Kunden em pfehlungen
Rezensionen von marcialoup:
Landleute von Daniel Mason
sehr speziell
Mich hinterläßt der Roman eher zwiespältig. Er trifft nicht ganz meinen Geschmack und ich habe mich stellenweise ziemlich durchgequält. Dabei hat der Roman durchaus seine guten Seiten. Auf jeden Fall schafft es der Autor, Humorvolles und Skurriles zu verbinden, ebenso Normalität und Absurditäten.
Er schafft es aber nicht, mir die Charaktere richtig nah zu bringen. Es hat alles einen gleichmäßigen Erzählton, der zwar unterhaltsam ist, aber mir zu oberflächlich bleibt.
Zunächst waren die ersten Seiten über die Ansprache der Personen gewöhnungsbedürftig, was aber zur Entwicklung der Geschichte gehört. Miles und Kate und ihre beiden Kinder werden mit „die Frau“, „der Mann“, „der Sohn“ und „die Tochter“ angesprochen. Einzig Giuseppe der Hund wird schon früh beim Namen genannt. Aber auch die Familie wird im Verlauf mit ihrem Namen angesprochen nachdem Olive, die Tochter, ein Bild von der Familie gemalt hat, als sie in ihrem neuen Zuhause ankamen, denn die Familie ist von Kalifornien aufs Land gezogen, hat den weiten Weg mit dem Auto zurückgelegt und kommt im Landleben an.
Miles, der Erzähler, will hoffentlich endlich seine seit Jahrzehnten schwelende Doktorarbeit abschließen, doch den Umzug ausgelöst hat seine Frau, die als Gastprofessorin für ein Jahr eine Stelle angeboten bekommen hat. Miles dagegen läßt sich mehr und mehr auf das Landleben ein und trifft auf eigenartige Leute, ungewöhnliche Begegnungen und interessante Lebensgeschichten.
Als dann später noch die Theorie der Hohlwelt hinzukam, war ich interessenmäßig nicht mehr so dabei.
Ich konnte dem Roman nicht so viel abgewinnen.
Rezensionen von praja:
Songs of the Void, Band 1 - Echo der Stille von Anne Lück
Düster, anders und richtig spannend!
Die Idee hat mich direkt bekommen. Musik, eine geheimnisvolle Band, deren Mitglieder niemand wirklich kennt, ein maskierter Sänger und dann noch etwas ziemlich Düsteres, das im Hintergrund lauert? Jaaaa, damit kriegt man mich :D Vor allem mochte ich, dass die Musik hier nicht einfach nur ein hübsches Setting ist, sondern wirklich mit der Fantasy und der Handlung zusammenhängt.
Auch Alizes Gehör und ihr Cochlea-Implantat sind nicht einfach irgendein Merkmal, das man ihr gegeben hat, sondern spielen tatsächlich eine Rolle. Das fand ich richtig gut.
Alize selbst mochte ich auch sehr. Sie ist ehrgeizig, weiß, was sie will, und arbeitet dafür. Gleichzeitig wirkt sie aber nicht so übertrieben perfekt, sondern ziemlich nahbar. Dazu kommen Silentbound und natürlich Echo, bei denen ich ständig wissen wollte, was eigentlich hinter den Masken steckt. Dieses ganze Geheimnis rund um die Band hat für mich wahrscheinlich sogar besser funktioniert als die Romance.
Denn von der hätte ich ehrlich gesagt etwas mehr erwartet. Sie ist da, aber gerade für eine Romantasy steht sie ziemlich weit im Hintergrund. Dafür nimmt sich das Buch viel Zeit für die Musikbranche, die Band und das Fantasykonzept. Stellenweise vielleicht ein bisschen zu viel Zeit, weil sich gerade in der Mitte einiges zieht und manches auch wiederholt. Da hätte ich mir zwischendurch einfach etwas mehr Fortschritt gewünscht.
Zum Ende hin zieht die Handlung aber ordentlich an und einige Dinge, über die ich vorher schon gerätselt hatte, ergeben endlich ein größeres Bild. Ganz durchschaut hatte ich es jedenfalls nicht. Und dann kommt dieses Ende. Danke für nichts. :D Jetzt möchte ich natürlich wissen, wie es weitergeht.
