Kunden em pfehlungen
Rezensionen von bookloving:
Tage am Fluss,1 Audio-CD, 1 MP3 von Jochen Mariss
Ein Sommer der Veränderung und Heilung - Ein gelungenes Debüt
Mit seinem Debüt „Tage am Fluss“ ist Jochen Mariss ein wundervoller Sommerroman gelungen, der sich thematisch mit Verlust, Verletzlichkeit, Bindungsangst und der Schwierigkeit beschäftigt, wieder Vertrauen zu fassen. Zudem erzählt er von der Suche nach Selbstbestimmung, Heilung und einem Neuanfang in einer sich wandelnden Welt.
Wir begleiten zwei Menschen unterschiedlicher Generationen, die durch ihre Begegnung allmählich lernen, sich wieder auf Vertrauen, Nähe und Verantwortung einzulassen. Mit feinem Gespür verknüpft Mariss die persönlichen Schicksale seiner Protagonisten mit der Natur als verletzlichem und schützenswertem Lebensraum und regt damit zugleich zum Nachdenken über Umweltthemen an.
Im Mittelpunkt steht Sara Harmsen, eine Fährfrau Anfang fünfzig, die im idyllischen Erlengrund zurückgezogen am Fluss lebt. Ihr Leben ist von einer selbstgewählten Abgeschiedenheit geprägt. Hühner, Schafe, die geliebte Hündin Luna und die tägliche Routine auf der Fähre geben ihren Tagen eine beruhigende Struktur, hinter der Sara ihre seelischen Verletzungen verbirgt. Mit dem Auftauchen des verletzten Leon, eines jungen Mannes, der bei ihr Schutz sucht, gerät Saras sorgsam organisiertes Leben gehörig ins Wanken.
Geschickt wechselt die Erzählperspektive zwischen den Hauptfiguren und gewährt aufschlussreiche Einblicke in ihre Gedanken- und Gefühlswelt, wodurch der Spannungsbogen allmählich gesteigert wird. Aus der zufälligen Begegnung entwickelt sich eine vorsichtige Annäherung zweier Menschen, die Misstrauen lange als Überlebensstrategie verinnerlicht haben. Erst nach und nach wächst zwischen ihnen ein Verhältnis von gegenseitigem Vertrauen und Verständnis, aus dem schließlich eine tiefere Verbundenheit trotz aller Unterschiede in Alter und Lebenserfahrung erwächst. Mariss stellt diesen Prozess mit all seinen Höhen und Tiefen äußerst glaubwürdig dar.
Ausgezeichnet gelingt dem Autor die einfühlsame, vielschichtige Charakterzeichnung. Jede der Hauptfiguren wirkt mit ihren Eigenheiten, Sehnsüchten, Wünschen und Ängsten lebendig und authentisch. Während Sara anfangs abweisend und verschlossen erscheint, überwindet sie allmählich ihre inneren Unsicherheiten und öffnet sich im Verlauf der Erzählung immer mehr. Leon hingegen steht für eine jüngere, bereits desillusionierte Generation, die auf der Suche nach Orientierung, Verantwortung und Sinn im Leben ist. Beiden gemeinsam ist ihre tiefe Verbundenheit mit der Natur.
Der lebendige, bildhafte Schreibstil, durchzogen von feinem Humor, ist individuell auf die unterschiedlichen Charaktere zugeschnitten und ermöglicht ein rasches Eintauchen in ihre persönlichen Lebensgeschichten. Die eindrucksvollen, atmosphärisch dichten Naturbeschreibungen – von der Flusslandschaft über den Wald bis hin zum Spiel des Lichts – sind Mariss hervorragend gelungen. Sie schaffen eine besondere Stimmung voller nuancenreicher Zwischentöne. In der Begegnung mit der Flusslandschaft, den Tieren, den Urgewalten der Natur und den zaghaften Dialogen der Figuren entfaltet sich schrittweise eine entschleunigende, beruhigende und zugleich bewegende Atmosphäre von sanfter Intensität.
