Persönliche Lese- tipps
Ina Cassik empfiehlt:
Die Geschichte des Klangs von Ben Shattuck
Eine Liebe gegen die Konventionen
Wie schön, einmal im Leben die große Liebe zu erleben – und wie tragisch, wenn man nicht wagt, diese Liebe auszuleben! Lionel und David erleben genau das; Jahre später stößt Annie auf die Spuren dieser großen Liebe und nimmt dies zum Anlass, ihr Leben umzukrempeln.
Ergreifend!
Barbara Pritz empfiehlt:
Ein Mord im November - Ein Fall für DI Wilkins von Simon Mason
Exceedingly british!
Im Büro des Provosts der altehrwürdigen Universität von Oxford wird eine unbekannte Tote gefunden. Das unwiderstehliche Ermittlerteam Ray und Ryan Wilkins, die außer dem Nachnamen aber auch gar nichts gemeinsam haben, beginnt, jeder auf seine Weise, zu ermitteln. Nach anfänglichem gegenseitigen Unverständnis raufen sich die beiden im Laufe der Zeit zusammen und bilden nach und nach ein sich perfekt ergänzendes Good Cop-Bad Cop-Duo.
Das erste Buch dieser neuen Krimi-Reihe besticht durch ein stimmungsvolles Setting und originelle Dialoge, und auch filmreife Action-Szenen fehlen nicht. Die teilweise recht kauzigen Verdächtigen haben (fast) alle etwas zu verbergen, aber die Auflösung des Falles kommt dann doch überraschend.
Lesenswert und kurzweilig!
Melanie Winkler empfiehlt:
The Favourites von Layne Fargo
Wuthering Heights on Ice
Kat will als Eistänzerin ganz an die Spitze. Ihr größter Traum ist es eine olympische Medaille zu gewinnen, und zwar zusammen mit ihrem Partner Heath, den sie schon seit Kindertagen kennt und liebt. Wenn die beiden zusammen über das Eis gleiten, sprühen die Funken und die Gefühle, die sie verbinden, sind nicht zu übersehen.
Trotz finanzieller Schwierigkeiten, aber mit eisernem Willen ergattern sie einen Platz an der renommierten Lin Ice Academy und ihrer Karriere scheint nichts mehr im Weg zu stehen.
Doch in der glitzernden Welt des Eistanzes werden den beiden aufsteigenden Stars so einige Steine in den Weg gelegt. Inspiriert von Emily Brontes Roman „Wuthering Heights“ wartet auch diese Geschichte mit jeder Menge Leidenschaft, Drama und Intrigen auf. Ein absoluter Page-Turner für Fans von Taylor Jenkins Reid und Colleen Hoover!
Barbara Pritz empfiehlt:
Der Gott des Waldes von Liz Moore
Kriminell guter Gesellschaftsroman
Eines Nachts im Sommer 1975 verschwindet die Tochter einer reichen Bankiersfamilie aus dem Sommercamp in einem Wald in Neuengland. Die eingeleitete Suche bleibt erfolglos, bis einige Tage später Kleidungsstücke auftauchen. Hat der Sohn des Anwalts der Familie etwas mit dem Vermissten-Fall zu tun? Seltsame Koinzidenz: 15 Jahre davor verschwand der damals 8-jährige Bruder des Mädchens in demselben Wald unter mysteriösen Umständen, ohne dass jemals wieder eine Spur von ihm gefunden wurde.
Nach und nach entsteht beim Lesen ein facettenreiches Panorama der Gesellschaft. Der reichen Bankiersfamilie, in der seit Generationen die Männer das Sagen haben, gehört das ganze Naturschutzgebiet, in dem auch ihr Haus steht; sie werden unterstützt von einer ebenso reichen und ebenso patriarchalen Anwaltsfamilie. Der Camp-Leiter und seine Tochter, die von früher her enge freundschaftliche Bindungen zur Familie hatten, wurden nach einem Streit im Laufe der Zeit zu Angestellten degradiert; sie leben ebenfalls auf dem Gelände. Die aus schwierigen Verhältnissen stammende junge Frau, die als Betreuerin im Camp arbeitet und sich von der Beziehung zum Anwaltssohn Sicherheit erhofft, hat auch einige Geheimnisse. Nicht zuletzt die ermittelnde Beamtin: eine beherrschte junge Frau aus einer polnischen Einwandererfamilie, die sich in ihrem ersten eigenen Fall engagiert.
Die Autorin hat in diesem äußerst spannenden Roman zahlreiche komplexe Figuren geschaffen und legt, elegant versteckt, Spuren zu möglichen Verdächtigen und persönlichen Geheimnissen.
Kopf-Kino vom Feinsten mit überraschendem Finale!
Melanie Winkler empfiehlt:
Wir schreiben unsere Namen in den Wind von Picoult Jodi; Peschel Elfriede
War Shakespeare eine Frau?
England, 17. Jahrhundert: Emilia Bassano möchte nicht nur schreiben, sondern wünscht sich auch, dass ihre Worte von der Welt gehört werden. Doch als Frau im Elisabethanischen England kann sie diesen Traum nicht verwirklichen. Es sei denn, sie findet einen Mann, der sich als Autor ihrer Werke ausgibt.
Sein Name ist William Shakespeare.
New York, 21. Jahrhundert: Eine junge Dramatikerin reicht bei einem Wettbewerb ein Stück über ihre Vorfahrin Emilia Bassano ein - unter männlichem Pseudonym, um der Misogynie in der Theaterwelt ein Schnippchen zu schlagen. Es beginnt ein Verwirrspiel falscher Identitäten, das ihr bald über den Kopf zu wachsen droht.
