Kunden em pfehlungen
Rezensionen von pandas_bücherblog:
Wenn kleine Igel mutig sind von Sandra Grimm
Ein wunderschönes Mutmachbuch für kleine Kinder
Das Cover ist supersüß und die Texte sind angenehm kurz und perfekt für kleine Kinder geeignet. Meine Tochter hört aufmerksam zu und schaut sich besonders den kleinen Igel total gerne an. Auch die Illustrationen sind wunderschön und total liebevoll gestaltet. Die Tiere haben so viel Ausdruck und auf den Seiten gibt es immer wieder kleine Details zu entdecken, ohne dass es überladen wirkt.
Das Buch hat uns wirklich richtig gut gefallen und wird hier immer wieder gerne angeschaut. Meine Tochter ist knapp 2 und auch wenn Angst bei uns aktuell noch kein riesiges Thema ist, merkt man schon, dass vor allem sehr laute oder unbekannte Geräusche ihr manchmal unheimlich sind. Ich denke auch, dass uns das Thema sicher noch länger begleiten wird, wenn das Thema Angst in Zukunft mehr aufkommt.
Der kleine Igel ist unglaublich niedlich dargestellt und man fühlt sofort mit ihm mit, als er die Geräusche hört und nicht einschlafen kann. Besonders schön finde ich, dass das Buch Kindern vermittelt, dass Angst völlig normal ist und jeder anders damit umgeht. Er trifft verschiedene Tiere, die ihm ihre eigenen Mutmach-Strategien zeigen. Manche helfen ihm mehr, andere weniger, und genau das mochte ich sehr. Es wird nicht vermittelt, dass es nur einen richtigen Weg gibt, sondern dass jedes Kind selbst herausfinden darf, was ihm guttut.
Fazit:
Für uns ein wirklich schönes, warmes Bilderbuch über Angst, Mut und Geborgenheit, das ich gerade für Kleinkinder sehr empfehlen kann.
5/5 Sterne
Rezensionen von Lesemaus:
Bakterien – die heimlichen Helden von Peter Wohlleben
Faszinierendes Thema
Bakterien spielen überall eine zentrale Rolle und bestimmen unser Leben auf vielen Ebenen mit. Das war mir vorher gar nicht so bewusst. Statt sie nur als lästige und gefährliche Keime zu sehen, wird gezeigt, wie vielfältig ihre Funktionen sind, zum Beispiel bei der Verdauung, in Lebensmitteln wie Joghurt oder Sauerkraut und auch beim Wetter.
Gleichzeitig werden auch problematische Aspekte wie Resistenzen oder gefährliche Arten angesprochen. Obwohl es um komplexe wissenschaftliche Zusammenhänge geht, wirkt der Schreibstil angenehm locker und leicht zugänglich. Interessant fand ich den neuen Blick auf die Bedeutung von Bakterien in meinem Alltag.
Durch das Sachbuch lernt man, Bakterien differenzierter zu betrachten und ihre Bedeutung im großen Zusammenhang des Lebens besser zu verstehen. Informativ, unterhaltsam und sehr lesenswert.
Rezensionen von pandas_bücherblog:
Mein Sachen suchen Wimmelbuch: Dinosaurier von Peter Nieländer
Viel zu entdecken, aber noch etwas früh für uns
Das Cover finde ich wieder sehr gelungen, doch auch wenn Wimmelbücher hier aktuell total im Kommen sind, ist dieses Buch für meine Tochter (knapp 2) ehrlich gesagt noch eine kleine Herausforderung. Grundsätzlich ist es aber wirklich schön gemacht.
Die Illustrationen sind detailreich, bunt und trotzdem nicht überladen, und die vielen Klappen machen das Ganze natürlich erst so richtig spannend.
Meine Tochter liebt es schon jetzt, alles zu öffnen und zu schauen, was sich dahinter verbirgt, auch wenn sie den inhaltlichen Zusammenhang natürlich noch nicht wirklich erfassen kann.
Genau da liegt für uns aktuell auch der Knackpunkt: Der Inhalt ist doch ziemlich komplex. Die vielen Dinosauriernamen, die Zeitalter und die eher sachlichen Informationen sind für dieses Alter noch kaum greifbar. Ich selbst musste beim Vorlesen teilweise auch ganz schön überlegen, wie man einiges überhaupt ausspricht oder erklärt.
