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Rezensionen von Karina :

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Mirabellentage von Martina Bogdahn

Eine Reise durch die Dorfgemeinschaft

Nun habe ich meinen imaginären Spaziergang durch das fränkische Blumenfeld beendet und dabei so einiges über seine Bewohner erfahren. ????

In 'Mirabellentage' erzählt Anna, die langjährige Haushälterin des verstorbenen Ortspfarrers Josef, so allerhand Anekdoten aus vergangenen Zeiten. Für sie ist das eine Form der Trauerbewältigung - und gleichzeitig ihre ganz eigene Art, den neuen Priester Fridjof in sein Amt einzuführen.

Dabei hat es Fridjof nicht leicht: Er tritt in große Fußstapfen und wird als junger Mann von einer Hallig an der Nordsee von den Dorfbewohnern oft kaum verstanden. Umso besser, dass Anna ihm den Tipp gibt, die Gemeinde einfach mit seinem 'Latein' zu beeindrucken. ????

Für mich war dieser Roman ein schöner sommerlicher Lesehappen für zwischendurch. Die Erzählungen sind mal traurig und nachdenklich, mal humorvoll, manchmal auch etwas gewöhnungsbedürftig (ich sage nur: Gänseessen ????).

Besonders gefallen hat mir, wie sehr die zwischenmenschlichen Beziehungen im Mittelpunkt stehen. Immer wieder wird deutlich, wie wichtig Zusammenhalt und Gemeinschaft sind - etwas, das dem Roman viel Wärme verleiht.

Zeitweise waren mir die vielen aneinandergereihten Anekdoten allerdings etwas zu viel, sodass ich hin und wieder aus dem Lesefluss geraten bin. Es fühlte sich ein wenig so an, als würde die nette ältere Dame von nebenan einem bei jedem Treffen noch schnell eine weitere Geschichte von früher erzählen - manchmal charmant, manchmal auch ein kleines bisschen anstrengend. ????

Trotzdem habe ich mich in Blumenfeld sehr wohlgefühlt und könnte mir durchaus vorstellen, dort ein Plätzchen unter den Einwohnern zu finden. ????

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Mirabellentage

Rezensionen von Bellis-Perennis:

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Wir überlebten die Nacht von Julian Brave NoiseCat

Eine Leseempfehlung

In diesem autobiografischen Buch erzählt Julian Brave NoiseCat, die Geschichte seiner indigenen Familie. Dabei spart er Grausamkeiten der Behörden, die den Ureinwohnern Kanadas ihre Kinder entrissen haben, um sie in Klosterschulen umzuerziehen. Man kennt dies aus zahlreichen anderen Romanen und Sachbüchern wie z.

B. jenen von Michel Jean, der über ähnliche Schicksale der Inuit schreibt.

Dieses hier ist ein wenig anders, denn es bindet die indigenen Mythen prominent in die Ich-Erzählung ein. Gleichzeitig schildert Julian Brave NoiseCat die epigenetischen Traumata seiner Familie, von denen auch er nicht verschont bleibt. Sein Vater ist eines jener Babys, das in der berüchtigten St. Joseph‘s Mission geboren worden ist und getötet werden sollte. Nur durch eine glücklich Fügung ist er gerettet worden. Julian Brave NoiseCat hat eine Notiz über dessen Rettung in der Williams Lake Tribune vom 28. Oktober 1959 entdeckt:

„Neugeborenes Kind aus der Müllverbrennungsanlage gerettet“.

Dass ein solcher Start in das Leben ein lebenslanges Trauma verursacht, ist wohl verständlich.

Das Buch ist eine gelungene Mischung aus Recherche rund um seine Herkunft, die eigene und fremde Erinnerung sowie indigener Erzähltradition mit zahlreichen Gleichnissen. Julian Brave NoiseCat rechnet sich zu den Coyote People, in dem ein Koyote als „Trickser“ eine große Rolle mythologischer Ahne spielt.

