Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Harald Schellander:
?Was anfangs verstörend wirkt, entpuppt sich mit Fortlauf der Handlung als genial.?
Eine Zu-Mutung
Mit diesem Buch mutet Helmut Zechner der Leserunde wieder einiges zu, dachte ich mir bei diesem Thema: Hitler kehrt in das Deutschland unserer Tage zurück und komisch soll das auch sein. Dementsprechend skeptisch und mit wenig Vorfreude schlug ich das Manuskript auf. Am Beginn muss sich der Leser den Trick gefallen lassen, dass Hitler im Alter seines Hinscheidens 2011 vom Himmel plumpst bzw.
aus der Hölle hochfährt (wohl auch deswegen riecht seine Uniform nach Benzin) und mehr oder weniger unbeschädigt auf einem unbebauten Grundstück mitten in Berlin landet. Das gesamte Geschehen wird aus Hitlers Blickwinkel in Ichform geschildert. Was anfangs verstörend wirkt, entpuppt sich mit Fortlauf der Handlung als genial. Wir sind in "seinem" Kopf und folgen seiner Denk- und seiner Sprechweise, die der Autor bis zur Unerträglichkeit beherrscht. Weil dem Romanpersonal natürlich nicht bekannt ist, dass "er" wirklich wieder da ist, wird Hitler sofort als Comedian eingestuft, der seine Rolle überaus perfekt zu spielen weiß. Was sich da an Verwicklungen ergibt, ist ebenso bestürzend wie - ja, ich muss es zugeben - teilweise zum Brüllen komisch. Doch das Lachen vergeht einem von Seite zu Seite, wenn klar wird, dass Hitler in unserer Gesellschaft wieder seinen Platz findet. Unglaublich geschickt weiß er die Macht der (neuen) Medien zu nutzen, die ihm zu einem rasanten Aufstieg verhelfen. Und wenn gegen Ende eine Verlegerin anruft, die kein Comedybuch mit "ihm" machen möchte, sondern eines, wo die Wahrheit drin steht, weil "der Führer keine Witze macht" und wenn "er" ungehindert wieder eine eigene Partei gründet kann, dann weiß ich mit dem Zuklappen des Manuskripts: Diese Zumutung ist notwendig.
Rezensionen von Harald Schellander:
Polarrot von Patrick Tschan
es lohnt, das Buch gleich ein zweites Mal zu lesen
Schon auf den ersten Seiten legt Patrick Tschan ein Tempo vor, das einem Hören und Sehen vergeht. Die Schilderung einer rasanten Kutschenfahrt durch das winterliche St. Moritz, die dazu führt, dass Champagner und Brustwarzen gefrieren, weist den Autor als Meister witziger Dialoge und gelungener Spannung aus.
Alle Motive des Romans webt Tschan gekonnt in das erste Kapitel ein: Aufstieg und Fall und neuerlicher Aufstieg des toggenburgischen Bauernsohns Jack, der einen Charakter besitzt, der ihn, wie Freund Willy meint, noch auf die Galeere bringen könnte (und im Lauf der Geschichte auch wird). Wie man selbst diesen Charakter in den Griff bekommt, weiß Vittorio, Chef de Service im Grandhotel St. Moritz: Er gibt Jack sechs Einmachgläser, die er als "Kässeli" (Kasse) verwenden soll - für Essen, Miete, Steuern, Kleidung, Träume, Überraschungen. Später wird Jack noch eine Kassa für "Mama" hinzufügen. Ein trotz allem liebenswerter Halunke ist dieser Jack/Jacques, der einfach leben und irgendwann ganz groß herauskommen möchte. Schwindeln und täuschen gehört dazu, an die richtigen und die ganz falschen Menschen geraten, hinfallen und wieder aufstehen. Das erzählt Tschan in so vielfältigen Variationen und mit so viel Gespür für die großen und kleinen Charaktere des Romans, dass es sich lohnt, das Buch gleich ein zweites Mal zu lesen. Ein Sittenbild der Schweiz zur Nazizeit, in dem letztlich auch die "Kässelis" für Träume und Überraschungen gefüllt werden.
Rezensionen von Marianne Schaffer-Schellander:
Polarrot von Patrick Tschan
Genial!
Über 700 Seiten lang Spannung aufrecht zu erhalten ist schon für sich genial. Diese in den letzten 100 Seiten aber noch zu steigern ist, als ob ich bei 37Grad Sommerhitze mein Lieblingseis verzehre und am Ende feststelle,dass der Hersteller noch eine zusätzliche Schokoschicht ins Eis gezaubert hat.