Ein bewegender wie fesselnder Roman über zwei Frauen, die getrieben werden von ihrem Wunsch von der Welt gehört zu werden. Emilia Bassano war eine Anomalie ihrer Zeit und wird in diesem Roman facettenreich und ergreifend zum Leben erweckt. Jodi Picoult ist und bleibt eine Meisterin der Erzählkunst!
Barbara Pritz empfiehlt:
Der Tote in der Crown Row von Sally Smith
Cozy Brit-Crime
London 1901: im traditionsreichen Juristen-Viertel „The Temple“ zwischen Fleet Street und der Themse gehen unerhörte Dinge vor sich. Lord Chief Justice Dunning wird eines Morgens ermordet aufgefunden – das hat es in der 600-jährigen Geschichte dieses „Staates in der Stadt“ noch nie gegeben.
Er ist in Abendgarderobe, aber, was fast noch skandalöser ist, ohne Socken und Schuhe. Da die Polizei keine Ermittlungsermächtigung hat, wird Barrister Sir Gabriel Ward beauftragt, Informationen einzuholen. Ward, zusätzlich auch noch mit einem Urheberrechtsfall um ein Kinderbuch mit mysteriöser Autorin beschäftigt, kommt dabei Geheimnissen auf die Spur, die vielleicht besser nicht aufgedeckt worden wären... spannend bis zum Schluss!
Lebensklug erzählt in einer typisch britischen Kombination aus Selbstironie und Understatement von der Juristin Sally Smith, die ihr Berufsleben im Temple verbrachte und auch heute noch dort wohnt – ganz so wie ihr Protagonist. Wärmstens zu empfehlen!
Melanie Winkler empfiehlt:
Nackt von Jennifer Weist
Stark und unverblümt
In ihrem Memoir „Nackt“ packt Jennifer Weist richtig aus und erzählt ganz offen und schonungslos von verschiedenen Erfahrungen, die sie geprägt und zu der Frau gemacht haben, die sie heute ist. Sie berichtet unter anderem über sexuelle Gewalt, Machtmissbrauch in der Musikbranche und Anfeindungen aufgrund ihrer politischen Überzeugungen, für die sie sich immer lautstark einsetzt.
Es gelingt ihr auch schwierige Themen einfühlsam und reflektiert zu schildern und damit vielleicht auch anderen Betroffenen Mut zu machen. Sie gewährt tiefe Einblicke in ihr Privatleben und ihren Weg zur Polyamorie, ihren Umgang mit Drogen und ihr Dasein als Künstlerin.
Jennifer Weist zeigt sich authentisch und nahbar; sie schafft ein Buch, das sich nicht nur für eingefleischte Fans der Band Jennifer Rostock oder der Solokünstlerin Yaenniver zu lesen lohnt, sondern für alle, die an aktuellen gesellschaftlichen Debatten interessiert sind und eine starke Frauenstimme hören wollen.
Ina Cassik empfiehlt:
Es werden schöne Tage kommen von Zach Williams
Kafka meets Twin Peaks
Zurecht mit Lobeshymnen überhäuft: Grandiose Short Stories über Amerika, das Unbehagen in der Gesellschaft und das Lebensgefühl unserer Zeit. So etwas hat man garantiert noch nie zuvor gelesen, brillant und absolut unvergleichlich!
im Shop ansehen weitere Empfehlungen von Ina CassikIna Cassik empfiehlt:
Drei Wochen im August von Bußmann Nina
Psychologische Abgründe vor idyllischem Hintergrund
Zwei Frauen fahren gemeinsam in ein Sommerhaus. Während die ausgedörrte Natur in Flammen steht, schleichen sich Misstrauen und Disharmonie in die Freundschaft ein. Als eine Tochter verschwindet, eskaliert die Situation.
Sehr atmosphärisch erzählt, toller psychologischer Spannungsroman!
Barbara Pritz empfiehlt:
Winston Churchill von Augstein Franziska
Keine Hagiografie!
Der ehemalige Hitler-Bewunderer Churchill warnte schon früh vor der Aggressivität Nazi-Deutschlands und stellte ab diesem Zeitpunkt ein Gegengewicht zur Appeasement-Politik von Chamberlain dar. Der Militarist Churchill beging im 1. und auch im 2.Weltkrieg nicht unerhebliche strategische Fehler, wodurch sein Ruf litt und er sich für einige Zeit in sein Landhaus zurückzog, um zu schreiben und zu malen.
Als Mitglied der aristokratischen Elite mit entsprechendem Klassenbewusstsein ausgestattet, zögerte er nicht, im Arbeitskampf walisischer Bergleute um bessere Löhne und Lebensbedingungen die Armee zu Hilfe zu holen. Der Renaissancemensch Churchill befürwortete zwar die Bombardierung ziviler Ziele in Deutschland während des Krieges, war aber gleichzeitig den Tränen nahe, als Dresden zerstört wurde. Und sein Interesse an technologischen Neuerungen ließ ihn nicht davor zurückschrecken, den Einsatz von Chemie- und Atomwaffen in Erwägung zu ziehen. Gleichzeitig galt er, der Anhänger des Kolonialismus, als Vordenker der EU und war beteiligt an der Umwandlung des britischen Empire in ein Commonwealth of Nations.
Man sieht: Die Liste der Licht- und Schattenseiten dieser widersprüchlichen Persönlichkeit ist lang.
Als kämpferischer (eher als als kampferprobter) Mensch war er in den Kriegsjahren mit seinen berühmten Reden zur richtigen Zeit am richtigen Ort, um den Zusammenhalt und das Durchhaltevermögen seiner Landsleute zu befeuern.
Eine erhellende und hochgelobte Biografie des wohl berühmtesten Tories, der als Kind des kolonialen viktorianischen Zeitalters nie die Vorzüge des demokratischen Parlamentarismus in Frage stellte.











