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Der Russe ist einer, der Birken liebt von Grjasnowa Olga

...ein kurzweiliges Lesevergnügen, besonders wenn man ?schräge? Geschichten liebt.

Olga Grjasnowa lässt den Leser am jungen Leben von Mascha teilhaben, die fünf Sprachen fließend und ein paar weitere so "wie die Ballermann-Touristen Deutsch" spricht.
Neugierig und voll Spannung folgt man ihren Erlebnissen und man erkennt, dass Mascha auf der Suche nach dem großen Glück ist.

Wie eine Pilzesammlerin nimmt sie aber auf der Suche nach dem größten Glück(-sPilz) auch alles andere, was der Wald sonst noch zu bieten hat mit - Beeren, Kräuter und giftige Pilze.
Irritationen löst aber ihr ungemein profaner Lebensweg aus, der sie ausgerechnet nach Israel führt. Aber wie so oft im realen Leben ist vieles nicht schlüssig. Trotzdem, ein kurzweiliges Lesevergnügen, besonders wenn man ?schräge? Geschichten liebt.

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Der Russe ist einer, der Birken liebt

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Die Tigerfrau von Obreht Téa

Dieser Roman ist eine glanzvolle Debütleistung.

Dieser Roman ist eine glanzvolle Debütleistung
Die Autorin berichtet gekonnt vom Leben des Großvaters der Protagonistin, die als Ärztin im ehemaligen Jugoslawien arbeitet. Wenn man offen für zwei Realitätsebenen und somit bereit für Mythen und Märchen ist, taucht man in eine sprachgewaltige Geschichte der aktuellen Historie des Balkans.

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Die Tigerfrau

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Die Tigerfrau von Obreht Téa

Ich benötigte 14 Tage für dieses Buch!

Gleich vorweg: Ich benötigte 14 Tage für dieses Buch!
Aber nicht, weil ich im Lesen nicht geübt bin, sondern viel mehr deshalb, weil ich mich kopfschüttelnd von Kapitelchen zu Kapitelchen schleppte. Jessica Durlacher schaftte es, einem mittelmäßigen Inhalt durch dilettantische Prosa den Dolchstoß zu geben.

Wo findet sich ein Tisch mit einem um 2,4 cm zu kurzen Bein?

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Die Tigerfrau

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Er ist wieder da von Vermes Timur

Lesenswert, um zu lachen und nachzudenken!

Timur Vermes beginnt seine Geschichte als fulminante Komödie, um dann in weiterer Folge zwar humorvoll, aber mit sehr ernstem Hintergrund den Erfolg eines "kleinen Hitlers" in der heutigen Zeit darzustellen.
Lesenswert, um zu lachen und nachzudenken!

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Er ist wieder da

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Polarrot von Patrick Tschan

?Die Schweiz bürgt nicht nur bei Uhren und Schokolade für Qualität, nein, auch bei Romanen. Bravo, Patrick Tschan! Weiter so!?

Wo ein Weg, dort auch ein Ziel. Jakob Breiters Weg kennt nur ein Ziel: Geld, Ansehen und mondäne Frauen. Schnell arbeitet er sich vom armen Bauernkind zum erfolgreichen Senf- und Farbenverkäufer. Und das in einer schwierigen Zeit. Hitler kommt an die Macht und benötigt viel Rot für seine Fahnen.Patrick Tschan lässt den Leser oft über den Einfallsreichtum und der damit verbundenen List des nicht immer legal agierenden Helden staunen und schmunzeln.

Man entdeckt sich aber auch dabei, dass man für den inzwischen zu Jack und später zu Jacques zurechtgemachten Breiter (klingt kultivierter als Jakob) Verständnis hat und ihn trotz seines oft unkorrekten Handelns bemitleidet. Die Frage, ob dieser ?Hans im Glück? des 20. Jahrhunderts am Ende wieder beim Schleifstein endet, ist es absolut wert, diesen Roman zu lesen. Die Schweiz bürgt nicht nur bei Uhren und Schokolade für Qualität, nein, auch bei Romanen. Bravo, Patrick Tschan! Weiter so!

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Polarrot

Rezensionen von Eva Knezicek:

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Polarrot von Patrick Tschan

Ich kann zu diesem Buch nicht mehr sagen, seine abstoßenden, taktlosen Worte lassen nichts Weiteres zu

Thilo Bocks Buch Senatsreserve erinnerte mich an Sven Regeners Bücher , aber leider nur entfernt, denn ihm fehlen leider Witz und Situationskomik desselben. Seine "Scherze" wirken konstruiert.
Es fehlt das gewisse Etwas, die Spur Leichtigkeit der Literatur die sie als solche zum kunstvollen Genuss macht.

Mühsam und schwerfällig bewegen sich die beiden Protagonisten Horn und Gruber durch die Provinz.

Am ehesten Milieustudie, es bleibt aber auch dafür zu oberflächlich. Seine sehr derben Späße schafften es schon, mir das eine oder andere mal das Lesen zu vermiesen. Einzig das Auftauchen der Grenzproblematik, die Reflexionen zum Wegfall der Mauer ließen mich weiterlesen, zu Ende lesen.
Ich kann zu diesem Buch nicht mehr sagen, seine abstossenden, taktlosen Worte lassen nichts Weiteres zu.

