Kunden em pfehlungen
Rezensionen von marli_04:
Cheer for Love von Ki Stephens
Ein Neuanfang voller Mut, Teamgeist und Gefühle
Das Cover zieht mit seinem illustrativen Stil und der harmonischen Farbwahl sofort in das College-Setting hinein. Es vermittelt eine sanfte Mischung aus Sport, Romantik und Neuanfang, die sehr gut zur Geschichte passt. Die Figuren wirken authentisch und lassen bereits erahnen, dass Emotionen hier eine große Rolle spielen.
Inhaltlich begleitet der Roman Ella auf ihrem Weg nach Nashville, wo sie nach einer schmerzhaften Trennung einen Neuanfang wagt. Der Fokus liegt klar auf ihrem Ehrgeiz, ihren Platz im Cheer Squad zu finden, und darauf, sich selbst neu zu beweisen. Die Begegnung mit Hudson bringt Gefühle ins Spiel, die Ellas sorgfältig geplante Ordnung ins Wanken bringen. Die Verbindung aus sportlichem Druck, persönlicher Entwicklung und leiser Romantik wirkt insgesamt stimmig.
Ella ist eine engagierte, verletzliche Protagonistin, deren innere Unsicherheiten gut nachvollziehbar dargestellt werden. Hudson überzeugt durch eine ruhige, unterstützende Art, auch wenn seine eigene Hintergrundgeschichte stellenweise etwas mehr Tiefe hätte vertragen können. Die Dynamik zwischen den beiden entwickelt sich glaubwürdig, zieht sich jedoch an einigen Stellen etwas in die Länge. Das Team und die Nebenfiguren sorgen für eine schöne Atmosphäre, hätten aber vereinzelt mehr Raum verdient.
Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen. Besonders die Cheerleading-Szenen sind atmosphärisch beschrieben und vermitteln spürbare Spannung und Leidenschaft.
Cheer for Love hat mich mit seiner Atmosphäre und dem starken Cheerleading-Fokus überzeugt. Trotz kleiner Längen und leichtem Entwicklungspotenzial bei einzelnen Figuren bleibt eine Sports Romance, die mich insgesamt gut unterhalten hat und sich besonders für Fans von College- und Sportgeschichten eignet.
Rezensionen von Katrin:
Seaside Sisters 1: Lenes Inselsommerglück von Mia Andersen
Sommerträume auf Rosenholm
Ich habe das Buch im Hardcover und finde den Farbschnitt echt toll. Die Seiten sind etwas dicker, was ich als sehr hochwertig, manchmal aber etwas unangenehm zum umblättern empfinde.
Ein wunderschön, modern gestaltetes Cover trifft hier auf eine tolle Geschichte.
Zusammenfassung:
Lene liebt den Sommer.
Sie, ihre Zwillingsschwester und ihre Freundin Amba fiebern schon den Sommerferien entgegen. In der Pension der Eltern helfen die Zwillingsmädchen besonders gerne aus, aber auch die Zeit am Strand und der Eisdiele dürfen nicht zu kurz kommen.
Sie lernen auch Frida kennen, die eigentlich nur zu Gast in der Pension war. Bei der Buchung ging einiges schief, aber dann freunden sich die Mädchen an und sie blieben länger als gedacht.
Lene schreibt wahnsinnig gerne, daher ist es naheliegend, dass sie an einem Schreibwettbewerb teilnehmen möchte. Das richtige Thema findet sich allerdings nicht auf anhieb, denn in ihrem Kopf schwirrt ihr Schwarm Mats immer wieder umher und vernebelt ihre klare Sicht aufs wesentliche.
Fazit:
Ich finde das Buch total schön illustriert. Es ist sehr jugendlich gehalten, sehr bunt und auch die Comicseiten und vielen Bilder lockern das Buch allgemein sehr auf. Der Schreibstil ist kurzweilig und leicht zu folgen. Meine Tochter (fast 10) hat die Geschichte geliebt und freut sich auf die nächsten Bänder. Der Farbschnitt macht das Buch zu einem Hingucker in ihrem Bücherregal.
Klare Leseempfehlung!
