Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Tara:
Fliegt, Wilde Schwäne von Jung Chang
Mehr als eine Biografie
„Fliegt, Wilde Schwäne“ ist ein außergewöhnlicher Roman der in London lebenden chinesischen Autorin Jung Chang.
Da mich bereits der vorherige Band „Wilde Schwäne“ sehr beeindruckt hat, war ich gespannt, wie die Autorin mit diesem an die Geschichte ihrer Familie und an die Chinas anknüpfen würde.
Vorwissen aus dem Vorgänger ist nicht zwingend notwendig, da Jung Chang die historischen Hintergründe verständlich erklärt und vorab auch eine Zeittafel mit wichtigen Daten zu finden ist, die eine weitaus größere Zeitspanne umfasst als die Kapitel des Buches.
Anhand ihrer eigenen Familiengeschichte erzählt die Autorin die Geschichte ihres Landes bzw. des Landes, in dem sie geboren wurde. Inzwischen lebt sie in London, da sie durch Gesetze des derzeitigen Staatschef Xi Jinping aufgrund ihrer Veröffentlichungen bei ihrer Rückkehr eine Gefängnisstrafe riskieren würde.
Der Schreibstil ist nüchtern aber auch emotional packend zugleich. Diese ungewöhnliche Kombination entsteht dadurch, dass sie hier Biografisches mit historischen, sachlichen Fakten vermischt. Die Kombination aus Alltagsszenen, Grausamkeiten durch Folter, Traditionen, Landschaftsbeschreibungen und vieles mehr bieten ein umfassendes Bild des Landes und geben einen guten Einblick in das Leben der Bevölkerung über Jahre hinweg.
Durch Fotos ihrer Familie fängt Jung Chang die Atmosphäre gut ein und rundet damit ihr Werk gelungen ab.
Dieses außergewöhnliche Buch ist kein Roman im klassischen Sinne, es ist aber auch kein Sachbuch und keine Biografie, sondern eine Darstellung der Geschichte Chinas - in allen Facetten: politisch, familiär, kulturell, landschaftlich… - anhand der Familie der Autorin.
Mich hat das Lesen bereichert und wer sich für andere Kulturen oder die historische Entwicklung Chinas interessiert, der liegt hier bestimmt richtig.
Rezensionen von rewareni:
Das Echo deines Namens von Diana Ak
Eine zweite Chance
Die junge 23 jährige Brittany Haris, die immer noch bei ihren Eltern lebt spürt, dass sie einen Neuanfang braucht und so beschließt sie kurzentschlossen nach New York zu ziehen, wo es ihr zum Glück gelingt eine Stelle in einer Anwaltskanzlei zu ergattern. Obwohl ihr Chef Alex Sullivan zunächst sehr reserviert und unnahbar wirkt, merkt Brittany bald, dass hinter dieser harten Fassade ein sensibler Mensch steckt.
Schon bald fühlt sie sich immer mehr zu ihm hingezogen, wo sie aber nie weiß, was er wirklich fühlt und denkt.
Bis sie eines Tages seinen Kollegen Nathan kennen lernt und ihre Gefühle sowohl für Alex, als auch für ihn vorhanden sind. Als Brittany endlich glaubt zu wissen, wer ihr Herz erobert hat geschieht eine furchtbare Katastrophe und plötzlich ist nichts mehr so, wie es vorher war.
Die Autorin Diana Ak hat mit ihrem Roman ,,Das Echo deines Namens“ eine zu Herzen gehende Geschichte geschrieben über Liebe, Verlust, Hoffnung, Zweifel und den Mut das Leben wieder neu zu beginnen selbst wenn man denkt, dass man nie wieder glücklich sein kann.
Die Protagonisten Brittany, Alex und Nathan sind in jeder Szene glaubwürdig wie sie handeln und vor allem sehr menschlich. Die Autorin hat ihnen so viele Emotionen und Gefühle eingehaucht, dass man selbst immer wieder mitleidet wenn man spürt, wie verzweifelt und unglücklich diese gerade sind.
Interessant waren dabei verschiedene Rückblenden aus der Vergangenheit aber auch solche, wo man Zeuge geworden ist, wie eine Situation aus der Sicht jedes einzelnen erlebt worden ist.
Auch wenn es ein eher trauriger Roman ist, so ist er doch immer wieder voller Hoffnung. Besonders intensiv erlebt man dabei die Gefühle und Gedanken von Alex und Nathan, die beide eine schwere Jugend hatten, die beide aber gestärkt daraus hervor gegangen sind und ihr Motto dabei war, dass jeder Mensch eine zweite Chance verdient hat.
