Kunden em pfehlungen
Rezensionen von helko:
Psychodrama um einen Künstler
Zwar steht Krimi drauf und es ist auch Krimi drin, aber es ist auch viel mehr als Krimi drin! Ein spannendes Psychodrama um einen Künstler, der nach einer Eifersuchtsattacke auf seine Frau und dem folgenden Gefängnisaufenthalt wieder Fuß fassen möchte: Als Kulissenmaler bei den Salzburger Festspielen steht er vor seiner Beförderung.
Doch dann läuft alles schief. Von einem Kollegen gemobbt, mit seiner in Salzburg auftauchenden Ex konfrontiert und von der Polizei als Mörder verdächtigt, muss er den Mann zur Strecke bringen, der ihm das alles eingebrockt hat. Dazu kommt der Stress einer nahenden Opern-Premiere. Man fiebert mit, dass alles glatt gehen möge. Ein Buch, das mit schillernden Charakteren und einem ungewöhnlichen Setting aufwartet, schnörkellos geschrieben und spannend bis zum unerwarteten Ende. Obwohl ein paar Kleinigkeiten nicht aufgeklärt werden (oder hab ich nur unaufmerksam gelesen?), vergebe ich fünf Sterne. Meine Empfehlung!
Rezensionen von Illia Krammer:
Adams Erbe von Rosenfeld Astrid
Astrid Rosenfeld ist eine gefährliche Geliebte........ Ich kann nicht von ihr lassen und weiß nicht warum!
Ich liebe Bücher. So viel ist unbestritten und ich ahne, dass diese Liebe vielleicht an der Vorstellung über sie grenzt. Astrid Rosenfeld ist eine gefährliche Geliebte, da sie mich herzlich verstört. Ich kann nicht von ihr lassen und weiß nicht warum!
Bücher, die mir etwas bedeuten, sind voll mit unterstrichenen Passagen und Kommentaren.
Adams Erbe ist weiß, also unschuldig und dennoch hat Astrid Rosenfeld durch meine Gefühle gepflügt. Sie ist so wunderbar leicht und dennoch betörend tief. Sie macht mich ängstlich darüber, dass man so viel Mühe am Verstehen dann doch ganz einfach annehmen kann...
Das klingt tröstlich, ist aber gleichsam verstörend. Und daher weiß ich nicht, ob Adams Erbe einfach banal, oder aber genial ist. Ich weiß es nicht.
Rezensionen von Petra Eder:
Massimo Marini von Rolf Dobelli
... ein sehr kurzweiliges Lesevergnügen
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Der Schreibstil ist spannend, präzise und auf das Wesentliche konzentriert - ein sehr kurzweiliges Lesevergnügen
im Shop ansehen weitere Rezensionen von Petra EderRezensionen von Gerda Laurer:
Massimo Marini von Rolf Dobelli
Es gibt sehr wohl Krimis, die mich nicht nur gefesselt, sondern auch sprachlich begeistert haben. Jessica Durlachers Buch ?Der Sohn? gehört nicht in dieses Regal
Es gibt sehr wohl Krimis, die mich nicht nur gefesselt, sondern auch sprachlich begeistert haben. Jessica Durlachers Buch ?Der Sohn? gehört nicht in dieses Regal. Die Geschichte von Saras Familie ist zwar gegen Ende hin schon spannend, doch die Milieubeschreibung ( Familiengeschichte eines Juden, der als Kind von seinen Eltern, die dann im Konzentrationslager ermordet wurden, erfolgreich vor den Nazis versteckt wurde und überlebt hat und nun seine Töchter und die Enkelkinder vor allem Unheil dieser Welt schützen wollte, leider erfolglos) wirkt flüchtig und oberflächlich nacherzählt, wirkliche Berührtheit kommt nicht auf, die Schilderungen der Überfälle erscheinen fast wie Effekthascherei, trotz der Dramatik und Spannung erzeugt die Autorin dabei aber keinerlei Betroffenheit.
Die Hinweise auf den immer noch existierenden Antisemitismus sind beinahe so nebensächlich belanglos hingeworfen wie die detailgenaue Schilderung der Kohlrouladen beim Familientreffen, seicht und sprachflach. Vielleicht ist es jedoch nur die schlecht Übersetzung, die mir die Freude an der Lektüre versagt hat. Wer das Buch in der Originalsprache gelesen hat und begeistert ist möge sich melden?..
Rezensionen von Gerda Laurer:
Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand Roman . 29.08.2011. Hardback. von Jonasson Jonas
..einfach zu lesende, lustige Ferienlektüre, entnommen dem Regal: ?Das 20.Jahrhundert - Geschichte lernen leicht gemacht
Das Buch ist witzig und spannend, doch fast ein wenig zu brav abgearbeitet: Eine handfeste Grundidee, systematisch Kapitel für Kapitel in Sprache gesetzt. Der konsequente, fast rhythmische Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit hat etwas künstliches, das mich an das zwei-glatt-zwei-verkehrt-Strickmuster erinnert.
