Kunden em pfehlungen
Rezensionen von HEYN Leserunde, Manfred Kohl:
Ein wunderbares Buch. Intensiv, spannend, nachvollziehbar
Ein wunderbares Buch. Intensiv, spannend, nachvollziehbar. Und ganz deutlich: Von einer Frau geschrieben.
Viele weibliche Qualitäten dringen durch, von der Beobachtung der Details, die Durchleuchtung der familiären Strukturen bis zur Dramatik des Körperlichen.
Beängstigend ist das Unausgesprochene, beklemmend sind die Geheimnisse der Vergangenheit, die in Familien schlummern.
Und dann diese Ohnmacht, die Wut, die sich in Hass steigert und Gewaltphantasien weckt, wenn die eigene Familie angegriffen wird. Albträume, wie sie wahrscheinlich schon jeder hatte.
Rezensionen von HEYN Leserunde, Manfred Kohl:
Er ist wieder da von Vermes Timur
Zunehmend irritierend und letztlich ärgerlich..
Die Idee, Adolf Hitler im Hier und Jetzt aufwachen zu lassen ist natürlich eine tolle Idee,
die mich auch im ersten Drittel des Buches interessiert hat. Zunehmend irritierend und
letztlich ärgerlich empfand ich jedoch Passagen, in denen offensichtlich Timur Vermes
seine eigenen Ansichten Hitler in die Gedanken legt ? so etwa beim Nachdenken über die
Frage, ob Bücherlesen bildet.
Was bleibt übrig, wenn das Buch einige Tage lang gelesen am Tisch liegt? Das schale Gefühl,
dass das Verbrecherische am Faschismus nicht wirklich durchkommt und die Koketterie mit
dem Gedanken, dass ein Hitler heute wieder gut ankommen würde (weil er die ?Wahrheit? sagt
und die anderen Politiker Lügner sind).
Rezensionen von HEYN Leserunde, Manfred Kohl:
Polarrot von Patrick Tschan
Vorweg: für mich ein wunderbares Buch! Gut erzählt, spannend, zeitgeschichtlich interessant und anregend ...
Vorweg: für mich ein wunderbares Buch! Gut erzählt, spannend, zeitgeschichtlich interessant und anregend. Abgesehen vom vermittelten Feeling für die Nazizeit ist für mich der Dialog zwischen dem Pfarrer und J. Breiter über Gott und Luzifer einer der Höhepunkte.
im Shop ansehen weitere Rezensionen von HEYN Leserunde, Manfred KohlRezensionen von Harald Kogler:
Die Tigerfrau von Obreht Téa
.....kurzweilig zu lesen.
Die junge Schriftstellerin mit ihren einprägenden Kinderjahren in unserer Nachbarschaft holt mir mit ihrem fantasievollen Roman die Balkankriege in volle Erinnerung. Als Realist versuche ich die Orte in ihrem Roman in Verbindung mit der Geografie zu bringen. Wunderschön auch die 40 ersten Tage einer Seelenwanderung gerade jetzt zwischen Ostern und Christi Himmelfahrt.
Einfach und kurzweilig zu lesen.
Rezensionen von Harald Kogler:
Hotel Nirgendwo. von Bodrozic Ivana
Eine Erzählung ohne eigentliche Höhepunkte, in der Sprache einer Gymnasium-Oberstufenschülerin; konnte mich daher nicht fesseln
Ein Buch das wieder einmal unsere Nähe zum Balkankrieg in Erinnerung ruft. Vermutlich mit vielen autobiographischen Bezügen lässt Ivana Bodrozic die Hauptdarstellerin ihre Geschichte erzählen.
Die Geschichte einer Vertreibung, das Warten auf den Vater und das Hoffen auf eine eigene Wohnung . Es geht um ihre Jugend unter diesen Umständen, eine Aufarbeitung ihrer Erfahrungen, eine Dokumentation eines Einzelschicksals in und nach diesem Krieg.
Eine Erzählung ohne eigentliche Höhepunkte, in der Sprache einer Gymnasium-Oberstufenschülerin; konnte mich daher nicht fesseln.
Rezensionen von Harald Kogler:
Er ist wieder da von Vermes Timur
Es stellt sich die Frage, ob man mit Hitler Spaß haben kann? Kann man, insbesondere weil der Autor jüdische Wurzeln hat
Die Erzählung in der ersten Person ist amüsant.
Ja, die Dialoge bringen einen zum Lachen, insbesondere wenn man sich den Tonfall dazu vorstellt.
Amüsant auch die Beurteilung und Einschätzung der Politiker der Gegenwart.
Die Geschichte ist in der heutigen Medienwelt wunderbar angekommen.
Allerdings stellt sich die Frage, ob man mit Hitler Spaß haben kann.
Kann man, insbesondere weil der Autor jüdische Wurzeln hat.
Rezensionen von Harald Kogler:
Polarrot von Patrick Tschan
Mir persönlich haben verschiedene Details gefehlt - die ganze Erzählung findet an der Oberfläche statt
Das Buch kommt mir wie ein Theaterstück in 4 Akten vor, wobei der 3 Akt - sein 2 ½ jähriger Aufenthalt im KZ - weggelassen wird.
Polarrot beschreibt die Entwicklung eines armen Bauernjungens über den bauernschlauen Verkäufer bis hin zum Menschenschmuggler.
Eine Aneinanderreihung von unterschiedlichen Geschichten, die auch von verschiedenen Personen dargestellt werden könnten.
Mir persönlich haben verschiedene Details gefehlt.
Die ganze Erzählung findet an der Oberfläche statt und zum Drüberstreuen gibt es am Ende noch ein HAPPY END.
