Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Marw76:
Verlorene Schäfchen von Madeline Cash
Humorvoll, aber auch mit ernsten Themen (Hörbuch)
Eigentlich könnte die Familie Flynn eine Vorbild-Vorstadt-Familie sein: Mutter, Vater und drei Töchter, sonntags geht man in die Kirche. Eigentlich. Denn die Flynns haben es schwer. Jeder für sich und alle miteinander.
Seit Mutter Catherine in einer Sinnkrise beschlossen hat, die Ehe zu öffnen, lebt Vater Bud im Auto in der Garage und findet in der Selbsthilfegruppe Zuflucht, die am wenigsten nach Sekte klingt: die Verlorenen Schäfchen.
Auch die Töchter suchen ihre Wege aus der familiären Lebenskrise: Die jüngste, Harper, ist sich sicher, dass sie einer großen Verschwörung auf der Spur ist. Louise befindet sich in einem ungünstigen Beziehungsstrudel mit ihrem fundamentalistischen Online-Lover, während die dritte im Bunde, Abigail, einen schweigsamen jungen Mann namens Kriegsverbrecher-Wes datet. Und all diese Fäden laufen ausgerechnet bei einem zwielichtigen Milliardär zusammen.
Der Klappentext hat mich irgendwie neugierig gemacht und, ich muss es zugeben, ich habe auch schon einiges über diese Geschichte gehört und wollte sie deshalb nicht missen. Und ich kann sagen, dass mich das Hörbuch gut unterhalten hat, mal was er humorvoll, dann aber auch wieder überraschend tiefgründig.
Der Schreibstil war sehr leicht und einfach zu hören und immer mit einer Prise Humor versehen. Bei einigen Themen hat mir dies auch richtig Spaß gemacht und ich musste öfters grinsen, aber manchmal war der Humor auch etwas drüber für einige ernstere Themen, aber dies ist natürlich auch immer Geschmackssache.
Die Geschichte wird aus Sicht von allem Familienmitgliedern erzählt und dies hat eine gelungene Abwechslung ins Hörbuch gebracht, sodass ich auch immer weiterhören wollte.
Es werden allerhand Themen in dieser Geschichte behandelt, es geht um Schönheitswettbewerbe, Arbeitgeber, Seitensprünge, queere Liebe und sogar düstere Themen wie die Machtposition der Reichen dieser Welt spielen am Ende eine Rolle. Insgesamt eine unterhaltsame Story.
Sehr gut gelesen wird diese von der Sprecherin. Anfangs musste ich mich kurz an die Stimme gewöhnen, aber je mehr sie gelesen hat, desto mehr hat sie zum Hörbuch gepasst und hat den feinen Humor zwischen den Zeilen sehr gut vorgetragen! Deshalb kann ich die Story gerade als Hörversion sehr empfehlen.
Rezensionen von Sina:
Ein unheimlich guter Mensch von Kirsten King
Weird Girl Fiction at its best!
Mit „Ein unheimlich guter Mensch“ hat Kirsten King einen Debütroman geschaffen, der sich wunderbar in den „Weird Girl Fiction“-Trend einreiht.
Lillian ist 29 Jahre alt, arbeitet in einem Marketingunternehmen und ist auf dem besten Wege Henrys feste Freundin zu werden - jedenfalls denkt sie das.
Als Henry jedoch unerwartet und auf höchst ungalante Art mit Lillian Schluss macht, beschließt sie im betrunkenen Zustand ihn mit einem Schadenzauber zu belegen. Am nächsten Tag ist Henry tot - und Lillian im Fokus der Ermittlungen.
Anfangs noch halbwegs nahbar entwickelt sich Lillian immer mehr zu einer Person, die mit voranschreitender Handlung zunehmend eskaliert und scheinbar komplett den Bezug zur Realität verliert. Egoistisch, selbstbezogen und durchweg unreflektiert können (oder wollen) sich wohl die wenigsten mit ihr identifizieren, doch genau dieser Aspekt macht es so spannend, die Geschichte aus ihrer Perspektive zu lesen.
Der Schreibstil von King ist klar und eindringlich, mit einer großen Portion schwarzem Humor. Die kurzen Kapitel haben bei mir zusätzlich zu einem regelrechten Lesesog geführt.
„Ein unheimlich guter Mensch“ ist ein wahnsinnig unterhaltsames Buch, das sicher nicht jedem zusagt. Wer Bücher mit absurdem Plot und „unhinged“ Protagonist:innen mag, wird dieses aber mit Sicherheit lieben!