Besonders berührend fand ich dabei, wie selbstlos beide gehandelt haben, damit Brittany glücklich werden konnte. So sensibel und empathisch findet man selten Männer, die um die selbe Frau kämpfen.
Die Geschichte lebt von Erinnerungen der Protagonisten und egal, was passiert ist, bleiben diese in ihrem Gedächtnis und somit können sie mit ihrem alten Leben abschließen und ein neues und vor allem wieder glückliches beginnen.
Rezensionen von jori1020:
Kaskaden von Louise K. Böhm
Ein Debüt mit Sogwirkung
Wie schön, dass neben den etablierten Autor*innen immer wieder junge, neue und vor allem erfrischende Stimmen ihren Weg in die Literaturwelt finden. In diesem Jahr etwa Kea von Garnier, Marie Menke, Anna Katharina Scheidemantel oder nun auch Louise K. Böhm mit ihrem Debütroman 'Kaskaden'. Sie bringen nicht selten eine moderne Art des Schreibens und einen ganz eigenen Ton mit, in dem sich viele Leser*innen der jüngeren Generation wiederfinden dürften.
Böhm greift dabei Themen auf, die viele junge Menschen beschäftigen: Studium, Freund*innenschaften, Zugehörigkeit, Begehren und Liebe.
Im Mittelpunkt steht Jojo, Mitte zwanzig, Masterstudentin der Molekularbiologie. Am liebsten verbringt sie ihre Zeit im Labor, wo sich Proteine filtern lassen und „das Unwesentliche vom Wesentlichen getrennt wird“. Im echten Leben gelingt ihr das deutlich weniger gut. Die Folgen belastender Erlebnisse aus der Vergangenheit, ein schwieriges Verhältnis zu ihren Eltern, finanzielle Sorgen und ihr ausgeprägter Hygiene- und Waschzwang machen es ihr schwer, irgendwo wirklich anzukommen oder sich auf andere Menschen einzulassen.
So fern Jojo vielen anderen Figuren im Roman zunächst bleibt, so nah kommt sie den Leser*innen. Das gelingt insbesondere durch die direkte, ungeschönte und manchmal auch derbe Sprache, die dem Buch seinen ganz eigenen Sound verleiht. Hinzu kommen die vielen kleinen Details, Liedtitel, Marken und Alltagsbeobachtungen, die ganz selbstverständlich in die Erzählung einfließen und eine große Nähe zur Lebenswelt der Protagonistin schaffen. Man begleitet ihre Unsicherheiten, ihre Ängste und Sehnsüchte so unmittelbar, dass man irgendwann nur noch hofft, sie möge ihren Platz im Leben finden und endlich glücklich werden. Genau daraus bezieht der Roman seine besondere Stärke. Er entwickelt eine Sogwirkung, der man sich nur schwer entziehen kann. Seite um Seite fiebert man mit und hofft, dass sich für Jojo alles zum Guten wendet.
Ein eindringliches, modernes und rundum gelungenes Debüt, von dem man hoffentlich noch lange hören wird.
Rezensionen von Katja K.:
Und alles zerbricht (Paper Hearts 1) von Maxine Reuker
Beeindruckend realistische Darstellung einer Essstörung
Vorab: Bei Problemen mit dem Essen und dem Gewicht sollte man zuvor die Triggerwarnung durchlesen. Auch bin ich nicht sicher, inwieweit sich dieses Buch wirklich für Jugendliche eignet, die ja häufig ohnehin in einer sensiblen Phase in Bezug auf ihre Figur stecken.
Was mich persönlich angeht, so bin ich etwas holprig gestartet.
Manche Dialoge und Formulierungen kamen mir etwas umständlich und konstruiert vor, manche Handlungen nicht wirklich nachvollziehbar. Ich bin froh, dass ich wegen der Empfehlung einer Freundin trotzdem weiter gelesen habe.
Den Klappentext finde ich irreführend. Hier steht nicht die Liebesgeschichte im Vordergrund, wie angedeutet, sondern tatsächlich Milas Belastung und ihr Weg in die Essstörung. Ich bin selbst Psychotherapeutin und war wirklich tief beeindruckt davon, wie realistisch die Autorin die Essstörung, vor allem auch die Körperwahrnehmungsstörung und die Hartnäckigkeit dieser Erkrankung dargestellt hat. Man merkt, dass sie selbst Erfahrung mit dieser gefährlichen Störung hat.
Insgesamt fand ich die Charaktere sehr liebevoll gezeichnet. Ich konnte mich gut in sie hineinversetzen. Milas Unsicherheit und Ambivalenz waren für mich deutlich spürbar.
