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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Eternal-Hope:

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Fremde von Belle Burden

Subjektive Sicht auf eine Trennung

Belle Burden ist Anfang 50, seit 20 Jahren mit ihrem Mann James verheiratet, hat mit ihm drei Kinder und wähnt sich in der perfekten Beziehung und im perfekten Leben. Geldsorgen hat die Familie keine, durch ein großzügiges Treuhandvermögen von ihrer Seite (sie stammt sowohl mütterlicherseits als auch väterlicherseits von vermögenden und berühmten Familien ab, wie sie selbst erwähnt) und ein sehr gutes Einkommen von ihm im Finanzbereich, ist die Familie finanziell so gut abgesichert, dass man sich nicht nur eine schicke Wohnung in New York, sondern außerdem noch ein Ferienhaus auf Martha's Vineyard direkt am See leisten und dieses mit dem Wasserflugzeug anfliegen kann, die Kinder teure Privatschulen besuchen und auch für ihr Studium schon finanziell vorgesorgt ist.

Belle selbst hat, wie ihr Mann, ursprünglich Jura studiert und ist Anwältin, arbeitet aber seit vielen Jahren aufgrund der Kinderbetreuung nur noch wenige Stunden ehrenamtlich in diesem Bereich, indem sie minderjährigen Geflüchteten dabei hilft, ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht und eine Green Card zu bekommen. James arbeitet jede Woche sehr viele Stunden und es ist keine Seltenheit, dass er auch die Wochenenden mit Arbeit verbringt, dennoch hält Belle ihn für einen zugewandten Ehemann und großartigen Vater, auch wenn aus meiner Sicht wohl relativ wenig tatsächliche Vertrautheit zwischen den Eheleuten da war, allein schon aufgrund der wenigen miteinander verbrachten Zeit. Wichtig ist aber jedenfalls der schöne Schein nach außen, man geht zu gesellschaftlichen Anlässen, ist Mitglied elitärer Clubs und dreht sentimentale Erinnerungsvideos der besonderen Momente aus der Kindheit des eigenen Nachwuchses.

Als im Frühjahr 2020 die Corona-Pandemie auch die USA trifft, zieht die Familie sich in ihr Haus auf Martha's Vineyard zurück und beobachtet wie jedes Jahr ein Adlerpärchen dabei, sein Nest ganz in der Nähe zu bauen. Zwar verunsichert durch die Nachrichten von der Pandemie, aber doch sich selbst in privater Sicherheit wähnend, schlägt es bei Belle wie eine Bombe ein, als ein unbekannter Mann sie anruft und behauptet, ihr Mann habe eine Affäre mit seiner Frau.

Als Belle James zur Rede stellt, leugnet er es nicht, gibt aber keine genaueren Hintergründe an. Erst meint er, es sei unbedeutend und er werde bei seiner Familie bleiben, doch kurz darauf entscheidet er sich für die definitive Trennung und zieht aus. An den Kindern zeigt er ab diesem Zeitpunkt noch weniger Interesse als bisher, interessiert sich kaum für deren Erziehung, will ihnen keinen Platz in seiner neuen Wohnung einräumen und sie maximal einmal wöchentlich kurz zum Abendessen treffen.

Außerdem stellt sich heraus, dass er finanziell nicht ganz so großzügig ist, wie von Belle erhofft, und aufgrund eines alten Ehevertrages darauf besteht, seine hohen Einkünfte und die daraus resultierenden hohen Ersparnisse alleine für sich reklamieren und außerdem die Hälfte an den Immobilien zu fordern, die mit dem Geld aus Belles Herkunftsfamilie angeschafft wurden, aber für die sie ihn großzügig mit eingetragen hat. Belle fühlt sich zutiefst verletzt und ungerecht behandelt und so beginnt ein zäher Scheidungskampf mit Klage und Gegenklage.