Man merkt, dass das Buch eigentlich sehr viel Wissen vermittelt und wahrscheinlich für etwas ältere Kinder richtig spannend ist. Für uns steht im Moment deshalb eher das gemeinsame Anschauen und Entdecken der Bilder im Vordergrund, weniger das inhaltliche Lernen.
Die Idee mit den Klappen finde ich aber wirklich toll und sehr hochwertig umgesetzt. Ich hätte mir nur gewünscht, dass sie etwas robuster sind. Gerade dieser Mitmach-Aspekt sorgt aber dafür, dass es trotzdem gern zur Hand genommen wird.
Fazit:
Insgesamt ein schönes, hochwertiges Wimmelbuch mit viel Potenzial, nur für unser aktuelles Alter noch etwas früh angesetzt.
4/5 Sterne
Rezensionen von lorireads:
All the things I didn't say von Ann Liang
Süße Teenieromanze für jedes Alter
All the things i didn't say hat mich echt positiv überrascht. Die Geschichte klang zwar schon süß und nach meinem Geschmack, aber da meine Schulzeit nun doch schon einige Jahre hinter mir liegt, war ich trotzdem etwas skeptisch bezüglich des Settings und des Alters der Protagonisten. Aber schlussendlich hat sich das Buch absolut gelohnt und zählt für mich zu den Jugendbüchern, die man auch als Erwachsener gut lesen kann.
Außerdem hat es mich hin und wieder sehr an "Better than the movies" erinnert, das ich absolut geliebt habe.
Die Handlung fand ich spannend und auch der Schreibstil hat mir gut gefallen. Hier bekommt man Enemys to Lovers pur, den Sadie und Julius waren sich anfangs wirklich spinnefeind und haben mit ihrer gegenseitigen Abneigung kaum hinter dem Berg gehalten. Es war sehr süß zu lesen, wie sich aus diesen starken Gefühlen langsam etwas anderes entwickelt hat. Ich fand es authentisch beschrieben, wie Sadie ihre Gefühle anfangs zu verleugnen versucht, diese aber nach und nach die Oberhand gewinnen.
Ein Punkt, der mich etwas gestört hat war, dass vieles im Buch stark überzeichnet war. Die intensiven - positiven wie negativen - Gefühle zwischen Sadie und Julius haben noch sehr gut zum Thema gepasst, aber vor allem wie die Schule und die Lehrer teilweise dargestellt wurden, war meiner Meinung nach etwas übertrieben.
Ansonsten mochte ich das Buch sehr gerne und kann es auf jeden Fall weiterempfehlen. Ich denke, ich werde mir auch die anderen Bücher der Autorin noch näher anschauen, da mir der Schreibstil echt gut gefallen hat.
Rezensionen von Lesemaus:
Vega Varg - Das Schweigen der Insel von Åsa Hellberg
Ein gelungener Auftakt
Der Roman spielt auf den Kosterinseln im Grenzgebiet zwischen Schweden und Norwegen. Polizeichefin Vega Varg ermittelt dort in einem Mordfall, der sich schnell als viel komplexer herausstellt als gedacht.
Ich bin richtig gut in die Geschichte reingekommen. Der Schreibstil liest sich angenehm und flüssig, sodass ich schnell in die Handlung eintauchen konnte.
Die Inselstimmung gefiel mir richtig gut, und die Charaktere wirkten spannend und lebendig. Die vielen Geheimnisse und offenen Fragen machten gleich neugierig, und durch die überraschenden Wendungen blieb es durchgehend spannend.
Gefühlt hatte jeder etwas zu verbergen, und ich konnte im Verlauf niemanden wirklich ausschließen. Zwischendurch sorgten immer wieder spannende Wendungen und Cliffhanger dafür, dass ich einfach wissen musste, wie es weitergeht.
Am Ende fand ich vieles gut aufgelöst, auch wenn ein paar Punkte gern noch etwas ausführlicher hätten behandelt werden können.
Ich war insgesamt sehr gefesselt und hatte lange keine Ahnung, wie sich alles auflösen soll. Packende Unterhaltung und ein gelungener Auftakt.
Rezensionen von Ameland:
Meine schrecklich chaotische (Alb-)Traumfamilie von Heike Abidi
Plötzlich Teil einer Patchworkfamilie
Die 12-jährige Nelly ist kreuzunglücklich als sich ihre Eltern trennen und mit neuen Partnern und deren Kinder zusammenziehen. Statt Einzelkind mit Rückzugsort ist sie in einer Großfamilie mit ständigem Chaos und einer nicht geringen Lautstärke gelandet. Dazu kommt noch der wöchentlich wechselnde Wohnort, mal bei ihrer Mutter und mal bei ihrem Vater mit deren jeweiligen neuen Familie.
