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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Lerchie:

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Teuflische Provence von Pierre Lagrange

Mord im Kloster

Der Chorleiter des Klosters St. Gargas in der Provence wird an einem heißen Sommertag dort tot im Lavend3elfeld g3efunden. Er ist brutal gefoltert und getötet worden. Ein Bruchstück des Teufelsliedes hat er in der Hand. Dies ist eine verbotenen alte Melodie, die seit einigen Zeiten unter Verschluss gehalt4en wird.

Albin Leclerc, seines Zeichens Ex-Commissaire, ist sicher, dass die Lösung des Falles in dem Lied liegt. Mit Hilfe einer Handschriftenexpertin versucht er den Code zu knacken. -Weitere Morde passieren und nichts ist so wie es scheint. Eine Katastrophe bahnt sich an.


Meine Meinung
Ich konnte das Buch leicht und flüssig lesen, denn keine Unklarheiten im Text störten meinen Lesefluss. In der Geschichte war ich schnell drinnen, konnte mich auch gut in die Protagonisten hineinversetzen. Als Albin von dem Toten im Lavendelfehlt erfuhr, musste er natürlich sofort dorthin. Dort waren schon die Kollegen Cat Castel und Alain Theroux zugange. Die beiden waren, wie immer, nicht erfreut über Albins Kommen, denn als Ex-Commissaire hatte er dort nichts zu suchen. Doch er berief sich auf seine Rolle als polizeilicher Berater und kam damit auch durch. Ja, er konnte es einfach nicht lassen. Und wie schon so oft fing er auch wieder an zu ermitteln. Dann geschah noch ein zweiter Mord. Die Handschriftensachverständige Camille Dumont entdeckte einen versteckten Code in den Blättern. Doch der Abt des Klosters ließ nicht mit sich reden. Sie durften die Blätter nicht herausgeben, auch nicht enthüllen, was es damit auf sich hatte. Doch es war ein Festival in dem Kloster schon lange geplant, und konnte lt. Abt nicht ver4schoben werden. Obwohl es inzwischen ja schon zwei Tote gab. Doch was hatte das alles mit dem Selbstmord eines Jungen passiert vor etlichen Jahren zu tun? Der geneigte Leser wird es herausfinden. Das Buch hat mir gut gefallen, ist spannend geschrieben, hat mich gefesselt und auch gut unterhalten. Von mir eine Leseempfehlung sowie fünf Sterne.

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Teuflische Provence

Rezensionen von Bibibabby:

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Fliegt, Wilde Schwäne von Jung Chang

Ein faszinierends Buch, das gleichzeitig nicht ganz einleuchtend ist

Ich bin gegenüber diesem Buch zwiegespalten. Einerseits bietet es einen faszinierenden Einblick in das Leben des Autors. Andererseits gibt es jedoch nur sehr wenig Inhalt über die gewaltigen Veränderungen, die China in den letzten 50 Jahren durchlaufen hat.
Als im Ausland aufgewachsener Chinesin dachte ich, dieses Buch würde mir helfen, die Welt besser zu verstehen, in der meine Eltern aufgewachsen sind.

Was ich vorfand, war eine Welt, die meilenweit von der Realität meiner Familie und wahrscheinlich auch vom Leben der meisten Chinesen entfernt ist.
Von Anfang an wird deutlich, dass die Autorin außergewöhnlich ist: als Kind eines hochrangigen Beamten in privilegierten Verhältnissen geboren, mit einer Mutter, die selbst eine Machtfigur ist. Sie verlässt China zu einer Zeit, in der es nur wenigen Menschen überhaupt gelingt, ins Ausland zu reisen. Ihre Suche nach der Wahrheit bringt sie in Konflikt mit der Regierung, was ihre späteren Besuche in China prägt.
Der Anfang des Buches ist ziemlich faszinierend, da ihr Privatleben die schreckliche kulturelle und politische Lage unter Mao sehr deutlich widerspiegelt. Ich fand den Mittelteil etwas langatmig, da die Autorin ihre Recherchen für ihr Buch über Mao beschreibt, und das letzte Drittel konzentriert sich hauptsächlich auf ihre Interaktionen mit der Staatssicherheit. Doch während dieser Zeit spiegeln sich die bahnbrechenden Veränderungen in der chinesischen Gesellschaft kaum im Buch wider.
Die "Geschichte" endet im Jahr 2024 in einem eher pessimistischen Ton, doch ich hatte den Eindruck, dass die Autorin mehr vom Geist Maos heimgesucht zu sein scheint als die heutige chinesische Gesellschaft.