Für mich vor allem wegen der ungewöhnlichen Grundidee und der düsteren, mysteriösen Stimmung ein richtig guter Auftakt. Bei der Romance und dem Tempo ist für Band 2 aber definitiv noch Luft nach oben.
Rezensionen von ReiShimura:
Rauhnachttage von Ina Bhatter
Atmosphärische Selbstfindung mit kleinen Schwächen
Da ich bereits das erste Buch „Drei Tage im Schnee“ von Ina Bhatter gelesen hatte, hatte ich bereits eine sehr gute Vorstellung, was mich in diesem Buch erwarten wird. Die Autorin hat diese Erwartungen auch weitgehend erfüllt. Denn auch dieses Buch ist wieder ein Lebensratgeber eingebettet in eine durchaus interessante Geschichte.
Die Rauhnachttage und die dazugehörigen Rituale haben in den letzten Jahren einen Hype erlebt. Immer mehr Menschen beschäftigen sich mit dem Thema und daher ist die Fülle an Ratgebern und Sachbüchern zu diesem Thema quasi über Nacht explodiert.
Ina Bhatter geht einen etwas anderen Weg. Sie konzentriert sich zwar auch recht stark auf die Beschreibung der Rituale und der Erklärungen, wofür diese Dinge überhaupt gedacht sind. Dies alles wird aber in die Geschichte von Luise eingewoben. Eine Ärztin, die aufgrund eines tragischen Vorfalls mit schweren Selbstzweifeln zu kämpfen hat.
Besonders gut hat mir gefallen, dass die Autorin Luises inneren Kampf wirklich sehr plakativ und nachvollziehbar darstellt. Sowohl den Kampf mit ihren Selbstzweifeln und ihrer Trauer, aber auch mit den Ritualen an sich. Denn Luise entscheidet sich nicht aus eigenem Antrieb heraus, die Raunächte zu zelebrieren, sondern wird von einer Freundin dazu animiert. Luises Entwicklung ist glaubwürdig, vor allem, weil sie nicht geradlinig verläuft.
Einer meiner Kritikpunkte von „Drei Tage im Schnee“ war die rasante Geschwindigkeit mit der die Charakterentwicklung fortschreitet. In diesem Buch ist es zwar ein wenig besser, dennoch finde ich auch hier das Tempo bei Luises Entwicklung recht hoch. Dies hat jedoch auch zur Folge, dass der Roman mit einer recht überschaubaren Seitenanzahl daherkommt und ein recht kurzweiliges Leseerlebnis darstellt.
Den Schreibstil der Autorin habe ich als sehr angenehm empfunden. Sie widmet den wichtigsten Beschreibungen und Erklärungen genau so viel Zeit wie notwendig ist, verstrickt sich aber nicht in langatmige oder langweilige Ausführungen.
Weniger gut gefallen hat mir der Handlungsstrang mit Jakob. Ansatzweise kann ich verstehen, warum die Autorin diesen eingefügt hat, denn manche Punkte die Jakob anspricht, fügen sich harmonisch in die Handlung ein. Allerdings führt der Wendepunkt dieses Handlungsstrangs, auf den ich aufgrund Spoilergefahr nicht näher eingehen möchte, dazu, dass ich diesen Teil doch sehr in Frage stelle. Eventuell habe ich aber auch nicht verstanden, was mir die Autorin hier wirklich mitteilen möchte.
Dieser Roman hat mir deutlich besser gefallen als der Vorgänger. Dies liegt vor allem daran, dass ich bereits wusste, worauf ich mich einlasse, und Luises Perspektive sehr gut nachvollziehen konnte.
Leser:innen, die ihre Freude an Büchern von John Strelecky haben, werden auch hier auf ihre Kosten kommen. All jenen, die mit Lebensratgebern oder den Raunacht-Ritualen nichts anfangen können, würde ich eher abraten.
