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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Lies_ein_Buch:

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Sommerhaus von Rachel Joyce

Auf Anfang

Habe ich dieses Buch hauptsächlich angefangen, weil Bonnie Garmus es empfiehlt? vielleicht. Bin ich aber drangeblieben, weil es eine schräge, beinahe voyeuristische Sogwirkung entfaltet? Absolut. Spannende Story zwischen Familienroman, Drama und Thrill.

Die zwischenmenschlichen Konflikte zwischen den Geschwistern selbst, aber auch zwischen ihnen und dem exzentrischen, hedonistischen Vic sind absolut herrlich herausgearbeitet.

Die Geschwister scheitern alle auf ihre Weise kläglich an der Realität des Erwachsen Werdens zwischen Erwartungshaltung und Gesellschaftsdruck im Schatten des berühmten Vaters.

Die Erzählung ist sehr dicht, es passiert wahnsinnig viel gleichzeitig und doch gar nicht mal so viel auf Handlungsebene, sondern eher zwischenmenschlich. Ich fand die feinen Risse, die immer größer wurden und eine Schlucht auftaten absolut fesselnd. Die Erzählung ist sehr atmosphärisch angelegt, Zwistigkeiten gefühlt mit Händen greifbar und die Charaktere mit ihren Eigenheiten und Gedanken sehr differenziert herausgearbeitet.

Der letzte Part, das Ende, hat mir besonders gut gefallen. Wie alle ihre ganz eigenen Wege einschlagen, sich loslösen von dem, worüber sie sich definierten und neu beginnen. Tatsächlich mochte ich dieses leicht verklärte Ende, das fast schon zu versöhnlich wirkt und trotzdem war es wie ein Aufatmen, das dringend nötig war.

Starker Roman, hat mir richtig gut gefallen

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Sommerhaus

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Maja & Natascha von Elyse Durham

Eine kalte Welt

Russisches Ballett ist eine Kunst für sich, die nicht nur Prestige, sondern auch Härte ausstrahlt. Und genauso ist diese Geschichte. Es ist eine Familiengeschichte, eine Geschichte von Schwesternschaft und Rivalität, von Flucht und Fügung. Hier werden starke Bilder geschaffen, die den Leser in die ungewisse Welt des Russischen Balletts entführen.

Der Schreibstil hat mir gut gefallen, war bildhaft, aber emotional aufgeladen. Und dadurch, dass beide Schwestern zu Wort kommen, werden Kränkungen, Unsicherheiten, Schmerz und Liebe immer von beiden Seiten beleuchtet, was die Geschichte sehr plastisch macht.

Die sozialen und weltpolitischen Umstände, die das Leben der beiden jungen Frauen maßgeblich beeinflussen werden beleuchtet, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Hatte erst Angst es könnte trocken werden, aber die Geschichte ist durchweg sehr kurzweilig angelegt.

Manchmal ging es mir sogar fast zu schnell und ich hätte mir etwas mehr Tiefe für die Hintergrundgeschichte gewünscht, Beweggründe werden oft eher nur kurz und oberflächlich beleuchtet, wodurch alle Charaktere außer den Schwestern eher blass blieben.

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Maja & Natascha

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Eine zu viel von Samantha Hayes

Ein Haus voller Lügen und Geheimnisse

Samantha Hayes schreibt einfach richtig coole, vielschichtige Thriller, die meist auch eine starke psychologische Komponente haben. Das gefällt mir immer richtig gut und war auch wieder hier der Grund, warum ich das Buch am liebsten gar nicht aus der Hand legen wollte. Die Geschichte ist spannend geplottet, findet in sehr komprimierten Rahmen statt, was Reibungen zwischen den Charakteren quasi vorprogrammiert und mit all den Geheimnissen, die die Charaktere jeder für sich oder gemeinsam verbergen, entsteht eine tolle, angespannte Stimmung.

Vor allem am Anfang baut sich die Atmosphäre darauf auf, dass innerhalb der Familie viel ungesagt bleibt und einige ein paar echt suspekte Geheimnisse im Gepäck haben. Die gesamte Familiendynamik wirkt nicht unbedingt harmonisch und da der Prolog den Fund einer Leiche bereits andeutet, stand ich schon zu Beginn den Figuren eher misstrauisch gegenüber. So richtig sympathisch fand ich eigentlich auch keinen von ihnen, was ich in diesem Kontext aber passend finde.