Ich war froh, dass zu Beginn des Buches alle Familienmitglieder und deren verwandtschaftlichen Verhältnisse untereinander kurz beschrieben wurden, sonst hätte ich schon früh den Überblick verloren.
Von Beginn an konnte ich Nellys Gefühle nicht nur nachvollziehen, sondern regelrecht spüren. Dank Pubertät fahren die Gefühle eh schon Achterbahn und dann noch diese gravierenden Änderungen in ihrem Leben. Sie ist voller Ängste und Wut, fühlt sich nicht verstanden. Was zum Teil auch daran liegt, dass die Erwachsenen nicht nur sie, sondern auch die übrigen Kinder nicht in die Entscheidungen mit einbeziehen. Nicht von heut auf morgen, aber nach einiger Zeit kann Nelly auch die Vorteile dieser Veränderungen erkennen. Ihre Entwicklung ist sehr gut dargestellt.
Aus Sicht einer Jugendlichen beschreibt Heike Abidi anschaulich mit welchen Sorgen, Ängsten, aber auch Wut und Unverständnis diese jungen Menschen bei einer Trennung der Eltern und ggf. auch Beziehung zu neuen Partnern zu kämpfen haben. Die Erwachsenen haben oft genug mit sich selbst zu tun und die Kinder werden vor vollendete Tatsachen gestellt.
Der Autorin ist es trotz dieses Themas gelungen, dem Jugendroman eine gewisse Leichtigkeit mitzugeben. In dem täglichen Chaos und den vielen Emotionen schwingt auch oft eine gute Portion Humor mit.
Rezensionen von Kwinsu:
Home Before Dark von Eva Björg Ægisdóttir
Alles ist anders
Marsibil kann noch immer nicht glauben, dass ihre Schwester Kristin vor 10 Jahren einfach so verschwunden ist, ohne großartig Spuren zu hinterlassen. Durch verschiedene Umstände plagt sie ein enorm schlechtes Gewissen. Als sie eines Tages zurück in ihr Elternhaus kommt, beschließt sie, sich noch einmal auf die Suche nach ihrer verschollenen Schwester zu machen.
Dabei tauchen Wahrheiten auf, die niemand für möglich gehalten hätte...
Eva Björg Ægisdóttir gehört zu einer von vielen hochkarätigen Schriftsteller*innen aus Island, die sich dem Nordic Noir verschrieben haben. Die Geschichte beginnt typisch langsam, ruhig und sphärisch, ist aber sogleich einnehmend und fesselnd. Die Story spielt abwechselnd im Jahre des Verschwindens von Kristin, 1966 und der erzählerischen Gegenwart, dem Jahr 1977. Besonders spannend sind die unterschiedlichen Erzählperspektiven - wir lesen abwechselnd aus der Sicht von Marsibil in den unterschiedlichen Erzählzeiten, als auch aus jener der verschwundenen Kristin.
Von Beginn an rätselt man, was mit Kristin passiert sein könnte. Die Autorin legt zahlreiche Fährten und so ergeben sich umfassende Möglichkeiten, was mit Kristin passiert sein könnte. Bis zum Schluss bleibt die Wahrheit offen und überrascht einen schlussendlich dann mit einem unerwartetem Ausgang. Zahlreiche Charaktere beleben den Thriller, allesamt auf ihre eigene Art verdächtig - jede*r ist gebeutelt von dem eigenen Schicksal. Keine*r scheint mit dem Verschwinden angemessen umgegangen zu sein, außerdem gibt es Figuren, die man lange Zeit gar nicht am Schirm hat. Peu á peu spitzt sich das Geschehen zusammen, um in einem überraschenden Finale zu gipfeln.
Die Atmosphäre des Buches ist düster, wobei die isländische Landschaft diesmal keine spezielle Rolle einnimmt. Vielmehr ist die tückische Psyche der Protagonistinnen Hauptschauplatz der Geschichte. Gekonnt spielt die Autorin mit Fakten, Wahrnehmungen und Empfindungen und führt so die Lesenden oftmals in die Irre.
