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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Nele33:

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Hass ist meine Liebe von Andreas Schmidt

Lokalkolorit spannend

Im Buch "Hass ist meine Liebe" des Autors Andreas Schmidt spielt in meiner Nachbarstadt Wuppertal. Als Ermittlerteam bekommen es Mia Sommer und Björn Lassner mit bestialischen Morden zu tun.

Ein Taxifahrer findet im denkmalgeschützten Brunnen am Toelleturm einen leblosen Frauenkörper.

Da ein Fremdverschulden nicht ausgeschlossen werden kann, beginnen Mia und Björn mit den umfangreichen Ermittlungen. Die tote war Psychologin und arbeitete mit Sexualstraftätern. Ist der Täter in ihrem beruflichen Umfeld zu suchen? Doch erst einmal gerät ihr Ex-Mann ins Visier der Polizei, vor allem, nachdem es Ungereimtheiten in seinen Schilderungen gibt. Als eine zweite Frauenleiche auf der bunten Holsteiner Brücke gefunden wird, nimmt der Fall richtig an Fahrt auf.

Mir als Bewohnerin der Nebenstadt hat das Lokalkolorit von Wuppertal sehr gut gefallen, hatte ich die einzelnen Orte doch durch die guten Beschreibungen von Andreas Schmidt genau vor Augen.
Die Charaktere von Mia und Björn wurden gut eingeführt und haben dadurch ein großes Potenzial zu einem prima Team zusammen zu wachsen. Die Privatsequenzen der beiden in der Geschichte nehmen einen akzeptablen Raum ein, sodass man ausreichend Hintergrundinformationen bekommt, ohne den Fall zu stören.

Der Fall ist spannend, hat einen angenehmen Schreibstil und eine gute Auflösung, sodass ich mich schon auf den Folgeband der Ermittler freue.

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Hass ist meine Liebe

Rezensionen von Bücherwurmine:

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Verbrenn das Negativ von Josh Winning

Hollywood, Horror & ein verfluchter Film

???? Worum geht’s?

Journalistin Laura Warren reist nach L.A., um über das Remake eines verfluchten Horrorfilms zu berichten, in dem sie damals die Hauptrolle gespielt hat. Als während ihrer Ankunft ein Mann stirbt, ist für Laura klar: Es geht wieder los...

???? Schreibstil & Aufbau

Der Einstieg fällt angenehm leicht, der Schreibstil ist flüssig und sehr gut lesbar.

Besonders gefallen haben mir die kurzen Einschübe am Kapitelende – etwa in Form von Drehbuchseiten oder Zeitungsartikeln. Diese Perspektivwechsel lockern die Geschichte auf und passen perfekt zum Filmthema.

???? Horrorfilm-Vibes & Atmosphäre

Man merkt dem Autor die große Liebe zu Horrorfilmen und zur Filmindustrie deutlich an. Verbrenn das Negativ ist eine liest sich als eine Hommage an klassische Horrorstreifen und das düstere Hollywood-Setting. Entgegen meiner Erwartungen ist das Buch selbst allerdings kein Horror-Schocker – der Thriller bleibt eher ruhig und arbeitet unterschwellig mit mystischen Aspekten, die sich immer mehr aufladen.

???? Figuren & Themen

Laura Warren ist eine interessante Protagonistin, bei der ich neugierig war, welche traumatischen Erlebnisse beim Filmdrehs sie so stark geprägt haben. Auch die Nebenfiguren, wie z.B. ein Medium, bringen unterschiedliche Dynamiken mit und passen wunderbar zu einem typischen Horrorstreifen.

⏳ Spannung & Tempo

Auch wenn ich das Grundkonzept richtig stark finde, empfand ich den Spannungsbogen im Mittelteil leider etwas zu flach. Hier hätte das Buch für mich mehr Tempo vertragen können. Dadurch schöpft der Thriller sein Potenzial nicht ganz aus, auch wenn er durchgehend solide unterhält.

