Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Hirsch Barbara:
Sommer in Maine von J. Courtney Sullivan
Ein mittelmäßiges Buch, jedoch verlockend genug, um es doch bis zu Ende zu lesen.
Courtney Sullivans 'Sommer in Maine' verspricht viel und hält wenig. Die Autorin spannt einen weiten Bogen von irischen Einwanderern bis zur modernen New Yorker Frau, von katholischer Enge, Kriegszeit und Alkoholismus durch 4 Generationen bis hin zu biologischer Düngung. Diese Vielfältigkeit und das bloße Anreißen der unterschiedlichen Themen erweist sich in Summe als mühsam.
Die Protagonisten wechseln in kurzen Abständen, die unterschiedlichen Erzählstränge machen das Buch für mich anstrengend.
Alice, Tochter irischer Einwanderer, gelingt es in der Zeit des 2. Weltkrieges nicht, ihre Begabung und Begeisterung für die Malerei zu entfalten. Die Dramaturgie des Buches baut sich rund um ein Unglück auf, das ihrer Schwester das Leben kostet - aus Alices Schuldhaftigkeit - oder doch nur einem unglücklichen Zufall? Daraus entwickeln sich für die unterschiedlichen Personen schwierige und widrige Bedingungen, unglückliche Beziehungs- und Kommunikationsmuster in der Familie, die sich durch die Generationen ziehen.
Der Handlungsaufbau wirkt zäh. Es bedarf zu vieler Jahrzehnte, um das Geschehen von einigen wenigen hochturbulenten Sommerwochen aufzubauen, und dann in einem plötzlichen 'Es wird ja alles gut' abzuebben.
Ein mittelmäßiges Buch, jedoch verlockend genug, um es doch bis zu Ende zu lesen.
Rezensionen von HEYN Leserunde, Manfred Kohl:
Sommer in Maine von J. Courtney Sullivan
Kein literarisches Vergnügen!
'Sommer in Maine' ist definitiv kein Buch für mich. Ich habe mich durchgequält, Seiten übersprungen, um es letztlich nach zwei Dritteln wegzulegen. Kein literarisches Vergnügen. Vielleicht sollte ich 'Winter in Maine' von Gerard Donovan lesen....(Scherz!)
im Shop ansehen weitere Rezensionen von HEYN Leserunde, Manfred KohlRezensionen von HEYN Leserunde, Renate Pfeiffer:
Sommer in Maine von J. Courtney Sullivan
Die meisterhafte Erzählerin, die mir der Klappentext ankündigt, habe ich nicht gefunden.
Mein erster Eindruck: sehr viel Kirche, Alkohol als ständiges Thema, und eine Familie von Frauen, die wenig miteinander verbindet, auch nicht das Ferienhaus in Maine. Dort war die Familie angeblich früher einmal glücklich, jetzt wohnen sie ein paar Wochen nebeneinander und pflegen ihre Vorurteile, eine gegen die andere.
Es ist keine Sommergeschichte, auch kein Ferienroman, es ist eigentlich ein Rückblick auf die Lebensgeschichte von Alice, deren dunkles Geheimnis nur wir und der Pfarrer kennen. Vorgestellt werden uns auch noch die Tochter, die Schwiegertochter und die schwangere Enkelin, die Männer kommen nur am Rand vor. Ruhender Mittelpunkt scheint früher einmal Daniel, der Mann von Alice, gewesen zu sein, aber der ist schon lange tot.
Im Leben dieser Familie gibt es Höhen und Tiefen, Dramatisches und Banales, aber alles plätschert in den Schilderungen der Frauen einfach so dahin, wirklich mitreißen kann mich der Roman nicht. Die meisterhafte Erzählerin, die mir der Klappentext ankündigt, habe ich nicht gefunden. Die Figuren haben ganz interessante Ansätze, zu echten Persönlichkeiten reicht es nicht. Man könnte natürlich ein Drehbuch draus machen und Helen Mirren zum Beispiel die Alice weiterentwickeln lassen….
Für mich ist 'Sommer in Maine' wie eine dieser amerikanischen Endlosserien im Fernsehen, sie laufen nebenher und wenn man nicht hinschaut, hat man nichts versäumt – das Buch kann man lesen, wenn das Wetter schlecht ist, man kann es aber auch sein lassen.
Rezensionen von Harald Schellander:
Sommer in Maine von J. Courtney Sullivan
Recht geschickt baut die Autorin die Geschichte aus vier Blickwinkeln auf ... doch bis zum Ende zieht sich die Story und hinterlässt letztlich einen schalen Nachgeschmack.
Rund um vier starke Frauenpersönlichkeiten aus drei Generationen entwickelt J. Courtney Sullivan ihre Familiensaga „Sommer in Maine“. Allen Protagonistinnen gemeinsam ist, dass sie im irischen Einwanderungsviertel von Boston aufgewachsen sind und in diesem katholisch geprägten Umfeld darum ringen, ihre Selbstbestimmung zu finden und leben zu können.
