Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Lies_ein_Buch:
Eisnebel von Kate Alice Marshall
möderische Familienzusammenkunft
Ich habe das Buch als Hörbuch gehört und mochte die ruhige, ausgeglichene Erzählstimme der Sprecherin, die für mein Empfinden gut zur Protagonistin Theo gepasst hat.
Die Spannung ist vor allem anfangs eher subtil, getrieben davon, dass Theo in Connors Familie nicht willkommen zu sein scheint und eigentlich auch nicht wirklich dazugehören will.
Es blitzt immer wieder durch, dass sie Connor braucht, er ihr gleichzeitig aber nicht egaler sein könnte. Sie ist einfach stets bemüht ihn zufrieden zu stellen.
Es scheint in der Familie viele Geheimnisse zu geben, aber auch Theo hütet einige und nicht zuletzt stellt ihre eigene Herkunft eine zentrale Frage in dieser Geschichte dar. Das erzeugt durchweg eine Atmosphäre des Misstrauen und unterschwelliger Feindseligkeit, die ist sehr gelungen fand. Vor allem weil auch innerhalb der Familie selbst nicht alles eitel Sonnenschein ist und unterschwellige Konflikte schwelen.
Gegen Ende überschlagen sich die Ereignisse ja dann völlig und da war es mir dann auch etwas zu viel des Zufalls/Schicksals. Das wirkte dann doch recht an den Haaren herbeigezogen. Bis dahin wirklich gut, aber das war dann ein Schuss über das Ziel hinaus.
Insgesamt war das Buch sehr kurzweilig und unterhaltsam. Es gibt viele Überraschungen und Wendungen, sodass ich für einen Thriller übermäßig viele Emotionen durchlebt habe- von Mitleid für Theos Kindheit, über Entsetzen bezüglich des extravagant privilegierten Lebens von Connors Familie, bis zu schierer Wut über all die Lügen. Kann man machen, hat was.
Rezensionen von Murksy:
Wings von Paul McCartney
Zeitreise
Meine große Liebe zur Musik begann mit den Beatles. Als ich meinen ersten Kassettenrekorder von meinen Eltern bekam, saß ich dauernd vor dem Radio und habe auf Songs gewartet. Frank Laufenberg hatte damals im Radio eine Oldies-Sendung, immer Sonntags von 8 – 12 Uhr. Eines Tages war eine Sendung nur mit den Beatles angekündigt.
Ich nahm alle Lieder, die innerhalb der vier Stunden gespielt wurden auf, führte akribisch Buch und legte später ein Karteikartensystem an, das ich über Jahre führte und alles notierte, was ich auf unzähligen Kassetten aufgenommen hatte. Die Sendung mit den Beatles war der Startschuss für meine anhaltende Musikbegeisterung. Das vorliegende Buch ist somit für mich so etwas wie eine Zeitreise. Die oral history, also eine Sammlung von Interviews kann eine Biographie nicht ersetzen, will sie auch gar nicht. Das Buch ist eine hervorragende Ergänzung für alle Paul McCartney-Fans und solche, die es werden wollen. Viele Musiker und Zeitgenossen kommen zu Wort und schildern ihre Sicht auf die einzigartige Karriere des Musikers und berichten von teilweise kuriosen Erlebnissen. Der Weg vom Ex-Beatle zum Solokünstler, der auch mit über 80 Jahren noch Stadien füllt, wird über die Wings-Ära begleitet. Es ist ein Genuss, zu beobachten, wie McCartney seine Musik erschafft und welche Einflüsse in inspirieren und prägen. Ein großer Teil der Erzählung dreht sich natürlich um Linda und die Familie, ohne die vermutlich die Geschichte eine andere gewesen wäre. Ergänzt werden die Interviewausschnitte durch tolle Fotos und Zeitdokumente. Außerdem werden zu den Zeitabschnitten einige der meistverkauften Alben erwähnt und mit timelines bedeutende Ereignisse der Jahre aufgelistet. Die Auswahl hier erscheint manchmal etwas willkürlich, aber ich sehe dies als nette Beigabe. Da ich zwar ein McCartney-Fan bin, ihn auch schon live erlebt habe, kenne ich aber nicht alle Details seiner Karriere. Dafür bin ich zu breit an der Musikkultur interessiert. Ich habe also viele Neuigkeiten für mich entdeckt und so manche Anekdote gefunden. Eingefleischte Fans, die schon viele Bücher über die Beatles und co. gelesen haben, werden vielleicht weniger Neues erfahren. Trotzdem kann ich das Buch jedem Interessierten von Herzen empfehlen. Selbstverständlich wiederholen sich bei der Vielzahl der Interviews und Gesprächspartner manche Aussagen oder Stellungnahmen, doch das rundet das Bild eher ab und unterstreicht die Bedeutung mancher Geschehnisse, die sonst möglicherweise nebensächlich erscheinen mögen. Für mich als Musikbegeisterter und Sammler sind vor allem immer die einzelnen Musiker und ihre Verknüpfungen zu anderen Künstlern oder Bands interessant. Wer spielte mit wem? Wer produzierte welche Platte? So etwas macht mich neugierig. Und auch über dieses großartige Buch habe ich wieder neue Hörtipps erhalten, die das Buch wunderbar ergänzen. Wer Musik liebt, die Wings und McCartney kennt und schätzt, kann und wird mit diesem Buch nichts falsch machen.
