Icon Kontrast wechseln
Logo Wagnersche Buchhandlung

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Eternal-Hope:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün voll

Sorry, ich hab heute Angst von Hannah Lübbert

Einblick in Sorgen und Ängste der Gen Z

Das Hörbuch "Sorry, ich hab heute Angst", verfasst von der jungen Klimaaktivistin Hannah Lübbert und sehr einfühlsam eingesprochen von Susanna Cuda gibt einen authentischen und berührenden Einblick in die Perspektiven und Ängste, aber auch in die Hoffnungen und Sehnsüchte, die viele junge Menschen aus der Generation Z teilen.

Ausgehend von ihrer eigenen Erfahrung mit einer Angsterkrankung, die insbesondere durch die gefühlte Hilflosigkeit angesichts der Klimakrise, aber auch durch weitere Faktoren wie das exzessive Hören von True Crime Podcasts ausgelöst und aufrechterhalten wurde, hat sich die 2001 geborene Autorin intensiv damit auseinandergesetzt, was Ängste und Angsterkrankungen auslöst, warum diese gerade in ihrer Generation so omnipräsent sind, wie wir sie besser verstehen können, wer davon profitiert, aber auch wie wir sie überwinden oder sogar als Antrieb für positive gesellschaftliche Veränderung nutzen können.

Mir als eineinhalb Jahrzehnte früher geborener Angehöriger der Generation Millenials hat dieses Buch noch einmal ganz anders die Augen geöffnet in Bezug auf das Erleben der nächstjüngeren Generation, das auch schon in früher Kindheit und Jugend von viel mehr Krisen und Unsicherheiten geprägt war als mein eigenes, sowie von dem Gefühl, gegen eine Übermacht, die die Welt unterdrückt und zerstört, kämpfen zu müssen: Generation Katniss, wie es im Hörbuch so treffend heißt, nach der fiktiven Heldin der später verfilmten, enorm erfolgreichen und offenbar stark das Lebensgefühl dieser Jugendlichen spiegelnden Romantrilogie von Suzanne Collins.

Ganz viel Gesellschaftskritik findet sich in dem Buch: gegenüber einer Gesellschaft, die selbst angesichts des sich immer mehr verschärfenden Klimawandels nicht vom Fortschritts- und Wachstumsparadigma ablassen will und gegenüber einem unbarmherzigen Kapitalismus, der das Geld-Verdienen über alles andere stellen will, während Familien, Freundschaften, politisches Engagement, aber auch die eigene psychische und körperliche Gesundheit zu kurz kommen. Am Ende finden sich hoffnungsvolle Ausblicke und Hannah Lübbert zeigt uns eine engagierte junge Generation, der nicht nur das eigene Wohlbefinden, sondern das anderer Lebewesen und des Planeten am Herzen liegt und die bereit ist, entschlossen dafür zu kämpfen. Eine Generation, die nicht mehr alles opfern und dabei die Welt weiter zerstören will.

Ich kann das Hörbuch allen, die sich für das Lebensgefühl und die Perspektiven speziell der in den letzten Jahren erwachsen gewordenen jungen Menschen interessieren, sehr empfehlen: es ist äußerst erhellend, sympathisch und gleichzeitig nachdenklich machend, denn es zeigt auf, was wir dazu beitragen können, gemeinsam mit dieser jungen Generation zu einem langfristig nachhaltigen Leben für alle auf dieser Erde beizutragen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Eternal-Hope
Sorry, ich hab heute Angst

Rezensionen von Nicole Koppandi:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün voll

Punkt Punkt Komma Strich, fertig ist die Kunstgeschicht' von Jakob Schwerdtfeger

Kunstgeschichte - unterhaltsam, klug und ohne "Too Much Information"

Was war das für ein lässiger Ritt durch die Jahrhunderte der Kunstgeschichte.

