Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Nele33:
So kalt die Nacht von Marika Neitz
einfach super
"So kalt die Nacht" der Autorin Marika Neitz war für mich das erste Buch, welches ich als Hörbuch gehört habe. Eingelesen wurde es von Irina Salkow. Die Sprecherin war mir schon durch Hörbücher von Riley Sager bekannt und auch hier hat sie mich durch ihre perfekte Intonation wieder von der ersten Minute an in ihren Bann gezogen.
In Köln geschehen grausame Morde. Alte Menschen werden gefesselt und ihrem Tod durch Verdursten ausgesetzt. Anschließend werden ihre Leichen in Müllsäcken entsorgt. Eine grausame Art zu sterben, findet auch die leitende Ermittlerin Anna Melcher. Auf den ersten Blick gibt es keine Gemeinsamkeiten bei den Opfern, außer ihr Alter. Ein kniffliger Fall, den Anna auch noch mit einem Kollegen lösen soll, der doch etwas speziell ist.
Beide sind jedoch äußerst liebevoll und gleichzeitig eigensinnig charakterisiert. So bekommt der Krimi noch eine Leichtigkeit bei aller Schwere verliehen, die es schwer machte das Hörbuch zu unterbrechen.
Die Autorin versteht es ungemein gut überraschende Wendungen und Situationen einzubauen, sodass es während des Hörens eine große Spannung gibt, die bis zum mehr als überraschenden Ende ungewöhnlich hoch bleibt.
Für mich eins der spannendsten Hörbücher dieses Jahr und da gebe ich gerne eine Lese-Hör-Empfehlung und da es der Auftakt zu einer Reihe zu sein scheint, freue ich mich schon auf eine Fortsetzung.
Rezensionen von yellowdog:
Die Dichterin von Özge Inan
Schatten des Literaturbetriebs
Die Dichterin ist ein Roman, der einen Teil des Literaturbetriebs zeigt.
Der Clou des Buches wird bereits früh angedeutet. Für die Spannung des Buches hätte man das auch mehr im unbestimmten lassen können.
Die Dichterin Emma Rodenstock wird verdächtigt, ihre Texte von jemand anders kopiert zu haben.
Eine Journalistin deckt das auf.
Eine These ist, dass die Gedichte auch wegen der Persönlichkeit der Dichterin so ein Erfolg wurden. Dass die Dichterin so eine große Ausstrahlung hatte, wie behauptet, konnte ich beim Lesen nicht sehr spüren. Schlecht gemacht ist die Figur der Emma Rodenstock tatsächlich nicht. Sie hat mich mehr überzeugt als z.B. die Journalistin.
Während die Handlung in der ersten Hälfte mehr oder weniger vor sich hin plätschert, wird es später interessanter.
Özge İnan ist insgesamt eine vielversprechende Autorin, bei der man auf kommende Veröffentlichungen gespannt sein kann.
Rezensionen von Nele33:
Komm spielen von Linwood Barclay
falsches Genre
Das Buch "Komm spielen" der Autorin Linwood Barclay wurde als Thriller beworben, darum hatte es einen Platz auf meiner Wunschliste bekommen. Leider stellte sich beim Lesen heraus, dass es sich nicht um einen Thriller, sondern um eine Horror Story in Richtung von Stephen King geht.
Annie, eine erfolgreiche Kinderbuchautorin hat sich zurückgezogen, nachdem sie sich die Schuld an einem unfassbaren Unglück gibt.
Als dann auch noch ihr geliebter Mann stirbt, will sie mit ihrem Sohn im beschaulichen Örtchen Castle Creek zur Ruhe kommen. Sie mietet ein Haus, doch schon nach kurzer Zeit geschehen dort und im Umfeld seltsame und beängstigende Dinge. Sie wendet sich an die dortige Polizei und bekommt Kontakt zu dem Polizisten Harry, der sie fortan unterstützt.
