Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Petra Sch.:
Verschworen von Eva Björg Ægisdóttir
Echo der Vergangenheit
In ihrem 5. Fall hat es die Polizistin Elma aus Akranes, erst vor sieben Monaten Mutter geworden, nach ihrer Babypause mit einem brutalen Mord zu tun: der 41jährige Porgeir wird erstochen im Sommerhaus der Familie am See aufgefunden. An der Wand befindet sich eine Zeile aus einem alten isländischen Kirchenlied - mit Blut geschrieben.
Elma dringt tief in die Vergangenheit von Porgeir und seinen Jugendfreunden vor und stößt auf ein christliches Ferienlager aus den 1990ern, in dem ein Unfall im Jahr 1995 den Schlüssel zur Auflösung des Mordes liefert.
Der Fall ist in sich geschlossen und kann eigenständig gelesen werden.
Abwechselnd wird in der Gegenwart und in der Vergangenheit vor 25 Jahren berichtet, sodass man als Leser immer einen kleinen Vorsprung hat, jedoch trotzdem lange nicht das große Ganze sieht.
Ich liebe ja die Reihe um die isländische Polizistin Elma, auch was den Island-Flair betrifft; aber dieser Band war leider eher langweilig. Es passiert lange nichts, was den Fall vorantreibt. Alle Zeugen blocken, Elma kann sich nicht durchsetzen und kommt nicht weiter. Erst gegen Ende, wenn sich die Aufklärung des Falls schon langsam abzeichnet, wird es etwas spannender.
Die Auflösung selbst ist jedoch authentisch und nachvollziehbar. Denn wie oft führen Misshandlungen in Kindheit und Jugend, Missverständnisse und Schweigen zu schrecklichen Ereignissen in der Zukunft.
Aber einige Dinge sind offen geblieben, auch was den Verkehrsunfall der Eltern von Emmas Mann Saevar betrifft, die in einem hoffentlich bald folgenden Band beantwortet werden.
Fazit:
Der 5. Band der Island-Krimi-Reihe war für mich leider der langweiligste Fall der Reihe; Elma tritt lange auf der Stelle, ohne der Auflösung auch nur einen Schritt näher zu kommen.
Rezensionen von Zaubermasu / Sandra Hennig:
Die Rückkehr zur Hütte von William Paul Young
Die langersehnte Fortsetzung
Das Buch „Die Hütte – ein Wochenende mit Gott“ von William Paul Young erschien vor 15 Jahren und ich muss sagen, es ist eines der prägendsten Bücher, die ich in den vergangenen Jahren gelesen habe. Mit Kraft und gestärkt bin ich nach dem Lesen zurück geblieben und so war ich dementsprechend neugierig und total gespannt, auf die Fortsetzung :
Mack und Nans Beziehung ist in einer Pause, weil der Tod ihrer Tochter Missy und die damit verbundene Trauer über allem steht.
Nachdem Mack in der Hütte damals Kraft gefunden hat, hat er nun das Gefühl, ein Stück weit seinen Glauben verloren zu haben und bekommt die Möglichkeit, den Mörder seiner Tochter im Todestrakt zu treffen.
Die Hütte habe ich einfach weggelesen, konnte es nicht zur Seite legen, bis es beendet war und habe mich darin so wohl und aufgehoben gefühlt. Hier ist „Die Rückkehr zur Hütte“ etwas anders gelaufen und ich kann nicht sagen, ob es der Zeitabstand von 15 Jahren ist, oder ich mich mental in einer anderen Situation als damals befinde – wahrscheinlich beides.
Dieses Mal widmet sich William Paul Young vorrangig dem Thema Vergebung und wie man Themen loslässt. Etwas, dass mir in vielen Lebenssituationen eigentlich gut gelingt, aber auch ich habe natürlich Themen, die ich gerne loslassen möchte.
