Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Krani:
Das Jahr der Wale von Kelly Anderson
Magisch
Annie hat ihre Kindheit auf dem Meer verbracht. Nun sind ihre Eltern mit dem Boot verunglückt, und sie zieht zu ihrer Großmutter.
Dieses Buch ist ungewöhnlich geschrieben und auch die Geschichte ist außergewöhnlich. Auf die fast magische Erzählweise muss man sich schon einlassen, aber dann lässt es sich gut lesen.
Die Atmosphäre des kleinen Küstenortes, nah am Meer gelegen und vom Meer lebend, steht im Mittelpunkt.
Annie ist auf der Suche. Sie hat ungewöhnliche Wahrnehmungen. Als sie erwachsen wird, steht sie zwischen zwei Männern: Evan kennt sie schon lange, Walker kommt aus dem Meer. Auch Annies Mutter sagt man nach, dass sie aus dem Meer kommt.
Nicht immer ist das alles logisch und verständlich. Menschen sind keine Fische oder Wale, die im Wasser leben oder dort entstehen könnten. Es wird auch kein Bezug auf Fabelwesen genommen, nur auf die Sage im Ort „wir bestehen aus Meerwasser und können uns zurückverwandeln“. Was nicht so weit hergeholt scheint, denn der menschliche Körper besteht zu 60 Prozent aus Wasser. Wo also gehört Annie hin, wenn schon ihre Mutter aus dem Meer kam?
Wir erleben es mit. Das ist magisch, spannend und sehr emotional dargestellt. Eigenwillig, aber mir hat es gefallen.
Rezensionen von Norbi_liest:
Koch! Mich! Jetzt! von Leon Schreiber
Praktische Ideen für die schnelle Küche
Nach einem langen Tag möchte ich nicht erst eine Stunde in der Küche stehen, deshalb hat mich das Konzept dieses Kochbuchs direkt angesprochen. Die rund 80 Rezepte sind auf verschiedene Bereiche verteilt und reichen von schnellen 15 Minuten Gerichten über Ofenrezepte und One Pot Gerichte bis zu Bowls, Meal Prep und Süßem.
Schon zu Beginn gibt es einige nützliche Hinweise zum Vorratsschrank, zur Küchenausstattung und zu Gewürzmischungen. Das ist vor allem für Kochanfänger praktisch, kann aber auch erfahrenen Hobbyköchen die eine oder andere Anregung geben.
Die Rezepte selbst sind übersichtlich aufgebaut und die einzelnen Schritte verständlich erklärt. Besonders gefällt mir, dass viele Zutaten ohne lange Suche zu bekommen sind und man für die meisten Gerichte keinen großen Aufwand betreiben muss. Die Fotos sind ansprechend und geben einen guten Eindruck davon, wie die Gerichte aussehen. Auch die Auswahl finde ich abwechslungsreich genug, um immer wieder etwas Neues auszuprobieren. Wer allerdings schon sehr viel und gerne aufwendig kocht, wird hier vermutlich nicht vor große Herausforderungen gestellt. Genau das ist aber auch nicht der Anspruch des Buches.
Mit der sehr modernen Gestaltung und den vielen Emojis kann ich persönlich etwas weniger anfangen. Außerdem hätte ich Nährwertangaben bei den Rezepten durchaus hilfreich gefunden. Beides schmälert für mich aber nicht den praktischen Nutzen des Buches. Ich habe einige Gerichte entdeckt, die ich gern ausprobieren möchte, und kann mir gut vorstellen, gerade unter der Woche öfter darin nach einer schnellen Idee zu suchen. Für mich ist es ein unkompliziertes und alltagstaugliches Kochbuch, das hält, was es grundsätzlich verspricht.
Rezensionen von Manfred Fischer, Journalist u. Historiker:
Hexen vor Gericht! von Kai Lehmann
Hexenverfolgung – Lesenswerte Analyse
Der Historiker und Museumsdirektor Kai Lehmann ist auf Alltagsgeschichte sowie auf Zeugnisse und Kirchenbücher der einfachen Bevölkerung spezialisiert. In diesem Buch untersucht er die Ursachen der Hexenverfolgung im christlichen Europa vom 16. bis zum 18. Jahrhundert. Schätzungsweise 40.000 bis 60.
000 Menschen fielen ihr zum Opfer; rund 80 Prozent davon waren Frauen.
Anhand zahlreicher Einzelfälle, unter anderem aus Gerichtsakten, zeigt Lehmann, wie zunächst unerklärliche Krankheiten und Viehseuchen, aber auch Neid, Habgier, Hass, Missgunst und Rache zu Anschuldigungen wegen Hexerei führten.