Bei diesem Buch handelt es sich, wie schon angedeutet, nicht um einen Roman, sondern um eine wahre Geschichte. Jedenfalls so weit, wie die Sichtweise einer Person auf einen Konflikt, der mindestens zwei Personen betrifft, die Wahrheit sein kann. Es ist also eine ursprünglich auf Tatsachen beruhende Perspektive einer Partei auf einen Scheidungskonflikt. Dabei verwendet die Autorin, wie sie in der Vorbemerkung angibt, ihren eigenen echten Namen und die Klarnamen ihrer Großeltern, Eltern, Stiefmutter, ihres Bruders und ihrer Schwägerin, während sie offenbar für ihren Ex-Mann und die Kinder Pseudonyme gewählt hat. Ob das diese bei dieser offenen Darstellung schützen kann oder jeder mit Interesse daran nach einer kurzen Internetrecherche auch diese identifizieren kann, sei dahingestellt.

Ursprünglich veröffentlichte die Autorin einen Zeitungsartikel über die Trennungsgeschichte, diesem stimmte ihr Ex-Mann nach eigenen Angaben im Buch zu. Ob er diesem Buch auch zugestimmt hat, wissen wir nicht. Nachdem sie ihre Geschichte aus ihrer Sicht erzählt hat, geht sie am Ende des Buches noch auf den Vorwurf ein, mit diesem öffentlichen Waschen von privater Schmutzwäsche nicht nur ihrem Ex-Mann, sondern auch ihren Kindern zu schaden und dass eine gute Mutter das nicht mache, und meint, ihren Kindern damit sogar etwas Gutes zu tun, indem sie die Generationen lange Kette öffentlichen Schweigens von Frauen angesichts des Betruges ihrer Männer unterbrochen habe und damit ihren Kindern ein Vorbild sei.

Literarisch handelt es sich aus meiner Sicht um kein Meisterwerk. Das Buch ist relativ simpel erzählt und es ist eindeutig die subjektive Sichtweise einer einzigen Person. Die Charaktere bleiben relativ blass, weder von James noch von den drei Kindern habe ich mir ein wirkliches differenziertes Charakterbild machen können, auch von den meisten anderen erwähnten Figuren nicht. Ich vermute, dass das daran liegt, dass es nicht die größte Stärke der Autorin zu sein scheint, andere wirklich wahrzunehmen, was sich auch daran zeigt, wie sehr sie sich in ihrem Partner getäuscht hat (den sie offenbar hauptsächlich nach Attributen wie groß, erfolgreich und Sicherheit versprechend ausgesucht hat).

Hinter der Geschichte liegt ein wirklich interessantes Thema, bei dem ich mir gewünscht hätte, dass es noch näher beleuchtet würde und das die Autorin nur an wenigen Stellen andeutet: während Belle selbst aus einer berühmten und reichen Familie kommt, was sicher auch Nachteile, aber im finanziellen Bereich viele Vorteile mit sich bringt, musste sich ihr Mann James fast alles selbst erarbeiten und hatte deshalb nie das Gefühl finanzieller Selbstverständlichkeit, das sie kannte. Das zeigt sich zum Beispiel an einer Szene am Anfang, als er kritisiert, dass sie Restaurantrechnungen begleicht, ohne Gesamtbetrag oder Details auch nur anzuschauen, oder auch später, als er versucht, sparsam zu sein und sie als verschwenderisch kritisiert.

Hätte die Autorin an diese Stelle und an weitere mögliche Konfliktlinien näher hingeschaut, hätte noch ein viel interessanteres Buch dazu entstehen können, wie Klassenunterschiede zweier Partner die Partnerschaft zu zerreißen drohen... oder auch, wie man als Paar konstruktiv damit umgehen kann (wenn sie das dann gelernt hätte). Interessiert hätte mich an vielen Punkten auch sehr die Sichtweise von James. Ist er wirklich einfach der treulose Ehemann, als der er im Buch wegkommt oder hat er sich schon lange in dieser Beziehung ungesehen und unverstanden gefühlt, vielleicht sogar immer wieder versucht, aktiv daran zu arbeiten? Wir wissen es nicht. Dargestellt wird er als treuloser, egoistischer Ehemann, der sich weigert, nähere Erklärungen abzugeben.

