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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von MarcoL:

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Was die Felder hüten von Sara Maurer

Ein Roman mit einem gewaltigen Sog, voll mit starken Bildern.

Irgendwo in einem Nest unweit der Großen Seen in Michigan lebt der siebzehnjährige Everett. Er wächst mit seinen noch jungen Eltern auf einer Schaffarm auf, weiß worauf es ankommt und kann zupacken. Er hegt eine Fürsorge für seine junge Schwester und versucht, seinen Bruder Jay an die oftmals harte Arbeit zu gewöhnen.

Alles unter den Augen seiner Eltern.
Die Zeit scheint stehen geblieben zu sein, nichts von der technisierenden und zunehmend hektisch werdenden Welt hat Einfluss auf die kleine Idylle. Man trifft sich zu Auktionen, oder hängt wie in der klischeehaften amerikanischen Freiheit bei Lagerfeuer und Bier rum, fährt dazu einen PickUp und genießt das Leben. Pläne hat Everett auch schon. Er möchte nicht fort, die Farm ist sein zu Hause, er wird die Schäferei fortsetzen oder gar selbst mit Züchtungen erweitern. Klingt alles nach einem perfekten Plan.
Mary, mit der erst seit kurzem „zusammen“ ist, und seine ersten sexuellen Erfahrungen sammelt, sieht das anders. Sie fühlt sich, seit dem sich ihre Eltern trennten und ihr Vater in jenem Nest sein Zelt aufgeschlagen hat, in die Landschaft geklebt wie eine labbrige Briefmarke. Sie möchte fort, in die Welt, Kunst studieren. Und Everett möchte das nicht …
Er plant, und die Hormone treiben ihr eigenes Spiel. Was letztendlich rauskommt sind Irrungen und Wirrungen auf dem Rücken von Verantwortung.
Der Roman ist ein wunderbarer Reigen – eine Art coming-of-age Geschichte aus der amerikanischen Traum-Idylle, mit lässigen Jungs, die trotz ihrer Zukunftsvisionen (von einem simplen, einfachen Leben) noch nicht reif für das Leben sind … und so manche Fehlentscheidung treffen. Zum Leidwesen anderer …
Wunderbar geschrieben (und übersetzt) fliegt man durch die Seiten, schwebt über das weite Land. Verantwortung, Verluste, Träume – alles aus der noch naiven Sicht eines Teenagers auf dem Weg zum Erwachsenen.
Sehr gerne gelesen und somit eine große Leseempfehlung (Haruf und Steinbeck würde es gefallen).

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Was die Felder hüten

Rezensionen von yellowdog:

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Adriatica von Massimo Gezzi

Die Geschichte einer Begegnung

Schauplatz ist eine fiktive Stadt an der adriatischen Küste.
In wechselnden Kapiteln erzählt Massimo Gezzi aus der Perspektive der 19jährigen Emilie und des 68hährigen Tulio, der nach einem Schlaganfall körperlich und seelisch versehrt ist. Zwei eigenwillige Charaktere, das macht das Buch interessant.

Am Anfang ist Emilie mit einer Freundin zusammen. Sie erzählen sich ihre Geheimnisse.
Als sich Emilie und Tullio begegnen spreche sie lange miteinander, fast wie in einem Fieberwahn. Das Buch ist sehr dialogbetont.

Adriatica ist ein herbes Leseerlebnis.

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Adriatica

Rezensionen von Ameland:

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DUMONT Bildatlas Allgäu von Daniela Schetar

Verschafft einen guten Überblick

Mich zieht es ja eher in die nördlichen Gefilde an Nord- und Ostsee, aber vielleicht sollte ich dem Süden Deutschlands auch mal mehr Aufmerksamkeit schenken. Gedacht, getan und meine erste Wahl fiel auf das Allgäu. Der Bildatlas von Dumont erschien mir für einen ersten Eindruck und Überblick dazu passend.