Die Rückblenden in die Ehe von Ray und Connie fand ich stark gewählt, um den Rahmen der Handlung zu stecken. Ray hat mich richtig aggressiv gemacht, wie kann man nur so ein derartiger Hinterwäldler sein? Wie er mit Connie umgesprungen ist, hat mich richtig wütend gemacht.
Muss aber sagen, dass ich es durchaus stark fand, wie die Konflikte hier angelegt und platziert wurden. Es gibt eigentlich durchgehend neue Enthüllungen, wodurch die Geschichte durchaus einen Nerv trifft und spannend zu verfolgen ist. Insgesamt ist es eher ein unterschwelliges Brodeln als offen ausgetragene Streitigkeiten, aber man merkt als Leser einfach, dass die Geschichte nur in einer Katastrophe enden kann.

Ich fand das Buch wirklich packend und habs gern gelesen. Hat mir wieder richtig gut gefallen.

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Eine zu viel

Rezensionen von PC69:

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Fünf Tage im Licht von Rhiannon Lucy Cosslett

Griechenland - Liebe und Erotik

Vier Freundinnen feiern den Junggesellinen Abschied in Griechenland. Sie sind fünf Tage allein, danach kommen die Männer nach. Sophie ist die Hauptperson in diesen Roman, die von Greg unter Druck gesetzt wird wegen dessen Kinderwunsch. Sie ist noch nicht bereit für ein Kind und fängt mit Ky, den Tavernenbesitzer eine stürmische Affäre an.

Die vier Freundinnen sind aus verschiedenen Schichten, was zu Streit und Meinungsverschiedenheit führt. Erfolg, Luxus und Neid sind immer wieder mal bei den vieren ein Thema. Helena die zukünftige Braut tritt etwas in den Hintergrund, was ich schade finde. Die ganze Geschichte ist mit sehr viel Kunst durchzogen. Was mir nicht so gut gefallen hat, ist der Umgang mit Drogen und sehr viel Alkohol. Das Cover ist sehr schlicht gehalten, Pool, Drink und Sonne, und passt gut zum Roman. Der Schreibstil ist recht flüssig, da will man es gar nicht mehr aus der Hand legen.

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Fünf Tage im Licht

Rezensionen von Novalie:

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Wenn liebe Waschbären wütend sind von Sandra Grimm

Sehr süß!

Super süß!
Nachdem ein Elch ihm seinen Apfel weggefuttert hat, ist der kleine Waschbär ziemlich sauer. Doch wie kann man mit diesem Gefühl umgehen? Zum Glück trifft er auf verschiedene Tiere, die ihre Strategien vorstellen und ihm helfen, das Gefühl gut zu verarbeiten.
Das Buch war richtig süß und die Bilder einfach nur perfekt.

Es ist schön bunt, Emotionen werden klar und verständlich dargestellt und der Text ist leicht verständlich.
Die Strategien zur Emotionsregulation sind kindgerecht und werden sowohl als Text, als auch als Bild dargestellt. Sie können schnell angewendet und geübt werden. So bekommen Kinder Kontakt zu verschiedenen Möglichkeiten, um zu lernen, mit dem Gefühl der Wut umgehen können.
Was mir richtig gut gefallen hat ist, dass der Waschbär im Titel explizit als lieber Waschbär benannt wird und das Gefühl der Wut eben nur eine Momentaufnahme ist, wodurch auch liebe Waschbären, oder eben auch Kinder, mal dieses Gefühl haben dürfen. Die Wut macht uns also nicht zu schlechten Menschen und es ist okay, auch mal wütend zu sein.
Das Buch wird für Kinder ab 2 Jahren empfohlen, wobei die Bilder so süß sind, dass bestimmt auch andere Altersgruppen ihre Freude damit haben werden.

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Wenn liebe Waschbären wütend sind

Rezensionen von scorpio:

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Unerwünschte Töchter von Miriam Carbe

Vier Generationen einer Familie

Dieses Buch ist nicht nur ein sehr unterhaltsamer Roman, es ist auch ein vielschichtiges Generationenporträt deutscher Geschichte.

Die Einblicke in die Familie der Autorin, basierend auf Tage- und Notizbüchern ihrer Vorfahren, ist zugleich eine Zeitreise durch ein Jahrhundert deutsche Geschichte, mit allen Höhen und Tiefen dieser Zeit.

Sie schildert die schmerzhafte Erkenntnis, als uneheliches schwarzes Kind in den 1960er Jahren von der eigenen Familie als unerwünscht betrachtet worden zu sein. Sie legt dar, wie rassistische Denkmuster und Vorurteile, die tief in der Gesellschaft verwurzelt waren, von Generation zu Generation weitergegeben wurden.

Ein schwieriges Erbe, dass aber auch einen Blick auf die Gesellschaft eines ganzes Jahrhunderts wirft, und zeigt wie schwierig es ist eigene selbstbestimmte Wege zu gehen.