Kunstgeschichte, die Spaß beim Lesen macht. Das war die Motivation beim Schreiben dieses Buches beim Autor Jakob Schwerdtfeger – und das ist auch absolut gelungen. Aus jeder Epoche der letzten 1000 Jahre Kunstgeschichte werden die prägendsten und/oder bekanntesten Kunstwerke und ihre Schöpfer*innen exemplarisch herausgepickt, anhand derer in ebenso profunder wie unterhaltsamer Weise die Merkmale inkl Kontext erzählt werden.

Das Buch schafft einen guten Überblick, weil es nicht mit Details und zu vielen Informationen überfrachtet ist, sondern sich auf das Wesentliche jeder Epoche beschränkt. So habe ich mir auch viel wirklich gemerkt (not too much information!). Für mich als Nicht-Expertin ist genau dies der wesentliche Aspekt, warum ich das Buch sehr empfehle - mit einer Brise Humor (zB Barock ist Koks). Und für jede Epoche wird auch eine Frau vor den Vorhang geholt, als sehr beeindruckende Persönlichkeit ihrer Zeit.

Das Buch ist brilliant geschrieben, schön bebildert und sehr informativ – man behält Geschichten, die Schwerdtfeger erzählt im Kopf, gerade auch durch die gut gewählten Beispiele.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Nicole Koppandi
Punkt Punkt Komma Strich, fertig ist die Kunstgeschicht'

Rezensionen von Odina:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün voll

Düster von Ivar Leon Menger

Gelungener Inselthriller

In „Düster“ von Ivar Leon Menger verschwindet eine junge Frau aus einem Grandhotel auf einer Nordseeinsel und wird wenig später grausam zugerichtet am Leuchtturm gefunden. Ex-Kommissar Stahl reist unter dem Vorwand eines Luxusurlaubs mit Geli an, doch statt Erholung erwarten ihn ein gefährlicher Auftrag und weitere Morde.

Der Einstieg in die Geschichte fiel mir sehr leicht. Auch ohne den Vorgängerband zu kennen, fand ich problemlos hinein. Die Figuren sind klar gezeichnet, authentisch und lebendig. Besonders Stahl war mir sympathisch und auch Geli brachte mich mit ihrer Art immer wieder zum Schmunzeln. Der Schreibstil ist flüssig und bildhaft, wodurch die düstere Inselatmosphäre sehr gut zur Geltung kommt. Die kurzen Kapitel empfand ich als angenehm, da sie das Lesetempo erhöhen. Die Spannung bleibt durchgehend hoch und unerwartete Wendungen sorgen dafür, dass die Geschichte bis zum Schluss fesselnd bleibt. Insgesamt ist das Buch ein gelungener Thriller, der mich sehr gut unterhalten hat. Ivar Leon Menger werde ich mir auf jeden Fall merken.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Odina
Düster

Rezensionen von yellowdog:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern mit grünen Rahmen

Die Kräfte von Laura Vazquez

In den inneren Gängen graben

Die Kräfte ist ein sehr konzentrierter Text mit einer Erzählerin, die eine gute Beobachterin ist, dies schon als Kind war.
Sie ist ständig in Bewegung und begibt sich an verschiedene Orte, da ist z.B. eine Lesbenbar und ein Haus der Sekten und es kommt zu diversen Begegnungen. Es sind äußerliche wie innere Aspekte, die die Protagonistin reflektiert.

Viele ist nicht sofort eindeutig. Als Leser weiß man schon früh, dass dieser Roman mehr als einen Lesegang fordert.

Laura Vasquez Ausdruckskraft ist außergewöhnlich. Das sie ein gewisses Niveau ansteuert, verraten schon die dem Roman vorgestellten Widmungen (Robert Walser, Simone Weil, Henry Thoreau).
Sie folgt nicht einher konventionellen, linearen Handlung. Dafür erschafft sie starke Bilder und poetische Momente.

So ein ungewöhnliches Buch liest man nicht oft! Kein Wunder, dass der Roman preisgekrönt ist.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von yellowdog
Die Kräfte

Rezensionen von yellowdog:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern mit grünen Rahmen

Das weiße Blatt Papier von Oskar Roehler

Ein radikaler Text

Im ersten Abschnitt seines autobiografischen Romans erzählt Oskar Roehler von seinen Eltern, die beide Schriftsteller waren. Es war nicht einfach in so einem toxischen Elternhaus aufzuwachsen, doch sie trennten sich schon früh.
Roehlers Vortrag hat die Form einer Tirade. Diese bildet der literarisch aus.

