Kunden em pfehlungen
Rezensionen von JennifersBooks:
Last Kiss of Summer von Jessica M. Felleman
Ein Sommerroman, der mitten ins Herz trifft
Sommerromane haben für mich gerade einen ganz besonderen Reiz. Vielleicht liegt es am sonnigen Wetter, vielleicht daran, dass man endlich wieder gemütlich auf der Terrasse lesen kann - aber "Last Kiss of Summer" hat mich schon mit seinem Cover sofort eingefangen. Der rosa getönte Himmel, das Meer im Hintergrund, die Figuren in sommerlicher Kleidung: All das versprach Leichtigkeit, Wärme und eine klassische Young-Adult-Romance mit Friends-to-Lovers und Second-Chance Tropes.
Zwei beste Freunde aus Kindheitstagen, erste Liebe, Missverständnisse, ein wahrscheinliches Happy End - was sollte da schon schiefgehen? Wie sich herausstellt: sehr viel mehr, als man erwartet.
Denn diese Geschichte besitzt eine Tiefe, die man dem Cover und dem Klappentext nicht ansieht. Ich habe gelacht, mitgefiebert und seit Langem nicht mehr so sehr bei einem Buch geweint. Taschentücher sind beim Lesen definitiv Pflicht. Gleichzeitig möchte ich gar nicht zu viel über die Handlung verraten, denn schon kleine Details könnten Wendungen vorwegnehmen, die ihre volle Wirkung nur entfalten, wenn man sie selbst erlebt.
Sera und Luke sind zwei Figuren, die sich sofort echt anfühlen. Ihre Gefühlswelt ist feinfühlig, nachvollziehbar und manchmal schmerzhaft authentisch. Beide tragen ihre eigenen Lasten mit sich herum, beide verheimlichen einander Dinge, obwohl sie beste Freunde sind - und genau daraus entstehen die Konflikte. Sie reagieren wie 18-Jährige nun einmal reagieren: impulsiv, eifersüchtig, unsicher, manchmal verschlossen. Ja, manches Drama hätte sich mit Ehrlichkeit vermeiden lassen, aber dann wäre es kein Jugendroman, sondern eine Therapiesitzung.
Besonders beeindruckt haben mich die unerwarteten Wendungen. Ich war fest überzeugt, die Richtung der Geschichte zu kennen, doch sie hat mich mehrfach überrascht - und genau das hat sie für mich in den 5-Sterne-Bereich katapultiert. Es ist lange her, dass mich ein Buch so sehr mitgerissen hat, dass ich es an einem Tag durchgelesen habe. Dieses hat es mühelos geschafft. Und das Ende ist auf seine ganz eigene Art wunderschön, bittersüß und absolut tränenreich.
Fazit: "Last Kiss of Summer" ist weit mehr als eine sommerliche Young-Adult-Romance. Es ist eine emotionale Achterbahnfahrt über Freundschaft, Verlust, erste Liebe und den Mut, offen mit den eigenen Gefühlen umzugehen. Ein Buch, das man nicht nur liest, sondern fühlt - und das lange nachhallt.
Rezensionen von flyingmouse88:
Wenn liebe Waschbären wütend sind von Sandra Grimm
Große Gefühle liebevoll erklärt
Das Buch schafft es auf eine sehr liebevolle und kindgerechte Weise zu zeigen, dass Wut und andere starke Gefühle ganz normal sind – und dass jeder anders damit umgeht. Der kleine Waschbär probiert unterwegs verschiedene Möglichkeiten aus, mit seiner Wut klarzukommen, und genau das fand ich besonders schön: Es gibt hier nicht die eine perfekte Lösung.
Manche Dinge helfen, andere eben nicht – und auch das darf sein.
Die Geschichte wirkt warmherzig, ehrlich und nahbar. Besonders gelungen fand ich, dass die Tiere alle ihren ganz eigenen Charakter mitbringen und unterschiedliche Wege zeigen, mit Emotionen umzugehen. Dadurch entstehen viele schöne Gesprächsanlässe mit Kindern. Vor allem die Botschaft, Gefühle anzusprechen und Konflikte zu klären, wird ganz natürlich vermittelt, ohne belehrend zu wirken.
Auch optisch ist das Buch ein Highlight. Die Illustrationen sind wunderschön gestaltet, voller Persönlichkeit und mit viel Liebe zum Detail. Gleichzeitig macht die stabile Verarbeitung einen sehr hochwertigen Eindruck – perfekt für kleine Kinderhände.