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Fliegt, Wilde Schwäne

Rezensionen von milky:

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Die Straße,4 Audio-CD von Robert Seethaler

Nicht meins

Der Roman "Die Straße" von Robert Seethaler handelt von den Bewohnern der Heidestraße. Die Dauer der Geschichte umfasst ein Jahr und der Roman beschreibt die Augenblicke der unterschiedlichen Anwohner in dieser Straße.
Ich kann nur von der Hörbuchversion sprechen, aber der Roman ist nicht mein Fall.

Als Hörer habe ich keinen Bezug zu den Figuren aufgebaut, vor allem, weil sie keine Namen hatten und die einzelnen Kapitel sehr kurz waren. Der Sprecher Matthias Brandt hat meiner Meinung nach das Beste aus dem Roman geholt, insbesondere durch Anpassung der Stimme und Beton bei den jeweiligen Bewohnern. Jedoch war es als Hörer trotzdem schwierig zu verstehen, wann die Sichtweise gewechselt wird, obwohl eine Pause zwischen zwei Perspektiven gelassen wurde.
Insgesamt war es schwierig zu verstehen, etwas wirr und ohne eine Verbindung zu den Personen, was ich sehr schade finde.

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Die Straße,4 Audio-CD

Rezensionen von e_kieh:

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Wie gut, dass ich ICH bin von Britta Kiwit

Wenig Handlung - viel Affirmation

Die Bilderbuchreihe Wie gut, dass ich ICH bin von Britta Kiwit und Illustratorin Anna Lisicki-Hehn ist ein liebevoll gestaltetes Vorlesebuch für Kinder ab etwa zwei Jahren. Im Mittelpunkt stehen kurze Affirmationen und Mutmachsätze, die Kindern vermitteln sollen: „Ich bin gut, so wie ich bin.“
Besonders gelungen ist die einfache, kindgerechte Sprache.

Die kurzen Reime und wiederkehrenden Botschaften eignen sich hervorragend zum Mitsprechen und geben Kindern ein Gefühl von Sicherheit und Selbstvertrauen. Statt eine klassische Geschichte zu erzählen, begleitet das Buch kleine Alltagssituationen – etwa Unsicherheiten, Stolz oder den Wunsch dazuzugehören und regt Eltern und Kinder zum gemeinsamen Gespräch an. Dadurch wirkt das Buch warmherzig und alltagsnah, ohne belehrend zu sein.
Auch optisch überzeugt das Pappbilderbuch. Die Illustrationen sind farbenfroh, detailreich und zeigen vielfältige Kinder in unterschiedlichen Lebenssituationen. Gerade diese Diversität macht das Buch modern und sympathisch. Die stabilen Seiten sind zudem ideal für kleine Kinderhände gestaltet.
Stärken des Buches sind eindeutig die positive Botschaft, die liebevolle Gestaltung und die Möglichkeit, Selbstwertgefühl schon früh spielerisch zu fördern. Wer jedoch eine durchgehende Handlung mit Spannung oder Abenteuer erwartet, wird hier weniger fündig. Der Fokus liegt klar auf emotionaler Stärkung und gemeinsamen Wohlfühlmomenten.
Insgesamt ist Wie gut, dass ich ICH bin ein sensibles, modernes Kinderbuch, das Kinder ermutigt, sich selbst anzunehmen und stolz auf ihre Einzigartigkeit zu sein. Besonders für Familien, Kitas oder pädagogische Einrichtungen ist es eine schöne Empfehlung für gemeinsame Vorleserituale. Für unsere Familie eignet sich das Buch eher nicht so gut, da es auf wenig Begeisterung der Kinder stößt.