Rezensionen von Marw76:
Eventyr-Saga 1: Tochter des Nebelwalds Eventyr-Saga von Gry Kappel Jensen
Märchenhaftes Hörbuch
Am Rande eines düsteren Waldes lebt Ava mit ihrer kleinen Schwester Linn und ihrem Vater. Das Leben ist hart und die Familie hungert. Als der Vater spurlos verschwindet, irren die Schwestern alleine umher und finden schließlich Unterschlupf bei der unheimlichen Nebula, die tief im Wald in einer alten Kate haust.
Sie sorgt wie eine Mutter für die Schwestern, doch warum nur hält sie die kleine Linn in ihrer Kammer gefangen? Und wer sind all die anderen Kinder, die bei ihr leben? Ava beschleicht ein schrecklicher Verdacht: Ist Nebula eine Hexe?
Auf dieses Hörbuch war ich sehr gespannt, das Cover ist ganz wunderbar und märchenhaft und der Klappentext weckte schnell meine Neugier. Ich lese und höre unheimlich gerne solche Märchenadaptionen und diese Geschichte, die an "Hänsel und Gretel" erinnert hat viel Spaß gemacht.
Die Geschichte ist sehr atmosphärisch und schön geschrieben, vorallem der Anfang erinnert sehr an das Märchen ums Hexenhäuschen. Sehr leicht und einfach verständlich kann man sich ganz auf die Geschichte konzentrieren. Dennoch ist das Buch nichts für Kinder, da es hier schon einige unheimliche und gruselige Szenen gibt.
Der Anfang und der Schluss der Geschichte haben mir richtig gut gefallen, der Mittelteil war ebenfalls unterhaltsam, aber ich meine das ein-oder andere hätten man hier auch kürzen dürfen. Nichtsdestotrotz hat mir die Grundidee richtig gut gefallen wer in der Geschichte denn nun eigentlich gut und wer böse ist.
Mit der Sprecherin musste ich, zugegeben, erst warm werden. Sie hat eine etwas verwaschene Stimme und vorallem wie sie das "sch" ausspricht hat mich irgendwie zunächst irritiert. Aber je mehr ich gehört habe, desto besser und märchenhafter fand ich die Stimme und muss am Ende sagen, dass sie sehr gut zum Hörbuch gepasst hat und das ganze noch ein wenig mystischer und atmosphärischer gemacht hat.
Rezensionen von flyingmouse88:
tiptoi® Abenteuer Großwerden - Smilla lernt ein gutes Miteinander von Sandra Grimm
Miteinander statt Gegeneinander
Dieses Tiptoi-Buch überzeugt erneut als gelungener Teil der Reihe und vermittelt Kindern auf spielerische Weise wichtige Themen rund um ein gutes Miteinander und den Umgang mit Gefühlen. Besonders für jüngere Kinder ist es sehr gut geeignet, da die Seiten nicht überladen sind und stattdessen mit liebevollen, detailreichen Illustrationen zum Entdecken einladen.
So gibt es auf jeder Doppelseite viel zu sehen und immer wieder Neues zu entdecken.
Die Bedienung mit dem Tiptoi-Stift ist wie gewohnt kindgerecht gestaltet: Die Symbole sind klar erkennbar, übersichtlich platziert und dadurch schnell wiederzufinden. Das sorgt für eine einfache und selbstständige Nutzung durch die Kinder.
Inhaltlich greift das Buch alltagsnahe Situationen auf, etwa das Teilen von Spielzeug oder das Versöhnen nach einem Streit. Dadurch werden soziale Fähigkeiten auf eine verständliche und nahbare Weise vermittelt. Die Figur Smilla erlebt dabei verschiedene Gefühle und macht eine nachvollziehbare emotionale Entwicklung durch, was Kindern hilft, eigene Emotionen besser einzuordnen.
Ein besonderes Highlight ist das integrierte Hörspiel am Ende des Buches, das mit Dialogen und guter Vertonung zusätzlich zum Zuhören und Verstehen einlädt und das Lernerlebnis abrundet.
Insgesamt ist es ein sehr stimmiges, interaktives Lernbuch, das durch die Kombination aus Bild, Ton und Handlung überzeugt und Kindern einen leichten Zugang zu wichtigen sozialen Themen ermöglicht.
Rezensionen von Kathie:
Nebelbeute von Benjamin Cors
Spannung bis zur letzten Seite
Der Thriller „Nebelbeute“ von Benjamin Cors ist der dritte Band der Reihe um die Ermittlungsgruppe „Gruppe 4“.
