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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von kuhasi:

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Worst Date Ever (Knisternde RomCom von der erfolgreichen Autorin Kasie West) von Kasie West

Nicht zu viel versprochen

Alleine schon wegen der Aufmachung vom Farbschnitt her, musste ich das Buch mein Eigen nennen. Davon abgesehen, dass ich Romane in denen es irgendwie um Bücher geht liebe, habe das habe ich eh schon des Öfteren geschrieben.
Margot ist Old Schooled bei Beziehungen, verwendet zwar APPs, aber will ihre große Liebe offline kennenlernen am besten durch einen romantisch angehauchten Start.

Immerhin ist sie Anwärterin zur Literaturagentin für, wie könnte es anders sein, Liebesromane.
Vor drei Jahren hat sie beim Onlinedating Oliver kennengelernt und immer wieder stolpern matchen beide in diversen Portalen, doch damals verlief das erste Date katastrophal. Erstaunlicherweise können sich die beiden aber gut mit Worten ausdrücken und beginnen eine "Internetfreundschaft".
Leider hat Margot auch vor drei Jahren den Fehler gemacht und ist auf eine Affäre mit ihrem Chef eingegangen. Irgendwie steckt sie im Leben gerade fest und so ist sie auf einmal mutig und ändert gewisse Regeln und Dinge in ihrem Leben.
Das Buch hat eine schöne Würze und es geht auch teils sehr sexy und freizügig zu, also nichts für etwas prüdere LeserInnen.
Mir persönlich haben die Mischung und auch der Schreibstil gut gefallen und das Ende war ja zum Glück fast vorherzusehen.

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Worst Date Ever (Knisternde RomCom von der erfolgreichen Autorin Kasie West)

Rezensionen von ReiShimura:

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Starminster - Stadt in den Wolken Starminster von Megan Hopkins

Gute Grundidee, holprige Umsetzung

Dieser zauberhafte Fantasyroman ist der Auftakt zu einer Reihe und ich habe das Buch mit großer Begeisterung angefangen zu lesen. Leider konnte ich diese Begeisterung nicht bis zum Ende des Buches behalten. Daher bin ich mir nicht sicher ob ich weitere Bücher dieser Reihe lesen werde.
Der Auftakt der Geschichte hat mich überrascht, da die Stimmung doch recht düster und die angesprochenen Themen herausfordernd sind vor allem unter Berücksichtigung des empfohlenen Lesealters von 11 Jahren.

Immerhin geht es hier um ein Kind, dass von ihrer Mutter in einen Schuppen gesperrt wird und noch nie die Sterne gesehen hat. Weiter geht es dann mit der Entführung dieses Kindes durch eine fremde Frau mit Flügeln. Doch recht harter Tobak, wenn es auch sehr leicht und locker erzählt wird.

Dieser Kontrast zwischen ernsten Themen und einem doch recht saloppen Tonfall bleibt während des ganzen Buches erhalten. Dies führt einerseits dazu, dass die Schwere der Themen ein wenig abgemildert und verharmlost werden. Andererseits führt es aber auch dazu, dass falsche Botschaften an die Leser:innen gesendet werden.

Auf Starminster, der Stadt in den Wolken über London, war ich sehr gespannt und hatte große Erwartungen. Die Stadt ist auch durchaus interessant und wird anschaulich beschrieben. Leider bleiben aber auf meiner Seite viele Fragen offen. Eventuell werden diese ja in den weiteren Büchern beantwortet. Die offenen Punkte betreffen aber nicht nur die Stadt an sich, sondern durchziehen die gesamte Handlung. Die eine oder andere Logiklücke hat mich sehr gestört und mein Lesevergnügen ein wenig getrübt. Ich denke aber, dass dies bei der eigentlichen Zielgruppe des Buches nicht so störend sein dürfte.

Die Handlung ist phasenweise äußerst spannend und man möchte unbedingt weiterlesen. Andere Stellen sind dafür wieder langatmig und fast ein wenig langweilig. Eine Balance ist aber durchaus vorhanden. Leider hatte ich aber mit Astrid als Hauptperson so meine Probleme. Für meinen Geschmack nimmt sie viel zu viel als gegeben hin und hinterfragt zu wenig. Auch hätte ich mir ihren ersten Ausflug aus dem Schuppen interessanter und spektakulärer vorgestellt. Die Emotionen waren für mich aber nicht wirklich greifbar.

