Kunden em pfehlungen
Rezensionen von marli_04:
Und mittendrin der Birnbaum von Ute Mank
Wenn die Vergangenheit nicht schweigt
Schon das Cover hat mich neugierig gemacht. Die Birne mit den beiden Mädchen darin wirkt auf den ersten Blick eher schlicht, bekommt aber im Laufe der Geschichte immer mehr Bedeutung und passt für mich sehr schön zu Dora und Fanny.
Dora kehrt im hohen Alter in ihr Heimatdorf Hausen zurück. Dort holen sie Erinnerungen ein, die sie über viele Jahrzehnte verdrängt hat.
Besonders die an ihre frühere beste Freundin Fanny, die aus einer jüdischen Familie stammte. Als Dora vor deren ehemaligem Zuhause vier Stolpersteine entdeckt und ausgerechnet Fannys Name fehlt, beginnt sie sich zu fragen, was damals mit ihr geschehen ist. Gemeinsam mit der jungen Pina nähert sie sich nach und nach einer Vergangenheit, der sie lange ausgewichen ist.
Besonders berührt hat mich, dass der Roman nicht nur von der Verfolgung jüdischer Menschen erzählt, sondern auch vom Wegsehen und Schweigen derjenigen, die mitten im Geschehen lebten. Dora muss sich dabei mit ihrem eigenen Verhalten auseinandersetzen. Während Fanny und ihre Familie immer stärker ausgegrenzt wurden, zog sich Dora zunehmend von ihrer Freundin zurück und verfolgte ihre eigenen Zukunftspläne. Gerade diese Zwiespältigkeit fand ich eindringlich, weil die Geschichte damit Fragen aufwirft, auf die man sich aus heutiger Sicht nur schwer eine ehrliche Antwort geben kann.
Ute Mank erzählt ruhig und einfühlsam und braucht keine großen dramatischen Szenen, damit die Geschichte wirkt. Mir hat auch die Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart sehr gefallen. Durch Pina trifft eine junge Frau auf Dora, die so lange über das Erlebte geschwiegen hat, und gemeinsam kommen Dinge ans Licht, an die sich manche im Dorf erinnern und die andere lieber ruhen lassen würden.
Für mich ist das ein bewegender Roman über Freundschaft, Schuld, Verdrängung und die Frage, welche Verantwortung Menschen auch dann tragen, wenn sie nicht selbst zu den unmittelbar Handelnden gehören. Die Geschichte ist leise erzählt, hat mich aber gerade deshalb sehr beschäftigt. Vor allem die Frage, wie man selbst in Doras Situation gehandelt hätte, lässt sich nach dem Zuschlagen des Buches nicht einfach beiseiteschieben.
Rezensionen von brauneye29:
Der Christmas Killer von Alexandra Benedict
Hat mir gefallen
Zum Inhalt:
Edie checkt für ein ruhiges Wochenende zu Weihnachten in ein Hotel auf einer verschneiten Insel vor der schottischen Küste ein. Doch kaum mit ihrem Sohn und Freundin angekommen, kommt ein Gast auf ungeklärte Weise ums Leben und es wird nicht der Letzte sein. In den Christmas Crackern der Opfer finden sich rätselhafte Botschaften.
Edie ist zwar nicht mehr die Jüngste, erkennt schnell, dass da jemand ein perfides Spiel spielt.
Meine Meinung:
Das Setting des Buches auf der einsamen, verschneiten Insel ist schon perfekt gewählt. Durch die rätselhaften Botschaften ist das Buch schon etwas besonderes, denn meist sind Weihnachtskrimi doch etwas anders. Von der gesamten Schreibart, dem Setting, der Stimmung, fühlte ich mich an Agatha Christie Romane erinnert. Die Protagonistin Edie hat mir sehr gut gefallen. Auch durch Edie fühlte ich mich teilweise an miss Marple erinnert. Der Schreibstil ist angenehm und gut lesbar.
Fazit:
Hat mir gefallen
Rezensionen von Pusteblümchen:
Niemals geht man so ganz von Andreas Izquierdo
Norddeutscher Krimi mit Witz und Charme
Mads Madsen ist von Beruf Trauerredner und wird nun schon zum zweiten Mal unfreiwillig in einen Kriminalfall hineingezogen.
Vor seinen Augen begeht Anna Schmidt durch einen Sprung ins Wasser Suizid. Zuvor hinterlässt sie allerdings noch eine kryptische Nachricht, die für ihre 9-jährige Tochter Tilly bestimmt ist.