Rezensionen von Claudia R.:
Dreiland III von Jana Jeworreck
Finale einer Fantasy-Trilogie
Klappentext / Inhalt:
„Alles wird sich so ereignen, wie es vorherbestimmt ist.“
Die Schlacht gegen die Chimäre Senestera und ihre magische Armee scheint verloren. Die Verbündeten sind in alle Richtungen verstreut oder tot. Der prophezeite Schmetterling konnte die Bestie nicht bezwingen. Arvid und Signe fliehen mit Hilfe der Boten des ewigen Schweigens an das Ende der Welt, wo sie überraschende Dinge erfahren.
Wird es den beiden gelingen, noch einmal den Kampf mit Senestera aufzunehmen?
Trotz des Sieges über die Rebellen muss der König von Velcor mit seinem Volk das eigene Land endgültig verlassen. Die Erdwärme schwindet und die Ländereien Velcors erstarren in Frost. Zudem hat Norwin die Liebe seines Lebens verloren. Kann der Regent seine Bürger in eine neue Heimat führen oder war der Preis für seinen Sieg zu hoch?
In dem einst unter Nebel verborgenen Metacor sammeln sich schließlich alle streitenden Kräfte zu einem letzten entscheidenden Kampf. Die Zukunft aller drei Länder steht auf dem Spiel.
Cover:
Das Cover greift die Symbolik und den Charakter der bisherigen Cover der Reihe auf und ein Wiedererkennungseffekt ist daher unübersehbar. Der Hintergrund bzw. die Farbgebung ist diesmal in einem orange rot gehalten und hat so einen warmen, aber auch durchaus düsteren Unterton an sich. Mir gefällt das Cover gut und die Zusammenhänge zur Reihe sind erkennbar.
Meinung:
Es handelt sich hierbei um den dritten Band der Reihe und da die Ereignisse aneinander anknüpfen sollten die vorherigen Bände bekannt sein, da Vorkenntnisse hier auf jeden Fall erforderlich sind, um den Ereignissen folgen zu können und sich in der Welt und den Charakteren zurecht zu finden.
Die Zusammenfassung am Beginn ist toll, um wieder hineinzukommen, alleinstehend reicht diese aber für einen Quereinstieg nicht aus, da es sich hier, wie bereits erwähnt, um den dritten und finalen Band der Reihe handelt.
Inhaltlich möchte ich hier nicht zu viel verraten und halte mich daher mit weiteren Details und Informationen dazu zurück.
Der Schreibstil ist wortgewandt und bildlich. Man findet sich gut und schnell in alles hinein. Eine tolle Welt mit wundervollen und auch sehr facettenreichen Charakteren wird hier erschaffen und weitergeführt. Auch die Spannung wird wieder aufgebaut und aufrecht erhalten. Die Erzählung ist atmosphärisch und unterhaltsam umgesetzt.
Die einzelnen Abschnitte und Kapitel haben eine gute und angenehme Länge. Die Anfänge sind dabei gut erkennbar und auch Gliederung und Gestaltung haben mir hier sehr gut gefallen. Die Überschriften sind passend, ohne zu viel dabei zu verraten. Die Karte zu Beginn und auch das Glossar mit dem Namenregister und den Begriffserklärungen am Ende ist toll umgesetzt und zugleich auch hilfreich.
Die Geschichte ist spannend und teils auch sehr überraschend fortgesetzt und sorgt so für gute Unterhaltung. Ein tolles und gelungenes Ende der Trilogie, welches mir sehr gut gefallen hat. Auch wenn ich nun Dreiland verlassen muss, so muss ich sagen, dass mir diese Trilogie sehr gut gefallen hat und ich diese sehr gern weiterempfehle.
Fazit:
Ein wundervolles komplexes und fantastisches Werk, mit spannender und detailreicher Unterhaltung.