Alles in allem war dies ein netter Roman, der aber sein volles Potential nicht ausgeschöpft hat. Möglicherweise wird es in den nachfolgenden Büchern besser. So wirkt das ganze aber ein wenig unfertig und unausgereift. Dies finde ich sehr schade, denn die Grundidee des Buches fand ich ansprechend und gut.

Aufgrund der doch phasenweise recht düsteren Stimmung und schwierigen Themen bin ich mir bezüglich des Lesealters unsicher. Sensible Kinder könnten hierbei leicht überfordert und hierbei wäre es vielleicht hilfreich, wenn das Buch mit einem Erwachsenen zusammengelesen wird.

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Starminster - Stadt in den Wolken Starminster

Rezensionen von LesenIstLeben:

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Wie gut, dass ich ICH bin von Britta Kiwit

liebevoll gestaltetes Mutmach-Kinderbuch

„Wie gut, dass ich ICH bin. Selbstvertrauen stärken! Mutmachsätze für Kinder. von Britta Kiwit und Anna Lisicki – Hehn“ ist ein wunderschönes Kinderbuch voller Selbstvertrauen stärkenden Inspirationen.

Das Mutmach-Kinderbuch beginnt mit einem netten Vorwort und kleinen Tipps zum gemeinsamen Lesen.

Es folgen zehn besonders gestaltete Affirmationen für Groß und Klein.

Jede Doppelseite beginnt mit einem kleinen, liebevoll gereimten Text. Dazu passend gibt es eine passende Affirmation und eine Nachdenk – und Mitmach – Frage. Die wunderschönen, sehr gelungenen Bilder runden die gesamten Seiten harmonisch ab.

Die Illustrationen mit den leuchtenden Farben, den detaillierten kindgerechten Zeichnungen und den wunderschönen Formen sind einfach großartig. Jede Doppelseite des Buches lädt ein, diese immer wieder zu betrachten, zu bestaunen, denn die kleinen Details machen es so besonders.
Mit jeder Seite wird die Vielfalt, die Besonderheiten jedes Einzelnen spürbar. Jeder und Jede ist genauso richtig, wie sie ist.
Auch das Buchcover fügt sich wunderbar in das kleine Gesamtwerk ein, einfach toll.

„Wie gut, dass ich ICH bin. Selbstvertrauen stärken! Mutmachsätze für Kinder. von Britta Kiwit und Anna Lisicki – Hehn“ ist ein zauberhaftes Buch und eine klare Leseempfehlung, nicht nur für Kinder ab 2 Jahren.

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Wie gut, dass ich ICH bin

Rezensionen von fantasia:

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Sie flogen einen Sommer lang von Penelope Farmer

Ausgeträumt?

Das schön gestaltete Cover lädt zum Lesen des Buches ein, das mit einer fantasievollen Geschichte aufwartet.
Kinder, die sich ihren Traum vom Fliegen erfüllen können, einen Traum, den viele haben, aber der nur für Kinder realisierbar ist. Als die "sonst so strenge" Lehrerin Miss Hallibutt fragt, ob sie das auch lernen könne, verneint der Vogeljunge: "Nein, ich kann es nur Kindern beibringen.

Sie sind zu alt." Zu alt, um Träume realisieren zu können?
Nach einigen abenteuerlichen Tagen kommt, wie es kommen musste, der Tag der Entscheidung: für immer fliegen und mit dem Vogeljungen davon ziehen oder nach Hause zurückkehren, ohne je wieder fliegen zu können.
Wie die Entscheidung letztendlich ausfällt, will ich nicht verraten, um zukünftigen Leserinnen und Lesern die Spannung nicht wegzunehmen. Mich haben diese Wahlmöglichkeiten ein bisschen enttäuscht. Kann man seine Träume nicht auch im Alltag zumindest zum Teil realisieren bzw. muss man sich von allem trennen, um sie zu realisieren?? Aber das ist vielleicht eher eine Frage, die sich Erwachsenen stellt und nicht Kindern.

