Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Vicky:
A Girl Named Josie von Kristina Moninger
Aber eine Geschichte ist nie einfach nur eine Geschichte.
'A Girl Named Josie' ist der unerwartete fünfte Teil der 'Breaking Waves' Reihe. Ich dachte, dass bereits der vierte Band die Reihe beendet hätte. Ich habe mich aber über diese Überraschung sehr gefreut.
Das Cover ist wunderschön und passt wie immer perfekt zur Reihe - ich konnte es sofort zuordnen .
Ich bin von diesen Covers absolut begeistert und liebe Sie. Ich habe mir hier extra zu den eBooks auch noch die Bücher gekauft, das passiert so gut wie nie, aber hier konnte ich nicht widerstehen!
Unter 'Das Buch' kann man sich einen kurzen Vorgeschmack auf die Geschichte rund um Josie holen. Ich hatte nich erwartet, dass ich ihre Geschichte mal lesen darf. Umsomehr habe ich mich über ihren eigenen Band gefreut! Ich bin mir aber ehrlich gesagt, seit dem ersten Band nicht sicher ob ich Josie denn nun mag oder nicht - ich bin bei ihrer Figur sehr zwiegespalten, dennoch macht sie einen großen Teil der gesamten Reihe aus. Ehrlich gesagt, hab ich mich mehr gefreut die anderen wiederzusehen, als sie selbst. Ich finde die Kombination der Freundinnen insgesamt sehr gut gelungen, würde nur eine davon fehlen wären die Bücher nicht das, was sie nun sind!
Hier ein Zitat über Josie, welches sie sher treffend beschreibt: 'Wir können uns ein Bett teilen, mit meiner Hälfte der Vergangenheit muss ich alleine klarkommen.'
Die Autorin erfreut uns im letzten Band mit einem Prolog, vierundvierzig Kapiteln sowie einem Epilog. Die Triggerwarnung fand ich sehr wichtig und wertvoll.
Fazit: Die aufregende Reise nach Harbour Bridge findet hier, zumindest für mich, erneut sein Ende. Die Autorin Kristina Moninger hat mit 'Breaking Waves' eine starke und berührende Geschichte rund um Freundschaft, Vertrauen und Liebe geschaffen. Ich habe diese Reihe sehr genossen und dieser Band hat meine Sehnsucht nach Harbour Bridge etwas gelindert.
Rezensionen von lesen=liebe:
Monstrologica von Martin Maudsley
Ein Schatz für große und kleine Monsterliebhaber*innen
Monstrologica ist ein wunderschönes, ja fast magisches Buch über Monster, magische Wesen in den Mythen der Welt.
Auf über 110 Seiten macht man Bekanntschaft mit 50 Gestalten – manche sind vertraut, manche völlig neu.
Die Kreaturen werden in drei Hauptbereiche eingeteilt: Monster, Bestien und Fabelwesen.
Unter den Monstern sind z.B. der Krampus, das Seeungeheuer, Werwesen oder der Troll zu finden. Im Bereich der Bestien trifft man auf Greif, Höllenhund, Basilisk oder Yeti, und in der Kategorie der Fabelwesen wird einem vielleicht das Einhorn, der Riese oder die Meerjungfrau bekannt vorkommen.
Jede Kreatur wird ausführlich beschrieben. Wo ist sie beheimatet, was sind ihre wesentlichen Charakterzüge, welche Geschichten und Mythen sind mit ihr verbunden? Jeder Gestalt ist ein kunstvolles Abbild gewidmet. Jede Illustration ist ein kleines Meisterwerk. Man sollte sich unbedingt Zeit nehmen, die vielen liebevollen Details zu entdecken.
Mein älterer Sohn liebt – seit ich denken kann – Monster und gruselige Gestalten. Für ihn ist dieses Buch ein Must-Have. Umso größer war die Begeisterung, als er das Buch zum ersten Mal in den Händen hielt. Er findet es toll, dass es noch so viele Monster gibt, die er überhaupt nicht kennt, und das obwohl er wirklich ein großes Wissen über magische Gestalten hat. Das Buch wird fast täglich durchgeblättert und genauestens studiert. Ein wunderschönes Werk.
Rezensionen von gabiliest:
Das habe ich wegen dir getan von John Lanchester
Gefühlsecht, gemein und großartig: Betrug
Der bekannte englische Autor John Lanchester legt mit seinem neuesten Roman “Das habe ich wegen dir getan” eine brillante Rachekomödie vor. Wer ist hier Täterin, wer Opfer? Schon das gelungene Cover lässt die Grenzen verschwimmen: Was ist Licht, was ist Schatten?