Für mich ein rundum gelungenes Bilderbuch über große Gefühle, das nicht nur Kindern, sondern auch Erwachsenen einiges mitgeben kann. Absolute Empfehlung!
Rezensionen von @lust_auf_literatur:
Fuckgirl von Bianca Jankovska
Fuckgirl
Fuckgirl hat eigentlich alles, was sich eine junge, moderne und feministische Frau nur wünschen kann (und sollte?):
Einen super coolen und kreativen Job und einen einfühlsamen Mann (ist verheiratet sein immer noch das Top Goal?), der die komplette Care Arbeit zu Hause übernimmt.
Und nicht nur das, der Mann übernimmt nicht nur die ganze physical and mental load des Haushalts, er ist auch besorgt, dass Fuckgirl sexuell nicht ausreichend befriedigt wird, weswegen er einer offenen Ehe zugestimmt hat.
Nur für Fuckgirl offen wohlgemerkt. Und so kann sich die Ich-Erzählerin noch ausgiebig mit wechselnden Sexpartnern amüsieren.
Denn ihr Mann ist zwar super praktisch und gemütlich wenn frau von der Arbeit nach Hause, aber so richtig hot läuft es im Bett nicht mehr wirklich.
Jankovska beschreibt mit Fuckgirls Beziehungs- und Lebensmodel ein Verhalten, das von der Gesellschaft eigentlich eher Männern zugeschrieben wird und in umgekehrter Rollenverteilung der Geschlechter nicht als ungewöhnlich gelten würde. So aber scheint es als provokant und progressiv zu gelten.
Nur merkt die Ich-Erzählerin, dass die casual Sex Dates, die erfreulicherweise recht explizit beschrieben werden, auch auf die Dauer irgendwie anstrengend und kompliziert sind. Schließlich trifft sie sich mit Männern. Der eine ist dann doch verheiratet und hat eine Frau mit Neugeborenem zu Hause sitzen, das andere Sex-Interest steht auf Kinks, die Erzählerin nicht so ganz teilt.
Mehr Frust als Lust?
Also was dann?
Jankovska lässt ihre Erzählerin anfangs als selbstbewusste Frau auftreten, die in jedem Lebensbereich genau weiß, was sie will. Sie will auch anderen Frauen helfen, ihnen die Augen über die Männer öffnen und sie aus ihren spießigen und monogamen Beziehungen zu befreien. Damit sie sie ein cooles und freies Leben führen können, so wie Fuckgirl.
Aber ist das wirklich so? Im Laufe des Romans kommen der Erzählerin immer mehr Zweifel, ob ihr Lebensmodel wirklich so erstrebenswert ist.
Ich dachte mir öfters, während ich den Roman las, dass ich feministisch schon ganz schön abgefuckt bin (um im Sprachgebrauch zu bleiben), weil ich mir irgendwie mehr erhofft hatte, als die trivialen Erkenntnisse, die sich meiner Lesart nach allmählich in Fuckgirls Gehirn herauskristallisieren. Wahrscheinlich hatte der Begriff „female revenge“ eine ungerechtfertigte Erwartungshaltung in mir geweckt. Ich dachte sofort an Eliza Clarks „Boy Parts“, in der Female revenge extrem drastische und wesentlich radikalere Ausmaße annimmt.
Ich fand Jankovskas Debütroman besonders in den Passagen stark, die mich mehr an feministische Essays erinnert haben und gar nicht unbedingt mit der fiktiven Romanhandlung zu tun hatten.
“Frauen zu mögen scheint viele Männer eine große Überwindung zu kosten. Es fällt ihnen schwer, Bücher von Frauen zu lesen, Podcasts von Frauen zu hören oder Serien zu konsumieren, die von Frauen geschrieben wurden.
Es ist ihnen unangenehm, sich mit den Memoiren einer Frau in die U-Bahn zu setzen, wo kämen wir da hin, wenn sich Männer uneigennützig mit den Büchern von Frauen auseinandersetzen würden, mit ihrem Innenleben, ihren Bedürfnissen, ihren Meinungen.”
Um es kurz zu machen, der Plot und Figurenentwicklung von Fuckgirl konnte mich nicht überzeugen, die feministischen Ideen und Gedanken dahinter umso mehr. Außerdem freue ich mich immer, wenn Frauenfiguren in Romanen nicht so handeln wie ich mir es wünschen würde, sondern sich eine gewisse Unberechenbarkeit und Ambivalenz bewahren.