Die Ermittlerin Mila Weiß verfolgt auf eigene Faust die Spur von Johannes Toblach, einem Kindesentführer aus dem vorherigen Band. Ihre Suche führt sie in ein abgelegenes, verschneites Bergdorf.
Dort wird eine grausam inszenierte Leiche entdeckt, und kurz darauf verschwindet Mila selbst.
Das Buch hat mich direkt gepackt. Die Atmosphäre ist richtig düster, und bei dem abgelegenen Dorf hatte man ständig das Gefühl, dass etwas nicht stimmt. Mila fand ich als Hauptfigur sehr interessant.
Ständig tauchten neue Verdächtige und offene Fragen auf, sodass man unbedingt weiterlesen wollte. Auf dem Weg zur Auflösung blieb vieles offen und unvorhersehbar. Die Ermittlungsarbeit der Gruppe 4 gefiel mir sehr, weil sich nach und nach die einzelnen Puzzleteile zusammenfügten.
Das Finale hat mich noch einmal richtig gepackt. Ich lag mehrmals falsch mit meinen Verdächtigungen, und die Auflösung konnte mich wirklich überraschen. Die Szenen waren unglaublich spannend und sehr bildhaft beschrieben. Auch das Zusammenspiel der Gruppe 4 hat mir wieder gut gefallen.
Insgesamt war „Nebelbeute“ für mich ein atmosphärischer Thriller mit vielen Wendungen, der die Spannung bis zur letzten Seite aufrechterhalten konnte.
Rezensionen von HEYN Leserunde, Marianne Schaffer-Schellander:
Guten Morgen, schönes Wetter heute von Tanja Kokoska
Ein bisschen Mut tut gut!
In einem leichtfüßigen Ton erzählt Tanja Kokoska, wie selbst kleine Schritte zu großen Wirkungen führen können. Der Alltag in einer Vorstadtsiedlung muß nicht trostlos sein, wenn es nur Menschen gibt, die
sich beherzt für ihre Mitmenschen einsetzen und dabei auf sich selbst nicht vergessen.
Schon ein Anruf, eine kurze Begegnung, hinschauen statt wegschauen können Leben nachhaltig verändern. Die Autorin zeichnet liebevoll Einzelschicksale, die durch eine Notsituation zusammengeführt werden. Das macht Mut, eigene Trägheit oder Vorurteile zu überwinden.
Wie das gehen könnte, ist in diesem Roman nachzulesen.
Rezensionen von Eternal-Hope:
Cultish. Fanatische Sprache und woran wir sie erkennen von Amanda Montell
Unterhaltsam und interessant
In ihrem neuen Buch "Cultish" widmet sich Amanda Montell, die sich auch in ihren vorigen Büchern schon mit interessanten psychologischen Phänomenen auseinandergesetzt hat, der Verbindung zwischen Sprache und destruktiven Kulten. Anhand historischer Beispiele bekannter Sekten wie Scientology oder Peoples Temple, aber auch moderner Beispiele zu Pyramidensystemen, Multi-Level-Marketing, Fitnessgurus und Influencern mit sektenhaften Zügen zeigt sie auf, wie es Organisationen schaffen, Anhänger zu gewinnen, an sich zu binden und für ihre Zwecke auszubeuten.
Es ist ein persönliches und gut recherchiertes, umfangreiches Buch, in dem man viel über diese Themen lernen kann und das ich gerne gelesen habe.
Rezensionen von Gute_Laune:
Die Mitternachtsreise,1 Audio-CD, 1 MP3 von Matt Haig
Eine Reise mitten in mein Herz!
Wilbur Budd ist Anfang 80 und gerade hat seine große Liebe nach so vielen Jahren bei ihm angerufen. Doch er wird nicht herausfinden, ob sie sich wieder annähern können, denn Wilbur landet unversehens in einem ganz besonderen Zug. Darin wartet Agnes Bagdale auf ihn. Jene Frau, die eine Buchhandlung hatte, als er ein Kind war.
Mit dem Zug reist er durch sein bisheriges Leben und Wilbur merkt schnell, dass er vieles gerne anders, besser gemacht hätte.
Matt Haig hat eine unbeschreiblich intensive Art, über Dinge zu schreiben, die bewegen. Statt dass, wie man so oft sagt, das Leben vor Wilburs innerem Auge noch mal vorbeizieht, erlebt er alles in einem Zug, kann nicht selbst bestimmen, welche Situationen er näher betrachten kann, darf oder muss. Natürlich sind es deshalb nicht nur die schönen Momente, sogar auch genug jener, die er gern ganz vergessen oder nie erlebt hätte.