Mein Fazit: "Home before dark" ist ein fesselnder und einnehmender Nordic Noir-Thriller, der mit vielen unerwarteten Wendungen daherkommt und deswegen auch keine Sekunde langweilig wird. Das Buch ist genau das, was ich mir von einem spannenden Thriller aus nordischen Gefilden erwarte, weshalb ich ihn uneingeschränkt für alle Liebhaber*innen dieses Genres empfehlen kann!
Rezensionen von Kwinsu:
Schlaf von Honor Jones
Der lange Hall des Missbrauchs
Margarets Kindheit ist geprägt von der innigen Freundschaft zu ihrer Freundin Biddy und: schwierigen Familienverhältnissen. Ihre Mutter Elisabeth ist herrisch und kalt, ihr Bruder Neal hingegen lässt ihr eine Aufmerksamkeit zukommen, die sie so nie wollte. Der familiäre Missbrauch verfolgt sie bis ins Erwachsenenalter und als das Leben der Mutter dem Ende zugeht, startet Margaret einen nüchternen Aufarbeitungs- und Befreiungsversuch.
"Schlaf" von Honor Jones ist ein bewegender Roman, der vor allem durch die Authentizität der Protagonistin und ihren emotionalen Kampf um Selbstbestimmung besticht. Margaret scheint von sich selbst entrückt zu sein, kapselt ihre Gefühle hab, wirkt dadurch nüchtern, distanziert und manchmal auch naiv. Lange Zeit ist es ihr nicht möglich, sich von ihrem kindlichen Ich zu befreien, erst im Laufe der Zeit, als sie zu reflektieren beginnt, gelingt es ihr an Stärke zu gewinnen - und sich nicht immer alles gefallen zu lassen. Die Kälte und die Manipulation, die ihr ihre Mutter zukommen hat lassen - und die ihr auch im Erwachsenenalter noch immer zu Teil wird, ist beklemmend, man fragt sich, wie es möglich ist, dass man sein eigenes Kind so für die eigene Selbstdarstellung missbrauchen kann. Durch die nüchterne, aber eindringliche und oft kindliche Sprache gelingt es der Autorin, dass man beim Lesen selbst den riesigen Kloß spürt, den Margaret mit sich herumschleppt.
Dass sich die Protagonistin als Erwachsene von der für sie unbefriedigenden Ehe mit Ezra befreit, deutet auf ihren Befreiungsschlag in Richtung Selbstbestimmung hin. Doch Elisabeth, ihre Mutter, will sie nicht loslassen, hält sie in starren Fängen, die es Margaret nicht ermöglichen sollen, eigenständig zu sein. Besonders gern spielt sie die Karte der umsorgenden Oma aus, die der eigenen Tochter auch noch ihren kruden Erziehungsstil aufdrücken will. Ein Lichtblick ist die tiefe Verbundenheit mit der Kindheitsfreundin Biddy, die unumwunden an ihrer Seite ist und Margaret nimmt, wie sie ist, auch wenn nicht immer alles aus- und angesprochen wird.
Die Autorin erzeugt besonders damit eine Sogwirkung, dass vieles nicht explizit geschildert wird, sondern eher angedeutet und vor allem die Auswirkungen auf die Psyche der Protagonistin dargestellt wird. So wird vermittelt, wie schwer es ist, aus sich selbst auszubrechen, um sich von den sozialisierten Lasten zu befreien. Auch die Bewusstseinsbildung für das Geschehene kommt erst im Laufe der Zeit zum Vorschein. Margaret kämpft tapfer und traut sich irgendwann auch zu konfrontieren.
Mein Fazit: "Schlaf" ist ein gelungener Roman über die tiefen Kerben einer Kindheit, die geprägt ist von Missbrauch, Verdrängung und Schweigen, deren Vollumfänglichkeit aber erst im Laufe eines Lebens bewusst wird. Es ist ein berührendes Buch über eine Selbstermächtigung, deren Schmerz man aber auch aushalten muss. Eine Leseempfehlung für alle, die bereit sind, sich auf psychische und teilweise auch körperliche Gewalt einzulassen und nicht wegzuschauen.
Rezensionen von beavielleser :
Die Queen von Mayfair von Alex Hay
Gute Sommerlektüre
Quinn Le Blanc ist die derzeitige Queen of Fives. Die Herrscherin im Chateau und eine raffinierte Betrügerin, die einen reichen Adeligen überzeugen will sie zu heiraten, um an sein Vermögen zu kommen. Allerdings hat sie nur 5 Tage Zeit. Dazu sind ausgeklügelte Täuschungsmanöver notwendig, es wird getrickst, gelogen und betrogen.
