Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Petra Sch.:
Der Club der Unbeugsamen von Kathryn Stockett
so mitreißend, emotional und wundervoll
Die Geschichte spielt von Juli bis Oktober 1933 in Oxford, Mississippi. Man liest abwechselnd aus Sicht der 24jährigen, unverheirateten Birdie Calhoun und der 11jährigen Meg Lafleur, die im Waisenhaus untergebracht ist.
Birdie lebt mit ihrer Mama und Meemaw im Delta, und besucht ihre Schwester Frances in Oxford, die dort mit ihrem wohlhabenden Ehemann und ihrer Schwiegermutter lebt, um sie um Geld anzubetteln.
Die soziale Darstellung der damaligen Zeit (Prohibition, niemand hat Geld, sehr viele Familien verlieren ihre Häuser, weil sie die Grundsteuer nicht mehr zahlen können, überall wird angeschrieben usw.) und die Stellung der Frau, sowie der POC, wird authentisch und eindrücklich dargestellt. Die ganze Geschichte hat so viel Lebendigkeit und Authentizität, man fühlt sich mitten in der damaligen Zeit in Mississippi. Auch die Ausdrucksweisen, Bezeichnungen unterstreichen dies. Besonders hat mir gefallen, dass die direkte Rede oft in Umgangssprache der niedrigeren Bildungsschichten verfasst war, das hat alles noch glaubwürdiger gemacht. Es war einfach alles so heuchlerisch zur damaligen Zeit, einfach nur schrecklich, und ich habe mit den Frauen (und Mädchen) so sehr mitgelitten. Auch wenn ich Birdie manchmal einfach hätte schütteln können: warum steht sie nicht für sich ein? Warum traut sie sich manche Dinge nicht? Aber so war es wohl damals...
Anfangs fragt man sich, warum genau diese beiden Menschen ihre Geschichte erzählen. Sie haben ja nichts gemein. Doch nach und nach ergeben sich Verknüpfungen, die mitreißend und emotional sind.
Meg ist so ein aufgewecktes, intelligentes Mädchen, das mit dem Verlust seiner Mutter nur schwer klarkommt. Denn ihre Mutter Charlie wollte nur kurz etwas einkaufen und ist nie wieder aufgetaucht. Und Meg versucht nun einfach, bestmöglich im Waisenhaus klar zu kommen. Was ihr dessen Leiterin jedoch nicht leicht macht.
Birdie ist so liebevoll und empathisch, sie versucht immer das Beste für alle. Auch für ihre Schwester Frances, die sich sehr oft wie ein richtiges Biest verhält, was ihr gar nicht auffällt. Manchmal hat sie aber auch liebevolle Seiten.
Und so überrascht es nicht, dass nach einer (für mich nicht ganz so überraschenden) schicksalhaften Wendung viel Kreativität und Courage gefragt ist, für die Umsetzung einer gefährlichen Idee, um das Leben wieder in halbwegs geordnete Bahnen zu lenken - und dabei hat Birdie unerwartete Hilfe. Es war einfach sooo lustig zu lesen, als die Mieterinnen im Haus eingezogen sind!
Ich fand es etwas befremdlich, dass bei so einem Buch - wo man ja anhand der Inhaltsangabe genau weiß, worum es geht - in heutigen Zeiten trotzdem eine editorische Notiz abgedruckt werden muss, in der vermerkt ist, dass die an manchen Stellen vorkommende rassistische und diskriminierende Sprache nur der korrekten historischen Darstellung des Alltagsrassismus zur damaligen Zeit in den USA geschuldet ist - das sollte ja wohl selbstverständlich sein, da die Geschichte nunmal in den 1930ern spielt und es damals eben genau so war.
Und ich bin einfach nur begeistert von dieser mitreißenden und bewegenden Geschichte der beiden mutigen Frauen, die authentisch die Gesellschaftsstruktur der 1930er in Mississippi, die riesengroße Schere zwischen Arm und reich, weiß und farbig, Männern und Frauen, wiedergibt.