Mir gefiel die Einteilung in fünf Regionen mit kurzen Informationen und entsprechendem Kartenausschnitt. Für größere Städte in der Region gibt es zusätzliche Tipps zu Unterkünften, Restaurants, Sehenswertes und vielem mehr. Wie von einem Bildatlas zu erwarten, gibt es viele tolle Fotos, die sofort Lust auf einen Urlaub im Allgäu machen.

Das Allgäu hat für jeden etwas zu bieten, egal ob man an Kultur interessiert ist, aktiv sein will oder einfach die herrliche Natur genießen möchte. Die Städte laden zu ausgedehnten Shoppingtouren ein und Entspannung findet man in zahlreichen Wellness-Hotels oder bei einer Kneipp-Woche.

Von deftiger Brotzeit über Teigtaschen zu Fleischküchle bis hin zu den süßen Mehlspeisen, den Käse nicht zu vergessen, kommt auch der Genuss nicht zu kurz. Da ist es gut, dass die Natur zum Abtrainieren der Kalorien direkt vor der Tür liegt.

Am Ende findet man noch eine Übersicht zu Festen und Festivals sowie praktische Informationen für die Reise ins Allgäu.

Ich bin jetzt angefixt und das Allgäu ist auf meine Urlaubsliste gewandert.

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DUMONT Bildatlas Allgäu

Rezensionen von hohleborn8:

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Willow-Falls-Reihe, Band 3 - Wait For Me in Willow Falls von Greta Milán

Alles oder Nichts

Bereits nach dem ersten Teil dieser Buchreihe hatte ich mein Herz an Willow Falls und die Clique um Jared, Owen, Miles und die anderen verloren. Auch Teil 2 hat mir sehr gut gefallen, deshalb habe ich schon sehnsüchtig auf diesen dritten Teil der Buchreihe gewartet.
Obwohl die Story sehr vielversprechend klang, wurde ich diesmal enttäuscht.

Die Story um Reese und Owen, die nachdem Reece von ihrem Bräutigam betrogen, verlassen und zutiefst verletzt wurde, mal einen One-Night-Stand hatten und seitdem sich erfolgreich aus dem Weg gehen, begleitet uns schon seit Teil 1. Beide können das mächtige Knistern zwischen sich nicht verleugnen. Aber Reese möchte nur eine lockere Affäre. Sie möchte nie wieder von einem Mann so enttäuscht werden, wie beim letzten Mal. Aber für Owen gilt nur: alles oder nichts. Also sind sie weiterhin gute Freunde, treffen sich mit ihren Kumpels, gehen sich ansonsten aber aus dem Weg.
Wie immer bei Greta Milan war die Geschichte schön geschrieben und gut zu lesen. Leider hat mir das Ende gar nicht zugesagt. Warum musste nur Reese sich bei Owen entschuldigen? Sie hat doch so viel für ihn getan? Sie hat bei seiner vorgetäuschten Verlobung mitgespielt, hat also für ihn das ganze Städtchen belogen, sie hat ihn mit ihrer Entscheidung für ihre Liebe, für "Alles" überrascht und sie hat letztendlich für seinen Bruder gelogen, um sein Vertrauen nicht zu verlieren. Im Gegenzug hat er ihr den größten Schmerz zugefügt, der möglich war. Er hat sie verlassen und erneut wurde sie von einem Mann vor der Bevölkerung gedemütigt. Warum also, muss nur Reese vor Owen auf die Kniee fallen? Warum gehen sie nicht beide aufeinander zu und entschuldigen sich. Das hat mich schwer enttäuscht und irgendwie wütend zurückgelassen.
Dafür habe ich einen Punkt in der Bewertung abgezogen. Ein weiterer Abzug erfolgte wegen der vielen Fehler im Text. Diesmal waren es nicht wie in Teil 1 Rechtschreibefehler. Es fehlten ganze Worte oder es wurden falsche Pronomen verwendet, so z.B. auf Seite 392 bzw 463 und anderen Seiten.

