Icon Kontrast wechseln
Logo Wagnersche Buchhandlung

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von cosmea:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern mit grünen RahmenStern mit grünen Rahmen

Wir jagen Schatten (Wir finden Mörder-Serie 2) von Richard Osman

Endlich mal ein Mordfall
Der Londoner Ex-Cop Steve Wheeler hat zusammen mit seiner Schwiegertochter Amy, einer ehemaligen Personenschützerin, und der bekannten Krimiautorin Rosie d´Antonio die Detektei “Wir finden Mörder“ gegründet. Leider bleiben die Aufträge aus, bis Rosie in einem Fernsehinterview ihre Detektei erwähnt.

Daraufhin kommt eine Anfrage von dem Halbkriminellen Vern Blackmore, der die Leiche eines seiner Leibwächter auf den Stufen seiner Villa in der Toskana gefunden hat. In seiner Tasche hatte der Tote einen Zettel mit dem Namen Jakob Eriksson. Dieses Detail kann Blackmore nur als Warnung, sogar als Todesdrohung verstehen. Eigentlich hat er sich vor Jahren mit seinen Rivalen auf eine Art Nichtangriffspakt geeinigt. Jeder von ihnen sollte unbehelligt seine illegalen Geschäfte mit Drogen und nachgemachten, wirkungslosen Pharmapräparaten machen dürfen, ohne die anderen fürchten zu müssen. Dabei ist Blackmore mit seinen Präparaten scheinbar noch der Harmloseste. Und nun wird einer nach dem anderen ermordet, und nur Vern Blackmore ist am Ende noch übrig.
Die Ermittlungen in Europa und den USA gestalten sich schwierig, und es gibt immer mehr Tote. Der mysteriöse Jakob Eriksson ist nicht zu finden. Die Geschichte hat unendlich viele Wendungen, und es gibt immer neue Verdächtige. Aufgelockert wird die Suche durch humorvolle Szenen und Episoden aus Rosies Liebesleben. Mir gefällt das originelle Ermittlertrio. Der Krimi liest sich nicht schlecht, ist aber nicht besonders spannend. Die Auflösung kann man nicht erraten. Wirklich schlüssig ist sie für mich nicht. Das Ganze wirkt einfach zu konstruiert und ziemlich wirr. Richard Osmans “Der Donnerstagsmordclub“ hat mir da wesentlich mehr zugesagt.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von cosmea
Wir jagen Schatten (Wir finden Mörder-Serie 2)

Rezensionen von Danshi:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern mit grünen Rahmen

Darm-Intelligenz von Gregor Hasler

Mehr auf den eigenen Körper hören

Wie eng Darm, Gehirn und Psyche miteinander verbunden sein können, finde ich schon länger interessant. Gregor Hasler geht hier aber noch einen Schritt weiter und beschäftigt sich mit der Frage, welche Rolle unser Darm für Körperwahrnehmung, Intuition und Wohlbefinden spielen kann. Dabei geht es längst nicht nur um Verdauung oder die richtige Ernährung.

Gut gefallen hat mir die Verbindung aus Erklärungen, Beispielen und praktischen Übungen. Der Autor greift Erfahrungen aus seiner Praxis auf und zeigt daran, wie unterschiedlich sich körperliche und psychische Vorgänge gegenseitig beeinflussen können. Dadurch werden auch komplexere Themen verständlich. Gleichzeitig lädt das Buch immer wieder dazu ein, die Aufmerksamkeit auf den eigenen Körper zu richten und bewusster wahrzunehmen, wie er auf bestimmte Situationen reagiert.
Die vielen Übungen fand ich besonders interessant, weil das Gelesene dadurch nicht reine Theorie bleibt. Es geht unter anderem um Atmung, Ernährung und die Wahrnehmung eigener Körpersignale. Nicht mit jedem Gedanken konnte ich gleichermaßen viel anfangen und an manchen Stellen war es für mich recht viel Input auf einmal. Gerade deshalb würde ich das Buch auch nicht unbedingt in einem Rutsch lesen, sondern einzelne Kapitel und Übungen lieber etwas wirken lassen.
Mir gefällt, dass der Darm hier aus einer Perspektive betrachtet wird, über die ich mir bisher nur wenig Gedanken gemacht hatte. Einige Zusammenhänge waren für mich neu und anderes hat Bekanntes noch einmal in einen größeren Zusammenhang gestellt. Vor allem die Anregung, den eigenen Körper bewusster wahrzunehmen, nehme ich aus dem Buch mit. Ein interessanter Ratgeber, in dem ich sicherlich noch einmal einzelne Stellen nachlesen werde.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Danshi
Darm-Intelligenz