Fazit:
Eine authentische, mitreißende und emotionale Darstellung der sozialen Gefüge im Mississippi der 30er, als Frauen kaum Rechte hatten und alles einfach nur heuchlerisch war. Mit zwei wahnsinnig sympathischen, empathischen und mutigen Protagonistinnen.
Rezensionen von Sina:
Herz König von Lily King
Zweifelhafte Entscheidungen?
„Herz König“ von Lily King war mein erster Roman der Autorin, der mich aufgrund der vielen positiven Bewertungen neugierig gemacht hat. Das Prequel „Writers & Lovers“ habe ich nicht gelesen, da der Roman auch für sich allein stehen kann. Im Nachhinein bin ich mir unsicher, ob es nicht doch besser gewesen wäre, „Writers & Lovers“ vorher zu lesen, um der ganzen Geschichte mehr Tiefe zu verleihen und die Entwicklung der Figuren besser nachvollziehen zu können.
Eine junge Literaturstudentin lernt während ihrer Zeit an der Universität zwei charismatische junge Männer kennen und verbringt fortan viel Zeit mit ihnen. Schnell entsteht eine Beziehung zwischen ihr und einem der Männer, welche jedoch nicht lange hält. Nach einer Weile muss sie sich schließlich eingestehen, nun Gefühle für den anderen zu haben und aus einer zunächst heimlichen Beziehung entsteht etwas Ernsteres, etwas, das großes Potential für die Zukunft hat… bis er sie sitzen lässt.
Nach der ersten Hälfte des Buches folgt ein Zeitsprung über viele Jahre. Die Hauptfigur hat sich ein Leben mit Ehemann und Kindern aufgebaut und keinen Kontakt zu ihren ehemaligen Kommilitonen, bis sie ein Anruf erreicht und alles ins Wanken bringt.
Obwohl mir der Schreibstil der Autorin anfangs etwas zu abgehackt erschien und ich meine Startschwierigkeiten hatte, bin ich relativ schnell in einen guten Lesefluss gekommen. King's Figuren wirken zudem durch ihre ganz eigenen Probleme und Eigenheiten sehr authentisch und ich konnte schnell einen Bezug zu ihnen herstellen.
Der Aufbau des Buches hingegen hat für mich leider nicht funktioniert. Der Sprung zwischen den beiden Teilen war mir zu extrem und ich konnte die Entscheidungen der Hauptfigur im zweiten Teil gar nicht nachvollziehen. Zudem überschlugen sich die Ereignisse nur so. Ein Schicksalsschlag jagte den nächsten und die Geschichte, welche anfangs noch ein gemächliches Tempo vorlegte, wirkte plötzlich völlig überladen. Auf emotionaler Ebene konnte mich die Geschichte so leider auch nur bedingt abholen.
Insgesamt hab ich den Roman nicht ungern gelesen aber es bleibt ein Gefühl, dass hier Potential verschenkt wurde. Vielleicht sollte man wirklich das Prequel gelesen haben, um auch die Lücke im großen Sprung zwischen den beiden Handlungssträngen füllen zu können.
Rezensionen von Eternal-Hope:
Fetisch Intelligenz von Gisela Schmalz
Kritik eines einseitigen Intelligenzbegriffes
Dass dieses Buch seiner Autorin, der deutschen Wirtschaftswissenschaftlerin und Publizistin Gisela Schmalz, ein echtes Anliegen ist, merkt man von der ersten bis zur letzten Seite. Hier schreibt eine, die sich offenbar sehr über einen einseitigen Intelligenzbegriff, der sich zu sehr an klassischen Intelligenztests orientiert und politisch leicht missbraucht werden kann, ärgert.
Dieser Ton zieht sich auch durch das Buch: ob es nun darum geht, dass zu viele Kinder als hochbegabt eingeschätzt würden, um all die wichtigen Fähigkeiten, die mit Tests kaum messbar seien und deshalb aus dem Fokus rücken würden, wenn wir uns zu sehr auf Testresultate fokussieren, oder um rechtspopulistische Influencer, die sich für die stärkere Vermehrung von ihnen als intelligenter angesehener Menschen einsetzen: man bekommt beim Lesen den Eindruck, dass der herkömmliche IQ-Begriff und damit verbundene Tests etwas Schlechtes seien.