Gekonnt bringt Mariss uns die Umweltthematik nahe und zeigt auf facettenreiche Weise, wie bedeutsam es ist, der von vielen Seiten bedrohten Natur Respekt, Achtsamkeit und Schutz entgegenzubringen. Den Roman beschließt der Autor mit einem bewusst offenen Ende, gleichsam als ein Spiegel des Lebens, das selten eindeutige Perspektiven für uns bereithält.
ZUM HÖRBUCH
Das ungekürzte Hörbuch überzeugt mit Heike Warmuth und Nils Kretschmer durch ein hervorragend abgestimmtes Sprecherduo, das den Protagonisten Sara und Leon jeweils eine unverwechselbare Stimme verleiht. Die Besetzung ist äußerst stimmig; durch den Wechsel der Sprecher gewinnt die Erzählung an Lebendigkeit und emotionaler Intensität. Warmuth und Kretschmer gelingt es mühelos, authentische Persönlichkeiten zum Leben zu erwecken. Sie verstehen es, Lebensalter, Temperament und Innenleben der Figuren nuanciert und glaubhaft darzustellen – von Saras zurückhaltender Reserviertheit bis zu Leons verletzlicher Aufbruchsstimmung. Ihre einfühlsame, dynamische Interpretation unterstreicht die atmosphärische Dichte des Romans und erleichtert das Eintauchen in die emotionale Geschichte. Durch die sorgfältige Sprechgestaltung, ein passendes Tempo und eine sensible Betonung der Gefühlsnuancen entsteht ein bereicherndes Hörerlebnis.
FAZIT
Ein warmherzig erzählter, inspirierender Sommerroman, der uns daran erinnert, wie viel Schönheit in stillen Momenten liegt, und die innovative Kraft von Begegnungen aufzeigt, die eingefahrene Muster durchbrechen und Neues ermöglichen.
Rezensionen von booklover00:
Der Furzfuchs von Jan Kaiser
Lustige Vorlesegeschichte
Alle Waldtiere sind am Schlafen, doch plötzlich gibt es einen lauten Knall, der alle aufweckt. Die Tiere bekommen Angst, weshalb sie Oberwaldinspektor Fuchs rufen, damit er herausfindet, woher dieser Knall kommt. Die Geschichte wird in gereimten Versen erzählt, was das Vorlesen leichter macht.
Das Format finde ich ebenfalls sehr gut, es liegt beim Vorlesen gut in den Händen. Die gesamte Aufmachung des Buches ist wunderschön. Die vielen bunten Illustrationen finden wir besonders schön. Außerdem gibt es im Buch viele niedliche Details zu entdecken. Das Highlight der Geschichte ist, als am Ende herauskommt, woher der große Knall kommt. Meine Kinder haben so gelacht und fanden es sehr witzig. Die Geschichte ist spannend aufgebaut und sorgt am Ende für einen Lacher, weshalb es von uns definitiv eine Kaufempfehlung gibt!
Rezensionen von Petra Sch.:
Kein Zurück von Stephen King
zwei Kriminalfälle in einem
Die Geschichte vereint zwei Einzel-Kriminalgeschichten, bei denen man sich zu Beginn fragt: warum hat der Autor diese beiden Geschichten in einem Buch zusammengefasst?
Denn einerseits ist da der "Stellvertretermörder", der unschuldige Menschen, stellvertretend für Jury, Richter und Staatsanwalt des Alan Duffrey-Prozesses, umbringt.
Denn Duffrey wurde verurteilt und 3 Jahre später im Gefängnis ermordet, obwohl er immer seine Unschuld beteuert hat. Und vor einem Jahr sogar derjenige, der ihm gefälschte Beweismittel untergeschoben hat, aufgrund einer unheilbaren Krebserkrankung die Wahrheit gesagt und dem Staatsanwalt in einem Brief geschrieben hat.