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Sie flogen einen Sommer lang

Rezensionen von Bellis-Perennis:

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Hitlers Gefolgsmann von Axel Spilcker

Die Wahrheit muss ans Licht

Die Wahrheit muss ans Licht

Robert Ley (1890-1945) war Reichorganisationsleiter der NSDAP und baute die Deutsche Arbeitsfront zum größten NS-Verband auf. Steinerne Zeuge ist der 4 km lange Gebäudekomplex der Prora auf Rügen, der von Ley in Auftrag gegeben worden ist. Nach dem Krieg war er im Nürnberger Prozess als Nummer 4 in der Hierarchie rund um Hitler einer der 24 Hauptangeklagten.

Seinem (Todes)Urteil in den Kriegsverbrecherprozessen entzieht sich Robert Ley 1945 durch Selbstmord.
Autor Axel Spilcker ist Historiker und Enkel von Robert Ley. In diesem Buch erzählt er vom Aufstieg des Robert Ley in den innersten Kreis um Hitler, von Intrigen, Korruption und fanatischem Antisemitismus, den Ley bis zu seinem Tode nicht abgelegt hat. Selbst als man ihm Beweise über die Verbrechen der NS-Zeit vorgelegt hat, behauptet er, Hitler hätte davon nichts gewusst. Axel Spilcker berichtet an Hand von exklusiven Dokumenten, wie den unveröffentlichten Memoiren von Leys letzter Lebensgefährtin Madeleine Wanderer, über seinen Großvater.

Wir erfahren wie Ley seine erste Frau und die gemeinsame Tochter Renate schnöde verlassen hat, um mit der von Hitler gefeierten Sopranistin Inga Hansen, die später in Morphiumsucht und Depressionen versinkt und sich 1942 das Leben nimmt, eine zweite Ehe einzugehen aus der drei Kinder, darunter sein eigener Vater Inger-Wolf Spilcker hervorgegangen ist. Die drei Kinder werden nach Ende des NS-Regimes in der Obhut der Großeltern, die ihren Namen in Spilcker geändert haben, getreu den Vorgaben des NS-Regimes aufwachsen: Ausgezeichnete Schulbildung nur für den Sohn und Stammhalter, für die Töchter muss eine Lehre genügen.

Axel Spilcker erzählt davon, wie man Robert Ley innerhalb der Familie nach wie vor verehrt. Besonders Renate, einer anerkannten Professorin und Feministin, hält an der „Heldenverehrung“ fest.

Daneben erfahren wir, dass die Familie einen jahrelangen Rechtsstreit um die Rückgabe des Vermögens, zu dem auch umfangreiche Immobilien geführt hat und, man glaubt es kaum, Recht bekommt, während die Nachfahren von enteigneten und ermordeten Juden leer ausgehen. Das Inger-Wolf Spilcker das Erbe verlieren wird, weil er mit Geld nicht umgehen kann, ist nur eine klitzekleine Genugtuung.

Meine Meinung:

Die Aufarbeitung von Familiengeschichten, die tief in der NS-Zeit verstrickt sind, ist Aufgabe der Enkel und Urenkel. Wie auch bei dieser Spurensuche ist deutlich zu sehen, dass die Kinder der Täter viel zu nahe an den Ereignissen dran.

Dieses Buch gewährt uns einen interessanten und sehr persönlichen Einblick in eine Familie, die mit der Last der Vergangenheit leben muss. Dabei spart Axel Spilcker seine eigenen Gefühle nicht aus.
Mögen noch mehr Enkel und Urenkel den Mut haben, sich mit der Geschichte ihrer Familien auseinanderzusetzen, zumal die Demokratie wieder unter Druck gerät, weil allenthalben nach einem starken Mann gerufen wird und das Wissen um die NS-Zeit leider (wieder) in Vergessenheit gerät. So wird in rechtsradikalen Kreisen behauptet, dass es sich bei den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen um Willkür der Siegermächte gehandelt habe. Solchen Behauptungen muss energisch entgegen getreten werden.
Für uns Wienerinnen und Wiener möchte ich anmerken, dass die Leystraße in der Brigittenau, dem 20. Bezirk Wiens, nach dem Bezirkspolitiker Konrad Ley (1801-1881) benannt ist.
Wenn Axel Spilcker meint, die Wahrheit gehöre ans Licht, kann ich ihm nur beipflichten.
Fazit:

Gerne gebe ich dieser lesenswerten und aufwühlenden Familiengeschichte 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Hitlers Gefolgsmann

Rezensionen von Eternal-Hope:

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Nicht von Dror Mishani

Von der Lüge und ihren Konsequenzen

"Nicht" von Dror Mishani ist ein Büchlein von nicht einmal 200 Seiten, das sich schnell und leicht liest, und trotzdem oder gerade deshalb tief nachhallt und es so richtig in sich hat.