Belle erzählt jedenfalls ihre Befreiungsgeschichte, die nun damit enden soll, dass sie zwei Mal einen Kurs zum kreativen Schreiben besucht, dann den Artikel und nun das Buch veröffentlicht hat. Somit ist nun ihr Mädchentraum von der Karriere als Autorin in Erfüllung gegangen.

Was ich für mich aus dem Buch, neben einer durchaus unterhaltsamen Geschichte, mitnehme, weiß ich noch nicht... vielleicht ist es für mich hauptsächlich eine Geschichte über Privilegien, die blind machen, und über das, was man nicht sehen will? Als Vorbild für Selbstermächtigung kann ich Belle rein aufgrund dieses Buches nicht überzeugend finden.

In den USA war das Buch ein Bestseller und stand monatelang auf der Bestsellerliste der New York Times. Dazu hat vielleicht neben der Bekanntheit der Familie der Autorin (auch über ihre Hochzeit wurde schon öffentlich in den Zeitungen berichtet) auch beigetragen, dass wahre Trennungsgeschichten interessant zu lesen sind. Ob man sich persönlich von dem Buch viel verspricht und mitnehmen kann, entscheide jeder selbst, von mir gibt es diesmal keine ausdrückliche Leseempfehlung.

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Fremde

Rezensionen von ekiam:

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Die gute Fee mit der schlechten Laune (1). Der Wunschperlen-Auftrag von Emma Flint

Anderssein ist völlig okay

Die gute Fee mit der schlechten Laune ist ein kurzweiliges und unterhaltsames Kinderbuch voller kleiner Missgeschicke und humorvoller Momente. Durch die kurzen Kapitel eignet sich die Geschichte wunderbar zum Vorlesen, aber auch zum selbstständigen Lesen. Ich würde das Buch allerdings sogar schon etwas vor dem empfohlenen Lesealter ab 8 Jahren empfehlen.

Für ältere Kinder dürfte die Geschichte stellenweise etwas zu vorhersehbar und wenig spannend sein.

Das Buch ist der Auftakt einer Reihe und entführt in eine ziemlich ungewöhnliche Fantasywelt. Hier sind alle Feen glücklich, verbreiten Freude und ernähren sich dafür von Süßigkeiten, denn Zucker ist für ihre Magie unverzichtbar. Diese Welt war mir persönlich allerdings etwas zu überzogen. Vor allem die Notwendigkeit von Zucker fand ich stellenweise schwierig. Auch die ständig schlecht gelaunten Wandelwichte waren mir irgendwann etwas zu anstrengend.

Dafür konnte mich Molli als Hauptfigur überzeugen. Sie passt so gar nicht in das Bild, das die anderen von einer guten Fee haben. Ihr Feenlachen klingt eher nach einer rostigen Fahrradklingel, Zuckerwatte kann sie nicht begeistern und das vermeintlich gruselige Leben der Menschen findet sie viel spannender als das perfekte Feenleben. Besonders witzig fand ich, dass ausgerechnet einige bekannte Kinderbuchklassiker als verbotene Menschenbücher auftauchen.

Hinter Mollis Anderssein steckt eine schöne Botschaft: Sie versucht nicht, sich zwanghaft an die Erwartungen der anderen anzupassen, sondern steht zu sich selbst. Und obwohl sie dabei immer wieder in kleine Katastrophen gerät, findet sie ihren eigenen Weg, Freude zu verbreiten. Gerade für Kinder ist das eine schöne Aussage: Man muss nicht so sein wie alle anderen, um etwas Besonderes zu können oder anderen Freude zu machen.

Insgesamt ist Die gute Fee mit der schlechten Laune ein humorvoller und leichter Reihenauftakt mit einer sympathischen Hauptfigur, vielen kleinen Schlamasseln und einer schönen Botschaft. Die Fantasywelt und die Vorhersehbarkeit konnten mich nicht ganz überzeugen, Spaß beim Lesen hatte ich aber trotzdem.

