Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Rinoa:
Meeresdunkel von Till Raether
Ungewöhnlicher Thriller
Dies war mein erstes Buch von Till Raether und ich bin immer noch ganz begeistert von seinem doch eher ungewöhnlichen und ganz eigenen Schreibstil. Dieser wirkt nicht so weichgespült, sondern fast ein wenig roh, wodurch man die jeweiligen Gedanken und Gefühle fast schon ungefiltert mit- und abbekommt.
Dies wird durch das verwendete Präsens noch verstärkt.
Erzählt wird hauptsächlich aus drei verschiedenen Perspektiven (Henrike, Samuel und dessen Sohn Juri) und auch innerhalb dieser wechselt die Sprache fast unmerklich von sehr emotional, über etwas rationaler bis hin zu kindlich, je nachdem, wer gerade an der Reihe ist - das war schon echt gut gemacht. Spannend auch, dass Henrike und Samuel so mit sich selbst beschäftigt sind, dass sie überhaupt nicht merken, was um sie herum passiert.
Die Geschichte an sich löste von Beginn an ein leichtes Grauen bei mir aus (nicht zuletzt dank des starken Prologs), ohne dass ich das an etwas Bestimmten festmachen konnte. Die Atmosphäre ist jedenfalls großartig beschrieben und fest steht auch, dass beide Familien ihre ganz eigenen Probleme und Eigenheiten haben.
Leider verflacht das Buch im zweiten Teil für meinen Geschmack ein wenig. Und obwohl ich kein Fan davon bin, wenn am Ende alles ganz schnell geht, fand ich die häppchenweise Auflösung hier teilweise etwas anstrengend und leider auch etwas konstruiert. Auch blieben einige Dinge ein bisschen in der Luft hängen, was aber durchaus stimmig war.
Ich habe "Meeresdunkel" wirklich gemocht, wer einen ungewöhnlichen und nicht dem Einheitsbrei entsprechenden Thriller sucht, ist hier auf jeden Fall gut aufgehoben.
Rezensionen von Anno:
Sterne von Catherine Ard
Sehr vielfältig
Ich liebe ja diese haptischen Cover, die sich nicht nur mit den Augen sondern auch mit den Fingerspitzen erkunden lassen. ‚Sterne‘ hat so eines- mit tieferen Elementen, rauer Textur und glattem Metallic-Druck. Da macht schon der erste Eindruck sehr viel her. Schaut man aber dann ins Innere, geht die Faszination weiter.
Das Thema ist ein schwieriges, da insbesondere der Sternenzyklus, die Galaxien, schwarze Materie und Schwarze Löcher nur schwer mit dem Geist begreifbar sind. Doch dieses Buch versucht für all das einfache Erklärungen zu suchen. Mein Kind hat bereits eine gewisse Vorkenntnis und kam mit den Beschreibungen soweit gut klar, aber hört man davon zum ersten Mal, könnte es sich da anders verhalten und man mitunter mit Fragen konfrontiert werden, die ich als Elternteil nicht ohne weiteres beantworten könnte. Doch dies betrifft nur die ersten Seiten. Danach wird es verständlicher. Dann geht es um Sternbilder, berühmte Entdecker (hier werden auch Frauen berücksichtigt), um Forschung und sogar um Mythen, Geschichten und die Deutung von Sterne in Sprache, Literatur und der Malerei, aber auch in Bezug auf Religion.
Diese vielfältige Betrachtungsweise gefiel mir und meinem wissensdurstigen Kind ungemein gut- eben weil man sich hier nicht nur auf die Wissenschaft allein beschränkt, diese aber dennoch anerkennt. Esoterisch empfand ich das Buch nicht. Wird von Glaube oder Tierkreiszeichen gesprochen, geschieht dies auf sachlich korrekte Weise.
Wer also mal Sterne aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten möchte, ist herzlich eingeladen sich dieses Buch mal zur Hand zu nehmen.
Rezensionen von Katyleh:
Frieda von Geraldine Oetken
Bewegende und Erschütternde Spurensuche
Frieda – Die Suche nach meiner vergessenen Urgroßtante ist ein Buch, das mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt hat. Die Reise durch diese Geschichte war emotional, bewegend und wirkt noch lange nach.
Schon früh ahnt man den tragischen Ausgang der Suche nach Frieda. Gerade deshalb geht die Geschichte besonders unter die Haut.
Die Autorin deckt ein erschütterndes Kapitel der deutschen Geschichte auf und macht die unmenschlichen Verbrechen des Zweiten Weltkriegs auf eindringliche Weise greifbar. Allein das Wort „Euthanasie“ löst bei mir Beklemmung aus – umso wichtiger ist es, dass über diese Schicksale nicht vergessen wird.