Der Autor erzählt hier sehr eindrücklich, wie Mack sich dem Thema nähert und mit welchen Empfindungen er an das Thema geht. So ist es mir beim Lesen oft so gegangen, dass ich das Buch erstmal zur Seite legen und nachdenken musste. Wie gehe ich mit dem Thema um, inwiefern beeinträchtigt es mein Leben oder wie kann ich Themen loslassen ? All das hat mich während dem Lesen sehr beschäftigt und ich muss sagen, manchmal war das anstrengend, sehr emotional aber auch beruhigend, weil die Geschichte ja nicht stockt, sondern dem Thema Vergebung/Loslassen immer weiter nähert.
Für mich ein wundervolles Buch, dass sehr lesenswert ist, wenn man sich selbst reflektieren und die Themen angehen möchte.
Leider gibt es von mir einen Punkt Abzug, da ich mir mehr Leichtigkeit für zwischendurch gewünscht hätte, so wie es im ersten Teil trotz des schweren Themas auch war.
Das Buch „Die Rückkehr zur Hütte“ ist am 06. Oktober 2026 beim Ullstein/Allegria Verlag erschienen.
Rezensionen von Sonne89:
Bärenstark durchs Leben von Ingo Froböse; Martina Schößler
Wertvolles Familienbuch
Mich hat das Buch richtig begeistert – es ist medizinisch gut fundiert und erklärt die großen Pfeiler Ernährung, Bewegung und Achtsamkeit im Alltag mit Kindern auf verständliche Weise.
Nach jedem „Elternkapitel“, welche mit wissenschaftlichem Hintergrundwissen gespickt sind, gibt es Mitmach-Seiten für die Kinder.
Den Kindern wird hier neben Spielideen nochmals selbst kindgerecht erklärt, was wichtig ist (z.B. werden Makronährstoffe als Superhelden dargestellt). Mein Sohn fand das sehr interessant und wollte gleich wissen, ob das auch alles in seinem Essen drinnen ist.
Außerdem wird auch das Thema Zahnhygiene mehrmals angesprochen.
Die Rezepte, die es fürs Frühstück, für Snacks und die Brotzeitbox gibt, sind gesund und ausgewogen und zuckerarm. Auch auf die Gefahr durch Fructose wird hingewiesen.
Es gibt Spiel- und Bewegungsideen und auch Vorschläge zu Ruhe und Entspannung (nicht nur für die Kinder – sondern auch gleichermaßen für die Eltern).
Der Aufbau des Buches ist sehr abwechslungsreich und es macht Spaß darin zu schmökern. Es ist ein gutes Fundament für Familien mit kleinen Kindern für einen gesunden, bewegungsreichen Alltag.
Rezensionen von saskia13120:
Die Hexen vom Honeysuckle House von Liz Parker
Wenn das eigene Haus zum Familienmitglied wird
Wer sich ein klitzekleines bisschen gruseln, ein bisschen miträseln und ganz viel Magie erleben möchte, für den ist "Die Hexen vom Honeysuckle House" genau die richtige Herbstlektüre.
Ein Fluch liegt auf der Familie Caldwell. Denn in ihrem Haus, dem Honeysuckle House, kommt alle 13 Jahre ein geliebter Mensch um.
Um diesem Fluch auf die Schliche zu kommen lernt man als Leser nicht nur die Schwestern Florence und Evie kennen, für die der Fluchtag, der 13. Oktober, immer näher rückt, sondern auch ihre Vorfahren Regina, Violet und Linda Cladwell, die alle drei in den vergangenen Jahrzehnten durch den Fluch ums Leben kamen.
Die Magie in der Geschichte ist überwiegend sehr spirituell bzw. esoterisch. Es geht um Tarot und Kerzenmagie, wobei Kerzen beim Kerzen ziehen mit einer speziellen Intention aufgeladen werden und durch die genutzte Farbe des Wachses ihre Kräfte zugeschrieben bekommt. Beim anschließenden Entzünden entfaltet der Zauber dann seine Wirkung.
Mit dieser Art der Magie hatte ich bis jetzt noch wenige Berührungspunkte, aber ich fand dass die Thematik sehr gut aufgearbeitet wurde und das Setting dadurch gleichermaßen cosy wie düster war.
