Kunden em pfehlungen
Rezensionen von bücherliebe74:
The Artist von Lucy Steeds
Depeche aus dem Atelier
Joseph Adelaide sieht die Chance seines Lebens gekommen, als er den größten Maler der Epoche Èdouard Tartuffe interviewen darf. Dafür muss der junge Mann dem Maler schweigend Model sitzen, der als "Menschenfeind und Tyrann" bekannt ist.
Dieser lebt seit 30 Jahren zurückgezogen in aller Abgeschiedenheit in der Provence.
Nur seine Nichte Sylvette (Ettie) lebt an seiner Seite. Sie führt den Haushalt, ordnet das Atelier, meistert seine Launen und führt ein Leben im Hintergrund wie ein stiller Schatten.
Die Handlung der Geschichte überspannt einen kurzen Zeitraum über wenige Monate im Jahre 1920, die Joseph in der Abgeschiedenheit des Hauses des Malers verbringt. Während dieser Zeit trifft er nur wenige Menschen außerhalb des Hauses, und hält Briefkontakt zu seinem Verleger und seiner Schwester.
Der Schreibstil ist erzählerisch und sehr bildhaft.
Die Charaktere der drei Protagonisten sind gut und detailliert herausgearbeitet und die gegenseitige Einflussnahme deutlich erkennbar.
Ab der Mitte des Buches verändern sich die Haltungen der Drei zueinander, womit eine gewisse Spannung in der Handlung einhergeht.
Ihre Arten zu leben, zu kommunizieren, ihr Verhalten anderen Menschen gegenüber und ihre Sicht auf die Welt sind sehr unterschiedlich, was ich recht interessant fand.
Die Örtlichkeit, das Leben in Frankreich, ist bildhaft beschrieben, sodass man sich die Landschaft und das Leben in der Provence sehr gut vorstellen kann, falls man es nicht kennt. Die Felder, der Lavendel, das Essen - ich fühlte mich beim Lesen oft "wie vor Ort"!
Man darf bei diesem Buch keinen Spannungsroman erwarten.
Der erzählerische Schreibstil hat mir gut gefallen, einige Längen waren trotzdem zu überwinden.
3 von 5 Punkten!
Rezensionen von rosetheline :
Gelbe Monster von Clara Leinemann
Weibliche Gewalt
In Clara Leinemanns "Gelbe Monster" geht es um Charlie, eine Mathematikstudentin Anfang Zwanzig, die nach einer Eskalation mit ihrem Freund Valentin, ein Aggressionstraining machen muss, damit sie weiterhin bei ihrer besten Freundin Ella wohnen darf. Doch wie konnte es überhaupt erst so weit kommen?
Leinemann gibt den Leser*innen einen guten Einblick in Charlies Bällebad der Gefühle.
Obwohl sie anfangs noch sehr glücklich über ihre Beziehung ist, fängt Charlie schnell an misstrauisch zu werden, an sich zu zweifeln und jede noch so kleine Handlung von Valentin zu analysieren bis sie an einen Punkt kommt an dem sie all ihre negativen Gefühle überschütten und ihrer Meinung nach Valentin an allem Schuld ist und dafür zur Rechenschaft gezogen werden muss - psychisch und physisch.
Zum ersten Mal habe ich einen Roman gelesen, in dem nicht, wie üblicherweise bekannt, die Gewalt von einem Mann ausgeht, sondern von einer Frau. Ich fand den Ansatz auf jeden Fall interessant, aber leider hat mir eine gewisse Tiefe gefehlt und außer Charlie fehlte mir ein besser Einblick in die anderen Charaktere. Sprachlich war das Buch dennoch gut zu lesen und ich bin auf jeden Fall auf weitere Werke von Clara Leinemann gespannt.
Daher vergebe ich 3,5 Sterne.
Rezensionen von askyfullofpages:
Das Leben fing im Sommer an von Christoph Kramer
Viva la vida
Ein berührendes Buch über die erste Liebe, tiefe Freundschaften und den Traum, Profifußballer zu werden. Es erzählt von Sehnsucht, Schicksal und den besonderen Verbindungen zu den Menschen, die unser Leben prägen. Besonders gefallen haben mir die transportierten Emotionen und das Gefühl, das Leben mit all seinen Höhen und Tiefen intensiv zu spüren.
Wunderschön fand ich die Gedanken darüber, wie sich Träume und Wünsche im Laufe des Lebens entwickeln. Ohne zu viel vorwegzunehmen, zeigt das Buch auf bewegende Weise, dass manche Träume wahr werden und dass wichtige Begegnungen unser Leben oft stärker prägen, als wird zunächst ahnen.
