Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Mabla59 :
Solange ein Streichholz brennt von Christian Huber
Intensiv berührend
Meine Bewertung bezieht sich auf das Hörbuch "Solange ein Streichholz brennt" von Christian Huber, hervorragend gelesen von Robert Stadlhober und Maria Wörthmann
Alina arbeitet für einen großen Fernsehsender. Für eine Reportage sucht sie Menschen, die aus irgendwelchen Gründen obdachlos sind und auf der Straße leben.
Dabei trifft sie auf Bohm und seinen kleinen Hund Fox.
Auch mit einem hohen Geldbetrag kann sie ihn nicht überreden, sich als Interviewpartner zur Verfügung zu stellen. Erst als sein Hund in einer Tierklinik behandelt werden muss, ist er bereit mit Alina zu reden um die Behandlung bezahlen zu können.
Nach und nach bekommt Alina Zugang zu Bohm und sie beginnt, sich zu fragen, was dazu geführt hat, dass dieser emphatische Mensch auf der Straße lebt. Mit sehr viel Gefühl und eindringlichen Worten erzählt Christian Huber, wie es geschehen kann, dass man durch gewisse Umstände und eine falsche Entscheidung völlig aus der Bahn geworfen wird.
Ein unglaublich berührendes Buch. Ohne großartige Klischees und den erhobenen Zeigefinger.
Einfach nur gut!
Rezensionen von BarbaraM:
Fünf, sechs, sieben, acht von Ewald Arenz
Über das Loslassen und Wiederfinden
Als begeisterte Leserin von Ewald Arenz habe ich mich sehr auf seinen neuen Roman „Fünf, sechs, sieben, acht“ gefreut. Und wieder einmal hat mich der Autor vollkommen überzeugt. Ewald Arenz besitzt die besondere Gabe, von den großen Fragen des Lebens zu erzählen, ohne laut werden zu müssen. Seine Geschichten leben von den leisen Tönen, von seinen Figuren und von einer Sprache, die mich jedes Mal aufs Neue begeistert.
Im Mittelpunkt steht Anton, ein 60-jähriger Tänzer, der sein Leben lang für seine Leidenschaft gelebt hat. Als ihm eine berufliche Enttäuschung widerfährt, gerät vieles ins Wanken. Gleichzeitig holen ihn Erinnerungen an eine große Liebe ein, die vor vielen Jahren plötzlich aus seinem Leben verschwand. Er macht sich auf die Suche nach Antworten und begibt sich auf eine Reise, die weit mehr ist als nur eine Reise in ein anderes Land.
Ewald Arenz gelingt es erneut, seine Figuren mit großer Wärme und Menschlichkeit zu zeichnen. Besonders die Beziehung zwischen Anton und Emma hat mich sehr berührt. Ihre Konflikte, ihre Verletzungen, aber auch ihre Verbundenheit wirken authentisch und lebensnah. Ich konnte ihre Gedanken und Gefühle jederzeit nachvollziehen und habe sie während des Lesens gerne begleitet.
Was mich besonders beeindruckt hat, ist erneut das außergewöhnliche Sprachgefühl des Autors. Seine Sprache ist feinfühlig, präzise und poetisch, ohne jemals kitschig zu werden. Er schafft es, selbst alltägliche Momente mit Bedeutung zu füllen und den Leser ganz nah an seine Figuren heranzuführen. Genau das liebe ich an seinen Romanen so sehr.
Darüber hinaus erzählt „Fünf, sechs, sieben, acht“ von Vergänglichkeit, vom Älterwerden, von verpassten Chancen und von der Frage, ob es jemals zu spät ist, sein Leben neu zu betrachten. Diese Themen behandelt Ewald Arenz mit großer Sensibilität und einer beeindruckenden Menschenkenntnis.
Rezensionen von Mabla59 :
Elbland von Claudia Rikl
Vergangenheitsbewältigung
Es ist März und ich habe mein erstes, persönliches Jahreshighlight gelesen.
Mit "Elbland" hat Claudia Rikl ein sehr berührendes, gefühlvolles Buch über Familie, Zurückweisung und Schweigen, bzw. "nicht miteinander reden", geschrieben.
Der Schreibstil liest sich leicht und trotzdem musste ich oft inne halten und das Gelesene "sacken" lassen.
Es ist die Geschichte von Nina. Als ihre Mutter stirbt, die zeitlebens an Depressionen litt, begibt sie sich auf eine Reise in deren Vergangenheit.