Dabei ist der Inhalt des Buches eine bunte Mischung aus der subjektiven persönlichen Meinung der Autorin, einzelnen Aussagen von Menschen, die im Bildungsbereich tätig sind und deshalb meinen, aufgrund ihrer Erfahrung sagen zu können, ob Intelligenztests im Einzelfall etwas taugen würden und das Potential eines Kindes korrekt vorhergesagt hätten oder nicht, und wissenschaftlichen Theorien zu Intelligenz. Das macht es manchmal gar nicht so leicht zu lesen, weil für Menschen mit wenig Vorwissen in dem Bereich nicht so leicht unterscheidbar ist, was hier Meinung ist und was der aktuelle Stand der Wissenschaft.
Wer sich hingegen mit dem Thema gut auskennt, ärgert sich schnell über manch undifferenzierte Betrachtungen, die zeigen, dass nicht alles in diesem Bereich wirklich tief durchdrungen und verstanden wurde, aber dafür schnell kritisiert wird.
Schwierig finde ich dabei auch, dass die Autorin mit so einer einseitigen These an das Thema herangeht und von Vornherein Argumente für die bisherige Intelligenzdefinition, die durchaus, wie alles, ihre Grenzen und Schwächen hat, nur sehr am Rande vorkommen: etwa, dass Testintelligenz tatsächlich empirisch in vielen Studien belegbar nicht nur mit formaler Bildung, sondern auch mit beruflichen Erfolgen, Gesundheit und einigem mehr korreliert.
Interessant sind die alternativen Intelligenzkonzepte, etwa jenes zu den Multiplen Intelligenzen von Howard Gardner, die Ideen zu Neurodiversität oder auch das praktische Beispiel einer Wangari Matthai, die mit ihrem Wirken offensichtlich sehr viel Positives geschaffen und damit vielfältige Begabungen bewiesen hat, ohne offiziell durch eine Testung als hochbegabt zu gelten. So finden sich durchaus nachdenkenswerte Ansätze in diesem Buch.
Wer sich neu mit dem Thema Intelligenz und wie man sie messen könnte, beschäftigen möchte, dem empfehle ich eher andere Werke zu diesem Thema: solche, die sich neutraler und weniger einseitig damit befassen.
Wer hingegen schon, etwa durch ein einschlägiges Studium im Bereich Psychologie oder verwandter Wissenschaften, einiges über das Thema weiß und es selbst kritisch betrachtet, der wird zwar an so manchen Stellen in diesem Buch nichts Neues mehr lernen, an anderen können sich aber durchaus betrachtenswerte neue Ideen zum Thema finden.
Rezensionen von Lerchie:
Mord in der Pension Möwennest von Jess Kidd
Suizid oder Mord?
Im Jahr 1954 kehrt Schwester Agnes nach 30 Jahren im Kloster ihrem Konvent den Rücken zu. Sie ist jetzt wieder Nora Breen und reißt in das Küstenstädtchen Gore-on-Sea, wo eine ehemalige Novizin verschwunden ist. Seit einem Monat hat sie niemand mehr gesehen und Nora hat ihre Briefe vermisst. Dab ei hatte Frieda angekündigt, die Geheimnisse ihrer Mitbewohner im Möwennest zu lüften.
Hat ihr das geschadet und ist ihr vielleicht gar Schlimmes widerfahren? Nora ist undercover dort, bezieht sogar Friedas Zimmer. Als einer der Gäste tot aufgefunden wird, sieht sie ihren Verdacht bestätigt. Teddy Atkins Kaffee war vergiftet. Allerdings tut der Detective Inspektor Rideout diesen Tod als Suizid ab. Nora ermittelt kurzerhand selbst und nimmt alle Gäste des Möwennests aufs Korn.