Rezensionen von marli_04:
Heute fahren wir nach Anderswo von Klaus Baumgart
Wenn Fantasie plötzlich Fahrt aufnimmt
Mit Heute fahren wir nach Anderswo hat Klaus Baumgart ein Bilderbuch geschaffen, das Kinder dazu ermutigt, ihre eigene Fantasie zu entdecken. Die Geschichte beginnt mit einem sehr vertrauten Gefühl. Oscar ist langweilig und er findet nichts, das ihn wirklich interessiert. Erst durch Elfis Kreide entstehen neue Möglichkeiten und plötzlich wird aus einem leeren Moment ein spannendes Abenteuer.
Die Figuren sind sympathisch und ergänzen sich sehr gut. Während Elfi voller Ideen steckt, braucht Oscar zunächst etwas Zeit, um sich auf diese neue Welt einzulassen. Gerade diese Entwicklung macht die Geschichte besonders schön nachvollziehbar.
Der Text ist bewusst knapp gehalten und lässt viel Raum für die Illustrationen. Diese wirken teilweise wie echte Kinderzeichnungen und passen hervorragend zum Thema der Geschichte. Dadurch entsteht der Eindruck, dass Fantasie direkt auf den Seiten zum Leben erwacht.
Auch die Gestaltung des Buches wirkt offen und leicht, sodass Kinder die Bilder intensiv entdecken können.
Ich nehme aus diesem Buch vor allem die Botschaft mit, dass Fantasie in jedem steckt und manchmal nur einen kleinen Impuls braucht, um sichtbar zu werden.
Rezensionen von askyfullofpages:
Violette von Valérie Perrin
Wie friedlich ist das Leben auf einem Friedhof?
Dieses Buch hat mich mit seiner feinen, poetischen Sprache direkt in seinen Bann gezogen.
Die Geschichte ist äußerst berührend, teilweise melancholisch, aber auch hoffnungsspendend und inspirierend. Sie spielt auf einem Friedhof, wo sich viel mehr abspielt, als nur Trauerende, die bei den Toten Trost suchen.
Man findet viel Menschlichkeit, viele Lebensgeschichten, Schicksale, Hoffnung, Humor und noch vieles mehr.
Die Figuren finde ich sehr gelungen. Vor allem Violette ist eine ganz besondere, bemerkenswerte Frau, die viel in ihrem Leben durchlebt hat und dadurch auch eine völlig authentische Entwicklung durchmacht.
Eine Triggerwarnung finde ich extrem wichtig, da dieses Buch wirklich viele schwierige und belastende Themen streift. Meines Wissens ist keine Triggerwarnung vorhanden. Ein entsprechender Hinweis zu Beginn des Buches hätte ich sehr hilfreich und wichtig gefunden! Wer auf Triggerwarnungen angewiesen ist, sollte sich gegebenenfalls vorab informieren, da meines Wissens keine entsprechende Warnung im Buch vorhanden ist.
Ich habe das Buch teilweise als Hörbuch gehört und die Sprecherin hat die Emotionen meiner Meinung nach exzellent transportiert. Das Hörbuch kann ich daher ebenfalls uneingeschränkt empfehlen.
Für mich war das Buch ein absolutes Highlight, das ich allen empfehlen kann- vorausgesetzt, sie sind sich bewusst, dass sensible und belastende Themen behandelt werden.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Mich kriegt ihr nicht! von Joseph Wisnicki
Von Polen nach Vorarlberg und weiter
Das vorliegende Buch ist die kaum zu glaubende Lebensgeschichte von Joseph Wisnicki (1916-2016), eines jüdischen Mannes, dem es zunächst gelingt, aus dem Deportationszug, der ihn nach Treblinka bringen sollte, zu springen und durch eine spektakuläre Flucht, die ihn, mit Unterstützung zahlreicher mutiger Helfern und falschen Papiere bis nach Vorarlberg bringt, wo er sich mit viel Chuzpe als „katholischer Fremdarbeiter“ ausgibt, in einer Gärtnerei arbeitet und so den Holocaust überlebt.
Angetrieben ist Wisnicki immer von seinem Leitsatz „Mich kriegt ihr nicht!“. Bis auf seinen Bruder Dawid, werden alle Familienmitglieder ermordet.
In Innsbruck wird er Leokadia Justmann kennenlernen, die eine ähnliche Lebensgeschichte hat. Die beiden heiraten 1946 und lassen sich 1950 in den USA nieder.
1997 schreibt Wisnicki seine Lebenserinnerungen unter dem Titel „My Fight for Survival“ nieder, nachdem seine Frau die ihren unter dem Titel „Brechen wir aus“ bereits verfasst hat.