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Unerwünschte Töchter

Rezensionen von Eternal-Hope:

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Ungesunde Verhältnisse von Betina Aumair; Brigitte Theißl

Soziale Ungleichheit in Österreich

Die Autorinnen Betina Aumair und Brigitte Theißl setzen sich seit langem privat und beruflich mit sozialer Ungleichheit und Klassismus auseinander. Nach ihrem Vorgängerwerk "Klassenreise: Wie die soziale Herkunft unser Leben prägt" geht es auch in diesem Buch wieder um ähnliche Themen, diesmal mit einem Schwerpunkt auf das Thema Gesundheit.

Anschaulich zeigen die Autorinnen, wie neoliberales Denken in den letzten Jahrzehnten in immer mehr Bereiche unserer Gesellschaft Einzug gehalten hat: Gesundheit wird nun oft als etwas propagiert, das man ausschließlich selbst in der Hand habe und für das nur die Individuen allein Verantwortung tragen würden, während gesellschaftliche und ökonomische Einflüsse darauf aufgeblendet werden. Dabei gibt es viele Bereiche, in denen Menschen aus sozioökonomisch schwächeren Milieus benachteiligt sind, was hier anhand des österreichischen Systems aufgezeigt wird: zwar sind die meisten Menschen gesetzlich krankenversichert, doch wer eine private Zusatzversicherung hat oder Wahlarztbesuche aus eigener Tasche zahlen will, bekommt oft schnellere und bessere Behandlungen, eine wichtige Zweitmeinung oder muss nicht monate- oder gar jahrelang krank auf eine notwendige Operation warten.

Nach wie vor sind Bildungsniveau und sozialer Status die wichtigsten Faktoren, wenn es darum geht, welche Kinder in Mittelschule oder Gymnasium kommen, wer Lehre und wer Matura macht und wer studiert. Wer mehr Geld hat, wohnt außerdem in einer besseren Wohngegend, mit besserer Verkehrsanbindung, weniger Belastungen, mehr Möglichkeiten und lebt länger. Und vieles mehr. Dabei sind diese Tendenzen dabei, sich zu verschärfen, denn aus eigener Kraft alleine durch Erwerbseinkommen ist in Österreich sozialer Aufstieg kaum mehr möglich. Das hat sich noch einmal verstärkt, seit Erbschafts- und Schenkungssteuern abgeschafft wurden.

Besonders gut hat mir auch gefallen, dass die Autorinnen - von denen eine auch im Journalismus arbeitet - auch beschreiben, wie auch dieser Bereich zunehmend blinde Flecken entwickelt, weil immer mehr Journalisten und Journalistinnen studiert haben und eine Lehre nicht aus dem eigenen Umfeld kennen, sodass über diese und damit verbundene Themen auch weit weniger berichtet wird als über Themen, die Schülerinnen und Schüler bzw. Studierende betreffen.

Es wird also anhand verschiedener Bereiche von Medizin über Bildung bis zu Wohnen, Arbeit und dem Rechtssystem und anhand vieler auch persönlicher Beispiele realer Menschen, mit denen sich die Autorinnen zu Gesprächen getroffen haben, für soziale Ungleichheit sensibilisiert. Ein wichtiges Buch, dem ich wünsche, dass es von vielen Menschen gelesen wird, die in diesen Bereichen etwas verändern können.

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Ungesunde Verhältnisse

Rezensionen von Sassy:

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Was Sie (wirklich) über Erziehung wissen müssen von Tillmann Prüfer

Eigentlich ist es so einfach

Das Buch ist interessant, ehrlich und humorvoll. Tillmann Prüfer lässt uns immer wieder an sehr persönlichen Geschichten aus seinem Familienalltag mit vier Töchtern teilhaben. Das lockert das ganze immer wieder auf. Denn daneben sind unglaublich viele Studien sachlich recherchiert und verständlich erklärt.

