Kunden em pfehlungen
Rezensionen von HEYN Leserunde Manfred Angerer:
Polarrot von Patrick Tschan
... Polarrot hat für mich den rasantesten Start in einen Roman! Die Sprache, der Stil, der oftmalige Wortwitz - Sonderklasse!
Polarrot von Patrick Tschan hat für mich den rasantesten Start in einen Roman und hält dieses Tempo für mich bei. Die Sprache, der Stil, der oftmalige Wortwitz, Sonderklasse.
Die Story: ein breites Spektrum durch das Leben eines aus einfachen Verhältnissen und vom Vater und vom Schicksal mehrfach geprügelten Menschen in der Schweiz; und all das vor dem Hintergrund der Zwischenkriegszeit und dem 2.
Weltkrieg. Also Grundlagen genug für eine tiefschürfende emotional-analytische Betrachtung, wie schwer es damals war und welche Auswirkungen dies auf uns heute noch hat. Doch weit gefehlt, davon keine Wort.
Mit einer Leichtigkeit schildert Patrick Tschan in Kürze das vielfach Schwere und Belastende und lässt dann seinen Jack Breiter selbstbestimmt aus den jeweiligen Situationen das Beste machen. Vom Senfverkäufer über den Farbenverkäufer zum Goldschmuggler, vom Bauern und (schwarzen) Weinhändler zum Menschenschmuggler, vom Liebhaber über den Ehemann zum Witwer, er nimmt in seinem Leben alles so, wie es sich gerade ergibt, aber nie lange mit dem Schicksal hadernd.
Ein Roman, spannend und rasant, bestens geeignet, an einem Wochenende in einem Stück verschlungen zu werden. Und am Ende steht für mich die auch heute aktuelle Botschaft: Weniger jammern und mehr aus eigener Kraft und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten tun.
Patrick Tschan hat mit Polarrot das Zeug für einen Bestseller, allerdings auf sehr hohem Niveau.
Rezensionen von Andrée Feyertag:
Polarrot von Patrick Tschan
Vielen Dank für dieses unterhaltsame Buch, es ist kurzweilig und teilweise sehr spannend...
Vielen Dank für dieses unterhaltsame Buch. Polarrot hat mir die "Neutralität " der Schweiz wieder in Erinnerung gerufen. Das Buch ist kurzweilig und teilweise sehr spannend. (Die Figuren sind mir durchwegs unsympathisch.) Es ist dem Autor, meiner Meinung nach, sehr gut gelungen, so viel offen zu lassen, dass man doch weiterlesen möchte.
Die Geschichte ist in sich rund, wobei das Ende dann doch unerwartet ist. Jedenfalls ist das Buch unter dem Begriff "Unterhaltung" einzuordnen. Selbst dem Aufenthalt im KZ wird die Schwere genommen.
Rezensionen von HEYN Leserunde Manfred Angerer:
Polarrot von Patrick Tschan
...etwas vom Besten, was mir in den letzten Jahren untergekommen ist.
Timur Vermes ist mit ?Er ist wieder da? ein Meister seines Faches und mutig noch dazu. Wer traut sich schon, uns einen satirischen Spiegel der Kritik vor die Nase zu halten, der unsere Gesellschaft und Politik aus dem Blickwinkel von ?Mein Kampf? betrachtet. Und das noch dazu mit der Figur, den Worten und der Rhetorik von Adolf Hitler.
Das Buch liest sich leicht und geht doch in die Tiefe. Es führt zum Lachen und gleichzeitig zum Nachdenken über das, worüber ich soeben gelacht habe. Es zeigt, wie einfach Kritik an vielen Aspekten unserer Gesellschaft ist, auch und vor allem mit den Worten des Dritten Reiches. Es zeigt aber auch ? und dies aus den historischen Fakten belegt ? wie rasch berechtigte Kritik zu Verachtung und Ausgrenzung Anderer führen kann, nur durch gezielte Worte vor dem richtigen Publikum. Insofern ist dieses Buch auch ein erhobener Zeigefinger.
Dieses Buch kann aber auch für viele ein literarisch ? satirischer Grund sein, sich mit den historischen Fakten des Dritten Reiches tiefer auseinanderzusetzen, was in Zeiten von Wikipedia sehr leicht von der Hand, besser gesagt von der Tastatur geht. Mit einem solchen Wissen zeigt sich die tiefe Brillanz und das Können von Timur Vermes in ?Er ist wieder da.?
Etwas vom Besten, was mir in den letzten Jahren untergekommen ist.
Rezensionen von HEYN Leserunde Manfred Angerer:
Polarrot von Patrick Tschan
...die vom Kern her eher tragische Geschichte mit einer bemerkenswerten Leichtigkeit erzählt...
