Kunden em pfehlungen
Rezensionen von fantasia:
Ochsenkopf von Manik Sarkar
Mehr Ochse, denn Unternehmer
Was für ein Buch! Ich habe es geliebt. Schräg, witzig, aber auch nachdenklich stimmend. Wie kommt man nur auf die Idee, über einen Mann zu schreiben, der das Metzgerhandwerk über alles liebt und die Philosophie des Fleischverarbeitens für sich entdeckt hat?
Gut, man hätte sich auch ein Buch über einen Konditor oder Maurer vorstellen können- denn eigentlich geht es darum, über einen Menschen zu schreiben, der perfekt ist in seinem Tun, aber letztendlich in der Welt scheitert, da er das Business nicht beherrscht.
Buchhaltung, Werbung, Kundenkontakt, das ganze Drumherum, das oft wichtiger ist als das eigentliche Geschäft, ist ihm ein Buch mit sieben Siegeln. Introvertiert, wenig Kontakt zur Außenwelt, einzig die Perfektion bei der Ausübung des Handwerks zählt für ihn. Er passt einfach nicht in diese Welt und muss scheitern.
Aber genau diese Fleischer-Ochsenkopf-Mentalität ist dann das Besondere, was sich auch in der Sprache zeigt. “Allen sturen Ochsenköpfen“ ist dieses Buch gewidmet und der Protagonist „breit wie ein Ochse, massige Oberarme (…), vom Sägen und Hacken und Heben: zähe, sehnige Muskelmasse. Einmal hatte er ein Stierkalb eingekauft, in dessen starren Augen er sich selbst wieder erkannte.“ (S.100) „Niemand konnte sich besser in ein Tier hineinversetzen als er, vor allem in die Kuh, unangefochtene Königin des Tierreichs.“ (S.126) - brilliant formuliert und exakt auf das Thema zugeschnitten.
Rezensionen von clematis:
Tanz der Ahornblätter von Sarah Lark
Der weite Weg zu Gold und Glück
Die adelige Vivian lässt sich von der Abenteuerlust des Stallmeisters Ross anstecken und bucht mit dem weit unter ihrem Stand stehenden jungen Mann kurzerhand eine Schiffspassage von England nach Kanada, um ihr Glück auf den verheißungsvollen Goldfeldern zu suchen. Dass der Weg weiter und sehr viel beschwerlicher ist als gedacht, stellt sich natürlich erst auf der Reise heraus.
In zwei großen Handlungssträngen, welche im Laufe der Kapitel zusammengeführt werden, erzählt Sarah Lark auf beeindruckende Weise, wie es den Auswanderern und Abenteurern um 1860 wohl ergangen sein mag. Besonders beeindruckend ist die Tatsache, dass einigen Figuren im Buch historisch belegte Personen als Vorbild gedient haben und viele wahre Begebenheiten in die fiktive Handlung miteingeflossen sind. Zudem sind es die wunderbaren Landschaftsbeschreibungen und die vielen kleinen Details zum Land und zur indigenen Bevölkerung, welche dem Roman seine Lebendigkeit und Authentizität verleihen. Einer – für mich – unvorstellbaren Reise folgt eine aufregende Zeit des Goldschürfens, welche jedoch ernüchternd ist aufgrund des geringen Ertrages und der schwierigen Lebensumstände weitab der gewohnten Zivilisation. Weitere interessante Themen bereichern die Geschichte, seien es Tanz und Theater, Pferde und Wettrennen und natürlich die Beweggründe, welche überhaupt erst den Goldrausch ausgelöst haben.
Epische 600 Seiten, welche die Zeit im Nu verstreichen lassen, begeistern durch bildhafte Beschreibungen, bestens charakterisierte Personen und eingehende Recherche, sodass das Lesen dieses Romans zum wahren Vergnügen wird. Wann folgt Band 2 der Kanada-Dilogie?
Rezensionen von peppi:
Wirf einen Schatten von Elena Fischer
Joseph
Im Mittelpunkt von "Wirf einen Schatten" von der Autorin Elena Fischer steht Bauer Joseph. Er lebt allein auf seinem abgelegenen Hof. Er hat sich von der Welt zurückgezogen und steckt tief in Trauer und Schuldgefühlen fest.
Seine Frau und sein Sohn haben ihn verlassen und sind in die Stadt gezogen.
Lis , seine Ehefrau, hat das Leben auf dem Hof nicht mehr ausgehalten. Joseph war ein Mensch, der nur noch funktioniert hat. er spricht nicht und zieht sich immer mehr zurück.