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Die gute Fee mit der schlechten Laune (1). Der Wunschperlen-Auftrag

Rezensionen von Alais:

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Stolz, Vorurteil und Hexerei von Melinda Taub

Unterhaltsames Fantasyabenteuer mit Jane-Austen-Feeling

Dieses hübsch gestaltete Buch enthält eine Hexenerzählung, die sich überraschend gut in die Romanwelt von "Stolz und Vorurteil" einfügt. Mir als Jane-Austen-Fan bereitete es besonders große Freude, all die vertrauten Romanfiguren aus "Stolz und Vorurteil" wiederzutreffen, aber ich glaube, dass auch Lesende ohne Vorkenntnisse Spaß an dieser Hexengeschichte haben können.

Die Schreibweise wirkt natürlich etwas frischer, moderner, behält aber das typische Jane-Austen-Feeling mit seinem feinen Humor und eleganten Charme bei. Die Geschichte, die sich neben und innerhalb der bekannten Erzählung von Jane Austen entwickelt, handelt von Hexen und anderen mehr oder weniger dunklen Mächten.
Die Autorin setzt dabei zwei Bennett-Schwestern in Szene, denen Jane Austen, so wird von Zeile zu Zeile immer offensichtlicher, nicht ganz gerecht geworden war. Dafür wirft die Autorin Melinda Taub einen, wie ich finde, nicht ganz gerechtfertigten eher negativen Blick auf Mr Bennet, den Vater der Bennet-Schwestern.
Die Geschichte startet humorvoll und voller Leichtigkeit. Die Autorin verwebt grandiose Ideen in eine wendungsreiche Erzählung, die immer finsterer und gruseliger wird. Mr Darcy darf dabei seinen Stolz vorführen und Mr Wickham sich so wunderbar "wicked" wie noch nie zeigen. Auch eine in vielerlei Hinsicht besonders spannende Figur aus Sanditon, einem unvollendeten Roman von Jane Austen, findet ihren Platz und ihre ganz besondere Rolle.
Ein unterhaltsamer und spannender Fantasyroman, der mir große Freude bereitet hat!

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Stolz, Vorurteil und Hexerei

Rezensionen von marcialoup:

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Die Bernsteinfischerin von Lisa Quentin

Eine Reise zum Gold des Meeres

Mit einem atmosphärisch und farblich wunderschönem und idyllischem Cover werden wir durch den Roman um die Geschichte der Bernsteinfischerin begleitet, deren beiden Protagonistinnen sehr sympathisch sind.
Ebba, ein wahrer Wildfang in den 1940ern, findet als Kind einen besonderen Bernstein mit einem spektakulären Tier als Einschluss, als sie mit ihrem Vater unterwegs am Meer ist.

Obwohl sie weiß, dass ihr Vater alle Funde abgeben muss, behält Ebba heimlich diesen Bernstein!

In heutiger Zeit lernen wir Julika kennen. Sie ist Bernsteinforscherin, ein Beruf der sie aus ihrem Alltag entreißt, denn dieser ist behaftet mit vielen Aufgaben und Pflichten, die sie eigentlich gar nicht möchte, sowie negativen Erlebnissen, denen Julika nur schwer entkommen kann: ihre Schwester ist bei einem Unfall ums Leben gekommen und seitdem ist ihre Mutter depressiv und pflegebedürftig. Diese Pflege teilen sich Julika und ihr Vater und die Stimmung Zuhause ist immer am Kipppunkt. Einzig ihre Arbeit im Labor mit den Bernsteinen und deren Inklusen geben Julika Halt und Sinn.
Bis sie den Bernstein von Ebba auf dem Labortisch liegen hat und eine außergewöhnliche, absolute Sensation vermutet. Sie muss unbedingt Ebba finden, was sich nicht als einfach herausstellt, denn wenn Ebba noch lebt ist sie um die 90 Jahre alt.