Eigentlich hätte ich diesem Buch ohne zu zögern fünf Sterne gegeben. Einen Stern ziehe ich jedoch ab, weil das Gendernmeinen Lesegenuss deutlich beeinträchtigt hat. Für mich hat Gendern in einem historischen Bericht oder einer erzählten Geschichte nichts verloren. Es unterbricht den Lesefluss und lenkt von den bewegenden Inhalten ab. Das ist selbstverständlich meine persönliche Meinung, aber ich empfinde es als unpassend und hätte mir eine durchgehend klassische Sprache gewünscht.
Trotz dieses Kritikpunkts ist Frieda ein wichtiges, eindrucksvolles und sehr lesenswertes Buch, das zum Nachdenken anregt und die Erinnerung an ein dunkles Kapitel unserer Geschichte wach hält.
Rezensionen von lectrice:
Mord ohne Vorwort von Freya Sampson
Aufregung im Gemeindezentrum
Ein wunderschönes Cover und der Klappentext, der einen Buchklub als Ermittler ankündigt: da war meine Vorfreude ganz besonders groß. Und ich wurde nicht enttäuscht, ganz im Gegenteil, ich habe tolle Lesestunden mit dieser Geschichte verbringen dürfen.
Die Mitglieder des Buchclubs waren alle so typisch britisch im positiven Sinne.
Alle ein wenig sonderbar, jede und jeder mit besonderen Kenntnissen, die alle zur Hilfe des Falles benötigt wurden. Ja, es wird hier arg mit Vorurteilen gespielt, aber auf ganz charmante Art und Weise und es passte einfach so gut. Vor allem Phyllis und ihr asthmatischer Hund haben mir so manch ein Grinsen entlocken können, aber man darf sie auf keinen Fall unterschätzen.
Man lernt die einzelnen Mitglieder des Buchclubs nach und nach besser kennen, vor allem, da die Perspektive immer wechselt und man so die Hintergründe erfährt. Und natürlich Nova, die Leiterin des Buchclubs, die um ihren Job bangen muss, weil 10.000 Pfund aus der Gemeindekasse gestohlen wurden. Allerdings wird der Mord an der Mutter des neuesten Mitglieds nicht vergessen, auch wenn er nicht immer so präsent im Zentrum steht, aber Michael ist ja vermutlich auch mit dem Geld abgehauen und damit steht die Zukunft des Buchclubs und des gesamten Gemeindezentrums auf der Kippe.
Ein Krimi zum Miträtseln, ein Krimi mit Verweisen auf viele Bücher, mit Charakteren, die im Verlauf der Handlung immer mehr an Tiefe gewinnen und eine gut gelungene Auflösung am Schluss. Ein Buch, das ich sehr gerne gelesen habe.
Rezensionen von lectrice:
Im Bann des Erlkönigs von Mina Roth
Toller Mythenmix
Eine neue Academy, eine neue Anlehnung an einen Mythos, aber dieses Mal nicht eine Entlehnung der klassischen griechischen Mythologie, sondern ein Ausflug in die deutsche Legenden-Geschichte und zwar - wie der Titel schon verrät - zum Erlkönig. Zumindest bei mir war die Sage des Erlkönigs sofort präsent und wie sie hier adaptiert bzw.
besser gesagt eingebaut worden ist in eine ganz eigene Geschichte, hat mir wirklich gut gefallen.
Zora ist nicht immer die übermenschliche Protagonistin, der alles leichtfällt, sondern eine, die auch mal an sich zweifelt und nicht immer alles weiß oder besser kann. Und auch der männliche Gegenpart Kilian hat mir gut gefallen. Die Stimmung an der Akademie ist düster, es werden gut Mythen mit interessanten Rätseln gemischt.
Dazu ein fesselnder Schreibstil und eine langsame Entwicklung der Geschichte - für mich ein toller Auftakt.
Rezensionen von Shilo:
Der Betrachter von Judith Fanto
Was von einer Freundschaft bleibt
Ein Brief bringt Manno viele Jahre nach dem Ende des Krieges wieder zu den Erinnerungen zurück, die ihn nie ganz losgelassen haben. Dabei geht es nicht nur um seine eigene Geschichte, sondern auch um sechs junge Menschen, die viele Sommer miteinander verbringen und fest zusammenhalten. Doch die Jahre bringen Veränderungen mit sich, auf die keiner der Freunde vorbereitet ist.
Alle sechs Figuren bekommen ihren eigenen Platz in der Geschichte. Mit jeder Seite wird klarer, was sie bewegt und was ihnen wichtig ist. Die gemeinsamen Tage in Altaussee zeigen, wie viel ihnen diese Freundschaft bedeutet. Umso schwerer sind die Entwicklungen, die später folgen.