Rezensionen von ReiShimura:
Rauhnachttage von Ina Bhatter
Atmosphärische Selbstfindung mit kleinen Schwächen
Da ich bereits das erste Buch „Drei Tage im Schnee“ von Ina Bhatter gelesen hatte, hatte ich bereits eine sehr gute Vorstellung, was mich in diesem Buch erwarten wird. Die Autorin hat diese Erwartungen auch weitgehend erfüllt. Denn auch dieses Buch ist wieder ein Lebensratgeber eingebettet in eine durchaus interessante Geschichte.
Die Rauhnachttage und die dazugehörigen Rituale haben in den letzten Jahren einen Hype erlebt. Immer mehr Menschen beschäftigen sich mit dem Thema und daher ist die Fülle an Ratgebern und Sachbüchern zu diesem Thema quasi über Nacht explodiert.
Ina Bhatter geht einen etwas anderen Weg. Sie konzentriert sich zwar auch recht stark auf die Beschreibung der Rituale und der Erklärungen, wofür diese Dinge überhaupt gedacht sind. Dies alles wird aber in die Geschichte von Luise eingewoben. Eine Ärztin, die aufgrund eines tragischen Vorfalls mit schweren Selbstzweifeln zu kämpfen hat.
Besonders gut hat mir gefallen, dass die Autorin Luises inneren Kampf wirklich sehr plakativ und nachvollziehbar darstellt. Sowohl den Kampf mit ihren Selbstzweifeln und ihrer Trauer, aber auch mit den Ritualen an sich. Denn Luise entscheidet sich nicht aus eigenem Antrieb heraus, die Raunächte zu zelebrieren, sondern wird von einer Freundin dazu animiert. Luises Entwicklung ist glaubwürdig, vor allem, weil sie nicht geradlinig verläuft.
Einer meiner Kritikpunkte von „Drei Tage im Schnee“ war die rasante Geschwindigkeit mit der die Charakterentwicklung fortschreitet. In diesem Buch ist es zwar ein wenig besser, dennoch finde ich auch hier das Tempo bei Luises Entwicklung recht hoch. Dies hat jedoch auch zur Folge, dass der Roman mit einer recht überschaubaren Seitenanzahl daherkommt und ein recht kurzweiliges Leseerlebnis darstellt.
Den Schreibstil der Autorin habe ich als sehr angenehm empfunden. Sie widmet den wichtigsten Beschreibungen und Erklärungen genau so viel Zeit wie notwendig ist, verstrickt sich aber nicht in langatmige oder langweilige Ausführungen.
Weniger gut gefallen hat mir der Handlungsstrang mit Jakob. Ansatzweise kann ich verstehen, warum die Autorin diesen eingefügt hat, denn manche Punkte die Jakob anspricht, fügen sich harmonisch in die Handlung ein. Allerdings führt der Wendepunkt dieses Handlungsstrangs, auf den ich aufgrund Spoilergefahr nicht näher eingehen möchte, dazu, dass ich diesen Teil doch sehr in Frage stelle. Eventuell habe ich aber auch nicht verstanden, was mir die Autorin hier wirklich mitteilen möchte.
Dieser Roman hat mir deutlich besser gefallen als der Vorgänger. Dies liegt vor allem daran, dass ich bereits wusste, worauf ich mich einlasse, und Luises Perspektive sehr gut nachvollziehen konnte.
Leser:innen, die ihre Freude an Büchern von John Strelecky haben, werden auch hier auf ihre Kosten kommen. All jenen, die mit Lebensratgebern oder den Raunacht-Ritualen nichts anfangen können, würde ich eher abraten.
Rezensionen von Schlafmurmel:
Rauhnachttage von Ina Bhatter
Ein spannender Thriller voller Geheimnisse und Misstrauen
Schon beim Cover von „Eine von ihnen lügt“ von Rebecca Tayler McKay bin ich neugierig geworden. Der gedeckte Tisch mit den vier Stühlen und dem Kerzenleuchter wirkt zunächst fast einladend und harmlos – doch genau das täuscht, denn in dieser Familie ist längst nicht alles so, wie es scheint.