„Jene, die nicht bei ihren Namen gerufen werden und deren Zeit noch nicht gekommen ist, werden ins Land der Lebenden zurückgeschickt. Einigen gibt der Häuptling ein Lied mit auf den Weg zurück und lässt den Coyote People ausrichten, sie sollen weiter im Uhrzeigersinn im Kreis tanzen, so wie es die Ahnen auf der jenseitigen Seite tun. Wenn wir dies täten, so sagt der Häuptling der Toten, würde der Tod rückgängig gemacht werden, unsere Länder und Flüsse wieder so wunderschön und fischreich sein wie einst, unsere Vorfahren würden zurückkehren und mit ihnen Kojote.“ (S. 469 eBook)

Fazit:

Gerne gebe ich diesem interessanten Buch über die Geschichte der Vernichtung der indigenen Bevölkerung Kanadas, das nicht immer leicht zu lesen ist, 4 Sterne.

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Wir überlebten die Nacht

Rezensionen von Bellis-Perennis:

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Eine Deutsche im Ukraine-Krieg von Savita Diana Wagner

Eine klare Leseempfehlung!

Dieses Buch ist das Vermächtnis von Savita Diana Wagner, die sich kurz nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine im Jahr 2022 als humanitäre Helfern freiwillig gemeldet hat. Warum? Weil ihr die zögerliche Haltung des Westens und besonders Deutschlands der Ukraine zu helfen, unerträglich schien.

In chronologischer Reihenfolge werden Auszüge aus Wagners E-mails, Chats, Blog Posts und anderen Nachrichtenkanälen zu einem fiktiven Tagebuch verarbeitet. Herausgekommen ist eine erschütternde und sehr berührende sowie authentische Bestandsaufnahme über das Leben an der Front. Denn Savita Diana Wagner tritt, nachdem ihr ihre humanitäre Hilfe zu gering erscheint, in die ukrainische Armee ein und dient bis zu ihrem Tod am 31. Jänner 2024 als Combat Medic, also als Kampfsanitäterin. Sie gewährt uns einen Einblick in das reale dramatische Kampfgeschehen an der Front, von dem wir im allgemeinen durch amerikanische Serien wie M.A.S.H. nur eine eher unrealistische Vorstellung haben.

Zudem korrigiert sie mit ihren Schilderungen die oft abstrahierten Nachrichten. Sie zeigt den Alltag an der Front, der sie nach Butscha oder nach Charkiw geführt hat. Sie schildert Luftalarm, Artilleriebeschuss, die Versorgung Verwundeter unter Feuer und sowie die permanente Unsicherheit, den nächsten Tag zu erleben. Sie schreibt über Angst und Solidarität, über Kameradschaft, Zweifel und Entschlossenheit, sowie darüber, dass es an manchen Tagen sehr schwer ist, nicht die Hoffnung zu verlieren. Aus ihrem Tagebuch kann man herauslesen, wie sich das Denken und Handeln verändern. Mehrmals lässt sie ihrer Wut über die zögerliche Bereitschaft der Ukraine Waffen und Munition zur Verfügung zu stellen, freien Lauf. So hat sie ihr eigenes Fahrzeug mitgebracht, da zu wenige geländegängige SUVs zur Verfügung stehen.

Savita Diana Wagner malt sich aus, welche Folgen ein Sieg von Putins über die Ukraine haben könnte und welche was das für Europa bedeuten könnte. Allerdings nicht in einer warmen Amtsstube fernab, sondern in Schmutz und Kälte, mitten drin im Geschehen.

Besonders berührend sind jene Worte vom 2. Jänner 2023, die sie bei einem kurzen Heimaturlaub niederschreibt und die ihre Mutter im Nachwort zitiert:

„In Deutschland an der Seitenlinie zu sitzen und zuzusehen, wie meine Leute in der Ukraine fertiggemacht werden, ist so unglaublich anstrengend... Ich bin wütend und fühle mich gleichzeitig irgendwie völlig leer....Ich möchte einfach nur durch diese Türe rennen, zurück auf die andere Seite, und wenn das bedeutet, dass ich dort in einem Meer von Blut ertrinken werde, dann ist es so.“

Ihre Mutter wird sie nicht mehr wiedersehen.