Der Prolog beginnt mit der Reise nach Böhmen, dem letzten gemeinsamen Familienurlaub mit ihrer Schwester Katja.
Anschließend wird die Handlung in drei Zeitebenen erzählt. Von 1945 über 1987 bis in die Gegenwart.
Weil mir der Schreibstil irgendwie bekannt vorkam habe ich etwas "nachgeforscht" und festgestellt, daß Claudia Rikl das Buch "Wellenkinder", welches mir ebenfalls sehr gut gefallen hat, unter ihrem Pseudonym Liv Marie Bahrow geschrieben hat
Uneingeschränkte Leseempfehlung
Rezensionen von M:
People in Love von Claire Daverley
Berührende Liebesgeschichte
Nach neun Jahren macht Robin Nora, die eigentlich nie heiraten wollte, einen Heiratsantrag und Nora stimmt zu. Genau zur Verlobungsfeier taucht Noras langjähriger Kinder- und Jugendfreund auf, der vor 12 Jahren von zu Hause weggegangen ist und viele ungeklärte Gefühle bei Nora hinterlassen hat. People in Love liest sich als leichte, berührende Liebesgeschichte, bei der man anfangs den Eindruck hat, dass Nora gefühlsmäßig zwischen zwei Männern steht, dem sesshaften, verläßlichen Robin und dem Abenteurer Bren.
Auch das Cover des Buchs ist so schön bunt gestaltet, dass man eine leichte Liebesgeschichte erwartet. Im Laufe der Geschichte stellt sich aber heraus, dass hinter der Geschichte von Nora und Robin, von Bren und Nora, von deren befreundeten Müttern und Brens verstorbenem Vater viel mehr steckt. Ich habe mit manchen Gefühlsregungen kämpfen müssen,beim lesen des Buchs.
Rezensionen von Tintenteufel:
OTTO fährt los - Eine Reise nach England von Madlen Ottenschläger
Liebenswertes Reiseabenteuer
Reisebus Otto ist wieder auf großer Tour und darf seine neue Ferienfamilie nach England begleiten! Erneut ist es Madlen Ottenschläger und Stefanie Reich gelungen, eine liebevoll erzählte und wunderschön illustrierte Reisegeschichte zu erzählen, in der Kinder ab 4 Jahren kleine Abenteuer erleben und zugleich viel über das Land lernen: Stonehenge, Cornwall und Tintagel Castle liegen auf der Reiseroute und natürlich müssen auch typisch britische Gewohnheiten wie die Scones zum 5 o`clock-Tee ausprobiert werden.
Alles wird mit einem kleinen Augenzwinkern und viel Liebe zum Detail erzählt und gezeichnet, so dass die kleinen Leser immer etwas Neues entdecken und sich so fühlen können, als wären sie mittendrin dabei. Außerdem können sie mit dem kleinen Bus Otto mitfühlen, der ein mindestens gleichwertiger Protagonist und genauso aufgeregt ist wie seine Mitreisenden.
Ganz nebenbei lernen die kleinen Leser schon ein paar Worte Englisch und können die Route auf der kleinen Landkarte verfolgen. So kann die nächste Tour gerne bald kommen, entweder mit der eigenen Familie oder im nächsten Band der tollen Reihe ‚Otto fährt los‘.
Rezensionen von Tintenteufel:
Fermentieren – Twist your Taste! von Nadine Schünemann
Kompendium des Fermentierens
Nadine Schünemann gibt in ihrem Fermentations-Buch Informationen und Anregungen für jeden Interessenten: Anfänger können die Grundlagen lernen und erfahren ganz viel über den Fermentationsprozess an sich, sinnvolle Hilfsmittel, die Entwicklung eines Fermentes, seine Haltbarkeit und seine gesundheitlichen Vorzüge.
In zahlreichen Rezepten für Basisfermente können sie testen, Getreide, Gemüse und Obst zu fermentieren sowie Kefir und Kombucha anzusetzen. Für Fortgeschrittene ist vor allem der zweite Teil des Buches interessant, denn hier bekommen sie viele Anregungen für die kulinarischen Einsatzmöglichkeiten, so dass es überraschend einfach gelingt, Fermentiertes in den Alltag einzubauen. Obwohl ich schon ein wenig Erfahrung mit Fermenten habe, war ich wirklich überrascht, was alles möglich ist.