Und dann ist da noch die feministische Rednerin Kate McKay, die sich dafür einsetzt, dass Abtreibung nicht verboten ist, die massiv bedroht wird. Und auf deren Assistentin sogar ein Anschlag verübt wurde, aufgrund einer Verwechslung.
Man denkt sich die ganze Zeit: warum diese beiden Geschichten? Wie hängt das zusammen? Zuerst in Form von Holly Gibney, eine Privatermittlerin, die als Personenschützerin für Kate McKay engagiert wurde und die mit Izzy Jaynes befreundet ist - jene Polizistin, die bei den Stellvertretermorden ermittelt.
Erst nach und nach decken sich die wahren Zusammenhänge auf.
Izzy fand ich anfangs eine starke Persönlichkeit, doch sie gerät mit der Zeit in den Hintergrund, denn Holly wird zum "Star". Sie wird nicht umsonst von Izzy "Sherlock Holmes" genannt, denn sie hat ein super Auffassungs- und Kombinationsgabe. Sie ermittelt nicht nur im Falle der Stalkerin von Kate, sondern denkt auch immer wieder über die Stellvertretermorde nach. Und SIE ist es, der einige Puzzlestücke auffallen. Nicht Izzy (oder anderen offiziellen Ermittlern - denn wie es so ist, streiten sich die Behörden darum, wer zuständig ist.)
Diese Geschichte ist der mittlerweile vierte Teil, in dem Holly eine (Haupt-)Rolle spielt. Ich kenne die anderen Bände nicht, aber das stört überhaupt nicht. Einiges wird erwähnt, sodass man Lust bekommt, das ein oder andere Buch noch zu lesen.
Die Auflösung gipfelt in einem fulminanten Showdown, der mir dann doch ein bisschen zu viel war.
Fazit:
Ich mag es, wie die anfangs scheinbar unzusammenhängenden Fälle dann zusammenlaufen und dass mit Holly eine taffe Protagonistin die Zügel in die Hand nimmt.
Rezensionen von gabiliest:
Wenn die Bienen schweigen von Caryl Lewis
Als die Freiheit verschwand
Zuerst verschwanden die Bienen, still, leise, ohne Aufhebens. Dann verschwand die Lebensgrundlage der Menschen. Dieses Ausgangsszenario hat die preisgekrönte walisische Autorin Caryl Lewis für ihren packenden Jugendroman “Wenn die Bienen schweigen” gewählt. Das außergewöhnliche Cover lässt offen, ob die darauf abgebildete Biene noch lebt.
Caryl Lewis siedelt ihr Buch in einer nicht näher bezeichneten Gegend nahe einer Stadt an. Dort werden in einem Lager Mädchen zwischen elf und sechzehn Jahren interniert. Ihre Aufgabe ist die Pflanzenbestäubung per Hand mit Pinseln. Schwere Arbeit, Hunger als Machtmittel und die Unterbindung jeder Individualität machen die Mädchen gefügig. Aber nicht alle. Jess, die eine andere, bessere Welt aus Erzählungen ihrer Mutter und einer alten Nachbarin kennt und die schon als Kind mit Hingabe malte, durchschaut die Manipulationen durch das System. Persönliche Freiheit ist undenkbar, gleichgültige Frauen, “Mütter” genannt, bewachen die Insassinnen, die brutal behandelt und gedemütigt werden, Tag und Nacht. Als Jess durch Glück einige Farbtuben erhält, ist sie entschlossen, dem Regime entgegenzutreten. Am nächsten Morgen zeigt ein Gemälde auf der Lagermauer eine offene Tür. Wird die Kunst die Kraft haben, Widerstand auszulösen?
