Icon Kontrast wechseln
Logo Wagnersche Buchhandlung

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Ruth:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün voll

Der Einsiedlersommer von Anne Sverdrup-Thygeson

Wichtiges Thema, unterhaltsam verpackt

Eva, eine 33jährige Biologin aus Oslo, wird den Sommer über in Vestfold, einem kleinen Ort im Südosten Norwegens, verbringen. Im Auftrag der Gemeinde soll sie den Wald dort kartographieren und gleichzeitig nach dem als ausgestorben geltenden Eremitenkäfer suchen. Dieser Job kommt Eva sehr gelegen, braucht sie doch gerade etwas Abstand zu ihrem Lebensgefährten Eirik.

Das Paar muss mit der Totgeburt ihres Sohnes klarkommen, das macht jeder auf seine Art. Während Eirik nach vorne blicken möchte und schon ein nächstes Kind plant, ist Eva noch ganz gefangen in ihrer Trauer. Die zukünftige Arbeit soll ihr Ablenkung verschaffen und neue Kraft schenken.
Bald macht sie Bekanntschaft mit ihrer Nachbarin Olga, einer alten, eigenwilligen Frau. Die will zunächst nichts wissen von der forschen Städterin, fühlt sich von ihr gestört und in ihrer Privatsphäre verletzt. Doch bald kommen sich die beiden ungleichen Frauen näher, denn es gibt doch einiges, was sie verbindet. Beide haben einen Verlust erlitten und beide fühlen sich stark verbunden mit der Natur. Und im Kampf für den Erhalt des Waldes stehen sie auf derselben Seite.
Die Gemeinde plant nämlich den Abbau von Larvikat, einem Tiefengestein der Region. Der Steinbruch soll in einem Waldgebiet mit einem Bestand uralter Eichen entstehen. Die Gemeinde verspricht sich davon Wohlstand und Arbeitsplätze und dafür ist man bereit, schützenswerte Wälder mit einer ungeheuren Artenvielfalt zu opfern.
Eva hofft nun einen Beweis für die Existenz des bedrohten Käfers zu finden und damit das Projekt zu verhindern.
Auch Olga hat ein Interesse daran, dass der Wald in Ruhe gelassen wird. Aber erst nach und nach erfährt der Lesende den Grund dafür. Es hängt mit einem Familiengeheimnis zusammen, das weit in die Vergangenheit zurückreicht, bis in die Zeit des Zweiten Weltkriegs, als Norwegen unter deutscher Besatzung stand.
Die Autorin versteht es sehr gut, die verschiedenen Konflikte darzustellen. Für Spannung sorgt nicht nur die Frage, ob Eirik und Eva wieder zusammenfinden ( dazu hätte es garnicht den Flirt mit dem attraktiven Amtsleiter der Gemeinde gebraucht ), sondern vor allem die ungeklärte Vergangenheit von Olgas Familie.
Dafür lässt sich die Autorin Zeit. Sie erzählt in einem ruhigen Ton, der perfekt zum Setting passt. Die Natur wird bilderreich und atmosphärisch beschrieben, aber auch mit viel biologischem Wissen.
Die personale Erzählweise wechselt zwischen den beiden Frauenfiguren. Dazwischen gestreut sind Tagebuchaufzeichnungen von Eva, die eine zusätzliche Nähe schaffen.
Auch mit ihrer Figurenzeichnung weiß die Autorin zu überzeugen. Es sind vielschichtige Charaktere, Menschen mit Ecken und Kanten, deren Handlungen nicht immer auf Zustimmung beim Lesenden stoßen werden. Aber gerade das macht sie zu lebendigen Figuren.
Der Titel verweist zum einen auf die Suche nach dem Emeritenkäfer, stärker aber noch auf das einsiedlerische Leben der beiden Hauptfiguren . Eva sucht in der Abgeschiedenheit und Einsamkeit der Natur Heilung für ihre verwundete Seele. Sie braucht den Rückzug von ihrem gewohnten Umfeld und vor allem von Eirik, um den Verlust ihres Kindes zu verarbeiten. Und Olga hat sich in ihrem Einsiedlerdasein eingerichtet. Das traumatische Erlebnis in ihrer Kindheit hat sie tief in sich vergraben. Vom Leben und von den Mitmenschen enttäuscht, wurde sie zur Einzelgängerin.
Das alles vermag die Autorin glaubwürdig und mit viel Empathie für ihre Charaktere darzustellen.
Anne Sverdrup-Thygeson ist Professorin für Naturschutzbiologie . Da ist es nur folgerichtig, dass in ihrem Debutroman das Umweltthema einen so großen Raum einnimmt. Sie verpackt ihr Kernanliegen, also die Bedeutung von Natur- und Artenschutz , in eine emotional packende Geschichte um zwei Frauen und deren Traumata. Damit erreicht sie Leserschichten, die nicht unbedingt zu einem ökologischen Sachbuch greifen würden und sensibilisiert sie so für dieses Thema. Ihr fundiertes Wissen lässt sie dabei sehr geschickt in den Text einfließen.
Der Roman eignet sich hervorragend für Lesekreise. Er vermag emotional zu packen, liest sich leicht und unterhaltsam und bietet dabei viel Gesprächs- und Diskussionsstoff

