Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Carmen19994:
Die Straße von Robert Seethaler
Eine Straße voller Geschichten
Mit „Die Straße“ erzählt Robert Seethaler keine klassische Geschichte mit einer Hauptfigur und einem klaren Handlungsstrang. Stattdessen öffnet er die Türen zu den Häusern der Heidestraße und lässt nach und nach ihre Bewohner zu Wort kommen. Ein Antiquar, der von seinem kleinen Laden träumt, eine Heimleiterin, ein eigensinniger Junge, ein Pfarrer, Geschäftsleute und viele weitere Menschen bevölkern diese Straße – jeder mit seinen eigenen Sorgen, Wünschen und Geheimnissen.
Gerade dieser mosaikartige Aufbau macht den Roman besonders. Die einzelnen Episoden wirken zunächst wie lose Puzzleteile, doch mit der Zeit entsteht daraus ein immer dichteres Bild der Gemeinschaft. Es geht um Liebe und Einsamkeit, um Hoffnungen und Verlust, um Alltag und die großen Veränderungen, die plötzlich vor der eigenen Haustür stehen.
Besonders gut gefallen hat mir Seethalers genaue Beobachtungsgabe. Mit wenigen Worten zeichnet er seine Figuren und fängt dabei ganz unterschiedliche Stimmen ein. Mal ist es berührend, mal skurril, manchmal auch wunderbar trocken – gerade das bürokratische Amtsdeutsch sorgt für den einen oder anderen Schmunzler.
„Die Straße“ ist sicher kein Buch, das man nebenbei liest. Man muss sich auf die vielen Figuren und Perspektiven einlassen und die einzelnen Geschichten miteinander verbinden. Wer sich darauf einlässt, bekommt dafür ein vielschichtiges Porträt einer Straße und ihrer Bewohner. Am Ende hat man beinahe das Gefühl, selbst eine Weile dort gelebt und die Menschen hinter den Fenstern kennengelernt zu haben.
Rezensionen von Carmen19994:
Die zweitgrößte Liebe von Ruth-Maria Thomas
Liebe aus zwei Welten
„Die zweitgrößte Liebe“ hat mich vor allem durch seine Hauptfigur Michelle gepackt. Sie ist eigenwillig, verletzlich, selbstbewusst und gleichzeitig geprägt von dem Wissen, im Leben ohne großes Sicherheitsnetz auskommen zu müssen. Gerade diese Mischung macht sie unglaublich nahbar.
Im Zentrum steht ihre Beziehung zu Henry, der aus einer ganz anderen sozialen Welt kommt.
Was zunächst leicht und ungezwungen beginnt, wird zunehmend komplizierter. Denn zwischen den beiden stehen nicht nur unterschiedliche Lebensentwürfe, sondern auch Vorstellungen von Geld, Herkunft und dem eigenen Wert. Ruth-Maria Thomas zeigt sehr fein, wie Klassenzugehörigkeit Beziehungen beeinflussen kann – oft gerade dann, wenn die Beteiligten selbst gar nicht merken, welche Grenzen sie damit ziehen.
Besonders stark fand ich den Blick auf Michelles Leben außerhalb der Liebesgeschichte. Ihre finanzielle Situation, ihre Erfahrungen und ihr Kampf um Selbstständigkeit geben der Geschichte eine gesellschaftliche Tiefe, ohne dass das Thema belehrend wirkt. Thomas schreibt direkt, modern und mit einem sehr eigenen Ton, der die Figuren lebendig werden lässt.
„Die zweitgrößte Liebe“ ist für mich vor allem eine Geschichte über zwei Menschen, die sich nahekommen und trotzdem aus sehr unterschiedlichen Welten stammen. Eine bittersüße, kluge und wunderbar beobachtete Lektüre, die zeigt, dass Liebe manchmal nicht an fehlenden Gefühlen scheitert, sondern an allem, was man aus seinem bisherigen Leben mitbringt.