Das Buch ist außerdem in verschiedene Abschnitte unterteilt, welchen jeweils eine Karte aus dem Tarot-Deck zugewiesen ist. So konnte man auch immer mal wieder die Bedeutung der einzelnen Karten im Inhaltsverzeichnis nachlesen.
Besonders spannend fand ich, dass auch Gebäude hier eine Seele bekommen. Allen voran natürlich das Honeysuckle House, aber eben auch der Buchladen von Florence. Die Umsetzung ist hier wirklich gut gelungen und ich konnte zum Haus genauso Sympathie aufbauen wie zu (den meissten) Hauptfiguren (wobei das Haus ansich ja irgendwie auch eine Hauptfigur ist).
Die Caldwell Frauen, egal aus welcher Generation, sind alle sehr gut ausgearbeitete Charaktere. Sie haben alle Eigenschaften, die sie entweder super liebenswürdig oder fast schon boshaft erscheinen lassen. Vor allem die Tochter von Evie, Clara, war mir aber hier und da ein bisschen zu drüber, was aber natürlich für ein Mädchen in ihrem alter auch normal sein kann.
Die Pärchen in dem Buch sind geschlechtermäßig bunt gemischt. Mich hat es überhaupt nicht gestört, wer sich aber nicht mit den "Quoten-Homosexuellen" abfinden kann, der sollte die Geschichte wahrscheinlich lieber verpassen.
Insgesamt war "Die Hexen vom Honeysuckle House" für mich ein gelungener Ausflug in die Welt der spirituellen Magie und eine Geschichte, die nicht 08/15 ist. Die Lösung des Rätsels um den Fluch war für mich bis kurz vor Ende nicht ersichtlich, was die Spannung lange aufrecht erhalten konnte.
Ich kann das Buch definitiv weiterempfehlen!
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Wie wir es sehen von Barbara Sternthal
Eine Hommage an österreichische Künstlerinnen zwischen 1890 und 1938
In diesem mitreißendem Buch stellt uns Autorin Barbara Sternthal elf außergewöhnliche Künstlerinnen, die zwischen 1890 und 1938 ihre Arbeiten als Malerinnen, Bildhauerinnen, Architektinnen und Fotografinnen anfertigten. Und das, obwohl den Frauen der Zugang zu Ausbildungsstätten wie Gymnasien, die Kunst-Akademie oder Technische Hochschule (heute TU Wien) verwehrt geblieben ist.
So greifen die Frauen zur Selbsthilfe und betreiben mit Hilfe von jüdischen Mäzenen und engagierten Frauen wie Marianne Hainisch oder Olly Schwarz, die das „Athenäum – Abhaltung von Hochschulkursen für Frauen und Mädchen“, gründet, eigene Ausbildungsstätten.
Wer sind nun diese elf Frauen, die Barbara Sternthal nach, wie sie selbst schreibt, höchst persönlichen Gesichtspunkten, ausgesucht hat?
Tina Blau (1845-1916), Malerin
Broncia Koller-Pinell (1863-1934), Malerin
Teresa Feododorowna Ries (1866-1956), Bildhauerin
Helene Funke (1869-1957), Malerin
Fanny Harflinger-Zakucka (1873-1854), Universalkünstlerin
Helene Taussig (1879-1942), Malerin
Ella Briggs, (1880-1977), Architektin
Stephanie Hollenstein (1886-1944), Malerin
Dora Philippine Kallmus aka Madame d’Ora (1881-1963), Fotografin
Vally Wieselthier (1895-1945), Keramikerin und Designerin
Friedl Dicker-Brandeis (1898-1944), Universalkünstlerin
Neben den Kurzbiografien dieser Künstlerinnen, die von zahlreichen Fotos ergänzt werden, lädt uns die Autorin ein, die damaligen Lebenswelten der Frauen im allgemeinen und der Kunstschaffenden im besonderen, kennenzulernen.
Gleichberechtigung? Eine Utopie.