???? Fazit

Ein atmosphärischer Thriller mit viel Liebe zum Horror-Genre und einem spannenden Hollywood-Setting. Definitiv lesenswert für alle die Horrorfilme, Filmgeschichte und mystische Elemente mögen.

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Verbrenn das Negativ

Rezensionen von yellowdog:

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Der Fluss der Zeit von Pascal Mercier

5 Erzählungen aus dem Nachlaß

Diese 5 Erzählungen aus dem Nachlaß von Pascal Mercier sind wirklich ein Geschenk. Es sind sorgsam erstellte Erzählungen, sehr sensibel gemacht. Es gibt Einblicke in die Gefühlslage von Menschen in besonderen Situatinen, sei es ein alter Mann, der aus seinem Haus ausziehen muss, wo er sein Leben lang gewohnt hat, oder die Sorge eines Mannes, der auf den Befund einer möglicherweise schweren Erkrankungen wartet.

Auch die Geschichte um den Pianisten, der von seinen Freunden eine Wohnung geschenkt bekommt, ist sehr fein ausgearbeitet. Es ist ein Glück für ihn, aber jetzt gibt es auch das Problem der Verpflichtung zur Dankbarkeit, die die Beziehung zu den Freunden belastet.
Entscheidend ist oft auch die Erzählperspektive, die immer gut und geschickt gewählt ist.
Die Erzählungen passen zueinander. Man hat das Gefühl, sie wären aus einem Guß.

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Der Fluss der Zeit

Rezensionen von spozal89:

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Botanic Hearts von Melanie Sweeney

zwischen Pflanzen und Büchern

Tatsächlich habe ich ein bisschen länger gebraucht um mit "Botanic Hearts" von Melanie Sweeney fertig zu werden. Zum einen lag das daran, dass mich die gegenderte Schreibweise leider im Lesefluss sehr gestört hat und zum anderen an der eher sehr ruhigen und fast schon poetischen Schreibweise.

Mir hat es aber sehr gefallen, dass die Story ruhig war und die Liebesgeschichte sich sehr langsam entwickelt hat.

In beide Charaktere konnte man sich gut hineinfühlen und ich mochte sowohl Tansy, als auch Jack sehr gerne. Den Storyverlauf fand ich sehr gut. Den doch sehr extremen Hurrikan, dann die Zerstörung der Bibliothek, dann der Umzug in den botanischen Garten und die vielen Probleme und Sorgen, mit denen die Protas zu kämpfen haben, war sehr realistisch beschrieben. Trotz allem kamen dann aber auch die emotionalen, romantischen Gefühle bei mir an.

Das Cover ist genauso ruhig wie die Geschichte selbst und gefällt mir deshalb auch sehr gut.

Alles in allen, ein Buch, welches ins Herz geht und das ich auf jeden Fall empfehlen kann.

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Botanic Hearts

Rezensionen von Zaubermasu / Sandra Hennig:

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Slopeside von Runa Elodie Doe

Mega Auftakt

Dies ist mein erstes Buch von Runa Elodie Doe und ich bin sehr neugierig in das Buch gestartet.
Erst einmal möchte ich vorweg nehmen, dass mich der Schreibstil der Autorin direkt angesprochen hat : klar und flüssig hat sie mich ab Seite 1 in ihren Bann gezogen und ich habe mich beim Lesen mit ihrer Geschichte sehr wohl gefühlt.

Die Charaktere des Buches sind sehr ausdrucksstark dargestellt und haben mich einen sehr guten Bezug zu ihnen aufbauen lassen, so dass die Geschichte lebendig wird und das Lesen wirklich Spaß macht – ich hab mich sehr abgeholt gefühlt.
Stimmungen zu beschreiben gelingt der Autorin perfekt – ich konnte die dunkle, faszinierende Atmosphäre gut fühlen und hatte so auch immer ein klares Bild vor Augen. Der Spannungsbogen wird hier bis zum Ende des Buches gehalten, es gibt keine langatmigen Strecken und ich muss sagen, mich hat die Geschichte wirklich sehr gefesselt.
Emotional, fesselnd und düster – so bin ich durch das Buch gekommen und möchte es von Herzen gerne empfehlen. Mir hat das Buch so viel Spaß gemacht, dass ich es nun kaum abwarten kann, den nächsten Teil zu lesen !