Die Charaktere sind gut gelungen und abwechslungsreich beschrieben. Bedauerlicherweise konnte mich die Story aufgrund des Genres nicht erreichen, wobei mir der Schreibstil ausgesprochen gut gefallen hat.
Für mich nicht das passende Buch, meine Erwartung war eine völlig andere, sodass ich das Buch nach der Hälfte abgebrochen habe.
Rezensionen von readpassion9:
Tödliches Verderben von Karin Slaughter
einfach genial
"Tödliches Verderben" ist der zweite Teil der North Falls Reihe. Deputy Emmy Clifton ist auf dem Rückweg von der Beerdigung ihrer Mutter, als sie Schüsse hört. Sie und ihre Schwester Jude Archer treffen direkt an dem Tatort ein, dem Haus ihrer Freundin Allison. Sie finden Allison ermordet, deren Tochter Mandy schwer verletzt.
Die Ermittlungen laufen an, zwei Männer geraten in den Fokus, doch die Beweise reichen nicht aus. Bei den weiteren Ermittlungen stoßen Emmy und Jude auf einen lange zurückliegenden Fall, der ein ganz neues Licht auf ein mögliches Motiv wirft.
Wow, was für ein spannender Fall. Vom ersten Teil war ich begeistert, der zweite steht dem in nichts nach. Wieder ein typischer Slaughter. Dunkle Geheimnisse aus der Vergangenheit, Twists und überraschende Entwicklungen machen die Story fesselnd sowie absolut spannend. Die Entwicklung zum Schluss habe ich nicht kommen sehen, was für ein Ende! Hier darf man auf die Fortsetzung gespannt sein.
Der Schreibstil ist locker, up to date, die Seiten fliegen nur so dahin. Durch den ersten Teil war ich mit den meisten Protagonisten vertraut und nach kurzer Zeit wieder in der Story drin. Emmy und Jude gewinnen an Tiefe, zwei Figuren mit denen ich mitfiebern konnte. Auch die Atmosphäre und Szenerie in dem kleinen Ort, in dem jeder jeden kennt, ist perfekt eingefangen.
Fazit: Gelungene Fortsetzung, ich bin schon auf den nächsten Teil gespannt.
Rezensionen von ToniLudwig:
Alleinruhelage von Eva Menasse
Unbehausten Zufluchtsort abzugeben
Eva Menasse, die vielfach preisgekrönte österreichische Autorin, veröffentlicht ihren vierten Roman bei ihrem deutschen Hausverlag Kiepenheuer und Witsch mit dem Titel >> Alleinruhelage<<, welcher auf dem lasziv gestalteten Cover als ALLEIN RUHE LAGE<< zu lesen ist, eine in Österreich durchaus übliche Steigerungsform der gebräuchlichen >>Alleinlage<<.
Gemeint damit ist ein Haus, ihr Haus, Zufluchtsort vergangener Tage, Zeitzeuge von Liebe und Leben und Scheitern und vielem mehr.
Die Erzählerin spricht mit ihrem Haus wie mit einem guten Vertrauten.
Dabei ist dieses mittlerweile verwildert, verlassen und sanierungsbedürftig, ein Ehepaar mit der Unverzagtheit jener Überlebenskünstler und Zeitgenossen, die lieber anpacken und umsetzen, als unrealisierbare Theorien zu schmieden, nimmt die Instandsetzung fest in polnische Hände.
Die Sprache der beiden ist skurril, es ist ein bemerkenswerter Kontrast zum Ausdrucksvermögen von Eva Menasse, deren herausragende Wortgewandtheit ein pures Lesevergnügen generiert.
Denn die Autorin agiert mit Wortwitz, lakonischer Situationskomik und jener Distanz, die ihr ungeachtet der gleichen Muttersprache als Ausländerin in Deutschland noch immer geholfen hat, Rückschläge zu überwinden, ohne das Land wohl je ganz verstehen zu können.