Caryl Lewis lässt Jess als Ich-Erzählerin die brutale Härte des Lagers schildern. Sie beschreibt die psychischen und physischen Qualen, die Unterdrückung und die Heuchelei des Lagerleiters, der das herrschende Militärregime repräsentiert. Auch unter den Mädchen gibt es Mobbing und Verrat. Doch Jess hat eine Freundin, Kass. Lange glaubt Kass blind den Parolen des Regimes, aber als sie sich in ein anderes Mädchen, Deva, verliebt, erkennt sie seine grausame Härte. Wird die Kunst helfen, den Mädchen Hoffnung zu geben?
“Wenn die Bienen schweigen” ist ein Buch, das den Umweltaspekt betont, der aber nur noch im Hintergrund mitschwingt. Die Geschichte erzählt von Repression, bewaffneter Gewalt und dem Mut, dem Regime Paroli zu bieten. Die Themen sind ernst und düster: furchtbare Lebensbedingungen im Lager, aber auch bei den Menschen in der Stadt.
Besonders erschütternd ist das im Roman gezeichnete Frauenbild. Mädchen, die ihre Periode bekommen, werden zwangsverheiratet, unfruchtbare und ältere Frauen sind für die Gesellschaft nutzlos und werden gnadenlos ausgestoßen. Lewis ist überzeugt, dass in einer dystopischen Welt die Selbstbestimmung von Frauen in Gefahr ist. Weniger im Fokus stehen die jungen Männer, die vom Militärregime an die Waffen gezwungen werden. Doch auch hier blitzen manchmal Menschlichkeit und Hoffnung auf.
“Wenn die Bienen schweigen” erzählt eine spannende Geschichte über Freundschaft, Mut und die Fähigkeit, für Selbstbestimmung zu kämpfen. Der Roman wird ab vierzehn Jahren empfohlen und setzt der Freiheit, die auch in der Realität bitter erkämpft werden musste, ein Denkmal. Wo endet hier die Fiktion? Das Buch, das in einfühlsamer und poetischer Sprache Entsetzliches beschreibt, würde sich gut als Schullektüre eignen, um den Wert der Demokratie in den Fokus zu stellen. ”Wenn die Bienen schweigen” ist eine aufrüttelnde und tiefgründige Erzählung über den Wunsch nach Freiheit und die Kraft und Schönheit der Kunst, die auch in scheinbar aussichtslosen Situationen Hoffnung gibt.
Rezensionen von F.S.:
Talent zum Glück von Sasa Hanten
Ein großartiges Buch!
Talent zum Glück, das ist die Geschichte von Eby, der gerade seinen Vater und seine große Liebe verloren hat, und Charlotte, die irgendwie feststeckt in ihrem Leben. Der eine, dem das Glück verloren gegangen zu sein scheint. Die andere, die vom Glück offenbar nicht gefunden wird. Mit viel Optimismus, Witz und Intelligenz erzählt dieser Roman die Geschichte der beiden früheren Schulfreunde, die sich in dieser Situation wieder begegnen und feststellen, dass es doch immer noch da ist, jenes Talent zum Glück.
Rezensionen von Snookie:
Die Queen von Mayfair von Alex Hay
Ein raffinierter Coup im viktorianischen London: Clever, atmosphärisch und voller Intrigen
Die „Queen von Mayfair“ handelt von Quinn Le Blanc, die „Queen of Five“. Sie ist eine außergewöhnliche und geschickte Betrügerin und verdient sich damit ihren Lebensunterhalt. Als die Schulden immer größer werden, plant sie den bisher größten Coup. Dafür muss sie innerhalb von fünf Tagen das Herz des Duke of Kendal gewinnen und an dessen Vermögen kommen.
Die Geschichte hat ein historisches Setting und spielt in London 1898. Auf der einen Seite haben wir den alten Adel mit der feinen Gesellschaft, prunkvollen Bällen und herrschaftlichen Anwesen, auf der anderen Seite die schlechteren Wohnviertel, die durch Armut und dubiosen Geschäften geprägt sind. Die Geschichte wird im Buch aus mehreren Perspektiven erzählt, sodass man viele verschiedene Sichtweisen und Blickwinkel erhält.