Man mag glauben, dass die Story deshalb düster und depressiv ist, doch das Gegenteil ist der Fall. Selbst in den ergreifendsten Momenten gibt es immer einen Trost, immer ein Licht, immer auch etwas zu Lachen. Es ist eine unglaublich zärtliche Geschichte, die eine noch unglaublichere Sogwirkung hat. Dazu kommt, dass die Aufmachung des Buches enorm liebevoll ist. Es gibt tatsächlich Elemente, die im Dunkeln leuchten! Auch das auf dem Vorsatzblatt aufgedruckte Ticket hat seine eigene Wirkung. Allerdings verwirrt es mich auch ein wenig, das das Datum keinen Bezug zur Story hat und zudem kein Sonntag, wie aufgedruckt, ist.
Ein besonderes Element sind die vielen Bücher, auf die sich Matt Haig seine Figuren beziehen lässt. Das ist eine der Verbindungen zur Mitternachtsbibliothek. Doch keine Angst, es ist ein komplett anderes Buch, wenn auch hier der Tod und was danach kommt ebenfalls eine Rolle spielt.
Die Reise mit Wilbur durch die Stationen seines Lebens ist bewegend, auch mal lustig, hin und wieder traurig, und vor allem sehr aufschlussreich. Wie er erkennt man, wo und warum er falsch gehandelt hat. Automatisch wünscht man sich für ihn und Maggie ein Wunder.
Das Buch ist unfassbar tröstlich und bewegt zum Nachdenken über das eigene Leben und Handeln. Es ist nie zu spät, den Weg zu korrigieren. Ich lege dieses Buch jedem ans Herz und gebe die vollen fünf Sterne. Und Christoph Maria Herbst, den ich als Schauspieler so gar nicht mag, als Sprecher aber liebe, bekommt ein ganz dickes Lob und ein großes Danke von mir! Übrigens leuchtet die Schrift auf dem Buch-Cover im Dunkeln. Das sieht wunderschön aus!
Rezensionen von Lerchie:
Der Mallorca Mord Club - Tödliche Hitze von Laura Nieland
Die Tote in der Sauna
Marie, die auf Mallorca in einem Hotel angestellt ist, entdeckt zu ihrem Entsetzen eine Tote in der hoteleigenen Sauna. War es ein Unfall? Die Polizei geht davon aus, denn es stellt sich heraus, dass die Frau an einem Herzversagen wegen Überhitzung gestorben ist. Doch Marie glaubt nicht an einen Unfall.
Doch wer ist der Mörder? Der pensionierte Kommissar Christain hilft ihr bei den Ermittlungen, obwohl er eigentlich hier seinen Ruhestand genießen will. Doch gemeinsam suchen sie nach der Wahrheit.
Meine Meinung
Das Buch ließ sich sehr gut lesen, denn es kamen keine Unklarheiten darin vor. In die Geschichte bin ich schnell hineingekommen und konnte mich auch ganz gut in die Protagonisten hineinversetzen. Marie, die die Tote gefunden hat, arbeitet eigentlich dort, um für eine eigene Bar zu sparen, denn deshalb ist sie nach Mallorca gekommen. Sie ist überzeugt, dass es kein Unfall war, und etwas Bestimmtes deutet auch sofort darauf hin. Sie hat es der Polizei gesagt, aber die sind darüber hinweggegangen. Und so macht sich Marie auf, selbst zu ermitteln und stellt fest, dass auch Christian, ein pensionierter Kommissar, wie sie erfährt, derselben Ansicht ist wie sie. Gemeinsam versuchen sie die Sache aufzuklären. Das Buch ist spannend geschrieben. Es hat mir gut gefallen, ist auch nicht sehr dick mit gerade mal etwa 200 Seiten auf dem E-Book-Reader. Auch hat es mich gefesselt, und ich war überrascht, als sich gegen Ende herausstellte, wer die Frau ermordet hatte. Ich hätte nicht unbedingt auf diese Person getippt, auch wenn sie mir ein bisschen verdächtig war. Das Buch empfehle ich gerne weiter und vergebe vier Sterne.
Rezensionen von Francesca :
We Who Will Die von Stacia Stark
Gute Ideen, aber leider mehr Verwirrung statt Lesegenuss - 2,5 Sterne
Mit diesem Buch bin ich aufgrund der vielen begeisterten Rezensionen und hohen Bewertungen mit entsprechend hohen Erwartungen gestartet. Leider konnte die Geschichte diese Erwartungen für mich über weite Strecken nicht erfüllen.
