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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Eternal-Hope:

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Waisenkind von Galit Dahan Carlibach

Einzigartige Stimme, harte Geschichte

Das Waisenkind Avital lebt in Israel und ist die Tochter einer verstorbenen "Hure", so wird sie jedenfalls von ihren eigenen Eltern, Avitals Großeltern, despektierlich bezeichnet, und eines unbekannten Vaters, vermutlich kein Jude, so meinen Großeltern abfällig, denn Avital hat rote Haare, wie sonst niemand in der Familie.

Die Großeltern sind üblen Charakters, Avital wächst mit wenig Liebe auf, wird ausgebeutet, muss Alkohol für die Großeltern besorgen und wird von deren Bekannten missbraucht. Sie sehnt sich nach ihrem unbekannten Vater, würde ihn so gerne finden. Auch die Pflegeeltern, bei denen sie kurzfristig landet, behandeln sie nicht gut, auch wenn sie nach außen den schönen Schein waren wollen und so reißt Avital wieder aus.

Ja, dieses Buch ist harter Tobak. Erzählt wird die Geschichte von Avital selbst, einer jugendlichen, rotzfrechen Stimme, die sich gegenüber dem Richter und Anklägern erklären will und so aus ihrer eigenen, unverwechselbaren Perspektive die Geschichte einer jungen Frau an der Grenze zum Erwachsenenleben erzählt, die in keinster Weise auf die Butterseite des Lebens gefallen ist, die sich mutig und stark durchkämpfen will, die genau beobachtet und messerscharf kommentiert und der man doch auch ihre Verletzlichkeit anmerkt: "Doch hier muss ich kurz innehalten und euch was sagen: Ich habe mich nie vor der Hölle gefürchtet und auch nie für diesen Quatsch mit dem Paradies interessiert - alle wollten dahin, einschließlich Opa und Oma, was sollte ich dann wohl dort? Hatte ich im Diesseits nicht genug mit ihnen durchgemacht, um sie auch noch im Jenseits wiederzutreffen? (...) Und was die Hölle angeht - die war doch schon da." (S. 29 im E-Book)

Entstanden ist dabei ein außergewöhnliches Buch mit einer Stimme, die ich so noch nicht gelesen habe und die besonders und einzigartig ist. Allerdings muss man in der passenden Stimmung für dieses Buch sein und all die Gewalt, die Avital erfährt und die sie manchmal so kaltschnäuzig zu kommentieren scheint, während man gleichzeitig spürt, was für ein Leid dahinter liegt, aushalten können. Ist man dafür in der Stimmung, dann wird man mit einem einzigartigen Buch belohnt, das Einblick in das Israel der Menschen am Rande der Gesellschaft gibt und dabei in frech-rasantem Tempo eine spannende Geschichte erzählt.

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Waisenkind

Rezensionen von shrimpdumpling:

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Love and Rent von Jo Cheetham

Authentisch, witzig und überraschend emotional

Schon das Cover hat mich neugierig gemacht und passt mit seinem modernen, schlichten Stil gut zur Geschichte. Es vermittelt genau die Mischung aus Leichtigkeit und Alltag, die das Buch später auch ausstrahlt.

Love and Rent erzählt keine überdramatische Geschichte, sondern eine, die sich erschreckend real anfühlt.

Gerade das hat mir so gut gefallen. Die Autorin zeigt, wie sich das Leben anfühlen kann, wenn einem der emotionale Rückhalt fehlt und Beziehungen nicht so sind, wie man sie sich wünscht. Dabei wirkt nichts konstruiert oder überzogen. Stattdessen hatte ich ständig das Gefühl, dass all das genauso im echten Leben passieren könnte.

Besonders begeistert hat mich der Schreibstil. Er ist locker, humorvoll und gleichzeitig emotional, ohne jemals kitschig zu werden. Die Sprache wirkt natürlich und authentisch. Außerdem haben mir die verschiedenen Erzählformen, wie Listen oder Nachrichten, sehr gut gefallen. Sie lockern den Roman auf und geben ihm eine ganz eigene Dynamik.

Auch die Figuren haben mich überzeugt. Sie wirken vielschichtig und glaubwürdig, weil sie nicht durch lange Erklärungen charakterisiert werden, sondern vor allem durch ihr Verhalten. Dadurch konnte ich ihre Entscheidungen und Gefühle gut nachvollziehen, selbst wenn ich manche Figuren und ihr Verhalten zeitweise kaum ertragen konnte. Genau das zeigt für mich, wie gelungen die Charakterzeichnung ist.