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Ruth
Der Einsiedlersommer

Rezensionen von askyfullofpages:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern mit grünen Rahmen

Keine Angst, Darling von Vera Buck

Ist das Essen fertig?

[Unbezahlte Werbung | Rezensionsexemplar]

Schwestern.
Social Media.
Verschwinden.

Eines kann ich vorab schon mal sagen: Sowohl das Buch als auch das Hörbuch haben mir sehr gut gefallen.

Mit „Keine Angst, Darling“ hat Vera Buck wieder einen spannenden und thematisch sehr interessanten Thriller geschrieben.

Ich habe das Buch gelesen, streckenweise aber auch gehört.

Die hochaktuelle Thematik rund um Tradwives als Thriller umzusetzen, finde ich eine fantastische Idee. Dabei spielen auch Social Media, Öffentlichkeit und unterschiedliche Rollenbilder eine große Rolle.

Die Charaktere haben mir sehr gut gefallen. Lea und Paula, die beiden Schwestern, fand ich sehr interessant, da sie doch sehr unterschiedlich sind. Im Laufe der Geschichte haben beide eine Entwicklung hingelegt, die mir sehr gut gefallen hat.

Ein ganz großes Kompliment möchte ich den Sprecher:innen machen, die dem Hörbuch ganz viel Leben und Emotionen eingehaucht haben.

„Keine Angst, Darling“ war für mich ein interessanter und spannender Thriller. Die Geschichte, die Charaktere und vor allem die Themen fand ich sehr gelungen. Für mich war die Umsetzung toll, sowohl als Buch als auch als Hörbuch. Es hat mir richtig gut gefallen und ich kann es wärmstens empfehlen.


Vielen Dank an Lübbe, Lübbe Audio und NetGalley für das Rezensionsexemplar. Meine Meinung bleibt davon selbstverständlich unbeeinflusst.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von askyfullofpages
Keine Angst, Darling

Rezensionen von annamichalea:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern mit grünen Rahmen

Immerland - Der Ozean der Ewigkeit von Flix

Alle Bände würde ich sofort nehmen

Auf den ersten Blick erinnert das Cover an eine alte Ausgabe von Jules Vernes Büchern. Schaut man genauer hin, entdeckt man die modernen Details und was zum Schmunzeln.
Auch der Klappentext macht Laune. Wer gibt schon sein Alter mit 13 1/6 an und wer heisst Stressica?
Sehr schön fand ich die Zusammenfassung zu Beginn des Buches.

Und was bisher geschah wird wie bei Filmserien ein kurzer Abriss der Vorgeschichte geteilt. Hier das Buch „Immerland – Die Stadt der Ewigkeit“.
Aber schon nach dem ersten Kapitel war mir klar, sehr viel besser ist es den ersten Band gelesen zu haben, gerade für die Leser der Zielgruppe.
Das Buch behält durchgehend seine humoristische Seite bei, Gleichzeitig verlangt es nach aufmerksamem Lesen. Die Evolution hat sich in Immerland nicht nur vom Wasser aufs Land sondern ins Land entwickelt und daher können Felsenaale durch Stein gleiten. Auch Kausalität und Korrelation darf man nicht verwechseln.
In dem Buch, beziehungsweise in Immerland, wird dem Leser nie langweilig. Im Gegenteil! Es ist herausfordernd mit der aussgerwöhnlichen Fantasy mithalten zu können.
Aber: Jetzt kommt der Wermutstropfen. Ich will nicht sehr spoilern, aber für unsere ehrenamtlich geführte Schulbibliothek werden wir Immerland erst dann unseren Schülern präsentieren wenn der für Herbst 2027 angekündigte Band „Immerland – Das Ende der Ewigkeit“ erschienen ist. ( hoffentlich als letzter Band einer Trilogie?) Aber das unter Garantie.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von annamichalea
Immerland - Der Ozean der Ewigkeit

Rezensionen von annamichalea:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün voll

Sonnenberg von Brigitte Glaser

Roman und doch mehr

Schon Cover- und Klappentext wecken bei mir Erinnerungen. Die Chance als Winzerkind zu studieren. Das Gefühl, was alles möglich sein könnte, eine Aufbruchsstimmung. Ebenso klischeehaft und dabei wahr auch die Winzer, die wie die Bauern an ihrem Land festhalten und die Gier der Großen nach immer mehr Land.