Rezensionen von Carmen19994:
Schlaf von Honor Jones
Leise, aber eindringlich
„Schlaf“ ist ein leiser, aber sehr eindringlicher Roman, der sich mit Familie, Erinnerung und den Spuren beschäftigt, die schwierige Kindheitserfahrungen im späteren Leben hinterlassen. Im Mittelpunkt steht Margaret, die nach New York zurückkehrt, um von ihrer sterbenden Mutter Abschied zu nehmen.
Dabei wird sie unweigerlich mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert.
Besonders gelungen fand ich, wie Honor Jones die familiären Spannungen und Margarets Erinnerungen vermittelt. Vieles wird nicht direkt ausgesprochen, sondern entwickelt seine Wirkung gerade durch die Zurückhaltung und die Atmosphäre. Die sachliche, teilweise kühle Sprache passt dabei erstaunlich gut zu der Geschichte und macht manche Szenen gerade deshalb umso beklemmender.
Die Handlung bewegt sich zwischen Margarets Kindheit und ihrem Leben als erwachsene Frau und zeigt, wie sehr vergangene Erlebnisse einen Menschen prägen können. Besonders die Passagen aus Margarets Kindheit sind emotional und bleiben im Gedächtnis.
„Schlaf“ ist kein Roman, der mit großen dramatischen Wendungen arbeitet. Vielmehr ist es eine stille und psychologisch interessante Geschichte über Familie, Verletzungen, Schuld und die Frage, wie man mit der eigenen Vergangenheit weiterleben kann. Eine anspruchsvolle, atmosphärische Lektüre, die noch eine Weile nachwirkt.
Rezensionen von brauneye29:
Pistazienküsse am Gardasee von Mia Sole
Kurzweilige Unterhaltung
Zum Inhalt:
Dorin arbeitet gemeinsam mit ihren Vater, doch so richtige Anerkennung erfährt sie. Als ihre Schwester Jule sie um Hilfe bittet, reist sie nach Limone, wo ihre Schwestern ein Hotel hat. Natürlich hat der Vater auch für diese Reise einen Auftrag im Petto, sie soll sich nach einem Grundstück für eine Villa umsehen.
Bei einem Spaziergang begegnet sie Alessio, der etwas in Dorin auslöst, aber er scheint sie überhaupt nicht zu mögen. Dann ein anonymer Anruf, der ihre gesamte Welt ins Wanken bringt.
Meine Meinung:
Das ist so ein richtig schöner Sommerroman mit ein wenig Familiendrama, einer Liebelei und viel Gardasee-Feeling, was mir an dem Roman am besten gefallen hat. Pistazien sind zwar so gar nicht meins, aber das passte schon alles gut zusammen. In Teilen ahnt man natürlich in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln wird, aber das ist auch nicht schlimm, solange die Geschichte schön erzählt wird und das wird sie hier. Ich hatte die Hörbuchversion, die auch gut gelesen wurde. Wer etwas leichtere Unterhaltung mag, ist hier sehr gut aufgehoben.
Fazit:
Kurzweilige Unterhaltung
Rezensionen von Shilo:
Ist doch schön hier von Miriam Burdelski
Heimat ist mehr als nur ein Ort
Liesel begleitet ihre Großmutter Emmi in die frühere Heimat der Familie. Mit dieser Reise beginnt nicht nur die Suche nach alten Spuren, sondern auch ein Blick auf vieles, worüber in der Familie lange nicht gesprochen wurde.
Schnell wird klar, dass nicht nur die Vergangenheit eine Rolle spielt. Viel wichtiger sind die Menschen und das, was sie mit sich tragen.
Alte Erinnerungen kommen zurück und nach und nach wird verständlicher, warum manches verschwiegen wurde.
Die gemeinsame Reise verändert auch das Verhältnis zwischen Liesel und Emmi. Anfangs bleibt vieles unausgesprochen, doch langsam lernen die beiden Frauen einander besser kennen. Gerade diese Entwicklung wirkt natürlich und macht die beiden Figuren nahbar.