Der Roman "Hotel Nirgendwo" von Ivana Bodro?ic hat mir gut gefallen; sie hat die vom Kern her eher tragische Geschichte mit einer bemerkenswerten Leichtigkeit erzählt. Und es dürfte gerade diese Leichtigkeit des Erzählens sein, die beim Weglegen des Buches eine erneute Nachdenklichkeit über die Folgen des Krieges südlich von uns bei den betroffenen Menschen hat entstehen lassen.
Rezensionen von HEYN Leserunde Manfred Angerer:
Polarrot von Patrick Tschan
....eines der besten Bücher, die ich heuer gelesen habe.
Ich habe viele Anläufe gebraucht, um bei diesem Buch in den Lesefluss zu kommen; erst spät hat es begonnen, eine Faszination auf mich auszuüben. So ab dem ersten Drittel ist es mir dann schwer gefallen, das Buch wegzulegen.
Die Verknüpfung der einzelnen Geschichten empfinde ich als sehr gelungen, besonders haben mich aber die Sprache (Kompliment an die Übersetzerin!), die dadurch geschaffenen Bilder und die hervorgerufenen Stimmungslagen beeindruckt.
Rein beispielshaft habe ich die Beschreibung der Wahrnehmungen und Empfindungen des Tigers nach dem Verlassen des zerbombten Zoos und seine Eingewöhnung an das Leben in Freiheit mit Hochgenuss gelesen und mich an den Ausdrucksformen delektiert.
Dass einige wenige Schilderungen nicht ganz glaubwürdig sind (in einem Dorf in den Bergen in unmittelbarer Nähe zur vermutlich dalmatinischen Adria dürften wohl kaum strenge Winter mit monatelangem Schnee und Frost vorgekommen sein) kann wohl übersehen werden, weil auf der anderen Seite die Darstellungen so präzise und überzeugend waren, dass ich einige Male (natürlich vergeblich) versucht habe, die Orte der Handlungen auf einer Landkarte zu finden.
Kompliment an Téa Obrecht, eines der besten Bücher, die ich heuer gelesen habe.
Rezensionen von HEYN Leserunde Manfred Angerer:
Massimo Marini von Rolf Dobelli
Das Buch hat mich auf mehreren Ebenen sehr tief berührt
Das Buch hat mich auf mehreren Ebenen sehr tief berührt. Zum einen als Rechtsanwalt, zum anderen aber hat es mich in meine Kindheit zurückgeführt, in der ich einige Kontakte zu so genannten ?Gastarbeitern? und deren Lebensbedingungen in Baracken in Vorarlberg miterlebt habe.
Losgelöst von diesen persönlichen Berührungspunkten hat mich das Buch in seinen Bann gezogen.
Die Verflechtung der einzelnen Erzählebenen und deren jeweilige Zusammenführung zu Schnittpunkten hat mich dazu gebracht, dass ich das Buch quasi in einem Stück durchgelesen habe.
Für mich hat sich das Buch "wie aus einem Guss" gelesen. In mancher Hinsicht habe ich Parallelen zu Martin Suter erkannt, allerdings gefällt mir die von Rolf Dobelli gewählte Sprache und sein Erzählstil wesentlich besser, weil die Handlungsabläufe bei Rolf Dobelli bei mir kein so bedrückendes Gefühl der Ausweglosigkeit ausgelöst haben, wie in den meisten Büchern von Martin Suter.
Rezensionen von HEYN Leserunde Manfred Angerer:
In Zeiten des abnehmenden Lichts von Eugen Ruge
Ich werde .... dieses Buch ein zweites Mal lesen....
Das Buch "In Zeiten des abnehmenden Lichts" von Eugen Ruge habe ich gelesen, nachdem die Rezension in der Zeit erschienen ist, und ich hatte dann so meine Vorbehalte in Richtung, die Lektüre wird ganz schön schwer.
Nach den ersten Seiten konnte ich erkennen, dass ich mich getäuscht habe; das Buch liest sich leicht, obwohl der Stoff ( Buddenbroks light in Zeiten der DDR ) selbiges eben nicht ist und nicht sein kann ( oder auch soll ).
Eugen Ruge veranstaltet in diesem Buch ein für mich faszinierendes Wechselspiel zwischen der Enge des gelebten deutschen Sozialismus, dem Bemühen von Stolz auf diese Staatsform und dem Bestreben, diesen Sozialismus mit deutscher Gründlichkeit zu gestalten. Trotz der Tragik des Themas baut Eugen Ruge ein ordentliches Maß subtilen Wortwitz ein und versprüht gekonnt an einigen Stellen erfrischenden Zynismus ( zB.: auf Seite 31 unten am Beispiel des "Rückübertragens" von in de DDR enteigneten Häusern oder auf Seite 106 mitte beim Vergleich der aztekischen mit der christlichen Kultur in Anbetracht des Templo Mayor in Mexico City ).