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Slopeside

Rezensionen von LeserinLu :

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Slow Dance von Rainbow Rowell

Geheimtipp

„Slow Dance* ist war für mich die perfekte Romcom und ich wundere mich, dass das Buch nicht bekannter ist. Die Geschichte von Shiloh und Cary, die in der Highschool unzertrennlich waren und sich nach vierzehn Jahren Funkstille plötzlich wieder gegenüberstehen, lebt von den sympathischen, komplex gezeichneten Charakteren, die deshalb auch ohne Klischees auskommen.

Shiloh heiratet nach dem College und bekommt Kinder, nach ihrer Scheidung muss sie mit zwei kleinen Kindern zurück zu ihrer Mutter ziehen. Auch Cary tritt nicht als idealisierter Romcom-Held auf, sondern als Mensch mit Vergangenheit, Unsicherheiten und unerledigten Gefühlen. Was mir besonders gefallen hat: Die Anziehung zwischen den beiden entwickelt sich ruhig, aber konstant – ohne aufgesetztes Drama, dafür authentisch und glaubhaft beschrieben.

Neben den romantischen Momenten gibt es viele witzige, geistreiche und zeitgeistige Passagen, die dem Roman Leichtigkeit verleihen. Gerade diese Balance aus Herz, Humor und einfach guter Unterhaltung macht *Slow Dance* für mich zur perfekten Romcom. Die Frage „Kriegen sie sich endlich?“ trägt einen durch das ganze Buch, ohne je ermüdend zu werden. Für mich ist dieser Roman ein echter Geheimtipp: warmherzig, unterhaltsam und überraschend tiefgründig – und ich wundere mich wirklich, dass er nicht viel bekannter ist.

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Slow Dance

Rezensionen von Eternal-Hope:

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Hoffnung und Skepsis von Jamil Zaki

Es gibt Hoffnung - die Menschen sind besser als gedacht

In den letzten Jahren hört man es überall: die Menschen würden immer weniger sozial werden, immer vereinzelter, immer schlechter. Man könne niemandem mehr vertrauen. Früher - wann auch immer das gewesen sein soll - sei alles besser gewesen. Weit verbreitet scheint eine zynische Haltung gegenüber anderen Menschen zu sein, geprägt von Misstrauen und Angst.

In diesem Buch geht der Autor, ein in der Forschung tätiger Psychologe, erst einmal auf die Definition des modernen Zynismus ein, der sich von den griechischen Kynikern, auf die das Wort zurückgeht, deutlich unterscheidet, und unserer Psyche und dem Kontakt mit anderen Menschen stark schadet. Wer eine zynische Einstellung zu anderen Menschen hat, geht davon aus, dass diese unehrlich und böse seien, und scheut tiefer gehende Verbindungen. Dabei zeigt Mail Zaki in seinem Buch anhand vieler Studienergebnisse auf, dass die Menschen weit besser sind, als sie voneinander annehmen: so wird systematisch stark unterschätzt, wie viele scheinbar verlorene Geldbörsen, in denen sich die Kontaktdaten des Eigentümers befinden, von den Findern an diesen zurückgegeben werden.

Auch gehen Collegestudierende davon aus, dass es sehr schwierig sei, mit anderen Studierenden in Kontakt zu kommen, weil die meisten dafür nicht offen seien - während wiederum fast alle von sich selbst sagen, sich Kontakte mit anderen zu wünschen, und sich auch experimentell zeigt, dass die meisten für Gespräche offen sind. Diese Haltung zeigt sich in vielen Bereichen: Kriminalitätsraten werden etwa stark überschätzt, auch wenn sie tatsächlich in vielen Regionen in den letzten Jahrzehnten deutlich zurückgegangen sind.

