Persönliche Lese- tipps
Aus der Dunkelheit strahlendes Licht von Petina Gappah
Aus der Dunkelheit strahlendes Licht
Der schottische Afrikaforscher David Livingstone hat eine Vision: Er will den Ursprung des Nils entdecken. Drei mehrjährige Reisen unternimmt er und stirbt schließlich 1873 in Bangweulu. Seine 69 Lastenträger und DienerInnen tragen seinen Leichnam quer durch Afrika bis in die 1.500 Meilen entfernte Küstenstadt Bagamoyo.
Diese Reise ist die abenteuerlichste, dauert 285 Tage, kostet 10 Menschen das Leben und wird von Petina Gappah (geboren in Simbabwe, studiert in Cambridge und Graz) extrem kundig und fesselnd erzählt. Beeindruckend.
Robert Renk empfiehlt:
Kurze Anleitung zur Rettung der Erde Wofür wir heute kämpfen müssen von Dion Cyril
Kurze Anleitung zur Rettung der Erde
Cyril Dion kennt man eventuell von seinem Dokumentarfilm »Tomorrow - Die Welt ist voller Lösungen« (2015). Nun legt er ein Handbuch für ein umweltverträgliches und erfüllendes Leben vor. Darin enthalten sind u.a. viele Vorschläge für kleine Taten die man im Kollektiv oder als Einzelner umsetzen kann, um dem Klimawandel und Artensterben entgegenzuwirken.
Auch was auf politischer Ebene passieren sollte zeigt der Schriftsteller, Regisseur und Aktivist auf.
Ein Jahr voller Wunder von Clemency Burton-Hill
Ein Jahr voller Wunder
Sie suchen das perfekte Buch für Liebhaber*innen klassischer Musik oder solchen, die es noch werden wollen? Hier ist es! Eine Playlist in Buchform. Die renommierte Geigerin und beliebte Moderatorin Clemency Burton-Hill hat ihre Lieblingsstücke zu einem persönlicher Musikführer in Kalenderform zusammengestellt.
In Tagesportionen abgepackt teilt sie Hintergrundwissen über bekannte wie unbekannte Musikstücke, die sich spätestens nach der Lektüre in unsere Herzen einspielen.
Solenoid von Mircea Cartarescu
Solenoid
Eine ausgehebelte Autobiografie. Der Lehrer, der es nie zum Autorentum geschafft hat und auf sein Leben und Scheitern zurückblickt, beginnt nach dem Kauf eines Hauses in einem verruchten Viertel eine verrückte Reise. Darin spielt der Solenoid, eine Art riesige Magnetspule, eine wichtige Rolle, die sich im Keller befindet.
Das außergewöhnliche daran: Sie funktioniert umgekehrt und hebt alles, das in ihre Nähe gerät in die Höhe. Mircea Cărtărescus Schreibstil erinnert an Borges, Cortázar oder Kafka – an die ganz Großen der Weltliteratur.
Robert Renk empfiehlt:
Der zweite Schlaf Roman. Gebunden. von Harris Robert
Der zweite Schlaf
England ist nach einer lange zurückliegenden Katastrophe in einem erbärmlichen Zustand. Der junge Priester Fairfax wird vom Bischof in ein Dorf entsandt, um dort das Begräbnis des mysteriös verstorbenen Pfarrers zu regeln. In der Umgebung finden sich besonders häufig jene verbotenen Artefakte aus vergangener Zeit - Münzen, Scherben, Plastikspielzeug -, die der Pfarrer akribisch gesammelt hat.
Hat diese ketzerische Leidenschaft zu seinem Tod geführt? Harris gibt sich dystopisch, erzählt aber klar auch vom Hier & Jetzt.
Das Versprechen des Bienenhüters von Lefteri Christy
Das Versprechen des Bienenhüters
Der Bienenhüter Nuri lebt im syrischen Aleppo. Durch einen Bombenanschlag wird sein Sohn Sami getötet, Nuris Ehefrau Afra erblindet. Das Ehepaar begibt sich auf eine gefährliche Flucht nach England. Die Trauer um ihren Sohn und die verlorene Heimat, der herzzerreißende Kampf um ihre Liebe und die schrecklichen Erlebnisse gehen tief unter die Haut.
Zwischen den Zeilen rufen die Stimmen der vielen Flüchtlinge, welchen Christy Lefteri - in einem Lager für Geflüchtete - zugehört und geholfen hat.
Robert Renk empfiehlt:
Das Böse von Reinhard Haller
Das Böse
Nach der Kränkung geht Haller einen gewaltigen Schritt weiter und befasst sich mit dem Bösen. Das tut er persönlich ja schon seit Jahren. Tagelang saß er im Gefängnis Schwerstverbrechern gegenüber: Sexualmörder und Serienkiller, Terroristen, Räuber und Kinderschänder, alte NS-Verbrecher und junge Amokläufer.
Unterweger und Fuchs lassen grüßen. Dieses Buch leuchtet nicht nur die Abgründe des Bösen aus, sondern gibt neue Impulse für die gesellschaftliche Debatte über Verbrechen und Bestrafung.
Robert Renk empfiehlt:
Tod auf Bewährung von Kathrin Schwarzenbacher
Tod auf Bewährung
Wenn der Horror des Lebens gleich doppelt kommt. Mit 27 bekommt Kathrin Schwarzenbacher die Diagnose Krebs. Bösartig. „In diesem Moment wünschte ich mir nichts sehnlicher, als dreißig Jahre alt zu werden.“ Nach mehreren Zyklen aggressiver Chemos stellt sich plötzlich heraus, alles – von Anfanfg an – eine Fehldiagnose!
Schwarzenbacher schreibt sehr persönlich über ihr Schicksal und deckt dabeiTeile des selbst erkrankten Gesundheitssystems auf.
Robert Renk empfiehlt:
Die Reise in den Westen, 2 Bde. von Cheng'en Wu
Die Reise in den Westen
Selten stürzte ein Kunde so freudig in die Buchhandlung: „Er möchte unbedingt das Buch in der Auslage; unglaublich, dass es das nun auf deutsch gibt. Als Kind habe er es verschlungen, nun sollen es seine Kinder auch lesen dürfen“. Seine Kindheit hat er in China verbracht. Dass seine Kinder „Die Reise in den Westen“ auf deutsch lesen können, verdanken wir dem Reclam Verlag.
Das Werk liegt nun illustriert und zweibändig vor. Lies und erkenne die Geschichte Chinas; eine literarisch-kulturelle Empfehlung.
Robert Renk empfiehlt:
BERGmenschen von Michael Ruhland
BERGmenschen
Ein interessantes Potpourri an „Bergmenschen“ hat Michael Ruhland, Chefredakteur von Bergsteiger, in diesem Band versammelt. Dass man hier auf die alten Haudegen Reinhold Messner, Hans Kammerlander oder Gerlinde Kaltenbrunner trifft war klar. Aber auch die Hörbuchstimme der Nation, Rufus Beck, ist wohl ein Bergmensch.
33 Bergmenschen hat Ruhland getroffen und sehr persönliche
Gespräche über ihre Bergsucht geführt. Unterhaltsame
Interviews, bereichert durch außergewöhnliche Porträtfotos von Christoph Jorda.











