Persönliche Lese- tipps
Robert Renk empfiehlt:
Die sardische Hochzeit von Landau Grit
Grit Landau: Die sardische Hochzeit
Ein mitreißender, zeithistorisch interessanter Roman, mit einem Schuss Sardinienflair. Leo muss nach Sassari auf Sardinien flüchten, da er im Streit einen Faschisten getötet hat. Und das ist nicht gut im Jahre 1922, kurz vor der Machtergreifung Mussolinis.
Auch nicht gut ist, dass er sich dort in die eigenwillige Tochter eines Mussolini-Anhängers verliebt.
Die soll nämlich schon bald den Spross eines sardischen Pferdezuchtclans heiraten – und die Traditionen dieser Familie sind mörderisch!
Maria Leitner empfiehlt:
Darüber reden wir später von Cornelia Achenbach
Cornelia Achenbach: Darüber reden wir später
Als ihr Mann ins Koma fällt, beginnt Margret, ihr ruhiges Leben zu hinterfragen. Durch die Tagebücher ihrer Mutter und das plötzliche Auftauchen ihrer Schwester bekommt sie neue Einsichten in ihre Familie und die Liebe. Einfühlsam und emotional erzählt Cornelia Achenbach die Geschichte einer Frau, die sich plötzlich mit ihren Entscheidungen, ihren Beziehungen und ihrem ganzen Leben auseinandersetzen muss.
Ein trauriges, aber auch wunderschönes Buch.
Helena Töchterle empfiehlt:
China am Ziel! Europa am Ende? von Christoph Leitl
Christoph Leitl: China am Ziel! Europa am Ende?
Christoph Leitl, ehemaliger Präsident der WKO, wagt einen Ausblick nach 2049 – das Jahr des 100. Geburtstags der Europäischen Union. Wie wird Europa dann im globalen Vergleich wirtschaftlich dastehen? China befindet sich aktuell auf direktem Weg an die Spitze der Weltwirtschaft und Europa hinkt nach.
Leitl zeigt auf, wie es dazu gekommen ist, und findet neue und vor allem mutige Wege, wie Europa sich durch den Fokus auf individuelle Stärken auch weiterhin als Global Player positionieren kann.
Berlin–Linz von Tarek Leitner
Tarek Leitner: Berlin–Linz
Wenn ein bekannter Fernsehmann wie Tarek Leitner ein Buch schreibt, dann erweckt das jedenfalls Neugierde. Als Leser ist man gespannt, was er uns über seinen Vater zu erzählen weiß, der zweimal – 1939 und 1945 – von Berlin nach Linz gefahren ist. Anhand scheinbar belangloser Episoden lernt man mehr über die Zeit des kurzen 1000-jährigen Reiches als aus den zahllosen Nazidokus in den dritten deutschen Fernsehprogrammen.
Und gut geschrieben ist das Buch auch. Eine Entdeckung!
Eric Clapton von Peter Kemper
Peter Kemper: Eric Clapton – Ein Leben für den Blues
„Dann wurde Eric Gott. Bis heute versucht er, sich davon zu erholen.“ – Keith Richards
Eric Clapton, der am 30. März seinen 75. Geburtstag feiert, ist untrennbar mit dem Blues verbunden. Peter Kempers Biographie lässt seinen beeindruckenden Werdegang Revue passieren und zeigt auch viele Hintergründe.
Ein spezielles Augenmerk richtet der Autor auf das große musikalische Vorbild Claptons, den sagenumwobenen Gitarristen Robert Johnson. Bewegend nicht nur für Gitarristen und Musiker …
Herzland von Téa Obreht
Téa Obreht: Herzland
In Arizona Ende des 19. Jahrhunderts kämpft Nora inmitten von Dürre und Einsamkeit ums Überleben ihrer Familie. Und doch ist „Herzland“ kein Siedlerroman. Der Outlaw Lurie verdingt sich auf der Flucht als Kamelführer für die U.S. Army. Und doch ist der Roman kein Western. Beide Figuren verbindet ihre enge Beziehung zu Toten, die wunderbare Landschaft und die Geschichte des amerikanischen Südwestens nach dem Krieg mit Mexiko.
Spannend vermischt Téa Obreht Fakten und Fiktion, Magisches und Realität.
Robert Renk empfiehlt:
The Doll Factory von Macneal Elizabeth
Elizabeth Macneal „The Doll Factory“
Ein Mann präpariert tote Tiere, eine Frau bricht aus, ein Künstler entdeckt die Liebe und die Lust. Aus diesen Zutaten hat die britische Schriftstellerin Elizabeth Macneal ihren Debutroman „The Doll Factory“ gemixt. Ihre Bühne ist das viktorianische London um 1850, als die erste Weltausstellung entsteht.
Eine Szenerie, die sich „am Schwellenstadium zwischen Schönheit und Grauen“ (S.29) befindet. Eine Welt, von der man als Leser nicht mehr lassen will. Macneals morbid-sinnlicher Sog ist unwiderstehlich.
Robert Renk empfiehlt:
Nachtleuchten von María Cecilia Barbetta
María Cecilia Barbetta „Nachtleuchten“
María C. Barbetta hat sich in die deutsche Sprache verliebt und das kann man lesen. Das alleine spricht schon für den neuen Roman. In ihren Geschichten entführt sie uns dennoch in ihre Heimat Argentinien. Genauer nach Buenos Aires, in das Einwanderungsviertel Ballester. Wie sich die Rückkehr von Peron darauf auswirkt, wie sein überraschender Tod und wie politische Spannungen das Land schier zerreißen, davon erzählt sie mit feinem Gespür für die Poesie des Alltags.
Eine Hommage an Argentinien als Einwanderungsland!
Robert Renk empfiehlt:
Der Wassertänzer von Coates Ta-Nehisi
Ta-Nehisi Coates „Der Wassertänzer“
Ein Leben in Ketten, das kennt Hiram Walker, genannt Hi, und das hat er vor sich. Er ist zwar belesen und gebildet, da der Plantagenbesitzer sein Vater ist, dennoch wurde seine Mutter verkauft und er bleibt Sklave. Doch sie hat ihm eine besondere Gabe vererbt, die ihm vor dem Ertrinken rettet und Hi beschließt endlich zu fliehen.
Ein sprachlich wuchtiger Roman über Selbstermächtigung und das – noch immer währende – dunkle Kapitel der USA.
Ein Leseerlebnis zwischen Colson Whitehead & James Baldwin. Nicht versäumen!
Robert Renk empfiehlt:
Putzt euch, tanzt, lacht von Karin Peschka
Karin Peschka „Putzt euch, tanzt, lacht“
Es beginnt mit einem stillen Ausbruch. Fanni, die wir schon aus einem früheren Roman von Karin Peschka kennen, lässt mit 57 ihr altes Leben zurück. Das Gefühl, in einem normalen, festgefahrenen Leben einbetoniert zu sein, lässt sie ausreisen. Sie trifft ihre Jugendliebe, schließt neue Freundschaften und landet in einer ungewöhnlichen Wohngemeinschaft auf einer Pinzgauer Alm.
Ein intensiver, lebensechter Roman mit untergründigem Humor und gekonntem Sprachwitz! Unbedingte Leseempfehlung!