Als jemand an seine Tür klopft und seine Hilfe braucht, wird sein festgefahrenes Leben durcheinander gebracht. Er hilft und wird gezwungen sich wieder mit seiner Welt und mit seinen eigenen Gefühlen auseinanderzusetzen.
Der Roman zeigt, wie schwer es ist aus einer tiefen Dunkelheit herauszufinden. Aber auch, dass es manchmal nur einen unerwarteten Kontakt oder einen kleinen
Moment braucht, um wieder Hoffnung zu spüren.
Meine Leseempfehlung!
Rezensionen von C. P.:
The Rainshadow Orphans von Naomi Ishiguro
Future-Technologie kombiniert mit alter Magie
Willkommen in Rainshadow City, der Hauptstadt des Rainshadow-Archipels. Aus der einstigen Insel der Holzwirtschaft und Fischerei erwuchs dank besonderer Mineralvorkommen ein technologischer Spitzenreiter, der Seinesgleichen sucht. Und die Kaiserin plant bereits den nächsten technologischen Meilenstein in der Geschichte des Fortschritts.
Flüchtlinge sind übrigens unerwünscht.
Gemeinsam mit der Autorin Naomi Ishiguro begleitet man eine handvoll junger Leute verschiedener Herkunft für zwei Tage auf dieser Insel. Und diese kurze Zeit hat es in sich. Die 17-jährige Toshiko und ihre beiden älteren Ziehgeschwister haben sich aus dem Armenviertel, in welches Flüchtlinge abgeschoben werden, illegal in die Stadt durchgekämpft und versuchen gerade, in das Palastgelände der Kaiserin vorzudringen. Immer im Hinterkopf, den einstigen Mörder ihrer Adoptivmutter aufzuspüren, ein Mitglied der Lucky Crows, der rein zufällig beim heutigen Palastfest vor Ort ist. Durch einen Zufall kann Toshiko ihm eine Perle entwenden, ohne zu ahnen, welche Geschehnisse sie damit in Gang setzt. Ebenfalls auf dem Fest anwesend ist Haru, der 10-jährige Sohn der Kaiserin, der in Kürze eine ungewöhnliche Begabung an sich bemerken wird. Zuletzt kommt Theo hinzu, ein Flüchtling, der von der Anführerin der mächtigen Lucky Crows einen ganz besonderen Auftrag bekommen wird.
Haru spürte die Aufmerksamkeit des Drachen auf sich ruhen wie ein Lichtkegel, der aus dem Himmel herabfiel. (Zitat)
Der Roman ist der erste Teil einer angekündigten Trilogie. Auf angenehm kreative Weise verknüpft die Autorin Zukunftstechnologien mit alter Magie, lässt Bots und Drachen mitspielen und die Gefolge zweier mächtiger Herrscherinnen gegeneinander antreten. Das Magiesystem ist hierbei leicht verständlich.
Generell lässt sich die Autorin Zeit, ihre Geschichte zu erzählen. Perspektivenwechsel sorgen für ausreichend Vielfalt, einige inhaltliche Wiederholungen hätten m.E. nicht sein müssen. Ebenso ist das Verhalten der Teenager Toshiko und Theo manchmal etwas blauäugig oder unüberlegt, was nicht immer zum Charakter passt. Die beginnende Romanze zwischen den beiden nimmt sehr wenig Raum ein, ebenfalls hat die Autorin hier auf gängige Klischees verzichtet. Als positiv empfand ich zudem, wie aktuelle Gesellschaftsthemen in die Handlung eingebaut wurden wie der Missbrauch von Zukunftstechnologien, soziales Ungleichgewicht, Machtmissbrauch oder Kriminalität. Das Ende kommt ebenfalls ohne großen Cliffhanger aus, es wirkt eher wie der erste abgeschlossene Teil einer längeren Erzählung. Im optisch wunderschön gestalteten Buch befindet sich zudem eine reichverzierte Karte der Insel.
Rezensionen von ib:
Pina fällt aus von Vera Zischke
Alles wird gut!
Ich habe den Roman „Pina fällt aus“ zum Muttertag von meiner Tochter geschenkt bekommen. Als Pina, Mutter des autistischen Sohnes Leo plötzlich mitten auf der Straße umfällt und ins Krankenhaus eingeliefert wird, steht nicht nur ihr Sohn sondern alle Menschen im Wohnhaus vor großen Herausforderungen.