Mein größtes Problem war der Einstieg. Die ersten 30 % des Buches empfand ich als äußerst verwirrend und unstrukturiert.
Man wird direkt in die Handlung geworfen, ohne ausreichend Orientierung zu erhalten. Die Hintergründe der Welt werden nur angedeutet, zahlreiche Figuren und Orte werden eingeführt, ohne dass ihre Bedeutung klar wird, und wichtige Zusammenhänge bleiben lange unverständlich. Zusätzlich erschwerte der Schreibstil den Einstieg, da immer wieder zwischen Gegenwart und Vergangenheit gewechselt wird. Da ich bereits Schwierigkeiten hatte, die aktuelle Handlung einzuordnen, sorgten diese Rückblenden eher für zusätzliche Verwirrung als für mehr Tiefe.
Tatsächlich habe ich das Buch mehrfach zur Seite gelegt und erst im dritten Anlauf vollständig konsumiert. Die ersten 30 % hätten für mich kaum mehr als einen Stern verdient.
Ab etwa 30 % wurde die Geschichte etwas zugänglicher. Nach und nach verstand ich zumindest die wichtigsten Figuren und einige Hintergründe besser. Dennoch musste ich häufig Szenen wiederholen, um Zusammenhänge nachvollziehen zu können. Selbst am Ende des Buches hatte ich nicht das Gefühl, wirklich alle Verbindungen zwischen den Figuren verstanden zu haben.
Zwischen 45 % und 65 % begann die Geschichte schließlich, mich zumindest stellenweise zu unterhalten. Einige Dynamiken zwischen den Charakteren funktionierten besser, einzelne Szenen konnten mich überzeugen und das Lesen beziehungsweise Hören fühlte sich nicht mehr dauerhaft anstrengend an. Ab ungefähr 65 % nahm die Handlung für mich deutlich Fahrt auf. Die Dialoge wurden stärker, die emotionalen Momente funktionierten besser und ich konnte erstmals eine gewisse Verbindung zu einzelnen Figuren aufbauen. Auch die Richtung der Handlung wurde klarer, wodurch Spannung entstand.
Besonders die letzten 20 % haben mir schließlich wirklich gut gefallen. Endlich hatte ich das Gefühl, dass die Geschichte wusste, worauf sie hinarbeitet. Die Spannung zog spürbar an, wichtige Nebenfiguren bekamen mehr Gewicht und die Handlung entwickelte sich in eine interessante Richtung. Schade war allerdings, dass dieser Punkt erst so spät erreicht wurde.
Das grundlegende Konzept der Geschichte fand ich durchaus spannend. Die Gladiatorenkämpfe, die Herrschaft des Vampirimperators und die Andeutungen einer möglichen Revolution bieten viel Potenzial. Auch die verschiedenen Spezies und die politischen Machtstrukturen klangen interessant. Für mich blieb dieses Potenzial jedoch weitgehend unausgeschöpft. Viele Ideen wurden eher angerissen als wirklich vertieft.
Mit den Figuren hatte ich ebenfalls Schwierigkeiten. Zu Arvelle konnte ich erst gegen Ende eine gewisse Beziehung aufbauen. Die Liebesgeschichte konnte mich nicht überzeugen, da sowohl die Hauptfigur als auch die Love Interests für mich über weite Strecken zu blass und wenig greifbar wirkten. Tatsächlich fand ich die Beziehung zwischen Arvelle, und ihren Brüdern sowie ihrer Freundinnen deutlich interessanter als die romantischen Aspekte der Geschichte. Die beiden männlichen Hauptfiguren blieben für mich weitgehend irrelevant und konnten keine emotionale Bindung erzeugen.
Insgesamt bleibt für mich ein sehr gemischter Eindruck zurück. Während das letzte Drittel einige starke Momente bietet und das Grundkonzept vielversprechend ist, waren die langen Phasen der Verwirrung, die Vielzahl an Figuren und die fehlende Orientierung für mich zu große Schwächen. Das Ende konnte die Probleme des Einstiegs und der ersten Hälfte leider nicht mehr ausgleichen.
Fazit: Eine interessante Grundidee mit einem gelungenen Finale, die für mich jedoch unter einem sehr schwachen und verwirrenden Einstieg sowie wenig greifbaren Figuren leidet. Da ein großer Teil des Buches für mich nicht funktioniert hat, werde ich die Reihe nicht weiterverfolgen und kann sie nicht empfehlen.