Noch am 20. Jänner 2024 schreibt sie, dass sie sich des Risikos bewusst ist, dass sie

„lieber aufrecht kämpfend für etwas, an das ich glaube, sterben, als die nächsten 50 Jahre nichts zu tun, ...“

Am 31. Jänner 2024 erfüllt sich ihr Schicksal. Combat Medic Savita Diana Wagner, die Deutsche in der Ukraine, wird beim Versuch zwei Verwundete zu bergen, tödlich verletzt. Als Angehörige der Ukrainischen Armee erhält sie ein Begräbnis mit allen militärischen Ehren auf dem Lukianivske-Friedhof in Kiew. Savita Diana Wagner gilt in der Ukraine als Heldin, weil sie Dutzenden verwundeten Soldatinnen und Soldaten durch ihren Einsatz das Leben gerettet hat.

Dieses Buch hat mich tief berührt. Es ist ein außergewöhnliches Zeugnis von Mut und Courage sowie eine Hommage an das ukrainische Volk, das sich gegen einen übermächtigen Aggressor stellt. Leider sieht es aktuell so aus, als ob Trump der Ukraine die Unterstützung durch die USA und die NATO entzieht, weil er sich in seinem eigenen verqueren Weltbild, das sich nur wenig von dem Putins unterscheidet, verschanzt und das, in der Ukraine dringend benötigte Material, in dem von ihm selbst angezettelten Krieg gegen den Iran verschleudert.
Zahlreiche Schwarz-Weiß-Fotos ergänzen und illustrieren sehr anschaulich sowohl die schonungslosen Texte als auch das Ausmaß der der Zerstörung. Gleichzeitig bieten private Fotos unvergleichliche Einblicke in das kurze, aber für Savita Diana Wagner erfüllende Leben an der Front.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem schonungslosen Fronttagebuch, das Savita Diana Wagners Mutter gemeinsam mit Karl Stenerud im Verlag Herder herausgegeben hat, und eine Liebeserklärung an eine Frau ist, die bewusst diesen Weg gewählt hat, 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung, auch wenn manche Stellen schwer zu ertragen sind.

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Eine Deutsche im Ukraine-Krieg

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Die Vorkämpferinnen von Bianca Walther

Die frühe Frauenbewegung - fesselnd erzählt

Historikerin und Autorin Bianca Walther lässt in diesem Buch die Vorkämpferinnen der ersten deutschen Frauenrechte aufmarschieren. Ja, ich wähle bewusst diese martialische Einleitung. Dann, dass deutsche Frauen ab Jänner 1919 erstmals wählen durften, ist ein langer, zermürbender Kampf. Österreich ist da ein bisschen schneller.

Zeitgleich mit der Ausrufung der Republik dürfen Frauen ab 12. November 1918 ihr aktives und passives Wahlrecht ausüben.

In fünf großen Abschnitten, die in zahlreiche Kapitel gegliedert sind, stellt uns Bianca Walther die Pionierinnen der frühen Frauenbewegung von 1848 bis 1919 vor:

Die enttäuschten Töchter der Revolution
Nach der Revolution: Eine Bewegung im Aufbau
Gründerzeit: Erfolge, Rückschläge und der Beginn einer Massenbewegung
Eine gesellschaftliche Kraft: Die Kämpfe werden vielfältiger
Krieg und Umbruch

Beginnend mit der Französin Olympe de Gouges (1748-1793), die für ihre Forderung nach Freiheit und Gleichheit für Frauen, hingerichtet worden ist, über Louise Otto-Peters (1819-1865), Helene Lange (1848-1930) sowie Minna Cauer (1841-1922)und Anita Augspurg (1857-1943) bis hin zu Clara Zetkin (1857-1933) - um nur einige zu nennen - spannt die Autorin den Bogen zu all jenen Frauen, die für ihre Rechte mehr oder weniger militant aufgetreten sind und mitunter auch auf die sprichwörtlichen Barrikaden gegangen sind.

Nicht immer agieren die unterschiedlichen Frauengruppen geschickt und ziehen selten an einem Strang. So bemerken einzelne bürgerliche Frauengruppen, die von Hauspersonal umgeben sind, dass das Engagement der Arbeiterinnen für die Vereinstätigkeit zu wünschen übrig lässt. Ja, eh! Nach einem 12-Stunden-Tag in der Fabrik, Care-Arbeit vor und nach der Erwerbsarbeit sowie Pflichten der Kindererziehung und Hausarbeit, der kaum Zeit zum Durchschnaufen lässt, ist es kaum möglich, zu einer der Versammlungen zu gehen. Zudem fragt zunächst keine der bürgerlichen Damen, was denn die Arbeiterinnen zu ihrer Entlastung bräuchten. Das Wahlrecht oder doch eher einen Acht-Stunden-Tag und Kinderbetreuung. Erst Arbeitervereine schaffen es, Arbeiterinnen zu mobilisieren.