Besonders interessant fand ich, wie unterschiedlich die Menschen in dem Buch sind und wie sie dennoch nach und nach zueinanderfinden, wie in einer großen Familie.
Die Autorin erzählt einfühlsam von Einsamkeit, Verantwortung und Zusammenhalt. Vor allem Leo und die Menschen um ihn herum wachsen einem schnell ans Herz. Die Geschichte ist emotional, ohne kitschig zu wirken, und regt zum Nachdenken an. Ich habe mich oft in der ein oder anderen Äußerung oder Denkweise von den Menschen wiedererkannt.
Ein wunderbares Buch über Menschlichkeit, gegenseitige Unterstützung und der Kraft von Gemeinschaft in schwierigen Zeiten. Mich hat die Geschichte von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt und nachhaltig beeindruckt.
Ich kann eine große Leseempfehlung geben und würde mich auf eine Fortsetzung freuen!
Rezensionen von Paul Kretzschmar:
Tokyo von Tokuro Nukui
Sektendrama
Der japanische Autor Tokuro Nukui verfasste bereits 1993 seinen Debütroman "Tokyo - Schwarzer Sommer", der inzwischen erfolgreich in zahlreichen Ländern erschien und 2026 endlich auch auf Deutsch.
Grausame Kindermorde erschüttern Tokyo, und deren Polizeibehörde gerät zunehmend unter Druck, weil sich keinerlei Spuren auf Täter und Motiv finden lassen.
Die Erzählung wird abwechselnd in zwei Strängen aufgeteilt, in denen ein lebensmüder, verzweifelter Mann Erlösung für den Tod seiner Tochter sucht und an eine sektenartige Religionsgemeinschaft gerät, und andererseits die Kriminalermittler bei der hoffnungslosen Tätersuche. Dabei handelt es sich weniger um einen typischen Thriller, sondern vielmehr um ein psychologisches Großstadtdrama, welches tiefe Einblicke in die japanische Kultur und Gesellschaft aufzeigt, die unserer Mentalität ziemlich fremd erscheint.
Dieser fesselnden Reise ins finstere Herz Japans hätte etwas mehr durchgehende Spannung gutgetan, aber wenn man bis zum Schluss dabei bleibt, wird man am Ende mit einem völlig unerwarteten, atemberaubenden Plot Twist belohnt, der alles genial zusammenführt.
Ich habe mich mit diesem ungewöhnlichen, anspruchsvollen Buch gut unterhalten gefühlt und empfehle es gern weiter!
Rezensionen von Bisco:
Dragon Cursed - Zeig keine Gnade (Deluxe-Ausgabe) von Elise Kova
Sehr schwache Story mit unsympathischer Hauptfigur
Isola war 12 Jahre, als, als sie und ihre Mutter von einem Drachen angegriffen wurden. Seitdem gilt sie als besonders, mit ihren beiden goldenen Augen. Sie gilt daher als die Reinkarnation des Drachentöters Valor (Siegfried 2.0) und soll verborgene magische Fähigkeiten haben.
Sechs Jahre lang durfte sie nicht in die Nähe ihrer Mutter und wurde hart ausgebildet als Kriegerin zu dienen.
Diese ist eine Gefahr für die Politik und dem Glauben, welcher über die Drachen verbreitet wird. Denn sie forscht, will die Wahrheit erfahren und hat Isola in diesem Denken auch leicht angesteckt.
Die Handlung spielt in Vingard, der so ziemlich letzten verbliebenen Bastion der Menschheit. Die Stadt ist von riesigen Mauern umgeben, die Schutz vor der Außenwelt bieten. Da sich Vingard geografisch nicht ausdehnen kann, wächst die Metropole gezwungenermaßen extrem eng in die Höhe und in die Tiefe. Hierzu gibt es auch eine sehr schöne Karte im Buch.
Die Gesellschaft brauch eine magische Energiequelle zum Überleben. Diese ist jedoch zugleich schwer zu handhaben und kann immer auch negativ wirken. Und da wäre noch der Drachenfluch. Menschen, die mit diesem Fluch infiziert werden, verwandeln sich schleichend in blutrünstige, unkontrollierbare Bestien. Wer Symptome zeigt, wird von der tyrannischen Regierung rigoros gejagt und hingerichtet.
So wird die 18-jährige Isola, nach außen mutig wirkt und innerlich jedoch von der ständigen Angst zerfressen wird, selbst den Fluch in sich zu tragen, zum Mittelpunkt der Geschichte. Sie wird zusammen mit Ihrer besten Freundin Saipha und Lucan in die sadistischen Prüfungen geschickt. Personen, wo der Fluch ausschlägt, werden getötet. Alle anderen zu Drachentötern ausgebildet.