Leider habe ich die meisten Popkultur-Anspielungen nicht verstanden. Lag aber vermutlich daran, weil ich nicht zur Zielgruppe dieser Referenzen gehöre. Das hat mein Leseerlebnis aber kaum beeinträchtigt, da sie im weiteren Verlauf der Geschichte ohnehin weniger wurden.

Besonders mitgenommen hat mich die Botschaft des Buches. Es zeigt eindrucksvoll, wie wichtig es ist, sich selbst nicht aus den Augen zu verlieren, eigene Grenzen zu setzen und nicht darauf zu hoffen, dass grundlegende Probleme in einer Beziehung irgendwann von allein verschwinden. Diese Themen wurden sehr glaubwürdig vermittelt.

Love and Rent ist ein authentischer, humorvoller und gleichzeitig nachdenklicher Roman mit starken Figuren und einem angenehmen Schreibstil. Wer realistische Geschichten über Beziehungen, Selbstfindung und das alltägliche Leben mag, sollte dieses Buch unbedingt lesen.

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Love and Rent

Rezensionen von Tara:

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Masterminds, Band 1 - Der Darknet-Köder von Chris Morton

Ein riskanter Plan

„Masterminds - Der Darknet-Köder“ ist ein spannender Heist-Thriller des Autors Chris Morton.

Die Protagonisten Justus, Parker, Kikki, Jay und Fifi sind zwischen 16 und 23 Jahren. Jeder von ihnen hat seine Talente, so dass sie sich zu einem cleveren Team – den Masterminds – ergänzen.

Der Prolog startet mit viel Action im September 2026 – also quasi genau jetzt, im Moment – und spielt im Großraum Frankfurt.

Im Anschluss gibt es einen 6-monatigen Sprung zurück in die Vergangenheit. Justus van Meeren hatte mit seinen Eltern einen schweren Autounfall, den nur er überlebt hat. Justus Patenonkel Randalf Wirth soll seine Vormundschaft übernehmen. Leider ist er nicht wirklich an seinem Wohl interessiert, sondern viel mehr an dem Millionenerbe seiner verstorbenen Eltern.
Justus ist ein sehr cleverer Protagonist, der schnell merkt, was Sache ist. Deswegen stellt er ein Team – die Masterminds – zusammen, um ihm das Handwerk zu legen.

Die Ereignisse wechseln zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart. Dadurch wird innerhalb kürzester Zeit eine enorme Spannung aufgebaut. Der Schreibstil ist leicht zu lesen, sehr lebendig, lädt aber auch zum Lachen ein. Die Masterminds wirken jeder für sich authentisch und durch ihre besonderen Eigenheiten sympathisch. Es macht Spaß, zu verfolgen wie sie ihren Plan schmieden und sich dabei perfekt ergänzen.

Das Buch ist ausgesprochen fesselnd und schnell gelesen. Ich freue mich jetzt schon auf den zweiten Band „Der Insider-Job“, der für den Februar 2027 angekündigt ist.

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Masterminds, Band 1 - Der Darknet-Köder

Rezensionen von clematis:

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Eine zu viel von Samantha Hayes

Das Testament

Nach dem Tod ihres Ehemannes Ray plant Connie ein großes Familientreffen in einem Ferienhaus mitten in den schottischen Highlands. Ihre drei Töchter samt Familien sollen über das Testament in Kenntnis gesetzt werden. Aber statt einer friedlichen Zusammenkunft kommt es zu Misstrauen und Zwistigkeiten.

Aus unterschiedlichen Perspektiven wird das Geschehen betrachtet, im zweiten großen Teil blendet Samantha Hayes 40 Jahre zurück, um wesentliche Informationen in die Handlung einzubetten. Wieder zurück in der Gegenwart, geht es Schlag auf Schlag mit Wendungen, derer es dann fast zu viele sind, leider leidet darunter auch die Glaubwürdigkeit. Die Konflikte innerhalb der Familie werden anschaulich dargelegt, die Spannung wird Schritt für Schritt aufgebaut, sodass das gesamte Ausmaß des Dramas am Ende ans Licht kommt. Aufgrund der recht unnahbaren Figuren hat mich der Roman dennoch nicht so gefesselt wie vom Klappentext erwartet.

