Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Anndlich:
Das Internat für magische Talente. Unruhestifter willkommen! (Band 1) von Nicki Pau Preto
Last Hope
Die zwölfjährige Lavinia ‚Vin‘ hat versehentlich etwas in Brand gesteckt und das bedeutet für sie erneut ein Schulwechsel. Vins letzte Hoffnung: das Internat für magische Talente. Eine Schule, die sich mit den Unruhestiftern beschäftigt und jenen eine Chance gibt, die auf herkömmlichen Schulen keine mehr bekommen.
Hier trifft Vin nicht nur auf Schüler:innen, die ähnliches wie sie erlebt haben, sondern findet auch zum ersten Mal Freund:innen. Während Vin sich mit ihren magischen Fähigkeiten und der Beherrschung jener beschäftigt, kommt etwas Dunkles auf das Internat zu und Vin steht im Mittelpunkt all dessen.
Das Internat für magische Talente von Nicki Pau Preto ist ein magisches Abenteuer für Kinder ab zehn Jahren. Der Einstieg ist die Geschichte ist etwas ruhiger und benötigt ein wenig Geduld, um in das Abenteuer zu kommen. Zwar ist Vin direkt eine sympathische Protagonistin, dennoch wiederholt sich einiges und es passiert erstmal wenig. Auch auf dem neuen Internat geht es zu Beginn erstmal etwas ruhiger daher, doch sobald es zu den ersten Unruhen kommt, beginnt der Lesespaß und es bleibt bis zum Schluss spannend. Besonders das Ende konnte Gefallen, das direkt Lust auf den nächsten Band macht, ohne einen allzu großen Cliffhanger darzustellen, es zeigt viel mehr das nächste (noch größere) Abenteuer.
Neben spannenden Szenen kann das Buch vor allem mit einer besonderen Freundschaft zwischen den ‚Unruhestiftern‘ Vin, Araminta, Gilly und Theo überzeugen. Die Vier unterstützen sich nicht nur, sondern geben vor allem Vin eine Sicherheit, die sie zuvor nie kennengelernt hat. Ein besonderes Highlight ist jedoch der Feuergeist mit dem wunderbaren Namen ‚Brucifer‘, der nicht nur für humorvolle Szenen sorgt, sondern auch zeigt, wie man Vertrauen und Loyalität gewinnt.
Das Internat für magische Talente beginnt zwar ruhig, wird dann aber ein interessanter Auftakt, der Lust auf mehr macht.
Rezensionen von Sophie H.:
Seaside Sisters 1: Lenes Inselsommerglück von Mia Andersen
Perfekte Ferienlektüre
Amba und die Zwillinge Elsa und Lene verbringen jede freie Minute miteinander. Die Sommerferien haben begonnen und damit auch die Hauptsaison auf der Insel Rosenholm, auf der die Eltern der Zwilling die Pension Silbermöwe führen. Gerne helfen die Zwillinge in der Pension, aber nun stehen auch Strand und Vanilleeis auf dem Programm.
Außerdem möchte Lena sich an einem Schreibwettbewerb beteiligen. Aber wie soll sie sich auf das Schreiben konzentrieren, wenn sie immerzu an Mats denken muss? Und dann steigen auch noch Frida und ihre Mutter in der Silbermöwe ab und Mats scheint nur noch Augen für Frida zu haben. Dummerweise sind Frida und ihre Mutter gekommen, um zu bleiben. Sie planen gerade ihren Umzug nach Rosenholm. Muss Lene Mats nun vergessen?
Und dann sind da noch die unmöglichen Jensens, die einen jungen Heuler in Gefahr bringen und sich auch sonst so ziemlich danebenbenehmen.
Bei diesem Buch handelt es sich um den gelungenen Auftakt der Reihe „Seaside Sisters“. Vier Bände sind geplant. Jedes Mal steht ein anderes Mädchen der Seaside Sisters im Mittelpunkt. In diesem Buch ist es Lene, die gerne Journalistin werden möchte. Wer selber gerne Journalistin werden möchte, bekommt auf vier DIY-Seiten jede Menge wertvolle Informationen zu diesem Beruf.
Besonders gut hat uns auch die Aufmachung des Buches gefallen. Das Cover ist liebevoll gestaltet und auch im Innenteil gibt es viele farbige Illustrationen. Sogar eine Doppelseite im Comic-Stil wartet im Mittelteil.