Zwei Frauen, zwei Generationen, zwei Rachepläne, zwei Motive: Kate und Phoebe erzählen von Vergeltung:
“He, ich will dich, Disco Doll.
” Das ist nur eine von Jacks frivolen Bemerkungen in seiner Ehe mit Kate. Worte, die so nie in der Öffentlichkeit fallen würden, die jedoch die Intimität dieser Beziehung prägen. Jack ist erfolgreicher Architekt, auch sozial sehr engagiert. Er kümmert sich um Obdachlose und bietet sogar einer betrunkenen jungen Frau, die auf seiner Türschwelle sitzt, spontan Asyl für die Nacht. Obwohl Kate und Jack der Boomer-Generation angehören, ist Jack sehr technikaffin; sein Smart-Home ist sein ganzer Stolz. Doch unerwartet stirbt er.
Phoebe, eine junge, gefragte Drehbuchautorin, feiert gerade ihren Durchbruch. Ihre Netflix-Serie ist ebenso amoralisch wie gemein, doch damit trifft sie den Zeitgeist. Phoebe empfindet keine Reue, weil sie intimste Details einer Ehe – der Ehe zwischen Jack und Kate – zum Gegenstand ihres Drehbuchs macht. Der Erfolg gibt ihr recht, vorerst. Doch dann folgen schlechte Kritiken und eines Tages steht Kate vor ihrer Tür.
John Lanchester beschreibt in unnachahmlicher und einfühlsamer Weise, wie Kate nach Jacks Tod leidet. Niemals wieder gemeinsam lästern, lachen, lieben – niemals, niemals, niemals! Jack muss sie betrogen haben und die intimsten Details ihrer Ehe verraten haben. Kate fühlt sich gedemütigt, ihr bisheriges Leben erscheint als Lüge. Trauer schlägt in Wut um, der Schmerz weicht jedoch mit der Zeit einer unwiderlegbaren Analyse: Genau so, nur so kann es gewesen sein! Und Kate sinnt auf Rache – Rache an Phoebe, die erstaunlich bürgerlich mit Toni zusammenlebt, einem Lehrer und verkannten Musiker. Daneben kümmert sie sich um ihre fürchterliche Mutter. Doch es gibt etwas in ihrer Familiengeschichte, ein Ereignis, das nach Vergeltung verlangt. Nach Rache an Kate und Jack!
John Lanchester zeichnet das Bild zweier Frauen, die vor nichts zurückschrecken, um das Leben der anderen zu zerstören, und die sich bedenkenlos nehmen, was sie wollen. Beide haben gute Gründe für ihr Handeln, beide kennen keinerlei Gewissensbisse oder moralische Zweifel. Unterschwellig und gekonnt ironisch verhandelt der Autor auch den Generationenkonflikt und verschiebt dabei lustvoll die Grenzen des Anstandes.
Die Stärke des Buches liegt in seiner unverwechselbaren und launig-bildhaften Sprache. Aus Worten wachsen große Gefühle – so echt und intensiv, als würde man sie tatsächlich spüren. Wenn man glaubt, die Figuren und ihre Motive durchschaut zu haben, führt John Lanchester die Lesenden mit einem gekonnten Twist in die Irre. “Das habe ich wegen dir getan” ist meisterhaft konstruiert, witzig und voller skrupelloser Gemeinheiten – ein absoluter Pageturner, ein Lesevergnügen und ein herausragender Roman.
Rezensionen von lesen=liebe:
Leselöwen 2. Klasse - Das geheime Leben der Tiere - Das Abenteuer der weißen Wölfin von Vanessa Walder
Ein Buch, das Lust aufs Lesen macht
Das Abenteuer der weißen Wölfin ist ein Titel der beliebten Leselöwen-Reihe. Die Geschichte dreht sich um die junge Wölfin Fünf, die kleinste von fünf Wolfswelpen. Ihre Eltern finden, dass sie noch zu klein für die Jagd sei, aber Fünf sieht das anders. Kurzerhand macht sie sich allein auf den Weg und erlebt ein spannendes Abenteuer.
Das Buch ist für Kinder der 2. Klasse ausgerichtet. Die lesefreundliche Schriftart und die Silbenschrift sollen das Lesen erleichtern. Die Illustrationen sind wunderschön – an dieser Stelle muss man der Illustratorin ein großes Kompliment aussprechen. Sprechblasen und Leserätsel sorgen für Abwechslung und lockern das Lesevergnügen auf.