Die Erzählung der turbulenten Ereignisse des Mai 2005 ist zugegeben spannend, doch die einzelnen Elemente erscheinen mir beliebig aneinander gereiht wie die Schaustücke in der Auslage eines Greisler-Ladens: Ein Drogendeal und ein Elefant, eine fluchende schöne Frau und ein ewiger Student, eine aufgelassene Schmalspurbahn und das bekannte schwedische Alkoholproblem.
Eines witziger als das andere im Detail, doch insgesamt ohne Tiefe, unter der Oberfläche wahrnehmbare Ganzheit. Ich habe mich dabei ertappt, über viele Seiten "drüber zu fliegen", weil die Neugier auf die Auflösung der Krimi-Spannung über die reine Freude an der Sprache und den davon ausgelösten Gedanken gesiegt hat und die einzelnen Episoden mich nicht zum längeren Verweilen einladen konnten.
Auf alle Fälle aber einfach zu lesende, lustige Ferienlektüre, entnommen dem Regal: ?Das 20.Jahrhundert - Geschichte lernen leicht gemacht?
Rezensionen von Gerda Laurer:
Adams Erbe von Rosenfeld Astrid
....begeistert von der Sprache und berührt vom Inhalt
Fängt man an zu lesen, weil es jemanden gibt, der einem das Buch ans Herz legt?
Ja, sicher! Ob du aber weiter liest, hängt ausschließlich davon ab, ob dich die ersten Seiten berühren oder nicht. Als ich ?Adams Erbe? aufgeschlagen hatte, war ich vom ersten Satz an fasziniert und gefangen. Zwei Tage und 385 Seiten später noch immer, begeistert von der Sprache und berührt vom Inhalt.
Ist es der Bezug zur eigenen Gegenwart? Adam ist so alt wie meine Mutter, Edward fast so alt wie meine Tochter. Oder ist es der Bezug zur Stadt Berlin oder die Tatsache, dass die Vergangenheit noch so stark in unsere Gegenwart strahlt? Vielleicht von allem ein wenig, das herausragendste Begeisternde an dem Buch ist für mich dennoch die Art, wie die Autorin ihre Geschichte erzählt, wie sie die Lebens- und Liebesgeschichten von Adam und Edward Cohen in Sprache fasst, knapp und treffsicher und zugleich witzig und berührend. Von Beginn an erzeugt sie im Leser eine angespannt-atemlose Neugier auf jedes weitere Kapitel und jedes weitere Erlebnis ihrer Hauptfiguren, die sie in einer feinsinnig-sympathischen Komik skizziert. Die Charaktere gehen direkt unter die Haut und mit jeder Buchseite, mit der man sich den Protagonisten weiter nähert, wird einem das menschliche Ausgeliefertsein immer deutlicher bewusst, die Hilflosigkeit den eigenen Gefühlen gegenüber ebenso wie gegenüber dem erbarmungslosen Hineingeworfensein in den jeweiligen politisch-sozialen Kontext.
?Schreiben Sie über die Liebe!? fordert der Professor Adam auf und der überwindet seine Scham und erzählt von den ?Millionen Vögeln, die in ihm zum Himmel aufsteigen...?
Und hinter aller Berührtheit und jedem Lächeln während des Lesens erscheint zunehmend der Schatten der Trauer und einer schrecklichen Fassungslosigkeit.
Ich kann dieses Buch zunächst gar nicht mehr weglegen, und würde es jetzt, nach dem Schließen der letzten Seite, am liebsten allen meinen Freunden ans Herz legen.
Rezensionen von Gerda Laurer:
In Zeiten des abnehmenden Lichts von Eugen Ruge
Mehr südliches Temperament bitte!
Viel Text, sorgsam gesetzte Worte, präzise, gekonnt, keine Frage. Doch weder die Sprache noch der Aufbau der Geschichte, dieser laufende Wechsel zwischen der traurigen Gegenwart Alexanders und der ebenso tristen Vergangenheit seiner Familie, haben es geschafft, mich zu begeistern. Pflichtbewusst schleppe ich mich von Russland über Europa nach Amerika und wieder zurück.
Und auf der Suche nach Ruges Komik ist mir vor lauter Tiefgründigkeit unterwegs nicht die Pfeife, dafür aber die Luft ausgegangen. Papperlapapp. Ich bin zur Überflugsleserin geworden. Aber auch der Blick aus der Distanz auf die Familienchronik hat meine abnehmende Lesefreude nicht aufhalten können. Der Autor möge verzeihen. Vielleicht ist es ja nur die Auswirkung von zu viel ähnlicher in jüngster Zeit gelesener Literatur des nördlich Europa. Gelesen im Express-Tempo hat die Geschichte doch geschmeckt wie gestreckter Filterkaffee. Ich sehne mich nach etwas Abwechslung, intensiverem Aroma und mehr südlichem Temperament! Und esse statt Pelmeni doch wieder lieber Kasnudl
Rezensionen von Gerda Laurer:
Der Russe ist einer, der Birken liebt von Grjasnowa Olga
Ein ebenso interessantes wie spannend-trauriges Buch!