Irgendwie fühle ich mich im Thema schon heimisch.
Johanna musste ihr Studium nach dem Tod des Vaters abbrechen und das elterliche Weingut übernehmen. Ihre Freundin Luzie dagegen unterbricht ihr Studium für Reisen und ce la vie Leben in Marokko.
Mir gefällt sehr gut an dem Schreibstil von Brigitte Glaser, dass sich die Geschichte langsam mit einer Selbstverständlichkeit entwickelt. Im Lesefluß quasi nebenbei und doch folgerichtig erfährt der Leser von Luzies Streit mit Johanna und das letztere alleinerziehende Mutter von Betty ist. Ebenso wird klar, das Johanna gute Erinnerungen an ihren Vater hat, wogegen Luzie noch immer an ihrem leidet.
Spätestens als es um einen Kredit für Johanna geht um ein Stück der Toplage Sonnenberg zu kaufen, ist der Höhenflug des Lesers mit Johanna vorbei. Frauen zählen nur als halbe Arbeitskraft, sie hätte ja eine gute Mitgift und sollte heiraten etc...
Da gibt es aber auch Hoffnungsträger, wie der Winzer der speziell Johanna ein Stück Sonnenberg anbietet und Arno, der Weinbau Studienkollege, der immer ein zuverlässiger Freund ist.
Das Buch Sonnenberg bietet auch einen Einblick in die Zeit der 70er Jahre, speziell der Gegend um Wyhl am Kaiserstuhl, wo das erste Atomkraftwerk durch Widerstand gestoppt wurde. Die Autorin schreibt eindringlich,.... in Zeiten des Hasses und der Hysterie brauchen wir Geschichten, die Mut machen, einen anderen Weg zu gehen. Und Wyhl ist dafür eine verdammt gute Geschichte

im Shop ansehen weitere Rezensionen von annamichalea
Sonnenberg

Rezensionen von Anilam:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern mit grünen Rahmen

Das Knistern im All von Stephan Lohse

Eine richtig schöne Geschichte übers Erwachsenwerden

In Das Knistern im All geht es ums Erwachsenwerden, Freundschaften, die ersten Erfahrungen mit Liebe und Sexualität und um eine Diagnose, die plötzlich nochmal einiges komplizierter macht.

Ich mochte das Buch wirklich gerne und vor allem der Schreibstil von Stephan Lohse hat mir richtig gut gefallen.

Er schreibt total locker und teilweise auch echt witzig, obwohl es gleichzeitig um ernstere Themen geht. Diese Mischung hat für mich mega gut funktioniert und ich bin dadurch auch ziemlich schnell in die Geschichte reingekommen.

Besonders die Freundschaften und die verschiedenen Charaktere mochte ich. Niemand wirkt irgendwie perfekt oder künstlich und gerade deshalb fühlt sich vieles so echt an. Manche Gedanken, Gespräche und Situationen sind einfach herrlich trocken geschrieben und haben mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht.
Ein paar Stellen haben sich für mich allerdings etwas gezogen und da hätte ich mir ein bisschen mehr Tempo gewünscht.

Trotzdem habe ich das Buch wirklich gerne gelesen. Für mich eine richtig schöne Coming-of-Age-Geschichte, die auch nach dem Lesen noch ein bisschen im Kopf bleibt. 4 Sterne von mir!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Anilam
Das Knistern im All

Rezensionen von Philiene :

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern mit grünen Rahmen

Die Tote von Lichtenberg von Armin Öhri

Interessante Suche im historischen Berlin

Die Tote von Lichtenberg ist bereits der fünften Fall für dass Ermittllerduo Julius Bentheim und Albrecht Krosick. Allerdings kann man das Buch au h sehr gut lesen, ohne die Vorgänger zu kennen.

Der Fall dreht sich zunächst um gestohlene Exponate die aus einem verschlossenen Raum entwendet worden und gipfelt schließlich in einem Mordfall.

Der Fall führt die beiden Ermittler an die merkwürdigen Orte Berlins, auf Friedhöfe, zu okulten Zirkeln und an andere dunkle Orte.

Zunächst plätschert die Handlung etwas dahin, nimmt dann aber Fahrt auf und wird durchaus spannend. Der Autor versteht es das historische Berlin perfekt in seinen Krimi einzufügen und nimmt uns Leser mit auf eine interessante Reise und Duche nach dem Täter..