Ich möchte diesem Buch hier gar nicht vorgreifen, sondern empfehle, es selbst zu lesen. Das Buch ist als Hardcover mit zahlreichen privaten Abbildungen im Tyorlia-Verlag erschienen. Den Herausgebern Dominik Markl und Niko Höfinger sei an dieser Stelle für ihre ergänzenden Recherchen, die diese Lebenserinnerungen so eindringlich und lebendig machen, gedankt. Sie haben Tage und Wochen in diversen Archiven verbracht, und dabei ähnliche Schicksale entdeckt. Ihre Forschungen tragen dazu bei, die Geschichte der Überlebenden am Leben zu erhalten, auch wenn diese schon längst nicht mehr unter uns weilen.
Fazit:
Gerne gebe ich diesen aufwühlenden und doch von feinem Humor durchzogenen Lebenserinnerungen 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
Rezensionen von div:
Penny, Prince und Ginny von Brian Sewell
bester Freund des Menschens
bester Freund des Menschens
„Penny, Prince und Ginny – Die Hunde meines Lebens“ ist ein berührendes und humorvolles Buch über den besten Freund des Menschen - den Hund.
Die Illustrationen auf dem Cover sowie auch im Buch selbst sind sehr schön gestaltet und passen hervorragend zur Geschichte.
Brian Sewell erzählt von den Hunden, die ihn von seiner Kindheit bis ins hohe Alter begleitet haben. Dabei entstehen keine bloßen Tiergeschichten, sondern ein sehr persönliches Lebensporträt, in dem Freude, Verlust, Freundschaft und Loyalität im Mittelpunkt stehen. Mit feinem britischem Humor schildert seine vierbeinigen Begleiter und zeigt, wie sehr sie sein Leben geprägt haben. Viele der Hunde stammen aus schwierigen Verhältnissen, wurden ausgesetzt oder misshandelt, das verleiht dem Buch eine gewisse Tiefe.
Der Hundestammbaum im Buch gefällt mir ausgesprochen gut - sehr gelungen.
Von mir gibt es eine Empfehlung - ein wunderbares Buch über unsere vierbeinigen Freunde.
Rezensionen von Peachybookdreams :
Kein Sommer ohne August von Lucy Astner
Noch ein Sommer mit August
- Diese gefühlvolle und emotionale Sommerlektüre muss man lesen –
Wow, das war mein erstes Buch von Lucy Astner und ich habe mich so in ihren Schreibstil verliebt. Sie schreibt gefühlvoll und die Geschichte war nicht nur in der Romanze emotional und heilsam, sodass ich ein paar mal Tränen in den Augen hatte.
Das absolute Highlight der Geschichte war für mich die gelungene Umsetzung von den 12 Sommern, die nach jedem Sommer in die Gegenwart wechselten, und natürlich das traumhafte Setting. Die Geschehnisse werden im darauffolgenden Kapitel weiter aufgegriffen und das Bild wird immer klarer. Deshalb hatte ich trotz des Wechsels nicht das Gefühl, aus der Geschichte gerissen zu werden, was manchmal bei Zeitsprüngen passieren kann.
Charlie schreibt beruflich Geschichten für andere, doch nachdem sie erfährt, dass sie die alte Buchhandlung, in der sie früher ausgeholfen hat, vererbt bekommen hat, muss sie anfangen, ihre eigene zu schreiben. Bei der ersten Interaktion mit August war ich überrascht, wie harmonisch und vertraut die beiden miteinander waren, trotz der noch unbekannten Schwierigkeiten. Ich hatte da die typische Zoffnummer erwartet, wo sich die beiden absolut nicht mehr ausstehen können. Das war mal ein frischer Wind und hat mich ehrlicherweise nur noch neugieriger gemacht, was da vorgefallen sein muss. Bei Charlie hatte ich das Gefühl, dass sie oft zwei Schritte vor und dann wieder einen zurückging, aber genau das macht sie zu einer sehr menschlichen Protagonistin, mit der ich mitgefühlt habe. Die Dynamik zu ihrer Mutter ging mir besonders nah
Ich glaube, jeder auf dieser Welt hat seinen eigenen August verdient. Was für ein liebevoller und toller Mensch. August lebt das Leben, das Charlie schon immer für sich und ihre Mutter erträumt hat. Er lebt in New York und seine Familie ist wohlhabend. August sieht das ganz anders, er kann es gar nicht abwarten, zu seiner Oma nach Liberty in die kleine Buchhandlung zu kommen, denn er weiß, sein Leben ist alles aber nicht perfekt. Das größte Problem zwischen den beiden ist, dass sie lange nicht wirklich kommunizieren und vor allem Charlie sehr eilig ihre eigenen Schlüsse über Augusts Leben zieht. Genau darum geht es in der Beziehungsentwicklung, zu lernen, nicht die eigenen Gefühle auf den anderen zu projizieren, sondern zuzuhören. Ich habe jeden Dialog und jede Neckerei der beiden genossen. Ich war so erleichtert, dass die Autorin keine megalange Spice-Szene eingebaut hat, denn die hätte einfach überhaupt nicht zu der emotionalen Stimmung gepasst. Natürlich gab es knisternde Szenen, aber wie sie beschrieben wurden, war nicht vulgär, sondern einfach romantisch und voller Gefühl.