Dieses Buch bringt uns diese ereignisreichen Jahrzehnte nahe. Es beleuchtet, welche Widerständen Frauen ausgesetzt sind, wenn sie keine (Versorgungs)Ehe eingehen wollen, dafür aber mehr als häkeln oder stricken lernen wollen. So ihnen Bildung und Berufstätigkeit verwehrt. Ausgenommen sind natürlich die Arbeiterinnen, deren Familien ohne das Zubrot, so gering es auch ausfällt, nicht überleben können. Für bürgerliche Töchter ziemt es sich nicht, einer Erwerbsarbeit nachzugehen. Lediglich eine Anstellung als Gouvernante ist bis zu ihrer Verehelichung opportun.

Jene Frauen, denen es gelingt, an einer der privaten Lehrerinnenakademien eine Ausbildung zu machen, dürfen zunächst nur Privatschulen für Mädchen unterrichten (ein einwandfreier Leumund und Lebenswandel vorausgesetzt). Als Lehrerinnen sind sie dem sogenannten Lehrerinnenzölibat unterworfen: Kaum ist ein Ehemann in Sicht, werden sie aus dem Schuldienst entlassen.

Wenn frau nun aus dem elterlichen Haushalt ausscheiden will (oder muss), bleibt nur das Zusammenleben mit einer anderer Frau, am besten einer Verwandten übrig. Anderes gilt recht schnell als unschicklich. Diese sexuelle Konnotation sagt im allgemeinen mehr über jene aus, die den Frauen unmoralisches Verhalten unterstellen. Mehrere der Vorkämpferinnen, die mit einer Frau zusammenleben, geraten in das Visier der Behörden. Weibliche Homosexualität steht in Deutschland in Gegensatz zu Österreich nicht unter Strafe.

Erst im Ersten Weltkrieg greift man(n) auf das Reservoir an weiblichen Arbeitskräften zurück, die nach Kriegsende sofort wieder den Männern Platz machen müssen.

Auch wenn die frühe Frauenbewegung zwischen 1848 - 1919 zahlreiche Erfolge erreicht hat und Wegbereiterin für weitere Errungenschaften gewesen ist, muss eines klar sein: Der Kampf ist noch lange nicht vorbei! Den Frauen weht, durch die aktuelle politische Lage in zahlreichen Ländern, die Frauen aus ihren mühsam erkämpften Positionen verdrängen will, ein rauer Wind entgegen.

Fazit:

Gerne gebe ich dieser lebendig und mitreißend erzählte Geschichte der Frauenbewegung, die mehr als siebzig Jahre um politische Rechte und Freiheiten für Frauen gekämpft hat, 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Die Vorkämpferinnen

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Queer. 100 Seiten von Norma Schneider

Wichtiges Thema gut erklärt

Ich mag die Reihe „100 Seiten“ aus dem Reclam Verlag sehr gerne, da zu komplexen Themen ohne viel Geschwurbel ziemlich punktgenaue Informationen geliefert werden.

Diesmal beschäftigen sich die „100 Seiten“ mit dem Begriff „QUEER“, der bei vielen Menschen wegen ihres Unwissens oder Halbwissens Ablehnung und Unverständnis hervorruft.

Norma Schneider, Journalistin und Autorin, bietet hier einen kompakten Überblick, was „queer“ eigentlich bedeutet. Sachlich, aber dennoch kurzweilig beleuchtet sie die Begriffe und gibt uns Leserinnen und Lesern Argumente, um so manche hitzige Diskussion wieder auf den Boden der Objektivität zurück zu holen.

Sehr angenehm finde ich das Cover, das in dunkelblau gehalten ist und auf Farben wie quietschpink oder violett verzichtet.

