Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Die Welt in ihren Händen von Olivier Guez
Eine Leseempfehlung
Olivier Guez hat mit diesem Buch, der unkonventionellen Gertrude Bell (1868-1926), die man in außerhalb Großbritanniens kaum kennt, ein Denkmal gesetzt.
Wer war sie nun, diese Frau, die den überwiegenden Teil ihres Lebens im Mittleren Osten verbrachte, die von Freunden und Feinden ehrfurchtsvoll “Effendi” genannt wurde?
Geboren 1868 als Tochter des reichen Industriellen Thomas Hugh Bell und seiner Frau Mary Shield.
Drei Jahre später stirbt ihre Mutter kurz nach der Geburt des Sohnes Maurice. Das wissbegierige Mädchen darf in Oxford studieren, den Doktortitel verweigert man ihr wie allen Studentinnen. Heiraten will sie nicht, verliebt sich aber in Henry Cadogan, einem notorischen Spieler, der von der Familie als Ehemann abgelehnt wird. Sie beugt sich ihrem Vater und setzt ihre Reisen im Zweistromland fort. Sie lernt Farsi und verbringt viele Jahre als Archäologin in Mesopotamien. Sie trifft auf Männer wie T. E. Lawrence, der als Lawrence von Arabien bekannt wird, der sie nicht leiden kann und ihre Erkenntnisse als die seinen ausgibt. Dennoch werden sie gemeinsam den Aufstand der Araber gegen die Türken organisieren.
Während des Ersten Weltkriegs sammelt sie als Agentin des Britischen Geheimdienstes Zahlen, Daten, Fakten und erhält im Oktober 1917 die Auszeichnung “Commander of the British Empire”. Gleichzeitig zieht sie die Fäden bei der Einsetzung von Prinz Faisal als König im Irak, der recht bald versucht, ihren Einfluss zurückzudrängen.
Gertrude Bell wird nicht mehr nach England zurückkehren. Sie stirbt 1926 im Alter von 58 Jahren unter nicht ganz geklärten Umständen. In der New York Times erscheint folgender Nachruf
„Seit Königin Zenobia hat keine andere Frau für die Geschicke des Mittleren Ostens eine so wichtige Rolle gespielt.“
Aber stimmt das? Und was bleibt von Gertrude Bell?
Sie gilt als gemeinsam mit Sir Percy Cox als die eigentliche Gründerin des Irak und bestimmte die Landesgrenzen.
Sie hat nach Inkraft-Treten der Balfour-Deklaration die Konflikte zwischen Juden und Arabern in Palästina vorhergesehen.
Sie wird ehrenamtliche Leiterin des archäologischen Museums in Bagdad sein, dessen Gründung sie vorangetrieben hat.
Sie hat zahlreiche Werke persischer Dichter ins Englische übersetzt.
Doch bei allen politischen Erfolgen Gertrude Bells darf nicht vergessen werden, dass sie durch ihre Tätigkeit den Grundstein für die Gewalt im Nahen und Mittleren Osten, die uns bis heute beschäftigt und Abertausende Tote gefordert hat (und noch immer fordert), gelegt hat.
Von Autor Olivier Guez habe ich bereits das Buch „Das Verschwinden des Josef Mengele“ gelesen, das ähnlich gut strukturiert ist. Das Buch ist in 27 Kapitel geteilt, die sowohl Orts- als auch Datumsangabe enthalten, sodass die Rückblenden sofort erkennbar sind.
Guez hat für seine Biografie über Gertrude Bell penibel recherchiert und zeichnet ein interessantes Bild dieser unkonventionellen Frau, die so emanzipiert erscheint. Dennoch ist sie gegen das Frauenwahlrecht und reist in typisch britischer Frauenkleidung, also Hut, Mieder und Dutzende Meter Stoff im Damensattel durch die Wüste. Auch wenn das Coverbild vielleicht gestellt war, zeigt es sie in dieser Aufmachung.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem Buch, das zum besseren Verständnis der Örtlichkeiten eine Landkarte enthält, 4 Sterne.