Roehler wächst auf in einem linksradikalen Umfeld. Rettung und Trost bieten ihm Filme und Literatur der extremen Natur: Cioran wie Heidegger, von Pasolini zu Faßbinder.
Nur wer sich auf Roehlers assoziatives Spiel einlässt, wird diesen Roman genießen können.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von yellowdog
Das weiße Blatt Papier

Rezensionen von Kwinsu:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün voll

Die Auster von Yael Inokai

Großartiges Gesellschaftsportrait mit Krimielementen

Wie seit über 40 Jahren will Leonora bei ihrem Chef Dr. Bronstett diesen Morgen sein Haus auf Vordermann bringen. Blöderweise liegt dieser aber tot und ohne Hände in seinem Haus. In Schockstarre erledigt sie trotzdem ihre Arbeit als Putzfrau und gerät so vorerst in den näheren Kreis der Verdächtigen der Mordermittlung.

Doch wer nun meint, einen kurzweiligen Krimi in Händen zu halten, muss enttäuscht werden. Die restliche Geschichte ist eine intelligente und schwarzhumorige Milieustudie, die am Ende auch eine Auflösung des Mordes mit sich bringt.

Was für ein geniales Buch ist Autorin Yael Inokai da gelungen! Sie portraitiert die Reinigungsdame und Kaufhausaufhilfe Leonora Bloch in einer derart unsentimentalen und authentischen Art und Weise, dass man sofort glaubt, sie könnte die Nachbarin von nebenan sein. Und das mit Sätzen, die so nachvollziehbar sind, dass man es manchmal schade findet, dass sie einen nicht selbst eingefallen sind. Wenn sie sich einfach nur wegdenken möchte, schreibt sie beispielsweise:

Leonora drehte sich um und sah auf den Wäscheständer. Sie sehnte sich danach, ein Ding zu sein, ein Möbelstück, ein langweiliges Buch, dieser Wäscheständer, behangen mit Unterhosen, Unterhemden und Socken, frei von Mord und Totschlag, Steuererklärungen, verwöhnten Töchtern, die nicht mehr in ihre winzigen Kleider passten. (S. 109)

Leonora ist eine Person, die einfach nur Leben will, ohne Pomp und vor allem - ohne viel Kontakt zu anderen Menschen. Deshalb schätzt sie ihre Arbeit als Reinigungskraft so sehr, weil sie mit den Schmutzverursachern so wenig wie möglich zu tun hat. Trotzdem weiß - oder glaubt zu wissen - erstaunlich viel über ihren getöteten Chef Dr. Bronstett. Deshalb ist sie auch nur mäßig überrascht, als er sie testamentarisch dazu beauftragt, sein Begräbnis zu organisieren. Bedauerlicherweise will da aber auch noch seine Tochter Amande - widerwillig aber doch - ein Wörtchen mitreden.

Es ist einfach so schön zu lesen, wie die Autorin die Protagonistin beschreibt. Leonora ist schrullig, zurückgezogen, menschenabgewandt, zutiefst genügsam, aber auch eine Person, die schwere Schicksalsschläge erlebt hat. So hat sie ihren Sohn früh an eine schwere Krankheit verloren, ein Ereignis, dass sie tief geprägt hat. Trotzdem war und ist sie immer noch äußerst pflichtbewusst und versucht, allen alles recht zu machen. Im Laufe der Geschichte finden wir heraus, dass Leonora viel wusste, aber auch viel intuitiv ahnte. Besonders schön fand ich, ihre Gedanken mitverfolgen zu können - sie sagt Dinge und führt sie im Gedanken weiter, ohne sie auszusprechen - wer kennt es nicht?