Rezensionen von Julia:
Die Prinzen des Winters von K. T. Steen
Auf dem Weg zum großen Finale
Sind wir ehrlich: Wer es bis Band 4 geschafft hat, wird diese Reihe ohnehin bis zum Ende lesen wollen. Die Spannung steigt weiterhin stetig an, und auch wenn ich mich zu Beginn gefragt habe, wie dieser Band die Handlung noch sinnvoll weiterführen soll, hat mich das Buch letztlich vollkommen gefesselt und überzeugt.
Zu keinem Zeitpunkt wirkt die Geschichte in die Länge gezogen – eine Gefahr, die bei mehrteiligen Reihen durchaus besteht. Ganz im Gegenteil: Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.
Wie bereits zuvor erleben wir die Handlung aus den wechselnden Perspektiven von Eyra, Fayette und Patricia. Der Schreibstil bleibt dabei durchgehend bildhaft, und Estoria sowie seine Nachbarländer werden so lebendig dargestellt, dass sie für mich nahezu greifbar waren.
Auch dieser Band ist – ähnlich wie sein Vorgänger – im Vergleich zu den übrigen Teilen der Reihe relativ kurz gehalten. Zudem fehlt diesmal das gewohnte „Was bisher geschah“ zu Beginn, weshalb es sich empfiehlt, den Band zeitnah nach dem vorherigen zu lesen, um alle Zusammenhänge präsent zu haben.
Inhaltlich bringt dieser Teil erneut spannende Entwicklungen mit sich, und es bleibt abzuwarten, wie sich alles im finalen Band zuspitzen wird. Zusätzlich kommen sich einige der Charaktere näher, was dem Spiel der dunklen Mächte eine angenehme emotionale Auflockerung verleiht.
Rezensionen von DoraLupin:
Lucia 1. Flüsterin der Flammen von Sarah Fleury
Fantasievoller Auftakt rund um Flammenmagie
https://bookcircle.thalia.de/r/191856-fantasievoller-auftakt-rund-um-flammenmagie
im Shop ansehen weitere Rezensionen von DoraLupinRezensionen von Vicky:
London Underground von Nadine Erdmann
Freunde der Nacht
'London Underground - 13 Jahre später' ist der erste Band der Sequel Trilogie der Autorin Nadine Erdmann. In 55 Kapiteln dürfen wir die Totenbändiger erneut begleiten.
Das Cover konnte ich sofort der Geschichte zuordnen. Es spielt 13 Jahre später, aber mit den zwei separat erhältlichen Kurzgeschichten erfährt man auch von 'zwischendrin' etwas.
Diese Kurzgeschichten sind zwar empfehlenswert, aber nicht zwingend notwendig.
Das Personenverzeichnis war unglaublich wertvoll und hilfreich, um in die Geschichte reinzukommen, ich habe es vor Beginn der Geschichte gelesen.
Ich habe mich bei den Hunts genauso gut aufgehoben gefühlt wie in der ursprünglichen Reihe. Das Feelgood Family Gefühl war schnell wieder da. Ungewohnt war am Anfang nur, dass alle deutlich älter sind bzw die kleinen Minis schon fast erwachsen sind und es neue Minis gibt! Aber nachdem ich mich daran gewöhnt hatte (hier sind jedem treuen Fan der ursprünglichen Totenbändiger Reihe die zwei Kurzgeschichten als 'Übergang' zu empfehlen), konnte ich vollständig in der Geschichte abtauchen. Die neuen Seelenlosen sind äußerst spannend. Ich habe die Spuks und Reapers gerne auf der Jagd nach ihnen begleitet. Ebenso haben mir die Abenteuer der 'Kids' sehr gut gefallen.Der Humor und Zusammenhalt ist auch bei ihnen da - muss wohl so ein Familiending sein :-) Ich habe es genossen, auch von den 'alt bekannten' Figuren so viel lesen zu dürfen. Auch wenn ich mir noch etwas schwer damit tue, Gab nun so erwachsen und verantwortungsvoll zu sehen!
Fazit: Ich persönlich habe bereits die Hauptreihe geliebt und die Kurzgeschichten verschlungen und kam daher nicht um die Fortsetzung herum. Und was soll ich sagen? Ich habe es definitiv nicht bereut. Der erste Band ist ein toller Einstieg in die Sequel Trilogie. Ich bin bereits sehr, sehr gespannt, wie es im nächsten Band weitergeht und bin mir im Moment nicht sicher, ob ich das abwarten kann!
Rezensionen von LeserinLu :
Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel von Alena Schröder
Gut erzählt
In *Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel* erzählt Alena Schröder eine Geschichte über Herkunft, Verantwortung und die Frage, was man seinen Eltern, ob leiblich oder adoptiert, schuldet.