Am Ende fand ich den Schreibstil dann wieder etwas holprig, die Liebesgeschichte kitschig und das Tempo zu hoch. Außerdem wurde schnell noch etwas Drama hineingebaut, das hätte ich persönlich nicht gebraucht. Aber so ist das Ende offen geblieben und man kann gespannt auf die Fortsetzung sein.
Ich kann das Buch allen empfehlen, die sich für das Thema sensibilisieren möchten und generell an Mental Health-Themen interessiert sind. Bei eigenen Problemen mit der Figur und dem Essen würde ich hingegen gut abwägen, ob die Lektüre das Richtige für mich ist.
Rezensionen von Skanus:
Weil sie lügt von Caroline Seibt
Atemlos!
Atemlos!
Würde dieses eine Wort ausreichen, um eine umfassende Rezension dieses Thrillers zu schreiben, würde es auf den Punkt treffen. Es steckt alles drin in diesem einen Wort und doch ist es zu wenig, um die Spannung zwischen den Buchseiten in Worte zu fassen.
Etwas Bedrohliches umfängt die junge Protagonistin Anna, die mit dem Verschwinden ihrer Schwester Juli zu kämpfen hat.
Auf ihr liegt die gesamte Last und sie stemmt es bewundernswert. Dabei hat sie nur ein Ziel vor Augen - das Verschwinden aufzuklären.
Dieser Wille hält sie bei der Stange, treibt sie gnadenlos an und bringt eine Verbissenheit hervor, die den Leser gelegentlich beängst die Seite umblättern lässt. Man selbst hat längst das Gefühl, unter dieser Last zusammenzubrechen. Und doch fiebert der Leser weiter mit, verspürt körpeliches Unbehagen, wenn er nicht sofort - gar mit dem nächsten Wort - der Klärung einen Schritt näher kommt.
Ich fühlte mich bei der Lektüre an die Spannung in Zweigs 'Schachnovelle' erinnert, wo jedes überflüssige Wort die Spannung ins Beklemmende dehnte. So auch hier, bewusst befeuert durch die Cliffhanger am Ende fast jeden Kapitels. Es war schwer, dass Buch wegzulegen.
Ein Spoiler ist so unfair wie nur irgendwas; und bei diesem Thriller ganz besonders. Deshalb gibt es keinen, aber ich möchte doch auf das Ende der Geschichte verweisen, das den Leser in einem wunderbaren Zustand zurücklässt. Wie dieses Wunderbare genau aussieht, muss der geneigte Leser selbst herausfinden.
Auf alle Fälle ist das Wunderbare auf mehrere Arten zu lesen und zu verstehen.
Nicht vergessen: Tief einatmen und loslesen!
Rezensionen von Ameland:
Lesen NERVT! - Bücher? Voll anstrengend! (Lesen nervt! 3) von Jens Schumacher
Bücher können auch Spaß machen
Ich betreue in der Grundschule ehrenamtlich u. a. kleine Lesemuffel und bin daher immer auf der Suche nach passender Lektüre. Rein zufällig bin ich auf diese Reihe gestoßen und finde sie witzig gemacht.
In diesem dritten Band hat sich Karoline Kneberwecht dummerweise zu einer Buchstabenmeisterschaft angemeldet.
Jetzt ist sie völlig verzweifelt, denn sie mag weder Buchstaben noch Wörter oder Bücher. Es gibt bestimmt Kinder, die Karolines Verzweiflung sehr gut verstehen können. Und genau wie die Schüler bleibt ihr gar nichts anderes übrig und sie muss üben, üben und nochmals üben. Dazu benötigt sie unbedingt die Hilfe ihrer Leser. Gemeinsam können sie die Übungen bestimmt meistern.
Sehr gut gefällt mir diese Einbeziehung der jungen Leser, die hier mit Eifer dabei sind. Es gilt die gespiegelten Buchstaben in einem Buchstabendurcheinander zu finden oder gar einen ganzen Text in Spiegelschrift mit einem Spiegel zu entziffern. Nicht so begeistert war man von dem Text, in dem die Satzzeichen willkürlich und meist falsch gesetzt wurden (ist auch nicht meine Kernkompetenz). Auch wenn das Üben Karoline auf ihre Neeerven geht, schlägt sie sich ganz gut und sie findet im Text sogar alle falschen Worttrennungen. Hier gab es einige sehr witzige Wortkreationen wie z. B. der Kau-Fladen.
Ob Karoline nun genug geübt hat, um den Wettbewerb gegen die hochnäsige Lambada zu gewinnen? Das kann ich hier natürlich nicht verraten. Ich empfehle euch, das Buch selbst zu lesen. Garantiert habt ihr auch viel Spaß beim Lesen und Betrachten der lustigen Illustrationen.