Für mich ist dieses Buch ein sehr warmherziger Roman über das Erwachsenwerden, große Träume, die Liebe und die tiefe Verbundenheit zu Familie und Freunden.
Rezensionen von Bücherfreundin:
Guten Morgen, schönes Wetter heute von Tanja Kokoska
Warmherzige Geschichte
Ich liebe kräftige Farben, und das quietschbunte Cover von "Guten Morgen, schönes Wetter heute", dem aktuellen Roman der Autorin Tanja Kokoska, erregte sofort meine Aufmerksamkeit.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht die Endvierzigerin Ina Fransen, die mit 1583 weiteren Personen in einer Siedlung wohnt, die aus einhundert dreistöckigen Mietshäusern besteht.
Die alleinerziehende Ina bewohnt Im Kastanienbaum 1 eine kleine Zweizimmerwohnung, die sie sich mit ihrem 17-jährigen Sohn Henry teilt. Um über die Runden zu kommen, arbeitet sie in einem Hotel und nebenbei in einem Tattoo-Studio. Henry ist ein guter Schüler und plant, nach dem Abitur mit seinem Freund ein freiwilliges soziales Jahr in Lateinamerika zu machen, doch davon weiß seine Mutter noch nichts.
Neben Ina und Henry lernen wir weitere Bewohner der Siedlung kennen. Da ist Herr Bello, der ein wenig aussieht wie Olaf Scholz und Malen nach Zahlen liebt. Er war früher Verkäufer in einem Möbelhaus und zieht die Kleider von Inas Mutter, die kürzlich verstorben ist, an. In der Hausnummer 52 befindet sich die Gaststätte "Zum Plaudern", die von Samy geführt wird. Er kommt aus Sri Lanka und träumt davon, einmal den Eiffelturm zu sehen und über die Alpen zu wandern.
In der Siedlung gibt es auch einen Lebensmittelladen. Er gehört den Eheleuten Arslan, die zwei Grundschulkinder haben. Frau Arslan liebt die Gedichte von Rilke und ist momentan in großer Sorge um ihre in Izmir lebende kranke Mutter.
Frau Kaiser ist seit langem verwitwet und sehr vergesslich geworden. Sie ist 85 Jahre alt und war früher Kellnerin, der einzige Sohn lebt in Japan.
Als in der Siedlung eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden wird und entschärft werden muss, werden die Bewohner der Siedlung evakuiert. Sie müssen ihre Wohnungen verlassen und werden in einer Turnhalle untergebracht ...
Die kurzweilige Geschichte ist in ganz wunderbarer Sprache mit viel Empathie und feinem Humor erzählt. Tanja Kokoska lässt uns nicht nur hinter einige der unzähligen Wohnungstüren blicken, sondern gewährt auch Einblicke in die Gefühls- und Gedankenwelt der Bewohner. Wir erleben ihren Alltag und ihre Begegnungen, sehen ihre Träume und Sehnsüchte.
Die Autorin beschreibt ihre - bis auf eine Ausnahme - sehr sympathischen Figuren mit ganz viel Liebe und Wärme. Es sind Menschen, die man schnell in sein Herz schließt. Sie leben Tür an Tür, manchmal reden sie ein paar Worte miteinander - und dennoch sind sie allein. Das Buch, in dem es nicht nur um Nachbarschaft, sondern auch um Menschlichkeit und Vielfalt, Einsamkeit und Menschenhandel geht, hat mir sehr gut gefallen. Ich mochte die Protagonisten, ganz besonders Herrn Bello, der sich endlich zu seiner Neigung bekennt, und Henry, der versucht, der jungen Vietnamesin Anh zu helfen.
Gegen Ende, genauer gesagt mit Pitzis Erscheinen, wurde mir die Handlung dann doch etwas zu unrealistisch und vorhersehbar. Nichtsdestotrotz habe ich das Buch mit viel Freude gelesen und empfehle es gern weiter.
Rezensionen von Tara:
Konfetti im Kopf von Doreen Aldugan
Ein Buch, das Verständnis fördert
„Konfetti im Kopf“ ist ein hilfreiches Buch der Autorin und ADHS-Trainern Doreen Aldugan für die ganze Familie.
Doreen Aldugan hat selbst ADHS und man merkt ganz genau, dass sie weiß wovon sie schreibt. Mit ihrem Buch richtet sie sich an betroffene Kinder und alle, die mit ihnen zu tun haben.