Die Gefühle der Figuren werden zurückhaltend beschrieben. Oft sagen kleine Gespräche oder kurze Augenblicke mehr als viele Worte. Dadurch entsteht eine Nähe zu den Menschen in der Geschichte, ohne dass die Handlung übertrieben wirkt.
Die Reise in die ehemalige Provinz Ostpreußen wird mit vielen kleinen Details beschrieben. Alte Gutshäuser, Alleen und die Nähe zur Ostsee geben den Erinnerungen einen Ort und machen die Vergangenheit greifbarer.
Die Frage nach Heimat begleitet die Geschichte immer wieder. Dabei geht es nicht nur um einen bestimmten Platz, sondern auch um Menschen, Erinnerungen und das Gefühl, irgendwo seinen Platz zu haben.
Besonders geblieben ist mir die Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Manche Erlebnisse begleiten Familien über viele Jahre und beeinflussen auch die nächste Generation. Genau dieser Gedanke machte den Roman für mich interessant.
Die Geschichte von Liesel und Emmi erzählt von Erinnerungen, Familie und dem Umgang mit Dingen, die lange verborgen waren. Die ruhige Erzählweise und die persönlichen Einblicke haben mir sehr gut gefallen. 5 Sterne.
Rezensionen von brauneye29:
Der Prätorianer von Tobias Bukkehave
Schöner Auftakt
Zum Inhalt:
In Kopenhagen wird eine grausam zugerichtete Leiche eines jungen Manns gefunden. Der Körper bedeckt mit Einkristallen und auf den Augen liegen antike Goldmünzen. Insgesamt ist der Tatort seltsam dekoriert. Die Ermittler Sara und Janus merken schnell, dass der Täter eine Faible für die römische Antike hat und es scheint dass Sara in die Vergangenheit ihrer eigenen Familie eintauchen muss.
Meine Meinung:
Das war ein sehr spannender Einstieg in eine hoffentlich weitergehende Serie um die Ermittler Sara und Janus, denn die beiden haben mir als Protagonisten richtig gut gefallen. Besonders die nicht einfache Vergangenheit von Sara und die schwierige Familiengeschichte bringen auch noch einen besonderen Aspekt in die Geschichte, die mir sehr gefallen hat. Der Schreibstil ist sehr gut, der Spannungsbogen sehr hoch, das kalte, winterliche Kopenhagen sehr gut vorstellbar. Sehr gut hat mir auch gefallen, dass es immer wieder neue Aspekte gab, die neue Fragen aufwarfen. Ich hatte das Vergnügen, Buch und Hörbuch genießen zu dürfen und mir haben bei sehr gut gefallen.
Fazit:
Schöner Auftakt
Rezensionen von HEYN Leserunde, Irmgard Mandl-Mair:
Popóm von Johanna Sebauer
Wie lerne ich mit mir zu leben
Hendrik, ein orientierungsloser junger Mann, steckt in einer Entwicklungs- und Lebenskrise. In dieser Phase trifft er unverhofft auf sein
vermeintliches älteres Ich. Er klammert sich an die Hoffnung, von diesem eine Orientierung für die Zukunft zu bekommen, sowie Unterstützung für seine Entscheidungen.
Kann das gut gehen? Das Buch beschreibt den Weg / Irrweg des Protagonisten zu mehr Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl. Die Grundidee des Buches ist genial, aber ehrlich: würden sie ihr älteres Ich treffen wollen?
Rezensionen von brauneye29:
Ist doch schön hier von Miriam Burdelski
Berührende Geschichte
Zum Inhalt:
Eigentlich ist für Liesel nur Oma Emmi wirklich Familie, denn ihre Mutter ist völlig lethargisch und kaum für sie da. Als sie sich eigentlich allein auf die Reise in die ehemalige Heimat der Oma machen will, kommt Pfleger Jascha die Idee, die Oma mitzunehmen und die beiden zu fahren. Es wird eine denkwürdige Reise für alle.