Der Schreibstil hat mir gut gefallen. Das Buch ließ sich sehr gut lesen. Auch die Beschreibung des Settings konnte mich überzeugen. Das viktorianische London wird atmosphärisch dargestellt, und besonders der Gegensatz zwischen der glitzernden Welt der High Society und dem Leben der Menschen außerhalb dieser Gesellschaft hat mir gefallen.
Auch die Hauptfigur Quinn hat mir sehr gut gefallen. Sie ist mutig, intelligent, selbstbewusst und weiß genau, wie sie andere Menschen beeinflussen kann. Dabei ist sie natürlich keine klassische Heldin, da sie Menschen betrügt und manipuliert und am Ende verfolgt sie natürlich ihre eigenen Ziele. Dennoch gibt es klare Regeln, nur Personen auszunehmen, die es verdient haben bzw. moralisch verwerfliche Dinge getan haben. Wir erleben Quinn in der Geschichte hauptsächlich in ihrer erfundenen Rolle, die sie sich für den Coup ausgedacht und inszeniert hat. Wie viel von ihrer „echten“ Persönlichkeit hinter den vielen Identitäten steckt, die sie spielt, kann man nur in einzelnen Momenten erahnen, man weiß es allerdings nicht. Max Kendal blieb für mich eine sehr neutrale Person, viel hat man von ihm nicht erfahren und emotionale Tiefe war somit nicht gegeben. Auch Tor blieb eher auf Distanz für mich, wirkte sogar aufgrund ihres Verhaltens unsympathisch. Trotzdem waren alle Figuren sehr unterschiedlich, was mir gut gefallen hat. Überhaupt ist das Thema der verschiedenen Rollen für mich einer der interessantesten Aspekte des Romans. In Quinns Welt muss jeder eine Maske tragen – und das gilt nicht nur für die Betrüger. Auch die Mitglieder der feinen Gesellschaft spielen ihre Rollen und versuchen, nach außen ein bestimmtes Bild von sich aufrechtzuerhalten. Dadurch verschwimmen die Grenzen zwischen den beiden Welten immer mehr.
Die Handlung war gut aufgebaut und folgte auch dem Plan des Coups. Die Spannung steigerte sich erst über den Roman hinweg, was ich keinesfalls als negativ empfand. Quinn hatte immer wieder mit neuen Herausforderungen zu kämpfen und nicht immer lief alles nach Plan. Es gab auch ein paar interessante Wendungen und einen Gegenspieler. Dadurch wurde die Handlung besonders interessant und wirkte schon teilweise wie ein Krimi. In dieser Kombination habe ich auch noch kein anderes Buch gelesen, für mich war es sehr unterhaltsam und ich hatte viel Freude beim Lesen. Einziges Manko war, dass es ab und an Gedankensprünge gab bzw. ich manche Handlungen nicht ganz logisch empfand, sodass ich teilweise nicht folgen konnte.
Insgesamt hat mich das Buch gut unterhalten. Für mich hat die Verbindung aus historischem Setting und einem Coup, bei dem eine Betrügerin einen Herzog um sein Vermögen bringen will und dabei ungeahnt auf einen Gegenspieler trifft, die Geschichte zu etwas Besonderem gemacht. Die Figuren hätten für mich allerdings besser ausgearbeitet werden können, sodass sie mehr Charakter und Tiefe erhalten hätten. Durch Gedankensprünge war es nicht immer ganz leicht zu verfolgen, aber es hat der Spannung dennoch keinen Abbruch getan.
Eine klare Empfehlung für Leser:innen, die Geschichten mit historischen Settings, ungewöhnlicher Gaunergeschichte und sich langsam steigernder Spannung mögen.