Die Kapitel sind unterteilt in Ebba ab 1940er Jahre und Folgejahre und in Julika in der heutigen Zeit.
Die Charaktere sind sympathisch und lebendig gezeichnet. Beide Frauen sind Kämpferinnen in ihrer Zeit, auch wenn sie innerlich mit zerbrechlichen Störungen belastet sind, geben sie doch nicht auf und gehen ihre Wege.
Es zeigt, dass auch heute die Selbstbestimmung der Frauen nicht ohne weiteres sondern vielleicht einfach nur anders schwierig ist.

Die Sprache der Autorin ist mitreißend, farbenfroh und lebendig, stellenweise spannend, aber auch sehr feinfühlig. Die Szenarien sind naturgetreu und detailliert beschrieben, sodass man tief eintauchen kann!
Man hat eine schöne Lesezeit und verbringt diese gedanklich an der Küstenregion um Lübeck, dem Brodtener Steilufer und anderen nahe gelegenen Orten, wo Ebba's Geschichte spielt, denn diese Orte und das Meer sind perfekt wiedergegeben in diesem Roman.
Von der Autorin werde ich gern auch weitere Bücher lesen!

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Die Bernsteinfischerin

Rezensionen von Sophie H.:

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Falls jemand fragt, wer wir waren von Eva Kranenburg

Wer sind die anderen?

Die Geschichte beginnt im Sommer 1953 und spielt in Halle. Die 16jährige, linientreue Tilla lernt Rena kennen, die so ganz anders ist. Rena ist mutig und gibt überall ihren Senf dazu, auch zu den Zuständen in der damals noch sehr jungen DDR. Die beiden Mädchen treffen sich jeden Nachmittag zum Schwimmen im Fluss.

Doch eines Tages kommt Rena nicht mehr und Tilla macht sich auf die Suche nach ihr. Dabei muss sie feststellen, dass sie über ihre neue Freundin relativ wenig weiß. Alles, was diese ihr über ihr Privatleben erzählt hat, scheint erfunden zu sein. Doch das sind nicht die einzigen Lügen, die Tilla beschäftigen. Ihr Freund Roman hat ihr große Teile seines Lebens verschwiegen und auch ihr Vater, der während des Nationalsozialismus im KZ Dora-Mittelbau war, ist nicht der, der er vorgibt zu sein. Tilla hadert mit allem. Schließlich hat sie gelernt, dass der Sozialismus die einzig erstrebenswerte Lebensform ist. Doch dann muss sie nach und nach erkennen, dass auch die Regierung der DDR Lügen verbreitet und das Volk täuscht.
Mich hat das Buch von Anfang an in einen Lesesog gezogen und ich konnte es kaum beiseitelegen. Man fiebert regelrecht mit Tilla mit und erkennt als Leser, genau wie sie, erst nach und nach, was Wahrheit und was Lüge ist. Man muss erfahren, dass man Menschen, von denen man glaubte, sie gut zu kennen, doch ganz anders bewerten und einordnen muss.
Der Autorin ist es sehr gut gelungen, die Zerrissenheit von Tilla einzufangen und zu beschreiben und die damaligen Verhältnisse der noch jungen DDR darzustellen. Kaum zu glauben, dass es anschließend noch so lange gedauert hat, bis dieser Staat aufhörte zu existieren. Ich kann dieses Buch nur jedem weiterempfehlen!

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Falls jemand fragt, wer wir waren

Rezensionen von gerlisch:

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Vega Varg - Das Schweigen der Insel von Åsa Hellberg

Solider Auftakt

Vega Varg ist ein Krimi, der vor allem durch seine atmosphärische Dichte und den geschickt aufgebauten Spannungsbogen überzeugt. Die wechselnden Perspektiven und Rückblicke vor der Tat verleihen der Handlung eine lebendige Dynamik, die einen sofort in die Ermittlungen hineinzieht.

Die Autorin versteht es, ein Setting zu schaffen, das gleichzeitig ruhig, kühl und unterschwellig bedrohlich wirkt.

