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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Bellis-Perennis:

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Versuch über meinen Vater von Christina Nöbauer

Eine klare Leseempfehlung!

Als der Vater der Autorin, Felix Nöbauer, Jahrgang 1916, nach neun Jahren in der Uniform der Wehrmacht 1946 augenscheinlich unverletzt nach Hause zurückkehrt, ist nichts mehr wie zuvor. Obwohl er keine sichtbaren Narben davongetragen hat, ist seine Seele verletzt, die bis zu seinem Tod nicht heilen wird.

Zudem wird er, wie Abertausende Soldaten nicht über den Krieg sprechen. Allerdings, und das ist erstaunlich für einen Mann aus einfachsten Verhältnissen, der kaum Schulbildung erhalten hat, führt Felix Nöbauer eine Art Tagebuch. Diese teils handschriftlich vorhanden Skizzen seines Lebens bilden die Grundlage dieses Buches, das durch genaue Recherchen von Nöbauers Tochter Christina (Jahrgang 1948) in diversen Archiven nun in gediegener Form als Hardcover mit Lesebändchen vorliegt.

Dass dieses Buch erscheinen konnte, ist vor allem der Neugier und dem Verstehen-wollen von Tochter Christina zu verdanken. Zu Lebzeiten hat Felix Nöbauer eher unwirsch auf Fragen nach den Kriegsjahren reagiert. Etwas, was viele Töchter und Söhne von Weltkriegssoldaten erleben mussten, bis man das Fragen eingestellt hat und, bei weiterem Interesse, andere Quellen angezapft hat. Dass hierbei manches unrichtig interpretiert worden ist, lässt sich gut nachvollziehen.

Christina Nöbauer geht mit der gebotenen Sorgfalt, Empathie und gleichzeitig kritischer Distanz an die Aufgabe heran. Hier kommt ihr der eigene Lebensweg als Erwachsenenbildnerin, Sozialarbeiterin und ihr emanzipatorische Frauenbild zu Gute. Zahlreiche Fotos, von denen einige von Felix Nöbauer beschriftet worden sind, finden sich in seinem Nachlass und sind in diesem Buch abgebildet.

Christina Nöbauer hat mit diesem Buch nicht nur ihrem Vater eine Stimme verliehen, sondern auch ihre persönliche Familiengeschichte, die durch das Schweigen des Vaters in Mitleidenschaft gezogen worden ist, aufgearbeitet. Trotzdem bleibt ein wenig Wehmut über. Denn genau wie der Titel - als Satz - unvollendet scheint, wird auch Christina Nöbauers Versuch, das Leben ihres Vaters vollends erkundet zu haben, letztendlich nicht vollendet werden.

Dennoch glaubt Christina Nöbauer, dass es nie zu spät ist, sich mit der eigenen Familiengeschichte zu befassen.

Fazit:

Gerne gebe ich dieser großartigen Spurensuche nach einem Vater 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Versuch über meinen Vater

Rezensionen von Ulgu1978:

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Nach der Sonne schauen von Martina Hefter

In der Einöde


Iona Bartschok ist Installationskünstlerin und begibt sich in eine Halle im ehemaligen Leipziger Tagebaugebiet. Ihr Ziel ist es, dort die dortige Umgebung als Modell in viertausend Jahren nachzubilden. Einzige Gesellschaft ist anfangs der digitale Hund Robyn, für den sie sich nur zeitweise erwärmen kann.

Anders verhält es sich mit Bella, ein lebendiger Hund, der ihr zuläuft. Sie kümmert sich rührend um das Tier und "vergisst", ihn beim Tierheim abzugeben. Schließlich stößt auch noch Nova zu ihr, die Nichte ihres Vermieters, mit der sie sich nach anfänglichem Zögern anfreundet.
Iona Bartschok erinnert sich während ihres Aufenthaltes dort in dieser menschenleeren Gegend an ihre Eltern und ihre Kindheit auf der Alm. Besonders zu schaffen macht ihr aber, dass ihre Installation "Das Baumhaus" mit einem Schimpfwort besprüht wurde. Sie kommt gedanklich immer wieder auf dieses Ereignis zurück, das sie viel mehr berührt als sie es sich selbst gegenüber zugeben will.

"Nach der Sonne schauen" ist ein ruhiger Roman, der zeigt, dass der Mensch Gesellschaft braucht, auch wenn er es nicht zugeben will. Auch wird deutlich, wie sehr es in einem Menschen nachhallt, wenn er Beleidigungen erfährt. Und hier ist die Beleidigung mit einer Beschädigung verbunden, die nicht ausgebessert werden kann. Da Iona unvermutet immer wieder auf dieses Thema zurückkommt, wird deutlich, wie sehr sie dieses Ereignis beschäftigt.
Besonders der Schreibstil von Martina Hefter hat mir gut gefallen. Auch wenn ich nicht immer alles nachvollziehen konnte was die Protagonistin bewegte, war sie mir doch sehr sympathisch.