Und es ist ein Text, dessen kluge Reflexionen über die Menschen in den tiefen Wäldern des brandenburgischen Ostens glücklicherweise niemals von einer KI er- und verfasst werden kann.
In einer seltenen Klarheit wird in komprimierter Form der latent noch immer schwelende Konflikt zwischen Ost und West beispielhaft an Hand der Umwidmung der Waldsiedlung, also jener Gegend um den Wandlitzsee, erklärt und dem Leser, gleich welchen sozialen Hintergrund er selbst mit sich trägt, werden die Augen geöffnet über die Schieflage der Wiedervereinigung in den 1990er Jahren.
Eine Art Lehrstück, >>exerziert an Menschen, die sich den Kapitalismus gewünscht hatten wie Durstige ein paar Schluck Wasser und stattdessen eine Sturzflut bekamen.<<
Nein, dies ist keine politische Abrechnung in irgendeine Richtung, dafür schreibt Eva Menasse viel zu klug.
Vielmehr geht es der Autorin um das Zusammenleben der Menschen in einer nahezu migrationsfreien und folglich freilich migrationsfeindlichen Gegend.
Und ja - die Autorin hält den Datschenbesitzern unnachgiebig einen Spiegel vor, ohne jemals belehrend zu klingen, all jenen, die vom früheren Zusammenhalt und der Hilfsbereitschaft des Ostens schwärmen, für den Niedergang des Handwerks von Bäckern und Metzgern den Staat ( besonderes Feinbild : die Grünen !! ) verantwortlich machen, aber zugleich im nahegelegenen Polen eine Tankladung, ein paar Stangen Zigaretten und Discounter-Billigfleisch erwerben.
Und die ihre eigenen Regeln für das Zusammenleben aufstellen und -wenn nötig- auch rabiat durchsetzen, sei es mit Geschrei, falschen Anschuldigungen oder mittels beißenden Hunden, Anklänge an frühere Stasi-Mitgliedschaften inbegriffen.
Die Erzählerin, die mit alledem klarkommen muss, nennt sie trorzdem und trotzig zugleich >>die Sch’tis Vorpommerns<< und bleibt dennoch immer eine Andere, eine beratungsresistente Zugereiste aus dem Süden, der es immerhin gelingt, zu ihren Mitmenschen niemals Arschloch zu sagen, obzwar sie es viele Male dachte und der nie so ganz klar werden wird, ob die stockende Kommunikation der Leute aus dieser Gegend noch auf Diktatur-Vorsicht oder auf generationenalter bäuerlicher Bockigkeit beruht.
Es gibt in diesem kleinen Roman so viele kluge Gedanken und Reflexionen über das Leben, über unterschiedliche Perspektiven, über halbblinde Großzügigkeit und Verzeihungsbereitschaft, die den Leser immer wieder innehalten lässt und zur Selbsthinterfragung einlädt.
Anders als vor Ort, wo Geschichte zurechtgebogen wird, wo die eigene Meinung bis zur Grundstücksgrenze reicht und der Schutz zu anderen Meinungen durch meterhohe Zäune realisiert wird.
Die klare Haltung von Eva Menasse, deren Erzählerin das Glück hatte, nie in einer Diktatur leben zu müssen, bildet atmosphärisch auch die Keime der Reichsbürgerszene, das Entstehen von AfD-Mehrheiten in so vielen ostdeutschen Wahlkreisen und deren allmächtige Remigrationsphantasien ab, einer der Nährböden für gegenwärtige faschistische Tendenzen in Deutschland.
Eingebettet ist die Erzählerin in ein Familienkonstrukt, die Mühen des Alltags mit den Kindern, die familiäre Reibungsenergie drohen mehrfach über ihr zusammenzubrechen.
Leider wird über das Scheitern der Beziehung mit ihrem Partner nur wenig berichtet, die Enttäuschung über eine problemreiche affärenhafte Liebesbeziehung zu Habibi ist hier dominanter.