Rückenschmerzen und Lähmungserscheinungen, die nach heutigem Wissen durch Bandscheibenvorfälle verursacht werden können, galten damals als unerklärlich und wurden Hexen zugeschrieben. Noch heute bezeichnet der Begriff „Hexenschuss“ solche plötzlich auftretenden Rückenschmerzen.
Die großen Wellen der Hexenverfolgung um 1570/80 wurden durch eine Klimaverschlechterung begünstigt. Die sogenannte „Kleine Eiszeit“ brachte niedrigere Temperaturen und schlechte Ernten mit sich, die wiederum Hungerkrisen auslösten. Auch dafür machte man Hexen und Zauberer verantwortlich.
Hinzu kam im 16. Jahrhundert die Erfindung der Druckerpresse: Flugschriften mit häufig zweifelhaften Informationen konnten nun massenhaft verbreitet werden. In diesem Zusammenhang lässt sich von medial inszenierten Massenhysterien sprechen.
Es ist faszinierend, der Argumentation des Autors durch die Jahrhunderte zu folgen. Ein lesenswertes Buch.
Rezensionen von Daggy:
Wölkchen ist weg! von Daniela Kulot
Wundervolle Bilder und eine Geschichte über Freundschaft und Annäherung
Als ich das Cover sah, bekam ich Sternchen in meinen Augen und wollte sofort ans Meer fahren. Leuchtturm, Segelboot, ein reetgedecktes Haus und eine Herde Schafe, am Himmel eine Schar Möwen, genau so muss es aussehen.
Wir hören von den Schafen, wie sie über die Möwen denken und auf der nächsten Seite erfahren wir die Gedanken, die sich Möwen über Schafe machen.
Leider sprechen beide nicht gut übereinander. Nur das kleine Schaf Wölkchen und die jungen Möwe Mio interessieren diese Gespräche nicht. Doch dann taucht Björn Schaf auf und er fragt nach Wölkchen und so macht sich die ganze Herde auf um wohl organisiert nach dem Schäfchen zu suchen. Doch Wölkchen hat es sich in einem Strandkorb gemütlich gemacht und es freut sich, dass Mio sich dazusetzt. Die beiden sind nicht der Meinung der alten Tieren, sie sind neugierig auf die anderen und bewundern sie sogar. Zusammen machen sich die beiden auf den Heimweg, immer den kleinen Schafskötteln nach.
Vorurteile überwinden und Freundschaft zu schließen ist ein wichtiges Thema in diesem wundervollen Bilderbuch. Am Ende, wenn die Sonne ins glitzernde Meer taucht, sind alle Tiere näher zusammengerückt. Die Illustrationen zeigen genau die Küstenlandschaft, die gerade wir Ruhries lieben.
Rezensionen von Daggy:
Ich mag nur Nudeln ohne Soße! von Alicia Metz-Kleine
Essen sollte Spaß machen und hier gibt es hervorragende Tipps
Das kennen wir doch alle, dass die Kinder sich scheuen Neues zu probieren und alles ablehnen, außer die trockenen Nudeln, Pommes oder Reis. Bloß kein Gemüse und schon kein grünes.
Hier lernen wir zunächst Wanda kennen, die schon etwas aufgeschlossener in Sachen Essen ist. Während ihr kleiner Bruder Luis trotz Superheldenumhang da eher nicht so mutig ist.
Wir starten gleich beim Frühstück in der Küche von Wandas Familie. Auf Wandas Frage, warum es bei ihnen nur im Sommer Erdbeeren gibt, erklärt Papa welches Obst und Gemüse bei uns Saison hat und das die anderen Sachen oft von weit herkommen. An das Kind geht die Frage, welches Obst wohl jetzt Saison hat. Bei der Beantwortung hilft eine entsprechende Abbildung. Dazu gibt es eine Erklärung für die Eltern und einen Tipp, wie man Kresse sät. Dann geht’s in den Supermarkt zum Einkaufen. Zu Hause werden zwei Obstsorten probiert, die die Familie noch nicht kennt und danach geht’s ans Kochen.
Im Verlauf des Buches geht es dann auch um Zucker und darum welche Lebensmittel gesund sind. Es gibt ein „Selbstmach-Essen“ wo jeder sich das auf den Teller legen kann, was er möchte und mag. Am Ende gibt es ein großes Familienfest und in dem Zusammenhang geht es um Regeln bei Tisch. Auf der letzten Seite isst die Familie von Wanda dann gemeinsam Pfannekuchen, die gehen eigentlich auch immer.
Die allerletzte Doppelseite wendet sich dann direkt an die Eltern. Ich glaube nicht nur die Kinder können viel lernen beim Lesen dieses Buches, auch die Eltern werden noch das eine oder andere Ausprobieren oder in den Alltag integrieren können. Aber was das Wichtigstes ist, es macht Spaß das Buch zu lesen und die comicartigen Bilder anzuschauen.