Drei Wochen sollen die Prüflinge im Kloster eingesperrt sein. Isola erhält nicht mehr das geheime Mittel, welches ihre Kräfte unterdrückt und sie hat Angst zum Drachen zu werden. Lucan, den sie hasst und für sie immer wie ein Spion wirkte, entwickelt Gefühle zu ihr und bittet um Ihr Vertrauen.
Ein tägliches Überleben zwischen Magie, Technik, Glauben und schnell gezogenen Schwertern beginnt für die drei.
Leider konnte mich die Geschichte so gar nicht überzeugen. Bei 50 % war gerade mal die erste Prüfung geschafft. Isola glaubt den Gefühlen von Lucan nicht. Glaubt nicht an ihre eigene Stärke und jammert in ihren Gedanken ständig vor sich hin, hat aber in den richtigen Augenblicken die Supergirl-Kräfte am Start.
Die Liebesgeschichte hat für mich nicht hineingepasst und hätte auch draußen bleiben können. Nach 220 Seiten kam schon kaum noch was Neues in meine Notizen, was nicht als Spoiler noch hätte erwähnen können. Für mich eine Geschichte die nicht in Schwung kommt, keinen Tiefgang hat und eine viel zu verängstigte Hauptperson, die nicht von sich überzeugen kann auf keiner Ebene.
Rezensionen von Vobabooks:
Darkhill Academy 1: Magisches Blut von Julia Kuhn
Magisch, cozy und abenteuerlich
„Magisches Blut“ ist der erste Band der Romantasyreihe Darkhill Academy von Julia Kuhn. Lynn sucht ihre verschwundene Schwester und studiert an der Universität in Oxford. Dort macht sie einige unerwartete Entdeckungen und stößt auf eine magische Akademie, ihre eigenen Hexenkräfte und den Professor Ryan…
4.
5 ⭐️ Das war eine schöne magische, cozy und abenteuerliche Geschichte, die ich sehr gerne gelesen habe. Es gibt einige Verbindungen zu den bisherigen Bänden der Autorin und deren Universum, insbesondere der Ravenhall Academy. Dennoch kann man denke ich auch gut unabhängig folgen. Das englische Urban Fantasy Setting fand ich auch sehr greifbar. Aus der Sicht von Lynn und Ryan erzählt mit Spannung, Abenteuer, Romance und auch viel Wohlfühlfaktor. Zudem ist das Buch wunderschön gestaltet mit Farbschnitt und einem Cover, das im Dunkeln leuchtet. Ein tolles Jugendbuch!
Rezensionen von Pusteblümchen:
Maja & Natascha von Elyse Durham
Zwischen Nähe und Rivalität
Die Geschichte beginnt im Jahr 1941 in Leningrad mit der Geburt der Zwillingsschwestern Maja und Natascha. Ihre 19-jährige Mutter Elisaweta ist Tänzerin im Kirow-Ballett und nach dem Verlust ihrer Eltern und in der bedrohlichen politischen Lage überfordert. Sie nimmt sich das Leben. So werden die Zwillinge im Kirow-Ballett groß, das für sie zur Ersatzfamilie und Heimat wird.
Nach einem Zeitsprung erleben wir Maja und Natascha als 17-Jährige. Beide teilen den gleichen Traum: Sie wollen tanzen und die Welt sehen. Doch die Realität des Balletts ist unerbittlich, und dieser Traum wird nur für eine von ihnen in Erfüllung gehen.
Maja und Natascha sind emotional tief und eng miteinander verbunden. Dennoch entsteht zwischen ihnen eine tragische Rivalität.
Ich liebe die Welt des Balletts und diese wird so lebendig und bildhaft dargestellt, dass man die Atmosphäre beim Lesen förmlich greifen kann. Man spürt den Schweiß, die Disziplin und die Leidenschaft auf jeder Seite.
Die düsteren, historischen Hintergründe werden nicht einfach nur erzählt, sondern sind gelungen in die Handlung eingewoben. Dadurch wirkt alles authentisch, stimmig und emotional tiefgründig.
Es ist bewegender, atmosphärischer Roman in dem es um Träume, Konkurrenz, Freiheit, Familie, Freunde und Loyalität geht und in dem die Kontraste zwischen familiärer Nähe, Konkurrenzkampf und historischer Kulisse gut eingefangen werden.