Die Geschichte selbst ist sehr spannend geschrieben, aber auch einige lustige Stellen sind dabei. Am Ende der Geschichte findet man noch Wissenswertes über Wölfe. Zu guter Letzt kann man das Leselöwen-Lösungswort eintragen und online eingeben. Dadurch werden weitere Rätsel und Spiele freigeschaltet.
Mein 7‑jähriger Sohn hat das Buch selbstständig in zwei Etappen durchgelesen. Er kommt im September in die 2. Klasse und kam mit dem Buch (Schrift, Textmenge) wunderbar zurecht. Ich bin grundsätzlich ein großer Fan der Silbenschrift, wir bräuchten sie aber nicht mehr unbedingt. Mein Sohn neigt dazu, dadurch etwas abgehakt zu lesen, dennoch fällt das Lesen bei schwierigen Wörtern definitiv leichter. Das ist mir z. B. beim Wort „protestiert“ aufgefallen. Die Geschichte ist sehr gut angekommen – eine Mischung aus Fun und Spannung. Die Rätsel hat mein Sohn erstmal übersprungen. Vielleicht hat er ein anderes Mal Lust dazu, sie zu lösen. Ich kann das Buch wärmstens empfehlen, für geübte Leser*innen auch schon gegen Ende der 1. Klasse.
Rezensionen von Peachybookdreams :
The Flamebearer Trilogy 1: The Witch in the Dead of Night von Charlotte Buckley
Langatmige Trainingseinheiten
– Ich habe mich so sehr auf dieses Buch gefreut und hatte hohe Erwartungen. Leider wurde ich extrem enttäuscht … eines der langweiligsten Bücher, das ich je gelesen habe –
Die ersten Kapitel haben mir noch richtig gefallen und das Setting klang so vielversprechend. Das Worldbuilding wird hauptsächlich durch Gespräche aufgebaut, was mir schon mal nicht so gefallen hat, da die Dialoge darunter gelitten haben.
Die Geschichte erfindet das Rad nicht neu, vieles hat man schon so gelesen, was bei der Unmenge an Büchern auch völlig verständlich ist. Aber dann sollte es trotzdem einen Spannungsbogen geben, der hier aber leider durch das Pacing für mich nicht vorhanden war.
Der Anfang war interessant, es gab unerklärliche Mordfälle, auf die ich gespannt war. Jedoch verläuft das Thema im Sand und wird zum Schluss einfach abgewickelt. Fast 200 Seiten drehen sich ausschließlich um Finns Krafttraining mit Enhart. Ich mag es, wenn Charaktere ihre Fähigkeiten erst erarbeiten müssen, aber das war einfach zu viel, da sonst kaum etwas anderes passiert ist, als dass sich Finn und Enhart dabei zanken.
Mit Finn bin ich überhaupt nicht klar gekommen. Sie lebt in einer Welt, in der Menschen sich dem Leben der Vampire anpassen müssen, und hat tagtäglich im Schloss mit Vampiren zu tun. Dafür kennt sie sich erschreckend wenig über Vampire aus. Sie weiß nicht, dass Vampire einen ausgeprägten Gehörsinn haben. Generell scheint sie von nichts eine Ahnung zu haben. Fast jeder zweite Satz, den sie äußert, ist nämlich eine Frage. Für mich wirkte es so, als wäre sie nicht fähig, Schlüsse zu ziehen oder eine eigene Meinung zu haben. Sie fragt ständig, was sie tun soll. Oder wie andere die Situation empfinden. Mir kam es so vor, als ob die Autorin den Lesern das Wissen über die verschiedenen Fantasy-Elemente nicht zutraut und durch Finns ständige Fragen alles erklären wollte. Wenn es eigene neue Elemente wären, dann würde ich das ja noch verstehen. Aber es sind Dinge, die jeder Fantasy-Leser kennt (Pentagramme, Runen, Vampirkräfte etc.).
Die beiden Vampirbrüder haben die Sache leider auch nicht besser gemacht. Die Gefühle zwischen Mordric und Finn gingen mir viel zu schnell und statt der Spice-Szenen wäre mir die Ausarbeitung einiger Plots viel lieber gewesen. Enhart hat mir besser gefallen, aber die Schlagabtäusche wurden mit der Zeit auch eintönig. Das Ende war für mich einfach vorhersehbar und ich hatte nicht das Gefühl, dass Finn eine Entwicklung hatte. Ich glaube nicht, dass ich den nächsten Band lesen werde.