Das Buch eignet sich sehr gut als Einstieg in das doch komplexe Thema, weshalb ich es von mir 5 Sterne und eine Leseempfehlung erhält.

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Queer. 100 Seiten

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Tod in Ahrenshoop von Hans Meyer zu Düttingdorf; Juan Carlos Risso

Hat mir nicht gefallen

Walter und Willy sind seit über 50 Jahren ein (Ehe)Paar und verbringen anlässlich Walter 80. Geburtstags einen Kurzurlaub im Luxushotel Palace an der Ostsee. Die beiden rüstigen Rentner langweilen sich ein wenig. Doch dann macht Walter am verregneten Morgen eine Beobachtung, die ihn an ein Verbrechen denken lässt.

Und wirklich, der Bauunternehmer Helmuth Winterfeldt wird tot im Wasser der Ostsee gefunden. Nachdem der Tote laut seiner Ehefrau an Herzbeschwerden gelitten hat, ist für die Polizei klar: ein bedauerlicher Tod durch Herzinfarkt.

Doch die Polizei schenkt Walters Beobachtung keine Beachtung, weshalb sich das Paar in ein kriminalistischen Abenteuer stürzen, das sie bis nach Mallorca führen wird.

Meine Meinung:

Dieser Krimi ist vor allem eines: überzeichnet. Das Autoren-Duo Hans Meyer von Düttingsdorf und Juan Carlos Risso, im Leben selbst ein langjähriges Paar, dichtet ihren Protagonisten so ziemlich jedes Klischee, das gleichgeschlechtlich Liebenden nachgesagt wird, an: Tuntenhaftes Verhalten, „Schatzi hin, Schatzi her“, in die Wange zwicken, geziertes Halten eines Weinglases und so weiter. Wenn das humorvoll sein soll, bin ich die falsche Adressatin.
Ehrlich, ein Ehepaar, egal ob homo- oder heterosexuell benimmt sich nach fünfzig Jahren des gemeinsamen Lebens nicht wie frisch verliebte Teenager.

Die sogenannten Ermittlungen sind eher ein Herumstochern als echtes Ermitteln, was aber klar ist, denn die beiden sind Laien. Manches liest sie wie das Ergebnis einer Summe gelesener Kriminalromane und überbordender Fantasie von Walter und Willy. Die Auflösung ist für mich leicht vorherzusehen gewesen. Der Spannungsbogen eher flach gehalten.

Sollte es für dieses „Ermittlerpaar“ eine Fortsetzung geben, wird die ohne mich stattfinden.

Fazit:

Dieser Krimi hat mich leider gar nicht überzeugt. Zudem ist diese Art Humor nicht die meine, daher reicht es gerade einmal für 2 Sterne..

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Tod in Ahrenshoop

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Der Tote auf dem Kniepsand von Anna Johannsen

Fesselnd bis zur letzten Seite

In ihrem 13. Fall werden HK Lena Lorenzen und ihre Kollegin Naya Olsen abermals nach Amrun geschickt, um den Tod von Dennis Claasen zu untersuchen, der möglicherweise etwas mit angeschwemmten Drogenpaketen zu hat. Recht bald entdecken die beiden Ermittlerinnen, dass es im Leben des Toten einige Ungereimtheiten gibt.

Zum einen scheint er zahlreiche Liebschaften auch mit verheirateten Frauen zu unterhalten und zum anderen hat er mit seinen drei Geschwistern Haus und Grundstück geerbt, um dessen Verkauf nun gestritten wird. Um seine Geschwister auszahlen zu können, reicht sein Verdienst als Mädchen für alles im Yachthafen nicht aus.

Als wenig später in Claasens Haus eingebrochen wird und verwüstet wird, deutet alles darauf hin, dass der Tote in die Drogengeschäfte involviert war. Doch wer sind die Drahtzieher? Oder ist alles ganz anders?

Meine Meinung:

Anna Johannsen schafft es, auch im 13. Fall den Spannungsbogen hoch zu halten. Neben dem oft mühsamen Ermittleralltag, der durch Bürokratie, Rivalitäten zwischen Ordnungspolizei und Kriminalbeamten sowie auf ihre Karriere bedachten Staatsanwälte nicht unbedingt erleichtert wird, gibt es für Lena und Naya doch immer wieder Kolleginnen und Kollegen, die durch unbürokratisches Handeln für Lichtblicke sorgen. Manches Macho-Gehabe des einen oder anderen Kollegen soll nur die Angst vor der Nordsee verbergen, die man(n) nicht wirklich zugeben kann.