Rezensionen von Bücherfreundin:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern mit grünen RahmenStern mit grünen Rahmen

Ich bin deine Tochter, nicht deine Ehre von Rey Mani

Erschütternde Autobiografie

In ihrer Autobiografie "Ich bin deine Tochter, nicht deine Ehre" erzählt die 29-jährige Rey Mani. die durch Plattformen wie TikTok und Instagram bekannt geworden ist, nicht nur über ihr Aufwachsen in einer toxischen und streng religiösen Familie, sondern auch über ihren langen Weg in ein selbstbestimmtes Leben.

Rey ist 3 Jahre alt, als ihr Vater sich aus familiären Gründen entschließt, mit seiner Frau, Rey und ihren beiden Brüdern den Irak zu verlassen. Zwei Jahre später kommt die Familie über Jordanien, Malta und Frankreich in Deutschland an und wird in Nordrhein-Westfalen in einer Unterkunft für Geflüchtete untergebracht. Als die Mutter mit Drillingen schwanger ist, erhält die Familie eine Aufenthaltsgenehmigung und kann in eine Wohnung umziehen.

Mit großer Offenheit erzählt die Autorin vom Aufwachsen in ihrer streng religiösen Familie, von einer Kindheit und Jugend, die geprägt ist von physischer und psychischer Gewalt. Verbote und Vorschriften bestimmen ihren Alltag. Rey quält sich mit Selbstzweifeln und Selbsthass, leidet unter Panikattacken und einer Essstörung. Sie erlebt Feindseligkeit und Missbrauch, später hat sie ein Alkoholproblem. Ihre Mutter macht keinen Hehl daraus, dass sie ihre Söhne mehr liebt als sie. Sie schlägt ihre Tochter, demütigt sie und setzt sie ständig unter Druck. In der Schule findet Rey kein Freundinnen, fühlt sich selbst von den Lehrern ausgegrenzt. Sie heiratet früh und kann sich selbst als junge Mutter und Ehefrau dem Einfluss ihrer Mutter nicht entziehen.

Es fiel mir schwer, Reys Geschichte zu lesen, sie hat mich betroffen gemacht und ging mir unter die Haut. Statt glücklich und in Geborgenheit aufzuwachsen, erlebt Rey Demütigungen und Ablehnung. Es gab viele Situationen, in denen ich das kleine Mädchen gern in den Arm genommen und getröstet hätte.

Das Buch ist in klarer Sprache geschrieben und liest sich sehr flüssig. Ich fand es etwas befremdlich, dass die Autorin ihre Eltern als Vatern und Muttern bezeichnet und ihre älteren Brüder als Bruder 1 und Bruder 2. Rey Mani verwendet einen Künstlernamen, um sich und ihre Kinder zu schützen. Es hätte mir besser gefallen, wenn sie auch den Brüdern Namen gegeben hätte.

Die direkte Ansprache der Autorin an mich als Leserin hat mich sehr gestört.
Sätze wie "Kennen Sie Muttern bereits gut genug, um einzuschätzen, wie sie reagiert haben könnte? Warten Sie, ich möchte Sie nicht überfordern, ich gebe Ihnen hier zwei Optionen an die Hand." oder "Betrachten wir mein bisheriges Leben doch mal wie ein Gemälde. Kommen Sie, das wird spannend!" oder "Harter Tobak, liebe Leser:innen. Oder etwa nicht?" haben mich sehr schnell genervt und mir das Lesen etwas verleidet.