Die Umstände werfen Fragen auf und trotz der ausdrücklichen Anweisung von Polizeikommissarin Mills sich herauszuhalten, beginnt Mads zu ermitteln.
Neben Mads begegnen wir unter anderem dem Bestatter Fiete, seiner Hundedame Bobby und seinem etwas anstrengendem Vater Fridtjof, der durch seine verrückten Ideen für den amüsanten Part in der Handlung sorgt.
Mich hat es überrascht, wie mühelos der Autor ernste, humorvolle und emotionale Momente miteinander verbunden hat.
Mit Mads hat er einen gelungenen Protagonisten geschaffen, der das beste aus der Situation macht und genau die richtigen Worte findet. Für das Finden der richtigen Worte ist er ohnehin der Beste.
Rezensionen von Pusteblümchen:
Wie ein Fluss in der Nacht von Tana French
Ein Dorf voller Geheimnisse
Für mich ist dies das erste Buch der Autorin. Ich kenne also auch die beiden vorherigen Bücher mit dem Ex-Cop Cal Hooper noch nicht, was aber kein Problem darstellt.
Als Erstes fiel mir der unglaublich atmosphärische Schreibstil von Tana French auf. Schon mit den ersten Seiten bin ich direkt in dem irischen Dorf Ardnakelty angekommen und konnte die Atmosphäre förmlich greifen.
Kurz vor ihrer Hochzeit verschwindet Rachel Holohan, und die Dorfbewohner beginnen zu suchen – unter ihnen ist auch Cal Hooper. Es dauert nicht lange, bis sie tot aufgefunden wird. Zunächst bleibt unklar, was passiert ist, aber dann gerät Cals Verlobte Lena unter Verdacht, und Cal beginnt zu ermitteln.
Die Autorin lässt sich Zeit, und die Spannung baut sich nur langsam auf. Dafür lernt man das Dorf mit seinen Bewohnern, familiären Beziehungen, Geheimnissen und vielen Gerüchten kennen. Es ist also kein Buch für Liebhaber von Action und rasanter Spannung, sondern vielmehr eines, das von seiner Atmosphäre, leisem Brodeln und unterschwelliger Spannung lebt.
Mir gefiel das Buch gut, allerdings hatte ich mehr erwartet, da es von der New York Times, der Financial Times und der Washington Post zu einem der besten Bücher des Jahres gekürt wurde.
Rezensionen von Katja K.:
In Stormy Weather von Chelsea Curto
Stormy weather, random lovestory
Ich muss ehrlich sagen, bei diesem Buch hat für mich eindeutig das Setting die Liebesgeschichte in den Schatten gestellt. Die Meteorologie, die Begeisterung von sowohl Quincy als auch Sebastian für Wetterphänomene und ihre Aktivitäten in diesem Bereich fand ich wirklich spannend und gut gelungen, ebenso die Schilderung der Herausforderungen für Frauen in der Wissenschaft.
Das hat mich so ein bisschen bei Laune gehalten, denn die Liebesgeschichte fand ich nicht besonders spektakulär. Ich konnte die Anziehungskraft erst gegen Ende ein wenig spüren und auch die Charaktere fand ich, obwohl sie durchaus sympathisch dargestellt wurden, doch irgendwie etwas blass und wenig greifbar. Hier hat es mir deutlich an Tiefe gefehlt. Auch die Spice-Szenen fand ich größtenteils langweilig. Es war definitiv kein Buch, bei dem ich durch die Seiten geflogen bin.
Positiv hervorheben möchte ich den flüssigen, humorvollen Schreibstil, der mir gut gefallen hat. Und auch der Freundeskreis der beiden war sehr liebenswert und hat ein bisschen Found Family Vibes verströmt. Man kann auch schon ahnen, um wen es im nächsten Band gehen wird.
Mein Fazit: Wer sich für Wetterphänomene und wissenschaftliche Begeisterung interessiert, wird hier durchaus auf seine Kosten kommen, ansonsten würde ich sagen: Kann man lesen, muss man aber nicht.
Rezensionen von marli_04:
Lotta liebt den Wald von Sandra Grimm
Gemeinsam den Wald entdecken
Das Cover hat mir direkt gut gefallen. Lotta mit ihrem Hund mitten im Wald passt sehr schön zum Thema und die warme, freundliche Gestaltung macht neugierig auf die Geschichten.
Auch im Buch selbst gefällt mir die Gestaltung sehr. Die Waldlandschaften sind detailreich gestaltet und Lotta, ihre Familie und die Tiere liebevoll gezeichnet.
Auf den Seiten kann man deshalb auch neben den Geschichten immer wieder etwas entdecken.