Wie schon in den Vorgängern spielt das Privatleben von Lorenzen und Olsen eine große Rolle. Die Charaktere und die Schauplätze sind sehr gut und authentisch beschrieben. Lena Lorenzen, die auf Amrun aufgewachsen ist, kann auf zahlreiche Bekannte, wie zum Beispiel ihren früheren Lehrer zurückgreifen, um die eine oder andere Information zu erhalten. Nicht immer fühlt sie sich dabei wohl in ihrer Haut.

Fazit:

Autorin Anna Johannsen hat wieder einen vielschichtigen Krimi geschrieben, der mit einer doch überraschenden, aber stimmigen Aufllösung punktet. Gerne gebe ich dafür 5 Sterne.

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Der Tote auf dem Kniepsand

Rezensionen von Kwinsu:

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Bakterien – die heimlichen Helden von Peter Wohlleben

Unsichtbare Helden mit großer Wirkung

Es ist unglaublich, dass Bakterien in sämtlichen Bereichen des Lebens eine entscheidende Rolle spielen! Sei es die Entstehung des Lebens selbst, die Art, wie unser Ökosystem funktioniert, selbst in allen Körpern sind sie unerlässlich - und können ebenso tödlich sein. Kommen sie wo nicht bzw. in zu geringer Menge vor, ist das ebenso problematisch, als wenn sie überhand nehmen.

Das Hörbuch bietet einen enorm breiten Überblick auf die vielfältigen Rollen dieser Kleinstorganismen in jeder Ecke unserer Erde.

Das Buch kommt abseits von der umfangreichen und spannenden Informationsladung auch mit allerhand Tipps daher: wie entfernt man unbeliebte Bakterien aus der Waschmaschine, mit welchem Hilfsmittel spült man so bakterienarm wie möglich sein Geschirr, wie verhält man sich auf der Toilette, um nicht einer unnötigen Bakterienschleuder anheim gesucht zu werden, wie vermeidet man bakterienbedingten Schweißgeruch, wie hält man den Kühlschrank bakterienarm, sodass möglichst wenige Lebensmittel verderben und so weiter und so fort.

Erstaunlich ist auch, welche Bakterien eine Rolle spielen, wenn es um den Klimawandel geht. Welche fiesen Organismen aus ferner Vergangenheit können uns durch den abtauenden Permafrost belasten, wie könnten ausgestorbene Arten dank der Kleinstlebewesen wieder zum Leben erweckt werden oder welche Auswirkungen hat ein Überdüngen der landwirtschaftlichen Böden auf das Bakterienleben - und all die Lebensformen, die von ihnen abhängig sind.

Bakterien helfen nicht nur bei der Produktion von Lebensmittel, sie sind auch unerlässlich, wenn es um den Erhalt von Wald und Wiese geht und können zukunftsweisend auch dabei helfen, uns von der Plastikflut zu befreien. Kurzum: Bakterien sind unerlässlich.

Ich habe dieses kurzweilige Hörbuch sehr, sehr gern gehört! Es ist nicht nur äußerst abwechslungsreich und informativ, auch die Stimme von Thomas Loibl ist sehr angenehm und man kann ihm wunderbar folgen. Förster und Naturschützer Peter Wohlleben legt nicht nur wissenschaftliche Inhalte niederschwellig und nachvollziehbar dar, sondern macht den Hörer*innen auch bewusst, wie wichtig es ist, unser Ökosystem zu schützen - und dazu gehört auch, eine ausgewogene Bakterienvielfalt zu gewährleisten. Absolute Hör- bzw. Leseempfehlung, weil das Sachbuch eine echte Wissensbereicherung ist!

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Bakterien – die heimlichen Helden

Rezensionen von Camilla :

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If Books Could Kill von Kate Eberle

köstlich!