Meine Meinung
Das Buch ließ sich gut lesen, keine Unklarheiten im Text störten meinen Lesefluss. In der Geschichte war ich schnell drinnen, konnte mich gut in die Protagonisten hineinversetzen. Wie im Klappentext bereits erwähnt, vermisst Nora die Briefe ihrer Freundin Frieda. Mit dieser hatte sie einen regen Briefwechsel. Da Frieda es nicht ähnlichsah, plötzlich nicht mehr zu schreiben, verließ Nora den Konvent, war wieder Nora Breen und mietete sich im Möwennest ein. Dort geschahen seltsame Dinge, denen Nora auf den Grund gehen wollte. Vor allem, als ein Gast vergiftet worden war, auch wenn der Inspektor von einem Suizid ausging ließ Nora sich nicht beirren, denn es war Mord, davon war sie überzeugt. Und es blieb nicht bei dem einen Mord. Nora kam dem Inspektor immer wieder in die Quere. Wird sie herausfinden, was mit Frieda passiert ist? Wo ist sie? Lebt sei noch , oder ist sie womöglich tot? Der geneigte Leser wird dies beim Lesen des Buches erfahren. Das Buch hat mir gut gefallen, war auch teilweise doch spannend, hat mich gefesselt und mich gut unterhalten. Eine Leseempfehlung und vier Sterne.
Rezensionen von Brigittte:
Gesund mit Visite - Gesund und fit älter werden von Visite
Einfach, lecker und super informativ!
Man ist nie zu alt, um an sich zu denken! Dieser handliche Ratgeber hat mich wirklich begeistert, denn er zeigt wunderbar, dass man nicht gleich sein ganzes Leben auf den Kopf stellen muss. Kleine, machbare Schritte ohne Qual – genau das ist das Geheimnis!
Es geht hier nicht nur ums Essen, sondern um das ganze Paket: Bewegung, Geist, Schlaf, Achtsamkeit und vor allem Freude am Leben.
Die Mythen-Aufklärung und die neuesten Infos aus der Forschung sind hochinteressant zu lesen. Und erst die Rezepte! Bei den tollen Fotos läuft einem glatt das Wasser im Mund zusammen. Sie sind übersichtlich, schnörkellos erklärt und enthalten praktische Gesundheitstipps obenauf.
Ich nutze das Buch als täglichen Begleiter zum Nachschlagen, Nachkochen und Mitmachen. Ein rundum gelungener Mutmacher, den ich von Herzen empfehle!
Rezensionen von Sina:
Kosmos SchlauFUX Gaming von Birk Grüling
Tolles Sachbuch für (junge) Gamer:innen!
Bei „Gaming“ aus der SchlauFUX Reihe des Kosmos Verlags handelt es sich um ein Kinder- und Jugendbuch ab 8 Jahren von Birk Grüling.
Ziel des Buches ist es, den Kindern und Jugendlichen interaktiv die Welt der Videospiele näher zu bringen, spannendes Wissen zu vermitteln und über mögliche Risiken aufzuklären.
Aufgeteilt in verschiedene Kategorien, sollen Lesende schnell einen Überblick darüber bekommen, welche Kategorien für sie am interessantesten sein könnten und sich so anhand von entsprechenden Symbolen leicht im Buch orientieren. Einem Thema ist stets eine Doppelseite gewidmet. Am Rand der linken Seite kann man nun sehen, von welchen Seiten man ursprünglich kommt und am Rand der rechten Seite werden neue Themen angeteasert, aus welchen man nun wählen kann und direkt auf die entsprechende Seite wechseln kann. Dieses Konzept sorgt für eine gute Übersicht und dafür, dass die jungen Leser:innen sich direkt mit den Themen beschäftigen können, die ihnen wirklich zusagen.
