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Im Detail

Eine Million Kilometer durch Innsbruck

Autor: Gernot Zimmermann

Deutsch
2020 - Universitätsverlag Wagner

E-Book (EPUB)

inkl. gesetzl. MwSt.
20

&euro 9,99

Inhalt

Kurztext / Annotation
Eine Reise in die Vergangenheit Innsbrucks - lebendig in persönlichen Erinnerungen!

Gernot Zimmermann ist ab 1983 fast ein Vierteljahrhundert lang in Innsbruck als Taxifahrer unterwegs gewesen - nahezu ausschließlich in der Nacht. In dieser Zeit fuhr er 1.000.000 Kilometer mit dem Taxi durch Innsbruck und hat dabei mehr als 200.000 Fahrgäste befördert. Er führt uns mit seinem Taxi in das Innsbruck der frühen 1980er-Jahre zurück und erinnert an längst geschlossene Lokale ebenso wie an die eine oder andere 'Rotlicht-Größe'. In zahlreichen Anekdoten gibt Zimmermann einen humorvollen Einblick in den Alltag eines Innsbrucker Taxifahrers und zeigt auf, warum dieser Beruf mit keinem anderen zu vergleichen ist.

Gernot Zimmermann wurde 1962 in Innsbruck geboren und ist in den Stadtteilen Höttinger Au, Wilten, Reichenau und Amras aufgewachsen. Nach Abschluss seiner kaufmännischen Lehre hat Zimmermann 1983 den Taxiführerschein gemacht und war danach 24 Jahre lang als Taxifahrer in Innsbruck unterwegs, davon 17 Jahre hauptberuflich. Heute ist Gernot Zimmermann Journalist, Redakteur und Autor, in den vergangenen 19 Jahren war er unter anderem für das Nachrichtenmagazin ECHO, für die Privatradiosender Antenne Tirol und Radio U1 sowie für das Tirol TV tätig. Gernot Zimmermann lebt mit seiner Frau Ilse in Innsbruck.

Textauszug
"Kuriose Funksprüche"

zum Besten geben - bitteschön:

Dass eine "Funk-Taxi-Gesellschaft" ihren Fahrern die einzelnen Aufträge per Funk übermittelt, ist jetzt sicher keine große Überraschung. Das Funken hat sich jahrzehntelang bestens bewährt, die Wartezeit für die Kunden konnte dadurch drastisch reduziert werden und das ist im Taxigeschäft schon mal das Wichtigste. Trotzdem hat sich dieses System über die Jahre hinweg immer mehr verändert und modernisiert, heute werden die Aufträge längst per Datenfunk in die Taxis gesendet, richtig gesprochen wird eigentlich nur noch im Notfall.

Die Funkzentrale "2 77 11" war in der Salurner Straße 1 angesiedelt und residiert auch heute noch unter dieser Adresse. Wenn auch längst unter der Telefonnummer 5311, aber das ist eine andere Geschichte. In der Zentrale waren zu meiner Zeit ausschließlich Frauen beschäftigt - Frau Plattner, Frau Gasser und Frau Fritz sind auch heute noch den "alten Hasen" im Geschäft ein Begriff und ihre markanten Stimmen habe ich immer noch im Ohr. In meinen ersten Jahren hat es noch den sogenannten "offenen Funk" gegeben, das hat geheißen, jeder Taxler konnte die Kommunikation der Zentrale mit jedem Taxler mithören. Ein normaler Funkauftrag ist so abgelaufen, dass zuerst der der Adresse am nächsten liegende Standplatz aufgerufen wurde und sich dort der "Funk-Erste" gemeldet hat. Also sprach die Zentrale: "Hötting?" Der Funk-Erste meldete sich mit: "Wagen 49". "Wagen 49 in die Höhenstraße 5, Terrassenhaus." Und Wagen 49 quittierte mit einem "Höhenstraße 5, danke!" Das war's.

Dann hat es noch eine ganze Reihe von Lokalen gegeben, die mit einem sogenannten "Vor-Ruf" ausgegeben worden sind. Hat man als Taxler einen "Vor-Ruf" abgelehnt, dann ist man trotzdem Funk-Erster geblieben - ein "Vor-Ruf" war also so etwas wie eine Gratis-Chance. Es hat prinzipiell zwei Gründe für einen "Vor-Ruf" gegeben - entweder die ungünstige Lage eines Lokals oder sein Publikum waren nicht jedermann zumutbar. Manchmal hat ein Etablissement gleich beide Kategorien erfüllt. Das "Cafe Olympia" zum Beispiel - an der Ecke Amraser Straße/Burgenlandstraße hat man nur am Gehsteig parken können und das Publikum war auch ein - sagen wir - eher spezielles. Oder die "Bluatige Hack" in der Müllerstraße 2, eigentlich hat es "Anno 1900" geheißen und ist später als "Cafe Testarossa" bekannt geworden. Das "Testa" war dann übrigens über Jahre hinweg die einzige Lokalität Innsbrucks ohne Sperrstunde. War im Parterre Schluss, sind die Gäste in den Keller gegangen, ab 6 Uhr früh hat es dann im Parterre das Frühstück gegeben und die Gäste haben - eventuell nach einem warmen Croissant mit Butter und Marmelade - hemmungslos weitersaufen können.

Unmöglich anzufahren war auch die "Crazy Alm" in der Salurner Straße 1 - man konnte nur in zweiter Spur stehen bleiben und musste sich die Fahrgäste aus dem Keller heraufholen. Wie auch beim "Fohrenburg-Keller", der an derselben Adresse angesiedelt war. Weitere Lokale mit "Vor-Ruf" in loser Reihenfolge: "Die drei Musketiere" in der Innstraße - intern nannten wir das Lokal "Die drei Messerstecher", dessen Publikum war auch nicht jedem Taxler zumutbar. Der "Tote Hund" in der Altstadt auch nicht, so wurde das "Ischia-Stüberl" in der Seilergasse genannt. Zur "Kundler Bierhalle" hast du besser auch keinen langhaarigen Studenten hingeschickt, da waren die Troubles bereits vorprogrammiert. Und auch im "Südring-Stüberl" oder in den beiden Höttinger Edel-Schuppen "Glockengießer" und "Burenwirt" hatten viel zu viele Taxi-Kunden in unsichtbarer Tinte das Wort "Problem-Fahrgast" auf die Stirn tätowiert. Das hat auch für das Cafe "Prinz Eugen" in der Kärntner Straße, das Cafe "Bazillus" in der Amraser-See-Straße und auch für das "Safari" in der Mariahilfstraße gegolten. Das "Safari" oder auch die "Tangente" in der Brunecker Straße hatten schnell den Ruf weg, dass sie die "Haschisch

Beschreibung für Leser
Unterstützte Lesegerätegruppen: PC/MAC/eReader/Tablet

Buchdetails

Titel: Eine Million Kilometer durch Innsbruck
Verlag: Universitätsverlag Wagner
Erscheinungsjahr:2020
Sprache:Deutsch
264 Seiten
ISBN-13: 978-3-7030-6506-4

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