Fazit: Für mich leider eine der langweiligsten und langatmigsten Geschichten, die ich je gelesen habe. Keine der Figuren hatte eine herausstechende Persönlichkeit. Besonders Finn wirkte wie eine Marionette, die alles mit sich machen lässt. Leider ein 2-Sterne-Buch.
Rezensionen von lesen=liebe:
Leselöwen 2. Klasse - Das geheime Leben der Tiere - Die weiße Wölfin in Gefahr von Vanessa Walder
Ein spannendes Abenteuer für junge Leser*innen
Die weiße Wölfin in Gefahr ist die zweite Geschichte der mutigen Wölfin Fünf, erschienen in der beliebten Leselöwen‑Reihe. Fünf wurde dieses Mal auserwählt, mit ihrem Vater auf die Jagd zu gehen. Immer mit dabei ist ihr bester Freund, der Rabe Raak. Als ein Bär ihren Weg kreuzt, ist Fünf auf sich allein gestellt – doch sie beweist großen Mut.
Das Buch richtet sich an Kinder der 2. Klasse. Die lesefreundliche Schriftart und die Silbenschrift erleichtern das Lesen. Die Illustrationen sind wunderschön – an dieser Stelle muss man der Illustratorin ein großes Kompliment aussprechen. Sprechblasen und Leserätsel sorgen für Abwechslung und lockern das Lesevergnügen auf.
Wir kennen bereits die erste Geschichte, Das Abenteuer der weißen Wölfin. Auch diese Geschichte ist sehr spannend geschrieben, und einige Lacher sind vorprogrammiert. Am Ende der Geschichte findet man Wissenswertes rund um das Leben der Wölfe. Zu guter Letzt kann man das Leselöwen‑Lösungswort eintragen und online eingeben. Dadurch werden weitere Rätsel und Spiele freigeschaltet.
Mein siebenjähriger Sohn hat das Buch selbstständig durchgelesen. Er kommt im September in die 2. Klasse und kam mit dem Buch (Schrift, Textmenge) wunderbar zurecht. Ich bin grundsätzlich ein großer Fan der Silbenschrift, wir bräuchten sie aber nicht mehr unbedingt. Mein Sohn neigt dazu, dadurch etwas abgehakt zu lesen. Dennoch fällt das Lesen bei schwierigen Wörtern definitiv leichter. Die Geschichte ist sehr gut angekommen – eine Mischung aus Fun und Spannung. Die Rätsel hat mein Sohn zunächst übersprungen. Vielleicht hat er ein anderes Mal Lust, sie zu lösen.
Rezensionen von Vicky:
Blaues Feuer von Michael Thode
Das Meer verzeiht keine Fehler
'Blaues Feuer' ist ein unglaublicher Thriller des Autors Michael Thode. Außerdem bildet das Buch den ersten Band der neuen Yorick-Vard-Reihe.
Das Buchcover ist mir sofort ins Auge gestochen, es ist ein richtiger Blickfang. Die Geschichte umfasst 86 Kapitel mit Ortsangaben und einem Endkapitel.Unter 'Zum Buch' kann man sich einen kurzen Vorgeschmack auf die Geschichte rund um Dr.
Kristina Sabo, das leuchtende Bakterium und Elitesoldat Yorick Vard holen.
Die Figuren sind gut dargestellt und die Geschichte sehr spannend. Ich habe diese Mischung aus Elitesoldaten, Wissenschaft und Verschwörung sehr genossen. Autor Michael Thode hat hier eine wunderbare und mitreißende Kombination geschaffen. Anfangs war ich von den verschiedenen Handlungssträngen etwas genervt, konnte ich mich doch nie entscheiden, welche ich lieber lesen will. Außerdem will ich jetzt unbedingt Skolebrød essen.
Fazit: Wow, was für ein Buch und was für eine Geschichte. Ich war total gefesselt! Der Schreibstil von Michael Thode ist sehr angenehm und flüssig, die Seiten fliegen nur so dahin! Sehr überrascht war ich ehrlich gesagt vom Ende. Ich hatte nicht erwartet bzw. vermutlich übersehen, dass es der Auftakt einer Reihe ist. Dieses Ende fand ich allerdings sehr positiv. Ich werde die Reihe und den Autor definitiv im Auge behalten und freue mich auf weitere Abenteuer mit Yorick.