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Polarrot

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Polarrot von Patrick Tschan

Wunderbar zu lesen....

Felix J.Palma, der Autor des Buches "Die Landkarte der Zeit" wurde 1968 in Sanlucar de Barrameda geboren. der Wunsch des in Madrid lebenden Autors war es, immer vom Handwerk des Schreibens leben zu können - dieses Ziel hat er wohl mit Bravour erreicht. Mit diesem Roman ist dem Schriftsteller eine fabelhafte Skizzierung des viktorianischen Zeitalters gelungen.

Mit seiner Hilfe entrückte ich als Leserin in die dunklen Gassen Londons, traf Andrew und Marie, Claire und Tom. Aber Palma spielt virtuos mit den Erwartungen seiner Leser - enttäuscht auch zuweilen Hoffnungen. Erzählstränge werden unterbrochen, das Unvorstellbare jedoch, immer schon gedachte, schlägt gleich einem Blitz ein, hebt Geschehenes wieder auf . Wunderbar zu lesen sind die poetischen Sätze einer teilweisen sehr "alten" Sprache. Palma ist ein großartiger Erzähler der es auf eine charmante Weise versteht, den Leser ans Buch zu binden. Die Kraft der Phantasie, was vermag sie zu vollbringen und in diesem Zusammenhang der Akt des Schreibens!?

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Polarrot

Rezensionen von Eva Knezicek:

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Massimo Marini von Rolf Dobelli

Die ?drei-bis-vier-Wort-Sätze? des 1966 geborenen Autors bestechen ....

?Rolf Dobellis Sprache in seinem Roman "Massimo Marini" ist eine sehr klare Sprache. Die ?drei-bis-vier-Wort-Sätze? des 1966 geborenen Autors bestechen durch ihre Prägnanz. Diese oft "klirrend-kalte" Sprache steht im krassen Gegensatz zur Wirrnis der eben nicht beschriebenen, so doch angedeuteten Gefühlswelten.

Gut gelingt der Wechsel verschiedener Erzählperspektiven, wobei der Fokus auf das Leben von Massimo Marini - ein eingeschmuggeltes Gastarbeiterkind - gerichtet bleibt. Durch den virtuosen Wechsel der eingenommenen Perspektiven werden immer aufs neue eingenommene Standpunkte relativiert, dabei ebenso Moralvorstellungen, wenn schon nicht verworfen, so doch zumindest hinterfragt. Das macht das Lesen zu einem amüsanten Unterfangen.
Der Grund der Aufzeichnungen dieses Lebens ist die Tatsache, dass der Anwalt der Familie, Wyss - ein Mann der vor allem Angst hat, was das Leben ausmacht - wegen schweren Depressionen in einer Klinik Heilung sucht, vom zuständigen Arzt das Schreiben verordnet bekommt. Der therapeutische Effekt des Schreibens ist, dass man sich in eine andere Welt begibt. In einer andere Welt in der man ein anderer ist, trifft man trotz alledem immer nur auf sich.
Mit der Beschreibung des Lebens von Massimo Marini bekommt der Leser Gesellschaftskritik sowie die Ironie derselben, für mich stellenweise etwas zu flapsig und oberflächlich streifend.

So manches Mal wurde ich als Leserin mit unmittelbar eingeworfenen Sätzen konfrontiert. Dobellis Sprache ist nichts desto Trotz eine sehr präzise, ohne jegliche romantische Ausschweifungen. "das Unerhörte durch die Vernunft vertreiben" ist des Schriftstellers Wort - ist seine Sprache das "Schmetterlingsnetz für das Undenkbare", für die Wirrnis der Seelenzustände (vgl.M.M.,S.327)?

Immer wieder stößt man auf das Bild des Mineurs, als Leser gräbt man sich in die Tiefen der menschlichen Seele...Es geht darum, die Gefühle zu kanalisieren. Aber Dobelli wäre kein Schriftsteller des 21. Jahrhunderts, wenn genau dieses Bild des in den Tiefen der menschlichen Seelen grabenden, nicht absolut ironisch gemeint wäre.
Es geht nicht und da höre ich Nietzsche leise lachen...?

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Massimo Marini

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Adams Erbe von Rosenfeld Astrid

wundervolles Buch.....

Mit dem Buch "Adams Erbe" von Astrid Rosenfeld eröffnet sich eine Welt voll bunter Gestalten. Gestalten, eine von der anderen so different, formieren einen Basar der Lebensmöglichkeiten, eine Vielfalt an ethischen Aspekten.
Es eröffnet sich der Blick auf ein Konglomerat von Daseinsmöglichkeiten.