Worum geht es? Eli ist Anfang 50, verwitwet und mit erwachsenen Kindern, und kann sein Glück kaum fassen, als er die faszinierende Künstlerin Lia kennen lernt, sich in sie verliebt und eine Beziehung mit ihr beginnt.

Wie schön, dass ihm noch einmal eine Chance auf so ein schönes Liebesglück gewährt wird!

Doch genau genommen ist es eine Dreierbeziehung, denn eine sehr große Liebe gibt es schon in Lias Leben: ihren langjährigen treuen Begleiter, den Kanaan-Hund Felix. Eli hatte bisher nicht viel mit Hunden zu tun und weiß nicht wirklich etwas über den Umgang mit ihnen, doch Lia zuliebe ist er bereit, den Hund auch in sein Leben zu lassen und sagt sogar zu, sich während eines mehrtägigen Auslandsaufenthaltes seiner neuen Partnerin um diesen zu kümmern. Ein eigenwilliger, kräftiger Hund und ein etwas zögerlicher Mann, der nichts von diesen Tieren versteht... kann das gut gehen? Tut es natürlich nicht, und so kommt es, wie es kommen muss: der Hund läuft davon, kommt zu Schaden und ist erst einmal weg, als Lia von ihrer Reise zurückkehrt.

Eli ist fest davon überzeugt, dass er nun sein neues Liebesglück mit Lia zerstören würde, wenn er ihr ehrlich gestehen würde, welchen Anteil er am Verschwinden des Hundes hatte und was wirklich geschehen ist. Und so erzählt er eine erste Lüge, die rasch weitere Lügen nach sich zieht, sodass er sich in ein ganzes Netz von Lügen verstrickt und immer weniger Möglichkeiten sieht, sich aus diesem zu befreien. Bis es zu einer unerwarteten Wendung kommt.

Das, und vieles mehr, ist die vordergründige Handlung des Buches.

Verfasst ist das Buch ungewöhnlicherweise in der Du-Form: "Du malst dir aus, wie du in vier Tagen zu einer Koryphäe für klassische Musik wirst, und wenn Lia aus Wien zurückkommt und dich fragt, was sollen wir heute Abend hören, sagst du: Das Streichquartett in g-Moll von Debussy würde zu unserer Stimmung passen, oder? Mittags läufst du durch ihr Viertel wie ein japanischer Tourist durch Venedig, suchst dir ein Café aus und bestellst einen Caprese-Salat und ein Glas Weißwein mitten am Tag. Du bist umgeben von Schränken, die du öffnen kannst und in denen sich Abschnitte ihres Lebens verstecken, von denen du nichts weißt - vielleicht sogar dunkle Kapitel oder gar Leichen - , aber du machst sie nicht auf, aus Respekt vor Lias Privatsphäre und für das Vertrauen, das sie dir schenkt." (S. 55/56)

Diese Erzählweise wirft interessante Fragen danach auf, wer hier eigentlich die Geschichte aus welcher Perspektive erzählt. Und immer wieder schimmern, so wie auch in der oben zitierten Textstelle, Hinweise auf die verborgene Tiefe der mehreren Jahrzehnte Erwachsenenlebens, die beide schon ohne einander verbracht und durchlebt haben, und die damit möglicherweise verbundenen Prägungen und Geheimnisse durch. Es ist eben nicht das gleiche wie im jungen Erwachsenenalter, wenn sich zwei Menschen im mittleren Lebensalter neu kennen lernen und verlieben, und beide tragen wohl ihr Päckchen mit sich herum.

Eli ist eben verwitwet, zu den Kindern hat er ein eher distanziertes Verhältnis und innerlich hat er in sich viele ungelöste Fragen, insbesondere in Bezug auf all das, was rund um den Tod seiner früheren Frau Oschra "nicht" passiert ist. Wenn man das Buch sorgfältig liest, findet man viele diesbezügliche Referenzen auf den Titel der deutschsprachigen Fassung des Buches, die zum Nachdenken anregen (man zähle z.B. in dieser Textstelle all die nicht/nichts/keine):