Dieser verbreitete Zynismus schadet uns auf vielen Ebenen: er macht die Menschen einsamer, kränker, unverbundener. Leider wird diese Einstellung von vielen Medien noch geschürt, um ihre Auflagen- und Clickzahlen zu erhöhen. Dabei weiß man aus der Forschung, dass die Einstellung, die Menschen entgegen gebracht ist, enorm wichtig für deren Entwicklung und Selbstbild ist. Das gilt für Kinder und Jugendliche genauso wie für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Unternehmen: Menschen, denen misstraut wird, entwickeln sich wesentlich schlechter und verhalten sich deutlich unehrlicher und krimineller, als solche, denen mit einem positiven Menschenbild begegnet wird.

In diesem Buch finden sich also viele Ansätze dafür, wie wir zynische Einstellungen hinterfragen und ein hoffnungsvolleres, und dabei gleichzeitig nicht naives, realistischeres Menschenbild entwickeln und dadurch positive Beziehungen zu unseren Mitmenschen aufbauen können. Es ist möglich, skeptisch und wachsam zu bleiben, ohne dabei zynisch und abwertend zu werden, und insgesamt eine hoffnungsvolle und offene Einstellung zu kultivieren, ohne blinde Naivität. Dafür zeigt dieses inspirierende und interessante Buch viele Beispiele auf.

Besonders schätze ich auch das wissenschaftlich sehr sorgfältige Vorgehen des Autors. Nicht nur beruhen alle seine Aussagen auf wissenschaftlichen Studien, sondern im Anhang findet sich - zusätzlich zu praktischen Anwendungstipps für das persönliche Leben - eine fundierte Einstufung der präsentierten Ergebnisse danach, als wie stark gesichert diese in der Wissenschaft momentan gelten (viele oder weniger Studien, die diese belegen, eindeutige oder eher widersprüchliche Ergebnisse).

Das Buch ist sicher für alle, die sich für Psychologie interessieren und in diesem Bereich Vorwissen haben, besonders interessant, kann aber aufgrund seiner zugänglichen Schreibweise mit vielen Beispielen auch gebildeten Laien empfohlen werden.

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Hoffnung und Skepsis

Rezensionen von Miro:

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Kingdom of crystal Hearts von Sina Brings

Edelsteinmagie

Im Königreich Brillant gibt es unermesslichen Reichtum und unbändige Armut. Der Adel lebt in Saus und Braus völlig auf Kosten des gemeinen Volks, das nie genug zu Essen hat auf gerade mal so ein Dach über dem Kopf.

Die Menschen werden gezwungen in den Minen zu schuften und Bedingungen, die vielen den Tod bringen.

Auch Elodie's Eltern sind in den Minen umgekommen und sie und ihre Schwester konnten bei den Rebellen Unterschlupf finden. Als auch noch Elodie's Schwester spurlos verschwand, begann Elodie aktiv bei den Rebellen mitzuarbeiten. Ein Attentat auf die Königin und den Prinzen war geplant.

Doch alles kam anders. Durch Zufall zeigte sich, dass Elodie Magie wirken kann und das kam der Königin sehr gelegen für ihre Pläne. Elodie sollte ihre Kräfte im geheimen wirken, um die als die Macht des Prinzen auszugeben, denn nur wer Magie wirken kann, kann König werden.

Sina Brings hat hier eine grausame Welt erschaffen, in der die Gegensätze nicht größer sein könnten. Die Reichen leben in Dekadenz und lassen alle unter sich leiden. Es scheint völlig an Mitgefühl zu fehlen. Den Leuten werden Finger abgetrennt, wenn sie Reste "stehen", um nicht zu verhungern. Es wird gefoltert und geköpft, ohne dabei mit der Wimper zu zucken. Doch es ist auch eine magische Welt mit mystischen Landschaften, fantastischen Tierwesen und mythologischen Bräuchen und Ritualen.