Spannend, interessant und sehr gut.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Philiene
Die Tote von Lichtenberg

Rezensionen von nuean:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün voll

Oakfell Autumn Nights von Mimi Heeger

Süße Herbstlovestory

Mich hat das Cover sofort begeistert. Es versprüht richtig Herbstvibes, die perfekte Jahreszeit für gemütliche Lesestunden. Von der Autorin habe ich noch nichts gelesen, aber der Klappentext hat mich neugierig gemacht und ich war sehr gespannt.
Everlee und Copper sind beste Freunde, seit er als Kind ihr Nachbar wurde.

Sie haben viel Zeit miteinander verbracht und ihr Zukunft geplant. Doch dann hat er ihr das Hernz gebrochen. Nach 4 Jahren steht er wieder vor ihrer Tür und die alten Gefühle sind sofort wieder da. Zwischen den Herbstfeierlichkeiten und ihren Familien kommen sich die beiden wieder näher. Aber können Sie die Vergangenheit rückgängig machen?
Schon die ersten Seiten haben mich begeistert. Ich liebe den Schreibstil, den Humor und wie Everlee und Cooper zusammenhalten. Es wird aus beiden Sichten erzählt, so lernt man beide kennen, ihre Gefühle und Gedanken. Auch wird abwechselnd aus der Vergangenheit und der Gegenwart erzählt.
Das ganze Setting ist toll, herbstlich, familiär, voller toller Charaktere und Handlungen. Ich habe auch die ein oder andere Träne verdrückt, mit Everlee gelitten, mit Cooper mitgefühlt. Es ist so schade, dass es so schnell vorbei war, ich wünsche mir noch mehr Geschichten aus Oakfell.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von nuean
Oakfell Autumn Nights

Rezensionen von Rolf Fox:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern mit grünen Rahmen

Der geheime Apfelgarten: Getrennte Welten von Rebekka Eder

Feinde für immer

Es ist der erste Band einer Geschichte um Kea und Kirsten die sich immer in einem geheimen Apfelgarten von Keas Mutter treffen. Der Vater von Kea hat einst nach dem frühen Tod der Mutter den Garten zerstört. Quer über der Insel in der Elbe läuft eine Grenze auch mitten durch den Garten die man nicht übertreten darf ohne gestraft zu werden.

Geographisch ist die eine Hälfte Preußen und die der andere Teil gehört zu Hamburg. Aber da gibt es auch noch eine Grenze zwischen Kea aus reichem Haus und Kirsten der auf der anderen Seite als Knecht arbeite und so eine Verbindung nicht sein darf.
Fazit:
Die Geschichte ist spannend um die beiden Höfe, da die Besitzer seit ewigen Zeiten verfeindet sind und es gibt ein großes Geheimnis durch das sie sich zerstritten haben. Doch Geheimnisse kommen irgendwann immer als Licht. Leider hat der Roman einen Cliffhanger zum Schluss und auf die Fortsetzung muss man jetzt bis nächstes Jahr warten. Nicht so prickelnd daher Punkteabzug.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Rolf Fox
Der geheime Apfelgarten: Getrennte Welten

Rezensionen von Bücherfreundin:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün voll

Weiterleben von Patrick Charnley

Warmherzig und bewegend

Der Debütroman "Weiterleben" des englischen Autors Patrick Charnley basiert auf seinen persönlichen Erfahrungen. Er erlitt im Februar 2021 einen 40-minütigen Herzstillstand. Dank schneller Hilfe wurde sein Leben gerettet, aufgrund eines Sauerstoffmangels kam es zu gravierenden Gehirnschädigungen, die ihn auch heute noch beeinträchtigen.

Der 20-jährige Ich-Erzähler Jago Trevarno war 40 Minuten lang tot, sofortige Reanimation und eine darauffolgende Operation am offenen Herzen haben sein Leben gerettet. Seitdem ist nichts mehr, wie es war. Aufgrund von Gehirnschädigungen muss er mit vielen Einschränkungen leben. Er ist vergesslich, leidet unter dem Fatigue-Syndrom, hat Probleme mit den Augen, mit dem Lesen und Schreiben. Freude, Traurigkeit und Langeweile vermag er nicht mehr zu empfinden. Seine Mutter ist vor kurzem infolge einer Krebserkrankung verstorben, den Vater kennt er nicht. Daher lebt Jago seit 5 Monaten bei seinem Onkel Jacob, dem älteren Bruder seiner Mutter. Jacob ist Selbstversorger in Cornwall, er hat zwei Pferde, betreibt eine kleine Rinderfarm und baut Gemüse an. Er kümmert sich sehr liebevoll und fürsorglich um seinen Neffen. Die beiden führen ein ruhiges Leben auf Jacobs Hof, es gibt bis auf die Steckdose für die Gefriertruhe keinen Strom, Öllampen sorgen für behagliches Licht. Die Ruhe der beiden wird gestört, als Jacobs zwielichtiger Nachbar Bill Sligo ihm ein an der Küste gelegenes Grundstück abkaufen möchte und dabei auch vor kriminellen Aktionen nicht zurückschreckt ...