In kurzen Sätzen und in einem leicht verständlichen, humorvollen Ton werden die Informationen über Neurodivergenz zusammengetragen. Dabei bedient sich die Autorin ganz alltäglicher Situationen, die die Problematik greifbar machen. So wird deutlich, was bei ADHS im Gehirn anders läuft als bei neurotypischen Menschen.
Das Buch sorgt aber nicht nur für mehr Verständnis, sondern bietet auch hilfreiche Tipps und Strategien für den Alltag.
Besonders schön fand ich die Informationskästchen, die wichtige Fakten nochmals gut zusammenfassen.
Jede Seite wurde mit viel Liebe von der Illustratorin Emily Claire Völker gestaltet. Dadurch werden die Botschaften gelungen verbildlicht und es gibt jede Menge zu entdecken. Die vielen Details laden dazu ein, auf der Seite zu verweilen und sind eine schöne Gesprächsgrundlage, um die gesamte Thematik auch als Familie aufzuarbeiten.
Ich kann das Buch jedem empfehlen, der sich für das Thema interessiert oder nach den richtigen Worten sucht, um anderen zu erklären worum es bei Neurodivergenz geht.
Rezensionen von Ulgu1978:
Code Null. Dieses Spiel kennt keine Regeln von Florian Schwiecker
KIM
Charlie, eine eigenwillige, aber sympathische Hackerin mit leicht autistischen Zügen, und die von ihr erschaffene künstliche Intelligenz namens KIM, bemühen sich - überwiegend virtuell - die Welt zu retten. Cyberterroristen versuchen Geld zu erpressen, indem sie sich in Navigationssysteme gehackt haben und drohen damit, diese zu manipulieren.
Charlie und KIM machen sich auf die Suche nach dem oder den Hauptverantwortlichen und geraten in brenzlige Situationen.
Ein Krimi, in dem eine künstliche Intelligenz mit menschlichen Zügen gemeinsam mit echten Menschen einen Krminalfall löst, war für mich ein ungewöhnliches Lesevergnügen. Ungewöhnlich, aber interessant, auch wenn ich nicht alle Begriffe aus der Computerwelt verstanden habe. Ich fand es faszinierend, aber auch beängstigend, was mit künstlicher Intelligenz machbar ist. Ich bin gespannt, wie es im nächsten Band weitergeht.
Rezensionen von Micki:
Sunset Flip von Joey Goebel
Identitätssuche im grellen Licht des Wrestlings
Mit Sunset Flip hat mich Joey Goebel auf ganzer Linie überrascht. Wrestling? Ehrlich gesagt ein Thema, das mich sonst kaum interessiert. Umso beeindruckender, wie sehr mich dieser Roman gefesselt hat. Es wird ganz sicher nicht das letzte Buch sein, das ich von Joey Goebel lese.
Im Mittelpunkt steht Auggie Schnuck, der als Wrestler kurz davorsteht, alles erreicht zu haben.
Seine Karriere läuft, mit Nadine plant er eine gemeinsame Zukunft – eigentlich könnte alles perfekt sein. Doch je höher Auggie steigt, desto mehr beginnt er, mit seiner Kunstfigur „The Aug“ zu verschmelzen. Der Traum vom Erfolg kippt langsam in eine existenzielle Unsicherheit: Wer ist er noch, wenn die Rolle überhandnimmt? Und was bleibt von den eigenen Träumen – etwa seinem Wunsch, zum Film zu gehen – wenn die Show zur Realität wird?
Joey Goebel erzählt diese Entwicklung raffiniert und mit einer dichten, spannungsgeladenen Handlung. Die Geschichte entfaltet einen starken Sog, weil sie weit mehr ist als ein Roman über Wrestling. Es geht um Identität, um Inszenierung und Authentizität, um die Zerbrechlichkeit von Glück und die feine Grenze zwischen Traum und Wirklichkeit. Gerade das Zusammenspiel von Künstlichkeit, Kampf und überraschender Zärtlichkeit macht den Reiz des Buches aus.
Besonders gelungen sind die Figuren. Auggie ist keine schillernde Projektionsfläche, sondern ein vielschichtiger, nahbarer Protagonist, dessen innere Zerrissenheit man hautnah miterlebt. Auch Nadine und die Nebenfiguren wirken lebendig und authentisch. Man fiebert mit, leidet mit und hofft, dass Auggie einen Weg findet, sich selbst nicht zu verlieren. Wirklich ein gelungender Roman!