Gesamtheitlich betrachtet ist Leonoras Schicksal zutiefst traurig, aber die Autorin schafft es, sie so realistisch darzustellen, dass man erkennt: solch eine Geschichte gibt es Zuhauf, wir mögen nur nicht hinschauen. Hier gibt es das immer-wieder-auf-das-Geld-schauen-müssen, eine Genügsamkeit ohne den geringsten Funken an Neid, die nur Menschen kennen, die weit von Luxus entfernt sind und einen Schicksalsschlag, der durch gesellschaftliche Konventionen zu einer tiefen, unberechtigten Scham führen. Die Charakterzeichnung ist der Autorin einfach nur genial gelungen. Außerdem portraitiert sie die ehemalig wichtige Bedeutung der Lebenswelt eines Großkaufhauses in all seinen hierarchischen Aspekten.

Nebenher läuft die Aufklärung des Mordfalles, die wirklich nur eine Nebenrolle spielt. Der Mord wird geklärt und man mag dem Buch anlasten, dass diese Aufklärung konstruiert ist - dann verkennt man aber, dass es vordergründig nicht um das Tötungsdelikt geht - sondern um eine Alltagsheldin, die trotz Schicksalsschlägen immer an ihrem Verantwortungsbewusstsein festhält. Was "die Auster" damit zu tun hat: außer dass das Tier regelmäßig gegessen wird, gibt es viele Bezüge, die ihm und den handelnden Personen angelastet werden können.

Mein Fazit: "Die Auster" ist für mich zweifelsohne ein Highlight des diesjährigen Lesejahres, dass durch Tiefgründigkeit, hervorragende Menschenbeobachtung und schwarzem Humor besticht. Einen handelsüblichen Krimi darf man sich aber nicht erwarten, sondern ein gelungenes Gesellschaftsportrait, das lange nachhallt!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Kwinsu
Die Auster

Rezensionen von Kwinsu:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern mit grünen RahmenStern mit grünen Rahmen

Abschiedssommer von Jochen Missfeldt

Ein Abschied mit vielen Facetten

Während Gustav Hasse sich vor einer OP langsam in den narkotisierenden Dämmerschlaf begibt, keimen in ihm Erinnerungen an jenen Sommer auf, der für ihn von zentraler Bedeutung zu sein scheint: jener an der Geltinger Bucht im Jahre 1959. Der damals 18-Jährige durchlebte zahlreiche Emotionen, die durch Musik, seiner ersten Liebe und dem Verdrängen der nationalsozialistischen Vergangenheit geprägt sind.

Soweit das Grundgerüst der Story. Die Geschichte adäquat zusammenzufassen, ist schier unmöglich, zu viele Schnipsel, Textformen und Begegnungen werden in dem Buch verarbeitet, um das große Ganze klar herausfiltern zu können. Zentral ist jedenfalls seine Beziehung mit der Jugendliebe Johanna, die jäh endet, nachdem ihr der Protagonist aus Eifersucht eine Ohrfeige verpasst. Dass die Liebesbeziehung damit ins Aus geschossen wurde, sickert aber nur ganz langsam in Gustavs Gehirn, langatmig werden seine Gedanken und Rechtfertigungen dazu ausgebreitet. Dazwischen passiert ganz viel und der Autor entschloss sich dazu, das Geschehene nicht linear und konventionell zu erzählen, sondern in Form von unterschiedlichen Textsorten und -Bausteinen. So können die Lesenden u.a. Theateraufführungen von Fluchttagebüchern oder imaginierte Flüge mit einer reimenden Möwe mitverfolgen. Hier immer den Zusammenhang zu erkennen, fällt wahrlich nicht leicht. Zweifelsohne ist diese Herangehensweise originell, führt aber mitunter zu Verwirrung und folglich auch zur Frustration. Passend dazu ist auch die verwendete Sprache, die zwischen literarischer, alltagstauglicher und ans Ordinäre anmutender Erzählweise schwankt.