Der Schreibstil ist atmosphärisch dicht und die bildhafte Sprache zaubert das Königreich mit seinen Figuren direkt in die Köpfe der Leser*innen. Der Wechsel aus Beschreibungen und Dialogen macht das Lesen flüssig und spannend. Die Geschichte rast nur so dahin und Elodie kämpft sich durch ein Netz aus Intrigen. Es ist häufig schwer zu erkennen, wem sie wirklich trauen kann.

Mich konnte die Autorin mit dieser Geschichte begeistern. Die düstere Stimmung konnte mich wirklich fesseln und auch die emotionale Ebene kommt nicht zu kurz!

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Kingdom of crystal Hearts

Rezensionen von Bellis-Perennis:

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Der Retter der Mütter von Péter Gárdos

Späte Hommage

Heute gilt Ignaz Semmelweis (1818-1865) als Retter der Mütter und ist auf der ganzen Welt bekannt. Doch zu seinen Lebzeiten wurde er angefeindet, seine Hygienevorschriften ab 1847/48, dass Ärzte NACH Obduktionen und VOR Untersuchungen der Patientinnen sich die Hände mit Chlorkalklösung zu desinfizieren, als teure Zeitverschwendung abgetan.

Obwohl er den direkten Zusammenhang, dass die hohe Mortalitätsrate (phasenweise bis zu 30 %) in der I. Geburtshilflichen Abteilung des Allgemeinen Krankenhauses in Wien (in der II. Abteilung, in der fast ausschließlich Hebammen arbeiteten und keine Sektionen vorgenommen worden sind, lag die Mortalitätsrate unter 1%) nach Anwendung der Hygienemaßnahmen auf knappe 1,2% zurückgehen, beweisen konnte, werden seine Anordnungen von Dr. Johann Klein (1788-1856), seinem Vorgesetzten und Abteilungsleiter, bewusst unterlaufen und nach seinem Abgang aus Wien, wieder abgeschafft.

Semmelweis dokumentiert, forscht, fordert und ist unbequem. Leider vergisst er, für seine Änderungsvorschläge Verbündete zu suchen. Er publiziert seine Erkenntnisse spät (1861), nicht ordentlich und stößt selbst jene Kollegen vor den Kopf, die wie der Kieler Arzt Gustav Adolphe Michaelis (1798-1848) seiner Argumentation etwas abgewinnen können. Mit seiner Forderung nach Händedesinfektion war er seiner Zeit – zwei Jahrzehnte vor Entdeckung der Bakterien als Krankheitserreger durch Robert Koch und Louis Pasteur – weit voraus.

Als er seine Stelle im Wiener Allgemeinen Krankenhaus verliert, geht er nach Budapest und führt dort in der Klinik St. Rochus seinen Kampf gegen das Kindbettfieber beinahe schon zwanghaft weiter, zumal die bei seinem Eintreffen vorgefundenen Zustände noch schlimmer als in Wien waren. So gab es für die Patientinnen keine saubere Bettwäsche.

Das Ende des unbeugsamen Arztes liest sich wie eine geheimdienstliche Verschwörung: Semmelweis wird auf Betreiben seiner Frau Maria (1837-1910), mit der er drei Kinder hat und die ihn um 45 Jahre überleben wird, im Juli 1865 in das psychiatrische Krankenhaus in Wien Oberdöbling eingeliefert. Dort stirbt er rund zwei Wochen später unter bis heute nicht geklärten Umständen. Selbst das Todesdatum wird unterschiedlich angegeben. Angeblich ist er bereits mit einer infizierten Wunde, die eine Sepsis verursacht hat und an deren Folge er verstorben ist, worden. Ist es Ironie des Schicksals, dass der Entdecker der Sepsis (nicht anderes ist das Kindbettfieber) an derselben zu Grunde geht? 1963 werden seine sterblichen Überreste exhumiert. Man stellt multiple Knochenbrüche an Armen und Brustkorb fest. Hat man den unbeugsamen Arzt ermordet?