Rezensionen von Niko:
Pause von Lena Kupke
Pausr
Hanna, die Protagonistin aus Lena Kupke’s Roman „Pause“, kehrt nach einer Panikattacke von Berlin nach Lüneburg zurück, wo ihre Eltern und Geschwister leben. Sie versucht weiterzumachen, ihr Leben weiterzuleben, ohne Hilfe von außen zu bekommen, als es nichts passiert wäre. Doch das ist nicht so leicht und sie muss endlich akzeptieren, dass sie erst eine Pause braucht.
Lena Kupke’s Buch beschreibt den ganzen Prozess, ab dem Zeitpunkt, wo die Dinge nicht mehr zusammenhalten, bis Hanna endlich Frieden mit sich selbst macht und die Heilung möglich wird. Die Autorin lässt die LeserInnen an allen Selbstgesprächen der Protagonistin teilzunehmen und ihre Gedanken und Hoffnungen kennenzulernen. Die wichtigsten Menschen in Hanna’s Leben sind ihre Familie, ihre Schwester und die Eltern. Alle Charaktere haben für mich authentisch gewirkt. Auch wenn niemand so ist, wie Hanna vielleicht bräuchte oder sich gewünscht hätte, sie lieben sich als Familie und halten zusammen auch in den schweren Zeiten.
Das Hörbuch ist von Autorin selbst vorgelesen. Am Anfang musste ich mich an der Stimme gewöhnen, doch nach einer Zeit sah ich wie viel Wärme und Zuneigung die Autorin ihrer Protagonistin einbringt.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Lena Kupke erzählt überraschend lustig über ein schweres, aber heutzutage sehr gewöhnliches Thema, psychische Gesundheit und wie man nach einem Zusammenbruch heilen kann.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Meine Gesundheitsretter aus der Natur gegen Bluthochdruck von Dr. med. Franziska Rubin
Eine Leseempfehlung
Kampf dem Bluthochdruck!
Dr. Franziska Rubin hat nach ihrem Ratgeber „Meine Gesundheitsretter aus der Natur gegen Bauchfett“ einen gegen Bluthochdruck verfasst. Für alle jene, die schon länger Medikamente gegen Bluthochdruck einnehmen (müssen), zeigt sie, wie diese durch angepasste Ernährung die erhöhten Werte dauerhaft absenken lassen.
Zunächst erklärt die Autorin wie Bluthochdruck entsteht und wie man ihn senken kann. Auch die Auswirkungen, die leider nicht nur eine optische Beeinträchtigung sind, werden gut erläutert. Die Grafiken und Abbildungen sowie die Beiträge machen deutlich, worum es nötig ist, dem Bluthochdruck den Kampf anzusagen, bzw. es tunlichst gar nicht entstehen zu lassen. Beides nicht einfach zu bewerkstelligen. Klar ist es einfacher ein Blutdruck senkendes Medikament einzunehmen als mehrmals täglich frisch zu kochen oder Bewegung zu machen.
Der Rezept-Teil hätte für mich ein wenig ausführlicher sein können. Übrigens, es gibt eine gute Nachricht für alle jene die Schokolade lieben. 10 bis 30 Gramm dunkler Schokolade ab 70% Kakaogehalt bzw. Kakao-Nibs sind dem Absenken der Bluthochdrucks durchaus zuträglich. Juhu!
Fazit:
Ein kompakter Ratgeber, der sehr gut erklärt wie Bluthochdruck entsteht und warum man ihm den Kampf ansagen sollte. Gerne gebe ich dem anschaulichen Buch 4 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Tod im Piemont - Weißer Trüffel, schwarzer Tod von Anna Merati
Ein feiner Urlaubskrimi
Anna Merati lässt Sofia Dalmasso, die Betreiberin eines kleinen Cafés im oberhalb des Lago Maggiore gelegenen Ort Corazzo, abermals ermitteln. Das Café ist die Drehscheibe im Ort bei dem sich der Pfarrer und mehrere ältliche Damen zum Kartenspiel treffen. Man spielt nicht um Geld, sondern nur um ein Gläschen Prosecco.