Fazit: Eine emotionale und tiefgründige Liebesgeschichte, die man diesen Sommer nicht verpassen sollte. Auch wer Bücher über Bücher liebt, wird sich hier auf die vielen klassischen Erwähnungen und das Setting im Buchladen freuen. Lucy Aster hat mit diesem Werk jedenfalls eine neue Leserin hinzugewonnen.
Rezensionen von Zaubermasu / Sandra Hennig:
Verrat an der Loire von Catherine Duval
Ein toller dritter Band
Dies ist der dritte Band der Loire-Reihe und ich bin sehr neugierig in das Buch gestartet :
Catherine Duvals Bücher zeichnen sich durch ihren Schreibstil aus, flüssig und authentisch und so packend, dass man sich direkt in der Geschichte wiederfindet.
Auch in diesem Band lässt die Autorin ihre Hauptfigur, Philippe du Pléssis, wieder ermitteln – dieses Mal geht es um einen vermeintlichen Jagdunfall, der, wie sollte es anders sein, natürlich kein Unfall war – das hat unser Ermittler Philippe mit seiner feinen Spürnase schnell herausgefunden.
Die Figuren, die die Autorin aufzeigt, sind allesamt realistisch dargestellt, so dass das Buch bzw. die Geschichte sehr lebendig dargestellt wird. Ganz schnell ist man in diesem Krimi drin und ermittelt mit. Fesselnd konstruiert, ist der Fall schlüssig und bis zum Ende hin spannend, hier kommt auf jeden Fall keine Langeweile auf !
Die Örtlichkeiten Des Loiretal hat Catherine Duval wundervoll beschrieben – man merkt der Autorin ihre Liebe zu dem Gebiet einfach an. Bildhaft sind ihre Beschreibungen, so dass man zu jeder Szene auch ein passendes Bild vor Augen hat.
Für mich ein absolut gelungener dritter Band um Privatdetektiv Philippe du Pléssis, der mit Spannung, witzigen Figuren und absolut wunderschöner Kulisse besticht.
Eine klare Kauf- und Leseempfehlung für dieses tolle Buch !
Das Buch *Verrat an der Loire* von Catherine Duval ist am 08. April 2026 beim Gmeiner-Verlag erschienen.
Rezensionen von Eternal-Hope:
John of John von Douglas Stuart
Schwul sein, wo es nicht erlaubt ist
Es sind die 1990er Jahre, als der 22-jährige Cal nach seinem Kunststudium in der Großstadt und erfolgloser Jobsuche, pleite und obdachlos, aufgrund eines Anrufes seines Vaters, dass die älter werdende Großmutter Unterstützung brauche, in seine Heimat auf die schottische Hebrideninsel Harris zurückkehrt.
Auf Harris ist die Familie in eine sehr strenggläubige christliche Gemeinde eingebunden, Vater John hat dort eine wichtige Rolle inne und auch von Cal wird erwartet, sich in der Gemeinde einzubringen und sich vor allem ihren unerbittlichen Regeln insbesondere in Bezug auf Sexualität und Sexualmoral zu unterwerfen.
Abweichendes Verhalten ist nicht vorgesehen und wird verdammt, und besonders verdammenswert sind für diese Gemeinde jene, die „bei einem Mann liegen wie bei einer Frau“, denn das sei, in Bezug auf einzelne Bibelstellen, die für diese Gemeinde sehr viel Bedeutung haben, „dem Herren ein Gräuel“.