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Nach der Sonne schauen

Rezensionen von Paul Kretzschmar:

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Der Prätorianer von Tobias Bukkehave

Der Ritualmörder

Der dänische Autor Tobias Bukkehave hat mit "Der Prätorianer" den Beginn einer neuen Serie verfasst, deren 1. Band hier vorliegt.
Die hellblauen Eisplatten des Covers mit der blutverschmierten Fliege wecken bereits die Neugierde auf diesen Thriller.
Er handelt von einem von der römischen Antike besessenen Serienmörder, der seine Ritualmorde mit akribischer Grausamkeit immer weiter steigert.

Die Ermittler versuchen verzweifelt ihn zu fassen und seine Motivation zu ergründen. Dazu müssen sie tief in ihre eigene dunkle Vergangenheit eintauchen. Als sich ein Verdächtiger herauskristallisiert scheint man auf der richtigen Spur zu sein.
Der Autor versteht es mit seinem Schreibstil zu fesseln und auf falsche Fährten zu locken, was den Rätselfreunden unter den Lesern zugute kommt.
Dieses Buch hätte ein spannender Psychothriller werden können, wenn nicht das ziemlich überzogene und unrealistische Ende den guten Gesamteindruck zunichte gemacht hätte. Ein actionreiches Finale reicht eben nicht, wenn die Logik dabei auf der Strecke bleibt.
Aus diesem Grund kann ich nur mittelmäßige 3 Sterne vergeben und eine eingeschränkte Leseempfehlung. Da Geschmäcker jedoch glücklicherweise unterschiedlich sind, sollte sich jeder selbst einen Eindruck davon verschaffen.

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Der Prätorianer

Rezensionen von Bellis-Perennis:

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Metzina von Rebekka Salm

Penibel recherchiert und gekonnt erzählt

Die Schweizer Autorin Rebekka Salm entführt uns in dieser Erzählung in das Dorf Olten im heutigen Kanton Solothurn. Es ist eine wahre Begebenheit, die die Grundlage dieses historischen Romans bildet.

1383 belagern Truppen aus Bern und Solothurn das Dorf als ein gewaltiges Unwetter über Olten hereinbricht, den Fluss über die Ufer treten lässt und die Belagerung im Chaos endet, müssen die Truppen unverrichteter Dinge abziehen.

Wenig später verbreitet sich das Gerücht, das Unwetter sei von einer Hexe herbeigezaubert worden, das auch die siegreichen Kyburger dankbar (?) als Erklärung für die glückliche Fügung aufgreifen, während die Solothurner jemanden suchen, den sie für ihre Niederlage verantwortlich machen können. In beiden Lagern fällt der Verdacht auf Metzina. Sie ist eine Zugewanderte aus der Klus, die keiner wirklich kennt, lebt alleine und ist als heilkundige Hebamme sowieso verdächtig.

Die geneigte Leserschaft wird ahnen, was nun folgt: Metzina flieht, wird gefasst und in den krummen Turm von Olten geworfen. Der Scheiterhaufen wird aufgeschichtet. Bald soll sie als Hexe brennen.

Im Dunkel des Kerkers erzählt sie ihre Lebensgeschichte, die tragisch genug ist. So ist von ihrer Kindheit, der Flucht aus Klus sowie vom Ertrinkungstod ihres Sohnes die Rede und von ihrer Arbeit als Hebamme, bei der sie Geheimnisse erfährt, die besser unentdeckt geblieben wären. Nicht immer können Mutter und Kind gerettet werden. Doch die Schuld an deren Tod gibt man immer der Hebamme.

Der Tag der Hinrichtung bricht an. Doch dann erkennt Metzina, dass den Herrschenden eine Lüge mehr Wert ist, als die Wahrheit, setzt sie diese bewusst ein.

Meine Meinung:

Ich konnte diese eindringliche Erzählung nicht aus der Hand legen. Rebekka Salm gelingt es, die Spannung bis zur letzten Seite hin zu steigern. Man kann förmlich den modrigen Geruch der feuchten Kerkermauern riechen, die bigotten Schwafeleien der Priesters, der sich wohl nur am Leid der Gefangenen ergötzt, hören und gleichzeitig atemlos Metzinas Lebensgeschichte lauschen.

Die Autorin verknüpft geschickt die historische Überlieferung mit ihrer Fantasie und erzählt damit die Geschichte einer unbequemen und klugen Frau aus dem 14. Jahrhundert, die sich nicht beugen will. Doch zwischen dörflichem Aberglauben und kirchlicher Indoktrination ist für Frauen wie Metzina kaum Platz. Es wird noch bis 1782 (!) dauern, bis mit Anna Göldi (1734-1782) die letzte Frau in der Schweiz als Hexe hingerichtet wird. Anna Göldi wird, wenn man es als Fortschritt sehen will, mit dem Schwert hingerichtet, anstatt auf dem Scheiterhaufen verbrannt zu werden.