Es hat mir gut gefallen, dass Rey Mani auch mit großer Offenheit und selbstkritisch ihre Zeit als Erwachsene reflektiert und dabei auf sehr persönliche Themen, Konflikte und Fehler eingeht.

An dieser Stelle möchte ich noch auf ein längeres YouTube-Video hinweisen, in dem ein interessantes Interview mit der sympathischen Autorin zu sehen ist. Sie erzählt darin über das Aufwachsen in einer Sekte und findet nicht nur negative Worte über ihre Mutter. So erwähnt sie u.a., dass sie kein vernachlässigtes Kind war, ihre Mutter jeden Tag für sie kochte und ihr Zimmer aufräumte.

Trotz meiner Kritikpunkte fand ich das Buch fesselnd und habe den Mut der Autorin bewundert, ihre Geschichte zu erzählen. Ich kann mir vorstellen, dass sie damit Menschen in ähnlichen Situationen helfen kann, sich von ihren familiären und religiösen Zwängen zu befreien.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Bücherfreundin
Ich bin deine Tochter, nicht deine Ehre

Rezensionen von Danshi:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün voll

Sinister Symphony (Whispers of Scandals, Band 1) von Marina Neumeier

Zwischen großen Gefühlen und dunkler Vergangenheit

Das ungewöhnliche Setting in der Welt der Oper hat mich von Anfang an angesprochen. Dazu kommt die gemeinsame Europatournee von Aria und Icaro, die durch ihre Vergangenheit viel mehr verbindet, als es zunächst den Anschein hat. Gerade diese Mischung aus Oper, Liebe und alten Familiengeheimnissen fand ich sehr gelungen.

Besonders Aria ist mir schnell ans Herz gewachsen. Sie hat es alles andere als leicht und leidet sehr unter dem Einfluss ihrer Mutter und den ständigen Kommentaren über ihren Körper. Ihre Entwicklung im Laufe der Geschichte hat mir deshalb besonders gut gefallen. Nach und nach gewinnt sie an Selbstvertrauen, fühlt sich wohler mit sich selbst und beginnt, mehr für sich einzustehen. Das Thema Selbstakzeptanz wurde für mich dabei sehr einfühlsam umgesetzt.
Auch Icaro hat mir richtig gut gefallen. Hinter seinem selbstbewussten Auftreten steckt eine einfühlsame und verletzliche Seite, die erst nach und nach sichtbar wird. Besonders schön fand ich, wie er Aria wahrnimmt und ihr immer wieder zeigt, dass sie genau richtig ist, wie sie ist. Gleichzeitig ist auch Aria für ihn da, wenn ihn seine eigene Vergangenheit einholt. Dadurch hatte ich wirklich das Gefühl, dass die beiden sich gegenseitig guttun.
Neben der Liebesgeschichte sorgen die Geheimnisse der Familien und die Ereignisse aus der Vergangenheit dafür, dass es immer spannender wird. Anfangs stehen für mich noch stärker Aria und Icaro im Mittelpunkt, später nimmt die Handlung deutlich an Fahrt auf. Gerade das Finale hat mich mit einigen Entwicklungen überrascht.
Für mich ist das ein gelungener Auftakt mit sympathischen Hauptfiguren, ernsteren Themen und einer schönen Liebesgeschichte. Die Mischung aus Gefühlen, Familiengeheimnissen und Spannung hat mir sehr gut gefallen. Auf den nächsten Band bin ich nun sehr gespannt.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Danshi
Sinister Symphony (Whispers of Scandals, Band 1)

Rezensionen von Danshi:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern mit grünen Rahmen

Neon Nemesis von Ally Crowe

Gaming, Gefühle und jede Menge Druck

Das E-Sport-Setting war für mich einer der Gründe, warum ich neugierig auf die Geschichte war. Gleichzeitig musste ich mich gerade am Anfang erst einmal zurechtfinden. Die vielen Gaming-Begriffe, Teams und Rollen haben es mir nicht immer leicht gemacht und ich hätte mir etwas mehr Erklärung zum Spiel selbst gewünscht.