Meine Meinung:
Das ist so ein Buch, dass einen mehr packt als man es vielleicht erwarten würde. Mich hat es auf jeden Fall sehr berührt, denn ich kenne Demenz in der Familie auch aus eigenem Erleben. Ich fand die Reise mit Emmi und Jascha schon sehr berührend, aber was im Anschluss dann passierte noch mal mehr. Es ist ein Buch, dass auch zeigt, das manches einfach nicht so ist, wie es scheint und das man schon mal versuchen muss hinter die Fassade oder Gründe zu schauen, um wirklich zu verstehen, warum Menschen so sind wie sie sind. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und würde es uneingeschränkt empfehlen.
Fazit:
Berührende Geschichte
Rezensionen von Sheilo:
tiptoi® Wieso? Weshalb? Warum? - Faszinierende Fahrzeuge von Heike Tober
Sehr informativ
Das Tiptoi Buch "Faszinierende Fahrzeuge" der "Wieso? Weshalb? Warum?"-Reihe gewährt den Kindern Einblicke in vielfältige Bereiche. Ob die klassischen, bekannten Fahrzeuge in unseren Städten, Schiffe, Züge, Bau- und Landwirtschaftsmaschinen oder gar Einblicke in neue technische Forschungen, es ist von allem etwas dabei.
Die Besonderheiten der jeweiligen Fahrzeuge sind dabei kindgerecht aufgearbeitet und es wird den Kindern beispielsweise erläutert, was die Unterschiede zwischen klassischen Verbrennungs- und Elektromotoren bei Autos sind.
Es gibt auf jeder der liebevoll gestalteten Doppelseiten sehr viel zu entdecken und auch die bekannten Tiptoi-Quiz dürfen dabei nicht fehlen. Einige davon waren wirklich knifflig und einen neuen Ohrwurm haben meine Zwillinge im Buch auch gefunden.
Meine Kinder lieben das Buch sehr und sie haben wirklich eine Menge dazu gelernt.
Rezensionen von Kate:
Windiges Grab (Zwischen Mord und Ostsee - Küstenkrimi 7) von Nele Bruun
Das Rätsel des Leuchtturms
Am Leuchtturm Falshöft wird der Standesbeamte Ole Hansen erschossen aufgefunden. Die Kommissare Birte Lohse und Rainer Speckmann ermitteln und stoßen dabei auf ein dunkles Geheimnis aus der Vergangenheit des Leuchtturms.
Der Einstieg hat mir sehr gut gefallen. Der spannende Prolog verrät nicht zu viel, aber der Mord schon zu Beginn sorgt dafür, dass man direkt in die Geschichte eintaucht.
Auch das Ermittlerteam hat es mir schnell angetan. Birte und Rainer sind als Ehepaar und gleichzeitig als Kollegen ein interessantes Duo. Beide sind sehr unterschiedlich, ergänzen sich dadurch aber hervorragend. Während Birte die Ermittlungen eher ernst und gewissenhaft angeht, hat Rainer gern eine große Klappe und bringt mit seinem trockenen Humor immer wieder eine gehörige Portion Ironie in die Geschichte. Gerade die kleinen Neckereien und die humorvollen Dialoge zwischen den beiden haben mir sehr gefallen. Man merkt ihnen an, dass sie sich schon lange kennen und oft gar nicht viele Worte brauchen, um zu verstehen, was der andere meint. Diese humorvollen Momente lockern die Spannung angenehm auf, ohne die Krimihandlung zu stören.
Auch die detailreichen und atmosphärischen Beschreibungen der Schauplätze haben mir gut gefallen. Man kann sich alles sehr gut vorstellen und ist schnell mitten im Geschehen.
Der Schreibstil ist flüssig und kurzweilig, die Spannung baut sich schnell auf und bleibt bis zum Schluss erhalten.
Der Showdown im Leuchtturm und die anschließende Auflösung haben mir sehr gut gefallen und waren für mich stimmig und gelungen. Mit diesem Täter hatte ich wirklich nicht gerechnet. Ich mag es bei Krimis, wenn man nicht sofort weiß, wer hinter allem steckt und die Geschichte einen bis zum Schluss auf die falsche Fährte locken kann.