Nun, das ist ein großes Problem für Cal, denn Cal ist schwul und das darf hier auf Harris erst einmal keiner wissen, schon gar nicht sein strenger Vater:
„In der Vordertasche steckte eine kostenlose Schwulenzeitschrift – keine Ahnung, warum er sie noch hatte – doch, als er sich nach einem Mülleimer umsah, bekam er Angst, dass der Wind sie aufwirbeln und über die Insel wehen könnte. Er faltete die Zeitung klein und schob sie ins Futter seines Rucksacks, weil er zu dem Schluss kam, dass es sicherer wäre, sie später zu Hause zu verbrennen. Am Ende stopfte er seine schmutzige Wäsche in den Rucksack und krönte das Ganze stolz mit der alten Bibel seiner Mutter.“ (S. 25)
Die Jahre des Studiums fernab der Insel waren eine Zeit der Freiheit und Selbsterkundung für ihn, doch wie soll Cal nun damit umgehen, dass er nun einmal ist, wie er ist, und auch gerne entsprechend leben würde (aber wie einen schwulen Partner finden auf einer Insel, auf der sich kaum jemand dazu zu bekennen traut?).
Außerdem hat Cal eine herausfordernde Beziehung zu seinem Vater John, der ihn zwar auf eine konservativ-verquere Art zu lieben meint, seine künstlerischen Talente sieht und wertschätzt, aber große Angst davor hat, der Sohn könnte mit seinem abweichenden Äußeren und Verhalten zu negativ auffallen und deshalb mit unerbittlicher Strenge gegen jedes abweichende Verhalten des Sohnes vorgeht:
„John hatte einen Jungen, der mit einer Gabe gesegnet war, und das Beste daran war, er hatte eine Gabe für alles, was mit Stoff zu tun hatte, was John das Gefühl gab, sein eigenes Leben wäre keine Verschwendung gewesen. Aber Dundee, Glasgow und Edinburgh stießen bei ihm auf Widerstand. Als Presbyterianer hatte John Macleod zwar eine Hochachtung vor Bildung, aber das College-Leben barg so viel Unbekanntes, und Kunsthochschulen hatten ein Image, das bei ihm moralische Panik auslöste.“ (S. 51)
„Geh nicht zum Inn“, John klopfte auf den Tisch, um Cal zur Aufmerksamkeit zu rufen. „Ich will, dass du mit uns betest. Du bist auf Abwege geraten.“ (S. 79)
Wenn Cal sich den unerbittlichen religiösen Regeln nicht genug unterwirft, beispielsweise, indem er sich nicht so kleidet und die Haare schneidet, wie es von einem „richtigen Mann“ in dieser Gemeinde erwartet wird, kommt es auch schon mal zu brutaler Gewalt des Vaters gegenüber dem erwachsenen Sohn, die letzterer erst einmal unterwürfig über sich ergehen lässt, allerdings später heimlich rebelliert.
Es ist eine tragische Vater-Sohn-Beziehung, die im Zentrum dieses Romans steht. So viel Entfremdung und Gewalt bei zwei Menschen, die sich eigentlich nahestehen könnten und sich auf irgendeine Weise auch lieben.
Aber das ist bei weitem nicht die einzige tragische Beziehung in diesem Roman. Denn, wie wir bald erfahren, ist auch John selbst im Geheimen homosexuell und führt seit langem eine vor allen verborgene Beziehung mit seinem Geliebten Innes, während er nach außen hin den sittenstrengen Vater und glaubensstarken Mann gibt:
„Damals hatte John sich regelmäßig davongestohlen, und für Innes war es ein Fest. Sie unternahmen mit den Hunden unnötig lange Wanderungen, bis sie irgendwo in den Bergen eine Senke fanden, eine trockene Stelle, wo sie vor den Augen der Nachbarn verborgen waren. Die Landschaft war so karg, dass es nicht leicht war, ein Versteck zu finden, aber über die Jahre hatten sie die Orte im Kopf kartiert, an denen sie zusammen sein konnten, und sie erkannten sie an den Blumen, die dort wuchsen, oder an der Felsformation, unter der sie verborgen waren.“ (S. 238)
Im Zentrum der Geschichte stehen also klar diese drei Männer: Cal, John und Innes, doch auch einige sehr interessante Frauen kommen vor und haben durchaus wichtige Rollen in diesem Roman: da ist die nach außen hin duldsame und anpassungsfähige, doch innerlich doch so mutige und clevere Großmutter Ella, Schwiegermutter von John und Oma von Cal, die sich entschieden hat, mit ihrem Schwiegersohn und Enkel zu leben, als ihre Tochter Grace die Familie verlassen hat.