Die Perspektivwechsel sorgen dafür, dass man die Tat aus verschiedenen Blickwinkeln erlebt, was die möglichen Motive und Abläufe besonders authentisch erscheinen lässt.

Die Figuren sind klar gezeichnet und sofort greifbar. Vega ist stur, eigenwillig, aber mit einem warmen Kern. Ihr privates Umfeld ist so detailliert beschrieben, dass man sie direkt vor sich sieht. Leopold ist immer tadellos gekleidet, eher ruhig und kontrolliert. Trotz der Gegensätze sind sie gute Freunde.

Besonders stark sind die Ermittlungs-Dialoge, die mir durch den präzisen und fesselnden Schreibstil der Autorin positiv aufgefallen sind.

Die verschiedenen Tatvarianten werden glaubwürdig und nachvollziehbar präsentiert. Man rätselt mit, ohne dass es konstruiert wirkt. Die ausgeprägte Beziehungsproblematik zwischen den Figuren nimmt jedoch zunehmend Raum ein und lässt den Fall gefühlt in den Hintergrund rutschen.

Nach dem starken Aufbau wirkt das Finale für meinen Geschmack zu knapp und bleibt deshalb hinter dem Potenzial zurück.

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Vega Varg - Das Schweigen der Insel

Rezensionen von Annabell95:

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Klein aber tot von Jo Fischler

Mordfall in Knuffingen

Das beschauliche Leben in der idyllischen Miniaturstadt Knuffingen gerät aus den Fügen, als der Kritiker Friedrich Frank ermordet aufgefunden wird. Kommissar Jojo Wunder steht vor einem undurchsichtigen Fall, denn der Tote hinterlässt eine lange Liste potenzieller Feinde. Besonders heikel wird es, als ausgerechnet Jojos engste Vertraute, wie seine eigene Mutter und seine heimliche Liebe ins Visier der Ermittlungen geraten.

Für Jojo wird der Fall damit zu einer persönlichen Zerreißprobe, die die heile Miniaturwelt gründlich ins Wanken bringt.

"Klein aber tot" ist der Auftakt in die neue Serie, die in der Miniaturwelt "Knuffingen" spielt.

Die Idee die Stadt Knuffingen aus dem Miniaturwunderland in Hamburg zum Leben zu erwecken ist sehr originell. Die Vorstellung, dass die kleinen Miniaturfiguren zum Leben erwachen und sich durch den Modellort Knuffingen bewegen, wirkt gleichzeitig witzig und charmant. Somit ist das Setting selbst ist ein absolutes Highlight.

Man darf in diesem Krimi keine großartige Spannung erwarten. Es ist mehr eine leichte Kost (Cosy Crime) für Zwischendurch. Die Handlung bleibt bewusst ruhig und gemächlich. Man wartet irgendwie darauf, dass noch etwas Größeres passiert, aber es bleibt mehr ein Cosy-Crime. Viel mehr wird in diesem Krimi auf die Atmosphäre gesetzt.

Der Schreibstil ist flüssig und sehr bildhaft. Es werden zudem humorvolle Ausrücke, skurrile Namen und kleine sprachliche Pointen eingebaut, die dem Krimi eine leichte, verspielte Atmosphäre verleihen. Die Figuren wirken warm, menschlich und oft herrlich verschroben. Es ist genau die Art von Charakteren, die ein gemütlicher Krimi braucht.

Der Bezug zum Miniaturwunderland fehlt auch nicht. Die liebevollen Details aus der Modellbauwelt wie bspw. der Bau von Bergen aus Styropor fließen hier ganz nebenbei mit in die Handlung ein.

Mein Fazit:
Ein witzig und humorvoller Krimi für Zwischendurch. Die Vorstellung wie die kleinen Miniaturfiguren zum Leben erwachen ist einfach genial. Bin sehr gespannt welche Fälle noch auf den Kommissar Jojo Wunder warten und vergebe dem ersten Band der Reihe eine Leseempfehlung.

