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Persönliche Lese- tipps

Foto von Ina Cassik

Ina Cassik empfiehlt:

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Gesichter von Tove Ditlevsen

Die Wiederentdeckung einer Klassikerin

Lise Mundus hört Stimmen, hat Wahnvorstellungen und kann den Gesichtern, die sie sieht, nicht mehr trauen. Ein Suizidversuch bringt sie in eine psychiatrische Anstalt.

Ein faszinierender und erschütternder Roman aus der Innensicht einer psychotisch erkrankten Frau. Als Leser*in weiß man ebenso wenig, welcher Wahrnehmung noch zu trauen ist, wie die Protagonistin.

Tove Ditlevsens Buch aus dem Jahr 1968 lotet die Grenzen zwischen Wahn und Wirklichkeit aus und hat nichts von seiner Aktualität eingebüßt. Das Ja zum Leben führt im Roman über die Selbstbehauptung als Schriftstellerin, ein Weg, den die eben weltweit wiederentdeckte Kultautorin auch selbst zu wählen versuchte.

Wunderbar ins Deutsche übertragen von Ursel Allenstein.

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Gesichter
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Ina Cassik empfiehlt:

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Zusammenkunft von Natasha Brown

Das Debüt des Jahres aus England

Zeit ihres Lebens hat die namenlose Protagonistin, schwarz und aus bescheidenen sozialen Verhältnissen, gekämpft, um dorthin zu kommen, wo sie jetzt ist: in einer hochdotierten Position im Londoner Finanzwesen. Am Ziel angelangt, muss sie feststellen, dass sie niemals dazugehören wird. Sie wird krank, so wie das Gesellschaftssystem, in dem sie lebt.

Anhand der Geschichte ihrer Protagonistin hat Natasha Brown eine erschütternde Analyse der englischen Klassengesellschaft und eine verdichtete Geschichte des britischen Kolonialismus geschrieben. Das Leben sozial Benachteiligter wird überzeugend als lebenslanger Kampf präsentiert, der letztendlich nicht gewonnen werden kann. Dieser schonungslose Roman voller gesellschaftspolitischer Sprengkraft wurde 2021 in England zurecht als das beste literarische Debüt gefeiert.

Aus dem Englischen von Jackie Thomae.

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Zusammenkunft
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Ina Cassik empfiehlt:

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Die Überlebenden von Alex Schulman

Schmerzlich und berührend: Was Familien zusammenhält

Drei Brüder treffen einander im Sommerhaus ihrer Kindheit wieder, um die Asche ihrer Mutter im See zu verstreuen. Die Mutter hat vor ihrem Tod einen Brief hinterlassen, in dem sie ihre Kinder auffordert, endlich miteinander zu reden und sich der Vergangenheit zu stellen - obwohl oder gerade weil sie selbst Zeit ihres Lebens geschwiegen hat.

So treten die drei Männer eine Reise in ihre Vergangenheit an, die sie zu einem einschneidenden Erlebnis zurückführt, das ihr Leben für immer prägen sollte.

Ein bewegender, kunstvoll komponierter Roman über Liebe und Gewalt, Schuld und Verzeihen, der in 31 Ländern Furore machte.

Aus dem Schwedischen von Hanna Granz.

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Die Überlebenden
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Ina Cassik empfiehlt:

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Das Vorkommnis von Julia Schoch

Von den Wendepunkten des Lebens

Bei einer Lesung stellt sich der Schriftstellerin Julia Schoch eine Frau vor, die angibt, denselben Vater zu haben. Die Ich-Erzählerin dieses autofiktionalen Romans spürt diesem „Vorkommnis“ literarisch nach: Welches Licht wirft das Auftauchen dieser Frau auf ihre Mutter, ihre Kindheit und die Beziehung zu ihrer leiblichen Schwester? Können wir unseren Erinnerungen und Wahrnehmungen trauen, oder muss nun die ganze Wirklichkeit als nur scheinbar betrachtet werden?

Ein klarsichtiger und präziser Roman über das Erinnern und über jene Wendepunkte, die eine völlig neue Sicht auf das eigene Leben bewirken.