Rezensionen von Micki:
Wie gut, dass ich ICH bin von Britta Kiwit
Süßes Buch für die Kleinsten
„Ich bin gut, so wie ich bin“ – allein dieser Satz zeigt schon, wie wertvoll dieses besondere Pappbilderbuch für die Kleinsten ist. Wie gut, dass ich ICH bin von Britta Kiwit ist ein liebevoll gestaltetes Kinderbuch, das Mut macht, stärkt und berührt.
Das stabile Pappbilderbuch richtet sich an Kinder ab 2 Jahren und führt sie behutsam an erste Affirmationen heran.
Die kurzen, klar formulierten Sätze sind kindgerecht gestaltet und laden zum Mitsprechen ein. Gerade für kleine Kinder, die beginnen, Sprache und Gefühle bewusster wahrzunehmen, sind diese positiven Botschaften ein wunderbarer Einstieg in das Thema Selbstwert und Selbstvertrauen.
Besonders gut gefallen haben mir die warmen, liebevollen Illustrationen. Die zehn alltagsnahen Szenen greifen typische Situationen aus dem Kinderleben auf – vom Spielen über kleine Herausforderungen bis hin zu Gefühlen wie Unsicherheit oder Stolz. Dadurch entstehen ganz automatisch Gesprächsanlässe zwischen Kind und Bezugsperson. Das Buch bietet weit mehr als nur eine Vorlesegeschichte: Es schafft echte Wohlfühlmomente.
Was dieses Buch so wertvoll macht, ist seine klare Botschaft: Du bist richtig, so wie du bist. Ohne erhobenen Zeigefinger, sondern sanft und stärkend vermittelt es Kindern ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit. Es eignet sich wunderbar als kleines Alltagsritual oder für die Einschlafroutine – ein ruhiger Moment, in dem Nähe entsteht und positive Gedanken Raum bekommen.
Fazit: Wie gut, dass ich ICH bin ist ein liebevoller Begleiter für die ersten Lebensjahre.
Rezensionen von PMelittaM:
We Who Will Die von Stacia Stark
Gelungenes Setting, interessante Charaktere, viel Spannung - ein Lesehighlight
Stell dir ein Reich ähnlich dem römischen Imperium vor, der Imperator ist ein jahrhundertealter Vampir, die Einwohner bestehen aus Vampiren, Menschen mit magischen Fähigkeiten, sogenannten Sigillengezeichneten und Menschen ohne magische Fähigkeiten, sogenannte Mundies. Es gibt weitere Reiche, die der Imperator gerne erobern möchte, und weitere Wesen, sogenannte Maginari, unter ihnen Greife, Zentauren und Gorgos, außerdem eine Reihe von Göttern, die verehrt werden, und die es möglicherweise tatsächlich gibt.
Um das Volk bei Laune zu halten, sich selbst zu unterhalten und manchmal auch seine Feinde loszuwerden, veranstaltet der Imperator regelmäßige Spiele. Bei manchen können die Teilnehmer:innen reich werden, manche, wie die Auslese, dienen dazu, sich die besten Kämpfer als Leibwachen und ähnliches zu sichern. Gestorben wird bei allen Spielen natürlich auch.
Arvelle hat vor 6 Jahren in der Arena viel Geld gewonnen, aber ihre beste Freundin verloren. Auch ihr Gewinn wurde ihr wieder genommen, und so schlägt sie sich nun als Leibwächterin durchs Leben. Sie braucht immer Geld, denn einer ihrer beiden jüngeren Brüder ist schwer krank und braucht regelmäßig teuere Lungenelixiere. Als ihr eines Tages ein Vampir die Möglichkeit anbietet, ihren Bruder zu heilen, wenn sie einen schier unmöglich zu erledigenden Auftrag annimmt, schlägt sie ein. Um diesen Auftrag zu erfüllen, muss sie zunächst nicht nur an der Auslese teilnehmen, sondern sie auch überleben.
Schon das Setting wirkt wie für mich gemacht, und auch Arvelle mochte ich sehr schnell. Manchmal konnte ich zwar ihr Handeln nicht ganz nachvollziehen, aber dass sie das Herz am rechten Fleck hat, war schnell klar. Da die Autorin sie selbst in ich-Form erzählen lässt, sieht man alles durch ihre Augen, erlebt ihre Gedanken und Emotionen hautnah mit, das hat auch meine Emotionen berührt, und ich habe mir natürlich meine eigenen Gedanken gemacht. Am Anfang hatte ich eine gewisse Vorstellung, wohin das Ganze gehen könnte, ich bin aber immer wieder überrascht worden und musste umdenken. So habe ich durchgehend gespannt gelesen und konnte das Buch kaum aus der Hand legen.