Fazit:

Gerne gebe ich dieser eindringlichen Erzählung über eine kräuterkundige Frau, die der Frauen- und Fremdenfeindlichkeit des 14. Jahrhunderts zum Opfer gefallen ist, 5 Sterne.

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Metzina

Rezensionen von April1985 :

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün voll

Reap & Sow von Charlotte B. Plumb

Dämonen, Seelenhandel und eine Tension, die heißer brennt als jeder Spice.

Worum geht es?

Eda Shaw ist eine Seelenhändlerin.
Durch einen Pakt an den Dämon Mr Night gebunden, müssen sie und ihre Brüder Menschen finden, die bereit sind, ihre Lebensjahre gegen ihre tiefsten Wünsche einzutauschen. Nur noch zehn Jahre fehlen, dann wäre die Schuld der Familie endlich beglichen.

Die Freiheit scheint zum Greifen nah.
Doch dann fliegen die Geschwister auf. Edas Brüder werden wegen des Paktierens mit Dämonen festgenommen, während Eda fliehen kann.
Um ihre Brüder vor der Hinrichtung zu retten, bleibt ihr nur eine Möglichkeit: Sie muss selbst einen Pakt mit einem Dämon eingehen. Und dieser Dämon ist Kit’rath. Gerissen, gefährlich, unberechenbar.

Meine Gedanken:

Ich habe dieses Buch von der ersten Seite an geliebt.

Dämonen. Seelenhandel. Spiegel, die als Portale in eine Anderswelt führen. Das Spiel mit dem Verbotenen und die Frage, wie weit ein Mensch gehen würde, wenn die Verzweiflung groß genug ist. Genau diese Mischung hat mich sofort fasziniert.
Denn eigentlich wissen die Menschen, dass ein Handel mit einem Dämon niemals ohne Konsequenzen bleibt. Trotzdem lässt sich immer jemand darauf ein. Man weiß, dass etwas falsch ist – und trotzdem kann Verzweiflung uns Menschen zum Narren machen. Genau darauf basiert das Geschäft von Eda und ihren Brüdern. Nicht einmal freiwillig, sondern aufgrund einer Schuld, die sie von ihrem Vater geerbt haben.
Und allein diese Ausgangslage hatte mich schon komplett.

Eda – Wölfin im Schafspelz:

Ich liebe Eda. Mehr muss ich eigentlich gar nicht sagen. Ja, sie trifft fragwürdige Entscheidungen. Ja, bei manchen davon möchte man sie vermutlich kurz schütteln.
Aber ich verzeihe es ihr. Eda ist tough, willensstark und bereit, unglaublich große Opfer zu bringen, um ihre Brüder zu retten. Gleichzeitig ist sie keine makellose Heldin. Sie kennt die dunklen Seiten von Blackbridge und hat selbst lange genug mit ihnen gearbeitet. Und genau deshalb fand ich sie so spannend. Eda ist keine klassische Heldin – und möchte wahrscheinlich auch gar keine sein.

Kit – Dämon mit Allüren:

I am obsessed with this demon!
Ja. Ich bin offiziell ein Kit-Fangirlie. Kit ist einfach kein typischer Klischeedämon. Er ist erfrischend anders, hat Stil und liebt Mode, Musik und Tanz. Und ganz ehrlich? Ich habe ihn dafür gefeiert. Noch besser wird es durch seinen ganz besonderen Sidekick. Da warten einige wirklich unterhaltsame Gespräche. Aber so charmant und exzentrisch Kit auch wirkt: Man darf nie ganz vergessen, was er ist. Ein Dämon.
Und genau diese Mischung aus gefährlich, unberechenbar und gleichzeitig unglaublich unterhaltsam hat bei mir hervorragend funktioniert.

Tension statt Spice:

Die Dynamik zwischen Eda und Kit ist für mich ganz großes Kino. Der Banter. Die Wortgefechte. Diese ständige Spannung.
Ich hatte Herzklopfen. Dabei ist die Geschichte eigentlich gar nicht besonders spicy. Aber braucht es hier überhaupt mehr?
Für mich nicht. Denn die Atmosphäre zwischen den beiden ist feurig heiß, ohne dass ständig etwas passieren muss.
Blicke, Worte und kleine Momente reichen vollkommen. Manchmal ist Tension eben einfach heißer als jede explizite Szene.