Aber wir erfahren auch skizzenhaft etwas über ihren jüdischen Vater, der die traumatischen Erlebnisse des Holocaust durch eine ihn eigene Lebensphilosophie der ambitionslosen Ruhe, Eleganz und Freundlichkeit und der Abwesenheit von Zorn bewältigt.
Am Ende wird das sanierte Haus verkauft werden, die Erzählerin wird den Versuch wagen, aufzubrechen, sie reist mit leichterem Gepäck.
Ein klares, ein ein starkes Buch, fein mit einem Lesebändchen versehen, dem ich viele Leser wünsche, die reich belohnt werden, versprochen !
Rezensionen von peppi:
Tschikago von Alexandra Stahl
über das Älterwerden
"Tschikago" ist ein autofiktionaler Roman, in dem die Autorin Alexandra Stahl über ihre Kindheit bei den Großeltern in Unterfranken und später über ihre Arbeit in einem Berliner Seniorenheim erzählt.
Der erste Teil hat mir noch sehr gut gefallen. Hier stehen die Großeltern im Mittelpunkt.
Eine Wohnung in einem Haus, indem der Gesangsverein probt, die Katzenliebe der Großmutter, die Vorliebe des Großvaters für Stecker und Kabel, Ritualsprüche, Streit und Zärtlichkeit. All das wird von der Autorin sehr liebe-und humorvoll erzählt. Ihre Beobachtungen sind sehr genau.
Im zweiten Teil begleitet die Erzählerin als Freiwillige hochbetagte Menschen eines Berliner Seniorenheims. Dieser Heim-Teil ist mir zur fragmentarisch. Es sind nur Momentaufnahmen der alten Menschen. Sie werden nicht zu greifbaren Figuren. Diese Erzählweise hat mir nicht gefallen.
Insgesamt ein gutes Buch, über Alter und Vergänglichkeit, das leider im zweiten Teil an Kraft verliert.
Rezensionen von Tara:
Das Projekt von Annie Lord
Wie viel Feminismus darf sein?
„Das Projekt“ ist ein Roman der Autorin Annie Lord, der direkt ins Herz geht.
Daisy ist gerade wieder einmal unfassbar enttäuscht von der Männerwelt. Aus diesem Umstand heraus ruft sie gemeinsam mit ihrer Freundin Maya „Das Projekt“ ins Leben. Ziel dieses Projekts ist es, aus einem Mann den idealen Partner zu machen und ihn entsprechend umzumodeln.
Der Schreibstil von Annie Lord liest sich angenehm. Sie schreibt offen und ehrlich über die Vorstellungen ihrer Protagonistinnen, die meiner Meinung nach etwas zu viel von der Männerwelt erwarten. Genau diese Erwartungshaltung macht die Handlung authentisch und lässt die Figuren nahbar und sympathisch wirken.
Es geht hier nicht allein um das Finden des perfekten Partners, sondern auch um Wünsche, Unsicherheiten, Erwartungen und die Defizite, die es sowohl bei Männern als auch bei Frauen gibt.
Obwohl die Handlung humorvoll geschrieben ist, gibt es viele Momente, die nachdenklich machen.
Kann oder darf man versuchen, seinen Partner so umzuerziehen?
Was bleibt von ihm nach diesem Versuch übrig?
Wie viel Feminismus darf sein?
Mir war es an einigen Stellen ehrlich gesagt ein wenig zu viel, obwohl ich ansonsten der Meinung bin, dass eine feministische Sichtweise vollkommen in Ordnung geht. Aber hier hatte ich schon fast Mitleid mit den Männern.
Dennoch ist das Buch eine gelungene Mischung aus unterhaltsamer RomCom und dem ernsthaften Erforschen von Beziehungen, das mich gut unterhalten und mir Stoff zum Nachdenken gegeben hat.