Mit der Zeit bin ich aber immer besser hineingekommen.
Maeve und Hunter haben mir als Hauptfiguren gut gefallen. Besonders ihre unterschiedlichen Sichtweisen und die gemeinsame Vergangenheit machen neugierig. Die Dynamik zwischen den beiden entwickelt sich im Laufe der Geschichte immer weiter und gerade die Frage, was damals zwischen ihnen passiert ist, hat mich lange beschäftigt.
Neben der Liebesgeschichte spielen auch ernstere Themen eine Rolle. Vor allem Maeve steht unter einem enormen Druck und versucht vieles mit sich selbst auszumachen. Dadurch bekommt die Geschichte mehr Tiefe, als ich zunächst erwartet hatte. Gleichzeitig sorgen die Ereignisse rund um das Turnier immer wieder für Spannung.
Gut gefallen haben mir außerdem die Freundschaften und der Zusammenhalt innerhalb des Teams. Dadurch dreht sich die Geschichte nicht ausschließlich um Maeve und Hunter.
Zum Ende hin ging mir manches allerdings etwas zu schnell. Gerade vom Turnier hätte ich gerne noch mehr gelesen, da das E-Sport-Setting für mich einen besonderen Reiz des Buches ausgemacht hat. Einige Entwicklungen hätte ich mir außerdem etwas ausführlicher gewünscht.
Insgesamt eine unterhaltsame Mischung aus E-Sport, Spannung und Gefühlen, die für mich zwar ein paar Schwächen hatte, mich aber trotzdem gerne weiterlesen ließ.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Danshi
Neon Nemesis

Rezensionen von yellowdog:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern mit grünen Rahmen

Red von Louise Kennedy

Róisín

Zuletzt habe ich die Kurzgeschichten von Louise Kennedy sehr bewundert. Mit Red gibt es jetzt wieder einen Roman und der Stoff brauchte auch diesen größeren Ansatz, denn die Handlungen deckt einen großen Zeitraum ab. Erst zieht sich der Roman durch die Achtziger Jahre in Irland und London, später gibt es einen Sprung ins Jahr 2007.

Red ist für mich in erster Linie ein Zeitporträt, das insbesondere London zeigt.
Dazu gehören auch die vielen kulturellen Anspielungen, wobei es zum Glück nicht zu einem blosen Namedropping führt.
Louise Kennedy arbeitet die Sensibilität ihrer Figuren gut heraus, wobei es vor allen Róisín betrifft, denn ihr Freund Red ist eher verschlossen.
Kennzeichnend für Kennedys Stil sind die Dialoge, die vordergründig meist ironisch gehalten sind. Aber man erkennt sofort die Emotionalität.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von yellowdog
Red

Rezensionen von Danshi:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün voll

Wolkenberührpunkt von Christoph Kramer

Was bleibt, wenn das Leben anders verläuft

Mich hat an diesem Roman besonders Romans Geschichte berührt. Ein einschneidendes Erlebnis in der Silvesternacht 2000 verändert sein Leben und lässt Fragen zurück, die ihn lange begleiten. Da ist die Suche nach dem geheimnisvollen „J“, die Freundschaft mit Steve und dieser besondere Wolkenberührpunkt, an dem die beiden dem Himmel ein Stück näher sind und ihre Wünsche in die Welt rufen.