Oder um die Autorin selbst zu zitieren:
“Gerade jetzt, wo uns ein zunehmend rechtes Regime konservative Ideale aufbürdet, ist es umso wichtiger, progressive Romane mit unkonventionellen Protagonistinnen zu publizieren und zu vertreiben.”
Rezensionen von leopol:
Cooking for Family von Julia Lanzke
Solides, modernes Familienkochbuch
Cooking for Family von Youtuberin Julia Lanzke, verspricht 100 schnelle Rezepte für die Familienküche und auch noch erprobte Hacks. Die Gestaltung ist modern, übersichtlich und farbenfroh, so dass auch Kinder die Mitkochen zum Stöbern angeregt sind.
Neben den versprochenen Tipps geht es natürlich, da es ein Kochbuch ist um Rezepte.
Übersichtlich ist alles gegliedert in Frühstück, Snacks, Desserts, Hauptgerichte und schnelle Hauptgerichte, jede Kategorie ist noch mit ihrer eigenen Seite für Tipps ausgestattet. Die Rezepte sind modern und etwas, das Kinder in der Regel gerne essen.
Zusätzlich zu den Rezepten gibt es eben Tipps, u.a. wie man sich das Leben in der Küche einfacher gestaltet – Schneidetechniken, Ideen zum Batch-Kochen und Meal Prep, Resteverwertung und Ideen für Wochenpläne. All dies wird noch durch Sicherheitstipps im Umgang mit Kindern in der Küche vervollständigt.
Natürlich sind so manche Tricks schon durch ihren Youtube Kanal bekannt, oder auch nichts neues für Personen, die schon oft kochen. Bei manchen Tipps, die eher allgemeiner sind, denkt man, dass einem das eh der Hausverstand sagt.
Das Schöne an diesem Buch ist aber, dass hier alles schön übersichtlich gesammelt ist, eben nur Kochen nicht noch Putzen, Reisen und sonstige Themen. Ideal um auch gleich etwas auszuprobieren, aber eben auch um leicht wieder etwas zu finden.
Das Kochbuch ist definitiv empfehlenswert für Familien mit sehr kleinen Kindern, die nun auch vermehrt mit den Kindern kochen wollen bzw. die auch einfach kindertauglichen Rezepte suchen. Denn seien wir uns ehrlich, manchmal weiß man einfach nicht was man heute wieder kochen soll.
Rezensionen von Odina:
Das Gesetz der Elite von Sandrone Dazieri
Solide
Der Thriller "Das Gesetz der Elite" von Sandrone Dazieri erschien am 28. April 2026 im HarperCollins Verlag. Das düstere Cover hat mich sofort neugierig gemacht und auch der Einstieg in die Geschichte war vielversprechend. Colomba Caselli untersucht als Privatdetektivin den rätselhaften Tod eines Milliardärs und stößt gemeinsam mit Dante Torre auf weitere Opfer unter den Superreichen.
Die Grundidee fand ich spannend, der Schreibstil ist flüssig und die Kapitellänge angenehm. Leider ließ die Spannung nach dem starken Beginn für mich etwas nach. Teilweise wirkte die Handlung langatmig und durch die vielen Charaktere musste man aufmerksam bleiben um den Überblick nicht zu verlieren. Dante und Colomba blieben für mich zudem eher oberflächlich, sodass ich emotional nicht richtig mit ihnen mitfühlen konnte. Insgesamt ein solider, aber eher durchschnittlicher Thriller, von dem ich mir mehr erhofft hatte.
Rezensionen von lesen=liebe:
Hilfe, zu viele Saurier! von Mars-Leo Frei
Herrlich chaotisch und witzig
Der Einstieg in die Geschichte ist wirklich großartig gelungen. Schon nach wenigen Seiten nimmt die Handlung richtig Fahrt auf, was uns besonders gut gefällt. Ein weiterer Pluspunkt: Die Bücher lassen sich völlig unabhängig voneinander lesen, ohne dass man Vorwissen braucht.
Die Charaktere wirken sehr sympathisch, auch wenn Tommy anfangs etwas hochnäsig rüberkommt.
Gerade deshalb waren wir sehr gespannt, ob sich zwischen ihm und Sören im Laufe der Geschichte eine echte Freundschaft entwickelt. Wir hatten ein gutes Gefühl. Der Spannungsbogen zieht schnell an, und der Abschnitt ist insgesamt äußerst unterhaltsam. Fine entpuppt sich dabei als wahres Wunderkind und ist für mich die stille Heldin der Geschichte. Ohne sie wären die Jungs ziemlich aufgeschmissen.