In elf Geschichten begleitet man Lotta durch die verschiedenen Jahreszeiten und erlebt mit ihr kleine Abenteuer im Wald. Dabei trifft sie unter anderem auf ein Rehkitz und kleine Füchse und lernt ganz nebenbei einiges über Tiere, Bäume und Pflanzen. Besonders gut gefallen haben mir die zusätzlichen kleinen Wissenskästen. Sie greifen einzelne Dinge aus den Geschichten auf und erklären sie noch etwas genauer.
Schön finde ich auch, wie selbstverständlich der richtige Umgang mit der Natur vermittelt wird. Als Lotta beispielsweise ein Rehkitz entdeckt und ihm helfen möchte, erfährt sie, warum sie es in Ruhe lassen und auf die Rückkehr seiner Mutter warten sollte.
Lediglich die Altersempfehlung ab zwei Jahren finde ich etwas niedrig angesetzt, da einige der Texte für so kleine Kinder schon recht lang sind. Man kann dann aber zunächst einzelne Geschichten auswählen oder gemeinsam die vielen Details auf den Seiten entdecken. So dürfte das Buch auch über einen längeren Zeitraum interessant bleiben.
Mir hat die Verbindung aus kleinen Geschichten, Naturwissen und liebevoller Gestaltung sehr gut gefallen. Ein schönes Buch, das neugierig auf den Wald macht und Lust darauf weckt, beim nächsten Spaziergang selbst genauer hinzuschauen.
Rezensionen von Katja K.:
Red Star Rebels von Amie Kaufman
Anfangs holprig, dann ging es ab!
Huiii, was für ein Tempo! Nachdem ich anfangs ein bisschen Probleme hatte, in die Story hineinzufinden, habe ich schließlich 80% des Buches an einem Tag verschlungen, an dem ich insgesamt eigentlich gar nicht so viel lesen konnte.
Schwierig war es für mich anfangs, weil ich teilweise die deutsche Übersetzung etwas ungeschickt fand und es mir sprachlich nicht gefallen hat, dass derzeit moderne englische Worte wie "weird" und "rich boy" in diesem Setting der Zukunft verwendet wurden.
Außerdem habe ich ein bisschen Zeit gebraucht, um mit den Charakteren warm zu werden.
Aber dann hat mich wirklich eine fesselnde, fast paced Story voller Spannung in einem tollen Setting erwartet. Die ganze Handlung spielt sich in einem Zeitrahmen von knapp acht Stunden ab. Dass vor diesem Hintergrund die Charaktere und die Liebesgeschichte nicht in vollkommener Tiefe ausgearbeitet werden konnten, ist klar, und ich finde, dass beides trotzdem wirklich gut gelungen ist.
Auch die Haupt-Storyline fand ich packend und originell und es gibt sogar Plottwists. Ich denke, dies wird nicht mein letztes Buch von der Autorin sein!
Mein Fazit: Eine spannende und originelle Story, bei der ich nach ein paar Anlaufschwierigkeiten nur so durch die Seiten geflogen bin.
Rezensionen von Daggy:
Mit Maus in den Bergen von Alice Melvin
Eine herrliche Wanderung durch eine wunderschöne Bergwelt
Nachdem Maus auf dem Fluss und am Strand unterwegs war, führt sie uns diesmal in die Berge. Auf dem Cover sehen wir sie mit Wanderkleidung, Rucksack und einer Wanderkarte. Zuerst muss sie eine Fahrkarte kaufen und mit dem Zug im Schlafabteil Richtung Berge starten. Wir begleiten sie auf der Reise und können im Buch einige Klappen öffnen und so ins Abteil und ins Bahnwärterhäuschen schauen.
Detailliert ist alles genau gezeichnet. Vorbei am kleinen Café geht Maus dann los. Von Weitem sieht sie den Zug fahren und die Berge tauchen hinter dem Nebel auf. Übernachtet wird in einer Berghütte, dann führt der Weg zu einem Wasserfall. Mutig springt Maus in den Bergsee.
Die Wanderung zeigt uns die Flora und Fauna sehr genau und am Ende haben wir einen freien Blick auf die Landschaft und können vorher besuchte Plätze entdecken. Am Ende des Buches gibt es noch einige Sachinformationen.
Der gereimte Text liest sich manchmal etwas holprig, er erzählt aber sehr schön die Geschichte zu den wundervollen Illustrationen. Hier kann man vor und nach dem Urlaub in der herrlichen Natur schwelgen.