Also, das Buch hält was der Klappentext verspricht... es ist wirklich super gelöst, es ist kein gewolltes Ende oder irgendwas... es ist einfach genial zu lesen! Es ist ein total genialer Mix aus "Spiel mit den Klischees" und eben die "Elemente eines Thrillers/Krimis" - Es war super unterhaltsam zu lesen, jetzt keine totalen Überraschungen aber logisch gelöst und nur selten zu krass überzeichnet ;)
die Charaktere sind alle durch die Bank sympathisch, ich hab mich ein paar mal wirklich fast Tog gelacht, dass mein Mann schon ein bisschen beunruhigt war, weil "echte" Liebesromane selten so lustig geschrieben sind.

Und Krimis erst recht nicht ;)
also Fazit: Mega gelungener Genre-Mix!!!
Aber dadurch, dass die Liebes-Genre-Tropes ganz schön auf die Schippe genommen werden definitiv nichts für "Liebesromananfänger" weil die den Witz glaube ich dahinter noch nicht so verstehen würden...
und nur so am Rande: keine expliziten Szenen, falls man so was nicht mag

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If Books Could Kill

Rezensionen von libraryoflaura:

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Alles ihre Schuld von Andrea Mara

Die Tür geht auf, doch dein Sohn ist nicht da...

WORUM GEHT ES?
Du stehst vor einer fremden Haustür, wartest darauf, dein Kind abzuholen, und die Frau, die aufmacht, hat noch nie von deinem Sohn gehört.
Kein Milo. Kein Spieldate. Keine Erklärung.
Nur eine gähnende Leere, wo dein Kind sein sollte.
Was dann folgt, ist der Albtraum, den kein Elternteil auch nur zu Ende denken will.

Während die Suche nach dem Vierjährigen die ganze Nachbarschaft auf den Kopf stellt, wird schnell klar:
Irgendjemand weiß mehr.
Hinter den gepflegten Fassaden der Dubliner Vorstadt brodelt es, und je tiefer man gräbt, desto dunkler wird es.
Die Frage ist nicht nur, wo Milo ist.
Sondern wem man hier überhaupt noch trauen kann.

WAS MIR GUT GEFIEL:
- Erschreckend realer Einstieg: Das Buch wirft einen direkt in eine alltägliche Situation, die sich sekundenschnell in puren, packenden Horror verwandelt. Man ist sofort gefesselt, weil diese Hilflosigkeit so greifbar nah wirkt.
- Gefühlschaos pur: Die Panik der verzweifelten Mutter und die erdrückenden Schuldgefühle der anderen involvierten Frauen sind so emotional und intensiv beschrieben, dass man richtig mitleidet und das Herzrasen förmlich spüren kann.
- Puzzlespiel mit Perspektiven: Die Geschichte wird aus mehreren Blickwinkeln erzählt, und das funktioniert richtig gut. Man bekommt nie das volle Bild auf einmal, stattdessen fügen sich die Teile nach und nach zusammen.
- Vorstadtfassaden bröckeln: Hinter gepflegten Vorgärten und scheinbar perfekten Familien verbergen sich Geheimnisse, Klatsch und ganz viel Schuldzuweiserei. Diese Atmosphäre zieht sich durch das ganze Buch und sorgt für konstant unterschwellige Anspannung.

WAS MIR WENIGER GUT GEFIEL:
- Zähe Durststrecke im Mittelteil: Nach dem rasanten Start verliert die Story zwischendurch leider etwas an Fahrt. Die Handlung dreht sich phasenweise im Kreis, und einige Szenen wirken durch Wiederholungen künstlich in die Länge gezogen.
- Verwirrendes Personen-Overload: Es tauchen im Laufe der Zeit sehr viele Charaktere auf, die viel Raum einnehmen, für die eigentliche Auflösung aber kaum eine Rolle spielen. Das sorgt stellenweise eher für Verwirrung statt für echte Spannung.

FAZIT:
"Alles ihre Schuld" ist ein psychologisch starker und extrem atmosphärischer Domestic-Thriller, der mit einem nervenzerreißenden Albtraum startet und nach einem etwas ruhigeren Mittelteil in einem rasanten Finale explodiert.
Wer Geschichten mag, die hinter der Fassade des perfekten Vorortlebens bohren, ist hier genau richtig.

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Alles ihre Schuld