Zentraler Schauplatz ist das Ferienhaus der Familie an einem einsamen Strand in Maine - ein Ort der Liebe, des Glücklichseins, der Hoffnungen, des Hasses und der Versöhnung. Recht geschickt baut die Autorin die Geschichte aus vier Blickwinkeln auf. In den ersten zwei Dritteln gelingt es ihr auch, einen Spannungsbogen mit einigen Überraschungen aufzubauen. Doch bis zum Ende zieht sich die Story, bringt zu viele Wiederholungen und Klischees und hinterlässt letztlich einen schalen Nachgeschmack. Dafür hätte es nicht 510 Seiten gebraucht, wohl aber achtsamere Übersetzung und Lektorat.
Rezensionen von HEYN Leserunde, Lieselotte Fieber:
Sommer in Maine von J. Courtney Sullivan
Ein leicht zu lesendes Buch für einen Urlaub am Strand…
Ein Buch, für den- oder diejenigen, die Spaß daran haben, in das Leben anderer Frauen einzutauchen, um festzustellen, dass es in jeder Familie solche Charaktere gibt oder dass das eigene Leben doch nicht so schlimm ist…..
Vier Frauen aus drei Generationen, die aus den unterschiedlichsten Gründen im Sommerhaus in Main aufeinander treffen, stellt Courtney Sullivan in den Mittelpunkt der Geschichte.
Die Dynamik zwischen den Frauen war faszinierend und das Suchen nach den eigenen Wegen sehr spannend. Die Charaktere wurden sehr plastisch dargestellt, der Spannungsbogen brach nicht ab, somit ein leicht zu lesendes Buch für einen Urlaub am Strand.
Rezensionen von Marianne Schaffer-Schellander:
Sommer in Maine von J. Courtney Sullivan
Ich empfehle dieses Buch, weil es zeigt, dass es nie zu spät ist, sich selbst und anderen zu verzeihen.
Wie guter Wein Zeit zur Entfaltung braucht, benötigt auch dieses Buch einige Seiten, um spannend zu werden und sein Aroma zu entfalten. Der Höhepunkt in der Mitte des Buches, als Alice, die Protagonistin, über den Tod ihrer Schwester erzählt, ist wie ein Aha-Erlebnis. Plötzlich sieht man klar und versteht, warum sich Alkoholismus im Leben der Hauptpersonen breitmachen konnte.
Leider erzählt Alice dieses Geheimnis nur dem Pfarrer und nicht ihren Kindern. Ich empfehle dieses Buch, weil es zeigt, dass es nie zu spät ist, sich selbst und anderen zu verzeihen.
Rezensionen von Gerda Laurer:
Sommer in Maine von J. Courtney Sullivan
Die junge Autorin versteht es , leicht und locker zu schildern … ein angenehmer Vorgeschmack auf sommerlich-leichte Lesefreuden.
Der Ehemann des jungen Paares, das sein erstes Kind erwartet, gewinnt eine übermütig-dumme Wette. Der Verlierer kann seine Wettschuld nicht bezahlen, weil er als Trinker seinen Lohn stets in Alkohol umsetzt. So kommt man überein, dass die Wettschuld mit der Übergabe eines ererbten Grundstücks beglichen wird.
Das Grundstück liegt am Rand eines kleinen Dorfs direkt am Meer. Dort erbaut die junge Familie dann eigenhändig ihr kleines steinernes Sommerhaus. So beginnt die Geschichte der Sommer der Kellehers in Maine, einer irisch-stämmigen, bedingt durch ihre Herkunft streng katholischen Familie, die seit Generationen an der amerikanischen Ostküste beheimatet ist. Vier Frauen, Alice, die Mutter, Kathleen, eine ihrer Töchter, Maggie, deren Tochter und Enkelin von Alice, sowie die gute Schwiegertochter Ann Marie erzählen den Lesern, die die vier einen Sommer lang begleiten, - jede aus ihrer Sicht und aus ihrer individuellen Lebenssituation und Generation heraus - Ausschnitte aus einzelnen Lebensetappen. Das sich wandelnde, gesellschaftliche Bild amerikanischer Frauenrollen entsteht. Für Frauen hängt alles vom Timing ab. 'Wann man geboren wurde, bestimmte das ganze Leben.' meint Alice resignierend, als sie, nun schon über achtzig Jahre alt, das Scheitern ihrer ureigensten Lebensträume nicht mehr vor sich verleugnen oder durch Flucht in andere Bewusstseinszustände übertünchen kann. Ob es die nächsten leichter haben? Die Frauen sind gut gezeichnet, die junge Autorin versteht es, leicht und locker zu schildern und sowohl die Charaktere als auch das sich über die Generationen durchziehende Familiendrama, den Alkoholmissbrauch, beinahe beiläufig einzubetten in die ungeachtet der menschlichen Tragik bezaubernde Atmosphäre dieses Sommerhauses, Metapher auf das im Zusammenhang mit Alkoholmissbrauch so leicht erworbene aber ebenso leicht wieder vergebene Glück. Die Stimmung dieses Sommerhauses wird während des Lesens so lebendig, dass man meint, man würde auf einem Steg am Ufer des Wörthersees sitzen, die Beine lässig ins Wasser baumelnd, ab und zu das Buch sinken lassen und aus dem Glas mit dem leuchtend orangen, kühlen Getränk neben sich einen Schluck genießen. In so ähnlicher Umgebung hätte ich dieses Buch von J. Courtney Sullivan am liebsten gelesen. Umgeben von Februarschnee hat es angesichts des bevorstehenden internationalen Frauentags zwar nachdenklich gemacht, doch ebenso und immerhin auch einen angenehmen Vorgeschmack auf sommerlich-leichte Lesefreuden.