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Willow-Falls-Reihe, Band 3 - Wait For Me in Willow Falls

Rezensionen von begine:

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Happy - Kleiner Hund und großes Glück von Holly Goldberg Sloan

Tröstlich



Happy – Kleiner Hund und großes
Glück, ist ein gefühlvoller Jugendroman der Schriftstellerin Holly Goldberg Sloan.
Ihr Schreibstil ist locker und angenehm.
Die Charaktere der beiden Kinder ist ihr sehr gut gelungen. Man kann sich da gut einfinden.
Die elfjährige Cordy und ihre Familie trauern um den Vater, der durch eine schwere Welle verunglückt ist.

Als sie dann den Hund findet, der ihnen allen ans Herz wächst, findet, ist er ein großer Trost.
Man empfindet mit Cordy mit, die sich schwer tut, als ihre Mutter sich in den Tierarzt verliebt.
Der Roman ist ein Highlight.

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Happy - Kleiner Hund und großes Glück

Rezensionen von brauneye29:

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Das habe ich wegen dir getan von John Lanchester

Hat was

Zum Inhalt:
Kate lebte mit ihrem Mann ein ganz normales Leben, bis ihr Mann unerwartet stirbt. In ihrer Trauer entdeckt sie eine Netflix Serie, in der sie sehr intime Details ihrer eigenen Ege entdeckt. Kate will natürlich wissen, wer da scheinbar versucht ihr Leben zu zerstören. Schnell hat sie die Drehbuchautorin Phoebe auf dem Plan und sinnt auf Rache.

Meine Meinung:
Was für ein ungewöhnliches Buch. Das eigene Leben plötzlich als Netflix Serie zu sehen, muss schon krass sein. Aber rechtfertigt das so eine Art von Rache und wie weit darf Rache eigentlich gehen. Meist hat man ja bei einem Buch einen der Charaktere, den man besser oder sympathischer findet. Hier war ich wirklich hin und her gerissen und konnte mich mit keinen so richtig anfreunden. Der Schreibstil war sehr direkt und flüssig geschrieben und sehr gut lesbar. Interessant waren auch die unterschiedlichen Sichtweisen der Personen, die es einem nicht gerade einfacher machten, herauszufinden wer eigentlich die Wahrheit auf seiner Seite hat. Insgesamt ein ungewöhnliches Buch, dass zudem Entwicklungen bietet, die man nicht unbedingt kommen sieht.
Fazit:
Hat was

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Das habe ich wegen dir getan

Rezensionen von ReiShimura:

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Schascha und der Buchspazierer von Carsten Henn

Ein Buchspaziergang für kleine und große Leser

Die Tatsache, dass der Autor sein eigenes Buch adaptiert hat, war für mich der ausschlaggebende Grund, mich näher mit dem Buch zu beschäftigen. Nach kurzer Recherche habe ich herausgefunden, dass das Original „Der Buchspazierer“ ein großer Erfolg war und sogar verfilmt wurde. Nun hat der Autor sich entschieden, die Geschichte umzuschreiben, damit auch Kinder in den Genuss der Geschichte kommen können.

Dies ist wirklich eine zauberhafte Idee und obwohl ich das Originalwerk nicht kenne, muss ich sagen, die Geschichte funktioniert wunderbar als Kinderbuch.

Autor Carsten Henn hat bei diesem Buch mit der Illustratorin Annelie Schulze zusammengearbeitet. Ihre aussagekräftigen Bilder sind wirklich etwas ganz Besonderes und erwecken die Geschichte zum Leben. Sie sind farbenfroh, stimmungsvoll und äußerst detailreich. Es macht Freude die Illustrationen zu betrachten. Außerdem sind sie eine gute Hilfestellung für Kinder, die sich die Personen aufgrund der Beschreibungen im Buch nur schwer vorstellen können.