Grace, die in einiger Entfernung mit einem anderen Mann weitere Kinder bekommen hat und vor allen als die böse Ehebrecherin dasteht, die ihren kleinen Sohn zurückgelassen hat, doch ist es wirklich so leicht? Oder auch Isla, eine Jugendfreundin von Cal, blitzgescheit und mit viel Potential, und doch auch selbst mit den Einschränkungen und Rollenbildern der Insel ihre Schwierigkeiten habend.
Das Buch liest sich durchaus angenehm, flüssig und unterhaltsam, die Handlung ist sehr dialoggetrieben, es wird viel miteinander gesprochen und doch oft so wenig wirklich gesagt.
Dem Autor gelingt es meisterhaft, die Entfremdung darzustellen, die sich in zwischenmenschliche Beziehungen einschleichen muss, wenn konservative moralische Normen so rigide und verurteilend sind, dass es nicht mehr möglich ist, so zu leben und sich zu zeigen, wie es der eigenen Identität und dem eigenen Empfinden entspricht.
Dadurch ist es ein aufrüttelndes Buch, das Empathie insbesondere mit queeren Menschen fördert, aber auch mit sonst allen, die nicht in die starren Raster sehr konservativ verstandener Religiosität passen.
Der Autor Douglas Stuart ist selbst mit einem Mann verheiratet und alle seine bisher veröffentlichten Bücher scheinen mit dem Thema Homosexualität zu tun zu haben. Man merkt, dass er weiß, wovon er schreibt. Auch handwerklich ist es ein sehr gutes Buch und atmosphärisch bekommt man viel vom Leben in den 1990ern Jahren auf den Hebriden-Inseln mit, die Charaktere und ihre Beziehungen zueinander in diesem Umfeld sind tiefgründig, vielschichtig und authentisch dargestellt.
Für mich war es das erste Buch dieses Autors, doch nun bin ich neugierig auf seine anderen Bücher geworden, denn es gefällt mir sehr, wie authentisch, vielschichtig und empathisch er auch Lesenden, für die das Thema vielleicht nicht so nahe an der eigenen Lebenswelt ist, einen literarischen Zugang dazu schafft. Empfehlen kann ich es allen, die sich für ein oft auch traurig machendes, aber dabei tiefgründiges und auf jeden Fall sehr nachdenklich stimmendes Buch zu den Themen Homosexualität, Identität, Vater-Sohn-Beziehung und Zu-sich-selbst-stehen interessieren.
Rezensionen von KersG:
She’s a Star! von Meredith Hambrock
Selbsttäuschung auf hohem Niveau
Wow! Dieses Buch hat mich so richtig überrascht! Aber auch ein bisschen verstört, muss ich zugeben. Man sollte hier auf jeden Fall die Triggerwarnung ernst nehmen.
Jessamyn hat nur ein Ziel. Sie will auf die große Bühne als Musical Star. Alles andere ist unter ihrer Würde. So empfindet zumindest sie das.
Sie ist davon überzeugt, die Beste zu sein und großes Talent zu besitzen. Dabei rutscht sie immer tiefer in die Selbsttäuschung hinein. Ihr Ehrgeiz überschattet alles.
Dieses Buch ist außergewöhnlich, mit so einigen unerwarteten Wendungen und Überraschungen. Mit einer genauso außergewöhnlichen Protagonistin, deren Ehrgeiz immer mehr zu einer gefährlichen Obsession wird. Jessamyn verliert immer mehr den Bezug zur Realität und gerät in einen tiefen Strudel der Selbsttäuschung. Außerdem muss man sich als Leser immer mehr fragen, wem sie eigentlich vertrauen kann. Nicht jeder in ihrem Umfeld meint es gut mit ihr.
Ein tolles Buch, mit einer krassen Message. Eine faszinierende Welt der Täuschung. Charaktere, die jeder für sich mit so einigen Problemen zu kämpfen haben. Es zeigt eindrücklich, wohin Selbsttäuschung im Ernstfall führen kann. Wobei das hier schon ein sehr extremes Beispiel ist.