Die Geschichte verbindet Mannos Erinnerungen mit den Ereignissen seiner Zeit. Dabei wird spürbar, wie sich das Leben der Freunde langsam in verschiedene Richtungen entwickelt. Was früher nebensächlich war, bekommt plötzlich eine ganz andere Bedeutung und verändert den Umgang miteinander.
Die Zeit in Wien wirkt dabei glaubwürdig beschrieben. Vieles verändert sich zunächst kaum sichtbar und wird erst mit der Zeit immer deutlicher. Dadurch bekam ich ein Gefühl dafür, wie schwierig es gewesen sein muss, in dieser Zeit Entscheidungen zu treffen.
Die Sprache bleibt angenehm und passt gut zu den Protagonisten. Besonders die Gespräche zwischen den Freunden wirken natürlich und zeigen, wie sie miteinander verbunden sind. So lässt sich die Entwicklung der einzelnen Personen über viele Jahre hinweg gut verfolgen.
Zum Ende hin werden viele Zusammenhänge klar. Einige Gedanken aus der Geschichte begleiten den Leser noch nach Beendigung der Lektüre. Der Roman zeigt nicht nur eine besondere Freundschaft, sondern auch, wie politische und gesellschaftliche Veränderungen das Leben einzelner Menschen beeinflussen können.
Eine Geschichte über Freundschaft, die Herausforderungen einer schweren Zeit und Menschen, die ihren Weg finden müssen.
5 Sterne.
Rezensionen von stina23:
Yesteryear von Caro Claire Burke
Die fast perfekte Illusion
Natalie ist die Mutter von fünf Kindern, mit dem sechsten auf dem Weg. Sie lebt ein Leben, das für viele bewundernswert, für viele abstoßend ist. Natalie stellt ihr Leben auf einer Farm in den USA online, zeigt ihren traditionellen Lebensstil, vermarktet ihn und kann gut davon leben. Als Trad-Wife polarisiert sie, aber die kritischen Kommentare tut sie als Neid von frustrierten Frauen ab.
Doch die wunderbare Idylle hat mehr als nur eine Schattenseite und die Fassade beginnt zu bröckeln. Plötzlich findet sich die junge Frau in einer Umgebung wieder, die ihr vertraut ist, jedoch jeglichem Luxus des 21. Jahrhunderts entbehrt. Was ist passiert und kann sie wieder in ihr altes Leben zurück?
Caro Claire Burke greift in ihrem Buch ein aktuelles Thema auf. Die auf Social Media verbreitete Idylle eines in traditionellen Rollenbildern gelebtes Frauenleben findet Zuspruch genauso wie Ablehnung. Mit Natalie hat sie eine Protagonistin geschaffen, die diese Widersprüche in sich vereint. In Rückblicken wird ihr Werdegang beschrieben, die religiös-traditionelle Kindheit, ihre Studienzeit, die erste große Liebe bis hin zu der Geschäftsfrau, die ihr Leben vermarktet. Der Weg, der auf den ersten Blick linear und leicht erscheint, ist alles andere als das. Natalie ist eine Kämpferin und Überlebenskünstlerin und sieht, um ihr Ziel zu erreichen, über vieles hinweg, verliert gleichzeitig zwangsläufig auch vieles aus dem Blick. Ich war anfänglich der Meinung, Natalie sicher nichts Gutes abgewinnen zu können, doch relativ schnell konnte ich ihr näherkommen und ihre Beweggründe verstehen. Die Autorin hat sie mit viel Humor und Zynismus ausgestattet, was der Geschichte Leichtigkeit verleiht und mir Natalie auch sympathisch machte.
Ich war von diesem Buch überrascht, da das Geschehen von vielen Blickwinkeln beleuchtet wird, Tiefgang hat, realistische und teils vielschichtige Figuren beinhaltet und dabei leicht zu lesen ist. Ich bin froh, einer Leseempfehlung gefolgt zu sein, das Buch war für mich sehr lesenswert!
Rezensionen von hohleborn8:
Dem Meer entgegen von Lidija Hilje
Wenn eine Ehe endet, die Liebe aber bleibt
Lidija Hilje erzählt die tragische Geschichte einer großen Liebe, die an der Kinderlosigkeit der jungen Ivona zwar zerbricht, aber nicht endet.
Für Ivona und Vlaho ist es Liebe auf den ersten Blick, als sie sich während des Studiums in Zagreb kennenlernen. Als Ivona Jahre später die Diagnose ihrer Unfruchtbarkeit erhält, ist sie durch die Aussichtslosigkeit ihres Lebens bereits zermürbt.
Während Vlaho nach dem Studium sofort eine Anstellung in einer Bank erhielt und sich eine Karriere aufbaute, sucht die junge Biologin auch Jahre nach dem Studium noch immer nach einer, ihrer Ausbildung entsprechenden Anstellung.