Gegen Marginalisierung, Verniedlichung und Dilettantismus
Unter Ausschluss vereinigt
Allen Frauen ist gemein, dass ihnen, den Gepflogenheiten jener Zeit(en) künstlerische Tätigkeit lediglich als „Hobby“, als Zeitvertreib, neben Ehemann, Kindern, Haushalt und Religion, zugestanden wird. Ernsthaftes Kunstschaffen bleibt den Männern vorbehalten. Selbst wenn es Frauen gelungen ist, ihre Werke in Ausstellungen zu präsentieren, sitzen fast ausschließlich Männer an den maßgeblichen Stellen, die über die Vergabe von Förderungen und Preise gebieten. Also gründet frau auch hier: 1910 entsteht die Vereinigung bildender Künstlerinnen Österreichs (VBKÖ).
Stephanie Hollenstein, deren Biografie von Nina Schedlmayer ich kürzlich gelesen habe, ist da vielleicht die Ausnahme. Ihr wird, als Bauerntochter in Vorarlberg, die Malerei gleich gar nicht zugebilligt, weshalb sie die Familie verlässt. Hollenstein ist auch jene Künstlerin in dieser Aufzählung, die durch ihre Begeisterung für die NSDAP, der sie schon früh beitritt, auffällt. Sie wird von 1939 bis 1944 die Präsidentin der Vereinigung bildender Künstlerinnen Österreichs (VBKÖ) sein. Ihr Werk wird erst ab 2001 kritisch betrachtet. Zuvor wird wird Hollenstein in ihrer Heimat lange Zeit als „Lustenaus bedeutende Künstlerin“ verehrt, aber ihre NS-Vergangenheit verschwiegen und relativiert wird.
Die anderen Frauen haben als Töchter jüdischer Familien keine Wahl. Sie werden verfolgt, ihre Kunstwerke werden als „entartet“ abqualifiziert, sie müssen emigrieren oder werden wie Helene Taussig und Friedl Dicker-Brandeis durch das NS-Unrechtsregime ermordet.
Mit der Ausstellung VALLY WIESELTHIER: Bild und Ton, die bis 10. Jänner 2027 zu sehen ist, widmet sich das Museum für Angewandte Kunst (MAK) in Wien, erstmals umfassend dem Werk der Wiener Keramikerin Vally Wieselthier in Europa und in den Vereinigten Staaten, wo sie ab 1928 lebte und arbeitete.
Und nach 1945? Die wenigsten kehren nach Wien zurück.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem aufschlussreichen Buch, das uns stellvertretend für andere, elf österreichische Künstlerinnen und ihre Werke aus der Zeit zwischen 1890 und 1938 vorstellt, 5 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Madame Mort und der tote Onkel von Pierre Lagrange
Auftakt einer skurrilen Krimi-Reihe
Damit hätte die Gerichtsmedizinerin Dr. Berthe Saunier nicht gerechnet! Ausgerechnet sie, die dem pensionierten Commissaire Albin Leclerc, der unaufgefordert, aber emsig in aktuellen Verbrechen ermittelt, immer versucht aus dem Weg zu gehen, stolpert in unvorhergesehene Ereignisse und macht ihm beinahe Konkurrenz.
Zunächst muss sie, statt in ihrem Garten im beschaulichen St. Pierre ein entspanntes Wochenende zu verbringen, schnell und ungeplant als Geburtshelferin einspringen. Eine echte medizinische Intervention ist zwar nicht notwendig, aber Herzflattern bekommt Berthe dennoch, ist doch ihr übliches Klientel mausetot.
Wenig später erfährt sie, dass der Onkel ihres Lieblingsgemüsehändlers verschwunden ist. Also, eigentlich seine Leiche, denn die wurde aus dem Kühlraum des Bestatters gestohlen. Berthe hat schon einige kuriose Dinge gehört, aber dass eine Leiche gestohlen wird, ist doch sehr ungewöhnlich. Früher, als Sektionen verboten gewesen sind, sind häufig Leichen aus ihren Gräbern gestohlen worden, damit angehende Mediziner anatomische Kenntnisse erhalten konnten. Aber heutzutage? Warum musste die Leiche kurz vor der Einäscherung verschwinden? Wollte jemand eine Obduktion verhindern? Und wenn ja, warum?