Die Inhalte werden optisch ansprechend in guten Fotos veranschaulicht, kurze Steckbriefe verraten die wichtigsten Informationen und Mix & Match-Ideen potenzieren die gesundheitlichen Wirkungen ebenso wie die kulinarischen Möglichkeiten! Interessante Tabellen vergleichen verschiedene Fermentationsmethoden und veranschaulichen die Auswirkungen der Fermentation auf die biologische Verfügbarkeit bestimmter Lebensmittel.
Mir gefällt dieses umfangreiche Kompendium des Fermentierens und insbesondere die Verknüpfung von theoretischem Wissen mit praktischer Umsetzung in der Küche! So fällt es nicht mehr schwer, mehr Fermente in den eigenen Küchenalltag einzubauen; im Dienste der Gesundheit und für mehr Genuss! Perfekt!
Rezensionen von Mabla59 :
Dunkelmann von Lars Findsen; Jacob Weinreich
Erster Einsatz für Birk und Hartmann
Für "Dunkelmann" arbeitet der Autor Jakob Weinreich mit dem ehemaligen Chef des dänischen Geheimdienstes zusammen.
Es ist der Auftrag zu einer Reihe um die Geheimdienstagenten Maya Birk und Daniel Hartmann.
Kurz vor dem Besuch einer chinesischen Delegation nach Kopenhagen stößt Daniel Hartmann auf eine Ungereimtheit.
Ein Delegationsmitglied verwendet eine falsche Identität. Daniel Hartmann startet eine Untersuchung, um herauszufinden, was dahintersteckt Maja Birk, die gerade erst von gefährlichen Einsatz kommt, hilft ihm dabei. Sie stoßen auf Hinweise Hinweise, dass die Chinesen Interesse an Grönland und einem Forschungsprojekt zum Nordpolarmeer haben.
In Grönland spitzen sich dann die Ereignisse zu.
In diesem Buch trifft Fiktion auf brisante Aktualität.
Statt des amerikanischen Präsidenten ist es hier die Großmacht China, die Ansprüche auf Grönland erhebt.
Man merkt, dass in dieses Buch und der Handlung Insiderwissen eingeflossen ist.
Der Schreibstil ist zwar flüssig und leicht lesbar, aber ist kein Agententhriller mit viel Action.
Es lebt von der Aktualität und dem realistischen Einblick in die Arbeit der Geheimdienste
Rezensionen von Shilo:
Der Traum des Minnesängers von Paul Weelen
Ein Dichter zwischen Ruhm und Verlust
Hier steht ein Mann im Mittelpunkt, dessen Leben von seiner Dichtung und einem Verlust geprägt ist, der ihn lange begleitet. Hendrik van Veldeke geht durch viele Jahre, in denen sich einiges verschiebt. Hoffnung, Zweifel, auch Enttäuschung liegen oft nah beieinander. Dazu kommt der Wunsch, mit eigenen Worten etwas zu hinterlassen, das bleibt.
Aus all dem entsteht das Bild eines Menschen, der sich durch eine unruhige Zeit bewegt und immer wieder neu sortieren muss, wo er eigentlich steht.
Höfe, Klöster und die Welt der Minnesänger tauchen immer wieder auf. Mal am Rand, mal mitten im Geschehen. Vieles wird nicht erklärt, sondern ergibt sich aus dem Verlauf der Geschichte. Gerade dadurch bekommt die Zeit etwas Greifbares, ohne dass es wie eine Erklärung wirkt. Hendrik bleibt dabei der Mittelpunkt, auch wenn die Welt um ihn herum groß und voll ist.
Im Vordergrund stehen keine großen Wendungen. Es sind eher kleine Schritte, Rückschläge, Pausen dazwischen. Besonders der Verlust seines Werkes taucht immer wieder auf und hängt über vielen seiner Entscheidungen. Der Ton bleibt ruhig, fast gleichmäßig, ohne große Ausschläge.
Hendrik selbst wirkt nicht wie eine Figur, die alles im Griff hat. Eher jemand, der oft reagiert statt plant. Man merkt seine Unsicherheit, auch den Wunsch gesehen zu werden. Vieles davon steht nicht direkt im Text, ergibt sich aber aus seinen Handlungen.
Zwischen Kirche und dichterischem Leben verläuft eine dauerhafte Spannung. Beide Seiten greifen ineinander, ohne dass eine klar gewinnt. Das prägt seinen Alltag stärker, als es einzelne Ereignisse tun.