Das Buch liest sich wie ein Tagebuch dieser tragischen Liebe. Die Autorin zeichnet nicht nur ein detailliertes Bild der Hauptfigur Ivona, ihrer äußeren und inneren Kämpfe um ihre Liebe und ihre Selbstachtung, sondern wirft auch einen kritischen Blick auf das junge Kroatien nach dem Zerfall des alten Jugoslawien und dem Ende des Jugoslawienkrieges, in dem Vetternwirtschaft und eine hohe Bürokratie die Menschen verzweifeln lässt.
Der Roman wird als Sommerroman des Jahres 2026 gepriesen. So empfinde ich diese bittere Novelle nicht. Ein Sommerroman steht für etwas Helles, Leichtes, Sommerliches. Ich habe Ivonas Schicksal für einige Jahre geteilt. Am Schicksal einer unfruchtbaren Frau ist nichts sommerlich leicht. Darüber kann auch die traumhafte Kulisse des wunderschönen Dalmatiens nicht hinweg täuschen.
Rezensionen von yellowdog:
Jahre im Feuer: Die Zerstörung der Ukraine von Andrej Kurkow
Ein Jahr Ukraine
Andrej Kurkow schreibt erneut tagebuchartig über die Situation der Ukraine. Der betrachtete Zeitraum umfasst April 2024 bis April 2025.
Die Ukrainer leben ein Leben im nicht endenden Krieg zwischen Verzweiflung und Alltag.
Die Kapitel wirken ein wenig wie Kolumnen über verschiedene Aspekte des Kriegsgeschehens.
Das gibt dem Leser tiefe Einblicke. Kurkow ist realistisch, auch illusionslos, aber nicht ohne Hoffnung. Er nennt sich selbst einen pragmatischen Optimisten. Ihm gelingen auch einige bemerkenswert gute Beschreibung von Teilen der Ukraine. Beispielhaft nenne ich hier das Kapitel Der Dniprow im Krieg.
Jahre im Feuer ist auch ein höchst politisches Buch. Kurkow beobachtet genau die Reaktionen des Westens, insbesondere der USA unter Trump. Darunter auch die Demütigung Selenskyjs im weißen Haus.
Das Buch schließt mit einem Nachwort mit Datum September 2025.
Es ist also zu vermuten, dass ein weiteres Buch dieser Art von Andrej Kurkow folgen wird.
Rezensionen von pandas_bücherblog:
Die Anderen von Kobi Yamada
Wunderschöne Illustrationen und eine ganz wichtige Message
Das Cover gefällt mir auf Anhieb richtig gut, denn die sanfte Farbgebung und die große Typografie machen neugierig auf die Geschichte, die sich dahinter verbirgt.
Auch die Illustrationen von Charles Santoso sind wirklich wunderschön und kreativ umgesetzt, mit schönen Farben, die eine ruhige, fast traumhafte Stimmung erzeugen.
Besonders beeindruckend ist die Entwicklung von der kleinen Szene am Anfang hin zum Blick auf die Erde aus dem All.
Die Geschichte selbst ist erstaunlich tiefgründig für ein Kinderbuch. Zwei Jungen stehen nebeneinander und philosophieren über das Hier und das Drüben, über die Anderen und darüber, woher man weiß, wer zu wem gehört. Die Texte sind kurz und poetisch, fast wie kleine Gedankenfetzen, die zum Nachdenken anregen. Besonders berührt hat mich, wie die Jungen langsam erkennen, dass die Grenzen zwischen Hier und Drüben eigentlich gar nicht so klar sind und dass wir alle am Ende zusammengehören.
Die Message des Buches ist wirklich wertvoll und zeitlos. Sie spricht Kinder und Erwachsene gleichermaßen an und erinnert uns daran, dass wir alle auf demselben Planeten leben und unsere Unterschiede eigentlich nebensächlich sind. Die Idee, dass wir alle gemeinsam hier sind, wird am Ende wunderschön mit der Ansicht der Erde aus dem All unterstrichen, die alle Menschen vereint.
Meine Tochter ist noch zu klein für dieses Buch, aber ich freue mich darauf, es ihr vorzulesen, wenn sie etwas älter ist, denn die Illustrationen laden zum Verweilen ein und die kurzen Texte regen zu Gesprächen an, die über das eigentliche Vorlesen hinausgehen.
Fazit
"Die Anderen" ist ein kleines Juwel für jedes Bücherregal. Die kreativen, wunderschönen Illustrationen und die wertvolle Botschaft über Zusammengehörigkeit und Perspektivwechsel machen es zu einem besonderen Leseerlebnis für Kinder und Erwachsene gleichermaßen. Wer nach einem Buch sucht, das zum Nachdenken anregt und gleichzeitig visuell begeistert, wird hier fündig werden.
5/5 Sterne