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Wie gut, dass ich ICH bin

Rezensionen von milky:

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Die Mitternachtsreise von Matt Haig

Reise durch die Zeit

In "Die Mitternachtsreise" von Matt Haig zieht das Leben von Wilbur Budd nach seinem Tod nochmal an ihm vorbei. Zu Lebzeiten war er ein erfolgreicher und bekannter, aber auch einsamer Mann.
Mit hat es gut gefallen, dass es im Roman viel um das Lesen und Bücher geht. Gleichzeitig ist es tiefgründig und stellt die Prioritäten im Leben in Frage.

Die Geschichte wird allein aus Wilburs Sichtweise in der personalen Erzählweise (Er-Form) geschrieben. Dadurch besitzt man als Leser zwar noch eine gewisse Distanz zur Hauptfigur, jedoch konnte ich trotzdem eine gute Verbindung zu Wilbur aufbauen und mich in ihn hineinversetzen.
Der Schreibstil ist eher ruhig und bedacht und liest sich sehr flüssig und angenehm.
Fazit: wer ein spannendes Buch sucht, das er kaum aus der Hand legen kann, ist hier falsch. Wer aber ein Buch voller Tiefgang, Lebensphilosophie und Liebe zu Büchern sucht, ist hier genau richtig.

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Die Mitternachtsreise

Rezensionen von Odina:

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Home Before Dark von Eva Björg Ægisdóttir

Verdrängte Erinnerungen

Der Thriller „Home Before Dark" wurde von Eva Björg Ægisdóttir verfasst und erschien am 7. Mai 2026 im Kiepenheuer & Witsch Verlag. Das Buch umfasst 416 Seiten und das Cover weckt bereits das Interesse. In der Geschichte geht es um Marsibil, die sich 1967 heimlich mit einem Brieffreund treffen will, wobei sie sich als ihre Schwester Stina ausgibt.

Als Marsi nicht zu dem Treffen erscheint, verschwindet Stina spurlos. Zehn Jahre später ist der Fall noch immer ungelöst, bis ein Brief aus der Vergangenheit Marsi dazu zwingt, sich der Wahrheit zu stellen.
Der Schreibstil ist angenehm flüssig und schafft von Anfang an eine dichte, spannende Atmosphäre. Besonders gelungen sind die zwei Zeitebenen, durch die nach und nach immer mehr Hintergründe ans Licht kommen und die Geschichte zusätzlich an Reiz gewinnt. Der Wechsel zwischen den Perspektiven von Marsibil und Kristin bringt dabei Dynamik in die Handlung und hält die Spannung konstant hoch, sodass man das Buch kaum aus der Hand legen möchte. Auch die Figuren sind klar und nachvollziehbar gezeichnet. Sie wirken authentisch, entwickeln sich glaubwürdig weiter und sind emotional gut greifbar, was die düstere und beklemmende Stimmung noch verstärkt. Insgesamt ist Home Before Dark ein starker Thriller mit viel Atmosphäre und psychologischer Tiefe.

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Home Before Dark

Rezensionen von Shilo:

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Das Geheimnis des Geigenbauers von Evie Woods

Mehr als nur die Geschichte einer alten Geige

Schon nach den ersten Kapiteln entsteht das Gefühl, dass hinter dieser Geschichte mehr steckt als nur das Geheimnis um eine alte Geige. Unterschiedliche Lebenswege treffen aufeinander und langsam wird sichtbar, wie eng alles miteinander verbunden ist.
Die Handlung nimmt sich Zeit. Trotzdem wurde ich schnell neugierig gemacht, welche Rolle die Geige für die einzelnen Menschen spielt und warum ihre Geschichte über so viele Jahre weitergetragen wird.

