Persönliche Lese- tipps
Andrea Scheiber empfiehlt:
Der Fremde aus Paris von Hammad Isabella
1914 reist der junge Palästinenser Midhat nach Frankreich um dort Medizin zu studieren, und somit fängt sein Geschichte an. Er verliebt sich, heiratet, aber fühlt sich nicht zuhause. Kehrt nach einigen Jahren wieder nach Palästina, wo er sich auch fremd vorkommt. Fesselnd von Anfang an und detailliert erzählt die junge Autorin über das Leben zwischen den Kulturen, Verrat an Liebe, ein großes Land im Umbruch, Zeitgeschichte, die uns heute noch prägt.
Ein lebendiger historischer Roman.
Der Halbbart von Charles Lewinsky
Geschichten waren mächtig in einer Zeit, als Engel und Teufel ganz gegenwärtig waren, man Hexen verbrannte und Kinder nicht zur Schule gingen. So wie der Erzähler Sebi, ein Träumling mit gutem Gedächnicht für Wörter. Als der geheimnisvolle Halbbart auftaucht, bricht die Geschichte in das enge Schweizer Dorf ein.
Niemand kann sich ihr entziehen, auch Sebi nicht, der lieber beobachtet als mitmacht und erfahrn muss, dass eine Geschichte, die oft genug erzählt wird, zur Wahrheit gerinnt. Sehr aktuell!
Malé von Roman Ehrlich
Die Malediven sind längst untergegangen. Frustrierte Westler haben sich dennoch die ausgezählte Hauptstadt Malé zum Paradies auserkoren: eine Versuchsanstalt für Utopie mitten im indischen Ozean. Fern von allen gescheiterten Ideologien scheint ein Neuanfang möglich. Der Schein jedoch trügt, die reine Idylle ist auch hier nicht zu haben.
Sehnsucht und Scheitern, lakonisch kühl erzählt: nichts für zartbesaitete Seelen, viel für jene, denen „dass Schöne nichts als des Schrecklichen Anfang ist“
Maria Leitner empfiehlt:
Wenn die Nebel flüstern, erwacht mein Herz von Kathrin Lange
In der Hoffnung, ihre vor fünf Jahren spurlos verschwundene Schwester Alice wiederzufinden, folgt Jessa einem mysteriösen Hinweis. Dieser führt sie zum verfallenen Herrenhaus High Moor Grange und den beiden Brüdern, die dort leben – aber nicht zu Alice. Anstatt ihre Schwester zu finden, gerät Jessa dort in die Fänge desselben jahrhundertelangen Fluchs, dem schon Alice zum Opfer fiel.
.. Eine düstere, atmosphärische Neuerzählung von „Die Schöne und das Biest“, die sofort in ihren Bann zieht!
Helena Töchterle empfiehlt:
Russland und wir von Hugo Portisch
Russland und wir / Eine Beziehung mit Geschichte und Zukunft
Hugo Portisch zählt zu den bedeutendsten Journalisten Österreichs und erarbeitet hier seine Perspektive auf Russland und seine komplizierte Geschichte, das ebenso komplizierte Verhältnis zu Europa und die Zukunftsperspektiven. Denn bestehen kann man im internationalen Wettbewerb nur gemeinsam. Portisch gelingt eine einzigartige Darstellung eines schwierigen aber durchaus chancenreichen Verhältnisses.
Er schafft es, das historisch gewachsene Russland für Europäer begreifbar zu machen.
Maria Leitner empfiehlt:
Meine dunkle Vanessa von Kate Elizabeth Russell
Meine dunkle Vanessa
Vanessa ist 15, als sie zum ersten Mal mit ihrem Englischlehrer schläft. Als dieser 17 Jahre später von einer ehemaligen Schülerin wegen sexuellen Missbrauchs angezeigt wird, soll auch Vanessa gegen ihn aussagen. Doch sie ringt mit sich – Wie kann das, was sie damals hatten, Missbrauch gewesen sein, wo sie doch in ihn verliebt war? War sie nun seine Geliebte oder sein Opfer? Ein faszinierender, verstörender und unglaublich wichtiger Pageturner, der unter die Haut geht.
Robert Renk empfiehlt:
Das abenteuerliche Leben von Mary S. Lovell
Das abenteuerliche Leben / Eine Biographie von Richard & Isabel Burton
Richard Burton kennt man aus dem grandiosen Roman Der Weltensammler von Ilija Trojanow. Hier kommt nun die äußerst ausführliche Biographie von Mary S. Lovell, die von Alfred Goubran mit Liebe zum Detail übersetzt wurde. Interessant dabei ist, dass man auch nahezu alles über Isabel Burton erfährt, die ihren Mann auf unzählige Reisen begleitet hat und sein Vermächtnis ausgewählt weitertrug.
Authentisch, einfühlsam und mit gebührendem Respekt hat Mary S. Lovell ein mitreißendes Porträt zweier Leben verfasst.
Andrea Scheiber empfiehlt:
Kingsbridge - Der Morgen einer neuen Zeit von Ken Follett
Kingsbridge - Der Morgen einer neuen Zeit
Mit der Vorgeschichte zu Die
Säulen der Erde führt uns Ken
Follett ins tiefste Mittelalter,
als drei mächtige Gruppen
um die Herrschaft kämpften,
Angelsachsen, Wikinger und
die Normanen. Edgar, der auf
seine Geliebte wartet, entdeckt
als Erster die Drachenboote,
die Tod und Verderben bringen.
Während andere ums Überleben
kämpfen, streiten andere um
Macht und Reichtum, auch der
skrupellose Bischof. Sklavengesellschaft
und starke Frauen
werden sehr gut dargestellt,
auch wunderschöne Illustrationen
bietet der Roman.
Long Bright River von Liz Moore
Liz Moore: Long Bright River
Kensington, das Drogenviertel Philadelphias, ist das Revier der Schwestern Mickey und Kacey. Während Mickey als Cop durch die Straßen patrouilliert, steht dort die drogensüchtige Kacey und wartet auf Freier. Doch dann werden Frauen ermordet und Kacey verschwindet. Mickeys Suche nach ihrer Schwester wird eine Reise in eine Vergangenheit voller Lügen und in die korrupte Welt der Polizei.
Ein wunderbarer Roman, so trist und wunderschön zugleich wie Springsteens Ballade Streets of Philadelphia.
Pandatage von James Gould-Bourn
James Gould-Bourn: Pandatage
Hinter „Panda Tage“ verbirgt sich die Geschichte des alleinerziehenden Vaters Danny. Seine Frau starb bei einem Unfall. Der gemeinsame Sohn Will weigert sich seitdem zu sprechen und zieht sich immer weiter zurück. Danny versucht alles, um seinen Sohn wieder glücklich zu sehen, auch wenn es ihm selbst nicht allzu gut geht.
Ein Pandakostüm als Seelenrettung für den Sohn als auch für den Vater. Eine berührende und humorvolle Hommage an die Liebe zwischen Vater und Sohn, die beim Leser Spuren hinterlässt.