Auch die leise Sehnsucht nach Mira fügt sich sehr schön in diese Geschichte ein.
Christoph Kramer erzählt all das ruhig und sensibel. Roman ist ein junger Mann, der seinen Platz im Leben sucht und mit seiner Vergangenheit zurechtkommen muss. Gerade weil seine Geschichte nicht mit großen dramatischen Worten erzählt wird, hat sie mich erreicht. Freundschaft, Sehnsucht, Herkunft und die Suche nach Glück spielen dabei eine große Rolle, ohne dass sich der Roman für mich überladen anfühlt.
Ungewöhnlich fand ich die persönlichen Einschübe von Christoph Kramer. Er blickt auf sein eigenes Leben und seine Kindheit und stellt sie Romans Erfahrungen gegenüber. Dadurch treffen zwei völlig unterschiedliche Lebenswege aufeinander. Anfangs musste ich mich an diese Wechsel etwas gewöhnen, mit der Zeit fand ich sie aber immer interessanter. Sie zeigen, wie unterschiedlich die Voraussetzungen sein können, mit denen Menschen ins Leben starten, und wie selbstverständlich man manches nimmt, solange man nur die eigene Lebenswelt kennt.
Erst durch eine zufällige Begegnung in einer Buchhandlung kreuzen sich die Wege der beiden. Roman bezahlt Kramers erstes Buch mit abgezählten Münzen und weckt damit dessen Interesse. Dass aus einem solchen Moment eine Geschichte über zwei so unterschiedliche Menschen entsteht, hat mir gefallen.
Für mich ist es ein einfühlsamer und nachdenklicher Roman, bei dem vieles zwischen den Zeilen passiert. Besonders Romans Suche und die Frage, was Glück für einen Menschen eigentlich bedeutet, sind mir im Gedächtnis geblieben. Es ist eine eher leise Geschichte, die mich an einigen Stellen sehr berührt und auch nach dem Lesen noch beschäftigt hat.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Danshi
Wolkenberührpunkt

Rezensionen von Miro:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern mit grünen Rahmen

Was wir von ihr wissen von Rebecca Fallon

Facetten einer Frau

Susan Bliss war ein Fernsehstar und ist leider viel zu früh verstorben. Sie war Mutter von Zwillingen und die Frau eines Universitätsprofessors. Nach ihrem Tod vernichtet der Vater alles, was an die Karriere seiner Frau erinnerte. Die Kinder sollen ohne diese Seite ihrer Mutter aufwachsen.

Doch als die Kinder älter werden, beginnen sie selbst in der Vergangenheit zu suchen und die Kluft zwischen ihnen und ihrem Vater wird fast unüberwindbar.

Die Zwillingen distanzieren sich auch voneinander. Beide versuchen auf ihre Weise Erinnerungen zu finden, die sie selbst nicht mehr haben. Sie waren noch so jung, als ihre Mutter gestorben ist und sie bleiben als Suchende zurück.

In dem Buch befasst sich die Autorin mit der Lücke, die die Mutter hinterlassen hat und die der Vater unbewusst vergrößert hat. Durch seinen Versuch die Erinnerungen umzugestalten, hat er das Bild der Mutter verändert. Susan hat zu Lebzeiten sehr um ihre Karriere gekämpft. Sie wollte unabhängig sein und nicht auf ein Dasein als Hausfrau und Mutter reduziert werden. Sie wollte auch ihren Kinder ein freies und kreatives Heranwachsen ermöglichen und stand damit in ständigem Konflikt mit ihrem Mann.

Erst als Erwachsene schaffen sie es wieder zusammenzufinden und sich mit der Vergangenheit auszusöhnen. Und auch Al schafft es, sich einige Fehler einzugestehen.

Stilistisch ist das Buch interessant aufgebaut. Wir lesen das Aufwachsen der Zwillinge in der Gegenwart und dazwischen Susans Geschichte aus der Vergangenheit. Dadurch baut sich langsam ein Bild dieser facettenreichen Frau und ihren Kämpfen im Leben auf. Wir erleben sie als Mutter und als Schauspielerin und wir beobachten sie mit den Augen ihres Mannes und ihrer Kinder. Die Sprache ist ruhig und unspektakulär. Die Spannung ergibt sich aus den Auslassungen, bis sich zum Schluss ein Bild ergibt.