Nach und nach fügen sich kleine Details zusammen. Vieles ergibt erst später Sinn.
Besonders interessant waren die verschiedenen Figuren. Devlin, Walter und Gabrielle stehen an ganz unterschiedlichen Punkten im Leben. Gerade deshalb funktioniert ihre Verbindung zu der Geige gut. Manche Begegnungen wirken erst unscheinbar und bekommen später mehr Gewicht.
Das Buch lebt eher von Stimmungen und von den Menschen als von großen Überraschungen. Einige Stellen wirken ruhig und nachdenklich. Immer wieder taucht die Frage auf, was Menschen antreibt, woran sie festhalten und wie Vergangenheit in die Gegenwart hineinwirken kann.
Der Schreibstil liest sich angenehm und ohne unnötige Ausschmückungen. Dadurch fiel es leicht, in die Geschichte einzutauchen. Vor allem die geheimnisvolle Atmosphäre rund um die Geige zieht sich durch das ganze Buch.
Nicht jede Wendung kam unerwartet. Das hat aber kaum gestört, weil die eigentliche Stärke woanders liegt. Eher in den Verbindungen zwischen den Figuren und darin, wie ihre Geschichten langsam zusammenfinden.
Am Ende bleibt weniger das Geheimnis selbst im Kopf, sondern eher die Menschen dahinter. Genau das macht dieses Buch besonders.
5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.

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Das Geheimnis des Geigenbauers

Rezensionen von Elisabeth Brückler:

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Höchste Zeit? von Franz J. Schweifer

Höchste Zeit

Das Zeit-Buffet ist angerichtet. Mit dem Buch „Höchste Zeit“ ist es Franz Schweifer wieder einmal gelungen, das Thema Zeit tiefsinnig, heiter und kreativ aufzubereiten. Jedes TempoGramm ist von erlesenem Zeitgeschmack, raffiniert mit Wortwitz garniert. Im Alltag taucht immer wieder eines dieser Tempogramme auf, inspiriert mich und erhebt meine Stimmung über den Alltagsnebel.

Sehr gelungen, sehr wertvoll, sehr empfehlenswert. Und zu 100 % KI-frei, genauso wie diese Rezension.

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Höchste Zeit?

Rezensionen von clematis:

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Die Töchter von Usedom - Rückkehr nach Swinemünde von Jessica Weber

Schatten des Krieges

Der Erste Weltkrieg wirft seine Schatten voraus, weshalb das Leben zwischen Berlin und Swinemünde noch komplizierter wird als es für Lilo und ihre Familie ohnehin schon ist. Die junge Krankenschwester wäre lieber Ärztin und ihre Gefühle für Max verdrängt sie, um nicht als abhängige Ehefrau zu enden.

Wie gewohnt, erzählt Jessica Weber eine aufregende Geschichte voller Gefühl und Empathie, fängt ein weiteres Stück Zeitgeschehen bestens in diesem Roman ein. Die komplizierten Familienverhältnisse versteht man wohl eher dann, wenn man die beiden Vorgängerbände schon kennt, die wesentlichen Eckpunkte werden aber gut zusammengefasst. Die Zukunft ist auf Sand gebaut – dieses Sprichwort erhält hier leider eine traurige Bedeutung, verfolgt man das Leben von Lilo und Tilda, jener beiden Cousinen, welche diesmal im Vordergrund stehen und die Wirren des Ersten Weltkrieges überstehen müssen. Verzweiflung, Angst, aber auch Stärke und Mut, sowie ein enger Zusammenhalt in der Familie, wenn es wirklich darauf ankommt, das sind die wesentlichen Stützpfeiler in jener schwierigen Zeit, die nicht nach Plänen fragt, sondern das Augenmerk auf die Gegenwart legt.

Teil 3 fügt sich perfekt in die Reihe ein und ist mit seinen sympathischen Charakteren jedenfalls eine Leseempfehlung wert!