Ich kann mir gar nicht vorstellen, welche immense Recherche für dieses Werk nötig war.
Zeitweise war es mir fast ein bisschen zu viel, wenn eine Studie an die nächste gereiht war. Da hat es gut getan, immer mal wieder etwas anderes zu lesen.
Die Entwicklung der Erziehung war sehr interessant. Die Sätze aus alten Erziehungsratgeber, die z.B. die Prügelstrafe für Säuglinge empfehlen, war für mich fast nicht auszuhalten und mir ist richtig schlecht geworden. Zum Glück liegt diese dunkle Zeit lange hinter uns.
Ich konnte mich in sehr vielen Kapiteln, z.B. über "intensive parenting", wiederfinden. Tatsächlich konnte ich aus jedem Kapitel etwas für mich mitnehmen, auch wenn ich zu Beginn dacbte, dass dieser Abschnitt mich vielleicht nicht betrifft.
Sehr hilfreich fand ich, dass es am Ende jedes Kapitels eine Zusammenfassung gab.
Prüfer plädiert in seinem Buch immer wieder für mehr Gelassenheit in der Erziehung. Sätze wie: "Dann kann fast nichts schief gehen.", nehmen den Druck aus der Thematik. Das wichtigste sei die Beziehung zwischen Eltern und Kind, die durch Vertrauen und Verlässlichkeit geprägt sein sollte. Eine gute Bindung resultiere häufig auf das Hören auf das eigene Bauchgefühl.
Ich hatte beim Lesen häufig den Gedanken: "Ach, ich mache schon einiges richtig." Das ist ein sehr angenehmes Gefühl, das nicht durch jeden Erziehungsratgeber hervorgerufen wird. In diesem Werk wird nämlich nicht ein Stil als der einzig Richtige dargestellt, sondern das für und wieder verschiedener Stile dargestellt. Das ganze ist absolut alltagsnah und es wird immer wieder betont, dass auch "Fehler" zum Leben gehören.
Mein Fazit aus dem Buch: Es ist eigentlich so einfach. Liebe, Zeit und Bauchgefühl und schon ist man eine hinreichend gute Mutter. Und mehr muss man nicht sein.
Eine absolute Leseempfehlung für alle, die einen Überblick über die unzähligen Studien zum Thema Erziehung haben möchten und einfach den Druck ein bisschen rausnehmen wollen.

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Was Sie (wirklich) über Erziehung wissen müssen

Rezensionen von Allesleser:

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Unerwünschte Töchter von Miriam Carbe

ERinnerungen

Die Autorin hat mit diesem Buch ihre Familiengeschichte zu Papier gebracht. Zusammengestellt aus Erinnerungen ihrer Vorfahren, die ihr Tage- und Notizbücher hinterlassen haben. So konnte sie ihre eigene Geschichte über mehrere Generationen zurückverfolgen.

Beginnend mit der Großmutter geht es gute hundert Jahre zurück in die Zeit des ersten Weltkriegs bis in die nahe Gegenwart.

Ich fand diese Familiengeschichte sehr interessant, spiegelt sie doch auch ein großes Stück Zeitgeschichte wider. Gesellschaftliche und politische Einflüsse prägten das Leben der vier Frauen genauso, wie die Herkunft und die vermittelten Werte.

Urgroßmutter, Großmutter und Mutter, sie alle haben viel zu erzählen, Gedanken, Gefühle und Erinnerungen, die das Leben der Autorin auf eine gewisse Art und Weise mitgeprägt haben. Sie kämpfen um ihre Unabhängigkeit, Männer und Väter fallen in den Weltkriegen, das Land verändert sich und die alle versuchen ihren Weg im Leben zu finden.

Ein unterhaltsamer und auch bewegender Roman, das sehr umfangreich ist. Manchmal fehlten mir mehr Emotionen und ein paar Fragen blieben offen. Wer Familiensagas mag, dem empfehle ich dieses Buch!

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Unerwünschte Töchter

Rezensionen von Annaja:

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Sommerrauschen von Christiane Adlung

Alles verändert sich

Die Protagonistin Judith verbringt mit ihrer Familie die Sommerferien, wie jedes Jahr in Medoc, an der französischen Küste. Die Mutter Oda weilt ebenfalls dort. Judiths Mann Robert möchte das leerstehende Nachbarhaus dort erwerben, doch sie ist dagegen. Die Erinnerungen daran tun ihr nicht gut. Sie hat mit vielen Spannungen zu kämpfen, ihre aufdringliche Mutter mit dem ausschweifenden Lebensstil, aber auch die eigene Vergangenheit lässt sie nicht ruhen.

Als Bildhauerin kommt sie gerade beruflich nicht voran, doch jetzt im Sommer verdrängt sie ihre Gefühle. Der wundervolle Robert will eine glückliche Frau sehen und er ist es, der für Beständigkeit sorgt. Als im Nachbarhaus plötzlich die Jugendfreunde Natascha und Simon aufkreuzen, ist es mit den Kaufplänen für das Haus vorbei, aber auch mit der Ruhe. Trotz einiger unbeschwerter Erlebnisse und Sommertage mit Mutter, den Töchtern, dem Ehemann und den Freunden, drücken die Erinnerungen auf ihr Gemüt. Judith ist für mich nicht greifbar, nicht einfach zu verstehen, sie will ja keine Grenzen überschreiten, tut es aber längst. Sie ist verletzlich und verletzt zutiefst selbst. Auch Odas Geständnis zum Schluss ist verstörend, erklärt aber vieles an dieser Geschichte.

Ein Buch, mit besonders feinem Schreibstil, einer psychologisch hochkomplexen Familiengeschichte über Schuld und Sühne, wirkt auf mich tiefgründig, beklemmend und düster. Trotzdem ein hervorragender Roman, den ich weiterempfehle.

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Sommerrauschen