"Oschra ist gestorben, weil sie nicht mehr leben wollte", formst du Worte, von denen du einen Augenblick zuvor noch nicht gewusst hast, dass du sie sagen würdest. Nicht wegen der Krankheit, an der sie litt. Sie hat gesagt, sie habe keine Gründe weiterzuleben. Dass sie nicht mehr würde tanzen können und ihre große Karriere ohnehin verpasst hatte. Aber ich denke, es gab noch mehr Dinge, die sie beeinflusst haben und von denen ich nichts weiß, weil sie mir nichts darüber erzählt hat. Ich habe alles versucht, was ich konnte, um sie zu überreden, sich behandeln zu lassen, aber sie wollte davon nichts hören, und mein Sohn verzeiht mir das bis heute nicht. Ich weiß nicht, ob er denkt, sie wollte wegen mir nicht mehr leben oder dass ich beharrlicher hätte versuchen müssen, sie am Leben zu halten. Aber ich habe es versucht. Und nicht geschafft. Ich weiß nicht, was ihr passiert wäre, wäre sie mit jemand anderem verheiratet gewesen. Sie hat gesagt, das Leben habe ihr genügt. Dass sie nicht wieder gesund werden wolle. Das hat sie gesagt, gleich als wir von der Ärztin kamen, beim ersten Mal. Auf der Straße noch. Dass sie nicht mehr leben wolle. Und das war es." (S. 182)

Ich spüre beim Verfassen dieser Rezension, wie mich dieses Buch auch mehrere Wochen nach Beenden der Lektüre emotional tief berührt und mich zum Nachdenken auf verschiedenen Ebenen und über verschiedene Themen anregt. Da gibt es die vordergründige Handlung und die damit verbundenen Themen Vertrauen, Ehrlichkeit und Lüge in Beziehungen und die Frage, ob und unter welchen Bedingungen, vielleicht auch für welche Persönlichkeiten, sich auf einer kleinen Lüge, die weitere nach sich zieht, überhaupt eine tragfähige Beziehung aufbauen lassen kann.

Doch darunter liegen weitere Fragen wie die nach einem Neuanfang in der Mitte des Lebens, der eine Neudefinition der eigenen Persönlichkeit verlangt, aber gleichzeitig so viel biografisches Untergrundmaterial hat, auf dem diese zwangsläufig aufbauen muss. Damit ist es auch ein Buch, das die Frage nach dem stellt, was wir nicht nur tun, sondern auch unterlassen, nach unserer Verantwortung und Schuld im Leben, nach dem Bedauern danach, und was all diese Gefühle mit uns machen und wie diese schwere Last der Vergangenheit die Leichtigkeit einer neuen Verliebtheit mitbeeinflusst.

Es ist eine große Meisterschaft, in ein so kurzes und unterhaltsames Buch so viele tiefgründige existenzielle Lebensfragen einzubauen! Ich habe das Buch wirklich gerne gelesen und kann es allen, die philosophische und zweideutige Bücher mögen, die auf clevere Weise zum Nachdenken anregen, sehr empfehlen.

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Nicht

Rezensionen von Bellis-Perennis:

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Herbergers Kandidaten von Fabian Siegel

Sepp Herbergers Traum vom der Auferstehung des deutschen Fußballs

Dieses Buch, das im Jänner 2025 erschienen ist, passt perfekt zu der im Juni 2026 stattfindenden Fußball-WM.

Man schreibt das Jahr 1945. Der Zweite Weltkrieg ist zu Ende. Das in Trümmern liegende Deutschland wird von den Alliierten besetzt und verwaltet. Doch recht bald regt sich so etwas wie ein Anflug an Normalität: Vielerorts wird wieder Fußball gespielt.

Auch Sepp Herberger, der letzte Trainer der deutschen Fußballnationalmannschaft will wieder eine Mannschaft trainieren und träumt von der Wiedergeburt des deutschen Fußballs. Das ist kein leichtes Unterfangen. Denn erstens wird er selbst kritisch beäugt, wie er es mit dem NS-Regime gehalten hat und zweitens gelten Spieler wie Fritz Walter, dessen Bruder Ottmar und August Klingler vermisst. Zudem ist der DFB von der FIFA ausgeschlossen und jene Spieler, die den Krieg überlebt haben, sind über die vier Besatzungszonen verstreut.

Wie es Sepp Herberger gelingt, den Traum vom ersten Länderspiel nach dem Krieg wahr werden zu lassen, hat Autor Fabian Siegel an Hand zahlreicher Zeitungsausschnitte, Interviews und sonstiger Dokumente recherchiert.