Rezensionen von Ryria:
Das Projekt von Annie Lord
Recht einseitig
Irgendwie bin ich so gar nicht mit diesem Buch warm geworden, weder mit den Charakteren noch mit dem Schreibstil.
Dabei fand ich die Idee eigentlich sehr interessant und auch der Anfang des Buches hat mir sehr gefallen: Daisy und Maya sind beide Mitte 20, haben kein Glück mit den Männern und probieren Kumpel James "umzuerziehen", damit er besser für eine ernsthafte Partnerschaft "geeignet" wird.
Zu Beginn fühlten sich die Gespräche zwischen den Freundinnen und Daisys Gedanken doch recht authentisch an, manche Szenen haben mich an Erzählungen aus meinem eigenen Freundeskreis erinnert und ich war gespannt, wie sich das Projekt und die Beziehung zu James weiterentwickelt.
Das Problem war nur, je weiter ich las, desto zäher wurde alles. Irgendwie ist kaum noch etwas passiert, es gab kleinere Ausflüge und Partys, die sich dann gefühlt ewig gezogen haben.
Der Schreibstil hat dabei nicht geholfen, viele Textpassagen wirkten unnötig und mit vielen Beschreibungen konnte ich so gar nichts anfangen. Vielleicht hilft es anderen Leser*innen, sich in die Szene hineinzuversetzen, ich war hingegen eher davon verwirrt, auf einer Party plötzlich mit 10 neuen Namen konfrontiert zu werden und zig Gesprächsfetzen aufzuschnappen. Dazu wurden ständig Alkohol und Drogen konsumiert, was die Erzählung durch Daisy nur noch wirrer gemacht hat.
Generell habe ich in diese Feierkultur der Geschichte nicht wirklich hineingefunden, das war so gar nicht meine Welt, aber das kann ja gut auch Geschmackssache sein. Auch hatte ich öfters das Gefühl, dass man viele Anspielungen eventuell besser versteht, wenn man selbst aus London oder der Gegend kommt.
Irgendwann wandelte sich dann auch meine Freude über die feministischen Themen zu einer Art Genervtheit um. Vieles hat sich ständig wiederholt und es fühlte sich recht einseitig an. Aus Daisys Perspektive hat es vielleicht Sinn gemacht, dass sie die Männer als das große Problem sieht, aber ich fand es halt nicht spaßig zu lesen, wenn laufend nur darüber gemeckert wird.
Dadurch ist sie mir nicht richtig sympathisch geworden, auch die sich entwickelnde Beziehung zu James habe ich nicht wirklich gefühlt.
Insgesamt eine interessante Idee mit teils guten Textpassagen, die Umsetzung insgesamt hat jedoch leider nicht so meinen Humor und Geschmack getroffen, daher nur aufgerundete 2,5 Sterne.
Rezensionen von Immenhof:
National Geographic Kids - Lexikon der Meere von Christina Wilsdon
Umfassend
Wie die anderen Bücher von National Geographic Kids überzeugt auch das „Lexikon der Meere“ durch beeindruckende Bilder und eine ansprechende Gestaltung. Die Fotografien machen das Buch zu einem echten Hingucker und laden dazu ein, immer wieder darin zu blättern und Neues zu entdecken.
Besonders gelungen finde ich den Aufbau.
Das Buch vermittelt nicht nur Wissen über Tiere, sondern greift auch viele geografische und naturwissenschaftliche Themen auf. So wird beispielsweise erklärt, wie Wellen entstehen oder welche Besonderheiten verschiedene Meeresräume auszeichnen. Dadurch erhält man einen umfassenden Einblick in die Welt der Ozeane.
Neben bekannten Meerestieren finden sich auch viele spannende Zusatzinformationen. Interessant fand ich beispielsweise die Hinweise zur Giftigkeit von Würfelquallen und weitere Fakten, die über die reine Tierbeschreibung hinausgehen. Dadurch wirkt das Buch abwechslungsreich und bietet immer wieder neue Entdeckungen.