Rezensionen von Marianne Schaffer-Schellander:
Massimo Marini von Rolf Dobelli
Man ist seiner Sympathie bedingungslos ausgeliefert
Egal was Massimo tut oder denkt, man kann ihm einfach nicht böse sein. Man ist seiner Sympathie bedingungslos ausgeliefert
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Massimo Marini von Rolf Dobelli
....eines der raren Bücher, die ich wieder von vorne beginne
Man beginnt zu lesen. Lässt sich unterhalten. Ist amüsiert. Doch plötzlich nimmt man den dünnen Faden wahr, spürt ihn. Das ?man? verwandelt sich.
Ich bin wachgerüttelt, innerlich erschüttert. Ich kann kaum weiterlesen, aus Angst wie es weitergehen könnte.?
Doch am Ende angelangt, ist es eines der raren Bücher, die ich wieder von vorne beginne.
Edward findet über die Geschichte seines toten Onkels zu sich selbst. So könnte das Leben schreiben, wenn es nicht das gelungene Romandebut von Astrid Rosenfeld wäre.
Rezensionen von Marianne Schaffer-Schellander:
Massimo Marini von Rolf Dobelli
..der Bogen des Humors kann überspannt werden......
Würde es Allan Karlsson wirklich geben, ich ließe nichts unversucht ihn zu treffen. Er ist beispielgebend dafür, wie man scheinbar aussichtslose Situationen unbeschadet übersteht. Ganz zu schweigen von seiner Gabe wirklich interessante und mächtige Menschen als Freunde zu haben: ...Churchill, Truman, Stalin, Mao, Nixon.
..
Es zeigt sich aber auch, dass der Bogen des Humors überspannt werden kann: Statt eines leichten Lesevergnügens tritt das Bestreben durchzuhalten um zu einem Ende zu kommen. Uff!
Rezensionen von Marianne Schaffer-Schellander:
In Zeiten des abnehmenden Lichts von Eugen Ruge
Das Lesen des Buches kam mir vor wie die Besteigung eines unbekannten Gipfels
Das Lesen des Buches kam mir vor wie die Besteigung eines unbekannten Gipfels. Nach den Mühen der Ebene ( bis zur Hälfte), kam der Aufstieg, der vielschichtig, interessant und abwechslungsreich war. Am Gipfel ( das Ende) angelangt, legte sich ein Nebelschleier über die strahlende Sonne.
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In Zeiten des abnehmenden Lichts von Eugen Ruge
Das kann ich nur empfehlen!
Die Heimat, das hätte ihr Freund Elias sein können. Doch der stirbt einen grausamen Tod. Entwurzelt ist und bleibt sie, die 27jährige Mascha aus Aserbaidschan, die 5 Sprachen spricht und nun in Frankfurt lebt. Ein Schicksal, das sie mit vielen teilt, das aber selten so spannend und abwechslungsreich beschrieben wurde wie in Olga Grjasnowas erstem Roman mit dem seltsamen Titel "Der Russe ist einer, der Birken liebt".
Das kann ich nur empfehlen.
Rezensionen von Marianne Schaffer-Schellander:
In Zeiten des abnehmenden Lichts von Eugen Ruge
Die Geschichte der Tigerfrau wird ... fesselnd erzählt.....
Was kann mystischer sein als ein herumstreunender Tiger, der von einer schönen taubstummen Frau versorgt wird, die selbst größtem Leid und größter Gewalt ausgesetzt ist?
Wohl nur ein Mann, der mit dem Fluch behaftet ist, nicht sterben zu können, der aber anderen Tod oder Leben voraussagen kann.
Gemeinsam mit Natalia begibt sich der Leser auf eine spannende Reise in die Kindheit ihres Großvaters, dem all jene mystischen Gestalten begegnet sind.
Die Geschichte der Tigerfrau wird so fesselnd erzählt, dass mit dem Umblättern der letzten Seite ein Hauch von Traurigkeit mitschwingt.
Rezensionen von Marianne Schaffer-Schellander:
In Zeiten des abnehmenden Lichts von Eugen Ruge
Der Sohn - von Jessica Durlacher liest sich kurzweilig und hat den gewissen Thrill!
"Der Sohn" von Jessica Durlacher liest sich kurzweilig und hat den gewissen Thrill. Achtung: An manchen Stellen nur für geübte Krimileser geeignet! Die vielschichtigen und glaubhaft gezeichneten Charaktere machen es dem Leser leicht, Sympathie für die Hauptpersonen zu entwickeln, auch wenn diese Handlungsweisen an den Tag legen, die tödliche Auswirkungen haben.