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Klein aber tot

Rezensionen von literaturfreundin:

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Dem Meer entgegen von Lidija Hilje

Wenn man zu viel fühlt / Sei dir selbst treu

Ivona ist unglücklich. Sie führt ein Leben, das sie nicht führen will, fühlt zu viel und wird im Moment nicht gerade vom Schicksal geliebt.

Geschieden, Ende 30, ist sie zurückgekehrt in ihr Elternhaus, um den Vater zu pflegen. Das Verhältnis zu ihm ist teilweise schwierig, teilweise erkennt sie sich in ihm auch wieder.

Mit der verstorbenen Mutter ist es vor deren plötzlichen Tod nicht mehr zu der ersehnten Innigkeit gekommen.

Vor allem aber macht ihr ihre Kinderlosigkeit als gefühltes persönliches Versagen zu schaffen und ihr vermeintliches Unvermögen, einen Job in ihrem Beruf als Biologin zu finden. Zwischen dem Beginn des Studiums und dessen Ende ist in Kroatien die Marktwirtschaft eingezogen, haben sich die Verhältnisse geändert, fielen Arbeitsplätze weg, änderten sich ganze Industrien.

Nun steht ihr die Bank auf den Füßen, und sie soll versuchen, das Lebenswerk des Vaters und gleichzeitig den emotionalen und lokalen Rückzugsort ihrer Kindheit zu retten. Die Regeln sind andere, ein Verkauf scheint nicht zu umgehen zu sein.

Zwischen diesem Konflikt und ihren Lebenskrisen pflegt sie Kontakt zu ihrem ehemaligen Partner, Vlaho, der ausgerechnet mit ihrer Freundin eine Familie gegründet hat, und wird fast zerrissen zwischen allem. Wie schmerzhaft muss das sein?

Doch allmählich kommt Bewegung in die Dinge, manches klärt sich, neue Konflikte entstehen, Entscheidungen müssen getroffen und Konsequenzen getragen werden.

Es hat mir sehr gefallen, sowohl die Krisen als auch die Entwicklung Ivonas zu verfolgen, den Start in eine neue Lebendig- und Sinnhaftigkeit, und ebenso ihre Biografie zu betrachten. Sie stammt aus einem Land, das es nicht mehr gibt, hat den Jugoslawienkrieg erlebt - das macht etwas mit einem Menschen.

Gerne würde ich Ivonas Lebensweg weiter verfolgen.

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Dem Meer entgegen

Rezensionen von ekiam:

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Worst Date Ever (Knisternde RomCom von der erfolgreichen Autorin Kasie West) von Kasie West

Mehr als nur ein schlechtes Date

Der Klappentext von Worst Date Ever hat mich ehrlich gesagt zunächst nicht angesprochen. Erst die Leseprobe hat mich neugierig gemacht und zum Glück habe ich danach weitergelesen, denn das Buch hat mir deutlich besser gefallen, als ich nach der Beschreibung erwartet hatte.

Ich mag Kasie Wests Schreibstil sehr.

Die Geschichte liest sich locker und flüssig, und besonders die Schlagabtausche zwischen Margot und Oliver per Nachrichten haben mir richtig gut gefallen. Ihre Gespräche waren für mich eines der Highlights des Buches und haben immer wieder für unterhaltsame Momente gesorgt.

Etwas irritiert hat mich allerdings der Klappentext im Nachhinein. Dort wird der Eindruck vermittelt, dass Margot ihre große Liebe auf keinen Fall über eine Dating-App kennenlernen möchte. Tatsächlich nutzt sie diese im Verlauf der Geschichte immer wieder und lernt darüber auch hauptsächlich potenzielle Partner kennen. Das passt für mich nicht so ganz zu dem Bild, das der Klappentext vermittelt.