Blackbridge:

Und dann diese Welt. Düster. Nebelig. Bedrohlich. Blackbridge ist ein Schmelztiegel aus dunklen Machenschaften, Verrat und Lügen. Dabei sind längst nicht nur die Dämonen das Problem. Teilweise sind die Menschen mindestens genauso schlimm. Jeder scheint nur auf den eigenen Vorteil bedacht zu sein. Macht, Gier und Reichtum bestimmen vieles – und selbst die Ordenshüter und der Bischof sind davon nicht ausgenommen.
Die Kirche spielt eine tragende Rolle im Kampf gegen alles, was sie als ungläubig oder verboten betrachtet. Und natürlich steckt noch deutlich mehr dahinter.
Ich hatte beim Lesen sofort Bilder im Kopf:
Dunkle, verwinkelte Gassen. Pflastersteine. Düstere Straßenlaternen, die lange Schatten an die Häuser werfen. Viktorianisch anmutende Gebäude neben heruntergekommenen Ladengeschäften. Und über allem thront die Heilige Kirche.
Genau so muss Worldbuilding für mich funktionieren. Nicht einfach nur als Kulisse, sondern so, dass ich das Gefühl habe, selbst durch diese Straßen zu laufen.

Gewichtige Enthüllungen & dunkle Machenschaften:

Auch erzählerisch verliert das Buch für mich kaum Zeit. Die Geschichte wird in einem ziemlich rasanten Tempo erzählt und die ersten Twists lassen nicht lange auf sich warten. Ich war ab den ersten Kapiteln gefesselt. Intrigen, Verrat, Machtspiele und neue Enthüllungen sorgen immer wieder dafür, dass man hinterfragen muss, wem überhaupt zu trauen ist.
Und natürlich wollte ich vor allem wissen, was hinter Mr Night, Kit, der Kirche und Edas Familiengeschichte wirklich steckt.
Ich konnte einfach nicht aufhören, mit Eda und Kit mitzufiebern.

Schreibstil:

Auch sprachlich hat mich Reap & Sow komplett bekommen. Charlotte B. Plumb schreibt sehr einnehmend und gleichzeitig unglaublich bildhaft. Dieses Buch hat mir eine richtige Bilderflut beschert. Ich konnte Blackbridge sehen. Den Nebel. Die Gassen. Die Spiegel. Die dunklen Häuser. Diese ganze Welt fühlte sich für mich lebendig und greifbar an.
Und gerade zusammen mit dem schnellen Tempo hat das dafür gesorgt, dass ich nur so durch die Geschichte geflogen bin.

Was bleibt?

Highlight! Reap & Sow hatte einfach so viele Dinge, die genau mein Beuteschema treffen.
Dämonen. Seelenhandel. Verbotene Magie.
Eine düstere Stadt voller Lügen und Korruption.

Eine toughe, moralisch graue Protagonistin.
Und Kit. Vor allem Kit. ????

Die Chemie zwischen Eda und ihm hat mich komplett bekommen, obwohl das Buch gar nicht viel Spice braucht. Der Banter, die Tension und diese unglaublich dichte Atmosphäre haben vollkommen gereicht.
Dazu kommen rasante Wendungen, ein faszinierendes Worldbuilding und ein Schreibstil, der mir Blackbridge direkt vor Augen gezaubert hat.

Ich war von der ersten Seite an drin – und wollte nicht mehr raus.

???????????????????? / 5
Spice: ???????? / 5
Chemie: ✨✨✨✨✨ / 5
Atmosphäre: ???????????????????? / 5

Fünf Eulen für Dämonen, dunkle Pakte, eine Stadt voller Geheimnisse und einen Dämon, bei dem ich offenbar freiwillig jede Vernunft an der Tür abgegeben habe. ????????✨

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Reap & Sow

Rezensionen von April1985:

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Reap & Sow von Charlotte B. Plumb

Dämonen, Seelenhandel und eine Tension, die heißer brennt als jeder Spice.

Worum geht es?

Eda Shaw ist eine Seelenhändlerin.
Durch einen Pakt an den Dämon Mr Night gebunden, müssen sie und ihre Brüder Menschen finden, die bereit sind, ihre Lebensjahre gegen ihre tiefsten Wünsche einzutauschen. Nur noch zehn Jahre fehlen, dann wäre die Schuld der Familie endlich beglichen.

Die Freiheit scheint zum Greifen nah.
Doch dann fliegen die Geschwister auf. Edas Brüder werden wegen des Paktierens mit Dämonen festgenommen, während Eda fliehen kann.
Um ihre Brüder vor der Hinrichtung zu retten, bleibt ihr nur eine Möglichkeit: Sie muss selbst einen Pakt mit einem Dämon eingehen. Und dieser Dämon ist Kit’rath. Gerissen, gefährlich, unberechenbar.

Meine Gedanken:

Ich habe dieses Buch von der ersten Seite an geliebt.

Dämonen. Seelenhandel. Spiegel, die als Portale in eine Anderswelt führen. Das Spiel mit dem Verbotenen und die Frage, wie weit ein Mensch gehen würde, wenn die Verzweiflung groß genug ist. Genau diese Mischung hat mich sofort fasziniert.
Denn eigentlich wissen die Menschen, dass ein Handel mit einem Dämon niemals ohne Konsequenzen bleibt. Trotzdem lässt sich immer jemand darauf ein. Man weiß, dass etwas falsch ist – und trotzdem kann Verzweiflung uns Menschen zum Narren machen. Genau darauf basiert das Geschäft von Eda und ihren Brüdern. Nicht einmal freiwillig, sondern aufgrund einer Schuld, die sie von ihrem Vater geerbt haben.
Und allein diese Ausgangslage hatte mich schon komplett.