Blöderweise lässt sie sich breitschlagen, der Causa nachzugehen und stolpert in einen Kriminalfall, der sie praktisch zwingt, Albin zu kontaktieren. Doch der ist beschäftigt, weshalb Berthe auf eigene Faust und mit nicht ganz legalen Mitteln, der Sache weiter nachgeht und sogar ihren Laborkollegen Pascal in die Ermittlungen hineinzieht. Dass Commissaire Catherine Castel und ihr Team keine Freude mit Berthes Ermittlungen haben, ist klar. Allerdings hilft Berthes unkonventionelle Alleingang, andere Verbrechen aufzuklären, die sonst unentdeckt geblieben wären.
Meine Meinung:
Mir hat dieser Krimi, der sichtlich Auftakt zu einer neuen Reihe ist, recht gut gefallen. Ich mag es, wenn ein Charakter aus einer bestehenden Serie sich weiterentwickelt. Natürlich darf man die Art der Ermittlungen durch die Pathologin nicht ganz so tierisch ernst nehmen. Dass Einbrecher eine Leiche stehlen und sich dabei ein wenig dämlich anstellen, ist ja doch höchst ungewöhnlich.
Über diesen Ableger der Krimi-Reihe und um Albin Leclerc musste ich an manchen Stellen herzhaft lachen. Ich hatte recht bald einen Verdacht, was Motiv und Täter betrifft, ausfindig gemacht.
Der Schreibstil ist aus der Albin-Leclerc-Reihe bekannt. Vielleicht ist dieser Krimi einen Hauch humorvoller. Man wird sehen, wie es mit Dr. Berthe Saunier weitergeht.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem Reihenauftakt 4 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Chopin und der Klang des Todes von Oliver Buslau
Hier ist wenig, wie es scheint
Oliver Buslau entführt uns in diesem historischen Krimi in das Paris von 1838. Amélie Degros, die man mit einem Messer in der Hand vor der blutigen Leiche ihres Vaters findet, wartet nun in Salpêtrière, der Pariser Irrenanstalt, auf ihre Hinrichtung. Allerdings kann sie sich an die Tat nicht erinnern.
Lediglich eine unheimliche Melodie, die nur aus vier Noten besteht, summt in ihrem Kopf. Hat man sie hypnotisiert oder ihr Drogen eingeflößt? Sie kann mit unbekannter Hilfe über die Katakomben aus der Salpêtrière fliehen, um einerseits das Geheimnis der Melodie zu ergründen und andererseits den wahren Mörder zu finden.
Ausgerechnet ihre Geliebte Julie und der Mann, den ihr Vater als Ehemann für sie ausgesucht hat, scheinen nun ein Paar zu sein und es auf den Besitz des ermordeten Monsieur Degros abgesehen zu haben. Es echtes Mordmotiv? Doch wer glaubt Amélie?
Wenig später gelingt es ihr ein Attentat auf Schriftstellerin George Sand (1804-1876), der Geliebten des berühmten Komponisten Frédéric Chopin (1810-1849) zu vereiteln. Als Dank nehmen die beiden Amélie auf eine Reise nach Mallorca mit. Während Chopin seine nächsten Stücke komponiert, hört Amélie die unheimlichen Noten wieder. Wird noch jemand sterben?
Meine Meinung:
Ich kenne von Oliver Buslau bereits die beiden Musik-Krimis „Das Gift der Engel“ sowie „Feuer im Elysium“ in denen Ludwig van Beethoven und seine Musik eine Rolle spielen.
Geschickt mischt hier Oliver Buslau wie in seinen anderen historischen Krimis Fakt und Fiktion. Er verwebt den Paris-Aufenthalt von Frédérich Chopin und seine Amour fou zu George Sand mit der Geschichte von der Kaufmannstochter Amélie. Um dem Ganzen, das nun nicht gar so spannend aus Amélies Sicht erzählt wird, ein bisserl mehr Drive zu geben, darf eine weiter bizarre, aber reale Figur mitspielen: Der legendäre Eugène Vidocq (1775-1857), selbst ein Mörder, aber auch ein Ermittler, der die Wirren der Französischen Revolution von 1789 sowie die beiden nächsten 1830 und 1848 überlebt.