Meine Meinung:

Dieser historische Roman von Péter Gárdos ist nicht mein erstes Buch über Ignaz Semmelweis. Zuvor habe ich schon die 2015 im Residenz-Verlag erschienene Biografie „In den Händen der Ärzte - Ignaz Semmelweis, Pionier der Hygiene“ von Anna Durnová gelesen. Während sich Durnová intensiv dem Krieg zwischen Semmelweis und seinem Vorgesetzten in Wien Dr. Johann Klein widmet, hat Péter Gárdos eher den Menschen Ignaz Semmelweis im Fokus. Gárdos beschäftigt sich auch mit dem Privatleben Semmwelweis‘ und den wenigen Freunden, die er hat. Hier verquickt er geschickt Fakten wie den Tod seines Freundes Jakob Kolletschka (1803-1847) der an einer Sepsis stirbt, mit fiktiven Charakteren.

Über die Änderung in Semmelweis‘ Wesen kann nur spekuliert werden. Die jahrelangen, zermürbenden Kämpfe können durchaus eine schwere Depression verursacht haben, ebenso könnte eine nicht ausgeheilte Syphilis, die ihm kaum körperliche Beschwerden bereitet hat (obwohl man von Juckreiz und häufigen Blutigkratzen lesen kann), aber eine massive Änderung seiner Psyche herbeigeführt haben. Man wird es wohl nie erfahren.

Den Siegeszug der Desinfektion, die vor allem auf den schottischen Chirurgen Joseph Lister (1827-1912) zurückgeführt wird, der aus den Schriften Semmelweis‘ seine Erkenntnisse zieht und ab 1867 mittels Karbollösung desinfiziert, wird Ignaz Semmelweis nicht mehr erleben.

Als Robert Koch 1905 den Nobelpreis für Medizin erhält soll er in seiner Dankesrede gesagt haben:

„Und auf diesem Weg, der uns verbindet, danke ich tief bewegt einem ungarischen Arzt. Ohne Ignaz Semmelweis wäre ich nie soweit gekommen. Ohne Ignaz Semmelweis wäre die Welt nicht so, wie sie ist. Sagen wir es offen: Semmelweis war einer der größten Ärzte der Welt.“ (S. 246)

Ignaz Semmelweis teilt sein Schicksal mit zahlreichen Ärzten und Wissenschaftlern, die zu Lebzeiten angefeindet, verkannt und erst Jahre nach ihrem Tod ihre Würdigung erfahren.

Dieser historische Roman lässt sich gut lesen. Ein wenig Kenntnis der damaligen Zeit ist für das gesellschaftspolitische Umfeld hilfreich. Wir bewegen uns im Kaisertum Österreich, das 1848 von mehreren Revolutionen, einem schwachen Kaiser Ferdinand, dessen Abdankung und dem Beginn der Regentschaft des erst 18-jährigen Kaiser Franz Joseph I. (1830-1916). Von bahnbrechenden wissenschaftlichen Erkenntnissen will man nichts Genaues wissen. Das ist eben, neben Semmelweis‘ Schwäche beim Publizieren seiner Thesen, genau das Dilemma.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem historischen Roman 5 Sterne.