Eda – Wölfin im Schafspelz:

Ich liebe Eda. Mehr muss ich eigentlich gar nicht sagen. Ja, sie trifft fragwürdige Entscheidungen. Ja, bei manchen davon möchte man sie vermutlich kurz schütteln.
Aber ich verzeihe es ihr. Eda ist tough, willensstark und bereit, unglaublich große Opfer zu bringen, um ihre Brüder zu retten. Gleichzeitig ist sie keine makellose Heldin. Sie kennt die dunklen Seiten von Blackbridge und hat selbst lange genug mit ihnen gearbeitet. Und genau deshalb fand ich sie so spannend. Eda ist keine klassische Heldin – und möchte wahrscheinlich auch gar keine sein.

Kit – Dämon mit Allüren:

I am obsessed with this demon!
Ja. Ich bin offiziell ein Kit-Fangirlie. Kit ist einfach kein typischer Klischeedämon. Er ist erfrischend anders, hat Stil und liebt Mode, Musik und Tanz. Und ganz ehrlich? Ich habe ihn dafür gefeiert. Noch besser wird es durch seinen ganz besonderen Sidekick. Da warten einige wirklich unterhaltsame Gespräche. Aber so charmant und exzentrisch Kit auch wirkt: Man darf nie ganz vergessen, was er ist. Ein Dämon.
Und genau diese Mischung aus gefährlich, unberechenbar und gleichzeitig unglaublich unterhaltsam hat bei mir hervorragend funktioniert.

Tension statt Spice:

Die Dynamik zwischen Eda und Kit ist für mich ganz großes Kino. Der Banter. Die Wortgefechte. Diese ständige Spannung.
Ich hatte Herzklopfen. Dabei ist die Geschichte eigentlich gar nicht besonders spicy. Aber braucht es hier überhaupt mehr?
Für mich nicht. Denn die Atmosphäre zwischen den beiden ist feurig heiß, ohne dass ständig etwas passieren muss.
Blicke, Worte und kleine Momente reichen vollkommen. Manchmal ist Tension eben einfach heißer als jede explizite Szene.

Blackbridge:

Und dann diese Welt. Düster. Nebelig. Bedrohlich. Blackbridge ist ein Schmelztiegel aus dunklen Machenschaften, Verrat und Lügen. Dabei sind längst nicht nur die Dämonen das Problem. Teilweise sind die Menschen mindestens genauso schlimm. Jeder scheint nur auf den eigenen Vorteil bedacht zu sein. Macht, Gier und Reichtum bestimmen vieles – und selbst die Ordenshüter und der Bischof sind davon nicht ausgenommen.
Die Kirche spielt eine tragende Rolle im Kampf gegen alles, was sie als ungläubig oder verboten betrachtet. Und natürlich steckt noch deutlich mehr dahinter.
Ich hatte beim Lesen sofort Bilder im Kopf:
Dunkle, verwinkelte Gassen. Pflastersteine. Düstere Straßenlaternen, die lange Schatten an die Häuser werfen. Viktorianisch anmutende Gebäude neben heruntergekommenen Ladengeschäften. Und über allem thront die Heilige Kirche.
Genau so muss Worldbuilding für mich funktionieren. Nicht einfach nur als Kulisse, sondern so, dass ich das Gefühl habe, selbst durch diese Straßen zu laufen.

Gewichtige Enthüllungen & dunkle Machenschaften:

Auch erzählerisch verliert das Buch für mich kaum Zeit. Die Geschichte wird in einem ziemlich rasanten Tempo erzählt und die ersten Twists lassen nicht lange auf sich warten. Ich war ab den ersten Kapiteln gefesselt. Intrigen, Verrat, Machtspiele und neue Enthüllungen sorgen immer wieder dafür, dass man hinterfragen muss, wem überhaupt zu trauen ist.
Und natürlich wollte ich vor allem wissen, was hinter Mr Night, Kit, der Kirche und Edas Familiengeschichte wirklich steckt.
Ich konnte einfach nicht aufhören, mit Eda und Kit mitzufiebern.

Schreibstil:

Auch sprachlich hat mich Reap & Sow komplett bekommen. Charlotte B. Plumb schreibt sehr einnehmend und gleichzeitig unglaublich bildhaft. Dieses Buch hat mir eine richtige Bilderflut beschert. Ich konnte Blackbridge sehen. Den Nebel. Die Gassen. Die Spiegel. Die dunklen Häuser. Diese ganze Welt fühlte sich für mich lebendig und greifbar an.
Und gerade zusammen mit dem schnellen Tempo hat das dafür gesorgt, dass ich nur so durch die Geschichte geflogen bin.