Rezensionen von yellowdog:
Die dunkelste Nacht eines langen Winters von Barbaros Altug
Stadt der Erinnerungen
Barbaros Altuğ schreibt einem Ton, der leichte Melancholie besitzt, und auch sofort ansprechend wirkt.
Der Erzähler ist ein türkischer Schriftsteller, der Istanbul verlassen hatte und jetzt in Berlin lebt. Das Verschwinden eines Mannes lassen ihn zurückkehren in die Stadt der Erinnerungen.
Als Exilant ist er bei den Nationalisten in Istanbul nicht mehr willkommen.
Doch für den verschwundenen Güneş und für alle, die wie er zum Schweigen gebracht und vergessen wurden, muss er weiter nach der Wahrheit suchen.
Schließlich findet man Güneş tot auf.
Barbaros Altuğ gibt einen Einblick in ein Land, in dem es eine Stimmung gegen Menschen anderer Orientierung gibt und zeigt die Gefühlslage der Betroffenen.
Rezensionen von begine:
Inter alia von Suzie Miller
Hin und Her
Von dem Roman Inter alia“ von Suzie Miller war ich hin und her gerissen.
Bis zur Mitte plätscherte er so vor sich hin.
Die Richterin Jessica Parks ist vielleicht gut in ihrem Beruf. Aber als Mutter nervt sie mich, wenn sie den achtzehnjährigen Sohn Harry noch Schätzchen und Liebling nennt.
Wenn ich das bei meinen Söhnen gemacht hätte, wären sie sauer geworden.
Dann wird Harry von einer Mitschülerin beschuldigt, er hätte sie vergewaltigt. Er sagt, er wäre unschuldig.
Was Jessica dann noch im Computer findet ist ja erschreckend . Jessica dreht fast durch, sie die Sexualtäter verurteilt, muss sich damit abfinden, das Harry auch einer ist.
Jessicas und die Karriere ihres Mannes sind in Gefahr..
Die zweite Hälfte des Romans war dann ziemlich spannend.
Die Autorin hat einen flüssigen Schreibstil.
So ist es doch ein lesenswertes Buch.
Rezensionen von shrimpdumpling:
To Die For von Jedrzej Golecki
Noch nie waren Pilze so spannend!
Dass ein Buch über Pilze so fesseln kann, hätte ich nicht gedacht. "To Die For" von Jedrzej Golecki verbindet Fachwissen auf geniale Weise mit Storytelling.
Das Grundprinzip ist super durchdacht: Zu jedem Pilz gibt es erst eine wunderschöne Abbildung, dann einen kompakten Steckbrief und anschließend eine passende Backstory.
Der Schreibstil ist absolut toll und reißt einen richtig mit. Das hier ist kein trockenes Nachschlagewerk, bei dem man nur schnell die Infos zu einem einzelnen Pilz sucht, sondern ein Buch, das man wirklich von Anfang bis Ende in einem Rutsch durchliest.
Die Illustrationen sind wunderschön und fügen sich perfekt in die Ästhetik des Buches ein. Nur mit der Gothic-Schrift hatte ich manchmal kleine Schwierigkeiten beim Lesen, das tut dem gelungenen Gesamteindruck aber kaum einen Abbruch. Man merkt einfach in jedem Detail, wie unglaublich viel Arbeit und Liebe im gesamten Buch stecken.
Die Steckbriefe sind extrem hilfreich und ansprechend gestaltet. Besonders spannend finde ich hier auch die Angabe der Trivialnamen in verschiedenen Sprachen. Es ist super faszinierend zu sehen, welche sprachlichen Ähnlichkeiten es gibt oder wie verschieden einzelne Kulturen denselben Pilz sprachlich charakterisieren.
Besonders begeistert bin ich aber von den Geschichten: Sie machen das Lesen nicht nur unterhaltsam, sondern sorgen auch dafür, dass man sich die einzelnen Pilze viel besser einprägt als durch reine Fakten. Schön finde ich auch die "Horrible Mentions" am Ende.
Ein weiteres Highlight ist der Farbschnitt. Damit hatte ich gar nicht gerechnet, weshalb er mich total positiv überrascht hat. Der Spruch "Was dem einen Gift ist, ist dem anderen Heilung" gefällt mir sehr und passt perfekt zum Buch.
Ich habe das Buch inzwischen meinem Vater weitergegeben. Er geht selbst super gerne Pilze sammeln, interessiert sich sehr für das Thema und hat sich riesig darüber gefreut.
Mein Fazit: Es ist ein rundum gelungenes Gesamtwerk, das Fakten, Kunst und Geschichte auf wunderschöne Weise verbindet. Es ist das perfekte Geschenk für alle Pilz-Fans, und für alle, die es durch dieses Buch garantiert noch werden!