Stella bewirbt sich bei der Familie Titheridge auf deren Farm und bekommt den Job sofort. Als PR-Beraterin soll sie dabei helfen, den angeschlagenen Ruf von Alan Titheridge wieder aufzupolieren. Denn Alan ist in zahlreiche Skandale verwickelt und sein Ruf ist alles andere als gut. Doch Stella hat selbst ein dunkles Geheimnis und ich hatte schon beim Lesen das Gefühl, dass sie sich nicht einfach nur aus beruflichen Gründen bei der Familie beworben hat.
Irgendwie wurde ich das Gefühl nicht los, dass Stella eine Vorgeschichte mit den Titheridges haben muss und vielleicht sogar einen ganz bestimmten Grund für ihre Bewerbung hat. Auch den anderen Familienmitgliedern habe ich nicht wirklich über den Weg getraut. Renée und Romilly und später auch deren Männer wirkten auf mich ebenfalls so, als würden sie etwas verbergen.
Besonders bei einer Wohltätigkeitsveranstaltung wurde die Stimmung immer merkwürdiger. Alan wirkte völlig neben der Spur und so unschuldig, wie er sich geben wollte, nahm ich ihm überhaupt nicht ab. Irgendetwas an ihm wirkte berechnend und böse. Aber auch Stella kam mir zunehmend zu unsicher vor und die Rolle der harmlosen PR-Beraterin habe ich ihr nicht wirklich abgekauft.
Ich habe beim Lesen ständig gerätselt, wer hier eigentlich die Wahrheit sagt und welches Geheimnis die einzelnen Personen mit sich herumtragen. Und dann kommt am Ende endlich die Wahrheit ans Licht – und die hat es wirklich in sich! Es tun sich Abgründe auf, mit denen ich so nicht gerechnet habe.
Ein spannender Thriller voller Geheimnisse, Misstrauen und überraschender Wendungen, bei dem wirklich niemand ganz unschuldig zu sein scheint
Rezensionen von Lovely90:
Ella, die schlaue Kuh von Marc-Uwe Kling; Astrid Henn
Mehr ein Buch für Erwachsene als für Kinder
Dieses Kinderbuch lässt mich zwiegespalten zurück. Nach dem ersten Durchlesen und Anschauen ohne Kind war ich zunächst begeistert: Tolle Reime, sehr schöne Illustrationen mit kleinen Details, die mich schmunzeln ließen. Als mein Neffe (5 Jahre alt), das erste Mal durch das Buch blätterte, war auch er noch sehr angetan, was vor allem daran liegt, dass er Tiere liebt (in einem Ausmaß, das über das übliche kindliche ‚sich für Tiere interessieren‘ hinausgeht).
Reime findet er wie andere Kinder auch super. Hier gab es jedoch immer mal wieder Begriffe, die er noch nicht kannte; das Erklären stört beim Reimen natürlich etwas, aber das gehört beim Vorlesen ja nun mal dazu.
Doch gerade beim mehrmaligen Lesen fiel auch ihm auf, dass die anderen Tiere unglaublich gemein zu Ella sind und zwar in einem Ausmaß, dass dies fast das gesamte Buch einnimmt. Dies gilt sowohl für die Tierkinder als auch für die Erwachsenen. Dass Ella in die Hochschule aufgenommen wird, nur, damit sich andere auf ihre Kosten amüsieren können, war der Höhepunkt. Im Vergleich dazu nahm der ‚positive‘ Aspekt der Geschichte, in dem Ella schließlich dort angelangt war, wovon sie geträumt hatte, nur einen winzigen Teil.
Als Erwachsener kann man all die Gemeinheiten gut einordnen und über die fiesen Sprüche auch mal schmunzeln. Die Kombination aus beidem finde ich für Kinder aber vermutlich noch etwas zu kompliziert. Ich hätte mir mehr Positives im Buch gewünscht, dann würde es auch leichter fallen, über die lustigen Dinge gemeinsam mit dem Kind zu lachen.
Rezensionen von Lovely90:
Der Clan - Die Straße von Pascal Engman
Pageturner mit Tiefgang – absolute Leseempfehlung!
