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Persönliche Lese- tipps

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Neun seltsame Frauen von Daniela Chana

Neun seltsame Frauen

Dieser Band hat etwas zu
sagen: Zwischen Prekariat und
Magie erzählt Daniela Chana
neun Frauenschicksale. Jede
Geschichten hat dabei keine
Geringere als eine der neun
Musen zur Patin. Dabei lässt sie
weder das Alltägliche noch das
Surreale aus. Selten ist so ein
Sprachwitz in Verbindung mit
Sprachbewusstsein zu erleben
wie in den Werkes Chanas.

Doch Achtung: Diese Sprache
hat Suchtcharakter schon nach
dem ersten Satz und eine lange
Nachwirkzeit!

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Neun seltsame Frauen
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Wir bleiben noch von Daniel Wisser

Wir bleiben noch

Mit vierzig stellt Victor Jarno
das Leben noch einmal auf
die Probe. Sein sozialdemokratischer
Hintergrund und sein
Hang zum Geschichtenerzählen
bringen ihn Familien- und beziehungstechnisch
nicht gerade
weiter. Einen Wendepunkt markiert
der Tod seiner Urlioma.
Das damit verbundene Erbe –
ein Haus in Hollabrunn – sowie
die Rückkehr seiner großen
Liebe, die blöderweise auch
seine Cousine ist, stellen Victor
vor neue Herausforderungen.

Ein humorvoller wie kluger
Roman. Frisch und spannend
erzählt

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Wir bleiben noch
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Die Beichte einer Nacht von Marianne Philips

Die Beichte einer Nacht

Das nächtliche Gespräch der
Insassin einer Nervenklinik
gerät zur Lebensbeichte. Der
Roman war eigentlich als Therapie
für die Autorin gedacht
und hat deswegen auch etwas
einzigartig Unmittelbares und
Ehrliches. Auch wenn er en gros
fiktiv ist (Mord an der jüngeren
Schwester), ist er en detail von
eigenen Erfahrungen geprägt
(Arbeit in einer Schneiderei,
längere Aufenthalte in der
Klinik).

Mit Die Beichte einer
Nacht macht der Diogenes-Verlag
einen vergessenen Klassiker
der niederländischen Literatur
zugänglich.

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Die Beichte einer Nacht
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Über Berge, Menschen und insbesondere Bergschnecken von Anaïs Meier

Über Berge, Menschen und insbesondere Bergschnecken

Anaïs Meier bringt in 13 Kurzgeschichten
gerne Verschwiegenes
unverblümt zur Sprache.
Sie macht aber auch das Gegenteil
davon. Sie schreibt über die
größten Schweiz-Klischees und
weidet diese genussvoll aus, ist
dabei aber immer sprachlich
eigenwillig anders und erfreulich
komisch. Das ist Satire,
die manchmal im Kleid einer
Reportage, mal in Form eines
analytischen Kommentars,
dann wieder als Persiflage einer
literaturwissenschaftlichen
Arbeit daherkommt und immer
überrascht und unterhält.

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Über Berge, Menschen und insbesondere Bergschnecken
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Reise mit zwei Unbekannten von Brisby Zoe

Reise mit zwei Unbekannten

Die Romane Der Hundertjährige,
der aus dem Fenster stieg
und verschwand und Tschick
haben wohl als Grundlage
für dieses Buch gedient,denn
Brisby steckt eine alte Frau,
die trotz ihrer optimistischen
Lebenshaltung sterben will, und
einen vor Liebeskummer depressiven
jungen Mann in einen
Renault Twingo und schickt
sie von Paris nach Brüssel.

Da
die alte Dame vom Seniorenheim
ausgebüxt ist, wird sie
von der Polizei gesucht. Das
Abenteuer beginnt. Ein Buch
voller Lebensweisheiten und
Situationskomik.

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Reise mit zwei Unbekannten
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Der letzte Mensch von Mary Wollstonecraft Shelley

Der letzte Mensch

Was für eine Autorin! Mit
Frankenstein (1818) hat sie nicht
nur den Horrorroman mitbegründet
und genial die Dualität
des technischen Fortschritts
behandelt, nun lernen wir, dass
sie auch für die erste Dystopie
der Weltliteratur verantwortlich
ist! Noch dazu ein Pandemieroman,
denn im 21.

Jahrhundert
breitet sich über Griechenland
eine neue Pest aus – mit
verheerenden Auswirkungen
auf Menschheit, Politik und
Wirtschaft. Mehr up to date
kann man wirklich nicht sein,
wenn man 1797 geboren wurde.
Großartig!

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Der letzte Mensch
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Bogners Abgang von Hans Platzgumer

Bogners Abgang

Ein Unfall in der Innsbrucker
Leopoldstraße, ein verletzter
Fußgänger und eine Fahrerflucht:
Hans Platzgumer setzt
in seinen Romanen gern
existenzielle Fragen in Szene.
In Bogners Abgang dreht sich,
ausgehend von dem nächtlichen
Zusammenstoß, alles um Begriffe
wie Schuld und Einstehen
für persönliches Versagen.

Wird
Bogner, Typ „gescheiterter, sich
unverstanden fühlender Künstler“,
die Verantwortung für sein
Tun übernehmen? Platzgumer
fordert seine Leser*innen zum
Mit- und Nachdenken auf.

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Orangen für Dostojewskij von Michael Dangl

Orangen für Dostojewskij

„Was hatte ihm das Schicksal
in den letzten vierundzwanzig
Stunden in die Hände gelegt,
dachte Dostojewskij … Vom
Größten der Musikzunft zu
einer Zusammenarbeit eingeladen“.
Die angedachte Casanova-
Oper hat es nie gegeben,
aber möglich wär’s schon: Hier
trifft der große Schwermütige
jedenfalls auf den großen
Lebenslustigen, Rossini, und die
lichtdurchflutete Serenissima,
Venedig.

Sie werden für ihn
Lebensquell und Jungbrunnen.
Historischer Roman und
Künstlerbiographie in einem:
grandios!

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Junischnee von Ljuba Arnautovic

Junischnee

Arnautovic erzählt die Geschichte
ihres Vaters. Eines
Lebens, das von politischen
Verfolgungen und der Suche
nach Liebe und den Wurzeln
geprägt ist. Der Vater ist ein
Kind, das trotz allem überlebt
und dabei wie vergessenes Brot
verhärtet. Nüchtern skizziert
Arnautovic Krieg, Folter, Gulag
und Verschleppung mit Hilfe
von Briefen und Verhören, um
eine Seite weiter mit poetischen
Beschreibungen des Nachkriegs-
Wiens und der russischen
Stadt Kursk zwischen 1900 und
1960 sich in Hirn und Herz zu
brennen.

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Junischnee
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Das Damengambit von Walter Tevis

Das Damengambit

Durch die neue Netflix-Serie
ist die Schach spielende Beth
Harmon jetzt weltweit bekannt.
Der Autor, der sie erfunden
hat, erlebt eine kleine Renaissance.
Und das ist gut so.
Nicht nur, dass er Autor von
sechs Romanen ist, von denen
mehrere hochkarätig verfilmt
wurden (Die Haie der Großstadt
mit Paul Newman, Die Farbe
des Geldes mit Tom Cruise, Der
Mann, der vom Himmel fiel mit
David Bowie), er kann auch
über Schachpartien so schreiben,
dass sie selbst für Nicht-
Schachspieler*innen enorm
spannend zu lesen sind.

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Das Damengambit