Persönliche Lese- tipps
100 x Österreich von Haus
100 x Österreich
„Widerstand“ und „Würstelstand“, „Tochtersöhne“, „Sternsingen“ und „Insel der Seeligen“. Als buchgewordenes Bonusmaterial zum „Haus der Geschichte Österreichs“ versammelt der auch fürs Auge angenehm hergerichte Band Vor- und Nachdenken über Österreich. Aufgeschrieben von Professor*innen und Poet*innen, ein Who‘s Who in Rot-Weiß-Rot.
Es eröffnen sich verblüffende Blickwinkel auf ein kleines Land, auf die Sehnsucht nach Weltgeltung und Vernebelungsversuche der eigenen Nichtigkeit. Kurzum: Man lernt ungemütlich viel über dieses ach so gemütliche Österreich.
Palm Beach, Finland von Antti Tuomainen
Palm Beach, Finland
Diese Buch erinnert an "Miami Vice" und "Baywatch", nur: es spielt in Finnland. Ein Investor benennt einen Strandabschnitt in Palm Beach um, und in der Folge wird gesurft, gemordet und geschmunzelt. Antti Tuomainen ist für mich DIE Krimi-Neuentdeckung der letzten Jahre. Nach seinem grandiosen Buch „Die letzten Meter bis zum Friedhof“ und seinem fulminanten Auftritt beim Krimifest Tirol 2018, setzt er mit seinem neuen Roman noch eins drauf.
Absurde Komik, Spannung, schräge Figuren - ein richtig cooler Finne ist das!
Die einzige Geschichte von Julian Barnes
Die einzige Geschichte
Ein alter Mann blickt zurück auf sein Verhältnis, das er mit 19 mit einer verheirateten, um vieles älteren Frau hatte. Es beginnt am Tennisplatz einer piefigen Kleinstadt im Nachkriegsengland und könnte Stoff für launig-frivoles Fabulieren sein. Nicht für Julian Barnes, der hier keine pikante Affäre, sondern eine Jahre andauernde und tragisch verlaufende Love Story diskret, aber mit unsentimentaler analytischer Präzision entrollt und die Frage nach dem Verhältnis von Leiden und Leidenschaft stellt.
Robert Renk empfiehlt:
Biedermeiern von Livia Klingl
Biedermeiern
Der Untertitel lautet Politisch unkorrekte Betrachtungen und dass sich Livia Klingl kein Blatt vor den Mund nimmt, ist kein Geheimnis. Seit dem Wahlsieg der türkis-blauen Koalition im Oktober 2017 begleitet sie auf Facebook das österreichische Politgeschehen mit dem Projekt "Biedermeiern": tägliche Meldungen, kritisch, satirisch, menschlich und im besten Sinne politisch unkorrekt.
Von Kern bis Kickl, von Kurz bis Strache bleibt keiner vor Klingls spitzer Feder verschont. Ein kleines Buch voll großer Wahrheiten.
Andrea Scheiber empfiehlt:
Im Jahr der Finsternis von Callis I.L.
Im Jahr der Finsternis
Brisant – Aktuell – Zeitgemäß „So ein Terroranschlag würde nicht nur Europa erschüttern, sondern die ganze Welt.“ Kurz vor den Europaparlamentswahlen plant eine Rechtsextremistische Organisation einen Anschlag auf eine der mächtigsten Männer der Welt. Als Hellberg die Beerdigung seiner Mutter in Wien organisiert wird plötzlich seine Tochter entführt.
Was wollen die nur von Ihr und wie weit hat das mit seiner verstorbenen Mutter zu tun? Spannend bis zum Schluss.
Die guten Tage von Marko Dinic
Die guten Tage
Vor zehn Jahren hat der Icherzähler Belgrad fluchtartig verlassen, nun kehrt er zum Begräbnis der Großmutter zurück und stellt sich den Dämonen der Vergangenheit: den Erinnerungen an die Bombardierung Belgrads, den nationalistischen Indoktrinationen in Schule und Elternhaus, der ewigen Spirale von Hass und Gewalt und der bohrenden Frage: Wie konnte es sein, dass unsere Eltern das zugelassen und mitgetragen haben? Marko Dinic? setzt einer vom Zerfall Jugoslawiens traumatisierten Generation ein sprachmächtiges Denkmal.
jana, vermacht von Anja Utler
jana, vermacht
Wenn das Wort plötzlich körperlich erfahrbar wird, vermacht uns Anja Utler gerade neue Laute, zerstückelt sie Sprache in Musik, vers-splittert sie das Gedicht in Basallaute, in Basalgefühle. Es ist vielleicht eine Vertonung, eine Verschriftlichung der Nachkriegsgeneration mit all ihren Brüchen, Lücken und Ungereimtheiten.
Da werden dann Konsonanten und Vokale zu den Molekülen des Gefühls. Gerade die beigefügte CD offenbart den zweigestückelten Monolog, das atemlose Panoptikum, das Klangmosaik.
Jahre des Jägers von Winslow Don
Jahre des Jägers
Art Keller at his best – Art Keller in Hochform! Don Winslows Abschluss der Trilogie um den mexikanisch-amerikanischen Drogenkrieg, ein Wiedersehen mit Totgeglaubten und in Vergessenheit geratenen Freunden, Feinden und Drogen. Die amerikanische Drogenpolitik ist gescheitert und der Hunger nach Heroin ist stärker als jemals zuvor.
Auch hier schafft es Don Winslow wieder seine Geschichte spannend und nah an der Realität zu erzählen.
Wer hat meinen Vater umgebracht von Édouard Louis
Wer hat meinen Vater umgebracht
Édouard Louis ist Mitte 20 – und Frankreichs neuer Großdenker. Seine Methode nennt er „konfrontativ“. In „Wer hat meinen Vater umgebracht“ macht er keine Gefangenen. Der Text ist eine Abrechnung mit dem Frankreich der Gegenwart. Und der Vater eine Übermetapher: Ein einstiger Polterer, ein Prügler, ein insgeheim sentimentaler Täter und das abgewrackte Opfer optimierungssüchtiger Zeiten.
Das Buch ist aber auch die Geschichte einer Annäherung. Zorn war selten rührender. Und Rührung selten aufschlussreicher.
GIER - Wie weit würdest du gehen? von Marc Elsberg
Gier
Seit Blackout steht Marc Elsberg für perfekten Mix aus Thrill, Wissenschaft & Gesellschaftspolitik, Gier ist eine Neuauflage dieser Bestseller-Kombi. Jan wird in Berlin Zeuge eines Mordes, das Opfer ist Nobelpreisträger Thompson, der sich auf dem Weg zu einer wichtigen Rede befindet. Denn die Welt steht am wirtschaftlichen Abgrund, Thompson hätte die Lösung, ein revolutionäres neues Wirtschaftskonzept, im Gepäck.
Nicht im Sinne von Hedgefonds, Heuschrecken & Co, die eine mörderische Jagd auf Jan beginnen.