Das eine oder andere, wie zum Beispiel, dass Amélie im Irrenhaus Klavier spielen darf und extra ein Pleyel-Klavier herbeigeschafft wird, erscheint mir ein wenig unglaubwürdig. Einiges wird auch nur angedeutet. Okay, der geneigte Leser soll wohl seine eigene Fantasie spielen lassen.
Sprachlich ist der Krimi sehr gut gelungen. Ein bisschen mehr Tempo hätte ihm meiner Meinung nach nicht geschadet. Das Buch, das als Hardcover in gediegener Aufmachung daher kommt, wird sicher viele Leserinnen und Leser unter den Musikfreunden finden.
Fazit:
So ganz mitgerissen hat mich dieser historische Krimi leider nicht, weshalb er nur 3,5 Sterne, die ich auf 4 aufrunde erhält.
Rezensionen von S.:
I Hope This Email Finds You in Hell - Manchmal ist Liebe einfach die Hölle von MacKenzie Reed
Durch die Hölle und zurück
Durch die Hölle und zurück
Was, wenn der Chef aus deinem normalerweise langweiligen Büro eigentlich ein Dämonenjäger ist? Und eine ältere Kollegin plötzlich auf dir hockt und dich aussaugen will? Dann verschwindet auch noch die beste Freundin …
Genau so geschieht es Brie. Auch sie wird zum Ziel eines Dämonen.
Geht ja mal gar nicht. Sie und Chef gehen auf die Jagd und machen sich auf, in der Hölle nach den verschwundenen Personen zu suchen.
Witzig, dass die Hölle wie eine ganz gewöhnliche Stadt erscheint. Verwaltung, Chefs, Bahnhöfe, Diners, Chips - gibt es. Nur anders.
Es geschieht sehr viel bei diesem „Roadtrip“ durch die Hölle. Sehr gefährlich, abenteuerlich, spannend, aufregend. Und Brie mittendrin.
Ausgesprochen unterhaltsam, was sich M. Reed da ausgedacht hat. Lesespaß mit viel Action und - ja, natürlich- inniger Liebe.
Rezensionen von Shilo:
Landleute von Daniel Mason
Ein ziemlich schräger Neuanfang
Als Miles mit seiner Frau Kate und den beiden Kindern für ein Jahr aufs Land zieht, möchte er eigentlich endlich seine Doktorarbeit fertigstellen. Stattdessen lernt er dort viele neue Menschen kennen und erlebt Dinge, mit denen er so nicht gerechnet hat. Gerade die Begegnungen mit den eigenwilligen Bewohnern und seine ersten Versuche beim Skilanglauf und Sensenmähen haben mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht.
Vieles in diesem Roman ist ziemlich ungewöhnlich. Die Gruppe, die an eine Welt unter der Erde glaubt, war für mich zunächst etwas gewöhnungsbedürftig. Trotzdem fand ich es interessant zu beobachten, wie Miles immer mehr in diese Gemeinschaft hineinrutscht. Was zuerst wie eine etwas schräge Ablenkung wirkt, bekommt nach und nach eine andere Bedeutung. Dabei merkt man mit der Zeit, dass Miles selbst nicht mehr alles so sieht wie am Anfang.
Beim Lesen fand ich es interessant, wie Daniel Mason die Menschen auf dem Land beschreibt. Die Dorfbewohner sind teilweise schon ziemlich eigen und auch Miles schaut anfangs mit dem Blick eines Städters auf diese für ihn ungewohnte Welt. Seine Beobachtungen haben mir dabei manches Mal ein Schmunzeln entlockt.
An manchen Stellen war mir das Ganze etwas zu ausführlich. Auch mit einigen der ungewöhnlichen Einfälle musste ich erst einmal warm werden.
