Persönliche Lese- tipps
Steine schmeißen von Sophia Fritz
Steine schmeißen
Eine Silvesternacht in Wien.
Anna ist erst vor kurzem mit
Alex nach Wien gezogen.
Alex die Jugendliebe, Alex
mit dem sie Hochzeitsplänen
geschmiedet hatte, Alex der
einen Cut gebraucht hatte.
Davon, dass die Beziehung in
die Brüche gegangen ist, es wohl
keine Traumhochzeit geben
wird, darüber bewahrt Anna
Stillschweigen.
Zwiebelhaut
um Zwiebelhaut seziert Sophia
Fritz die Hürden des Menschseins,
erschüttert wird die
drogendurchzechte Silvesterfeier
vom Erscheinen eines
ungebetenen Gastes. Ein
großartiges Kammerspiel!
Andrea Scheiber empfiehlt:
Die Leuchtturmwärter von Emma Stonex
Die Leuchtturmwärter
Zwanzig Jahre nachdem drei
Leuchtturmwärter spurlos verschwunden
sind, vor der Küste
Cornwalls in einer Silvesternacht,
recherchiert eine junge
Journalistin den Vorfall. Sie besucht
deren Frauen und möchte
näheres in Erfahrung bringen.
So tauchen immer wieder neue
Fragen auf und man wird in die
Geschichte hineingezogen die
auch eine mystische Atmosphäre
hat.
Die Protagonisten werden
einem mit all ihren guten
und schlechten Seiten näher
gebracht. Abschließend noch,
es beruht auf einer wahren Begebenheit.
Robert Renk empfiehlt:
Die tristen Tage von Coney Island von Stephen Crane
Die tristen Tage von Coney Island
Stephen Crane gilt als einer
der Wegbereiter der modernen
amerikanischen Literatur.
Seine Geschichten sind gerade
deshalb so authentisch und mitreißend,
weil er als Abenteurer
und Kriegsreporter viel davon
selbst erlebt hat. Zwölf von
Cranes wichtigsten Erzählungen
sind nun in diesem Band
versammelt.
Die meisterhafte
Darstellung eines Schiffbruchs
in Das offene Boot und die in
Nebraska angesiedelte Geschichte
Das blaue Hotel zählen
zu den Meisterwerken der Weltliteratur.
Robert Renk empfiehlt:
In allen Punkten von Helmut Wlasak
In allen Punkten
Helmut Wlasak ist Strafrichter
und weiß aus Erfahrung:
Geschieht etwas gänzlich
Unvorhergesehenes, können
Menschen zu Reaktionen fähig
sein, die sie sich selbst niemals
zugetraut hätten. So taucht er
in verschiedene True-Crime-
Geschichten, in denen er bei
versuchtem Mord, islamistischem
Terrorismus, häuslicher
Gewalt, Drogendeals, Einbrüchen
und Betrug auch in die
Abgründe menschlicher Schicksale
taucht.
Der Ferdinand von
Schirach aus Graz.
Andrea Scheiber empfiehlt:
Der Weg nach Hause Roman. 30.08.2021. Hardback. von Lundberg Sofia
Der Weg nach Hause
Sommer auf Gotland: Es ist
der 12. August 2019, als ein
Anruf aus Paris Violas Leben
verändert, die dort mit ihrer
Familie lebt. Sie sagt Lebewohl,
ich werde sterben. So vieles ist
ungeklärt – warum sie damals
ohne ein Wort verschwunden
ist, sie waren doch wie Geschwister.
Viola macht sich auf
den Weg, um sie zu suchen.
Sehr berührender Roman einer
Frauenfreundschaft, mit Charakteren
die authentischer nicht
sein könnten.
Mein Lieblingstier heißt Winter von Ferdinand Schmalz
Mein Lieblingstier heißt Winter
Der ahnungslose Tiefkühlkostlieferant,
genannt Franz
Schlicht, stellt sich seinem
bislang absurdesten Kundenwunsch.
Soll er doch den
gefrorenen Leichnam des
bekennenden Rehragoutliebhabers
Dr. Schauer an eine
hübsche Stelle in der Natur
transferieren. Doch als er zur
Tat schreiten will, fehlt vom
Leichnam jede Spur.
Der
Debütroman des Dramatikers
Ferdinand Schmalz besticht
nicht nur mit skurriler Handlung
sondern auch der unverwechselbaren
Rhythmik die den
gesamten Text durchdringt. Ein
köstlicher Krimispaß für alle
Sprachverliebten.
Kairos von Jenny Erpenbeck
Kairos
„Alles war so gekommen, wie es
hatte kommen müssen.“ – Eine
zufällige Begegnung Ende der
achtziger Jahre in Ostberlin
zwischen der jungen Katharina,
Setzerlehrling, 1967 geboren
und dem verheirateten Schriftsteller
Hans, Jahrgang 1933;
zusammengezählt ergeben ihre
Geburtsjahre 100, die zu Kairos,
zum entscheidenden Augenblick
für beide wird.
– Stringent und
präzise, mit einer sehr eindrücklichen
Sprache, erzählt Jenny
Erpenbeck von dieser so
scheinbar ungehörigen Liebe.
Andrea Scheiber empfiehlt:
Wenn ich wiederkomme von Marco Balzano
Wenn ich wiederkomme
Ein brisantes Thema, das
Marco Balzano in seinen neuen
Roman anspricht. Rumänien –
Familie Matei ist nicht wohlhabend,
die finanzielle Situation
ist sehr schlecht, da beschließt
die Mutter als Pflegekraft nach
Mailand zu gehen, damit es
ihren beiden Kinder mal besser
geht. Aber ist es nur das, was
sie möchte? Was wird aus den
Kindern und werden sie ihre
Mutter je wiedersehn? Oder nur
den Scheck? Der Roman ist aus
drei Sichtweisen erzählt, eine
für mich sehr aufwühlende Geschichte,
die mich zum Nachdenken
brachte.
Markus Renk empfiehlt:
Das Buch des Totengräbers von Oliver Pötzsch
Das Buch des Totengräbers
Wien im späten 19. Jahrhundert. Mysteriöse Morde schweißen das ungleiche Duo des jungen Inspektors Leopold von Herzfeld und des schrulligen Totengräbers Augustin Rothmayer zusammen. Sie suchen fieberhaft einen Serientäter, welcher sich in den höchsten gesellschaftlichen Kreisen bewegt und mehrere Dienstmädchen ermordet hat.
Tauchen Sie ein ins Wien der Vergangenheit…
Markus Renk empfiehlt:
Über Menschen von Juli Zeh
Über Menschen
Gute Romane sind vielschichtig
lesbar – und Juli Zehs Über
Menschen ist ein warmes, witziges
Buch über Freundschaft,
Liebe und Menschlichkeit, eine
sanfte Satire auf die Werbebranche
und gutsituierte Linksintellektuelle,
für die Pfandflaschen
im Restmüll Revolte
bedeuten, ja: auch ein Coronaroman;
Stadt und Land prallen
aufeinander, während Klischees
und Vorurteile zerplatzen.
Leichthändig eingestreut sind
überraschende, harte Sätze, zu
denen man „Ja, genau!“ rufen
möchte … Leseempfehlung?
Unbedingt!