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Die Töchter von Usedom - Rückkehr nach Swinemünde

Rezensionen von Peachybookdreams :

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Weavingshaw von Heba Al-Wasity

Die Geheimnisse von Weavingshaw

- Als großer Fan von gotischen Geschichten stand Weavingshaw ganz hoch oben auf meiner Leseliste. Leider konnte es mich nicht ganz so sehr fesseln, wie erhofft.-

Der Schreibstil hat mir an sich gut gefallen. Für meinen Geschmack hätten die optischen Beschreibungen zur Umgebung und den Räumlichkeiten noch etwas detaillierter sein können, denn gerade die gotische Architektur bietet da tolle Beschreibungsmöglichkeiten.

Was mich gestört hat, war das Pacing. Die erste Hälfte des Buches beschäftigt sich hauptsächlich damit, dass Leena bei St. Silas arbeitet und versucht, aus ihm schlau zu werden. Das hat die Geschichte schon ziemlich in die Länge gezogen. Die zweite Hälfte ist da deutlich actionreicher, und befasst sich auch endlich mit Weavingshaw. Es gab viele Subplots (die politische Lage, Rückblicke von Geistern, die Blackcoats, die Wake, und was es mit den Dämonen auf sich hat, etc.), aber es wird häufig zwischen diesen Punkten hin und her gesprungen, weshalb sich leider auch hier bei mir nicht wirklich Spannung aufgebaut hat. Auch der Schauer-Aspekt ist mit der Zeit etwas schwächer geworden.

Leena wagt alles, um ihren Bruder zu retten, denn sie trägt die alleinige Verantwortung für seine Genesung. Für die rettende Medizin beichtet sie ihr streng gehütetes Geheimnis - dass sie Geister sehen kann - an den Saint der Stille. Damit ihr Silas hilft, muss sie ihm bei seinen Beichten über anwesende Geister Bericht erstatten. Dass sie sich vor dem Saint nicht klein macht, hat sie mir gleich sympathisch. Trotz ihres Muts kämpft sie immer wieder mit dem Gefühl, nicht dazuzugehören, nicht nur wegen ihrer Gabe, die bei den Leuten für Getuschel sorgt, sondern auch wegen ihres Migrationshintergrunds. Leenas Erfahrungen und die Kombination aus realen und fiktiven Problemen sind der Autorin wirklich gut gelungen. 

Saint Silas hat mich an eine düstere Version von Mister Darcy erinnert. In der ganzen Stadt ist er berüchtigt für seine grausamen Strafen an jene, die ihm belügen. Seinen Charakter fand ich super mysteriös und undurchsichtig, was mir sehr gefallen hat. Mit der Zeit lernt man, wieso er die Geheimnisse anderer sammelt, dennoch werden seine Taten dadurch nicht gerechtfertigt. Sein Charakter bekommt zwar mehr Nuancen, trotzdem bleibt er noch immer moralisch grau. 

Die Annäherung der beiden ist wirklich sehr langsam, aber bei so vielen Büchern, die als Enemies to Lovers vermarktet werden, himmeln sich die Protagonisten gleich bei der ersten Begegnung an. Das war glücklicherweise hier nicht der Fall. Es gab einen Auslöser, wodurch sich die beiden anvertrauen, dennoch hat es mich etwas gewundert, dass Silas sich dadurch fast gänzlich geöffnet hat. Trotzdem bleibt die Beziehungsentwicklung schleichend. Es war spürbar, wie sich die beiden nacheinander sehnen, nur um dann doch noch nicht den Schritt zu wagen. Dieses leise, konstante Knistern hat es geschafft, dass ich trotz Kritikpunkten sehen möchte, wie sich die Beziehung im nächsten Band entwickelt. 

Fazit: Obwohl mich die Geschichte nicht in allen Aspekten abholen konnte, würde ich das Buch dennoch jedem Fan von düsteren Fantasy-Geschichten empfehlen. Die einzelnen Elemente der Geschichte haben mir gefallen, aber mit dem langen Pacing hat es nur wenig Spannung in mir erzeugt. Wegen der Protagonisten und ihrer Dynamik werde ich dennoch dem zweiten Band eine Chance geben. 3-3,5 Sterne

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Weavingshaw