Abschließen möchte ich mit einem Zitat aus dem Buch, um euch einen Eindruck von Yorick zu geben: Jedenfalls wünschen wir keine kreativen Interpretationen der Befehle.
Rezensionen von Shilo:
Sommerblitz aus dem Süden von Henning von Amrum
Ein Auftakt mit vielen Wegen
Hans wächst mit der Jolle auf und entscheidet sich für die kaiserliche Marine. Damit geht er einen Weg, der auch mit der Geschichte seiner Familie zu tun hat. Seine Geschwister haben dagegen ganz andere Vorstellungen. Seine Schwester möchte als Studentin ihren eigenen Weg gehen, ein Bruder findet seinen Platz im internationalen Handel und Hans zieht es zur Marine.
Gerade diese unterschiedlichen Wege fand ich interessant, weil dadurch jeder in der Familie seine eigene Geschichte bekommt.
Dann begegnet Hans Lucia aus Bologna. Zwischen den beiden entwickelt sich eine Liebe, die es nicht leicht hat. Sie leben weit voneinander entfernt und auch die Erwartungen ihrer Familien machen vieles schwieriger. Dazu kommen die politischen Spannungen dieser Jahre. Als Lucias Bruder Carlo als Offizier der italienischen Marine in die Ereignisse hineingezogen wird, bekommt auch Hans' Leben eine andere Richtung.
Beim Lesen entsteht ein schönes Bild von Kiel zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Stadt wächst, die Marine wird immer wichtiger und überall ist dieser Aufbruch zu spüren. Gleichzeitig hält die Familie Kronowetter an ihren Vorstellungen fest. Beides passt gut zusammen und macht die Zeit glaubwürdig.
Die Geschichte zwischen Hans und Lucia bringt dabei etwas Persönliches hinein. Ihre Herkunft aus Bologna und sein Leben in Kiel könnten kaum unterschiedlicher sein. Trotzdem fühlt sich ihre Verbindung nicht fehl am Platz an. Gerade weil immer wieder etwas dazwischenkommt, bleibt man bei den beiden und möchte wissen, ob ihre Liebe überhaupt eine Chance bekommt.
Auch die politischen Ereignisse werden für die Figuren spürbar. Der Aufmarsch gegen das Osmanische Reich ist nicht nur ein historischer Hintergrund. Für Hans wird daraus eine persönliche Entscheidung, bei der es um mehr geht als um seine berufliche Zukunft.
Überhaupt geht es viel darum, den eigenen Platz im Leben zu finden. Die jungen Menschen in der Familie haben ihre eigenen Wünsche und müssen sich trotzdem mit den Vorstellungen ihrer Eltern auseinandersetzen. Das war für mich ein schöner Teil der Geschichte, weil es zeigt, dass sich manche Fragen trotz der vielen Jahre dazwischen gar nicht so sehr verändert haben.
Die Wechsel zwischen Kiel und der Emilia-Romagna bringen Abwechslung in die Geschichte. Gleichzeitig lernt man verschiedene Lebenswelten kennen und bekommt einen guten Eindruck davon, wie eng die Familien miteinander verbunden sind. Die Entfernung zwischen den Orten ist dabei immer wieder zu spüren.
Beim Lesen hat mir besonders gefallen, wie die persönlichen Geschichten langsam mit den großen Veränderungen dieser Zeit zusammenwachsen. Es geht um Familie und Liebe, aber eben auch um Entscheidungen, die durch die politischen Entwicklungen plötzlich ganz anders aussehen können.
Am Ende sind noch viele Wege offen. Gerade bei Hans und Lucia möchte man wissen, was aus ihrer Verbindung wird und welche Entscheidungen noch auf die Familie zukommen. Deshalb macht der erste Band neugierig auf die Fortsetzung.
Der Auftakt verbindet eine Familiengeschichte mit Marine, Liebe und den politischen Veränderungen der Jahre 1910 bis 1912. Dabei stehen die Menschen und ihre Entscheidungen im Mittelpunkt. Die Geschichte hat viel Inhalt, bleibt aber gut lesbar und vermittelt nebenbei ein interessantes Bild dieser Zeit.
5 Sterne.
Rezensionen von Katyleh:
Stolz, Vorurteil und Hexerei von Melinda Taub
Überraschend gut
Wer „Stolz und Vorurteil“ kennt, kennt natürlich auch Lydia Bennet – und ehrlich gesagt war sie von den Bennet-Schwestern immer diejenige, mit der ich am wenigsten anfangen konnte. Umso überraschter war ich, wie anders ich sie in „Stolz, Vorurteil und Hexerei“ von Melinda Taub erlebt habe.