In ihrer Differenziertheit erinnern die Figuren an jene von Elias Canettis geschaffene Menschenbilder.
Astrid Rosenfeld ist eine wunderbare Malerin der Worte. Sie entwirft ihre "Helden-bzw. Anti-Helden" famos, es sind Gestalten voll Leben in allen Facetten. Besonders spannend und farbig wird sie da, wo es um nicht ganz so schöne, nicht so ganz korrekte Menschen geht .
Zwei Zeiten, zwei Geschichten, zwei Personen sind miteinander verwoben. Niemals ausblendbar ist das Vergangene für die Geschehnisse der Gegenwart. In Edwards Gesicht ist das seiner Ahnen eingeschrieben. Edward , der Protagonist des ersten Teiles, lebt in einem Haus, welches einen Dachboden voll ungeöffneter Briefe birgt. Es gibt eine Hüterin jener verborgenen Vergangenheit, Figuren die lebendig begraben in ihrer Vergangenheit ihr Dasein fristen, viele die sich immer wieder Zutritt in diese verborgenen Kammern der Vergangenheit verschaffen möchten aber lange daran scheitern, und schließlich jene, welche erleichtert von der offensichtlichen Tatsache der Verschlossenheit vergangener Welten in ihrer Gegenwart leben.
Frei und unabhängig handeln jene zuletzt genannten Gestalten in Astrid Rosenfelds Roman nicht, es bleiben ihnen letztendlich nur Verwobenheiten und Verstrickungen verborgen.
Adam (der Protagonist des zweiten Teiles) und Edward sind Juden, irgendwie (vgl.S.128). Adam und seiner Familie wird diese Tatsache zum Verhängnis, welche Bedeutung hat dies für Edward und die Seinen ?
Es kommt in diesem Roman ein Gedicht von Edward Cohen "Der schöne Mund vom Strund" (vgl.S.132) vor, welches in seiner Unsinnigkeit die Unsinnigkeit der arischen physiognomischen Vermessungen widerspiegelt. Immer wieder weist auch Edda Klingmann ihren Enkel Adam auf physiognomische Besonderheiten in den Gesichtern gegenwärtiger Politiker hin, lässt ihn auf die jeweiligen Charakterzüge rückschließen - ihn ,dessen Züge Jahrzehnte später in Edward wieder zum Vorschein treten und diesen damit zeichnen.
Edward versucht jedoch etwas zu durchbrechen..."Damit etwas bleibt, Amy." (S.117)...Dem Vergehen entgegen, gegen das Verschwinden des Vergangenen..."Kein Blut, nichts Heroisches."(S.117)
Adams Anna verschwand, verschwand einfach so wie tausende andere Menschen, dem ist zu entgegnen,
Erst der Blick, der Fokus der Gegenwart auf das Vergangene bringt das furchtbare Geschehen der Vergangenheit für uns gänzlich(?) zum Vorschein, die versteckten Briefe müssen entdeckt und gelesen werden.
Die grossen Geschehnisse der Geschichte bergen so mannigfache kleine Privatheiten, passieren scheinbar zusammenhanglos zu diesen, tangieren sie scheinbar gar nicht...oder sie bedeuten alles - wie Adams Geschichte.
Es ist ein sehr trauriges Buch, es handelt von der Unverständlichkeit der Ereignisse, aber zugleich auch ein sehr wundervolles Buch, handelt es doch mithin von der Notwendigkeit, Wichtigkeit und Schönheit des Geschriebenen an sich.

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Adams Erbe

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Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und von Jonasson Jonas

Amüsant zu lesen....

?Amüsant zu lesen, der Witz liegt bei dem Buch "Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand" im Detail und ich bin sehr versucht sogleich den Autor selbst sprechen zu lassen...dies klappt jedoch leider nicht; jede witzige Szene verliert ihren Reiz bei der Isolation aus dem Text von Jonas Jonasson.

Es geht bei diesem Buch um die Serie, um die Aneinanderreihung, die Häufung des Grotesken. Groteske Geschichten häufen sich, werden zur Serie, Ungewöhnlichkeiten werden ins Unermessliche gesteigert, das Unglaubliche so forciert. Hinlänglich bekannte Probleme verzerrt der Schriftsteller zum Slapstick und nimmt damit der Alltäglichkeit ihre Schärfe. Erinnerungen an die Filme der "Marx Brothers" werden wach; Geschichten, Charaktere springen beim Lesen auf mich zu, es schillert dabei etwas Menschliches, All zu Menschliches. Fragen der Ethik wurden ins Abstruse geschrieben, auch werden makabre Sequenzen-und hiervon gibt es sehr viele-sofort von einer seltsamen Komik abgelöst. Spannungsgeladene Episoden ("Ethik-geladene" Episoden ) werden relativiert, durchbrochen mit Komik.
Wie in den Geschichten aus 1001 Nacht ergibt eine Sequenz die andere um die Erzählung am Laufen zu halten und ich vermute, daß Jonasson selbst dieses Muster durch die Steigerung ins manchmal durchaus Unerträgliche einfach nur auf die Schaufel nimmt. Er schafft es, sogar den Schwermut selbst ins Stolpern zu bringen.
Mehr möchte und kann ich dazu nicht schreiben, sehe ich doch beim Schreiben jedes dieser Sätze Allan Karlsson hämisch grinsend sein kleines Schnäpschen hinunterkippend verständnislos den Kopf schütteln.?

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Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und