Das Ende ist herrlich chaotisch und hält einige Überraschungen bereit. Die Wortwitze sind wirklich lustig, allerdings für Kinder teilweise etwas schwierig zu verstehen.
Insgesamt ein sehr gelungenes Kinderbuch. Wir werden uns auf jeden Fall die anderen Bände besorgen.
Rezensionen von Sheilo:
A Painter's Touch (Broken Artists, Band 3) von Rebekka Weiler
Zwischen Pflicht und Liebe
Linus hat schon viele Verluste erlitten, doch mit dem Tod seines Onkels hat er seinen letzten Angehörigen verloren. Er erbt sein Haus und seine Tauchschule, doch gerade dieses Erbe führt ihn auf die Insel zurück, die er seit dem Tod seiner Eltern nicht mehr betreten hat. Dort trifft er auf Emma, eine einstige Freundin, der das Herz brechen wird, wenn sie von Linus Plänen erfährt.
"A Painter's Touch" ist der finale Band der tiefgründigen "Broken Artists"-Reihe von Rebekka Weiler. Die Geschichte entführt den Lesenden in das wunderschöne Setting der Insel Öland, in ein Dorf, in dem jeder für jeden da ist. Durch den flüssigen Schreibstil fliegt man nur so durch die Seiten und vor allem die tiefgründigen Protagonisten haben mir sehr gut gefallen.
Linus musste schon früh ohne seine Eltern auskommen und in diesem Band wird deutlich, warum er so eine starke Bindung zu Mats besitzt. Der Aufenthalt auf Öland, einem Ort der schönsten und schrecklichsten Erinnerungen zugleich, fällt ihm nicht leicht. Man spürt seine Unsicherheit, doch mit der Zeit und vor allem mit Emmas Unterstützung lebt er sich immer mehr ein. Ich finde, Linus trägt eine große Last auf seinen Schultern und er meistert die Situation sehr gut.
Emma hatte keine einfache Kindheit, da das Verhältnis zu ihrer Mutter sehr toxisch ist. Sie liebt ihren Job in der Tauchschule sehr und Linus Onkel Gustav ist auch für sie eine Art Ersatzvater gewesen. Deshalb wollte er auch, dass sie seine Tauchschule erbt, doch das Testament, welches in ihrer Anwesenheit verfasst wurde, ist verschwunden. Emma hat dabei Zukunftsängste, vor allem da sie sich um ihren Bruder kümmert, damit dieser eine bessere Kindheit haben kann als sie selbst.
Emma und Linus waren sich einst sehr nah, bis Linus den Kontakt komplett abgebrochen hat. Es wird jedoch beim Lesen sehr deutlich, dass die Chemie hinter den Mauern, die vor allem Emma aufbaut, noch immer stimmt. Ich liebe die Vibes zwischen den beiden sehr und auch, wie rührend Linus mit Emmas Bruder umgeht. Doch haben die beiden wirklich eine Zukunft, wo Linus doch in Stockholm Zuhause ist?
Wer tiefgründige Romances liebt, für den ist "A Painter's Touch" ein echtes Muss. Die Charakter haben Ecken und Kanten und wie auch im wahren Leben, verläuft nicht alles nach Plan.
Rezensionen von brauneye29:
Wenn der Sturm ruht von Lenz Koppelstätter
Vielschichtige Story
Zum Inhalt:
In der Redaktion des Messaggero del Garda wird eine Leiche aufgefunden, der erschossen wurde. Es stellt sich heraus, dass dieser Gast in der Bekannten Villa Feltrinelli in Gargnano war und den mysteriösen Tod des ehemaligen Besitzers der Villa und Verleger vor fünfzig Jahren untersuchte.
Gianna und ihr Onkel Francesco verschaffen sich Zutritt zur Villa um ebenfalls etwas herauszufinden und die Spuren sind vielfältig.
Meine Meinung:
Ich mag Bücher, die an meinem geliebten Lago spielen, kennt man dann doch viele der Schauplätze, aber ich mag auch Gianna als Protagonistin. Die Story war diesmal sehr vielschichtig, den es werden viele Themen verknüpft, bei denen man im Vorfeld nicht unbedingt einen Zusammenhang hergestellt hätte. Die legendäre Villa kennen wohl die meisten nicht wirklich von innen, da ja doch eher eine Luxusunterkunft, aber vielleicht hat man hier ja auch einen kleinen Einblick bekommen. Insgesamt fand ich die Geschichte interessant und gut lesbar.