Durch die wohl bewusst gewählten Text- und Erinnerungssprünge, weist das Buch auch einige Brüche auf, die durchaus herausfordernd sind. So ist im letzten Viertel des Romans die Geschichte um Gustavs einst hochverehrten Kunstlehrer Hensel - einer real existierenden Person mit nationalsozialistischer Vergangenheit - zentral. Gustav (oder Missfeldt?!) erforscht hier, inwieweit der Maler Gerhard Fritz Hensel im Regime verankert war und muss zu seinem Entsetzen feststellen, wie tief diese reichte. So war Hensel regelmäßiger Gast bei seinem Schwager Rudolf Höß, dem Kommandanten des KZs Ausschwitz und portraitierte Gefangene. Die Frage, ob ein Bild von dem NS-Künstler offen ausgehängt werden soll oder nicht, entwächst sich zu einem verwirrenden Schlussakkord in der Geschichte.

Die Figuren, die in "Abschiedssommer" auftauchen, sind allesamt recht unzugänglich. Besonders blass erscheint die Jugendliebe Johanna, die der Protagonist erzählenderweise nur sehr wenige und recht geistlose Worte in den Mund legt. Mehr Charakter weist da schon ihre Mutter Claude auf, die immer wieder eine wichtige Rolle spielt. Zurecht nervig sind jene, die von allem nichts gewusst haben wollen und die durch humorige Bemerkungen einen fahlen Beigeschmack hinterlassen. Ansonsten trifft der Autor den Zeitkolorit der endenden 1950er Jahre recht gut, besonders durch die Schilderungen über die Auftritte von Gustavs Band "Die Flamingos", ebenso die stets schwelenden Nachwirkungen des Dritten Reichs auf jene, die es miterlebt haben. Und dann ist da noch das Miederbusiness, das immer wieder Erwähnung findet - aus welchen Gründen auch immer - informativ ist es jedenfalls.

Abschiede spielen, wie der Titel vermuten lässt, eine Rolle, in unterschiedlicher Weise: seien es Abschiede von Personen, von verdrängten Erinnerungen, von Verehrungen, von lebenslangen Beziehungen, von kurzen Begegnungen, von konventionellen Erzählsträngen, von Ignoranz und schließlich auch von einem Sommer, der im Angesicht von narkotisierenden, medizinischen Drogen kurzzeitig das Gedächtnis wiedererreichte. Ein hundertprozentig zufriedenstellendes Leseereignis war das Buch für mich nicht, aber das kann auch daran liegen, dass ich keinen anderen Teil der "Solsbüll"-Reihe von Jochen Missfeldt kenne, dessen Abschluss vorliegendes Buch darstellt. Einige interessante und originelle Ideen kann es aber durchaus auch ohne Vorkenntnisse vorweisen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Kwinsu
Abschiedssommer

Rezensionen von Meli:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern mit grünen Rahmen

The Sea Spinner von Julie Johnson

Neues Abenteuer, neue Magie - wieder spannend

Ich konnte mich kaum noch an die Ereignisse des ersten Bandes erinnern, daher hat es mir direkt gut gefallen, wie die Handlung fast direkt an den Vorgänger anschließt. Es geht erstmal darum, wie sich Rhyas Beziehungen zu Penn und zu ihren anderen Freunden entwickelt haben, sodass es gleichzeitig auch eine neue Situation ist und man da auch wieder direkt dabei ist.

Bei einer Reise durch ein Portal landet sie dann bald aus Versehen bei König Soren, was auch zu ganz neuen Eindrücken und magischen Lektionen führt. Den Einstieg in die Geschichte fand ich also sehr gut gelungen und ich fand es auch direkt spannend und interessant, weil es auch ein neues Abenteuer für Rhya ist.

Rhya ist ziemlich verunsichert, weil Penn sie auf Abstand hält, und verbringt ihre Tage mit der Behandlung kranker Patienten, um ihrem Dasein einen Sinn zu geben und nicht nur auf Penn zu warten. Als sie bei Soren landet, will sie eigentlich nach Caeldera zurückkehren, doch Sorens magische Fähigkeiten haben Ähnlichkeiten zu ihren und sie kann viel von ihm lernen. Außerdem hat der charmante König auch viel mehr zu bieten, als Rhya zunächst erwartet hätte.