Die Adaption als Kinderbuch gelingt dem Autor sehr gut. Dennoch merkt man, dass es sich hierbei eigentlich um ein Buch für Erwachsene handelt. Im Mittelpunkt steht in dieser Fassung der Geschichte zwar das kleine Mädchen Schascha und nicht der Buchspazierer Carl Kollhoff, trotzdem bleibt die Geschichte in ihren Grundzügen dieselbe.
Das sprachliche Niveau ist relativ hoch und kann eventuell für manche Kinder noch überfordernd sein. Die häufig vorkommenden Schachtelsätze sind dabei nur eine der vielen Herausforderungen.
Des Weiteren gibt es im Buch viele ernstere Themen, die behandelt werden, dazu zählen u.a. Gewalt, insbesondere häusliche Gewalt, der Umgang mit Tod und Trauer und Religion. Diese werden zwar kindgerecht, aber doch sehr ausführlich besprochen und empfindsame Kinder können hier auf jeden Fall eine Begleitung durch Erwachsene gebrauchen.

Doch trotz all der schwierigen Themen hat das Buch auch eine leichte, sogar humoristische Seite. Viele von Schaschas Aussagen und Taten haben mich zum Lachen gebracht. Besonders hervorheben möchte ich die einzigartigen Charaktere, die der Autor erschaffen hat. Ich habe sofort jeden der Kunden des Buchspazierers ins Herz geschlossen. Alle Personen sind liebevoll und detailreich beschrieben, sodass man eine gute Vorstellung von ihnen bekommt.

Dieses Buch ist ideal für alle, die einen herzerwärmenden, lustigen, aber auch nachdenklich stimmenden Roman suchen. Es ist ein guter Zwischenschritt zwischen Kinder- und Erwachsenenliteratur und kann deshalb auch von beiden Gruppen gelesen und geliebt werden. Ich möchte es auf jeden Fall von ganzem Herzen weiterempfehlen.

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Schascha und der Buchspazierer

Rezensionen von ReiShimura:

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Schascha und der Buchspazierer von Carsten Henn

Ein Buchspaziergang für kleine und große Leser

Die Tatsache, dass der Autor sein eigenes Buch adaptiert hat, war für mich der ausschlaggebende Grund, mich näher mit dem Buch zu beschäftigen. Nach kurzer Recherche habe ich herausgefunden, dass das Original „Der Buchspazierer“ ein großer Erfolg war und sogar verfilmt wurde. Nun hat der Autor sich entschieden, die Geschichte umzuschreiben, damit auch Kinder in den Genuss der Geschichte kommen können.

Dies ist wirklich eine zauberhafte Idee und obwohl ich das Originalwerk nicht kenne, muss ich sagen, die Geschichte funktioniert wunderbar als Kinderbuch.

Autor Carsten Henn hat bei diesem Buch mit der Illustratorin Annelie Schulze zusammengearbeitet. Ihre aussagekräftigen Bilder sind wirklich etwas ganz Besonderes und erwecken die Geschichte zum Leben. Sie sind farbenfroh, stimmungsvoll und äußerst detailreich. Es macht Freude die Illustrationen zu betrachten. Außerdem sind sie eine gute Hilfestellung für Kinder, die sich die Personen aufgrund der Beschreibungen im Buch nur schwer vorstellen können.

Die Adaption als Kinderbuch gelingt dem Autor sehr gut. Dennoch merkt man, dass es sich hierbei eigentlich um ein Buch für Erwachsene handelt. Im Mittelpunkt steht in dieser Fassung der Geschichte zwar das kleine Mädchen Schascha und nicht der Buchspazierer Carl Kollhoff, trotzdem bleibt die Geschichte in ihren Grundzügen dieselbe.
Das sprachliche Niveau ist relativ hoch und kann eventuell für manche Kinder noch überfordernd sein. Die häufig vorkommenden Schachtelsätze sind dabei nur eine der vielen Herausforderungen.
Des Weiteren gibt es im Buch viele ernstere Themen, die behandelt werden, dazu zählen u.a. Gewalt, insbesondere häusliche Gewalt, der Umgang mit Tod und Trauer und Religion. Diese werden zwar kindgerecht, aber doch sehr ausführlich besprochen und empfindsame Kinder können hier auf jeden Fall eine Begleitung durch Erwachsene gebrauchen.