Fazit:
Vielschichtige Story
Rezensionen von Lilli33:
Lovely Rita von Frank Goosen
Warmherzig und nostalgisch
Warmherzig und nostalgisch
Jahrzehntelang hat Rita Urbaniak die Kneipe „Haus Himmelreich“ geführt. Für viele Menschen ist sie eine zweite Heimat geworden. Doch irgendwann muss Schluss sein; Haus Himmelreich soll jetzt endgültig die Pforten schließen. Der Ich-Erzähler, ein Journalist, möchte darüber schreiben und verbringt die letzten zwei Abende zusammen mit den Stammgästen in der Kneipe.
Zwischen Tresen und Stammtisch werden ihm Geschichten zugetragen und Witze erzählt.
Frank Goosen hat dabei, wie so oft in seinen Werken, die Atmosphäre gut eingefangen. Mein Kopfkino sprang sofort an und zeigte mir die so unterschiedlichen Personen, die sich seit Jahrzehnten immer wieder in der Kneipe zusammenfinden, die dem Alltag entfliehen, über alle möglichen Themen diskutieren, sich necken und auch mal streiten. Doch Gisela, die Bedienung, hat alles immer im Griff. Aber wo steckt eigentlich Rita? Ausgerechnet die Frau, deren Geist im Himmelreich allgegenwärtig scheint, glänzt durch Abwesenheit.
In Rückblicken jedoch erfahren wir eine ganze Menge über sie, ihre Schwester Chris und ihre Nichte Verena. Der jeweilige Zeitgeist ist gut getroffen und wird mit der Erwähnung vieler Musiktitel und Künstler untermauert. Ich fühlte mich direkt in die Vergangenheit zurückversetzt.
Auch wenn es nicht Frank Goosens größter Wurf ist, mochte ich diese warmherzige Geschichte einer originellen Ruhrpottkneipe und ihrer Menschen, die sehr authentisch dargestellt werden. Tatsächlich hätte ich gerne noch mehr davon gelesen und mich gefreut, wenn manche Aspekte vertieft worden wären.
Rezensionen von Ryria:
Spielverderberin von Marie Menke
Obsessionen und Selbstfindung
Auf zwei Zeitebenen bekommen wir einen kleinen Einblick in die Leben dreier Freundinnen: Sophie, Romy und Lotte stehen zunächst kurz vor dem Abi, vier Jahre später haben sich ihre Wege getrennt - doch was hält die Zukunft für sie parat, was verbirgt sich in der Vergangenheit?
Der Aufbau ist geschickt gestaltet, die beiden Zeitebenen wechseln sich in der Erzählung ab, während in beiden das Geschehen weiterläuft und in der Vergangenheitsebene auf die Auflösung des Geheimnisses hinsteuert.
Dieses wird immer wieder angedeutet, macht neugierig und baut leichte Spannung auf, drängt sich jedoch auch nicht in den Vordergrund wie bei einem Thriller, weshalb man am Ende auch keine krasse Auflösung benötigt.
Auch der Schreibstil hat mir gefallen, die Sätze sind überwiegend eher kurz, aber tragen Gewicht und können auch oft ohne große Worte viel Bedeutung vermitteln.
Passend dazu ist der Text in kurze Abschnitte gegliedert, die man so wunderbar wie kleine Häppchen konsumieren kann. Von daher ist dieses Buch eher keins, das man schnell wegliest, sondern eher eins, das man langsam liest und wirken lässt.
Hierbei wird dadurch auch eine besondere Atmosphäre vermittelt, es ist ein wenig bedrückend und angespannt, mit positiveren Unterbrechungen.
Die Gefühle der Charaktere, insbesondere Sophies, kommen dadurch umso besser rüber. Ich persönlich habe weniger mitgefühlt, dafür konnte ich als Beobachterin alles gut nachvollziehen.
Themen wie Obsessionen, Freundinnenschaften, Selbstfindung von jungen Erwachsenen, Verlorensein und dem Wunsch dazugehören zu wollen werden anschaulich dargestellt und authentisch beschrieben.
In einigen Dingen konnte ich mich auch selbst wiedererkennen, sowohl gefühlsmäßig als auch bei Punkten der Lebensgeschichten.
Die literarische Beschäftigung mit dem Thema Dorf-/Stadtkind fand ich daher sehr interessant, auch wenn ich vieles anders sehen würde als die Protagonistin.
Insgesamt ein eher ruhiges Buch mit versteckter Tiefe, das leicht poetisch anmutet und dem man daher Zeit geben sollte, um richtig zu wirken.