Ich werde auch dieses Buch ein zweites Mal lesen, bin gespannt, was ich noch entdecken werde
Rezensionen von HEYN Leserunde Manfred Angerer:
In Zeiten des abnehmenden Lichts von Eugen Ruge
Aarto Paasilinna x 2 + etwas Weltgeschichte verteilt auf viele, viele Seiten mit Situationskomik = Jonas Jonasson! Viel Spaß beim Lesen
Nachdem ich das Buch ein zweites Mal durchgelesen habe - das tue ich äußerst selten - ergänze ich meine erste, spontane Kritik.
Jonas Jonasson schreibt ähnlich wie Aarto Paasilinna, hat aber die viel feinere und dauerhaftere "Klinge". Er schafft es, die feine, skurrile, aber nicht lebensfremde Komik bis zum Ende ohne Qualitätseinbruch durchzuhalten und am Ende sogar noch ein Schäuferl draufzulegen, indem er Anzeichen für Körperwahrnehmungen schildert, die wegen eines operativen Eingriffes in der Jugend des über 100-jährigen nicht mehr vorhanden sein dürften.
Trotz aller Komik vermittelt die Geschichte des Helden auch ein gewisses Maß an Lebensphilosophie, nämlich Gelassenheit.
Wer sich Weltliteratur erwartet, wird enttäuscht sein. Wer aber Freude an Situationskomik, Wortwitz und lebensnaher Skurrilität hat, wird dieses Buch vermutlich verschlingen ( wozu ich aber empfehle, dieses Buch nicht am Abend im Schlafzimmer zu lesen, weil durch die unvermeidlichen Lacher der Schlaf der Anderen gestört werden könnte ).
Zusammengefasst also: Aarto Paasilinna x 2 + etwas Weltgeschichte verteilt auf viele, viele Seiten mit Situationskomik = Jonas Jonasson. Viel Spaß beim Lesen!
Rezensionen von HEYN Leserunde Manfred Angerer:
In Zeiten des abnehmenden Lichts von Eugen Ruge
Astrid Rosenfeld ist offenbar eine Meisterin der deutschen Sprache.
Das Buch hat bei mir gemischte Gefühle hinterlassen.
Auf der einen Seite bewirkt das Thema dieses Buches in mir Gefühle der Enge und der Ohnmacht. So habe ich meinen Lesefluss mehrmals für mehrere Tage unterbrochen, um es schließlich doch zu Ende zu lesen.
Abgesehen von diesen höchstpersönlichen Aspekten hat mich das Buch sehr begeistert.
Astrid Rosenfeld ist offenbar eine Meisterin der deutschen Sprache. Sie bringt das Kunststück zusammen, diesem (zumindest für mich) beklemmenden Thema durch ihren Wortwitz eine erfrischende Leichtigkeit zu geben, die aber sehr subtil zum Nachdenken anregt.
Ich bin überzeugt, dieses Buch wird für Astrid Rosenfeld ein großer Erfolg.
Rezensionen von anna purna:
Spätlese von Reinhold Stecher
Reinhold Stecher: Spätlese
Mit 90 Jahren nimmt der Tiroler Altbischof Reinhold Stecher an seinem Schreibtisch Platz und verfasst ein sehr nachdenkliches, berührendes und überaus offenes Buch. Er erinnert sich an seine Jugend, die in Innsbruck von der unmenschlichen Nazi-Zeit geprägt war. Auch Stecher wurde von der Gestapo eingesperrt, danach in den Krieg geschickt.
Er erlebte eine grausame Zeit, sah furchtbare Dinge und entkam nur mit viel Glück. Natürlich wusste auch er von den schrecklichen Deportationen und Konzentrationslagern. Doch sehr viele, schreibt er heute, haben dennoch "weggesehen und verdrängt und vergessen und am Schluss nichts mehr gewusst."
Seine Zeit des Lernen: Von den Professoren an der Universität, von den Kindern und Jugendlichen an den Schulen, von den Menschen da draußen. Sein Appell für eine offene Kirche. "In Zeiten wie diesen muss sich die Kirche den Fragen stellen, die ihre Gläubigen haben. (...) Eine Dialog verweigernde Kirche kann ihrer Aufgabe in dieser Welt nicht gerecht werden." Seine Erinnerung an das Schreiben der kleinen Katharina: "Lieber Bischof! Es war sehr schön, dass du bei uns in der Schule warst. Es war eine große Hetz. Die Mama sagt, du sollst nicht zurück schreiben. Meine Adresse ist . . ."
Mittlerweile hat Reinhold Stecher "schon längst den Hirtenstab mit dem Malerpinsel vertauscht." Deshalb finden sich in seiner "Spätlese" zum Glück auch manche seiner farbenfrohen Aquarelle wieder. Und noch einige andere Themen, die aufrütteln und nachdenklich stimmen, die auf offene Wunden weisen und Hoffnung geben. In Summe also ein Buch, welches uneingeschränkt zu empfehlen ist.