Rezensionen von Eva Knezicek:
Sommer in Maine von J. Courtney Sullivan
Dieser Titel hält, was er verspricht ... Wohltuend so eine ideologiefreie Sprache!
Mit der typischen Leichtigkeit amerikanischer Schriftsteller/innen erzählt J. Courtney Sullivan die Geschichte einer Familie in ihrem Roman 'Sommer in Maine'. Dieser Titel hält, was er verspricht - wie ein warmer Sommerwind zieht die Geschichte am Leser vorüber. In regelmäßiger Abfolge wechselt die Erzählperspektive des Romans zwischen Alice, Ann Marie, Kathleen und Maggie.
Jede dieser Frauen repräsentiert ihre Generation. Scheinbar eindeutig sind ihre unterschiedlichen Charaktere zu- und ein-ordenbar; doch allmählich verwischen sich jene Grenzen, eindeutige Zuschreibungen lösen sich in so manchen amüsant grotesken Situationen auf. Immerzu makellos und aufgeräumt ist nur das Puppenhaus von Ann Marie. "Sommer in Maine" ist ein Buch frei vom Tiefsinn der deutschsprachigen Literatur, schafft es zugleich aber, nicht in oberflächlichem Geplänkel zu enden. Die Autorin beschreibt die mannigfachen Färbungen menschlicher Beziehungen, ihre unterschiedlichen Ebenen und die Buntheit jeweiliger Gefühlswelten. In einem durchwegs vergnüglichen Grundton wird so manches Problem von gesellschaftlicher Relevanz aufs Korn genommen, gesellschaftliche Tendenzen werden mittels absurder Aneinanderreihung von Beispielen ins Lächerliche verzerrt. Wohltuend so eine ideologiefreie Sprache! Es ist ein unterhaltsamer Roman, die einzelnen Frauenfiguren gewinnen an Plastizität. Ein Stück weit erlebt man ihre erzählten Geschichten.
Rezensionen von Renate Geissler:
Sommer in Maine von J. Courtney Sullivan
Es war für mich ein Genuss, dieses Buch zu lesen!
Es war für mich ein Genuss, dieses Buch zu lesen! Es ist unterhaltsam und spannend geschrieben, kommt, oh Wunder, gänzlich ohne Fäkalsprache aus und bietet interessante, auch zwiespältige Charaktere. Schade, dass es nur 509 Seiten hat! Unbedingt lesenswert !!!
im Shop ansehen weitere Rezensionen von Renate GeisslerRezensionen von HEYN Leserunde Erika Liebminger:
Sommer in Maine von J. Courtney Sullivan
Eine beunruhigende Geschichte über die scheinbar so gut funktionierenden Spielregeln des Zusammenlebens.
Ein schönes Anwesen am Strand von Maine ist Mittelpunkt der Familie Kelleher, die schon immer von ihren irischen Wurzeln besessen und mit dem Land und seiner Geschichte verbunden war. Alice, die 83-jährige Besitzerin hat drei Kinder. Kathleen, die Älteste, betreibt mit dem Gammler Arlo eine Wurmfarm in Kalifornien.
Maggie, ihre Tochter, hatte einen guten Job und war sehr vernünftig, aber wenn es um Männer ging, drehte sie durch. Über Chris, ihren Sohn, wurde nicht gesprochen. Clare ist mit Joe verheiratet und verkauft Devotionalien über das Internet. Sohn Ryan möchte gerne Sänger werden und hat alle Chancen. Patrick, sehr erfolgreich an der Börse, ist mit Ann Marie verheiratet. Beide sind versessen auf Status, Geld und ihre Wirkung auf andere. Ihre Kinder Patty, Fiona und Daniel sind schon erwachsen. Patty lebt in der Vorstadt, ist verheiratet und hat drei Kinder. Fiona ist in sozialen Hilfsprojekten in Afrika unterwegs und Daniel ist im Finanz- und Immobilienwesen.
Alice, immer noch attraktiv, herrschsüchtig und boshaft, bestimmt, wer den Sommer am Strand verbringen darf. Doch diesmal herrscht helle Aufregung, Alice hat den gesamten Besitz nach ihrem Tod der Kirche vermacht und denkt nicht daran, das Testament zu ändern, ist es doch für sie eine Art von Sühne, weil sie sich am Tod ihrer Schwester schuldig fühlt.
Eine beunruhigende Geschichte über die scheinbar so gut funktionierenden Spielregeln des Zusammenlebens.