Rezensionen von Tara:
Tschikago von Alexandra Stahl
Ein berührendes Buch über das, was bleibt
„Tschikago“ ist ein ruhiger und lebensnaher Roman der in Berlin lebenden Autorin und Journalistin Alexandra Stahl.
Die Autorin erzählt zunächst aus der Ich-Perspektive von ihren Großeltern, die in einem fränkischen Dorf leben. Mit der wiederholten Warnung des Großvaters, „Frangfodd is schlimmer als Tschikago!“, wächst die Erzählerin auf.
Diese wird im Buchtitel treffend aufgegriffen und ist gleichzeitig ein Verweis auf die verpassten Amerikaträume des alten Elektrikers.
Dabei zeichnet sie ein klares, ungeschöntes und authentisches Bild, sowohl von der damaligen Zeit als auch von ihren Großeltern. Beide haben ihre Eigenheiten und Vorlieben, der Umgang miteinander ist liebevoll aber auch deutlich und wenig zurückhaltend. Die Dialoge hat Alexandra Stahl im fränkischen Dialekt wiedergegeben, was mich mehrfach zum Schmunzeln gebracht hat.
Nach dem Tod ihres Großvaters geht es für die Erzählerin nach Berlin, wo sie in einem Berliner Seniorenheim arbeitet. Dort trifft sie auf sehr unterschiedliche Charaktere, die alle bereits eine Menge erlebt haben. Auch hier wird Dialekt gesprochen.
Das Buch besteht aus einer Ansammlung von Erinnerungen aus den unterschiedlichsten Bereichen. Einige sind alltäglich, andere einfach nur unglaublich, einige haben mich berührt und andere haben mich zum Schmunzeln gebracht. Damit ist das Gelesene unglaublich abwechslungsreich und zeigt, dass das Leben und Älterwerden voller Überraschungen steckt.
Wir werden alle älter, wollen alle alt werden, aber wer hört den Alten eigentlich noch zu?
Mit ihrem Buch und den darin zusammengetragenen Details macht die Autorin deutlich, wie sehr es sich lohnt, den Erinnerungen unserer Eltern und Großeltern bzw. ganz allgemein der älteren Generation zuzuhören, wahrzunehmen, was sie erlebt und zu sagen haben.
Mich hat das Buch nachdenklich gestimmt und gleichzeitig dafür gesorgt, dass sich meine Wahrnehmung verändert hat. Erinnern und Erinnerungen gehören vielmehr zum Leben als wir es im oft hektischen Alltag wahrhaben wollen.
Wer leise Geschichten mag oder seinen Blick auf die ältere Generation schärfen möchte, der liegt mit diesem Roman richtig.
Rezensionen von Gudrun Wasserfaller:
Rührung von Herwig Oberlerchner
"Ein Wagnis sich von diesem Meisterwerk der Literatur in aller Tiefe berühren zu lassen"
Diese Literatur ist von der Thematik und Dynamik mit einmal lesen nicht zu erfassen Der Inhalt beruht auf psychologischer Tiefe und Konflikten die sich wie ein roter Faden durch das Leben zieht. Täter Opfer Konstellation mit schrecklichem Ausmaß und der verzweifelte Versuch durch Idealisierung der Thematik einen Sinn zu geben Ausgelagerter Schatten der am Ende in einer Katastrophe endet.
Eine schmerzvolle Anima Animus Konstellation von Macht und Ohnmacht verwurzelt im verletzten Selbstwert, Themen die in unserer Gesellschaft und vor allem in Beziehungen an der Tagesordnung ist Die Darstellung einer unerfüllten Liebe ,die letztendlich im Tod endet...! Am Ende legt sich der Protagonist in "das Grab des Opfers "..und versucht dem Ganzen fernab von Verstandeskälte und Egomanie noch einen Platz im "versteinerten Herzen" zu geben.. ob es gelingt ?