Siegel erzählt, wie Herberger sich aufmacht, die Spieler ausfindig zumachen und langsam den Spielbetrieb wieder zu starten. Zunächst sind scheitert er beinahe am Widerstand der Alliierten, die dann später, mit Ausnahme der Sowjets, ihre Unterstützung zusagen.

Am 22. November 1950 ist es soweit! Das erste Länderspiel findet in Stuttgart gegen die Schweiz statt – die deutsche Mannschaft siegt mit 1:0.

Meine Meinung:

Das Buch ist penibel recherchiert und liest sich sehr gut. Manchmal, so scheint es, zitiert Fabian Siegel wörtlich aus den Fußballreportagen der einschlägigen Zeitungen. Zahlreiche Fotos ergänzen dieses Sachbuch.

Fabian Siegel stellt uns jene Spieler vor, die als Kandidaten für die neue deutsche Nationalmannschaft unter Sepp Herberger gelten. Nicht alle werden vor dem strengen Augen des Teamtrainers bestehen. Manche dieser Namen sind beinahe vergessen. Wer erinnert sich noch an Karl Barufka oder Robert Schlienz, dem ein Arm amputiert werden musste, und der trotzdem mehrmals in der deutschen National-Elf spielt?

Auffallend sind die extrem hohen Besucherzahlen in den Stadien - 50.000 bis 90.000 Besucher in Sportstätten, die lediglich behelfsmäßig errichtete bzw. reparierte Tribünen aufweisen. Wahnsinn! Ich mag gar nicht daran denken, welche Katastrophen hier eintreten hätten können, wenn eine solche Tribüne eingestürzt wäre. Beim ersten Länderspiel am 22. November 1950 sind sogar 115.000 Menschen im überfüllten Stadion. Die Polizei ist hoffnungslos überfordert.

Interessant zu lesen ist, wie wenig die Spieler bezahlt bekommen haben. Ein paar Mark, ein paar Lebensmittel oder Teile der Ausrüstung - kein Vergleich mit dem Millionengeschäft von heute.

Fabian Siegel spart auch nicht das Intrigenspiel und die persönlichen Machtkämpfe zwischen den Verbandsmitgliedern und Herberger nicht aus.

Am Schluss findet sich eine Liste der Protagonisten und ihr weiterer Lebenslauf.

Fazit:

Gerne gebe ich dieser Rückschau auf den Traum vom ersten Länderspiel und der Wiedergeburt des deutschen Fußballs 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Herbergers Kandidaten

Rezensionen von Bellis-Perennis:

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Weimar von Katja Hoyer

Weimar - eine Stadt mit vielen Gesichtern

Wer den Namen Weimar liest oder hört, verbindet die thüringische Stadt vor allem mit Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich von Schiller, der Weimarer Republik und vielleicht auch noch mit Walter Gropius und seinem Bauhaus. Doch gleichzeitg ist Weimar auch jene Stadt, die als Blaupause für die Machtübernahme und den Terror des NS-Regimes für ganz Deutschland dient(e).

Wie es dazu kommen konnte, erklärt Historikerin und Autorin Katja Hoyer in diesem aufschlussreichen Buch. Dazu hat sie in zahlreichen Archiven bislang unbekannte Quellen aufgestöbert und zudem lässt sie Bürger von Weimar der 30er und 40er Jahre zu Wort kommen. So dürfen wir im Tagebuch des Buchhändlers Carl Weirich lesen, der akribisch große und kleine Ereignisse seiner Familie sowie der Stadt festgehalten halt. Auch er wird sich, als ihn die amerikanischen Truppen am 16. April 1945 gemeinsam mit Tausenden anderen Einwohnern der Stadt durch das KZ-Buchenwald geführt wird, fragen (müssen) wie es dazu kommen konnte, dass er nichts gegen das Unrechtsregime unternommen hat. Er ist zwar nicht, wie so viele andere, der NSDAP beigetreten, gehört aber der Mehrheit der Bevölkerung an, die schweigend weggesehen hat, als man schon frühzeitig die kleine jüdische Gemeinde Weimars drangsaliert, ausgeraubt, deportiert und letztlich vernichtet hat.