Der Einstieg in die Geschichte war für mich allerdings etwas langatmig. Besonders Lydias Kindheit und ihre ersten Erfahrungen mit der Hexerei konnten mich zunächst nicht ganz fesseln. Doch sobald die Geschichte richtig Fahrt aufnimmt, hat sie mich immer mehr in ihren Bann gezogen.
Besonders gut gefallen hat mir, dass Lydia selbst ihre Geschichte erzählt und dabei immer wieder mit ihrer wunderbar witzigen und frechen Art für Unterhaltung sorgt. Dadurch bekommt man einen ganz neuen Blick auf ihre Persönlichkeit und versteht sie deutlich besser. Die magischen Elemente fügen sich dabei auf eine spannende und ungewöhnliche Weise in die bekannte Geschichte ein und sorgen immer wieder für überraschende Momente.
Ich fand es außerdem sehr interessant zu erfahren, was eigentlich hinter Lydias Verhalten steckt und wie ihr Leben abseits der bekannten Ereignisse verlaufen ist. Ausgerechnet die Figur, die ich bisher am wenigsten mochte, ist mir durch dieses Buch deutlich sympathischer geworden.
Wer „Stolz und Vorurteil“ bereits kennt, wird mit dieser ungewöhnlichen Neuinterpretation sicherlich noch mehr Freude haben, denn viele bekannte Figuren und Ereignisse tauchen in einem völlig neuen Licht auf. Für mich eine originelle Mischung aus Jane-Austen-Flair, Humor, Magie und einer Prise Romantik.
Rezensionen von drachenzahn:
Juli im Land der Zeitgeister von Wieland Freund
Zwischen Momo und Alice im Wunderland
Als plötzlich alle 253 Uhren im Haus ihrer Großmutter um Punkt 14:30 Uhr stehen bleiben, ahnt die fast elfjährige Juli sofort, dass etwas nicht stimmt. Noch seltsamer ist allerdings, dass auch ihre Oma mitten in einer Bewegung wie eingefroren wirkt. Gemeinsam mit dem geheimnisvollen Uhrmacher Thaddäus und dem katzenähnlichen Zeitgeist Trim gelangt Juli durch eine alte Standuhr in das Land der Großen Uhr.
Es erwartet sie eine fantastische Welt, in der Wälder, Städte und Flüsse auf einem riesigen Ziffernblatt angeordnet sind und die Zeiger am Himmel ihre Bahnen ziehen. Doch die Zeit ist aus dem Takt geraten, und nur Juli und ihre ungewöhnlichen Begleiter können sie wieder in Bewegung setzen.
Die größte Stärke des Buches ist zweifellos seine außergewöhnliche Welt. Wieland Freund erschafft einen Schauplatz voller origineller Ideen, skurriler Figuren und überraschender Einfälle. Mal begegnet man exzentrischen Hexen, mal seltsamen Zeitgeistern oder Häusern, die sich den gewohnten Regeln widersetzen. Die Geschichte erinnert dabei stellenweise an klassische fantastische Kinderbücher und weckt gelegentlich Assoziationen zu Michael Endes „Momo“ oder Lewis Carrolls „Alice im Wunderland“, entwickelt jedoch einen ganz eigenen Charakter.
Besonders gut gefallen haben mir die zahlreichen Details, die das Uhrenland lebendig wirken lassen. Die Karte auf den Vorsatzseiten erleichtert die Orientierung und macht Lust darauf, Julis Reise Schritt für Schritt zu verfolgen. Auch die stimmungsvollen Kapitelillustrationen tragen viel zur besonderen Atmosphäre bei.
Der Einstieg fiel mir allerdings nicht ganz leicht. Der Leser wird ohne viele Erklärungen direkt in die Handlung geworfen, und manche Zusammenhänge bleiben zunächst bewusst im Unklaren. Dadurch benötigt die Geschichte etwas Zeit, bis man sich in dieser ungewöhnlichen Welt zurechtfindet.
Dennoch überwiegen für mich eindeutig die positiven Aspekte. „Juli im Land der Zeitgeister“ ist ein fantasievolles, spannendes und ideenreiches Abenteuer über Freundschaft, Mut und den Wert der Zeit. Auch wenn es meine Erwartungen nicht vollständig erfüllen konnte, hatte ich viel Freude beim Lesen. Für Kinder ab etwa neun Jahren ist dieses Buch eine klare Empfehlung.