Dass der Pfarrer ins Hintertreffen gerät, ist nicht die einzige Besonderheit im Café. Denn Sofias Nonna Valerija hat sie nicht nur das Torten, Kekse und Nudel machen gelehrt, sondern auch das Kaffeesatzlesen. Das erfreut sich bei den Dorfbewohnern und Fremden großer Beliebtheit, den Karten spielenden Pfarrer ausgenommen.
Nachdem sie vor ein paar Monaten den Tod eines Kunden vorhergesagt hat, vermeidet sie das Kochen von Mokka, wie der Codename für das Kaffeesud lesen ist. Für die betagte Anna, ihres Zeichens Käseverkäuferin, die auch immer wieder Trüffel anbietet, will sie eine Ausnahme machen. Doch dann erscheint Anna nicht zum vereinbarten Termin. Sofias Sorge ist berechtigt, denn Anna wird tot aufgefunden, Todesursache unklar. Also übernimmt Sofias Freund Commissario Alessandro Ranieri die Ermittlungen. Ranieri ist eigentlich Neapolitaner und kann deshalb mit der Mentalität der Leute im Piemont, die ihm viel zu direkt und geradlinig erscheinen, nicht so gut umgehen.
Sofia macht sich Vorwürfe und beginnt ihre Nase in Annas Familienangelegenheiten zu stecken. dabei fördert sie eine seit Generationen dauernde Feindschaft um ein Stück Wald zu Tage.
Meine Meinung:
Anna Merati entführt ihre Leser wieder in das Piemont, das für seine Trüffel und liebliche Landschaft bekannt ist. Corrazo ist vom Tourismus noch nicht entdeckt und daher eher ein Ort der Ruhe, nicht so überlaufen wie Alba oder andere Orte am Lago Maggiore.
Sofias Café ist der Mittelpunkt der dörflichen Gesellschaft, weshalb sie darauf achtet, lange Öffnungszeiten anzubieten. Daher ist ihr Privatleben ein wenig eingeschränkt. Mit der neuen Aushilfe, die noch dazu herrliche Baklava backen kann, scheint sie einen Haupttreffer gemacht zu haben. Schauen wir einmal, wie sich das weiterentwickelt, denn allzu weltoffen, scheinen die Einwohner von Corrazo nicht zu sein.
Wie es sich für einen Cozy-Krimi gehört, ist er leicht zu lesen und bietet eine Reihe skurriler Charaktere sowie zahlreiche regionale Spezialitäten. Rezepte hierfür finden sich am Anhang.
Fazit:
Der Krimi liest sich leicht und flüssig - eine richtige Urlaubslektüre, die bei einem Glas Wein, Grissini und Oliven genossen werden kann. 4 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Bretonisch mit Meeresrauschen von Gabriela Kasperski
Hier ist wenig, wie es scheint
In ihrem nunmehr 7. Fall, steht Tereza Berger so ziemlich alleine da. Ihre besten Freundinnen sind weggezogen und sie selbst hat Gabriel Mahon vor dem Traualtar stehen lassen. Dass er wieder im Lande ist und sich nicht bei ihr gemeldet hat, findet sie, in Verkennung der Tatsachen, unerhört, zumal alle anderen Bewohner von Camaret-sur-Mer davon wissen.
Wenig später findet Tereza die Betreiberin der neuen Musikbar schwer verletzt auf einem Parkplatz auf. Sie ruft mit verstellter Stimme Rettung und Polizei. Sie will ja Gabriel nicht (oder vielleicht doch) begegnen. Was sie nicht weiß ist, dass der Parkplatz heimlich mittels Videokameras überwacht ist und Gabriel, der natürlich mit dem Fall betraut wird, die Gestalt erkennt, die sich über die Verletzte beugt, zumal sie seinen Ledermantel trägt ...
Es ist herrlich zuzusehen, wie Tereza versucht Gabriel aus dem Weg zu gehen. Allerdings hält sie es nicht lange aus und muss ihm ihre Erkenntnisse mitteilen. Denn der Fall ist nicht so, wie es den Anschein hat.