Das Buch lässt sich leicht und flüssig lesen und ist perfekt für die Zielgruppen „Mädchen ab 10 Jahren“. Von uns gibt es die volle Empfehlung!
Rezensionen von Katja K.:
The Iced Caramel Coffee Agreement von Kyra Groh
Von der Kunst, sich in ganz unterschiedliche Charaktere glaubhaft hineinzuversetzen
Kyra Groh ist für mich eine Meisterin der liebenswert authentischen RomComs, die mich mit ihrem Wortwitz und ihren bildhaften Vergleichen immer wieder zum Lachen bringt. Ich bewundere ihr Talent, sich in ganz unterschiedliche, auch unbequeme oder "anstrengende" Charaktere glaubhaft hineinzuversetzen und diesen eine eigene Stimme zu geben.
Auch hier fand ich besonders beeindruckend, dass sich die POV von Nore und Dex im Ton deutlich unterschieden haben und man sie nicht nur anhand der Überschriften auseinanderhalten konnte, wie es leider sonst oft der Fall ist. Beide Charaktere haben mir sehr gut gefallen. Es sind nicht die typischen wunderhübschen 0815 Protagonisten, sondern sie haben auch äußerlich ihre Eigenarten, durch die sie aber umso liebenswerter und schöner wirken. Dex war eine willkommene Abwechslung zu den typischen muskulösen, sportlichen und wortkargen Männern des Genres und Nore zu den oft etwas vorlauten, chaotischen und unangepassten Frauen.
Die Liebesgeschichte fand ich wunderschön dargestellt, ich bin ein bisschen dahingeschmolzen. Und ich konnte die Persönlichkeitsentwicklung von beiden gut nachvollziehen und spüren. Nores Selbstzweifel waren mir zwischendurch ein bisschen zu überspitzt dargestellt, aber das hat meinem Lesevergnügen keinen Abbruch getan.
Fazit: Diese herrlich frühlingshafte RomCom ist etwas fürs Herz und ich kann sie nur wärmstens empfehlen!
Rezensionen von Krani:
Geschwister von Moa Herngren
Tragisch
Ulrika, Andrea und Rasmus sind Geschwister. Sie alle sind erwachsen. Die Erinnerungen an die gemeinsame Kindheit sind sehr unterschiedlich. Jedes der drei Kinder berichtet aus seiner Sicht von den prägendsten Momenten.
So wird das Empfinden jedes einzelnen Geschwisterkinds sehr begreiflich. Gemeinheiten und Missverständnisse zwischen den Geschwistern werden plausibel und scheinen beinahe zwingend.
Tragischerweise liegen all die guten Momente, die es zwischen ihnen gab, schon Jahrzehnte zurück.
Schwer erträglich fand ich Andrea, die Mittlere, die im Buch den größten Raum einnimmt. Sie scheint sehr engagiert für das, was sie unter Familie versteht. Sie reißt alles an sich und macht sich damit selber den größten Stress. Aber es fehlen ihr wesentliche Informationen über ihre Kindheit, die die ältere Schwester besitzt. Der später Geborene hat wiederum eine ganz andere Sicht.
Mir kam das alles sehr realistisch vor. Die Hauptpersonen sind glaubhaft, selbst Andrea. Zum Ende hin entsteht eine Zuspitzung, die weh tut.
Für ein besseres Verständnis der kompletten Geschichte fehlte mir die Sicht der Mutter.
Rezensionen von Anndlich:
Weil sie lügt von Caroline Seibt
Wem kannst du trauen?
Annas Schwester Juli ist vor über einem Jahr verschwunden. Die Polizei ist sich sicher, dass sie ermordet wurde und beschuldigt den Vater der beiden Mädchen. Anna leidet nicht nur unter dem Verlust ihrer Schwester, sondern auch an den Beschuldigungen, trotzdem versucht sie stark zu sein, für sich, ihre Eltern und vor allem für ihren kleinen Bruder Leon, der Anna am dringendsten benötigt.
Doch während Anna kämpft und nach den wahren Ereignissen sucht, erzeugt die Polizei einen immer größeren Albtraum für ihre Familie.