Insgesamt handelt es sich um ein sehr umfassendes Lexikon, das viel Sachwissen vermittelt, ohne trocken zu wirken. Die Mischung aus eindrücklichen Bildern, gut verständlichen Erklärungen und spannenden Fakten macht das Buch zu einer gelungenen Wissensquelle für Kinder und Erwachsene. Ein Buch, das zum Schmökern einlädt und bei dem man immer wieder etwas Neues lernt.
Rezensionen von clematis:
The Faraway Hostel von Sofia Selma
Mit Aussicht
Das Pinkies ist ein chaotisches, aber gemütliches Hostel, zudem mit Aussicht zum See. Als reiche Investoren das Nachbargrundstück kaufen, um ein modernes Hotel zu errichten, muss Kat in Erfahrung bringen, ob ihr Seeblick in Gefahr ist. Zu diesem Zweck bucht sie inkognito eine Outdoor-Tour beim berechnenden Sohn dieser Unternehmer und kommt drauf, dass nicht alles so ist, wie es scheint.
In lockerer Abfolge wird aus der Sicht von Kat und Lian erzählt, wobei ich eher mit Kat als mit Lian mitfühlen konnte beim Lesen. Beide haben es nicht leicht mit ihren Familien, können ihre Ziele nicht so umsetzen, wie sie es sich vorstellen. Die Geschichte braucht ein wenig, bis sich eine gewisse Spannung aufbaut, das Flair Neuseelands fließt nur bedingt in die Handlung mit ein, da hätte ich gerne noch mehr erfahren bei den Landerkundungstouren. Selmas Schreibstil ist flüssig und passt zum jugendlichen Alter der Hauptfiguren, diese bleiben aber trotz detaillierter Beschreibungen eher distanziert. Zudem hätte es ruhig mehr knistern dürfen, sobald Kat und Lian aufeinandertreffen, die Wende vom Feind zum Freund geht fast ein bisschen zu schnell. Dennoch wird am Ende alles schön aufgelöst, finden sich passende Lösungen, welche Aussichten bieten für die Zukunft.
Eine Geschichte mit interessanter, weil ungewöhnlicher Thematik, die aber durchaus mehr Gefühl zeigen könnte. Gerne drei Sterne.
Rezensionen von milky:
If Books Could Kill von Kate Eberle
Leider nicht meins
Das Hörbuch "If Books Could Kill" von Kate Eberle handelt von Roxy, die Liebesromane nur so verschlingt, selbst aber keine romantischen Beziehungen eingeht. Eines Tages wünscht sie sich, die Hauptfigur im zukünftigen Roman ihrer Lieblingsautorin Anna Matthews zu sein. Wie durch ein Wunder, wird ihr Wunsch erfüllt; jedoch verkündet Anna Matthews auf den sozialen Medien, dass ihr neuer Roman keine Liebesgeschichte wird, sondern ein Thriller.
So beginnt eine turbulente Reise für Roxy.
Der Klappentext hat sich für mich nach viel Potential angehört, da ich hauptsächlich Thriller lese, aber ab und an ganz gerne Liebesromane. Für mich war die Geschichte ein Mix aus Comedy, Romance und Thriller. Leider wurde alles drei eher schlecht als recht umgesetzt. Gerade zu Beginn und im Mittelteil haben mich die Figuren genervt und alles wirkte so aufgesetzt und künstlich. Ich konnte leider gar keine Verbindung zur Hauptfigur aufbauen. Gegen Ende war es dann ganz ok, sodass ich noch den Schluss hören wollte und nicht schon vorher abgebrochen habe.
Die Sprecherin hat das Buch sehr gut gelesen. Die Betonungen waren klasse und auch die Änderung der Stimme je nach Charakter war meiner Meinung nach sehr gelungen und hat mir gut gefallen.