Die Bandbreite an Themen ist groß und vielfältig und mit Hinblick auf die Zielgruppe wirklich gut gewählt. Es werden verschiedene Berufe im Bereich der Spieleentwicklung vorgestellt, was für junge Leser:innen, welche ohnehin Begeisterung für das Gaming haben sehr interessant sein könnte. Zudem wird erklärt, wie beispielsweise Technologien wie KI Einfluss auf bestimmte Bereiche der Spieleentwicklung haben oder wie bestimmte Spiele unsere Kultur geprägt haben. Zwischendrin findet man auch Texte von Leuten, die in der Gaming-Branche tätig sind und über ihre Arbeit berichten. Bekannte und weniger bekannte YouTuber:innen und Streamen:innen werden vorgestellt und deren Arbeit auf entsprechenden Plattformen wird den Lesenden erklärt. Besonders gefallen hat mir auch, das die positiven Aspekte des Gaming hervorgebracht werden und erläutert wird, inwiefern sich das Zocken auf Koordinationsfähigkeiten oder Gedächtnis auswirken kann. Wichtig zu thematisieren ist natürlich auch das Suchtpotential, welches das Gaming aus verschiedenen Gründen mit sich bringen kann und darüber aufzuklären, was meiner Meinung nach sehr gut gelungen ist.
Die Texte sind kurz und informativ, in einfacher und gut verständlicher Sprache formuliert. Auch die Farbgestaltung ist mit hauptsächlich gedeckten, unaufgeregten Farben gut gewählt. Die vielen Bilder, Illustrationen und Fotos veranschaulichen das Geschriebene und machen es besser greifbar.
Im Großen und Ganzen handelt es sich hierbei um ein tolles und informatives Buch für alle Gaming-Begeisterten. Ganz klare Empfehlung von mir!
Rezensionen von Harakiri:
Puppenherz von Max Bentow
Pageturner
Nils und Carlotta müssen einen Mörder suchen, der seine Opfer mit einem Küchenbeil erschlägt und jeweils eine Trophäe mitnimmt. Kaum haben sie den einen Tatort besichtigt, wartet schon der nächste auf sie. Und dann gerät ausgerechnet Carlotta ins Visier des Mörders.
Das Buch besitzt ein wahnsinniges Tempo.
Man kann es nicht aus der Hand legen. Kurze Kapitel und ein Mörder, der immer wieder zuschlägt halten die Spannung sehr hoch. Viel wörtliche Rede macht die Handlung lebendig.
Die Storyline ist neu und erfrischend anders. Wieso schnitzt der Täter Knochenpüppchen aus den Opfern? Schon allein für diese Idee hat Bentow Lob verdient – ich rätsle ja gerne mit, aber auf die Lösung wäre ich jetzt nicht gekommen.
Puppenherz ist der 3. Band der Trojan-Weiss-Reihe und bestimmt nicht der letzte. Puppenherz kann man unabhängig von den beiden Vorgängern lesen, ich würde dennoch empfehlen, Eulenschrei und Rabenland zuerst zu lesen, da sich vor allem Carlotta weiterentwickelt und auch das Privatleben der beiden Protagonisten macht dann mehr Spaß zu lesen.
Das Buch ist gewohnt blutig. Bereits auf den ersten Seiten passiert der erste Mord und Bentow schon die Nerven seiner Leser wieder mal nicht.
Fazit: Klare Kauf- und Leseempfehlung. Bentow lohnt sich immer.
Rezensionen von Katzenmicha:
Hotel Hafenherz - Aber bitte mit Meerblick von Michelle Schrenk
Gefühls Chaos im Hotel Hafenherz
Clara Hansen führt gemeinsam mit ihrem VaterKuno das Hotel Hafenherz.Das Hotel hat ganz viel Charm -aber auch eine Menge von Problemen.Clara will neue Ideen einbringen,was leider von ihrem Vater Kuno blockiert wird.Gerne würdeClara bischen mehr mit der Zeit gehen,doch bis es dazu kommt, muss sie nicht nur ihren Vater überzeugen, der sich mehr als quer stellt.
Ein funktionierendes WLAN und kleinere Reparaturen, würden schon das Überleben des Hotels sichern.Cara gibt jeden Tag ihr Bestes, wird aber aufgerieben zwischen Hotelalltag, den Sonderwünschen der Gäste und ihrem Vater und als alleinerziehende Mama einer sechszehn jährigen Tochter.Als sie dann auch noch am Strand einem Arzt vor die Füße fällt, nimmt ein chaotischer Sommer seinen Lauf….