Ich hatte mich bereits sehr auf diesen Thriller gefreut, da mich das Debüt von Pascal Engman ‚der Patriot‘ vor einigen Jahren bereits völlig umgehauen hatte. Ich kann bereits vorwegnehmen: auch den aktuellen Thriller werde ich mit Sicherheit wieder vielen Leuten weiterempfehlen und ausleihen! Der Clan – das ist im Wesentlichen die Familie Mansour – hat das Sagen in einem Vorort von Stockholm.
Wie es zu dieser Macht kam, wird in verschiedenen Zeitebenen erzählt. Der Autor lässt uns aber auch spüren, was dies für die mittellosen und verzweifelten Bewohner der Gegend bedeutet, welchem Druck sie täglich ausgesetzt sind. Einer von Ihnen ist der Protagonist Josef, welcher von seiner Mutter alleine großgezogen wurde und welcher mir rasch ans Herz gewachsen ist. Ich habe diesen cleveren Jungen und später jungen Erwachsenen sehr gerne durch das Buch begleitet. Dass es auch Missstände in der Mittelschicht in Schweden gibt, zeigt der parallel verlaufende Erzählstrang um die hübsche Antonia, welche sich vor allem Mobbing in der Schule ausgesetzt sieht. Der ein oder andere lässt sich vielleicht von der Aufmachung des Buches abschrecken – doch es handelt sich hierbei nicht um einen stupiden Actionthriller wie etwa auf den ersten Blick ähnlich anmutende Filme. Dieses Buch kann so viel mehr. Es gibt kaum schwarz und weiß; es wird durch Monologe und Gedankengänge häufig nachvollziehbar warum die Personen so handeln wie sie es tun. Die bedrückende Stimmung, in der sich auch die Nebenfiguren befinden, wird extrem gut vermittelt. Gedanken, welche man selbst entwickelt wie ‚dann zieh doch weg und fange woanders neu an‘ werden entkräftet. Die verschiedenen Erzählstränge sind ausnahmslos interessant und haben das richtige Maß an Berührungspunkten. Die Geschichte in diesem ersten von drei Teilen ist rund erzählt und schließt nicht mit einem Cliffhanger, was mir persönlich gut gefällt. Dennoch freue mich schon jetzt sehr auf die weiteren beiden Bände.
Rezensionen von Lovely90:
Ein ganz normales Wunder von Woody Brown
Eine Geschichte, die mit jedem Kapitel berührender wird.
Dieser besondere Roman von Woody Brown hat mich mit jedem Kapitel mehr eingenommen. Es wird das Leben mit den üblicherweise geregelten Tagesstrukturen verschiedener Menschen mit einer Behinderung (u.a. infantile Zerebralparese, Autismus) in einer Tagesstätte geschildert. Hierbei wechselt in jedem Kapitel die Perspektive, aus der erzählt wird.
Mal erfahren wir von den Gedanken und Ansichten eines nicht-sprechenden Menschen, mal von den Hintergründen eines Mitarbeiters der Tagesstätte. An diese Erzählweise musste ich mich in den ersten Kapiteln noch gewöhnen. Doch mit jeder weiteren Perspektive – teils mit Zeitsprüngen vor oder zurück – fügte sich die Geschichte immer mehr zusammen. Es gibt wunderbar warmherzige Charaktere, aber auch weniger sympathische, welche dennoch erahnen lassen, wie sie denken und warum sie so handeln, wie sie es tun. Zwischendurch war ich traurig, wenn ein Abschnitt zu Ende ging; es gab einzelne Erzählstränge, von denen ich so gerne noch ein ganzes Buch gelesen hätte. Wie authentisch die Denk- und Handlungsmuster der nicht-sprechenden Protagonisten in der Geschichte wiedergegeben werden, kann ich nicht beurteilen. Der Autor schafft es in jedem Fall, dies so zu erzählen, dass es sich ‚echt‘ anfühlt.
Insgesamt habe ich diesen besonderen Roman sehr gerne gelesen und freue mich auf weitere Bücher des Autors (vielleicht wird es ja einen Spin-off zu Tom geben?).