Eine herausfordernde Reise und dem stillen Schrei nach Vergebung, um dem Damoklesschwert der "Schuld "zu entfliehen, mit inhaltlich,, teilweise grenzüberschreitender Darstellung und Nähe zum Leser, durch die mutige Selbstoffenbarung und Demaskierung des Protagonisten und aller Beteiligten!
Eine Tragödie des Lebens gezeichnet von einer Opfer -Täter Situation die sich über Generationen zieht und beim Leser einerseits tiefes Mitgefühl und anderseits achtsame Demut hervorruft... gegründet auf Herausforderungen des Lebens die kein Einzelschicksal sind ,so lange sich Menschen dieser Erde in der Illusion von Trennung und Distanz , bewegen wie auch in der Illusion von Dualität ! Wie entscheidend doch der Intersubjektive Raum in einer Beziehungsform ist um die Spielregeln des Lebens klar zu definieren und weiters sich dem wahren Sein bewusst zu werden.. sich im Chaos den Verunsicherungen und den gestellten Anforderungen zu ermächtigen scheint in Hoffnungslosigkeit zu versinken.
"Ob Liebe jemals den Tod besiegt" ..bleibt als Herausforderung eine offene Frage!
Rezensionen von Lerchie:
Sonnenberg von Brigitte Glaser
Atomkraftgegner
Mitte der Siebzigerjahre muss Johanna auf die geplante Reise nach Marokko gemeinsam mit ihrer Freundin Luzie verzichten. Ihr Vater ist gestorben und sie muss das Weingut übernehmen. Mit Mutter und Großmutter bewirtschaftet sie das Gut am Kaiserstuhl. Es ist eine Welt in der weibliche Arbeitskräfte nur die Hälfte wert sind und sie muss sich behaupten.
Dann bekommt sie noch ein Kind ohne Vater. Eine Nachricht erschüttert die Region, denn in der Nähe soll ein Kernkraftwerk gebaut werden. Und alle, Winzer, Bürger von Whyl und Freiburg wehren sich dagegen. Es scheint, als könne man etwas erreichen. Johanna merkt, dass es sich, für das was man liebt zu kämpfen lohnt.
Meine Meinung
Das Buch ließ sich leicht und flüssig lesen, auch wenn es nicht unbedingt ein leichtes Thema ist. Doch es gab keine Unklarheiten im Text, die meinen Lesefluss gestört hätten. In der Geschichte war ich schnell drinnen und konnte mich auch in die Protagonisten gut hineinversetzen. In Johanna, die es nicht ganz leicht hatte, denn ein uneheliches Kind und das noch auf dem Dorf, war immer noch ein Bastard. Doch sie setzte sich durch und mit Mutter und Großmutter arbeitet sie und hält das Gut rentabel. Doch sie muss sich auch noch um ihre kleine Tochter Betty kümmern. Als sie ein Grundstück dazukaufen will, verweigert ihr die Bank grundlos einen Kredit. Ob sie wohl diesen doch noch erhält? Dann kommt diew Sache mit dem Atomkraftwerk das in Whyl gebaut werden soll. Sie ist überzeugt, dass das auch ihrem Wingert schadet. Und so engagiert sie sich auch hier. Auch Luzie ist plötzlich wieder von ihrer Marokkoreise zurück und bekommt ein Riesenproblem. Über Luzies Marokkoreise erfährt man immer wieder etwas zwischendurch. Ihre Reise, Ihre Erlebnisse und die Heimkehr. Und über den Streit der Freundinnen. Ob er sich wieder beilegen lässt? Der geneigte Leser wird es erfahren. Das Buch war manchmal nur mäßig spannend. Die Reiseerzählungen Luries waren etwas langatmig. Die Sache mit dem AKW in Whyl war interessant. Ich kann beide Seiten verstehen und bin froh, nie vor eine Entscheidung gestellt worden zu sein. Das Buch war zum großen Teil spannend, hat mir gefallen, mich gefesselt und auch gut unterhalten. Ich vergeben vier Sterne und eine Leseempfehlung.










