ein Mann präpariert tote Tiere, eine Frau bricht aus, ein Künstler entdeckt die Liebe und die Lust. Aus diesen Zutaten hat die britische Schriftstellerin Elizabeth Macneal ihren Debutroman „The Doll Factory“ gemixt. Ihre Bühne ist das viktorianische London um 1850, als die erste Weltausstellung entsteht.
Eine Szenerie, die sich „am Schwellenstadium zwischen Schönheit und Grauen“ (S.29) befindet. Eine Welt, von der man als Leser nicht mehr lassen will. Macneals morbid-sinnlicher Sog ist unwiderstehlich.
Nachtleuchten von María Cecilia Barbetta
María Cecilia Barbetta „Nachtleuchten“
María C. Barbetta hat sich in die deutsche Sprache verliebt und das kann man lesen. Das alleine spricht schon für den neuen Roman. In ihren Geschichten entführt sie uns dennoch in ihre Heimat Argentinien. Genauer nach Buenos Aires, in das Einwanderungsviertel Ballester. Wie sich die Rückkehr von Peron darauf auswirkt, wie sein überraschender Tod und wie politische Spannungen das Land schier zerreißen, davon erzählt sie mit feinem Gespür für die Poesie des Alltags.
Eine Hommage an Argentinien als Einwanderungsland!