Dann lenkt sie unser Interesse auf das Ehepaar Rosa und Arthur Schmidt, das das heruntergekommene Hotel Hohenzollern auch dadurch zu neuer Blüte bringt, weil sie ab 1926 den Nationalsozialisten Räume zur Verfügung stellen. Bis 1942 bleibt verborgen, dass Rosa jüdische Großeltern hat und deshalb gemäß den Nürnberger Gesetzen als Volljüdin gilt. 1944 wird sie deportiert und in Auschwitz ermordet. Arthur stirbt am 30. Jänner 1945, wenige Tage nach der Befreiung des KZ Auschwitz, an gebrochenem Herzen.

„Weimar, die Stadt, die dem demokratischen Neuanfang ihren Namen geben sollte, wurde zum Synonym für das katastrophale Scheitern dieses politischen Experiments, und das spiegelt sich in den gegensätzlichen Lebensbahnen seiner Bewohner wider. Welche Rolle spielten sie in diesem Prozess? Hatten die Amerikaner recht, mit ihrer Behauptung, dass auch sie Verantwortung trügen, weil sie sich widerstandslos in die Hände von Verbrechern und Wahnsinnigen begeben hätten? Kein Mensch kann völlig frei von den Umständen handeln, in denen er sich befindet. Das heißt jedoch keineswegs, dass die Menschen keine Entscheidungsgewalt hätten. Das Deutschland der Zwischenkriegszeit fasziniert Historiker und die Allgemeinheit, weil es die Spannung zwischen dem Individuum und dem Kollektiv, zwischen Unausweichlichkeit und eigener Verantwortlichkeit verkörpert.“

Das Buch fesselt durch die einerseits nüchterne Darstellung der Ereignisse ab 1914 sowie andererseits von den sehr persönlichen Aufzeichnungen und Schicksalen zahlreicher Weimarer Bewohnerinnen und Bewohner. Wie ambivalent sich einige Personen verhalten, zeigt sich durch Friedrich Nietzsches Schwester Elisabeth Förster-Nietzsche, die um das Andenken ihres Bruders weiterhin hoch zu halten, sich Hitler & Co. geradezu anbiedert.

Jedes Mal, wenn ich in diesem Buch den Namen des Gauleiters Fritz Sauckel gelesen habe, hat mein Kopf "Saukerl" daraus gemacht ....

Heute bemüht sich Weimar seiner ambivalenten und vielschichtigen Geschichte gerecht zu werden. So werden den zahlreichen Touristen nicht nur die Wohnstätten von Goethe und Schiller sowie das Erbe von Walter Gropius‘ Bauhaus durch Museum und Ausstellung näher gebracht, sondern auch die dunkle, unrühmliche Facette der Stadt. Ich selbst war 2023 anlässlich der 100-Jahr-Feier der Künstlervereinigung in Weimar. Damals hat das künstlerische Werk die NS-Vergangenheit der Stadt überstrahlt.

Fazit:

Ich kann dieses Buch, das den Weg Weimars als Stadt der gleichnamigen Klassik zur Hochburg des NS-Unrechtsregimes nur wärmstens empfehlen, weil es durch den eindringlichen Schreibstil der Autorin, die Geschichte erlebbar und erlesbar macht. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

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Weimar

Rezensionen von leseratte1604:

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Weil sie lügt von Caroline Seibt

Absoluter Pageturner

Vom Buchcover über den Schreibstil bis hin zum Inhalt hat mich dieser Thriller von Caroline Seibt absolut abgeholt - ich habe angefangen zu lesen und konnte einfach nicht mehr aufhören. Das Schicksal von Anna, deren Schwester spurlos verschwunden ist, deren Vater schuldig oder unschuldig im Gefängnis sitzt und die Mutter psychisch mehr als labil ist und Anna somit verantwortlich für ihren kleinen Bruder Leon ist, lässt einen nicht kalt.

Es gibt viele Wendungen, Verdächtigungen und am Ende kommt der große Knall.
Der Schreibstil ist flüssig, gut zu lesen und man "verheddert" sich auch nicht dabei, weil alles zu kompliziert ist. Meistens wird aus Annas Sicht erzählt, immer wieder aber auch aus der Sicht von Katharina, der Polizistin, die Julis Fall neu aufrollt und sich absolut in den Fall hineinhängt und ihre Familie dadurch vernachlässigt.
Nur eine einzige Stelle bleibt für mich etwas ungelöst, aber die spielt jetzt auch nicht eine so große Rolle, von daher 5 von 5 Sternen!