Meine Meinung:
Dieser 7. Krimi ist wieder beste Krimiunterhaltung. Gerne habe ich Tereza bei ihren nicht ungefährlichen Alleingängen über die Schulter geschaut. Schmunzeln musste ich, als sie Gabriels Motorrad, eine Royal Enfield, ohne sein Wissen in Betrieb nimmt, obwohl sie nur wenig Erfahrung beim Motorrad fahren hat. An seine Stelle wäre ich mehr als sauer gewesen! Aber er ist nach wie vor so verliebt in Tereza, dass er ihr (fast) keinen Vorwurf macht.
Der Schreibstil ist detailreich und flüssig. Wie immer fügt Autorin Gabriela Kasperksi das eine oder andere historische Detail ein.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem 7. Krimi rund um die Buchhändlerin Tereza Berger, der mich bestens unterhalten hat, 5 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Verrat an der Loire von Catherine Duval
Wild West an der Loire?
Buffalo Bill, Annie Oakly und ihre Winchester - Wild West an der Loire
Im dritten Fall für Baron Philippe du Pléssis, den adeligen Privatdetektiv von eigener Gnade, steht der tödliche Jagdunfall von Claude de Murot im Mittelpunkt. Der Tote ist nicht unbedingt sehr beliebt, Weder bei der altehrwürdigen Jagdgesellschaft, noch bei den Nachbarn, die gegen die Hetzjagd sind und auch innerhalb der Familie weint man ihm, so scheint es, nur Krokodilstränen nach.
Philippes Tante Aude ist überzeugt, dass hier jemand nachgeholfen hat, zumal Claud mit einem regelrechten Blattschuss aus einer ungewöhnliche Waffe erschossen worden ist. Die Tatwaffe, eine alte Winchester aus dem Besitz des Toten ist verschwunden.
Noch ist völlig unklar, wie der tote Jogger da ins Bild passt, der von einem großen Hund getötet worden ist. Blöderweise gibt es zu den Bisswunden kein passendes Maul, obwohl die Jagdgesellschaft über Dutzende Hunde verfügt.
Also begibt sich unser doch etwas schnöseliger Baron auf die Suche nach Täter und Motiv. Leider ist bei keinem der Toten ein offensichtliches Fremdverschulden zu entdecken, weshalb Philippe einige Mühe hat, Madame le Commissaire Charlotte Maigret, davon zu überzeugen, polizeiliche Ermittlungen anzustellen. Erst als er seine eigenen adeligen Quellen anzapft, und Charlotte Zahlen, Daten und Fakten vorweist, ist sie bereit, den Polizeiapparat in Gang zu setzen.
Welche Rolle spielt eigentlich der Sohn des Toten, der ein besonders schrulliges Exemplar ist? Einerseits sammelt er Käfer und andererseits baut er Leonardo da Vinics Maschinen nach. Ein Blick auf die Ahnentafel im Schloss sowie in das italienische Adelsverzeichnis, eröffnen Philippe eine neue Sicht auf die Ereignisse.
Bei der zum Gedächtnis an Claude de Murot veranstalteten Jagd, eskaliert die Situation ...
Meine Meinung:
Schmunzeln musste ich diesmal über Philippes Angst vor Hunden bzw. seine Abscheu der Jagd im Allgemeinen und der Hetzjagd im Besonderen. Er ist also auch nicht ganz perfekt. Tante Aude ist da schon von anderem Schrot und Korn. Sie erklärt ihm kurzerhand worauf es bei der Jagd ankommt. Tante Aude ist weiterhin mein liebster Charakter in dieser Reihe. Ich kann sie mir sehr gut in der schwarzen Uniform der Jagdgesellschaft mit der Winchester in der Hand, wie weiland Annie Oakly (1860-1926), vorstellen und nehme ihr die skurrile Lebensweise gerne ab.
Unser Baron ist wieder leicht überheblich und gibt in den unmöglichsten Situationen sein Detailwissen über den französischen Adel zum Besten. Damit liegt er im Widerspruch zu Charlotte, die aus einer Arbeiterfamilie stammt und mit dem überkanditelten Getue der Adeligen wenig anfangen kann. Zudem scheint er sich auf amouröse Abwege zu begeben. Winzerin Florence oder Madame le Commissaire Charlotte - das ist hier die Frage.