Der Roman entfaltet sich auf zwei Zeitebenen: Die 14-jährige Marlen versteckt sich 1945 in Güstrow in einem verlassenen Forsthaus und trifft auf Malerin Wilma, die Marlen vor den russischen Soldaten schützt und für die nächsten Jahrzehnte bei sich aufnimmt.
Hannah Borowski, 34, steht an einem Wendepunkt: Ihr leiblicher Vater taucht plötzlich wieder auf, und sie stellt ihr bisheriges Leben infrage.
Der Erzählstil ist flüssig und sehr gut lesbar, der Roman liest sich angenehm schnell und unterhaltsam. Manches bleibt zwar etwas klischeehaft, z.B. der typische Berliner Hipster Justus mit Manbun und Podcast oder die Freundin im alternativen Wohnprojekt mit anstrengenden Plenumstreffen, aber ich fand diese Ideen dennoch lustig. Die Erzählung um Marlen und Wilma war für mich stellenweise etwas zäh, auch wenn sie inhaltlich wichtige emotionale Grundlagen für die Gegenwartsebene schafft. Trotzdem habe ich die Gegenwartsebene lieber gelesen.
Insgesamt tragen beide Geschichten, berühren und bleiben im Kopf. Auch ohne Kenntnis der ersten beiden Bände der Trilogie konnte ich dem Roman problemlos folgen und habe nun große Lust, die Vorgänger ebenfalls zu lesen.
Rezensionen von Dragon:
Willkommen in Gravity Falls - Dippers und Mabels Leitfaden zu Mysterien und endlosem Spaß von Disney; Alex Hirsch; Shane Houghton
Unterhaltsamer Leitfaden für das Leben in Gravity Falls
Wann hat man schon mal die Möglichkeit, in einem fremden Tagebuch zu lesen?! Im Falle des Tagebuchs von Dipper und seiner Schwester Mabel ist das dem Lesenden sogar ausdrücklich erlaubt und überaus erwünscht von den beiden, wovon sich besonders Dipper erhofft, in Notsituationen dann vom Lesenden gerettet werden zu können.
So ganz abwegig ist sein Gedankengang ja nicht, wenn man bedenkt, dass die beiden in der merkwürdigen Stadt Gravity Falls schon so einige paranormale und rätselhafte Dinge gesehen und erlebt haben. Deshalb können die zwei auch einen richtig dicken Leitfaden zu den dortigen Mysterien verfassen, wobei Dipper eher für die Fakten zu Übernatürlichem zuständig ist, während Mabel sich den Spaßfaktor auf die Fahne schreibt.
Das Buch ist vollgepackt mit praktischen Tipps zu (fast) allen Lebenslagen und Situationen in Gravity Falls und enthält zusätzlich eine Menge kurzweiliger Quizfragen, Bastelideen, Mitmachseiten und Challenges. Besonders glaubhaft wirkt dieses Tagebuch dadurch, dass sich die Einträge der beiden ergänzen und in der jeweiligen „Handschrift“ und dem unverwechselbaren Stil desjenigen gestaltet sind. Dass die Geschwister sich nicht immer einig sind, ist normal und glaubwürdig und macht die Einträge zudem lebendig und witzig.
All zu ernst nehmen sollte man die Tipps sowieso nicht, denn unter anderem ist Mabels Rat, Tiere als Kopfbedeckung zu nutzen und dabei mit Klebeband zu fixieren mit einem Augenzwinkern und Humor zu verstehen. Das Buch liest sich jedenfalls sehr unterhaltsam, lustig und man erfährt praktische Tipps zum Nachmachen, wie z. B. Mabels „Sofort-Haustier“. Und Dank Dipper ist man auf viele Notsituationen gut vorbereitet, sollte man z. B. mal einer Wer-Waffel gegenüberstehen oder ein ultimatives Geheimversteck errichten müssen. Da Mabel sich für den Spaßfaktor zuständig fühlt, gibt es auch Pläne für eine erfolgreiche Übernachtungsparty. Und da das Buch auf die Zielgruppe ab etwa 8 Jahren abzielt, finde ich auch die Anleitungen zu verschiedenen Chiffriercodes und Morsecode sehr gelungen, spielt es in diesem Alter doch meist eine große Rolle, selbst eine „Bande“ zu gründen oder darin Mitglied zu sein.