Am Ende bleibt der Eindruck eines Lebens, das eng mit seiner Zeit verbunden ist. Historische Elemente und erzählte Freiheit mischen sich, ohne dass das auffällt. Es ist eine Geschichte, die ohne große Höhepunkte auskommt und gerade dadurch eine eigene Ruhe hat.
5 Sterne.
Rezensionen von peppi:
Tage am Fluss von Jochen Mariss
Sara und Leon
In dem Roman "Tage am Fluss" erzählt der Autor Jochen Mariss die Geschichte von Sara Harmsen, die als Fährfrau ein zurückgezogenes Leben am Rande eines Dorfes führt. Mit ihren Tieren lebt sie auf einem abgelegenen Hof. Sie hat sich eine stabile Ruhe aufgebaut, die ins Wanken gerät als Leon mit einer Kopfverletzung auf ihrer Fähre auftaucht und sie ihn bei sich aufnimmt.
Der Roman verbindet Naturbeobachtungen, Alltagsarbeit und emotionale Annäherung .Die Stimmung wird geprägt von Wetter und Landschaft.
Gleichzeitig werden aber auch große Themen aufgegriffen, wie alte Verletzungen, die Angst vor Nähe, die Sorge um die Umwelt und der Konflikt mit dem Dorf, als Sar und Leon sich gegen der Bau einer Brücke stellen.
Mir hat dieser Roman sehr gut gefallen. Die Protagonisten Sara und Leon, von denen man nach und nach mehr erfahren hat sind glaubhaft dargestellt.
Leseempfehlung!
Rezensionen von Gute_Laune:
Insel der Ratten von Jo Nesbø
Du hast die Wahl
Eine unvergleichliche Pandemie hat alles verändert. Es herrscht gnadenlose Endzeitstimmung. Jeder versucht, notfalls auch mit Gewalt, zu überleben. Jeder gegen jeden, selbst Familie zählt fast nichts mehr. So erlebt Colin Lowe, der sich auf die Insel der Ratten zurückgezogen hat, wie sein eigener Sohn Brad Mitglied einer Bande ist und selbst Colins besten Freund Will und dessen Tochter nicht verschont.
Und als Will auf Rache sinnt, ist klar, dass es um Leben und Tod gehen würd. Endgültig steuert alles zurück auf die Steinzeit zu.
Die Story ist knallhart und schonungslos. Das muss man verkraften können. Sie wird im Wechsel von Will und Yvonne, einem Mitglied der Straßengang Chaos, erzählt. Beide sind extrem unterschiedlich und haben doch so viel gemeinsam. In beiden Strängen gibt es überdeutliche Schilderungen brutalster Szenen. Mir gefällt das nicht. Ich finde es wesentlich besser, wenn es nur Andeutungen gibt und das Kopfkino arbeitet. Zudem wirkt diese Art der Schilderung einfach nur billig und reißerisch.
Die Psychospielchen einiger Figuren sind raffiniert. Gut und Böse vermischen sich im Endzeitszenario extrem und die Übergänge sind fließend. Ich hatte immer so ein wenig die Mad Max Filme vor Augen. Muss man im richtigen Moment und Kontext genießen, dann macht es auf gewisse Weise Spaß, ist großartige Unterhaltung. Schon aufgrund der vielen Gewalt kann ich mich mit keiner Figur wirklich intensiv anfreunden. Will ist da schon speziell. Er will Rache, bleibt aber durch und durch Jurist. Da mag man schon fast Winkeladvokat denken. Entsprechend läuft dann auch die Story auf einen ganz bestimmten Punkt zu. Absehbar? Vielleicht nicht so ganz. Überraschend? Auch nicht wirklich. Auf erschreckende Weise ist die Story einfach nur logisch.
Der Einband des Buches ist auffällig. Es ist diese Pappe, wie sie oft bei Kinderbüchern verwendet wird. Ehrlich gesagt gefällt mir das nicht. Dann lieber ein Taschenbuch. Der Preis für die 208 Seiten ist auch mutig, wie ich finde!
Oliver Siebeck und Jenny Laura Bischoff machen als Sprecher in der Hörbuchfassung einen guten Job. Gerade nordische Autoren höre ich oft lieber, als sie zu lesen. Hier hatte ich mal wieder die Gelegenheit, beide Varianten genießen zu können. Insgesamt kann ich doch noch vier Sterne geben, weil das Ende schon schlau eingefädelt ist.