Ein Familienschauspiel im abgelegenen Bergland, das durchaus noch aufregender hätte sein können, aber dennoch für solide Unterhaltung sorgt.

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Eine zu viel

Rezensionen von beavielleser :

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Die zweitgrößte Liebe von Ruth-Maria Thomas

Hut ab vor Michelle

Michelle hatte einen kleinen Schmuckladen und damit ihr Auskommen. Dann kam Corona und sie musste ihre einzige Angestellte entlassen und den Laden schließen. Was ihr blieb, war ein Berg aus Schulden.

Sie zieht von der Kleinstadt in die Großstadt, weil sie dort dort einen Job als Rezeptionistin bekommt.

Sie lebt in einer winzigen Dachgeschosswohnung und hat am Monatsende kaum noch Geld, da sie auch noch einen Berg Schulden abbezahlen muss. Aber sie hat schon als Kind gelernt mit wenig auszukommen und kommt klar.

Eines Abends nach ihrer Arbeit trifft sie Henry. Die beiden kommen sich näher, verlieben sich. Michelle bekommt erst nach und nach mit, wieviel Geld Henry hat. Sie zieht zu ihm und versucht sich in sein Leben einzugewöhnen.

In jeder Zeile spürt man, wie schwierig es für Michelle ist sich in diesen Luxus einzuleben. Henry versteht nicht, warum sie ein Problem hat Geld und Geschenke von ihm anzunehmen und wie schuldig sie sich deshalb fühlt.
"Je sorgenfreier ihr Alltag wurde, desto mehr sah sie, wie sorgenvoller der Alltag anderer war." (Seite 212)

Zum Ende hin, saß ich mit offenen Mund da und konnte über Henry nur den Kopf schütteln. Für Michelle gibt es von mir ein Daumen hoch.

Ein tolles Buch!

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Die zweitgrößte Liebe

Rezensionen von Wolle:

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Das habe ich wegen dir getan von John Lanchester

Lange Anlaufzeit

Kate lebt mit ihrem Mann Jerry ein glückliches und privilegierte Leben in London, bis letzterer plötzlich und unerwartet verstirbt. Kurz nach dessen Tod erscheint die erfolgreiche Serie „Betrug“ auf Netflix. Als alle nur noch von dieser Serie reden, sieht sich auch Kate die Sendung an und erkennt detailgenau ihr Leben mit Jerry.

Verwirrt recherchiert Kate wer hinter dieser Serie steht und wie intimste Details, über die eigentlich niemand Bescheid weiß, an diese Person gelangten. Schnell gelangt Phebe in den Fokus.

Die Handlung des Romans besteht aus zwei abwechselnden Sichtweisen. Die von Kate und die von Phoebe. Auch werden abwechselnd immer wieder Ereignisse aus der Gegenwart sowie aus der Vergangenheit der beiden Hauptpersonen erzählt. In welch enger Verbindung die beiden Frauen stehen wird erst im Verlauf der Handlung, vor allem gegen Ende, deutlich. In kurzen Zwischenkapiteln werden prägnante Auszüge aus der Serie „Betrug“ wiedergegeben.

Anfangs empfand ich die Handlung etwas langatmig und nicht sonderlich spannend. Erst ab etwa der Hälfte des Romans nimmt die Story endlich an Fahrt auf. Allerdings gestaltete sich der Verlauf des Romans nicht ganz so wie ich es erwartet hätte. Anders als in der Beschreibung des Klappentextes empfand ich nicht die Suche wer hinter der Serie und der Nacherzählung des eigenen Lebens steckt als Mittelpunkt der Handlung, sondern die Aufarbeitung der Vergangenheit der beiden Frauen, sowie den anschließenden Racheplan. Amüsiert haben mich vor allem die Abschnitte die Phoebes Mutter gewidmet waren.

Das Cover des Buches finde ich nicht gelungen. Es wirkt lieblos und unkreativ. In einem Buchladen würde es auf keinen Fall aus der Masse herausstechen. Auch der Titel konnte mich nicht überzeugen. Er ist für mich nicht eingängig und erschließt sich erst gegen Ende der Handlung. Außerdem steht er lediglich für einen Teil der Handlung.

Insgesamt handelt es sich bei dem Roman um eine schwach beginnende Handlung die sich jedoch je weiter man liest immer mehr steigert. Es lohnt sich also nicht vorschnell abzubrechen. Während humorvolle Szenen bereits zu Beginn vereinzelt zu findet ist, muss man für die Spannung schon bis zur Mitte des Romans lesen. Dafür wird man dann mit überraschenden Wendungen belohnt.