Doch trotz all der schwierigen Themen hat das Buch auch eine leichte, sogar humoristische Seite. Viele von Schaschas Aussagen und Taten haben mich zum Lachen gebracht. Besonders hervorheben möchte ich die einzigartigen Charaktere, die der Autor erschaffen hat. Ich habe sofort jeden der Kunden des Buchspazierers ins Herz geschlossen. Alle Personen sind liebevoll und detailreich beschrieben, sodass man eine gute Vorstellung von ihnen bekommt.

Dieses Buch ist ideal für alle, die einen herzerwärmenden, lustigen, aber auch nachdenklich stimmenden Roman suchen. Es ist ein guter Zwischenschritt zwischen Kinder- und Erwachsenenliteratur und kann deshalb auch von beiden Gruppen gelesen und geliebt werden. Ich möchte es auf jeden Fall von ganzem Herzen weiterempfehlen.

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Schascha und der Buchspazierer

Rezensionen von Bücherfreundin:

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Tausche Büro gegen Boot von Jens Brambusch

Packende Geschichte eines Aussteigers

Der Journalist Jens Brambusch ist 46 Jahre alt, als er im November 2017 auf dem Weg in die Redaktion der Wirtschaftszeitung Capital in Berlin an einer roten Ampel eine heftige Panikattacke erleidet. Seit zwei Jahren geht das schon so, aber so schlimm war es noch nie. Der Arzt, den er aufsucht, schreibt ihn krank und verordnet ihm Ruhe.

Es geht ihm schlecht, er hat ein Burnout, Panikattacken und Angstzustände. Er erhofft sich Hilfe in einer Klinik, doch seine Krankenversicherung lehnt die Finanzierung einer stationären Behandlung ab. Als er den YouTube-Kanal von zwei Brüdern entdeckt, die seit neun Jahren um die Welt segeln, ist er fasziniert und träumt davon, sein stressiges Leben hinter sich zu lassen und auszusteigen. Das Segeln war immer Teil seines Lebens, bereits als Kind ist er mit den Eltern gesegelt, machte mit 16 Jahren den Segelschein. Er beschließt, seinen Traum vom Aussteigen zu verwirklichen, kündigt seinen Job, verkauft seine Wohnung und regelt seine Finanzen. Fortan wird er in der Türkei auf einem alten Segelboot leben.

Auf 228 Seiten erzählt der Autor die packende Geschichte seines Lebens. Schon als Jugendlicher war er im Rudersport aktiv und trainierte hart. Während seines Studiums feierte er, trank und rauchte, arbeitete nebenher als freier Journalist - und kippte irgendwann um. Panikattacken folgten, die erst aufhörten, als er mit einem Wohnmobil durch Palästina, die Türkei, Syrien und Jordanien fuhr. Im Herbst 2018 lässt er seinen stressigen Journalistenalltag hinter sich, um in Kaş zu leben, dem für ihn seit Jahren schönsten Ort der Türkei.

Das kurzweilige Buch ist in schöner Sprache mit viel Humor erzählt und liest sich sehr flüssig. Der Autor erzählt vom Kauf des 30 Jahre alten Segelboots Dilly-Dally, das sein neues Zuhause wird, nachdem er die erforderlichen Formalitäten erledigt und bürokratische Hürden gemeistert hat. Er listet auch die Fixkosten für sein neues Leben auf. Die Lebenshaltungskosten in der Türkei sind niedrig, Krankenversicherung und Altersvorsorge belasten das Budget jedoch sehr, und auch die Kosten, die im direkten Zusammenhang mit dem Boot stehen, sind nicht unerheblich.

Jens Brambusch beschreibt nicht nur seinen Alltag an Bord, er erzählt auch von den Menschen in der Türkei, ihrer Gastfreundschaft und vom Zusammenhalt der Segler. Sein erstes Weihnachtsfest feiert er gemeinsam mit 15 Freunden in einer Bucht, ganz ohne Weihnachtsstress. Sehr interessant fand ich seinen Bericht über sein zweiwöchiges Praktikum in einer kleinen Werkstatt, die seine neuen Segel anfertigte. Er war dabei, als der Stoff zugeschnitten und die Nähte aufwendig mit einer eigens für diesen Zweck hergestellten Nähmaschine gefertigt wurden.