Mir hat der Roman gut gefallen und ich mochte es, wie sich die einzelnen Familienmitglieder mit ihrer Trauer auseinandersetzen und ihren Weg finden mit dem Verlust umzugehen. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung für diesen ruhigen Roman.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Miro
Was wir von ihr wissen

Rezensionen von CanYouSeeMe:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern mit grünen Rahmen

Wann ist ein Mann ein Mann?! von Riccardo Simonetti

Männer und Männlichkeit

Besonders gut gefallen haben mir an Riccardo Simonettis Wann ist ein Mann ein Mann?! die Interviews mit unterschiedlichen Männern. Simonetti lässt hier verschiedene Perspektiven zu Wort kommen, ohne sie ausführlich zu kommentieren oder zu bewerten. Gerade dadurch wird deutlich, wie vielfältig und komplex Vorstellungen von Männlichkeit sein können.

Natürlich lässt sich anmerken, dass die Auswahl der Gesprächspartner nicht zwangsläufig die gesamte gesellschaftliche Breite und Vielfalt abbildet. Dennoch empfinde ich die unterschiedlichen Stimmen als große Stärke des Buches, da sie dazu anregen, eigene Vorstellungen von Männlichkeit zu hinterfragen und neue Perspektiven kennenzulernen.

Darüber hinaus verbindet Simonetti aktuelle strukturelle und gesellschaftliche Debatten mit seinen persönlichen Gedanken und Erfahrungen. Dadurch bleibt das Buch nicht auf einer theoretischen Ebene, sondern wirkt persönlich und zugänglich. Die Mischung aus gesellschaftlicher Auseinandersetzung und individuellen Sichtweisen macht die behandelten Themen nachvollziehbar und eingängig.

Auch der Schreibstil hat mir gut gefallen. Simonetti schreibt angenehm und verständlich, sodass das Buch trotz der teilweise komplexen und gesellschaftlich wichtigen Themen leicht zu lesen ist. Insgesamt habe ich Wann ist ein Mann ein Mann?! daher sehr gerne gelesen. Besonders die unterschiedlichen persönlichen Stimmen und die Verbindung von gesellschaftlichen Debatten mit persönlichen Erfahrungen machen das Buch zu einer interessanten Auseinandersetzung mit der Frage, was Männlichkeit heute bedeuten kann.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von CanYouSeeMe
Wann ist ein Mann ein Mann?!

Rezensionen von Gavroche:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern mit grünen Rahmen

Die Ballade von Ronan McCoy von Colin Morgan

Emotional


Die Freunde Brendan und Ronan sind ein gutes Beispiel für den Slogan "Gegensätze ziehen sich an". Bis zu diesem verhängnisvollen Sommer war es immer Ronan, der Brendan aus seinen Tiefs und seiner Unscheinbarkeit heraus geholfen hat. Brendan, der oft unsicher ist, sich als Außenseiter fühlt ohne Ronan an seiner Seite.

Aber dann ändert sich fast alles und auf einmal muss Brendan der Starke sein, für Ronan da sein. Aber darf Brendan auch egoistisch sein und für beide gedachte Träume und Wünsche alleine erfüllen? Was macht ein solcher Schicksalsschlag (was genau, verrate ich hier lieber bewusst nicht) aus einer Freundschaft von Jugendlichen an der Schwelle zum Erwachsensein?
Ein sehr feinfühliger und emotionaler Roman, der es schafft, nicht in den Kitsch abzusinken und der viele Fragen aufwirft und beantwortet, aber auch Denkanstöße gibt.
Ein wunderbarer Debut-Roman, ein schwieriges Thema gut dargestellt und ein toller Schreibstil. Gerne mehr von Colin Morgan.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Gavroche
Die Ballade von Ronan McCoy