Rezensionen von Sheilo:
Worst Date Ever (Knisternde RomCom von der erfolgreichen Autorin Kasie West) von Kasie West
Das perfekte Match?
Margot träumt als angehende Literaturagentin selbst von einer eigenen Liebesgeschichte, die aus einem Buch stammen könnte. Dabei ist ihr ein perfektes Meet-Cute, das erste Aufeinandertreffen, besonders wichtig. Getrieben von diesen traumhaften Vorstellungen merkt sie dabei gar nicht, dass sie eventuell schon ihren Traummann getroffen hat?
"Worst Date Ever" ist eine sehr amüsante Romcom, mit der man wundervolle Stunden verbringen kann.
Kasie West gelingt es mit ihrem humorvollen Schreibstil immer wieder, mir ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Dabei mischt sie den Humor sehr gut mit tiefgründigen Themen, sodass eine wundervolle Mischung entsteht und damit eine Romcom, die man nicht so schnell vergessen wird.
Margot ist eine wirklich tolle Frau, jedoch hat sie eine Familie an ihrer Seite, die sie immer wieder auf vermeintliche Fehler in ihrem Leben hinweist und auch sie selbst gesteht sich ein, dass sie manche Entscheidungen heute anders treffen würde. Margot ist dabei ein Mensch, der aktiv nach einem Mann sucht, jedoch nutzt sie dabei sehr intensiv Dating-Apps, die ihr immer wieder vor Augen halten, dass dies auch nicht die perfekte Lösung ist. Nur mit einem Mann scheint sie dabei nicht aus dem Weg gehen zu können, denn mit Oliver kommt jedes Mal ein Match zustande, dabei hatten die beiden bereits ein unvergessliches Date...
Oliver ist ein sehr zuvorkommender und hilfsbereiter Mann, der in seinen vergangenen Beziehungen schon viele schmerzhafte Dinge erleben musste. Auch er nutzt Dating Apps, jedoch scheint auch er noch keine perfekte Frau gefunden zu haben. Die Chats mit Margot genießt er hingegen bereits von Anfang an.
Ich liebe das Knistern zwischen Oliver und Margot total und es gibt immer wieder wundervolle Szenen, die mich zum Schmunzeln gebracht haben. Das Buch hat mich selbst sehr zum Nachdenken angeregt, was im Leben Glück bedeutet. Ich bin von "Worst Date Ever" begeistert und kann es allen sehr empfehlen, die amüsante Romances lieben.
Rezensionen von Pearl:
Brombeerblaue Tage von Simone Veenstra
Elisa ist Landschafarchitektin und sehr glücklich in ihrem Beruf. Da ihr Vater der auf auf Rügen lebt, plötzlich ins Krankenhaus muss, fährt sie auf die Insel um sich um das Haus ihres Vaters zu kümmern. Sie findet ein altes heruntergekommenes Gebäude vor, welches noch nicht mal richtiges fliesendes Wasser hat, daher auch das Bad kaum zu nutzen ist.
Auch gibt es um das Haus einen riesigen verwilderten Garten, dem sie aber mit viel Freude, es ist ja auch ihr Beruf zu Leibe rückt. Das Verhältnis zum Vater ist durch das verworrenen Familienverhältnis sehr angespannt, wird aber im Laufe der Handlung deutlich besser, das Elisa sogar überlegt auf der Insel für immer zu bleiben.
Fazit:
Ein sanfter Roman mit einigen Zeichnungen von Pflanzen die auf der Insel beheimatet sind, nebst Beschreibung, was den Roman sehr auflockert. Das Cover ist passend und schön gestaltet. Leider fand ich die ganze Geschichte trotz des schönen Schreibstils doch sehr langatmig.
Rezensionen von Jule:
The Night We Met von Abby Jimenez
Voller Emotionen und ehrlicher Gefühle
"The Night We Met" von Abby Jimenez ist ein Buch, welches zeigt, wie stark Gefühle sein können und, dass man auf sich selbst hören soll, wenn es um die Liebe geht. Die Protagonisten Larissa, Chris und Mike hätte ich am liebsten einmal alle ganz fest in den Arm genommen. Ihr Geschichten sind allesamt unterschiedlich und doch verbindet sie alle eine Entscheidung, die Larissa nach einem Konzert getroffen hat.
Hat sie die falsche Wahl getroffen? Möglich. Aber es ist die Wahl gewesen, die sie am Ende alle noch enger zusammengebracht hat und vor Augen führt, dass man zu sich selbst stehen sollte.