Rezensionen von HEYN Leserunde, Maria Dörfler:
Hotel Nirgendwo. von Bodrozic Ivana
Mit der ganz speziellen, teilweise kunstvoll einfachen Sprache wird große Eindringlichkeit und Traurigkeit erzeugt
Es ist mir sehr schwer gefallen, dieses Buch zu lesen.
Ich konnte es nicht als ein Stück Literatur lesen, sondern es ist für mich eine Form eines Tagebuches eines Kindes, das die vergleichsweise ?harmlosen? Folgen einer furchtbaren Zeit in einem unserer Nachbarländer unmittelbar erlebt. Mit meinem nicht allzu detailreichen Wissen über die Geschehnisse dieses Krieges, die Gräuel, über die wir nicht zu viel Genaues wissen wollen ? steht das Buch in Einklang und zugleich in einem seltsamen Kontrast;
Einerseits verdrängt das Kind so gut es geht möglichst Vieles, kämpft um die kleinen täglichen Freuden wie Freundschaften, Lachen, Vergnügen, begeht die kleinen täglichen Gemeinheiten an MitschülerInnen ? um zu überleben.
Andrerseits brechen die schrecklichen Bilder immer wieder auf, Flashbacks, die ihr Leben bedrohen.
Mit der ganz speziellen, teilweise kunstvoll einfachen Sprache wird große Eindringlichkeit und Traurigkeit erzeugt ? für mich sehr bedrückend.
Rezensionen von HEYN Leserunde, Maria Dörfler:
Senatsreserve|Ein Provinzroman von Bock Thilo
Der Untertitel Ein Provinzroman trifft aus meiner Sicht sehr gut Stimmung, Inhalt und Verlauf der Geschichte.
Da ist Vieles drin: Schilderung der sehr engen Kleinbürgerlichkeit in einem ziemlich abgeschlossenen Stück Welt. Kleingärten, kleine Freuden, kleine Geheimnisse, kleine Tragödien und Überlebenskampf vieler, teils einsamer Menschen.
Die Protagonisten Horn und Grube sind etwas anders ? bereit, andere Wege zu gehen und so doch etwas zu erleben, wobei Horn im ?geschäftlichen? Bereich der Aktivere ist
Allerdings entgleitet ihnen die Kontrolle nach und nach ziemlich.
Grube in seinen privaten Verstrickungen, Horn ? und im Schlepptau der viel jüngere Grube im Laufe ihrer Recherchen, die sie in immer zwielichtigere Milieus führen.
Ein unvermeidlich sich abzeichnendes katastrophales Ende wird durch teils groteske, ganz unglaubwürdige Entwicklungen verhindert und es kommt zu einem komödienhaften, slapstick artigen, offenen Ausgang.
Diese Veränderung wirkt sich auch im Stil aus, der von ganz brav bürgerlich dem Verlauf der Geschichte entsprechend derb, flapsig, teils witzig wirkt. Das Tempo der Geschichte wechselt von gemächlich, ein wenig langweilig zu großer Geschwindigkeit, bis sich die Ereignisse überstürzen.
Gefühle werden wenig angesprochen, wenn sie auch für den Verlauf der Geschichte zumindest bei Grube durchaus eine Rolle spielen. Bei Horn und den anderen erfahren wir davon so gut wie nichts, was durchaus für die ältere Generation, die die Zeit von 33 bis 45 erlebt und verdrängt hat, typisch sein mag.
Teilweise sind die Dialoge sehr witzig, es gibt allerdings auch Längen, vor allem im ersten Teil. Die Dialektteile haben mir sehr gefallen ? nach einiger Mühe beim Einlesen.
Die Geschichte muss sich gut zum Vorlesen eignen ? wenn es jemand gut kann.
Einige Vorschläge: Übersichtliche Erklärung der Abkürzungen wäre hilfreich
Ebenso für einige spezifisch berlinerische Ausdrücke
Plan vom Ort des Geschehens würde mir sehr gefallen!
Rezensionen von HEYN Leserunde, Maria Dörfler:
Der Russe ist einer, der Birken liebt von Grjasnowa Olga
Es ist zweifelsfrei ein starkes Buch. Ich werde es nochmals lesen
Nach der euphorischen Einleitung des Jounalisten Krekeler und dem Bild der wirklich schönen Autorin ging ich mit ganz großen Erwartungen ans Lesen des von der Inhaltsangabe her für mich sehr ansprechenden Romans.
Trotz einiger Irritationen habe ich das Buch fast in einem Zug durchgelesen ? sicher eine große Qualität.
Aber da sind auch die Brüche: wenn nach poetischen, starken Passagen ein Bruch da ist und einige Sätze einfach Gemeinplätze sind, hat mich das fast unangenehm berührt. Vielleicht ist die Beschreibung der Gräuel, die Flashbacks zu schlimm, um die Banalitäten der Alltagsbeschreibung danach zu ertragen. Es ist ja auch ein Alltag, der schlecht gelingt ? die Beziehung zwischen Mascha und Elias ist ja eine, die vermutlich gescheitert wäre, weil die Traumatisierungen zu stark sind ? wahrscheinlich hält das nur jemand aus, der Ähnliches erlebt hat ? aber mit einem Traumatisierten ist Heilung auch schwer oder nicht möglich?Also im Grunde eine aussichtslose Situation, hoffnungslos.
Und doch gibt es diese schönen, poetischen Stellen. Ich habe das Buch schon Anfang Jänner gelesen ? dann schnell weggelegt und nichts aufgeschrieben. Ich kann mich heute an Vieles nicht erinnern ? ich habe Vieles verdrängt, musste es wahrscheinlich verdrängen und bin an Kleinigkeiten hängen geblieben.
Es ist zweifelsfrei ein starkes Buch. Ich werde es nochmals lesen.