Trotzdem wollte ich wissen, wie es mit Miles weitergeht, weil man nicht immer vorhersehen kann, was als Nächstes passiert. Insgesamt habe ich das Buch gerne gelesen, auch wenn mich nicht alles gleichermaßen angesprochen hat. Einige Begegnungen und Situationen sind mir dabei besonders im Gedächtnis geblieben.
Die vielen unterschiedlichen Figuren und die manchmal ziemlich schrägen Situationen geben dem Buch seinen eigenen Charakter.
4 Sterne und eine Leseempfehlung.
Rezensionen von Ele:
Dirty Rome von Michael Sommer
Rom - die dreckige Wahrheit
Dirty Rome, Sachbuch von Michael Sommer. EBook CH. Beck – Verlag
Das alte Rom als eine Mischung aus Weltmetropole und stinkendem Müllhaufen
In diesem Buch zeigt der Bestseller-Autor Michael Sommer nicht wie Rom glänzte, sondern wie und warum es funktionierte. Er zeigt nicht nur die römische Elite, sondern führt uns auch mitten hinein ins laute, dreckige und gefährliche Leben der einfachen Leute im Römischen Reich.
Schon von Augustus heißt es er hat ein, aus Ziegeln gebautes Rom vorgefunden und eine strahlende Metropole aus glänzendem Marmor daraus gemacht. Doch Michael Sommer lässt uns hier einmal hinter die Kulissen blicken. Ein populärwissenschaftliches Sachbuch des Althistorikers und Bestseller-Autors.
Ganz am Anfang sieht man eine Karte die das ganze Römische Reich in seiner größten Ausdehnung darstellt. Die nächste Karte zeigt die Stadt Rom während der Kaiserzeit, gerade die erste Karte ist schon beeindruckend. Das Buch umfasst zehn umfangreiche Kapitel, mit lateinischen Bezeichnungen, die sich in kleinere Abschnitte aufteilen, die zusätzlich mit einer Überschrift versehen sind. Insgesamt sind viele lateinische Begriffe verwendet worden, Sommer nutzt konsequent die Originalbegriffe der antiken Quellen, nicht alle konnte ich frei übersetzen und verstehen, musste im Anhang nachschlagen. Zum Teil sind Erklärungen beigefügt, der gesamte Schreibstil ist wissenschaftlich, also eigentlich keine Lektüre zur leichten Unterhaltung. Dadurch wird sehr viel Wissen vermittelt, mehr als ich eigentlich vom Buch erwartet habe. Etwas unterhaltsamer hätte ich es mir schon gewünscht, dementsprechend habe ich lange daran gelesen.
Ich hätte mir mehr Einblicke über die Lebensumstände, Krankheiten, Alltags- und Arbeitswelt der einfacheren Bevölkerung gewünscht, d. h den Alltag der Unterschicht. In den Bereichen in denen es physisch schmutzig und ärmlich war, viel zu viel habe ich jedoch über die dreckigen Intrigen und schmutzigen Geschäfte der Elite erfahren. Sommer greift Themen wie Korruption, Vetternwirtschaft, Verbreitung von Fake News und Gerüchten im antiken Alltag auf. Durch die Zeitsprüngen in den dargestellten Geschehnissen, habe ich mich schlecht orientieren können.
Der umfangreiche wissenschaftliche Anhang belegt die historischen Quellen, das zeugt von einer umfangreichen und gründlichen Recherche, ich war erstaunt, als ich am Ende angekommen bin, dass die Quellenangaben soviel Seiten im Buch umfassen.
Die Argumentation folgt einer klassischen geschichtswissenschaftlichen Struktur. Der Titel und das Cover versprechen ein leicht verdauliches True-Crime-Format aus der Antike. Tatsächlich erfordert das Buch jedoch Konzentration und Lesearbeit. Mir war das Buch zu trocken um es flüssig durchzulesen.
Inhaltlich hochspannend sprachlich jedoch harte Arbeit. Meine Empfehlung für Geschichtsbegeisterte, Studierende und Leser, die Wert auf echte wissenschaftliche Quellenarbeit legen.
3 Sterne