Das Setting wirkt nicht nur wie für mich gemacht, es ist es auch, ich finde diese Welt sehr gelungen. Nach und nach erfährt man mehr über se, ihre Bewohner, die Magie, aber auch über die einzelnen Charaktere. Neben Arvelle gibt es eine ganze Reihe anderer interessanter Personen, die ich hier aus Spoilergründen im Dunkeln lassen möchte, von denen mir aber eine ganze Reihe nahe gekommen ist, und die manche Überraschungen zu bieten hatten.
Ich habe eigentlich nur einen einzigen Kritikpunkt. Natürlich gibt es auch hier eine Liebesgeschichte, die ich sogar ganz passend finde, nur die beiden expliziten Liebesszenen haben mir so gar nicht gefallen, ich fand sie enttäuschend, bei mir kamen die Emotionen kaum an, auch, weil die Beschreibung in meinen Augen zu derb ist. Das ist schade, hat meine Faszination für den Roman aber kaum schmälern können.
„We who will die“ ist ein erster Band, endet aber zum Glück nicht mit einem krassen Cliffhanger. Trotzdem kann ich kaum erwarten, den nächsten Band in den Händen halten zu können, und werde in der Zwischenzeit einen Blick auf die anderen Werke der Autorin werfen.
Fantasy in einer vom römischen Imperium inspirierten Welt – das passt genau in mein Beuteschema, und hat mich auch absolut überzeugen können. Vampire, Magie, andere Wesen, Gladiatorenspiele und einige Rätsel warten hier neben Spannung und Emotionen. Für mich ein Lesehighlight.
Rezensionen von nessabo:
Ich, die ich Männer nicht kannte von Jacqueline Harpman
Blieb deutlich hinter meinen Erwartungen zurück
Ich schließe mich der Einschätzung an, dass dieser Roman sicher Menschen begeistern kann, die „Die Wand“ bereits mochten. Denn es gibt sehr deutliche Parallelen in Bezug auf die isolierte Position der Hauptfigur und genau die trifft einfach nicht meinen Geschmack. Aufgrund der so guten Besprechungen war ich dennoch neugierig, aber leider konnten meine Erwartungen nicht erfüllt werden.
Dystopien stehe ich recht neutral gegenüber - gut geschrieben können sie mich durchaus begeistern. Was aber wirklich nicht mein Fall ist, sind isolierte Settings. Entsprechend wundert es mich nicht, dass die Handlung zunehmend anstrengend für mich wurde, ich habe jedoch weiter auf die versprochenen feministischen Aspekte der Geschichte gehofft.
Den Anfang im Käfig fand ich noch vielversprechend. Die namenlose Protagonistin macht sich spannende Gedanken zu den ihr unbekannten Männern, ihrem Begehren und der richtigen Welt. Doch nach dem Ereignis, in dessen Folge die gefangenen Frauen freikommen, wurde es für mich zunehmend zäh und verlor sein innovatives Potenzial. Wie die Frauen sich in der fremden Außenwelt zurechtfinden und autonom eine kleine neue Gemeinschaft aufbauen, ist zwar nicht uninteressant, aber die sie umgebende Hoffnungslosigkeit hat mir zunehmend Energie geraubt.
Das Isolationsgefühl verstärkte sich zudem immer mehr und damit auch meine Distanzierung von der Handlung. Alle Figuren blieben mir sowieso emotional komplett fremd, aber da auch zwischen den Charakteren so wenig passiert, fehlte mir einiges an der Geschichte. Der Reiz isolierter Menschen entsteht für mich gerade im Miteinander, aber dem wurde durch die Zentrierung der nüchternen Protagonistin kaum Raum gegeben.
Mich überrascht dabei nicht, dass mir das Setting nicht gefallen hat - ich kenne ja meine Präferenzen. Aber abgesehen von ein paar interessanten Gedanken finde ich auch keine feministische Kraft in diesem Werk. Ich habe mir aufgrund des Titels deutlich mehr Reflexion über eine Welt bzw. das Aufwachsen ohne Männer erhofft. Ja, es gab da einige Momente, etwa in Bezug auf Aussehen und Schamgefühl, aber in meinen Augen blieb der Großteil des Potenzials ungenutzt, weshalb ich mich den begeisterten Rezensionen leider nicht anschließen kann.
Am Ende bleibt auch alles sehr offen und zumindest ein bisschen mehr Klarheit hätte es für mich doch sein dürfen. Als Hörbuch fand ich es insgesamt okay, gelesen hätte ich wahrscheinlich noch größere Probleme gehabt.
2,5 Sterne