Weil sie lügt von Caroline Seibt ist ein temporeicher Psychothriller. Seibt schafft eine unglaubliche Atmosphäre und erzeugt durch mehrdeutige Sätze ein unfassbares Spannungsfeld, sodass am Ende kaum ein Charakter übrig bleibt, dem man zu Hundertprozent trauen würde. Durch kurze Kapitel, die ständig mit einem Cliff enden und einem stetigen Perspektivwechsel zwischen Anna Brunner und der Ermittlerin Katharina Engels entwickelt sich das Buch schnell zu einem Pageturner.
Ich bin wirklich begeistert von dem Tempo, dass das Buch innerhalb kürzester Zeit erzeugen konnte und aufgrund der geladenen Atmosphäre wollte ich ständig weiterlesen. Auch das Ende hält einige Überraschungen parat, trotzdem gab es auch ein paar Kritikpunkte. Für mich bleiben nach Beenden des Buchs leider noch zu viele Fragen offen, die sich am Ende nach einer Lücke bzw. teilweise nach Logikfehler anfühlen. Durch die unterschiedlichen Perspektiven bekommen wir auch eine tiefgründige Geschichte, daher fehlte mir bei der Auflösung genau das.
Trotzdem kann ich Weil sie lügt jedem empfehlen, der auf temporeiche Psychothriller steht!
Rezensionen von Shilo:
People in Love von Claire Daverley
Wenn das Leben andere Wege zeigt
Dieses Buch nimmt sich Zeit für seine Figuren. Viele Gedanken, Erinnerungen und unausgesprochene Gefühle bekommen Raum, ohne dass dabei ständig etwas Spektakuläres geschehen muss. Als Bren wieder in Noras Leben tritt und ihre Zukunft mit Robin ins Wanken gerät, entsteht eine Geschichte über verpasste Chancen, Sehnsüchte und die Frage, welcher Weg wirklich der richtige ist.
Vieles entwickelt sich langsam, was gut zu der Geschichte passt. Die Figuren wirken nicht perfekt und gerade dadurch glaubwürdig. Manche Entscheidungen sind nicht immer leicht nachzuvollziehen, gleichzeitig macht genau das ihren Reiz aus. Die Gefühle stehen deutlich im Mittelpunkt, bleiben dabei aber angenehm zurückhaltend. Dadurch entstehen viele ruhige Momente, die oft stärker wirken als große Dramatik.
Im Mittelpunkt steht die Verbindung zwischen Nora, ihrem langjährigen Freund Robin und Bren, der nach vielen Jahren plötzlich wieder auftaucht. Gerade dieser Konflikt zwischen Vertrautem und dem, was nie ganz vergessen wurde, trägt die Geschichte über weite Strecken. Interessant ist dabei, dass keine der Figuren nur richtig oder falsch handelt. Ihre Entscheidungen wirken nachvollziehbar, auch wenn sie nicht immer leicht zu verstehen sind. An manchen Stellen zieht sich die Handlung jedoch etwas, weil bestimmte Gedanken und Zweifel mehrfach aufgegriffen werden.
Die Geschichte lebt weniger von überraschenden Wendungen als von den leisen Zwischentönen. Nicht jede Passage fesselt gleichermaßen, dennoch bleibt das Schicksal der Figuren bis zum Schluss interessant. Vor allem die Fragen nach verpassten Möglichkeiten, dem richtigen Zeitpunkt und den Folgen früherer Entscheidungen bleiben noch eine Weile im Kopf. Eine ruhige, gefühlvolle Geschichte, die nicht auf große Effekte setzt.
Eine gute Wahl für alle, die charakterstarke Liebesgeschichten mit viel Gefühl und wenig Kitsch bevorzugen. 4 Sterne und eine Leseempfehlung.
Rezensionen von Shilo:
Wenn die Wellen uns berühren (Liebesroman) von Josefine Weiss
Eine Geschichte mit starken Momenten
Marlene hat ihr Leben über viele Jahre nach festen Regeln ausgerichtet. Die überstandene Krebserkrankung liegt zwar hinter ihr, doch die Sorge vor einem Rückschlag begleitet sie weiterhin. Dadurch wirkt vieles, was sie tut, verständlich. Sie wägt ab, denkt voraus und versucht, Risiken möglichst zu vermeiden.