Abby Jimenez begeistert neben den Charakteren auch mit Wufferine, dem heimlichen Star des ganzen Buches. Der kleine Hund, der so viel Humor mit in die Geschichte gebracht hat. Denn auch in dieser Geschichte hat Jimenez es geschafft ernste Thematiken mit Humor zu verflechten ohne, dass irgendetwas ins Lächerliche gezogen wird. So war auch dieses Buch eine emotionale Achterbahnfahrt, bei der man die Protagonisten manchmal gerne angeschrien hätte. Durch den Schreibstil wird es allerdings möglich insbesondere Larissa und Chris besser zu verstehen. Sie kommen authentisch rüber und ihre Emotionen und Gedanken sind einfach nur menschlich.
Ergänzend dazu bleiben einzelne Szenen für längere Zeit im Gedächtnis, da sie prägende Momente sind, obwohl sie vielleicht gar nicht so wirken.
Fest stehet aber, dass dieses Buch kein leichtes ist und zum Nachdenken anregt. Es zeugt von tiefen Gefühlen, Freundschaft, der Liebe und darüber an sich selbst zu glauben und sich nie unterkriegen zu lassen. Abby Jimenez konnte mich mit der Geschichte von Larissa, Mike und Chris mehr als überzeugen. Die ganzen Eastereggs und Details, die in die Geschichte mit eingeflossen sind, haben das Leseerlebnis nur noch besser gemacht!
Rezensionen von Igela:
Alles ihre Schuld von Andrea Mara
Durchwegs spannend.
Der 4-jährige Milo ist zum ersten Mal bei Jacob zum Spielen eingeladen. Seine Mutter Marissa Irvine steht, wie per Nachricht mit Jacobs Mutter vereinbart, vor der Türe an der Tudor Grove Nummer 14 in Kerryglen und will ihren Sohn abholen.
Doch Milo ist nicht bei der angegebenen Adresse. Dort lebt eine unbekannte Frau, die nicht weiss wo Milo abgeblieben ist.
Jacobs Mutter Jenny Kennedy schwört kein Spieldate vereinbart zu haben. Milo bleibt verschwunden. Der ganze Bezirk in dem Dubliner Vorort ist beunruhigt und Gerüchte machen die Runde...
Die Geschichte beginnt harmlos, ja sogar alltäglich. Eine Mutter, die ihr Kind bei einem Freund abholen will. Doch weder ist das Kind an der angegebenen Adresse noch lebt die neu zugezogene Familie dort. Die Einladung erfolgte per Nachrichten und Milo wurde direkt nach der Vorschule zum Spieldate mitgenommen.
Die Horrorvorstellung aller Eltern dient als Einstieg und heizt schon mal ordentlich ein. Doch es wird noch verzwickter und variantenreicher. Denn die Autorin hat mehrere überraschende Wendungen eingebaut, die das Spannungslevel hochhalten. Dem anfänglichen Grauen, nicht zu wissen, wo Milo abgeblieben ist, wird nämlich noch einen draufgesetzt. Dabei wird der Fokus weniger auf die Ermittlungen gelegt. Denn im Mittelpunkt stehen die Eltern des Vermissten, sowie Jacobs Mutter Jenny. Letztere wird zu einer wichtigen Person für Marissa, Milos Mutter.
Sehr authentisch ist die Panik von Marissa und das Schuldbewusstsein von Jenny beschrieben. Gerade die Gefühle von Jenny, die sich verantwortlich für das Verschwinden des kleinen Jungen fühlt, konnte ich nachvollziehen. Unterschwellig schwingt immer die Frage mit, wo Milo ist und ob er noch lebt.
Die Autorin hat einen Thriller geliefert, der vorwiegend im familiären Umfeld handelt. Eltern, die am Schultor ihre Kinder von der Vorschule abholen, Familien in denen die Fassade wichtig ist, wohlhabende Eltern, die den Spagat zwischen Beruf und Kindern mit einer Nanny lösen. Es geht oft um Kinder, Erziehung und Beziehungen innerhalb der Familie und zu den anderen Eltern. Trotzdem hat Andrea Mara es geschafft, diese "Familiengeschichten" zu einem psychologisch gut ausgearbeiteten Thriller zu verarbeiten. Es wird nie langweilig, auch wenn ganz viel Kinderbetreuung oder Schwiegermutterkatastrophen drinstecken.
Auf die Auflösung, was mit dem Vierjährigen geschehen ist, wäre ich nie gekommen. Denn das ist clever, trickreich und sehr unterhaltend.