Catherine Duval spricht das kontroversielle Thema Jagd und Hetzjagd an. Obwohl verboten, finden sie immer noch statt. Der eine oder andere französische Politiker frönt diesem elitären Hobby.
Fazit:
Dieser dritte Fall hat mir besser als der vorherige, weshalb es diesmal 4 Sterne gibt.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Muscheln am Strand von Gaza von Hamza Abu Howidy
Ein Plädoyer für eine friedliche Nahostlösung
In diesem sehr persönliches Buch erzählt der in Gaza geborene Hamsa Abu-Howidy, seine bisherige Lebensgeschichte, die von seiner Kindheit in Gaza, der Abkehr von der strengen Religiösität, der Folter durch die Hamas und seiner Flucht gekennzeichnet ist.
Aufgewachsen in einer begüterten Familie, die zwar ihre früheren Besitzungen verloren hat, wird er von seinen Eltern dazu erzogen, Fragen zu stellen.
Er lernt Englisch, liest Bücher abseits des Korans. Doch mit der Machtübernahme der Hamas ist es mit den kleinen Freiheiten vorbei. Weil er sich der Indoktrination der Hamas nicht beugen will, wird er mehrmals verhaftet und gefoltert.
Kurz vor dem 7. Oktober 2023 gelingt ihm die Flucht und landet in Deutschland. Dort wirbt er unermüdlich für eine friedliche Lösung des Nahostkonflikts, wird sowohl von Sympathisanten der Palästinenser als auch von jene der Israelis angefeindet.
Leider sieht es aktuell nicht nach einer konstruktiven Lösung des Nahostkonfliktes aus.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem Buch, das ein Plädoyer für eine demokratische und friedliche Lösung des Nahostkonflikts und sehr informativ ist, 5 Sterne.
Rezensionen von LeserinLu :
Annie Knows Everything von Rachel Wood
Witzig
„Annie Knows Everything“ ist eine klassische Romcom, die genau das liefert, was ich von diesem Genre erwarte: Tempo, Witz und zwei Figuren, die man gerne durch ihr Chaos begleitet. Im Mittelpunkt steht Annie, die überzeugt ist, immer zu wissen, was für andere das Beste ist, bis ihr eigenes Leben aus der Bahn gerät.
Jobverlust, ein Neuanfang in einer Branche, von der sie keine Ahnung hat, und familiäre Verwicklungen sorgen dafür, dass sie sich plötzlich selbst hinterfragen muss. Dazu kommt mit Connor ein Love Interest, der sie gleichermaßen herausfordert wie anzieht.
Besonders gut gefallen hat mir die Dynamik zwischen den beiden. Annie und Connor sind schlagfertig, selbstbewusst und haben gleichzeitig genug Ecken und Kanten, um nicht klischeehaft zu wirken. Gerade dieser Mix macht die Dialoge lebendig und sorgt für viele unterhaltsame Momente. Insgesamt hat mich der Ton des Romans an typische Romcoms im Stil von Sophie Kinsella oder Emily Henry erinnert: leicht, humorvoll und mit einem guten Gespür für zwischenmenschliche Spannungen. Auch das Setting in der New Yorker Tech Branche hat mir Spaß gemacht. Der Arbeitsalltag, Annies Überforderung und ihr Versuch, sich in einer neuen Umgebung zu behaupten, sind unterhaltsam erzählt und geben der Handlung zusätzlichen Witz.
Der Roman liest sich insgesamt sehr flüssig und ist genau die richtige Wahl, wenn man eine leichte, aber nicht banale Lektüre sucht. Für mich hat „Annie Knows Everything“ die Erwartungen an eine unterhaltsame, unkomplizierte Lektüre absolut erfüllt.