Die Autorin Michelle Schrenk hat einen fließenden und bildhaften Schreibstiel.Es machte sehr viel Freude Clara zu begleiten und ihren Sommer zu erleben.Auch wie sich nach und nach ihr Selbstwertgefühl endwickelte fand ich toll.Naja und die Möwe Krabbertwar für mich mein Highlight.Leider kann ich nur 5 Sterne geben,fürmich wären es 10 und mehr gewesen.Ich freue mich schon auf die Fortsetzung,die es hoffendlich geben wird.
Rezensionen von Piet1990:
Dem Meer entgegen von Lidija Hilje
Melancholisch, warm und sehr gefühlvoll
„Dem Meer entgegen“ ist für mich kein typischer leichter Sommerroman, auch wenn Cover, Titel und das kroatische Setting das zunächst vermuten lassen. Die Geschichte rund um Ivona ist viel ernster und emotionaler, als ich erwartet hatte. Sie steht Ende 30 an einem Punkt, an dem vieles in ihrem Leben anders gelaufen ist als erhofft: ihre Ehe mit Vlaho ist gescheitert, alte Gefühle sind trotzdem noch da, und auch der Wunsch nach Familie spielt eine große Rolle.
Besonders gut gefallen hat mir die Atmosphäre. Kroatien, das Meer, die Hitze, der Olivenhain und die Familiengeschichte wirken sehr lebendig, ohne dass es überladen ist. Man spürt beim Lesen diese Mischung aus Sehnsucht, Schmerz und Hoffnung.
Der Schreibstil ist ruhig, poetisch und sehr einfühlsam. Die Geschichte nimmt sich Zeit, was gut zu Ivonas innerem Weg passt. Manchmal war es mir ein kleines bisschen zu langsam, aber insgesamt hat mich gerade diese leise Art berührt.
Fazit:
Ein gefühlvoller, melancholischer Roman über Liebe, Verlust und die Frage, ob man sich selbst noch einmal neu finden kann. Wer ruhige Geschichten mit viel Gefühl und schönem Setting mag, wird hier sicher gut abgeholt.
Rezensionen von Pusteblümchen:
Frag nach Susan von Souvankham Thammavongsa
Interessante Einblicke
Die zweiundvierzigjährige Protagonistin Ning war früher Boxerin. Inzwischen ist sie dafür zu alt und arbeitet in einem Nagelstudio. Die dortige Kundschaft interessiert sich jedoch kaum für die Identität der Angestellten: Für sie heißen alle Mitarbeiterinnen dort schlicht „Susan“. Ning weiß genau, worauf es in diesem Job ankommt: Es geht nicht allein um gemachte Nägel, sondern um das Zuhören und dass für die Kundschaft alles schön einfach für sie ist.
Ich fand es schwierig Zugang zu Ning zu bekommen, aber ich denke, dass die Autorin diese Distanz ganz bewusst schaffen wollte. Sie gibt nicht viel über sich Preis, stattdessen ist sie diejenige, die alles über andere Menschen erfährt. Ihre Kunden haben keine Geheimnisse und reden sich in wenigen Minuten ihre Last von der Seele.
Mit ihrem Buch gibt die Autorin einen interessanten Einblick in eine der vielen Dienstleistungsbranchen, von denen jeder von uns die ein oder andere in Anspruch nimmt.
Es ist ein eindringlicher Roman, über Vorurteile, Klischees und Machtverhältnisse, der bewegend aber auch ein wenig skurril anmutet. Gleichzeitig wird einem bewusst was hinter einigen Selbstverständlichkeiten unseres Lebens steckt und wie die andere Seite aussieht.
Es ist ein leiser, aber tiefgründiger Roman, der den Blick auf die Menschen schärft, die in unserem Alltag oft unsichtbar bleiben.