Dipper und Mabel nehmen den Lesenden lebendig und humorvoll mit durch die Mysterien von Gravity Falls und enthüllen sogar noch das Geheimnis des mysteriösen Flecks! Hat man sich erfolgreich mit den beiden durch die verschiedenen Aufgaben und Tipps und Tricks gearbeitet, wird man am Ende sogar mit einem schön gestalteten Zertifikat belohnt. Und damit nicht genug: Es gibt noch genügend Platz für eigene Einträge ins Tagebuch, was so wirklich zu einem tollen Leitfaden und persönlichem Buch wird.
Dieses ergänzende Buch zur Serie „Willkommen in Gravity Falls“ kann ich für alle empfehlen, die Spaß an den Abenteuern von Dipper und Mabel haben und noch ein wenig tiefer in die Mysterien der Stadt eintauchen wollen.
Rezensionen von tonton:
Smeralda Bohms Bestiarium (Bd. 1) von Anja Fislage
Spannend, fantasievoll, und ein bisschen gruselig
"Smeralda Bohms Bestiarium" ist ein tolles Buch für Kinder, die gruselige Geschichten mögen.
Was einem sofort auffällt, ist das beeindruckende Cover mit den gefährlich aussehenden Bestien. Im Buch gibt es außerdem viele farbige Illustrationen im gleichen Stil, die sehr viel zur Atmosphäre beitragen.
Die Optik und die Aufmachung finde ich richtig klasse.
Die Handlung ist abenteuerlich, spannend und stellenweise durchaus grausam. Man sollte daher beachten, dass die Leser nicht zu allzu ängstlich sind.
Die Geschichte wird quasi im Tagebuchformat erzählt. Der Schreibstil ist zwar witzig, für das angegebene Zielalter (ab 11 Jahren) aber relativ anspruchsvoll. Der Text enthält viele "wissenschaftliche" Beschreibungen der Kreaturen und Erfindungen, sowie zahlreiche Notizen und Zusatzinformationen. Das passt aber gut zur Geschichte, da Smeralda sich als echte Wissenschaftlerin versteht und ihr Notizbuch entsprechend führt.
Die Fantasiewelt ist sehr spannend gestaltet. Der Leser taucht in eine Welt voller gefährlicher Kreaturen und interessanter Figuren ein.
Insgesamt eine spannende und fantasievolle Lektüre.
Rezensionen von Liselottchen:
Unaufhaltsam ehrlich von Catherine Ryan Hyde
Narben auf Körper und Seele
Sein älterer Bruder animiert den siebenjährigen Michael dazu, eine Feuerwerksrakete zu zünden. Dabei wird er schwerstverletzt. Anschließend verbringt er Monate im Krankenhaus und auf Reha, erfährt er schließlich, dass seine Eltern ihn zur Adoption freigegeben haben. Er kommt bei liebevollen Pflegeeltern unter, dennoch kann er nie verwinden, dass seine Eltern ihn »weggegeben« haben.
Als Erwachsener versteckt er die Narben unter seinem Hemd und zeigt sich niemals ohne. Durch die Begegnung mit seinem Professor an der der Uni, der ebenfalls Brandwunden allerdings auf Gesicht und Hals trägt, wird ihm bewusst, dass er keinen Grund hat, sich zu schämen. Und er beschließt, einen Dokumentarfilm über Menschen zu machen, die unter ihrem Äußeren leiden. Auch Madeleine meldet sich, die sich beide Brüste hat amputieren lassen müssen ...
Die Autorin hat hier ein bedeutendes Thema aufgegriffen, das mich in der Umsetzung leider nicht ganz abholen konnte. Es schien mir auch, dass sie ein Zuviel an Problemen hineingepackt hat, die jedoch dann für mich ein wenig an der Oberfläche blieben. So beispielsweise Drogen und Alkoholkonsum, Krankenhaus und lange Reha, Adoption, Altersunterschied in einer Beziehung, Krebserkrankung und einiges mehr. Spannend war das Gespräch mit einem 103-Jährigen, der bei der Olympiade 1936 gewonnen und Hitler die Hand geschüttelt hat, statt ihm ins Gesicht gespuckt zu haben. In einem späteren Kapitel wird in einem Nebensatz erwähnt, dass er gestorben ist. Genauso Michaels Liebe Madeline: Der Altersunterschied wurde öfter erwähnt als ihre tödliche Krebserkrankung.
Meine Lieblingsfigur war Professor Dunning, eine starke Persönlichkeit, der mit seinem Schicksal beneidenswert offen und positiv umgeht. Gut dargestellt fand ich auch Michaels (schreckliche) leibliche Familie und wie viel besser er sich abseits von ihnen entwickeln konnte.
Fazit: Eine Story, die wichtige Themen anspricht und zum Nachdenken anregt.