Es geht in dem Buch neben dem Segeln auch um Bootspflege und Instandhaltung, um Schiffskatzen und Bordhunde sowie um Mythen und Aberglaube. So erfahren wir z.B., weshalb bei vielen Seglern Bananen an Bord verpönt sind. Der Autor verschweigt auch nicht den hohen Arbeitsaufwand, der mit der Haltung eines Bootes verbunden ist. Die Pandemie bringt über einen langen Zeitraum viele Einschränkungen, eine geplante Segeltour mit Freunden kann nicht stattfinden.

Ich habe Jens Brambuschs fesselnde Geschichte sehr gern gelesen und mich bestens unterhalten gefühlt. Jedes der 23 Kapitel beginnt mit der Erklärung spezieller Begriffe aus der Welt des Segelns, in der Mitte des Buches befinden sich auf acht Seiten schöne Farbfotos. Im Epilog erfahren wir, wie es dem Autor heute geht, wie und wo er lebt und ob er sich seine Leidenschaft für das Segeln bewahren konnte.

Absolute Leseempfehlung - nicht nur für Segelfreunde!

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Tausche Büro gegen Boot

Rezensionen von Havers:

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Der Clan - Die Straße von Pascal Engman

jenseits bunter Holzhäuschen und ländlicher Idylle

Wer wünscht sich auch mehr Spannungsliteratur, die die Realität wiederspiegelt? Falls ja, dann empfehle ich gerne die Thriller des schwedischen Autors Pascal Engman. Der ehemalige Journalist hat sein Handwerk bei „Expressen“ (schwedische Yellow Press) gelernt und mit seinen Thrillern bereits in der Vergangenheit bewiesen, dass er politische Themen, die viele westliche Gesellschaften heutzutage umtreiben, immer im Blick hat und entsprechend in die Handlung einarbeitet.

So natürlich auch in „Der Clan: Die Straße“. Angelegt als Trilogie nimmt uns dieser Auftaktband mit in einen Vorort von Stockholm, Herrschaftssitz des libanesischen Mansour-Clans. Im Wesentlichen kommen dessen Einnahmen aus dem Drogenhandel, schaut man aber genauer hin, kann man feststellen, dass der Clan (nicht nur) in jedem dreckigen Geschäft, das in und um die schwedische Hauptstadt getätigt wird, die Finger drin hat, denn dessen Einfluss reicht weiter als auf den ersten Blick ersichtlich ist. Und die Mitglieder kennen kein Pardon, entweder beugt man sich den ungeschriebenen Regeln des Clans oder man ist seines Lebens nicht mehr sicher.

Engman nutzt ein großes Personentableau und verschiedene Blickwinkel, um die Machtstrukturen, die verschiedenen Funktionen, Abhängigkeiten und Verbindungen zu beschreiben. Herausstechen hier Josef, Antonia, Zara, alle drei auf unterschiedliche Art und Weise, und nicht immer freiwillig, in diese verbrecherische Organisation involviert, und zu guter Letzt Hjalmar, ein Polizist, der stellvertretend für die Hilflosigkeit der schwedischen Polizei gegenüber der Clan-Kriminalität steht.

Häufige Perspektivwechsel und sich abwechselnde Handlungsstränge bringen Tempo in die gut geplottete und straff erzählte Story, so dass man das Buch kaum aus der Hand legen möchte. Die Sprache ist hart und direkt, nichts für empfindliche Gemüter, das Thema brandaktuell und durchaus auch seit geraumer Zeit in deutschen Großstädten ein Problem, dem auch unsere Gesetzeshüter machtlos gegenüberstehen.

Deshalb gibt es von mir eine uneingeschränkte Leseempfehlung für alle Leser*innen, die realistische Thriller aus Schweden jenseits bunter Holzhäuschen und ländlicher Idylle schätzen.

Nachbemerkung: Den 15. Januar 2027 habe ich mir bereits im Kalender notiert, denn dann erscheint mit „Der Clan – Die Regeln“ (Band 2 der Trilogie).

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Der Clan - Die Straße