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Der Retter der Mütter

Rezensionen von Bellis-Perennis:

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Steirerzwist von Claudia Rossbacher

Hier ist wenig, wie es scheint

Abteilungsinspektorin Sandra Mohr ist kaum aus ihrem Urlaub zurück, als man eine tote Joggerin, der die Kehle durchschnitten worden ist, aus der Mur geborgen hat. Die Tote entpuppt sich als Direktorin des 5-Sterne Hotels Wagner, die Sandra Mohr flüchtig gekannt hat. Als wenig später, das LKA ist noch dabei das Umfeld der Toten zu durchleuchten, ein toter Obdachloser mit ähnlichen Verletzungen entdeckt wird, liegt die Vermutung nahe, dass die beiden Morde in einem Zusammenhang stehen, nur in welchem? War Frau Wagner das erste Opfer und der Obdachlose Zeuge der Tat, weshalb er beseitigt werden musste? Oder was es genau umgekehrt?

Chefinspektor Sascha Bergmann und Sandra Mohr ermitteln zügig, finden das Arbeitsklima im Hotel nicht gar so prickelnd und entdecken einige Ungereimtheiten im Leben der Hoteldirektorin wie zum Beispiel einen Unbekannten, der während der Beisetzung kürzlich vom verstorbenen Hoteldirektor Wagner in dessen offene Grab gepinkelt hat.

Wer macht so etwas?

Während der Ermittlungsarbeiten erreicht Sandra Mohr, die nun seit kurzem mit Förster Georg eine neue Liebe hat, die Nachricht ihres kriminellen Halbbruders Mike, dass die gemeinsame Mutter verstorben ist. Sofort spulen in Sandra die Erinnerungen an frühere gewalttätige Auseinandersetzungen mit Mike ab. Gleichzeitig erhält sie dieselben Morddrohungen wie die getötete Hoteldirektorin. Wer versetzt die Ermittlerin hier in Angst und Schrecken?

Wird es gelingen, sowohl die Morde an der Hoteldirektorin und am Obdachlosen als auch die Bedrohung für Sandra Mohr aufzuklären?

Meine Meinung:

In diesem 15. Fall wird wieder in der Landeshauptstadt Graz ermittelt, nachdem schon zuvor in allen Bezirke der Steiermark verübte Verbrechen aufgeklärt worden sind. Der Kriminalfall ist komplex, denn das Motiv ist zu Beginn an völlig unklar. Dass der Sohn der Ermordeten, den von seiner Mutter entlassenen Angestellten wieder in seine Funktion einsetzt, ist auch eines der Puzzlesteinchen, die noch an die richtige Stelle gelegt werden müssen, um die Verbrechen aufzuklären.

Dieser Fall für Sandra Mohr und Sascha Bergmann ist voraussichtlich die letzte gemeinsame Ermittlung, wie Autorin Claudia Rossbacher im Nachwort erklärt. Allerdings könnte mit Elena eine neue Kollegin an der Seite von Bergmann ermitteln. Man wird sehen, ob die Reihe irgendwie weitergeht. Für Sandra Mohr scheint die Autorin ein Ausstiegsszenario vorbereitet zu haben. Ich kann das gut verstehen, einerseits muss sie sich gegen den aus Wien zugezogenen Macho Bergmann behaupten, was einiges an Kraft kostet, andererseits ist ihr Privatleben bis jetzt ein stetes auf und ab. Mit Georg scheint es einen Lichtblick zu geben, weshalb sie das zarte Pflänzchen hegen und pflegen möchte. Auch die persönlichen Angriffe, sei es durch ihren kriminellen Halbbruder oder durch anderes Gelichter, nagen an schwer an ihr, daher ist ihr eine Auszeit zu gönnen. Vielleicht kommt sie ja doch wieder zurück. Mich würd’s freuen.

Ich mag es ja, wenn an Orten ermittelt wird, die ich gut kenne. Im April 2025 war ich anlässlich meines Geburtstags eine Woche in Graz und bin, wie Sascha Bergmann, die Stufen auf den Grazer Schlossberg hinauf geschnauft und habe auf die wunderschöne Dachlandschaft der Grazer Altstadt hinuntergeschaut. Zudem verströmt die Stadt mit seinem milderen Klima und ihrer gepflegten Altstadt ein ähnlich südliches Flair wie Meran.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem komplexen Krimi wieder 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Steirerzwist