Was bleibt?

Highlight! Reap & Sow hatte einfach so viele Dinge, die genau mein Beuteschema treffen.
Dämonen. Seelenhandel. Verbotene Magie.
Eine düstere Stadt voller Lügen und Korruption.

Eine toughe, moralisch graue Protagonistin.
Und Kit. Vor allem Kit. ????

Die Chemie zwischen Eda und ihm hat mich komplett bekommen, obwohl das Buch gar nicht viel Spice braucht. Der Banter, die Tension und diese unglaublich dichte Atmosphäre haben vollkommen gereicht.
Dazu kommen rasante Wendungen, ein faszinierendes Worldbuilding und ein Schreibstil, der mir Blackbridge direkt vor Augen gezaubert hat.

Ich war von der ersten Seite an drin – und wollte nicht mehr raus.

???????????????????? / 5
Spice: ???????? / 5
Chemie: ✨✨✨✨✨ / 5
Atmosphäre: ???????????????????? / 5

Fünf Eulen für Dämonen, dunkle Pakte, eine Stadt voller Geheimnisse und einen Dämon, bei dem ich offenbar freiwillig jede Vernunft an der Tür abgegeben habe. ????????✨

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Reap & Sow

Rezensionen von saskia13120:

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Avelora - Die Magie des Sonnenpferds von Amelie Benn

Zurück nach Avelora

Auch der zweite Teil der Avelora-Reihe "Die Magie des Sonnenpferdes" konnte mich wieder mit seiner liebevollen Gestaltung, malerischen Landschaftsbeschreibungen und einer spannenden Handlung überzeugen.

Als erstes möchte ich ein großes Lob an die Illustratorin Alina Brost aussprechen.

Sowohl die Covergestaltung als auch die Bilder im Buchinneren sind wunderschön und wirklich gelungen. Sie tragen maßgeblich dazu bei dass das Buch auch so super hochwertig wirkt. Trotzdem ist das auch nicht mit Bildern überladen und lässt jungen Lesern genug Platz für die eigene Vorstllungskraft.

Die Geschichte setzt nahtlos am Ende des ersten Bandes an. Es wird zwar immer wieder darauf hingewiesen was dort zuletzt passiert ist, aber gerade für Fans der Reihe kann es sicherlich nicht schaden den ersten Band noch einmal vor diesem Buch zu lesen.

Wir bekommen es hauptsächlich mit schon bekannten Charakteren zu tun, allen voran Reena und ihre Freunde Nala, Tav und Sis. Und auch ihre Seelenpferde sind natürlich wieder mit von der Partie. Die Freundschaft der vier wurde durch das letzte Abenteuer scheinbar nochmal auf ein anderes Level gehoben. Sie sind wie Pech und Schwefel und es passt kein Blatt zwischen die Freundesgruppe. Besoners daran gefällt mir, wie Reena diese Situation auch zu schätzen weiss.

Wir treffen aber auch neue Charaktere und mit ihnen auch neue Seelenpferde. Die magischen Fähigkeiten sind dabei weiterhin wahnsinnig vielfältig und spannend. Ich würde mir für künftige Bände vielleicht so etwas wie ein Verzeichnis über die schon bekannten magischen Pferde wünschen.

Es werden auch neue Orte auf Galantis bereist und alles wieder so schön beschrieben dass man es sich wirklich toll vorstellen kann. Besonders die Wüstenregion steht in diesem Band im Vordergrund, da dort ein Schulausflug hin gemacht wird.

Am Ende gibt es wieder einen spannenden Showdown und auch einen Hinweis, der mich Band 3 besonders neugierig erwarten lässt.

Ich möchte auch noch gerne positiv auf den Internetauftritt der Reihe und ihre verschiedenen Möglichkeiten hinweisen. Es gibt am Ende des Buches ein Quiz zu dem man sich per QR-Code ein Zertifikat herunterladen kann. Auf dieser Seite stehen weiterhin der Stundenplan zum herunterladen und das Quiz zum eigenen Seelenpferd zur verfügung. Man kann sich nun aber auch sein ganz eigenes Seelenpferd zusammenstellen. Das finde ich eine wirklich schöne Idee.

Insgesamt ist auch dieser Teil der Reihe sehr gut gelungen und altersgerecht gestaltet und geschrieben. Ich würde die Reihe jedem Pferdemädchen und Lesebegeistertem empfehlen!

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Avelora - Die Magie des Sonnenpferds

Rezensionen von Ameland:

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Zeit des Umbruchs von Tara Haigh

Bewegender Abschluss der Familiensaga

Weitere Jahre sind ins Land gezogen. Familie Berger hat inzwischen Finschhafen verlassen und ist nach einem weiteren Neuanfang in einer anderen Kolonie in Neuguinea weiterhin erfolgreich. Mit Paul und Marie rückt die nächste Generation in den Fokus. Aber auch in Friedrichs-Wilhelmshafen verläuft das Leben nicht ohne Probleme und Intrigen machtbesessener und gelgieriger Menschen.