Rezensionen von LeserinLu :
50 Sätze, die es Eltern leichter machen von Birgit Gattringer
Hilfreich
„50 Sätze, die es Eltern leichter machen“ von Birgit Gattringer lässt sich als eine Art sprachlicher Werkzeugkasten für pädagogische Situationen, nicht nur zu Hause, sondern auch in der Kita oder Schule, nutzen. Besonders positiv aufgefallen ist mir zuerst die Gestaltung: übersichtlich, klar strukturiert und so aufgebaut, dass man schnell die passenden Impulse zu typischen Alltagssituationen findet.
Inhaltlich hat mich vor allem das theoretische Fundament überzeugt. Die dargestellten Bindungsstufen waren mir so noch nicht bekannt, haben sich aber sofort erschlossen und bieten eine hilfreiche Grundlage, um das Verhalten von Kindern besser einzuordnen. Dadurch gehen die vorgeschlagenen Sätze über bloße Formulierungen hinaus und werden nachvollziehbar begründet. Auch die konkreten Sätze selbst fand ich gelungen. Sie sind alltagsnah formuliert und wirken nicht künstlich oder überpädagogisch. Unterstützt wird das durch die kurzen Alltagsbeispiele und Anwendungshilfen, die dabei helfen, sich die Umsetzung im eigenen Alltag vorzustellen.
Ein kleiner Kritikpunkt für mich ist der Umfang: 50 Sätze sind eine ganze Menge, und es gibt inhaltlich durchaus Wiederholungen. Für mich persönlich hätte eine etwas kompaktere Auswahl gereicht, da man sich ohnehin nur einen Teil wirklich merken und verinnerlichen kann. Insgesamt ist das Buch aber ein hilfreicher, praxisnaher Begleiter für Eltern, der zeigt, wie viel Einfluss Sprache auf das Miteinander haben kann und wie sich mit kleinen Veränderungen oft schon viel bewirken lässt.
Rezensionen von Petra Sch.:
Das Signal von Ursula Poznanski
ein Highlight!
Ich mochte alle Bücher, die ich bisher von Ursula Poznanski gelesen habe, total gerne. Aber dieses hier ist ein Jahreshighlight!
Nicht nur ist die Schreibweise wie gewohnt fesselnd, auch der Plot ist außergewöhnlich und packt einen total; und mir gefällt, wie aktuelle Technik eine große Rolle spielt.
In diesem Fall: Highend GPS-Tracker.
Denn Viola Decker, die vor kurzem mit ihrem Mann Adam in ein neues, großes Haus mit Weinkeller an den Stadtrand von Wien gezogen ist, verliert bei einem Unfall im sanierungsbedürftigen Keller ein Bein.
Adam hat nach ihrer Rückkehr aus dem Spital eine Pflegerin organisiert; Olga wurde ihm von einer Bekannten empfohlen. Doch Viola kommt sich von Olga überwacht vor und nachdem sie nicht aus dem Haus kann, da sie auf Rollstuhl und Krücken angewiesen ist, bestellt sie aus Spaß kleine Tracker, um die Wege ihres Mannes zu verfolgen, damit sie auf diese Weise virtuell "aus dem Haus kommt" und so ein bisschen an seinem Leben - das ja weitergeht wie bisher - teilhaben kann.
Doch bald merkt sie: Adam belügt sie! Denn wenn er ihr erzählt, wo er war: die Tracker sagen etwas anderes.
Die gesamte Stimmung ist sehr beklemmend, man fühlt richtig mit Viola mit. Einerseits ihre Schmerzen und die Schwierigkeiten aufgrund des fehlenden Beins, dann die Überwachung durch die Pflegerin, die still und abweisend ist, und die gefühlte Bedrohung durch ums Haus schleichende Personen. Und dann ist da ja auch noch Adam, der sie anlügt.
Warum macht er das? Das psychologische Spiel, das Adam spielt, ist beklemmend.
Die Auflösung hat sich mir dann zwar mit der Zeit erschlossen, war dennoch authentisch und überzeugend.
Fazit:
Eine sympathische Protagonistin mit Handycap kämpft gegen das Psychospiel ihres Mannes. Ein Highlight!