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Weil sie lügt

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Anna Plochl von Gabriele Reiterer

Anna von Meran, geb. Plochl - mehr als die Ehefrau eines Erzherzogs

Zu Anna Plochl (1804 –1885), die im Alter von 15 Jahren Erzherzog Johann (1782-1852) begegnet ist, gibt es zahlreiche romantische Filme und einige Romane, jedoch bislang kaum als historisch verbürgte Fakten einzustufende Informationen. Fast alles, was über sie geschrieben und erzählt wird (und wurde), endet mit der Hochzeit mit dem Habsburger im Jahr 1829.

Welchen Anteil sie an den Reformen der Landwirtschaft, die Johann zugeschrieben werden, hat, enthüllt die Kunsthistorikerin Gabriele Reiterer in dieser umfassenden Biografie. Dafür hat Reiterer in unzähligen Archiven geforscht und hat erstmals Zugriff auf das Familienarchiv der Familie Meran erhalten.

Wer ist sie nun, diese Anna Plochl, die als kleinbürgerliche Posthalterstochter in eine der mächtigsten Dynastien des 19. Jahrhunderts einheiratet?

Nach dem Intro erfahren wir in zehn Kapiteln sowie einem Epilog bislang Unbekanntes aus dem Leben der Anna Plochl, die Landwirtin, Pionierin und Habsburgerin gewesen ist:

1885 Aussee - Abschied und Neubeginn
Die Dynastie am Abgrund
Das „gamsaugete“ Mädchen
Das ehelose Zusammenleben
Eine andere Art der Ehe
„Ich empfehle dir das Ganze“
Die „persona dubia“ wird Freifrau von Brandhofen
Anna, die Aristokratin
Wetterleuchten
Wende und Abschied

Aus den zahlreichen Briefen, Tagebucheintragungen und Dokumenten gewinnt die Autorin ein interessantes Bild der Beziehung zwischen Anna und Johann, die sehr modern anmutet. Johann, der Bruder des Kaisers, muss nicht für dynastischen Nachwuchs sorgen, (weil das der Kaiser selbst erledigt hat) weshalb er, nach zehn Jahren des brüderlichen Widerstandes, die nicht standesgemäße Bürgerliche endlich heiraten darf. Allerdings sind beide zahlreichen Einschränkungen unterworfen. Vor allem zahlreiche Hofschranzen lassen Anna ihre Herkunft spüren, indem man sie herablassend behandelt. Dass Kinder aus einer morganatischen Ehe keinen Herrschaftsanspruch haben, ist spätestens 1918 ohnehin obsolet. Dieses Schicksal teilt ihr Sohn Franz von Meran (1839-1891) mit den Kindern des 1914 in Sarajevo ermordeten Thronfolgerpaares Erzherzog Franz Ferdinand und seiner Ehefrau Sophie von Hohenberg, geborene Chotek.

In Laufe der Jahr wird Anna Plochl zunächst als Freifrau von Brandhofen und dann als Gräfin von Meran geadelt. Welche Rolle hier der allseits bekannte (und teils verhasste) Fürst Metternich gespielt hat, kann man hier nachlesen.
Anna von Meran wird ihren Mann um 26 Jahre überleben. Letztlich werden Anna und Johann im Mausoleum auf ihrem Südtiroler Anwesen, dem Schloss Schenna, beigesetzt.

Auf Grund der ständigen Abwesenheit ihres Ehemanns „schupft“ die bodenständige Anna die weit verzweigten landwirtschaftlichen Betriebe mit erstaunlicher Wirtschaftskompetenz und ist hoch angesehen. Mit Fug und Recht kann Anna von Meran, geborene Plochl, in erster Linie als Landwirtin und Pionierin bezeichnet werden.

Das Buch, das der 11. Teil der Serie „Reihenweise kluge Frauen“ aus dem Verlag Molden ist, ist wie die anderen Biografien, als gediegenes Hardcover erschienen, und enthält zahlreiche zeitgenössische Abbildungen. Das Buch eignet sich bestens als Geschenk.

Fazit:

Gerne gebe ich dieser detaillierten Biografie einer Frau, die bislang nur romantisiert dargestellt worden ist, aber in Wirklichkeit eine Pionierin des Fortschritts gewesen ist, 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Anna Plochl