Schon früh wird deutlich, wie unterschiedlich Marlene und Tomme sind. Während sie vieles kontrollieren möchte, folgt er oft seinem Gefühl. Er lebt nah am Meer, arbeitet mit Menschen und begegnet dem Leben deutlich lockerer. Dieser Gegensatz sorgt dafür, dass die gemeinsamen Szenen lebendig wirken. Beiden nähern sich langsam an, ohne dass die Geschichte daraus ein großes Schauspiel macht.
Immer wieder führen kleine Begegnungen dazu, dass Marlene ihre gewohnten Grenzen hinterfragt. Oft sind es keine großen Ereignisse, sondern eher unscheinbare Momente. Ein Gespräch, ein gemeinsamer Blick aufs Wasser oder Situationen, in denen sie merkt, wie sehr ihre Angst noch immer ihren Alltag bestimmt.
Rund um die Surfschule entsteht eine angenehme Atmosphäre. Das Meer ist fast ständig präsent. Mal ruhig und einladend, mal rauer und unberechenbar. Dadurch passt die Umgebung gut zu dem, was in Marlene vorgeht. Die Landschaft wird nicht überladen beschrieben, ist aber dennoch deutlich spürbar.
Auffällig ist, dass die Krankheit nie einfach vergessen wird. Sie steht nicht auf jeder Seite im Mittelpunkt, verschwindet aber auch nicht. Stattdessen begleitet sie Marlene wie ein leiser Schatten. Dadurch werden viele ihrer Gedanken nachvollziehbar und geben der Geschichte eine zusätzliche Ebene, die über die Liebesgeschichte hinausgeht.
Mit der Zeit verändert sich etwas in ihr. Nicht plötzlich und auch nicht durch einen einzelnen Moment. Vielmehr entsteht nach und nach der Eindruck, dass sie beginnt, wieder mehr zuzulassen.
Auch als sich die Lage zuspitzt und sich dunklere Zeiten ankündigen, bleibt der Roman seiner ruhigen Erzählweise treu. Statt auf große Effekte zu setzen, konzentriert er sich auf die Menschen und ihre Gefühle.
Während des Lesens rückt weniger die Frage in den Vordergrund, was als Nächstes passiert. Interessanter ist, wie Marlene mit ihren Ängsten umgeht und ob sie den Mut findet, ihrem Leben wieder mehr Raum zu geben.
Am Ende stehen keine perfekten Menschen im Mittelpunkt, sondern Figuren mit Sorgen, Hoffnungen und Unsicherheiten. Und genau das macht den Roman angenehm zu lesen. Zwischen Meeresluft, vorsichtigen Gefühlen und dem Wunsch nach einem Neuanfang entwickelt sich eine Geschichte, die ruhig erzählt wird und dennoch lange genug Stoff zum Nachdenken bietet. 4 Sterne und eine Leseempfehlung.
Rezensionen von liesmal:
Jesus, Füße runter! von Jonas Goebel
Jesus ist einer von uns
Mir gefällt die besondere, neue, moderne, etwas andere Art, wie Jonas Goebel Jesus mitnimmt in sein Leben und mit seinen Büchern auch vielen Menschen davon erzählt. Manchmal ist es wirklich ganz schön schräg.
Auch aus meinem Leben ist Jesus nicht wegzudenken, er ist immer dabei. Allerdings habe ich ihn noch nicht so salopp erlebt wie Jonas und Trixi.
Dabei weiß ich schon, dass er „Einer von uns“ ist.
Ganz toll finde ich, an wie vielen Stellen die Erzählung mit der Bibel eng verbunden ist, ohne dass man es merkt. So soll es gerne sein.
Meine Lieblingsstelle in dem Buch ist auf dem Spielplatz. Jesus und die Kinder: Das hat mir immer schon gefallen.
Sehr gern empfehle ich das Buch und ein Leben mit Jesus.
Rezensionen von HEYN Leserunde, Barbara Maria Angerer:
Guten Morgen, schönes Wetter heute von Tanja Kokoska
Ein buntes Kaleidoskop der Mitmenschlichkeit
Mit großem Können und einer noch größeren Portion Warmherzigkeit gelingt der Autorin Tanja Kokoska, eine bunte Mischung von Menschenschicksalen mit all ihren Herausforderungen, Sehnsüchten und Träumen zu erschaffen. Ich werde als Leserin hineingezogen in die kleinen Welten von Alt und Jung und nehme Anteil an ihren Lebensentwürfen und Schicksalen.