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Das habe ich wegen dir getan

Rezensionen von Reiseweise:

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Goodbye, Honeysuckle von Tayari Jones

Zwei Freundinnen, zwei Leben

In diesem Roman von Tayari Jones geht es um Niecy und Annie. Die beiden Schwarzen Mädchen wachsen ohne Mutter im segregierten Süden der Vereinigten Staaten auf, zu Zeiten der Bürgerrechtsbewegung. Beide entfliehen ihrem kleinen Dorf Honeysuckle in Louisiana - während Niecy am renommierten Spelman College in Atlanta, Georgia, studieren darf und in die Schwarze High Society der Stadt einheiratet, schlägt sich Annie in Memphis, Tenessee, durch und sucht ihre Mutter in den Jazzkneipen der Stadt.

So unterschiedliche ihre Wege auch sein mögen, bleiben die beiden verbunden.

Diese selbstgewählten Bande, die eine echte Familie ersetzen können, geht es in dem Roman. Das ist oft berührend erzählt, hat aber teilweise auch Längen, obwohl diverse Handlungsstränge gar nicht auserzählt werden und andere abgebrochen werden. Insgesamt aber ein lesenswertes Buch, auch wenn ich den Hype auf BookTok nicht ganz nachvollziehen kann.

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Goodbye, Honeysuckle

Rezensionen von Wolle:

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Das Knistern im All von Stephan Lohse

Man hätte mehr aus der Geschichte machen können

Matti steckt mit seinen 15 Jahren mitten in der Pubertät, mit all deren Problemen. Doch nicht nur in Beziehung auf die Liebe ist der Jugendliche außerordentlich verwirrt, es stellt sich heraus, dass ihn auch psychologische Probleme quälen.

Während einer Klassenfahrt nach Amrum bricht Matti zusammen.

Im Anschluss verbringt er viel Zeit bei seiner Psychologin und schließlich in einer Klinik. Nach seiner Genesung taucht er dann für einige Tage unter. Während der ganzen Zeit, durch alle Höhen und Tiefen, begleiten ihn seine Freunde, die immer zu ihm stehen. Auch die Eltern, sehr betucht und stets bemüht um ihren Sohn, halten immer zu Matti. Genau deshalb hatte ich mit der ganzen Geschichte auch ein Problem. Es fühlt sich so unecht an. Kein Streit, stets Harmonie zwischen allen Personen. Das einzige mit was Matti nicht zurecht zukommen schein ist seine Umwelt: der Reichtum seiner Eltern, der Nazi in der Klasse und das Erwachsenwerden im Allgemeinen. Aber die zwischenmenschliche Harmonie finde ich wirklich extrem unrealistisch. Selbst als Matti die Luxuskarosse seiner Mutter schrottet und verbrennt, überdies auch noch filmt und live seiner Mutter präsentiert, ist diese zwar nicht erfreut, schafft es angesichts ihres glücklichen Sohnes aber nicht auch nur ein böses Wort zu sagen. Ich fand dieses Verhalten etwas verwirrend, oder sollte es angesichts des Reichtums der Eltern einfach nur dekadent wirken?

Insgesamt konnten mir die Personen, insbesondere Matti auch nicht so nahekommen. Die Handlung wirkt sehr distanziert. Die Probleme mit denen sich Matti herumschlägt werden lediglich immer wieder nur kurz angerissen. Ich denke 167 Seiten sind hier einfach etwas knapp um die Handlung vernünftig zu erzählen. Was aus der Geschichte hängen geblieben ist, ist die extreme Hin- und Hergerissenheit Mattis, das für sein Alter so bezeichnend ist sowie seine Identifikation mit dem Leben seiner Eltern. Insgesamt war mir die Handlung jedoch viel zu oberflächlich. Die Geschichte hätte viel mehr Potenzial gehabt.

Das Cover ist ein echter Hingucker. Die Beschreibung mit der Antilope im Innenteil passt aber nicht zusammen. Matti beschreibt das Tier ohne Hörner. Außergewöhnlich sind das Cover sowie der Tiel jedoch allemal und wecken somit sofort die Neugier auf den Inhalt des Romans.