Mir hat gut gefallen, dass man tiefer in die Magie der Welt eintaucht und dass Rhya sich auch weiterentwickelt, sowohl mit ihren magischen Fähigkeiten als auch als Person; sie gewinnt langsam mehr Selbstbewusstsein, obwohl sie am Anfang noch so viel zweifelt und viele Sorgen hat. Ich fand das Abenteuer spannend, es gab auch genug Romance und nach dem Cliffhanger bin ich auch schon sehr gespannt auf die Fortsetzung!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Meli
The Sea Spinner

Rezensionen von Snookie:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern mit grünen RahmenStern mit grünen Rahmen

Theo in Golden von Allen Levi

Eine gute Idee, die mich nicht ganz überzeugen konnte

Theo in Golden handelt von einem älteren Mann, der eines Tages in die Stadt Golden kommt. Er sieht in einem Café Porträts einiger Bewohner hängen und beschließt, diese zu kaufen und an die entsprechenden Personen zu verschenken. Dabei lernt man die Geschichten einzelner Charaktere kennen und erfährt, wie Theo eine Verbindung mit diesen aufbaut.

Ich bin ein wenig zwiegespalten. Ich mag zwar die Botschaft, die die Geschichte vermitteln soll, allerdings finde ich die Handlung stellenweise sehr langgezogen. Ich habe das Buch über mehrere Tage hinweg gelesen, für mich war es kein Buch, das ich am Stück lesen wollte. Es war leider nicht so spannend oder emotional packend, dass ich es nicht mehr aus der Hand legen konnte. Für mich war das Buch teilweise schwer zu lesen, weil es stellenweise unstrukturiert wirkte und es oft viele Sprünge gab. Die Handlung wirkte zudem oft repetitiv. Für mich wäre es daher schöner gewesen, wenn Theo nur wenigen Personen ihre Porträts übergeben hätte und man dafür stärker in deren Geschichten eingetaucht wäre. Teilweise wurden ihre Geschichten nur angerissen, obwohl ich denke, dass man diese durchaus hätte vertiefen können.

Besonders schwer bin ich wegen der vielen Charaktere in die Handlung gekommen. Vor allem am Anfang werden viele Figuren eingeführt. Da ich nicht so gut darin bin, mir Namen zu merken, konnte ich dann manchmal eine Person nicht mehr zuordnen. Erst später im Verlauf des Buches konnte ich die Figuren etwas besser zuordnen. Jedoch sind die Charaktere grundsätzlich sehr gut gestaltet. Sie sind auch alle sehr unterschiedlich und bieten somit ein großes Spektrum, von der obdachlosen Frau über den Künstler bis hin zur erfolgreichen Geschäftsfrau. Und jeder hat natürlich mit seinen eigenen Problemen zu kämpfen. Es wird nur die Hintergrundgeschichte einiger ausgewählter Charaktere erzählt, jedoch nicht von allen im gleichen Maße. Von Theo allerdings erfährt man im Verlauf des Buches sehr wenig. Was ich gerade auch an dem Buch gemerkt habe, ist, dass jeder seine Geschichte erzählen will, aber niemand fragt beim anderen nach. Theo will von allen die Geschichte hören, aber keiner fragt bei Theo nach (auch wenn er sehr geschickt ist und nichts so richtig von sich preisgeben will). Sie erleben Theo nur als gutmütigen und freundlichen Menschen, kennen ihn und seine Hintergrundgeschichte aber nicht. Die Frage, die sich da stellt, ist: Wie gut kennen wir die Menschen eigentlich wirklich?