Doch es läuft nicht alles so glatt wie gewünscht. Eine geheimnisvolle Gestalt taucht immer wieder auf, die die Geschehnisse im Hintergrund wesentlich beeinflusst. Und auch die Familie des Ausgewählten ist nicht so einfach zu handhaben.
Ein Buch voller liebenswerter Charaktere, spannenden Wendungen und geistreichem Humor. Der Schreibstil ist leicht und flüssig. Einfach richtig gute Unterhaltung.
Obwohl dieses Buch nicht mein übliches Genre ist, hat es mir sehr gut gefallen. Wer gut unterhalten werden möchte ist mit diesem Buch richtig bedient.
Rezensionen von Bisco:
Tokyo von Tokuro Nukui
Eher ein Gesellschaftsdrama
1993 erschien „Schwarzer Sommer“ in Japan unter dem Originaltitel **„慟哭“ (Dōkoku / „Scream“) **. Jetzt hat es seinen Weg in den deutschen Buchhandel gefunden und versucht seinen Erfolg von 500.000 Exemplaren bei uns weiterzuführen.
Der Autor führ uns ins Japan der frühen 90er Jahre, wo die Polizei versucht, herauszufinden, wo die zwei vermissten Mädchen aus Oktober und November des Vorjahres geblieben sind.
Wie eines der Mädchen tot aufgefunden wird, wird eine SoKo zusammengestellt, um den Mörder aufzuspüren.
Wir erleben den Leiter des Dezernat für Tötungsdelikte Saeki. Dieser gilt als typischer Behördenpolizist, welcher über ein Studium in den Polizeidienst kam und recht schnell befördert wurde. Auf der Straße musste er noch nie seinen Dienst verrichten. Er gilt als eigen, sehr introvertiert, streng und verschlossen, wenn es um sein Privatleben geht. Er ist der Polizist, den kaum jemand mag.
Okamota ist wiederrum der „kleine“ Polizist, welcher die Ausbildung von ganz unten begonnen hat und dessen Aussichten so erfolgreich weit zu kommen wie sein Chef, eher schlecht stehen.
Die Spannung im japanischen Polizeidienst lesen wir immer wieder. Die Polizisten, welch es von klein auf lernen (klassische Ausbildung) hacken hinter vorgehaltener Hand auf die Karrierebeamten rum (Studierten und über Connection), welche mehr geschafft haben und dies bei meist weniger Einsatz. Dennoch lesen wir, egal wieviel gedisst und gemobbt wird, es immer bei der typischen Höflichkeit bleibt.
Der andere Geschichtsstrang handelt von einem Mann in den 30ern, welcher von Anfang an zu verstehen gibt, dass er einen Verlust erlitten hat. Ein großes, schwarzes Loch in seiner Brust, lässt ihn nicht zur Ruhe kommen. Keine Arbeit, Frust, Einsamkeit und Suche nach Erlösung lassen ihn durch den Tag streifen. Bis er auf eine junge Frau trifft, welche für ihn betet. Einfach so. Er findet seinen Weg in eine der sehr vielen Glaubensgesellschaften Japans (die Summe wird im Buch erwähnt und ist unvorstellbar hoch) und findet dort nach und nach Hilfe für sein Empfinden. Doch der Preis in solchen Religionsgemeinschaften sind sehr schnell sehr hoch.
Wir verfolgen also eine ratlose Polizei und einen Menschen, den wir nicht wirklich greifen können. Beide Geschichtsstränge führen zum Ende hin zusammen und geben eine klare und ersichtliche Auflösung, die man jedoch so nicht zu hundert Prozent erahnt, sondern nur ein bisschen bis dahin. Zu oft wird dafür im Buch auf die Probleme in Saekis familiäre Situation hingewiesen und auch Wiederholungen in der täglichen Sicht unseres Gläubigen.
Der Schreibstil ist unserem westlichen nicht viel anders, so dass man sich nicht umstellen muss. Die Namen kann man schnell zuordnen, und sonst einfach mal nen Zettel schreiben. Die Geschichte ist eher sehr langsam mit einem zu ruhigen Mittelteil, bevor das Ende wieder richtig anzieht.
Alles in allem war es für mich jedoch weniger ein Thriller als ein Gesellschaftsdrama, was zeigt, wo Menschen mit ihren emotionalen Problemen verbleiben, wenn die eigene Welt untergeht und niemand einen aufzufangen bereit ist.