Rezensionen von nil_liest:
Nur wer's richtig sagt, kommt ans Ziel von Tijen Onaran
Kommunikation is key!
Manche Gespräche gewinnt man nicht, weil man lauter ist. Sondern weil man weiß, was man sagen will. Genau da setzt Tijen Onarans neues Buch an: bei den Situationen, in denen einem die perfekte Antwort natürlich erst drei Stunden später einfällt – wenn das Gespräch längst vorbei ist.
„Nur wer’s richtig sagt, kommt ans Ziel“ ist ein ausgesprochen alltagstauglicher Ratgeber rund um Schlagfertigkeit, Argumentation und selbstbewusstes Auftreten.
Dabei geht es keineswegs nur um die große Bühne oder den souveränen Auftritt vor hundert Menschen. Onaran nimmt ebenso die kleinen, vertrauten Gesprächssituationen unter die Lupe: die kritische Nachfrage im Job, die Gehaltsverhandlung, eine Diskussion, in der man plötzlich ins Rechtfertigen gerät, oder der Moment, in dem jemand einen Satz fallen lässt und man erst später denkt: Das hätte ich anders beantworten können.
Was mir gut gefällt: Tijen Onaran verkauft Kommunikation nicht als Zaubertrick. Sie zeigt vielmehr, dass souveränes Auftreten ziemlich viel mit Vorbereitung, innerer Haltung und Selbstkenntnis zu tun hat. Dazu kommen persönliche Geschichten aus ihrem eigenen Berufsleben, die den theoretischen Teil angenehm erden. Manche sind überraschend, manche amüsant – vor allem aber zeigen sie, dass auch Menschen, die heute sehr souverän auftreten, nicht automatisch mit dieser Fähigkeit geboren wurden.
Spannend fand ich besonders den Gedanken, dass Kommunikation eine Art Trainingssache ist. Man kann lernen, die eigene Stimme ernst zu nehmen, Grenzen klarer zu formulieren, auf Gegenwind nicht reflexartig mit Rechtfertigung zu reagieren und auch unter Druck bei sich zu bleiben. Die Autorin erklärt dafür unterschiedliche Kommunikationsmuster und Strategien und übersetzt sie anschließend direkt in Situationen, die man aus dem eigenen Alltag kennt. Das macht das Buch angenehm praktisch.
Auch formal funktioniert der Ratgeber für mich sehr gut. Wichtige Punkte werden hervorgehoben, die Kapitel sind übersichtlich aufgebaut und die Zusammenfassungen sowie Übungen am Ende laden tatsächlich dazu ein, das Gelesene nicht einfach abzuhaken. Besonders hilfreich ist die Toolbox: Hier wird aus der Lektüre etwas, auf das man später noch einmal zurückgreifen kann. Einige der Methoden waren mir bereits bekannt, aber gut sortiert, neu eingeordnet und mit konkreten Beispielen versehen, bekommen selbst bekannte Gedanken noch einmal einen anderen Stellenwert.
Und Onaran bleibt nicht ausschließlich bei der klassischen Gesprächssituation. Interessant fand ich auch ihre Überlegungen dazu, welchen persönlichen Wert wir in einer Welt behalten, in der KI immer mehr Inhalte produzieren und Kommunikation automatisieren kann – gerade auch in sozialen Netzwerken. Denn am Ende geht es eben nicht nur darum, was wir sagen, sondern darum, wofür unsere eigene Stimme steht.
Für mich ist dieses Buch deshalb weniger ein „So wirst du in fünf Schritten schlagfertig“-Versprechen als eine ziemlich gute Erinnerung daran, die eigene Kommunikation bewusster zu gestalten. Man muss nicht jeden Raum dominieren und auch nicht auf jede Provokation die perfekte Antwort parat haben. Aber man darf lernen, klarer zu sagen, was man denkt, will und braucht.
Ein sympathischer, persönlicher und sehr gut nutzbarer Ratgeber – gerade für alle, die sich nach einem Gespräch nicht mehr so häufig denken möchten: „Hätte ich doch nur …“
Rezensionen von begine:
Ein Ort für Geschichten von Monica Wood
Fesselnd
Monica Wood hat ihrem Roman „Ein Ort für Geschichten“ einen besonderen Flair angedeihen lassen.
Die Geschichte spielt in eine Kleinstadt in Maine.
Die pensionierte Lehrerin leitet im Frauengefängnis einen Buchclub.
Sie arbeitet ehrenamtlich und ist bei ihrer Gruppe ein Lichtblick für die Häftlinge.
Als Violet entlassen wird erleben wir ihre Eingliederung mit. Interessant ist ihre Arbeit mit Papageien.
Die Autorin zeichnet diese Personen mit Gefühl.
Es ist ein ungemein fesselnder Roman.