Rezensionen von verhei:
Der Clan - Die Straße von Pascal Engman
realistisch, hart und gesellschaftskritisch
In einem Vorort von Stockholm hat der Clan der Familie Mansour das Sagen – man kontrolliert Geschäfte, Straßen und die Einwohner. Polizist Hjalmar sieht welchen Einfluss der Clan in seiner Stadt schon hat. Josef lebt mit seiner alleinerziehenden Mutter Fatima in eher ärmlichen Verhältnissen in einem vom Clan kontrollierten Wohnblock.
Während seine Mutter schon durch die Trennung vom Kindsvater versucht ihn vom kriminellen Leben fernzuhalten, gerät er dennoch ins Netz des Clans. Und dann ist da noch Antonia, am selben Tag geboren wie Josef, aber in reichern Verhältnissen. Doch auf Grund ihrer Mutter, die auf Äußerlichkeiten bedacht ist, hat auch sie es nicht leicht und auch sie möchte dem Ort entkommen. Wie schafft man es gegen den Clan anzukommen?
Eines vorneweg, so schön das Buch auch gestaltet ist, ist es dennoch keine einfache Kost. Das Buch ist umfangreich und versucht viele Themen zu verpacken – neben der Clanthematik, die zeigt, wie rasch so manche staatliche Struktur unterwandert ist und wie schwer es ist gegen solche Strukturen vorzugehen. Es zeigt, wie leicht man in diese Strukturen gezogen wird. Auch der Umgang mit Frauen – der nicht gerade freundlich ist-, Mobbing, Anpassungsdruck und Stalking werden verarbeitet. Also wie ich finde doch sehr viel für ein Buch, und weit mehr als ein Thriller – ja eher ein kritischer Gesellschaftsroman.
Der Schreibstil ist ungeschönt, rasant und klar. Häufig kommt es zu Szenen- und Perspektivenwechseln: man folgt Josef, Antonia und dem Polizisten Hjalmar. All dieses erlaubt einen tiefen Einblick und ein durchwegs hohes Tempo, erfordert aber durch die zusätzlichen Charaktere, die jeweils präsentiert werden, durchwegs Konzentration. So manche Gewaltszene wird sehr ungeschönt präsentiert.
Gelungen und glaubhaft fand ich die gewählten Charaktere, präsentieren sie doch mit ihren unterschiedlichen Positionen auch verschiedene Blickwinkel. Sie agieren für ihren Charakter glaubwürdig und erscheinen nicht platt nichts ist rein schwarz oder weiß. Man spürt den Zwiespalt Loyalität, Herkunft und der Wunsch dazuzugehören im Vergleich zu Angst und dem Wunsch sich aus solchen Strukturen zu lösen.
Ein Buch, das die Bandenproblematik und andere gesellschaftlich relevante Themen gut einfängt. Ich bin gespannt, wie die weiteren Bände der Reihe sein werden.
Rezensionen von Daggy:
Emma glaubt nicht an Feen von Cornelia Funke
Voller Zauber, Fantasie und Abenteuer
Emmas Mama hat ihrer Tochter eine Menge über die Natur beigebracht und sie auch gelehrt achtsam mit allem umzugehen. Sie selbst lässt „Unkraut“ in ihrem Garten wachsen, worüber sich ein Nachbar sehr aufgeregt hat.
Als Emma noch die kurze Zeit bis zum Essen im Garten verbringen wollte, findet sie zwei Schnecken, die sie hinter dem Garten in den verwilderten Park bringen will.
Doch hier taucht vor ihren Augen eine Hummel auf, die ein richtiges Gesicht hat. Verwundert krabbelt Emma durch die Brombeerhecke, um dem Tier zu folgen. Leider wird sie angegriffen und etwas trifft ihre Stirn. Da passiert das Ungewöhnliche, Emme schrumpft auf die Größe einer Maus. Jetzt trauen sich ungewöhnliche Wesen in Emmas Nähe und obwohl sie nicht an Feen glaubt, stellt es sich heraus, dass es hier hinter der Brombeerhecke in einer anderen Welt einige davon gibt.
Für Emma ist es nicht ganz leicht in dieser anderen Welt, denn ihre Größe macht sie zum Fressen für viele Tiere und die Wächterinnen wünschen ihr sogar, dass der Fuchs sie frisst. Zum Glück gibt es auch Feen, die Emma retten wollen, aber das ist nicht so einfach, denn seit einiger Zeit treibt sich der Trampler hier herum und er vernichtet die Pflanzen. Deshalb sind auch die Pflanzen Emma nicht wohlgesonnen.
Eine fantastische Geschichte voller Abenteuer mit vielen großformatigen poetischen Zeichnungen.