Die existenzielle Bedrohung durch das Auffinden einer scharfen Bombe aus dem 2. Weltkrieg, macht aus dem gelebten Nebeneinander ein herzerwärmendes Miteinander. Schicksale bleiben weiter offen, aber die Atmosphäre hat sich geändert und wurde zu einem bunten Kaleidoskop der Mitmenschlichkeit. Ein wunderbares Buch, unbedingte Leseempfehlung.
Rezensionen von FogandBooks:
West of Wicked. Folge deinem Verlangen von Nikki St. Crowe
Wenn das Märchen-Retelling zum Fehlgriff wird
Ich bin generell einfach überhaupt nicht der Märchentyp und habe noch nie Märchen gemocht, weshalb mich auch Der Zauberer von Oz im Original nie gereizt hat. Trotzdem dachte ich mir bei West of Wicked, ich probiere es mit diesem Buch und dem Genre einfach mal aus. Hätte ja sein können, dass mich diese düstere Version total abholt und voll meinen Nerv trifft.
War aber leider überhaupt nicht der Fall und am Ende stand für mich hier leider eine Enttäuschung.
Der Einstieg fiel mir dank des angenehmen Schreibstils der Autorin zwar recht leicht, allerdings zog sich die erste Hälfte der Geschichte für meinen Geschmack ziemlich in die Länge. Obwohl das Buch ab 18 Jahren empfohlen wird, wirkte die Welt anfangs seltsam jung. Es las sich eher wie ein jugendliches Fantasybuch voller bunter Farben und feenartiger Hexen, gemischt mit einem sehr langsamen Farmeralltag in Kansas. Erst in der zweiten Hälfte zieht das Tempo an, es wird endlich actionreicher und die düstere, atmosphärische Stimmung kommt zum Tragen. Das Ende war sogar richtig spannend und hatte ein paar unvorhersehbare Wendungen im Gepäck, die mich dann doch noch etwas fesseln konnten. Ein echtes Problem hatte ich allerdings mit den Charakteren, zu denen ich kaum eine Verbindung aufbauen konnte. Dorothy ging mir mit ihrer naiven Art streckenweise ziemlich auf die Nerven, da sie die fremde Fantasywelt kaum hinterfragt und Fremden viel zu schnell ihr blindes Vertrauen schenkt. Der sexy Anteil, mit dem das Buch so groß beworben wird, war für mich leider ein totaler Reinfall. Der Spice war wirklich mau, wirkte extrem aufgesetzt und kam in den unpassendsten Momenten. Gleich zu Beginn gibt es eine ausführliche Szene mit einem Nachbarn, den man als Leserin noch gar nicht kennt, und auch später wird mitten auf der Flucht munter drauflosgeknutscht, was für mich die komplette Dynamik gekillt hat.
Die Vogelscheuche alias Rook war zwar optisch der absolute Mr. Perfect, aber seine Plot-Twists waren durch den Mangel an anderen Figuren leider meilenweit vorhersehbar und konnten mich nicht überraschen. Mein heimliches Highlight war tatsächlich der Blechmann, der hier als drogenabhängiger Söldner dargestellt wird. Seine düstere Hintergrundgeschichte und seine geheimnisvolle Fassade waren mit Abstand das Spannendste am ganzen Buch. Erzählt wird die Geschichte aus sehr vielen verschiedenen Perspektiven in recht kurzen Kapiteln. Das nimmt der Story leider extrem die Tiefe und den Raum zum Atmen. Kaum hat man sich in eine Figur hineingeversetzt, springt die Sichtweise schon wieder um. Dadurch blieben viele Charaktere, wie zum Beispiel die Hexen, total blass und kaum greifbar. Auch kleine Logikfehler, wie Dorothys plötzliche Verhütungs-Amnesie, obwohl sie absolut keine Kinder will, haben das Ganze für mich nicht besser gemacht.
West of Wicked rettet sich durch eine spannende zweite Hälfte und den coolen Blechmann-Charakter zwar noch auf solide 2 Sterne, war für mich aber letztendlich ein absoluter Fehlgriff. Das Experiment ist gescheitert und ich bleibe in Zukunft definitiv ganz weit weg von allem, was auch nur im Entferntesten mit Märchen zu tun hat. Den zweiten Band werde ich mir sparen.