Ihre Charaktere hat Tara Haigh nicht nur sehr lebensnah dargestellt, sondern auch realistisch weiterentwickelt. Bei mir hat sich mit jedem Band der Eindruck verstärkt, am Leben einer wahren Familie teilhaben zu können. Auch in diesem Band habe ich mit den Familienmitgliedern gelitten, getrauert, aber auch mich mit ihnen gefreut. In Verbindung mit den bildhaften Beschreibungen der Landschaft und Vorkommnisse spulte sich das Leben der Familie Berger wie ein Film vor meinem inneren Auge ab.

Historische Begebenheiten sind geschickt in den fiktiven Teil eingebunden. Und gerade diese Einbindung macht die historischen Romane der Autorin für mich so lesenswert. Dabei wählt Tara Haigh ganz bewusst vom Mainstream abweichende Handlungsorte aus. Von den Um- und Zuständen in Neuguinea hatte ich bisher, wenn überhaupt nur rudimentäre Kenntnisse.

Nun bin ich am Ende einer bewegenden Familiensaga angekommen und es heißt Abschied nehmen von Familie Berger. Gerne hätte ich noch erfahren wie es der nächsten Generation ergehen wird und vielleicht wird dieser Faden irgendwann ja noch wieder aufgenommen.

Mir bleibt nur noch, fünf glänzende Sterne zu vergeben und diese Reihe weiterzuempfehlen.

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Zeit des Umbruchs

Rezensionen von trebor:

Stern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün vollStern grün voll

15 Entscheidungen, die dein Leben verlängern von Christian Heinrich

Leichter Einstieg für Gesundheitsmuffel

Dr. med. Christian Heinrich gelingt es in seinem inspirierenden Sachbuch "15 Entscheidungen, die dein Leben verlängern" auf besonders leichte und zugängliche Weise, "Gesundheitsmuffeln" den Zugang zu einem gesünderen Leben zu eröffnen.

Die 18 kurzen und angenehm zu lesenden Kapitel behandeln jeweils einen gesundheitsbezogenen Aspekt, dessen Sachzusammenhang und Wirkung leicht verständlich erklärt wird ohne die Komplexität des Ganzen aus den Augen zu verlieren.

Die jeweiligen Vorschläge und Übungen sind ebenso leicht in den Alltag zu integrieren und umzusetzen.

Das Buch macht deutlich, dass bereits kleine Veränderungen große Wirkungen zeigen können. Die große Motivationskraft entsteht auch dadurch, dass jedes Kapitel unabhängig voneinander lesbar ist. Die Lesenden können so frei bei jenem Thema ansetzen, welches gerade die größte Aufmerksamkeit erhält, wo der größte Bedarf nach Veränderung besteht oder einfach, wo die größte Lust, mal etwas Neues auszuprobieren, entfacht wird.

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15 Entscheidungen, die dein Leben verlängern

Rezensionen von April1985 :

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And The River Drags Her Down von Jihyun Yun

Dunkle Flüsse, Familienmythen und eine Schwester, die besser tot geblieben wäre

Worum geht es?

Soojin kennt die Regeln ihrer Magie eigentlich genau: Bringe niemals etwas zurück, das größer ist als deine Handfläche. Doch diese Regel war leichter einzuhalten, bevor ihre Schwester Mirae im Fluss ertrank.

Von Trauer und Einsamkeit überwältigt, nutzt Soojin die Magie ihrer Vorfahren und holt Mirae zurück zu den Lebenden.

Zunächst scheint es tatsächlich wie ein Wunder. Doch Mirae verändert sich. Sie wird rastlos, zunehmend unheimlich und entwickelt einen immer stärkeren Hunger nach Rache. Gleichzeitig wird die kleine Küstenstadt von heftigem Regen und ungewöhnlichen Todesfällen heimgesucht.

Und irgendwann muss sich Soojin fragen: Ist die Schwester, die sie zurückgebracht hat, wirklich noch dieselbe?

Meine Gedanken:

Ich bin ein großer Fan von fernöstlich geprägten Mythen und Geschichten, weil sie für mich einfach immer eine ganz besondere Atmosphäre mitbringen. Und auch hier hat genau das richtig gut funktioniert.

Der Geister- beziehungsweise Wiedergänger-Mythos hat der Geschichte etwas Unheimliches gegeben. Dazu kommen einzelne Szenen, die durchaus für Grusel und auch ein bisschen Ekel sorgen. Gerade diese Mischung aus Trauer, Magie und etwas, das eigentlich nicht mehr in die Welt der Lebenden gehört, mochte ich sehr.

Wenn Tote nicht tot bleiben:

Für mich lag die größte Stärke ganz klar in der Idee hinter Miraes Rückkehr.