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Das Vorkommnis

Maria Leitner empfiehlt:

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Vergissmeinnicht - Was man bei Licht nicht sehen kann von Kerstin Gier

Vergissmeinnicht

Endlich wieder eine neue
fantastische Welt aus der Feder
von Kerstin Gier! Quinn und
Matilda könnten nicht unterschiedlicher
sein. Er ist cool,
beliebt und sportlich, sie liest
am liebsten Fantasyromane
und ist eigentlich ziemlich unscheinbar.
Doch als Quinn eines
Nachts Dinge sieht, die nicht
von dieser Welt sein können,
findet er ausgerechnet in Matilda
eine unerwartete Verbündete.

Gemeinsam stolpern die beiden
in ein gefährliches magisches
Abenteuer, mit dem keiner von
ihnen gerechnet hat!

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Vergissmeinnicht - Was man bei Licht nicht sehen kann
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Die Erinnerten von Andreas Pavlic

Die Erinnerten

Vorurteile prägen den Blick
von außen auf Tirol: Berge,
Seilbahn, Tourismuswerbung
und eine gewisse Ruppigkeit im
zwischenmenschlichen Umgang.
Andreas Pavlic stellt dem
ein exzellent recherchiertes
Stück Erinnerungsliteratur
entgegen. 1932 kommt es zur
Höttinger Saalschlacht, einer
Massenschlägerei zwischen
Nationalsozialist*innen und
Sozialist*innen.

Dort lernen
sich Annemarie und Johann
kennen und wir begleiten sie
durch harte Jahre, geprägt von
(Austro-)Faschismus und Krieg
bis ins Jahr 1945.

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Die Erinnerten
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Steine schmeißen von Sophia Fritz

Steine schmeißen

Eine Silvesternacht in Wien.
Anna ist erst vor kurzem mit
Alex nach Wien gezogen.
Alex die Jugendliebe, Alex
mit dem sie Hochzeitsplänen
geschmiedet hatte, Alex der
einen Cut gebraucht hatte.
Davon, dass die Beziehung in
die Brüche gegangen ist, es wohl
keine Traumhochzeit geben
wird, darüber bewahrt Anna
Stillschweigen.

Zwiebelhaut
um Zwiebelhaut seziert Sophia
Fritz die Hürden des Menschseins,
erschüttert wird die
drogendurchzechte Silvesterfeier
vom Erscheinen eines
ungebetenen Gastes. Ein
großartiges Kammerspiel!

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Steine schmeißen
Foto von Andrea Scheiber

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Die Leuchtturmwärter von Emma Stonex

Die Leuchtturmwärter

Zwanzig Jahre nachdem drei
Leuchtturmwärter spurlos verschwunden
sind, vor der Küste
Cornwalls in einer Silvesternacht,
recherchiert eine junge
Journalistin den Vorfall. Sie besucht
deren Frauen und möchte
näheres in Erfahrung bringen.
So tauchen immer wieder neue
Fragen auf und man wird in die
Geschichte hineingezogen die
auch eine mystische Atmosphäre
hat.

Die Protagonisten werden
einem mit all ihren guten
und schlechten Seiten näher
gebracht. Abschließend noch,
es beruht auf einer wahren Begebenheit.

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Die Leuchtturmwärter
Foto von Robert Renk

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Die tristen Tage von Coney Island von Stephen Crane

Die tristen Tage von Coney Island

Stephen Crane gilt als einer
der Wegbereiter der modernen
amerikanischen Literatur.
Seine Geschichten sind gerade
deshalb so authentisch und mitreißend,
weil er als Abenteurer
und Kriegsreporter viel davon
selbst erlebt hat. Zwölf von
Cranes wichtigsten Erzählungen
sind nun in diesem Band
versammelt.

Die meisterhafte
Darstellung eines Schiffbruchs
in Das offene Boot und die in
Nebraska angesiedelte Geschichte
Das blaue Hotel zählen
zu den Meisterwerken der Weltliteratur.

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Die tristen Tage von Coney Island
Foto von Robert Renk

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In allen Punkten von Helmut Wlasak

In allen Punkten

Helmut Wlasak ist Strafrichter
und weiß aus Erfahrung:
Geschieht etwas gänzlich
Unvorhergesehenes, können
Menschen zu Reaktionen fähig
sein, die sie sich selbst niemals
zugetraut hätten. So taucht er
in verschiedene True-Crime-
Geschichten, in denen er bei
versuchtem Mord, islamistischem
Terrorismus, häuslicher
Gewalt, Drogendeals, Einbrüchen
und Betrug auch in die
Abgründe menschlicher Schicksale
taucht.

Der Ferdinand von
Schirach aus Graz.

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