Rezensionen von Lovely90:
Die Auster von Yael Inokai
Sprachlich gute Geschichte, leider ohne Tiefgang und Spannung
Nachdem ich den Klappentext und eine Leseprobe schmökern konnte, hatte ich mich riesig auf dieses Buch gefreut. Ein Kriminalroman mit interessanten Figuren, ein trubeliges großes Kaufhaus mit all seinen Geschäften, Angestellten und Kunden und ein Mord! Bei all dem dürfen wir die Protagonistin und Mittsiebzigerin Leonora Bloch begleiten.
Doch leider entpuppte sich der Roman als etwas anderes, als ich erwartet hatte. Ich würde auch behaupten, dass der Klappentext etwas anderes erwarten lässt und verspricht, als das Buch letztlich bieten kann.
Zu Beginn des Romans wird eine Leiche aufgefunden, die Spuren wurden beseitigt von der eifrigen Reinigungskraft Leonora (hier dachte ich noch, sie hätte ‚Dreck am Stecken‘). Doch wer glaubt, dass nun Ermittlungen, Spurensuche, Verdächtige, Wendungen oder gar Spannung folgen – es ist ja eine Kriminalgeschichte! – Fehlanzeige.
Auch vom Kaufhaus gibt es nur hier und da Anekdoten, kein Trubel, kein Glamour, nichts im Stile von ‚Grand Budapest Hotel‘. Im Wesentlichen wird ein bisschen die Vergangenheit von Leonora beleuchtet, jedoch sehr oberflächlich; es werden einige Personen erwähnt, jedoch nichts mit Tiefgang beschrieben. Alle Personen – die Protagonistin eingeschlossen – blieben bis zum Ende blass für mich.
Was sich von all dem inhaltlichen Missfallen abhebt, sind die Sprache und die Wortwahl. Diese haben mir die ganze Lesezeit über gut gefallen. Die Beobachtungen der Protagonistin finde ich häufig treffend in Worte gefasst.
Dennoch kann ich insgesamt keine Leseempfehlung für diesen tristen und oberflächlichen Roman aussprechen.
Rezensionen von Daggy:
Künstliche Intelligenz für Kids erklärt: So geht's! von Axel Täubert; Christine Paxmann
Hervorragend erklärt
Wieder geht es mit der Familie Strudel durch ein erklärendes Sachbuch für Jugendliche und Erwachsene. Diesmal ist Onkel Emil zu Besuch, ein Erfinder, der auf die Bestätigung des Patentamtes wartet und der sich sehr gut mit KI auskennt. Außerdem ist der ein entspannter Typ, der immer ein Lösung parat hat.
Da Onkel Emil einen Smart Speaker mitbringt, wird seine Funktion zuerst erklärt. Wir erfahren einiges über Alan Turing und wie er Menschen von Maschinen unterscheidet. Die Geschichte der KI wird mit einer Achterbahn verglichen und dann geht es um ihre Funktionsweise. Wie sie lernt und auf welche Arten. Schon 1843 geht es mit dem ersten Computerprogramm los, dann gibt es viel Stationen bis 2022 ChatGPT an den Start geht. Transformer zu erklären ist nicht so ganz einfach, aber hier ist es sehr verständlich erklärt. Das Wichtigste aber ist, dass unsere Fragen an die KI genau gestellt werden, denn nur so kann sie präzise antworten. Wie sieht es aus, wenn wir Kunst und Musik durch die KI erstellen? Oder sogar Personen und Sprache in einen anderen Zusammenhang bringen? Aber man kann auch spielen mit KI, sogar selbst Spiele erzeugen. Natürlich werden auch die Gefahren und die unklare rechtliche Lage zum Thema.
Die Seiten sind in verschiedene Blöcke aufgeteilt, meist gibt es eine kleine Geschichte von der Familie Strudel und dann Erklärungen und Informationen, immer in kleinen Dosen und gut verständlich geschrieben. Durch kleine Illustrationen werden die bunten Seiten zusätzlich aufgelockert. Das Buch wird sicher kaum am Stück gelesen, es kann auch sehr gut als eine Art Lexikon nützlich sein. Ich habe einiges erfahren und konnte manches besser verstehen.