Margots Entwicklung hat mir dagegen sehr gut gefallen. Gerade ihre Entwicklung im Hinblick auf ihren Beruf und ihre familiären Beziehungen fand ich stimmig und authentisch und sie hat die Geschichte für mich deutlich runder gemacht. Etwas schwer nachvollziehbar war für mich allerdings, warum sie über so lange Zeit daran festhält, dass Oliver das schlechteste Date ihres Lebens war, während sie gleichzeitig immer wieder über die Dating-App mit ihm Kontakt sucht. Dass sie trotz dieses angeblich katastrophalen Dates über Jahre hinweg mit ihm schreibt, hat für mich nicht ganz zusammengepasst.

Auch Olivers Verhalten fand ich stellenweise ziemlich rätselhaft. Ich konnte deshalb gut nachvollziehen, dass Margot nicht so recht wusste, was sie von ihm halten soll. Die spätere Auflösung konnte mich dann aber überzeugen und hat einiges von seinem Verhalten nachvollziehbarer gemacht.

Insgesamt hatte ich mit Worst Date Ever eine richtig gute und unterhaltsame Lesezeit. Besonders der Schreibstil, die Dialoge und Margots persönliche Entwicklung haben mir gefallen. Schade finde ich eigentlich nur, dass der Klappentext für mich nicht wirklich wiedergibt, was das Buch letztendlich ausmacht, denn dadurch hätte ich es beinahe gar nicht gelesen.

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Worst Date Ever (Knisternde RomCom von der erfolgreichen Autorin Kasie West)

Rezensionen von PMelittaM:

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Der Fächer aus roter Seide von Adrian Vogler

Lesenswerter historischer Kriminalroman

China im Herbst 669: Der Magistrat Liu-tschous ist überraschend gestorben, der designierte Nachfolger kann erst in 30 Tagen übernehmen, und so wird Richter Di geschickt, der solange die Vertretung übernehmen soll. Schon bald muss er in mehreren Kriminalfällen ermitteln.

Richter Di ist nicht nur eine historische Persönlichkeit, sondern war bereits der Protagonist einer Reihe Kriminalromane Robert van Guliks.

Adrian Vogler erweckt ihn in Tradition Robert van Guliks erneut zum Leben schon van Gulik zog für seine Romane historische Fälle heran. Wie bei van Gulik begleiten ihn auch hier seine vier Gehilfen.

Da ich bereits vor vielen Jahren van Guliks Romane gelesen habe, war ich sehr gespannt auf seine „neuen“ Abenteuer aus Adrian Voglers Feder. Direkt mit dem ersten Satz hat mich der -Autor in den Roman hineingezogen, und auch direkt klargemacht, dass Atmosphäre für ihn wichtig ist. Di selbst zeigt schnell sein Können, wozu fraglos Geduld, Scharfsinn und eine gewisse Weisheit gehören. Seine Gehilfen sind durch ihre jeweils eigenen Fähigkeiten ebenfalls wichtig für die Ermittlungen.

Auch die weiteren Charaktere sind gelungen, und als Leser:in ist man schnell selbst am rätseln, was hinter den verschiedenen Fällen stecken könnte. Erzählt wird sehr atmosphärisch und bildhaft, das Kopfkino bekommt viel zu tun. Am Ende gibt es nicht nur die nachvollziehbaren Auflösungen, sondern auch die Gerichtsverhandlungen, in denen Di die jeweiligen Urteile fällt. Schließlich nimmt man mit Di und seinen Gehilfen Abschied von Liu-tschou, hoffend, alle bald wieder zu treffen.

Auch das Nachwort ist interessant, man sollte es auf keinen Fall auslassen.

Adrian Vogler konnte mich mit seinem Richter Di-Roman überzeugen, er wird atmosphärisch erzählt, die Charaktere überzeugen ebenso wie die Kriminalfälle. Ich konnte miträtseln, wurde gut unterhalten und habe nun nicht nur Lust darauf, van Guliks Romane noch einmal zu lesen, sondern hoffe auch auf weitere aus Adrian Voglers Feder. Wer gerne historische Kriminalromane liest und einen Ausflug ins historische China nicht scheut, sollte zugreifen.

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Der Fächer aus roter Seide