Soojin handelt aus Liebe und Verzweiflung. Sie kann ihre Schwester nicht gehen lassen – und genau dadurch setzt sie etwas in Gang, das sie nicht mehr kontrollieren kann. Ich mochte diesen Gedanken sehr: Wie weit würde man gehen, um einen geliebten Menschen zurückzubekommen? Und was passiert, wenn man genau das bekommt, was man sich gewünscht hat – nur eben nicht so, wie man es sich vorgestellt hat?

Gerade die Themen Trauer und Loslassen funktionieren dadurch sehr gut und geben dem Horror etwas Emotionales.

Soojin:

Soojin hat es mir bis zum Ende hin nicht leicht gemacht. Ich konnte bei ihr einfach kaum Entwicklung erkennen. Kein echtes Reflektieren, kein Innehalten, sondern immer wieder impulsive Entscheidungen, die für mich nur schwer nachvollziehbar waren.

Natürlich verstehe ich, dass ihre Trauer sie antreibt und dass sie ihre Schwester um jeden Preis zurückhaben will. Aber irgendwann hätte ich mir gewünscht, dass sie sich ernsthaft mit den Konsequenzen ihres Handelns auseinandersetzt. Stattdessen stolpert sie für meinen Geschmack zu oft von einer fragwürdigen Entscheidung in die nächste. Gerade deshalb war ich umso froher, dass Mark Moon an ihrer Seite war. Ihn mochte ich wirklich total gerne. Er ist ruhig, loyal und bleibt Soojin auch dann zur Seite, wenn sie es ihm nicht leicht macht. Für mich war er der emotionale Gegenpol zu ihrem impulsiven Wesen.

Familienmythen & Wiedergeburt:

Wunderbar fand ich die eingestreuten Geschichten und Familienmythen rund um Wiedergeburt und Auferstehung.Besonders hängen geblieben ist mir die fiktive Erzählung von dem Huhn, das immer wieder zum Leben erweckt wurde, um das Volk zu nähren. Diese Vorstellung fand ich gleichzeitig faszinierend, märchenhaft und ein bisschen unheimlich.

Genau solche kleinen Geschichten geben der Familienmagie für mich zusätzliche Tiefe. Sie wirken nicht wie bloße Erklärungen, sondern wie Überlieferungen, die über Generationen weitergetragen wurden. Und genau das mag ich an solchen Geschichten so sehr: alte Regeln, Familiengeheimnisse und die Frage, was passiert, wenn man Grenzen überschreitet, die besser unangetastet geblieben wären.

Grusel mit angezogener Handbremse:

So sehr mir die Grundidee gefallen hat, ganz gepackt hat mich der Horror allerdings nicht immer. Es gibt definitiv Szenen, die unangenehm, eklig oder richtig schön unheimlich sind. Aber insgesamt war mir Mirae stellenweise einfach "zu nett".Bei einem Wiedergänger, der langsam von Rache zerfressen wird, hätte ich mir noch etwas mehr Bedrohlichkeit gewünscht. Mehr dieses Gefühl: Da ist zwar noch deine Schwester – aber irgendetwas stimmt ganz und gar nicht mit ihr. Genau dieses Unbehagen war zwar vorhanden, hätte für meinen Geschmack aber noch stärker sein dürfen.

Etwas zu vorhersehbar:

Auch die Entwicklung der Schwestern fand ich irgendwann etwas vorhersehbar.Einige Wendungen und Enthüllungen konnte ich relativ früh erahnen. Dadurch hat mich die Geschichte emotional zwar weiterhin erreicht, aber die großen Überraschungsmomente blieben für mich etwas aus. Das fand ich schade, weil die Ausgangsidee wirklich viel Potenzial hat.

Trotzdem wollte ich wissen, wohin Miraes Rache führt und welche Konsequenzen Soojins Entscheidung am Ende haben wird.

Was bleibt?

And the River Drags Her Down hat mir insgesamt wirklich gut gefallen.

Ich mochte die düstere Atmosphäre, die F
Ahnenmagie und besonders die Idee, dass Trauer und Liebe jemanden dazu bringen können, eine Grenze zu überschreiten, die besser unangetastet geblieben wäre.

Soojin selbst hat es mir durch ihre impulsiven Entscheidungen und die fehlende Entwicklung allerdings nicht leicht gemacht. Dafür mochte ich Mark umso mehr.

Der Horror hätte für mich etwas kompromissloser sein dürfen und einige Entwicklungen waren ziemlich vorhersehbar.

Aber gerade die Mischung aus Schwesternschaft, Trauer, Ahnenmagie und Wiedergängern hat für mich gut funktioniert.

Manchmal ist Loslassen vielleicht schmerzhafter als Festhalten – aber eben auch notwendiger.

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Vier Eulen für dunkle Flüsse, Familienmythen und eine Geschichte darüber, dass manche Türen zur Welt der Toten besser geschlossen bleiben. ????????????

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And The River Drags Her Down