Die Botschaft, die uns das Buch meiner Meinung nach vermitteln will, ist, dass wir allen Menschen, egal welcher Herkunft, welchen Alters, welchen Geschlechts, welcher finanziellen und sozialen Lage und welchen Hintergrunds mit Respekt, Güte, Freundlichkeit und Gnade begegnen sollten. Es soll aber auch zeigen, dass jeder Mensch eine Chance verdient. Das Leben ist zu kurz, um unfreundlich zu sein. Außerdem will jeder Mensch gesehen und gehört werden. Jeder hat seine Geschichte zu erzählen und hat seine Erfahrungen gemacht, die ihn geprägt haben. Es soll aber auch zeigen, dass in jedem Menschen Potenzial steckt. Und manchmal braucht es nur eine Person, die an dich glaubt, um etwas zu verändern.

Trotz der tollen Botschaft bin ich doch ein wenig enttäuscht. Dafür, dass das Buch so gehyped ist (gerade auch im englischsprachigen Raum), hatte ich mir ein bisschen mehr erwartet. Es hat mich zwar zum Nachdenken angeregt und ich habe mich auch hinterfragt, wie ich täglich den Menschen begegne und ob ich an meinem eigenen Verhalten etwas ändern könnte. Aber es hat mich dennoch nicht komplett in den philosophischen Gedankenstrudel gerissen, wie ich es mir erhofft hätte.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Snookie
Theo in Golden

Rezensionen von CanYouSeeMe:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern mit grünen Rahmen

The Poison Daughter von Sheila Masterson

The Poison Daughter

The Poison Daughter hat mich vor allem deshalb neugierig gemacht, weil es sich um einen Einzelband handelt. Gerade im Fantasy- und Romantasy-Genre sind abgeschlossene Geschichten inzwischen gefühlt eher die Ausnahme – umso schöner, nicht direkt zu wissen, dass noch mehrere Bände auf einen warten.

Die Grundidee und die Geschichte haben mich von Beginn an abgeholt. Ich wollte wissen, wie sich die Handlung entwickelt, und insgesamt hat mir die Story gut gefallen. Allerdings gab es zwischendurch einige Längen, durch die sich das Tempo für mich etwas gezogen hat. Gleichzeitig hatte ich das Gefühl, dass einige für mich interessante Handlungsstränge zugunsten des Spice zu kurz gekommen sind. Hier hätte ich mir teilweise etwas mehr Tiefe und Raum für die eigentliche Geschichte gewünscht.

Besonders gut gefallen haben mir die Hauptcharaktere. Sie waren gut ausgearbeitet und wirkten in ihren Motiven und ihrer Entwicklung nachvollziehbar. Es gab durchaus Charakterentwicklung, allerdings hatte ich auch hier stellenweise das Gefühl, dass sich bestimmte Gedanken, Konflikte oder Verhaltensweisen wiederholten und dadurch etwas redundant wirkten. Die Nebenfiguren konnten mich dagegen weniger überzeugen. Sie blieben im Vergleich zu den Hauptcharakteren eher blass und hätten für meinen Geschmack gerne etwas mehr Tiefe bekommen dürfen.

Der Spice ist sehr explizit und nimmt durchaus einen größeren Raum ein. Dabei steht insbesondere die Unterwerfung der Frau im Mittelpunkt, was sicherlich nicht jedermanns Geschmack sein dürfte. Grundsätzlich fand ich den Spice gut in die Handlung eingebunden, allerdings wirkte er für mich an einigen Stellen nicht ganz passend und hat dadurch teilweise eher von der eigentlichen Geschichte abgelenkt. Gerade weil mich einige der anderen Storylines interessiert hätten, hätte ich mir hier stellenweise eine andere Gewichtung gewünscht.

Unterm Strich konnte mich The Poison Daughter mit seiner Grundidee, den gut ausgearbeiteten Hauptcharakteren und der Handlung gut unterhalten. Trotz einiger Längen, blasser Nebenfiguren und gewisser Redundanzen bei der Charakterentwicklung hatte das Buch für mich genug spannende Elemente, um dranzubleiben. Besonders positiv bleibt für mich dabei der Einzelband – eine abgeschlossene Geschichte, die nicht direkt in einer weiteren Reihe endet. Für Leser, die expliziten Spice und eine deutliche Dominanz-/Unterwerfungsdynamik mögen, könnte das Buch durchaus interessant sein.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von CanYouSeeMe
The Poison Daughter