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Das Knistern im All

Rezensionen von Wolle:

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Eine kleine Schwindelei von Rosanna Pike

Ein modernes Mädchen

Im mittelalterlichen England verliert die jugendliche Tibb nach der Geburt ihrer Schwester ihre Mutter früh. Allein beginnt für die Landstreicherin nun eine Reise durch das Land. Dabei trifft sie auf die unterschiedlichsten Menschen.

Neben den vielen hartherzigen Bekanntschaften, lernt sie aber auch so manche gute Seele kennen.

Immer handelt es sich dabei selbst um Außenseiter und Ausgestoßene der Gesellschaft. Der Roman zeichnet so das überaus beschwerliche und düstere Leben der damaligen Zeit nach, das ein wahrer Überlebenskampf ist. Bei Tibb wechseln sich melancholische, überaus selbstkritische aber auch heitere und gar sehr freche Stimmungslagen miteinander ab. Auch in den schwierigsten Lebenslagen fängt sie sich immer wieder und findet neuen Lebensmut. Tibb ist so ein unterhaltsamer Charakter, dass man gar nicht genug von ihr bekommen kann.

Die Handlung besteht entgegen den vielen anderen historischen Romanen nicht darin geschichtliche Ereignisse zu erzählen, sondern die Lebens- und Stimmungslage der Zeit einzufangen. Mit der modernen und frechen Sprache wirkt der Roman dabei alles andere als wie eine verstaubte historische Erzählung.

Durch kurze Kapitel und einen reichhaltigen Handlungsverlauf lässt sich das Buch schnell durchlesen. Unterbrochen wird die Reise Tibbs durch kurze Zwischenkapitel, in denen schnell klar wird, dass es sich hier um das spätere Schicksal Ivos, ihrem frühen Freund, handelt. Der lange unklare Zusammenhang der beiden Handlungsstränge hält die Spannung aufrecht.

Das Cover mit dem Heiligenschein auf dem blonden Mädchen zieht den Blick auf sich und ist auf jeden Fall außergewöhnlich. Tibb wirkt darauf wie ein Engel, was sie ja in keinster Weise ist und wie sie sich selbst sicher auch nicht sehen würde. Ein ganz besonderer Mensch, der unter den vielen Menschen mit ihrer verengten und kleinlichen Sicht heraussticht ist sie jedoch allemal. In ironischer Weise passt das Cover hervorragend zu dem Mädchen, dass sich in keine Schublade stecken lässt.

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Eine kleine Schwindelei

Rezensionen von Wolle:

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FIVE - Das Ticken der Zeit von Ilona Bannister

Abgründe

Fünf Menschen stehen an einem Bahnsteig. Eines ist schon am Anfang der Handlung klar. Einer von gleich sterben. Doch wer wird es sein? Diese Frage wird – obwohl die ganze Handlung nur wenige Minuten dauert – erst ganz am Ende des Romans beantwortet.

Zunächst wird die Situation am Bahnsteig in einer Rahmenhandlung in allen Details erörtert.

In langen Einschüben wird dann jeweils das Leben jeder einzelnen dieser Personen unter die Lupe genommen. Mit der Zeit bildet man sich bereits sein Urteil, wenn es trifft oder treffen sollte. Doch die Autorin weiß, für wen wir uns entscheiden.

Ich fand den Thriller interessant, da er etliche ungewöhnliche Stilmittel enthält, die ihn aus der Masse herausheben. Einerseits wird der Leser immer wieder direkt angesprochen. Außerdem handelt es sich nicht um einen actionreichen Thriller bei dem dauern etwas anderes passiert, sondern der Fokus wird auf das psychologische Innenleben der fünf Protagonisten gelegt, dagegen bleiben einige weitere Passanten, von denen auch im Buch berichtet wird, weitgehend anonym. Alle diese Figuren verbergen Abgründe in sich, die man so nicht erahnt hätte. Vor allem die Geschichte von Mrs. Worth ist schockierend. Schlussendlich ist auch die Besonderheit, dass der Tod am Ende des Romans eintritt und dass die ganze Handlung nur wenige Minuten dauert herauszuheben. Trotz der ungewöhnlichen Erzählweise fand ich den Thriller dennoch sehr spannend. Man wird in jedem Kapitel wieder aufs Neue überrascht.

Das nette Titelbild täuscht über den Inhalt. Cover und Titel beziehen sich lediglich auf die besondere Zeitdarstellung des Romans. Die Abgründe hinter den Betroffenen werden hier nicht thematisiert

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FIVE - Das Ticken der Zeit