Eine junge Frau erzählt ihre Geschichte, zunächst so real und beiläufig, als würde man mit ihr im Zug sitzen und sie erzählen lassen, zufällig im selben Zugabteil mit dieser jungen Frau, die erst beim zweiten Hinsehen bemerken lässt, dass sie nicht in Deutschland geboren ist, dass ihre Muttersprache russisch und ihre Kultur jüdisch ist.
Sie erzählt von ihrer unglücklichen Liebe zu dem jungen Araber, der in ihr im Grunde immer nur die unerreichte, ewig verehrte Jugendliebe sucht und sieht, diese ungleiche Liebe, die zwar kurz zu einer Beziehung führt aber trotzdem unerwidert und unglücklich bleibt, von ihrer gelebten Beziehung mit dem jungen Deutschen, der unglücklicherweise an den Folgen eines Unfalls stirbt, von der unglücklichen Liebe eines Studienkollegen zu ihr, die sie wiederum nicht erwidert, von der rein strategischen Liebe zu einem älteren Professor, der ihr eine Stelle vermittelt, mit der sie eigentlich unglücklich ist, von dem unglücklichen Ausflug in eine Art Liebesbeziehung zu einer Frau.
Das Besondere an dieser Erzählung ist neben dem wahrlich gekonnten Umgang mit Sprache die beklemmend nachvollziehbare Schilderung von seelischem Schmerz, von den Nachwehen eines Kindheitstraumas, dem Gefühl des Nirgendsdazugehörens und den inneren Abläufen von Panikattacken.
Es schnürt beim Lesen die Kehle zu und lässt mit leiden.
Ein ebenso interessantes wie spannend-trauriges Buch.
Rezensionen von Gerda Laurer:
Der Russe ist einer, der Birken liebt von Grjasnowa Olga
Ein genüssliches Lesevergnügen voll sympathischer Selbstironie und Komik als schräge Liebeserklärung an die Einzigartigkeit der Stadt Berlin
Der Berliner ?Provinzroman? eines durch und durch typischen Großstädters, Einzelgängers, Antisportlers und Asphaltjunkies, der seine Erlebnisse als Studienpraktikant in der winzigen Redaktion einer Stadtteilszeitung beschreibt und der ebenso trocken und schnoddrig erzählt, wie er lebt und denkt, zwingt den Leser dazu, sich wie vor dem Fall der Mauer auf der Reise mit dem Auto aus dem ehemaligen Westen der BRD durch die elendslang erscheinende tristgraue ehemalige DDR-?Zone? auf der holprigen Autobahn durch die ersten 150 Seiten zu quälen.
Durch detailgenaue Schilderungen von Berliner Randvierteln, deren Straßennamen für Nicht-Berlin-Kenner ebenso exotisch und langweilig sind wie die Lektüre von Auszügen aus dem Pekinger Telefonbuch, bevor er das Ziel erreicht, die grellbunte pulsierende Stadt, die spannend-skurrilen Szenen des Höhepunkts eines Romans von zwei Journalisten auf der Suche nach einer Story. Und die beiden finden ihre Story tatsächlich, auch wenn sie sich dabei im wahrsten Sinne des Wortes in Berlins Unterwelt begeben müssen.
Der Leser wird für die quälende Tortur des sich Durchessens durch die pampig-fade, dicke Breischicht des ersten Buchteils aber schließlich mit einem köstlichen literarischen Sprachwitz-Schlaraffenland belohnt. Ein genüssliches Lesevergnügen voll sympathischer Selbstironie und Komik als schräge Liebeserklärung an die Einzigartigkeit der Stadt Berlin.
Rezensionen von Gerda Laurer:
Die Tigerfrau von Obreht Téa
Gerne gelesen habe ich dieses Buch, sehr gerne,...
Zauberhafter Einblick in eine fremde Welt, überschattet vom Schmerz des letzten Krieges, von Angst und Misstrauen, von den Wunden des Kampfes, der zwar in der schnelllebigen globalen Nachrichtenflut auch schon fast wieder Geschichte ist, zeitlich aber in unserer Gegenwart stattgefunden hat, in unserer unmittelbaren Nähe, nicht irgendwo, weder zeitlich noch räumlich weit weg.
Jeder von uns hat doch im engsten Kreis Menschen, die aus diesem Raum stammen oder Beziehungen zum Balkan haben, zum vielumstrittenen Südosteuropa (ich zumindest .. J nicht nur aus ersegelten Urlaubserinnerungen).
Und so lese ich mich mit großer Neugier und staunendem Interesse in diese wundersame, magisch-schöne Geschichte hinein, die im Jetzt und in der Vergangenheit dieser Gegend handelt. So nahe und doch so fremd, gegenwärtig und gleichzeitig ein Stück Historie. Wie ein Märchen aus dem Morgenland manchmal. Und dann auch gleich wieder ganz heutig, real, bestechend klar.
Gerne gelesen habe ich dieses Buch, sehr gerne, mich verzaubern lassen und verführen in diese nahferne slawische Welt.
Sanfte, ganz persönliche Sympathie für Natalia und ihren Großvater und Sympathie für die Autorin.