Die Geschichte ist in schöner Sprache sehr ruhig erzählt. Der Autor beschreibt die malerische Küstenlandschaft und das einfache, dabei aber auch harte Leben auf dem Land. Es ist ein langsames, ein achtsames Leben im Einklang mit der Natur. Wir beobachten Jagos und Jacobs Alltag mit seinen Ritualen, das Zubereiten ihrer Mahlzeiten, das sparsam eingerichtete und ordentliche Haus. Sie kümmern sich in einer friedlichen und für Jago heilsamen Atmosphäre um die Versorgung der Tiere und die Gemüsebeete. Die Erzeugnisse verkaufen sie auf dem Markt in St. Ives.

Die sympathischen Charaktere sind authentisch und bildhaft geschildert, der Autor lässt uns tief in Jagos Gedanken- und Gefühlswelt blicken. Seine gesundheitlichen Einschränkungen und die damit verbundenen Probleme und Herausforderungen beschreibt er mit sehr viel Empathie. Meine Lieblingsfigur war der geduldige und ausgeglichene Jacob, für den es selbstverständlich war, seinen Neffen bei sich aufzunehmen. Er gibt ihm Ruhe und Geborgenheit, und er achtet darauf, dass Jago sich bei der täglichen Arbeit auf dem Hof nicht überanstrengt, lange Pausen einlegt und ausreichend schläft.

Der Roman hat für mich nur eine einzige Schwäche: die Geschichte um Bill Sligo. Obwohl durchaus spannend erzählt, fand ich sie entbehrlich und hätte stattdessen lieber mehr über Sophie gelesen. Trotz dieses Kritikpunkts habe ich das Buch mit sehr viel Freude gelesen, es hat mich begeistert, gefesselt und zutiefst berührt. Es regt zum Nachdenken an über das eigene Leben, unsere Gesundheit und unseren hektischen Lebensstil. 

Absolute Leseempfehlung für diese hoffnungsvolle und warmherzige Geschichte mit Tiefgang, die gänzlich ohne Sentimentalitäten auskommt und für mich bereits jetzt eines meiner diesjährigen Lesehighlights ist!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Bücherfreundin
Weiterleben

Rezensionen von Gavroche:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün voll

Tödliches Verderben von Karin Slaughter

Tod einer Polizistin

Seit dem Ende des ersten Bandes ist noch gar nicht so viel Zeit vergangen, nur wenige Wochen, doch es beginnt mit der Beerdigung von Emmys Mutter, die schon länger demenzkrank war. Was für ein harter Schicksalsschlag, so kurz nach der Erschießung ihres Vaters, der Sheriff in North Falls war. Nun ja, obwohl es da ja bezüglich der Elternschaft so einige Unklarheiten gibt, die eigentlich im ersten Band schon aufgedeckt wurden, hier aber wieder lange Zeit verschwiegen werden, weshalb ich auch nicht deutlicher werden möchte.

Emmy wird sich auf den Posten des Sheriffs bewerben, eigentlich nur, damit Brett es nicht wird, aber dann geschieht ein Mord. Emmy ist mit Jude und Cole auf dem Weg zu Taybee, wo sich nach der Beerdigung alle treffen, aber dann hören sie Schüsse...
Allison, eine Polizistin, mit der Emmy schon zusammen gearbeitet hat, wurde erschossen. Wer war es und welches Motiv steckt dahinter? Anfangs gibt es sehr viele Verdächtige und mögliche Motive, Karin Slaughter führt uns wie üblich immer wieder in die Irre und über die Hälfte des Buches ist gar nicht so spannend, sondern beschäftigt sich eher mit der Familie Clifton und North Falls, mit familiären Banden und Geheimnissen aus der Vergangenheit, aber dann auf einmal - als würde ein Schalter umgelegt - startet das Buch so richtig durch. Und spätestens zu dem Zeitpunkt konnte ich es nicht mehr aus der Hand legen. Spannend bis zum Schluss und es deutet sich auch eine Fortsetzung an, auf die ich mich jetzt schon freue.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Gavroche
Tödliches Verderben